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Thema: Welche Comics habt ihr heute gelesen? - Der große Review-Thread

  1. #6151
    Mitglied Avatar von xmilchx
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    Superman Erde 1 Band 2
    In den Band bin ich schon besser reingekommen. Diese emotionalen Sackgassen, sind mMn wirklich gut dargestellt und man wartet förmlich, bis Clark etwas Untypisches macht. Der Hauptgegner an sich war eher 08/15, der Fokus liegt hier ganz klar auf Clark und wie er in die Rolle des Superman reinwächst.

  2. #6152
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Rip Kirby – Die kompletten Comicstrips Band 2



    Eins wurde mir direkt auf den ersten Seiten dieses zweiten Bandes der Rip Kirby Gesamtausgabe klar: Ich habe viel zu viel Zeit zwischen Band eins und Band zwei verstreichen lassen! Mann, was macht es einen Spaß das zu lesen. Alleine schon die Eleganz und Stilsicherheit des Artworks ist eine Augenweide. Dann der wundervoll klassische Erzählstil, der einfach voller Atmosphäre steckt. In diesem zweiten band gesellt sich zu der grandiosen Film Noir Stimmung noch ein Hauch von Exotik, wie er in den frühen Bond Filmen zu finden war, noch ganz ohne abgefahrene Gimmicks.

    Die zweite Geschichte des Bandes beginnt äußerst tragisch, wird im weiteren Verlauf nervenzerfetzend spannend, und doch schafft es Alex Raymond zwischendurch auch immer wieder eine wohlige Wärme zu vermitteln. Beim Thema Kinderhandel sicher nicht ganz so einfach. Wie so oft in Rip Kirbys Leben geben sich auch hier die Femme Fatales wieder die Klinke in die Hand, überhaupt scheinen wunderschöne, elegante Ladies eine Spezialität des Zeichners zu sein.

    Womit wir auch gleich zur dritten Story der Ausgabe gelangen, in der sich gleich eine ganze Gruppe bildschöner Models in London einfindet, ganz zufällig auch das Urlaubsziel von Rip Kirby und seinem treuen Butler Des. Es dauert nicht lange, bis eine der Damen spurlos auf der Themse verschwindet, doch zum Glück ist der Meisterdetektiv nicht weit…


    Ich finde es wunderbar in welch gänzlich unterschiedliche Richtungen sich die drei Fälle im vorliegenden Band entwickeln. Klar, einige Zutaten haben alle Geschichten gemeinsam, wie den smarten und eleganten Hauptdarsteller, die weiblichen Augenweiden und allgemein das wunderbare Artwork. Außerdem versprüht das alles stets einen ganz besonderen Stil, der mich immer dazu bringt Musik der 30er und 40er Jahre aufzulegen, wenn ich mich durch die Seiten blättere. Sehr schön finde ich auch, dass der treue Des im Verlauf der Geschichten mehr und mehr einbezogen wird, und immer wichtigere Aufgaben übernimmt. So ein kleiner Vergleich mit Batman und seiner nicht minder treuen Rückendeckung Alfred ist hier durchaus angemessen wie ich finde.

    Bocola-Typisch ist die Aufmachung mal wieder makellos, das Vorwort äußerst informativ und passend, das Format überraschend riesig und die Übersetzung nebst Lektorat astrein. Es gibt einfach nichts zu meckern! Und die Stories haben mir auch nochmal besser gefallen als im sowieso schon gelungenen ersten Band. Ich bleibe ganz sicher dabei und muss mir dringend mal die weiteren Bände besorgen, bis Band 10 (Jahrgang 1958/59) sind nämlich schon erschienen, die Bände 11 und 12 fürs Jahresende angekündigt.

    9/10

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  3. #6153
    Mitglied Avatar von berlepsch
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    Mir gefiel hier auch, dass die Geschichten im Vergleich zum Band 1 deutlich länger und damit interessanter wurden. Müsste auch mal weiter machen. Nach Band 2 habe ich eine Pause eingelegt, obwohl die nächsten 6 Bände schon in Regal stehen...

