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Thema: Ukraine-Krieg

  1. #501
    Mitglied Avatar von Jot
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    Zitat Zitat von Martin Jurgeit Beitrag anzeigen
    Bloß nicht dem Kreml auf den Leim gehen. Diese False-Flag-Aktion passt bestens zu Putin.
    Keine Bange. Wer seit Monaten damit droht, per Knopfdruck unaufhaltsam im tiefsten NATO-Land Städte in die Luft zu jagen oder Großbritannien unter einem Radioaktiven Tsunami zu begraben, dann aber behauptet, mit NS1+2 nichts zu tun zu haben zu können, weil Amerikanski-CIA-Terretorium, der macht sich lächerlich.

    Zitat Zitat von LaLe Beitrag anzeigen
    Ganz offensichtlich Menschen, die sich in Putins Russland ganz wohl fühlten bis der Einberufungsbescheid kam.
    Ich bezweifle, dass wir großen Nutzen von Menschen haben werden, die Putins Russofaschismus mit der Muttermilch aufgesogen haben.
    Die Georgier wissen woran sie sind



    Wir sollten uns da auch nicht der Illusion hingeben, da würden Grunddemokratische Prowestliche Putinablehner aus dem Land flüchten. Die meisten werden einfach nicht als Fleischschild sterben wollen, was völlig natürlich nicht. Die Russsiche Kriegsführung basiert seit Jahrhunderten darauf, haufenweise (militärisch) entbehrlicher Fleischschilde in den ersten Reihen zu verheizen und auf Grund demographischer Gegebenheiten ist dies die letzte Generation, mit der dies numerisch noch möglich wäre. Warum sollte man für ein Land, das es doomed ist, jetzt noch ins Gras beissen.
    Umgekehrt würde ich auch nicht in die Ukraine zum Kämpfen ziehen, wenn jetzt ein Rekrutierer vor meiner Tür stehen würde und mich auf meinen "moralischen" Support für die Ukraine hinweisst. Und sollte das der Zwangsdraft ankündigen, würde ich auch meine nach Pandemie und Gaskosten übriggebliebene Restmoneten zusammenkratzen und in den Flieger steigen. Und sollte der nach Katar gehen, heisst das nicht, dass ich die Werte von Sklavenarbeit geile finde und Frauen für mich an den Herd zu gehören haben.
    Geändert von Jot (30.09.2022 um 11:08 Uhr)

  2. #502
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    Jetzt kommt er auch noch mit dem um die Ecke…

    Putin beschwört „Tausendjähriges Reich“

    Laut Putin gebe es in den Regionen eine „geistige Verbindung und Liebe zu Russland“, die Bewohner seien nun „für immer unsere Bürger“. Putins Rede wohnten diverse Regimeoffizielle bei, darunter auch der Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow, der sich zu Tränen gerührt zeigte.


    Dem Westen warf er in einer wütenden, minutenlangen Tirade Rassismus sowie „Doppel- und Dreifachmoral“ vor und betonte, Russland sei ein „Tausendjähriges Reich“. Wenig überraschend machte Putin auch den Westen, konkret „die Anglosaxonen“, für die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelinesverantwortlich.
    Weiter behauptete er, die westlichen Staaten würden „kolonialisatorisch“ Russland zerstören und dessen Volk verhungern lassen wollen, so wie es in der Vergangenheit in Afrika oder Indien passiert sei. Das russische Volk solle zu einer „Sklavenmeute“ gemacht werden.