  4. #6154
    Mitglied Avatar von Gagel
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    Es lohnen sich alle!

  5. #6155
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Das stimmt mich froh! Wie gesagt, Band 3 wartet im Lese-K2, der Rest soll irgendwann auch noch folgen.
    @berlepsch : Ja, ich finde auch, dass die Geschichten hier noch besser ausgearbeitet waren.
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  6. #6156
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Nacht des Schreckens (Batman Graphic Novel Collection)



    Der Band versammelt einen Schwung Halloween Specials von Autor Jeph Loeb und Zeichner Tim Sale, die im Rahmen der Legends of the Dark Knight Reihe veröffentlicht wurden. Das Duo steht bei mir mittlerweile für beständig hohe Qualität was Storytelling und Artwork angeht, und auch dieser Band stellt dazu keine Ausnahme dar.

    Los geht es mit „Fears“ (Legends of the Dark Knight Halloween Special #1 ), wo mit Scarecrow der wohl perfekte Bösewicht für Halloween ausgewählt wurde. In der spannenden, düsteren Story spielen die Macher geschickt mit Batmans Ängsten und kreieren dabei die ein oder andere einprägsame Szene, teils auch in surrealen Bildern. Nicht surreal, aber ein kleines Highlight ist für mich das große Panel bei Bruce‘ Halloween-Gala, bei dem eine große Riege illustrer Gaststars entdeckt werden kann.


    In „Madness“ (Madness – A Legends of the Dark Knight Halloween Special) versucht der irre Mad Hatter Wahnsinn und Schrecken zu verbreiten, was ihm mit der Entführung von Barbara Gordon auch gelingt, während Bats mal wieder mit dem Trauma um den Tod seiner Eltern zu kämpfen hat. Dr. Leslie Thompkins hat auch wieder einen Part, und die sehe ich sowieso immer gerne, dennoch hat mir die Scarecrow-Story etwas besser gefallen.

    Den Abschluss macht „Ghosts“ (Ghosts – A Legends of the Dark Knight Halloween Special), einer äußerst coolen Variante von Dickens’ Weihnachtsgeschichte, in welcher der Pinguin, Poison Ivy und der Joker himself als Weihnachtsgeister herhalten dürfen. Wobei ich sagen muss, dass mir die optische Gestaltung des Pinguins hier so gar nicht gefallen will, sieht grausig aus. Ansonsten aber ein schöner Abschluss für den Band, vor allem, weil ich die „Weihnachtsgeschichte“ in all ihren Variationen sowieso sehr gerne mag.

    Insgesamt ein starker Band, mit erfrischend unterschiedlichen Ansätzen bei den einzelnen Geschichten, den man quasi als Einleitung oder Wegbereiter zum großen Klassiker „Das lange Halloween“ sehen kann. Das steht dann auch als nächstes auf dem Plan bei meinem Bat-Run.

    7,5/10

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  7. #6157
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    Micky und der verlorene Ozean



    Einer der Hommage-Bände, bei dem die Fans wohl mit am glücklichsten waren, als Egmont die Neuauflage, wenn auch in etwas kleinerem Format, dafür auch deutlich günstiger, angekündigt hat, denn das Album war auf dem Sekundärmarkt nur noch zu horrenden Preisen zu erstehen! Der Grund für den rasanten Abverkauf der Erstauflage und den enormen Preisanstieg liegt augenscheinlich im absolut fulminanten Artwork von Silvio Camboni, bei dem man aber auch die hervorragende Kolorierung von Gaspard Yvan nicht ungenannt lassen sollte, denn die trägt ebenso ihren Teil zur absolut zauberhaften, fast schon monumentalen, von Details geradezu überbordenden Optik der Geschichte bei.

    Geschichte, da sind wir auch gleich bei der Crux an der Sache. Okay, das war jetzt vielleicht etwas zu hart ausgedrückt, denn die abenteuerliche Steampunkgeschichte um Micky, Minnie und Goofy als eine Art Schatzsucher in einer Art Retro-Zukunft hat durchaus ihre Momente. Neben einigem Witz wird vor allem eine schöne Atmosphäre erzeugt und es gibt auch ein oder zwei Wendungen, die nicht gänzlich vorhersehbar waren, aber insgesamt ist die Story leider schon ziemlich 08/15, kommt über guten Durchschnitt also nicht wirklich hinaus.

    Ich habe den Band, ist übrigens die Erstausgabe, die ich nach Erscheinen der Neuauflage günstig gebraucht ergattern konnte, zusammen mit Krümelchen gelesen, also unserer 6-jährigen Tochter als Gutenachtgeschichte über eine Woche verteilt (ca. 10 Seiten pro Abend). Ihr hat es sehr gut gefallen, sie fand es spannend und wollte immer unbedingt wissen, wie es weitergeht. Allerdings wirft der Autor auch häufig mit technischen Fachbegriffen um sich, die muss man dann erstmal in verständliche Worte fassen und für das kleine Publikum übersetzen. Viel gelacht hat sie trotz aller Freude an der Geschichte allerdings nicht, der Humor scheint also bei den Kleinen nicht so gut zu zünden. Insgesamt gebe ich dem Band für das Artwork volle 10 Punkte, für die Geschichte gibt es nur leicht überdurchschnittliche 6/10 und einen halben Punkt Abzug für den ursprünglich doch recht hohen Preis, den Egmont in Deutschland für die Hommage-Bände aufruft.

    7,5/10

    Auf den geistigen Nachfolger „Micky in der alten Welt“ freue ich mich auch schon sehr, jetzt ist aber erstmal wieder Barks an der Reihe, da gibt es mehr zu lachen.

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  8. #6158
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    Werewolf by Night – Classic Collection



    Da ist er also, der Band der schon alleine als Begründung für den Kauf eines Leseknochens herhalten kann. Ihr wisst nicht was ein Leseknochen ist? Kein Problem, komme ich nachher nochmal drauf zurück. Die von Panini gelieferte Selbstverteidigungswaffe mit dem haarigen Hauptdarsteller umfasst mächtige 1.176 Seiten und wiegt stolze 3,74 Kilo, kann also durchaus auch als Trainingsgerät herhalten. Bislang der dickste Comic-Einzelband, den ich gelesen habe, aber vielleicht wird das gute Stück noch dieses Jahr von Grant Morrisons Doom Patrol abgelöst, die schlägt mit satten 1.292 Seiten zu Buche. Optisch passt die Aufmachung des Bandes zur Dracula Classic Collection, sowie zum etwas dünneren Pendant zu Frankensteins Monster, die kleinen Problemchen, die Panini bei den ersten Omnibus-Ausgaben zu Conan mit vereinzelten Knicken am oberen Rand einiger Seiten hatte scheinen vollkommen abgestellt zu sein, dafür riecht der Band nicht so gut, wie die farbigen Bände mit dem Barbaren, aber das ist ja eher persönliche und subjektive Wahrnehmung, also werfen wir lieber mal einen Blick auf den Inhalt.


    Diese Masse an Heften wurde in dem Band versammelt.


    Es ist ja jetzt doch schon einige Monate her, dass ich den Band beendet habe, und gelesen hatte der sich auch nicht gerade in zwei Tagen. Zu den einzelnen Heften habe ich mir keine Notizen gemacht, denn häufig war ich so im Fluss, dass ich sowieso gleich mehrere Hefte am Stück verschlungen habe, was ein gutes Zeichen ist. Wer wissen will, welche Ausgaben im Detail enthalten sind, der kann die entsprechenden daten dem obigen Spoiler entnehmen. Auf jeden Fall werde ich aus diesen Gründen jetzt nicht auf jedes Heft oder jeden kleinen Storybogen eingehen, sondern meine Eindrücke eher allgemein zusammenfassen.