  3. #503
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    PUTINS REDE VOLLER HASS UND LÜGEN

    [COLOR=var(--article-body-color)]Es war ein wirrer Vortrag mit Lügen, Unterstellungen und Beschuldigungen, der darin gipfelte, dass Putin den USA vorwarf, Nazi-Deutschland bombardiert zu haben.[/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]So weit, so absurd.[/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]Der gefährliche Kern von Putins Rede aber war ein anderer: Der russische Präsident erklärte die vier ukrainischen Regionen „für immer“ für Russisch, forderte die ukrainische Armee auf, die Kämpfe einzustellen und zeigte sich gleichzeitig bereit, zu verhandeln.[/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]Damit unternimmt Putin erneut den Versuch, den Westen maximal zu spalten! Er weiß: Schon die Krim-Annektion funktionierte 2014 ohne große Konsequenzen.[/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]Die Wahrheit ist: In vielen Regionen der Ukraine verliert Putin momentan militärisch, in einzelnen Gebieten sind russische Soldaten eingekesselt. Die Stärke, die Putin scheinbar demonstrierte, hat er zumindest auf dem Schlachtfeld nicht.[/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]?? Seine Taktik daher: Maximale Verwirrung!

    [/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]Anders als erwartet stellte er der ukrainischen Armee kein Ultimatum, sondern blieb sehr allgemein. Er drohte auch nicht wie in der letzten Woche erneut mit Atomwaffen.[/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]Warum tat er das nicht?[/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]Putin setzt offenbar auf die Taktik, den Krieg in die Länge zu ziehen, den Westen insbesondere im Winter durch Gasmangel unter Druck zu setzen und seine Ziele so mittelfristig bis langfristig doch noch zu erreichen. Sein Kalkül könnte sein, dass zunehmender Streit um die richtige Lösung im Ukraine-Krieg entsteht und am Ende doch Druck ausgeübt wird auf die ukrainische Führung, mit ihm zu verhandeln.[/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]Putin geht es momentan vor allem darum, Zeit zu gewinnen, um seine militärische Lage zu verbessern. Das soll einerseits durch hunderttausende neue Soldaten funktionieren und andererseits durch die Debatte um den Einsatz von Atomwaffen.[/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]Deutschland und Europa dürfen nicht den Fehler begehen, auf Putins Schein-Verhandlungsangebot einzugehen. Es ist eine Falle![/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]? Putin hat mit der Annexion für sich Fakten geschaffen.[/COLOR]
    [COLOR=var(--article-body-color)]Die Reaktion aus Deutschland kann nur eine sein: Die ukrainische Armee muss militärisch noch mehr unterstützt werden, damit sie die besetzten Regionen befreien kann. Wenn das nicht geschieht, wird die Ukraine, aber am Ende auch der ganze Westen, für immer erpressbar von Putin sein.[/COLOR]

  4. #504
    Mitglied Avatar von falkbingo
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    Es gibt Schafe und Wölfe. Und so sehr die Schafe auch kämpfen, am Schluß gewinnen immer die Wölfe.

  5. #505
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Putin ist ein Schaf?

  6. #506
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    Wenn dieser Mann nicht so verdammt recht hätte:

    https://www.welt.de/politik/ausland/...en-lassen.html

  7. #507
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    So viel zum Thema, unter anderem…

    https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft...-18354499.html

  8. #508
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    Herrlich…nimm Medwedew gleich noch mit!

    https://www.facebook.com/asta.raicev...63384564922065

  9. #509
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    Broder bringt es wieder so unnachahmlich auf den Punkt und sein Schluss Statement gehört hoch und runter gesendet bis es der letzte AfD Jodler und Precht, Wenzel und Vad Experte versteht, was die natürlich gar nicht verstehen wollen

    https://www.youtube.com/watch?v=flfdQFN4bf8

  10. #510
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    So wie sein großes Vorbild…

    Experte bewertet Russlands Taktik"Putin mischt sich ins Mikromanagement des Krieges ein"

    Putin soll sich zuletzt wiederholt über die Entscheidungen seines Verteidigungsministeriums hinwegsetzen. Politikexperte Thomas Jäger erläutert bei ntv den wachsenden Unmut in Russland und weshalb die Annexion der vier Separatistengebiete auch ein neues Licht auf den Krim-Konflikt wirft.

  11. #511
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  12. #512
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    Trotz aller ukrainischer Erfolge im Moment, entscheidend wird im Frühjahr sein wieviel gut motivierte Soldaten Putin ins Feld werfen kann und wie weit er sie gut bewaffnet bekommt.
    Natürlich weil er schon immer weiss wie harmlos die Nato ist und Russland überhaupt nicht bedroht konnte er im Prinzip fast alle Soldaten von der Nato Grenze abziehen. Nicht mal hier kann die Nato die Ukraine unterstützen und russische Soldaten an der Grenze binden weil die Grenzen zur Nato als sicherster Platz in Russland gilt. Normaler weise kann sich jeder Aggressor nur möglichst viele Länder in die Nato wünschen, das ist der beste Schutz für jeden Diktator. Wenn Polen nicht in der Nato wäre und der Ukraine vollständig zur Seite stehen würde wäre der Krieg schon vorbei.

    Wenn die Ukraine Richtung Melitopol vorrückt oder gar Mariupol wird Putin als letztes Mittel taktische Atombomben einsetzen. Im Fatalismus steht er Hitler in nichts nach der auch diese Bomben eingesetzt hätte.

    Bis Sommer 2023 muss man durchhalten und hoffen das bis dahin der verrückte KGB Zwerg vom eigenen Volk entfernt wurde und seine Bande mit dazu.
    Geändert von jellyman71 (04.10.2022 um 18:43 Uhr)

  13. #513
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Zitat Zitat von jellyman71 Beitrag anzeigen
    Trotz aller ukrainischer Erfolge im Moment, entscheidend wird im Frühjahr sein wieviel gut motivierte Soldaten Putin ins Feld werfen kann und wie weit er sie gut bewaffnet bekommt.
    Wenn das so weiter geht, ist der Drops im Frühjahr gelutscht. Daran ändern dann auch 300.000 neue Zielscheiben nichts.

  14. #514

  15. #515
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    Putin wird heute 70.
    Kann der Witzboldschlumpf (neudeutsch Jokey) nicht mal mit einer seiner explosiven Torten bei ihm vorbeischauen?
    Möge es sein letzter Geburtstag sein.
    Und die Ayatollahs dürfen gleich mit verschwinden.
    Die Welt wäre eine bessere.

  16. #516
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    Zum Geburtstag gibt es eine brennende Krim Brücke mit ganz viel Freudenfeuer und eine Fahrbahn ist schon eingestürzt.
    Man kann nicht gerade behaupten die Ukrainer hätten keinen Stil
    Geändert von jellyman71 (08.10.2022 um 17:28 Uhr)

  17. #517
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    „Ein Indiz, dass Russland vielleicht einen Weg aus Putins Falle findet“

    Historiker Karl Schlögel, 74, gehört zu den führenden Osteuropa-Experten im deutschsprachigen Raum
    Quelle: Martin U. K. Lengemann/WELT


    Osteuropa-Experte Schlögel wirft Russlands Präsident eine realitätsferne Besessenheit mit der Ukraine vor – und das Kalkül eines Kriminellen. Er warnt den Westen vor einem zu einfachen Bild der Russen: Es gebe nun einen Hinweis darauf, dass Putin nicht alles mit seinem eigenen Land machen könne.

    WELT AM SONNTAG: Herr Schlögel, unser letztes Interview führten wir drei Tage nach Ausbruch des Angriffskrieges auf die Ukraine. Damals sagten Sie, Sie sähen einen Teil Ihres Lebenswerks bedroht. Wie fühlen Sie sich heute, wenn Sie an das denken, was wir täglich aus der Ukraine und Russland mitbekommen?
    Karl Schlögel: Ich höre und lese fast 24 Stunden Nachrichten, die russischen Exilsender genauso wie alle unabhängigen Medien, die man zur Verfügung hat. Jemand, der so eng wie ich mit den Orten und der Geschichte verbunden ist, leidet sehr darunter, nichts tun zu können. Diese Ohnmacht macht einem schwer zu schaffen. Eine reguläre und normale Arbeit ist für mich derzeit kaum möglich.