    Kennengelernt hatte ich unseren bepelzten Freund ja schon bei seinem Crossover mit unserem Fürsten der Finsternis bei „Tomb of Dracula“, genau wie dort sind auch hier beide Hefte, die zu der Geschichte gehören enthalten. Da hatte ich also auch schon einen ersten Eindruck über die Optik gewonnen, aber irgendwie stechen diese beiden Ausgaben auch etwas heraus was das Artwork angeht und so war ich zu Beginn von „Werewolf by Night“ ehrlich gesagt etwas erschrocken, denn das Werwolf-Design fand ich ehrlich gesagt ziemlich hässlich – und das ist nicht positiv gemeint! Okay, das hat sich nach und nach noch etwas geändert, aber viel besser wurde das meines Erachtens ehrlich gesagt nicht wirklich, da sah Lon Chaney Jr. ja schon deutlich besser aus.


    Hier nochmal der Inhalt in schriftlicher Form.


    Apropos Lon Chaney Jr.: Eines der wichtigsten Merkmale eines Werwolffilmes ist ja seit jeher die Verwandlungsszene. Ich habe nahezu jeden Streifen zu dem Thema gesehen, den man in unseren Gefilden bekommen kann, und sei er auch noch so schlecht, und da gibt es echt so einige kreative Highlights, selbst bei vergleichsweise billigen Produktionen. Die Künstler am „Werwolf by Night“ scheinen sich da aber auch häufig eher schwer getan zu haben, das finde ich auch nicht immer so gelungen. Weitere Schwierigkeiten sind die häufigen Wiederholungen und das oft hirnlose Verhalten unseres Hauptdarstellers und seiner Freunde. Da werden immer und immer wieder die gleichen Vorsichtsmaßnahmen vor der Verwandlung getroffen, oder – noch besser – es wird scheinbar regelmäßig vergessen, wie der Mondzyklus ist und man wird SCHON WIEDER von der Verwandlung überrascht! Da hätte ich mir intelligentere Skripts erhofft. Auch die zeitlichen Abfolgen gehen nicht immer so astrein auf. Manchmal zieht sich eine Nacht über zig Hefte und was da alles in der Zeit erlebt und geschafft wird, man glaubt es kaum! Dann, und das ist häufiger der Fall, ist eine Nacht oder ein Verwandlungszyklus nach einem gefühlt 10-Minütigen Fight vorbei. Was ist mit dem Rest der Nacht? Ideenloser Autor?

    Jetzt aber genug gemosert, denn im Grunde machen die Abenteuer unseres unfreiwilligen Teilzeitraubtieres wirklich mächtig Spaß, wenn man über diese Unzulänglichkeiten an der ein oder anderen Stelle einfach hinwegsehen, oder schmunzeln kann. Schmunzeln musste ich zum Beispiel gleich auf den ersten Seiten, als ich den Namen unseres Protagonisten erfuhr. Jack Russell. Echt jetzt? Na da wohl einer wirklich Humor gehabt! Der zieht sich übrigens durch die komplette Reihe. Klar gibt es da viel Action, abenteuerliche Passagen, ganz viele Grusel- und Horror-Elemente der alten Schule mit massig Reminiszenzen an die großen Klassiker des Genres, aber auch massenweise trashige und abgefahrene Ideen. Ein Werwolf als Stuntman in einer Westernstadt? Na logo! Ein Werwolf-Cop, der UNSEREM Werwolf auflauert, um durch dessen Tod wieder zum Mensch zu werden? Why not? Schaurige Voodoo-Rituale, hirnlose Zombies, gigantische Golems und allerlei Ausgeburten der Hölle machen dem Werwolf zu schaffen.


    Massives Gerät!