    WELT AM SONNTAG: Russland hat die besetzten Teile in der Ostukraine annektiert. Gleichzeitig droht Moskau mit einem atomaren Angriff, sollte sein widerrechtlich angeeignetes Staatsgebiet attackiert werden. Wie interpretieren Sie das?
    Schlögel: Die Annexion war von Anfang an vorgesehen. Jetzt wird sie im Eiltempo durchgeführt. Man erklärt die besetzten ukrainischen Gebiete zu russischem Staatsterritorium. Der Widerstand der Ukrainer, unterstützt von westlicher Seite, gilt dann als Angriff auf Russland. Das ist eine gezielte Eskalation aus einer Situation der desolaten Lage der russischen Truppen heraus.
    Diese Lage ist sehr gefährlich, weil nicht abzusehen ist, mit welcher Kriegführung wir rechnen müssen. Wladimir Putin und zuletzt Dmitri Medwedew haben mit dem Einsatz von Atomwaffen zur Selbstverteidigung Russlands gedroht. Sie setzen darauf, dass niemand im Westen und in der Nato bereit ist, dieses Risiko einzugehen.


    WELT AM SONNTAG: Wie weit wird Putin gehen?
    Schlögel: Niemand kann das beantworten. Putins Politik trägt Züge einer Besessenheit mit wahnwitzigen und an der Realität vorbeigehenden Beschreibungen der Lage. Alles, was er über die Ukraine sagt, zeigt, dass er von diesem Land gar nichts weiß. Aber innerhalb seiner Obsession und dieses Krieges gibt es bei ihm weiterhin ein Kalkül, zwar das Kalkül eines Kriminellen, aber ein Kalkül.
    Putin kann sich Russland nicht anders als ein Imperium vorstellen. Davon kommt er nicht los. Er war nicht in der Lage, das nachsowjetische Russland zu modernisieren. Er ist lieber den leichteren Weg gegangen und hat ausschließlich auf den Verkauf von Öl und Gas und eben auf den Krieg gesetzt, auch um den Preis, dass er Russland mit in den Abgrund zieht.
    WELT AM SONNTAG: Wie weit sollte der Westen gehen, um ihn aufzuhalten?
    Schlögel: Es geht jetzt darum – und die Zeit läuft davon –, das Moment zu nutzen, um in größter Geschlossenheit den ukrainischen Widerstand mit allen Mitteln zu unterstützen.
    WELT AM SONNTAG: Was heißt mit allen Mitteln?
    Schlögel: Alle Mittel, die die Ukrainer zur Verteidigung ihres Landes brauchen. Es gibt keinen Grund zur Zurückhaltung. Das Argument, wir dürften Putin keinen Vorwand für eine Eskalation liefern, ist keines. Putin braucht, wie wir gesehen haben, keine Vorwände und Anlässe.


    WELT AM SONNTAG: Das mag stimmen, aber die Gefahr eines Atomkriegs bleibt.
    Schlögel: Ich bin kein Experte. Ich lese in der Zeitung, dass es Diskussionen in Amerika gibt, die davon ausgehen, dass es für Putin unterhalb des Einsatzes von taktischen Atomwaffen auch andere Möglichkeiten gibt. Die Beschießung eines Atomkraftwerks würde die Ukraine in eine nukleare Wüste verwandeln. Auch setzt er auf das Auseinanderfallen Europas, des Westens. Das Spiel ist also noch lange nicht zu Ende.


    WELT AM SONNTAG: Mit seinen beständigen Beschwörungen eines Atomkriegs setzt Putin auf die Angst der westlichen Bevölkerung. Vor allem den Deutschen wird vonseiten einiger Osteuropäer vorgeworfen, sie seien Atomschlotterer. Trifft dieser Vorwurf zu?
    Schlögel: Ich glaube schon. Ich kann diese Angst auch nachvollziehen. Wer hat sie nicht? Gerade die ältere Generation hat die Folgen des Weltkrieges noch erlebt. Trotzdem scheint es so zu sein, dass Engländer und Franzosen angesichts der Bedrohung etwas anders ticken. Nicht, weil die Lage für sie weniger gefährlich wäre, sondern weil sie weniger panisch reagieren.

    WELT AM SONNTAG: Fürchten Sie, dass die Zustimmung der Bevölkerung hierzulande zum Kurs der Europäer abnimmt und die Ukraine als Folge nur noch halbherzig unterstützt wird?
    Schlögel: Diese Gefahr ist ganz real. Der Stress, der in diesem Winter auf alle zukommt, ist ungeheuer groß: die Schwierigkeiten der Industrie, die Engpässe bei der Versorgung, die Preissteigerungen – das sind schwere Belastungen. Je länger sie andauern, desto lauter werden die Stimmen sein, die fragen, ob sich das Opfer für die Ukraine lohnt.
    Andere Gesellschaften scheinen mir resilienter zu sein. Sie haben gelernt, schwierige Zeiten durchzustehen. Die deutsche Nachkriegsgesellschaft, der Westen mehr als der Osten, ist friedens- und wohlstandsverwöhnt. Einen Stresstest wie den, der jetzt ansteht, hat sie noch nie durchmachen müssen. Ich fürchte, dass es zu schweren Verwerfungen und Auseinandersetzungen kommen wird, und es ganz offen ist, wie sie ausgehen werden.
    WELT AM SONNTAG: Sie sagten in unserem letzten Gespräch, alle erdenklichen Maßnahmen zur Abschreckung Moskaus müssten ergriffen werden. Die Nato hat nun zahlreiche Abschreckungsmaßnahmen ergriffen. Reichen Sie?
    Schlögel: Gegen ein Russland, das den Abschied vom Imperium nicht anders als durch Zerstörung und Krieg bewältigt, hilft nur eine entschiedene Politik des Containment. Alle Staaten, die von Subversion, Aggression und Invasion bedroht sind, müssen sich schützen mit sämtlichen erdenklichen Abwehrmitteln.
    Wenn selbst Länder, deren außenpolitische Kultur und Tradition auf Distanz und Neutralität ausgerichtet waren wie Schweden und Finnland, nun den Schutz des Nato-Kollektivbündnisses suchen, dann besagt das sehr viel.


    WELT AM SONNTAG: Viele russische Männer, denen die Einberufung droht, verlassen das Land. Welche Auswirkungen haben die Bilder von den kilometerlangen Autoschlangen auf die russische Bevölkerung?
    Schlögel: Bis vor Kurzem galt die Interpretation, dass Russland homogen, in sich ruhend, apathisch und nicht eigentlich betroffen ist. Die Bilder zeigen, dass es plötzlich eine Absetz- und nicht unriskante Fluchtbewegung gibt. Die fliehenden Männer stehen nicht für sich allein. Hinter ihnen stehen Familien mit Abertausenden von Menschen, die in die Gesellschaft hineinreichen.
    Es sind nicht nur diese Bilder, es sind Telefonate, die täglich nach Russland geführt werden. Daraus entsteht die Erfahrung, unmittelbar betroffen zu sein. Lange war der Krieg für viele Russen etwas Abstraktes. Nun ist er für sie nah und ernst geworden.
    WELT AM SONNTAG: Was macht das mit der Bevölkerung?
    Schlögel: Wir stehen nicht vor so etwas wie einem Aufstand, aber wir erleben den Beginn einer Erosion. Das ist eine sehr bedeutende Entwicklung und hat auch geschichtliche Vorläufer. Man denke nur an die Mobilisierung zum russisch-japanischen Krieg 1904. Damals wurden über Nacht Zehntausende von ahnungslosen Bauern zusammengetrieben und an die Front gezwungen. Oder man denke an die Offensiven am Ende des Ersten Weltkriegs, als viele eilig eingezogene Soldaten desertierten und auf die Seite der Revolution hinüberwechselten.
    Dieser Widerstand von Gruppen auch aus entlegenen nichtrussischen Teilen der Gesellschaft stellt Putins imperiale Idee von „Russki Mir“, also der russischen Welt, infrage. Es wird nun sichtbar, dass der Gedanke, das Russische mit dem Vielvölker-Imperium Russland gleichzusetzen, nicht funktionieren wird.