    Ab und an bekommt er Unterstützung, oder auch Widerstand, von bekannten Gesichtern aus der Marvel-Riege wie etwa Spider-Man, Moon Knight, dem Ghost Rider, Man-Thing, Morbuis und sogar Iron Man. Der größte Trumpf der Reihe ist meines Erachtens aber tatsächlich ihr menschlicher Hauptdarsteller. Der ist nämlich an sonnigen Tagen nicht nur per Definition ein Mensch, sondern auch im besten Sinne voller Menschlichkeit. Jack Russell ist einfach ein unglaublich sympathischer junger Mann, der das Herz am rechten Fleck hat und mit dem man einfach Mitleid haben muss, bei all dem was ihm da widerfährt, ohne dass er es kontrollieren kann. Man möchte ich direkt in die Arme schließen und beschützen, so schnell hatte ich ihn in mein Herz geschlossen. Das wiederum hat er Lon Chaney Jr. gemein, dessen Werwolf ja auch eine zutiefst tragische Figur war. So sind mir die liebsten Szenen beim „Werwolf by Night“ auch die mit einem gewissen Soap-Anteil, wie die Zeit in der Jack in seiner kleinen Single-Mietbude im Colden House lebt, dort mit den Nachbarn verkehrt und mit der Hausverwalterin Sandy anbandelt, oder später, wenn die schöne und gütige Topaz mit ihren Gedankenkräften an seiner Seite hat. Da hätte man meines Erachtens noch mehr rausholen können.


    Unter dem Schutzumschlag gibt es schlichtes, elegantes Schwarz.


    Ja, es war insgesamt schon eine sehr schöne Zeit mit dem Werwolf und auch, wenn sich so mancher Szenenablauf häufig wiederholt hat, so gab es dennoch auch massig Abwechslung in den Hauptthemen, Gegenspielern und Schauplätzen. Mal lustig, oft ein wenig absurd, mal eher stimmungsvoll mit Gruseltouch, dann wieder grellbunt und insgesamt natürlich mit deutlich höherem Trash-Anteil als bei der „Gruft von Dracula“, was ja nichts Schlechtes sein muss. Das Artwork gewinnt keine Preise, ist aber abgesehen vom Werwolf selbst auch nicht schlecht, und um sich an dessen Optik zu gewöhnen hat man ja genug Zeit. Insgesamt ein schöner Band und eine tolle Veröffentlichung, die ihr Geld auf alle Fälle Wert ist, auch wenn inhaltlich nicht nur Highlights geboten werden, aber auch - oder gerade – mit den etwas abgedrehteren und „bescheuerten“ Episoden kann man viel Spaß haben.

    7,5/10

    Wie versprochen hier noch ein kleiner Nachtrag zum sogenannten Leseknochen. Das ist ein vergleichsweise festes Kissen, grob in der Form eines Knochens, welches beim Lesen als bequeme Unterstützung dienen soll. Dazu gibt es verschiedenste Einsatzmöglichkeiten. Man kann es sich unter den Nacken schieben, wenn man auf dem Rücken liegend lesen möchte, wenn man auf dem Sofa sitzt kann man es als Ablage für den Unterarm/Ellbogen neben sich legen, man kann es als Buchständer nutzen, wenn man am Tisch oder auf dem Bauch liegend lesen möchte. Ich persönlich habe es im Lesesessel oft auf dem Schoß, wenn ich ein größeres oder schwereres Hardcover lese, das ruht dann auf meinem unteren Bauch und lehnt am Leseknochen an, so habe ich die Hände besser für Erdnüsse oder Whisky frei.


    Leseknochen.


    Leseknochen mit Buch.



    VG, God_W.
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  9. #6159
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    Zitat Zitat von berlepsch Beitrag anzeigen
    Fables scheint es auf deutsch nur als Softcover zu geben?