    WELT AM SONNTAG: Was meinen Sie genau?
    Schlögel: Russland ist bis heute ein Vielvölkerstaat mit großen demografischen Problemen. Die Deportation von Millionen Ukrainern aus den besetzten ukrainischen Gebieten ist auch Bevölkerungspolitik. Das ist in der Sprache des Dritten Reiches eine „Umvolkung“. Im Russischen heißt das „De-Ukrainisierung“. Sie hat die Aufbesserung der katastrophalen demografischen Bilanz Russlands zum Ziel.
    Die Folgen der Zwangsmobilisierung sind außerordentlich, weil sie die Vorstellung eines homogenen, lenkbaren, kontrollierten und kontrollierbaren Raumes, den man mit einem zentralen Propagandaapparat und mit den Sicherheitsbehörden beherrscht, unterminiert. Furchtbar sind auch die demografischen Folgen von millionenfacher Emigration in den letzten Jahren und der jetzigen Flucht von Hunderttausenden von Männern. Putin war nie die Figur der Stabilisierung. Er hat die Öffentlichkeit und den öffentlichen Diskurs unterdrückt und letztlich damit selbst die Destabilisierung herbeigeführt.
    WELT AM SONNTAG: Sehen Sie die Chance, dass sich die russische Zivilgesellschaft durch diesen Krieg über kurz oder lang durchsetzt?
    Schlögel: Bei der Zivilgesellschaft handelt es sich um eine dünne Schicht hauptsächlich in den großen Städten, die Anschluss an die globale Welt hat. Das Problem ist, ob es gelingt, eine Brücke zu schlagen zwischen diesen Inseln einer aktiven und modernen Gesellschaft und dem weiten Land draußen. Es hat immer wieder Streiks und Unruhen an verschiedenen Orten gegeben. Aber es kam nie zu einer Vernetzung von disparaten Protesten und Willensbekundungen.
    Die Frage ist, wie sich aus diesen punktuellen und spontanen Bewegungen ein gemeinsamer Nenner formieren und ein öffentlicher Raum entstehen kann. Das Verhängnisvolle des Putin-Regimes ist, dass es diesen Raum, in dem die Probleme der Gesellschaft verhandelt und gelöst werden können, zerstört hat.
    WELT AM SONNTAG: Der Westen hat nie wirklich an diese Gruppen geglaubt.
    Schlögel: Schon in den 70er-Jahren hörte man im Westen immer, in der Sowjetunion gäbe es eine Intelligenzija, die in Moskau und Leningrad zusammensitzt und Helsinki-Gruppen gründet. Die sei zwar ehrenwert, aber bedeute gar nichts. Falsch! Diese prozentual marginale und belanglose Gruppe hat in den 80er-Jahren den Ton zu Glasnost und Perestroika gefunden und zum Ende des sowjetischen Imperiums geführt. Man sollte diese kleinen, subkutanen Bewegungen nicht unterschätzen.
    Der Westen unterschätzt sie aber bis heute. Hier heißt es oft, die Russen seien apathisch und politisch desinteressiert. Sie bräuchten eine starke Hand, einen Zaren. Es gibt auch ein anderes Russland, das sich zu Wort meldet und dafür einiges riskiert. Und dieses andere Russland, das sich nun in der Absetzbewegung, in der Emigration und des Exils zeigt, ist ein Indiz dafür ist, dass das Land nicht alles mit sich machen lässt und vielleicht einen Weg aus der Falle findet, in die es sich von Putin hat führen lassen.


    WELT AM SONNTAG: Wie schätzen Sie die Machtverhältnisse im Kreml ein? Gibt es überhaupt eine andere Möglichkeit für Putin, als diesen Krieg zu gewinnen, weil die Niederlage sein politisches, vielleicht auch sein physisches Ende bedeuten würde?
    Schlögel: Wir können nicht in den inneren Machtzirkel des Kremls schauen. Wir wissen nicht, wie die Generalität reagiert. Sie weiß wahrscheinlich besser als Putin, wie kaputt ihre Truppe trotz der Atomwaffen ist. Wir wissen nicht genau, wie es um die Ökonomie bestellt ist und wie der moralische Zustand der Armee ausschaut.
    Aber aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte habe ich gelernt, dass große Dinge immer überraschend auf uns zukamen: der Mauerfall, der 11. September, der Blitzkrieg, mit dem Putin die Krim besetzte. Alles ereignete sich sozusagen hinterrücks. Ich mache mich eher darauf gefasst, dass etwas von der Seite her in Bewegung kommt und dass das große Spiel, das Putin meint, spielen zu können, irgendwann plötzlich nicht mehr funktioniert. Gegenwärtig weiß ich nur eines: Die Ukraine wird nicht in die Knie gehen.


    WELT AM SONNTAG: In unserem letzten Gespräch haben wir ausführlich über die Fehler in der deutschen Russland-Politik gesprochen. Haben Sie das Gefühl, dass diese Fehler genügend aufgearbeitet wurden?
    Schlögel: Ich nehme eine merkwürdige Leichtigkeit und Leichtfertigkeit wahr, mit der die Fehleinschätzungen eingestanden werden. Viele Leute in Verantwortung sagen jetzt: „Wir alle haben uns getäuscht.“ Wir? Man tut so, als wären eigentlich alle in gleicher Weise bestimmten Illusionen aufgesessen. Noch immer drückt man sich vor der Frage, wie es zu den Fehleinschätzungen gekommen ist und in welcher Denkwelt man sich bewegte.
    Werden diese Fragen tief und gründlich beantwortet, dann könnte es möglich sein, dass die Geschichte der Nachkriegszeit, der Auflösung der Blöcke und des Endes der zweigeteilten Welt neugeschrieben werden muss. Das wird ein hochinteressantes Unterfangen werden, aber ich werde es zu meinen Lebenszeiten wahrscheinlich nicht mehr erleben.


    WELT AM SONNTAG: Bleiben bei aller Korrekturen nicht der alte Grundsatz der ersten brandtschen Ostpolitik bestehen: Der Schlüssel für den Frieden in Europa liegt in Moskau?
    Schlögel: Diese Formulierung hatte immer den Beigeschmack, über den Kopf der Osteuropäer hinweg mit der Sowjetunion zu verhandeln. Es ist eine Selbstüberschätzung und auch eine Anmaßung, zu glauben, wir könnten von außen den Prozess der Selbstdemontage und der Selbstfindung des ehemaligen russischen Imperiums lenken. Das ist Sache dieser Gesellschaften oder der Völker in diesem Raum.
    Wir können nichts anderes tun, als auf alles gefasst zu sein. Und deswegen würde ich sagen, der Schlüssel für die Sicherung des Friedens in Europa liegt in der Bereitschaft der Europäer, geschlossen und standhaft zu sein – und nicht das preiszugeben, was man nach zwei großen Kriegen erreicht hat.
    Kürzlich erschien Karl Schlögels jüngstes Buch „Entscheidung in Kiew“, eine Studie zum Überfall Russlands auf die Ukraine.