    Demnächst startet das Batman vs Bigby Crossover, danach soll Fables weitergehen, mit der 151.

    https://batmanprojekt.com/2021/06/11...olf-in-gotham/

  10. #6160
    Mitglied Avatar von God_W.
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    The Spirit – Die besten Geschichten



    Mein erster Eisner-Kontakt verlief ja nicht ganz so rosig, war ich von seiner, wohl eher für Kinder gedachten Adaption meines Lieblingsbuches „Moby-Dick“ nicht allzu angetan. Vielleicht bin ich da aber auch komisch, denn mittlerweile habe ich erfahren, dass er dafür den Max und Moritz Preis erhalten hat! Aber egal, mit seinen wunderbaren Meisterwerken „Ein Vertrag mit Gott“ und „New York“ (beides Hardcover aus dem Carlsen Verlag) konnte mich der Altmeister schließlich bekehren und restlos von seinem Können überzeugen.

    Mit „Lebensbilder“ und „Signale aus einer anderen Welt“ liegen noch zwei weitere Bände von ihm in meinem Lese-K2 vergraben, aber aufgrund meiner großen Begeisterung für klassisches Material wurde mir schon mehrfach sein „Spirit“ ans Herz gelegt. Die große Gesamtausgabe zu Eisners umfangreichstem Werk war mir aber schon zu weit fortgeschritten und zu teuer, um da noch einzusteigen, weshalb ich mir vor einiger Zeit lieber diesen kleinen Best-Of Band besorgt habe, den der Salleck Verlag netterweise zusammengestellt hat, sicher auch um die Gesamtausgabe etwas mehr in den Fokus der Leser zu rücken, quasi als Werbung für selbige.


    Das hat bei mir auch vorzüglich funktioniert, denn ich bin schlicht begeistert. Klar, Herr Eckart Schott vom Salleck Verlag hat sicher eine Ladung Highlights für dieses 188 Seiten starke Softcover ausgewählt, beim Spirit gibt es sicher zu Anfangszeiten, oder auch in der Zeit, in der Will Eisner wegen der Kriegsjahre nicht selbst beteiligt war auch schwächere Ausgaben. Das ist mir jedoch egal, ich muss einfach mehr vom Spirit lesen.

    Es ist einfach unfassbar gut, welch dichte Welt Will Eisner auf nur sieben Seiten erschaffen kann, denn darum geht es beim Spirit, es sind siebenseitige, wohl zumeist in sich abgeschlossene Kurzgeschichten, mit dem Spirit, mal als Hauptperson, mal als Randfigur. Da steigt man mitten in die Story ein und fühlt förmlich den Background, den die Figuren miteinander haben, auch wenn der niemals irgendwo gezeichnet, geschrieben oder erläutert wurde! Man baut auf diesen wenigen Seiten eine derart enge Bindung zu einigen Charakteren auf, es ist einfach unwahrscheinlich. Dazu kommt Eisners große Kunst des optischen Erzählens. Die Innovation und Vielfalt, die in Sachen Erzählstil, Bebilderung, Panelaufteilung oder Ausbruch aus selbigen an den Tag gelegt wird, ich kann mir nicht vorstellen, dass das zu jener Zeit irgendein anderer Künstler in vergleichbar freier und experimentierfreudiger Art und Weise hinbekommen hat, oder sich überhaupt getraut hat, den Mut aufgebracht, diese neuen Wege zu gehen. So wird es auch für mich als Späteinsteiger und Entdecker der Neunten Kunst mehr als nachvollziehbar, weshalb der „Comic-Oscar“ nach Will Eisner betitelt wurde.


    Aktuell kommt meine Begeisterung für die immerhin zwölf Jahre laufende Reihe anscheinend genau zum richtigen Zeitpunkt. Das hängt mit dem für mich glücklichen, für den Salleck Verlag eher traurigen Sachverhalt zusammen, dass sich die mit viel Arbeit und Herzblut ins Deutsche übertragenen „Spirit Archive“ leider deutlich unter Erwartung verkauften und überhaupt erhielt die Reihe wohl viel weniger Aufmerksamkeit, als sie es verdient. Das führte jetzt, annähernd fünf Jahre nach der Veröffentlichung des finalen 24sten Bandes dazu, dass die Buchpreisbindung aufgehoben wurde. Manch einen Sammler der ersten Stunde mag das etwas ärgern, mich freut es hingegen, werde ich jetzt doch noch in die reihe einsteigen, denn alle Bände sind noch lieferbar, einige sogar in der Vorzugsausgabe mit signiertem Kunstdruck (für die VZAs ist die Preisbindung allerding nicht weggefallen). Ich finde es sehr gut, dass dieser unsterbliche Klassiker nicht in den Shredder gewandert ist, sondern stattdessen zum vergünstigten Preis von 29€ pro Hardcover-Band angeboten wird, und freue mich darauf noch viele Abenteuer mit dem Spirit zu bestehen!