  18. #518
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    Wie dumm kann man nur sein und wie wenig den Westen einschätzen!
    Für hunderte Millionen sinnlos Raketen aus Städte abfeuern von denen man nicht viele hat, zivile Opfer produzieren und die natürliche Reaktion des Westens bei diesem Terror herausfordern der jetzt eine Luftabwehrsystem nach dem anderen liefert.
    Da fliegt nicht ein Hubschrauber oder russisches Kampfflugzeug mehr ungestraft 1 km in die Ukraine rein.

    Liebe Russen, knöpft Euch diese lächerliche Hitler 2.0 Karikatur und seine bestochenen Goebbels vor und lasst uns wieder friedlich zusammen leben und gute Geschäfte miteinander machen. Ihr seid noch jung sind habt es nicht verdient von solchen ewig gestrigen alten Säcke verheizt zu werden.
    Wenn Eure alten Putin Verehrer meinen der kleine durchgeknallte ist der richtige, können sie noch paar Tage an die Front bevor sie GPS genau zerstäubt werden.
    Geändert von jellyman71 (14.10.2022 um 08:50 Uhr)

  19. #519
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  20. #520
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  21. #521
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    Sind so Soldaten - Menschen zu motivieren das der Gegner Schwule aus Ihnen machen und Gay Paraden abhalten möchte ?!
    Nach der „Motivations Rede“ Erstaunen mich die Putin Nazis immer mehr…

    https://fb.watch/gaPLuQrbYV/

    Dietaaa schau Dir noch ein bisschen Russen Propaganda Shows an und gib Dein Botox Hirn gesülze dazu ab.
    Geändert von jellyman71 (16.10.2022 um 01:24 Uhr)

  22. #522
    Mitglied Avatar von falkbingo
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    Man hört gar nichts mehr von dem großen Putin-Deuter und Kriegsverlaufsachverständigen. (jellyman71) Sollte er auch begriffen haben, daß die Ukraine keine Chance hat? Wenn dort nicht bald verhandelt wird, bleibt nur noch ein zertrümmertes Land zurück, mit unzähligen Toten.

  23. #523
    Mitglied Avatar von Froschgrün
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    Zitat Zitat von falkbingo Beitrag anzeigen
    Sollte er auch begriffen haben, daß die Ukraine keine Chance hat?
    Na selbstverständlich hat die Ukraine eine Chance. Die Menschen dort verteidigen ihr Land und
    das ist ein gewaltiger Unterschied zu rekrutierten Russen die sich nicht erschießen lassen wollen.
    Ausserdem, die russische Wirtschaft geht immer weiter den Bach runter.
    Putin bekommt keinerlei Unterstützung von China!!!

    Zitat Zitat von falkbingo Beitrag anzeigen
    Wenn dort nicht bald verhandelt wird, bleibt nur noch ein zertrümmertes Land zurück, mit unzähligen Toten.
    Du willst es nicht begreifen ... es wurde mit Putin doch schon vorher verhandelt. Es hat nichts gebracht!
    Als er sich die Krim gekrallt hatte, wurde er nicht gestoppt und hat dann einfach weiter gemacht.
    Putin und seine Gefolgsleute müssen gestoppt werden und das geht leider nur mit Gewalt.
    Gewalt und Terror ist das einzige was Putin kennt und als Mittel einsetzt. Diplomaten sind für ihn lächerliche Figuren.

    Einem Gangster der in deine Wohnung eindringt und dir die Fresse blutig haut kannst du nicht hinterher
    sagen "Okay, gut, lass uns verhandeln, darfst meine halbe Wohnung behalten und die halbe Rente, aber
    hau mich bitte, bitte nicht mehr." Das ist schlichtweg lächerlich.

  24. #524
    Mitglied Avatar von falkbingo
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    Stimmt.

  25. #525
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Ist aber dennoch was nicht wenige von der Ukraine fordern.

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