    9,5/10

    Also Leute, wer Interesse am Spirit hat, jetzt ist der Beste Zeitpunkt einen Blick zu riskieren!

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    Eternauta 1969



    Nach dem meisterlichen originalen Eternauta habe ich mich auch zügig dem Remake von 1969 zugewandt. Für diese Neubearbeitung des Stoffes hat sich Autor Héctor Germán Oesterheld mit dem visionären Künstler Alberto Breccia zur Verwirklichung seines Invasionsszenarios zusammengetan und auch seine Geschichte stellenweise überarbeitet. Dabei bleibt das Grundgerüst der außerirdischen Invasion enthalten, ebenso die meisten Charaktere, teilweise sogar ganze Dialoge.

    Dennoch gibt es einige bemerkenswerte Unterschiede zur Urfassung. Mal abgesehen vom Artwork sind mir da direkt zwei ganz gravierende Dinge ins Auge gesprungen. Zum einen wurde der mutige Charakter des Jungen, der im Keller des Krämerladens eingesperrt war und sich dann der Truppe der Widerständler anschließt in ein Mädchen verwandelt. Das hatte bestimmt keine Gender-Gründe wie heutzutage so oft, sondern ich könnte mir vorstellen, dass Oesterheld da eine kleine Ehrung für seine mutigen Töchter hat einfließen lassen. Der zweite Punkt ist der deutlich politischere und kritischere Ton, der in den Dialogen angeschlagen wird, in der ersten Fassung deutlich subtiler erfolgte, hier aber auch die Grundsituation der Story enorm beeinflusst.

    So wird die Invasion diesmal nicht mehr als ein weltweites Phänomen dargestellt, sondern es ist so, dass übermächtige Außerirdische die Erde zwar bedrohen, der Rest der Welt sich aber mit ihnen arrangiert hat, quasi eine friedliche Koexistenz ausgehandelt, sofern sich die Invasoren auf Südamerika beschränken. So wurde n unsere Helden also den Wölfen vom Rest der Welt zum Fraß vorgeworfen.



    Da wird die verbitterte, enttäuschte Weltanschauung des Autors schon überdeutlich und es wird ebenso klar, weshalb die Veröffentlichung in Drei-Seiten-Schritten dem Herausgeber schnell zu riskant und unangenehm wurde. Für die Absetzung wurde dann freilich Alberto Breccias außergewöhnliches, teils experimentelles Artwork als Begründung herangezogen. Der schöpfte hier, genauso wie bei seiner Adaption der Lovecraft-Geschichten, wieder aus dem Vollen. Da wird nicht nur gezeichnet, da wird auch geschabt, gestempelt, gekleckst, ausgeschnitten, gerissen, auf Folie verschmiert etc… Die so entstehenden Bilder sind absolut faszinierend und laden zum Verweilen und Entdecken ein. Dennoch muss ich sagen, dass mir der Stil für Lovecraft als passender erscheint. Dazu kommt das völlig überhastete Finale der Geschichte. Klar, musste Oesterheld nach Bekanntwerden der Absetzung doch schnellstmöglich zu einem überhasteten Ende finden. So bleibt der ursprüngliche Eternauta für mich das wahre Meisterwerk, dieser Band besticht durch Breccias Bilder und verdeutlicht die rasante Zuspitzung der politischen Lage im Land, also ein fesselndes Zeitzeugnis, das aber nicht die Klasse des Originals erreicht.

    7/10

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