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Thema: Cixin Liu

  1. #1
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Cixin Liu

    Die wandernde Erde

    Den ersten Teil von Splitters Cixin-Liu-Reihe, "Die wandernde Erde" hab ich mir am letzten Wochenende einverleibt.
    Kurz zu Story: Die Sonne droht innerhalb absehbarer Zeit zum Roten Riesen zu werden, weshalb die Menschheit einen kühnen Plan erdenkt: Man zieht einfach mit der kompletten Erde ins Nachbarsonnensystem. Das dauert natürlich ein bisschen. 200 Generationen, um genau zu sein.

    So weit, so scheinbar absurd. Aber wer schon mal was von Cixin Liu gelesen hat, der weiß, dass dieser selbst die unglaublichsten Ideen mit feinster Science Fiction zu lösen versteht. Diese SF ist keine, in der es dann spektakuläre Schlachten mit Monster-Aliens zu bestehen gilt. Stattdessen wird Augenmerk auf die Physik gelegt; es wird erklärt, mit welchen technischen Mitteln die Reise gelingen kann, und es wird - ein zentraler Teil in den Geschichten Lius - ein Hauptaugenmerk auf die philosophische Komponente gelegt: Was macht das Problem mit den Menschen? Wie reagieren diese? Wie entwickeln sich Gesellschaften in Anbetracht der ultimativen Vernichtungsgefahr?

    Natürlich kann man wunderschön die Parallelen zur heutigen Gesellschaft und ihren Problemen ziehen. Muss man aber gar nicht.
    Ich habe die Trisolaris-Trilogie gelesen, weil sie in "Druckfrisch" mal empfohlen wurde. Dorthin hat sie es geschafft, weil sich Obama und Zuckerberg als Leser outeten und so den Liu-Hype kräftig befeuerten. Bei Trisolaris wurde ich nicht enttäuscht, und jetzt, bei der "wandernden Erde" auch nicht. Ein sehr, sehr typischer Liu.

    Zeichnerisch war ich auch sehr angetan. Nichts Spektakuläres, aber ich mit meiner Prosopagnosie hab hier sogar bei den vielen Chinesen Unterschiede erkannt. Etwas, das mir im wahren Leben selten gelingt.

    Einen kleinen Kritikpunkt, der vielleicht aber auch gar keiner ist: Ich bin aus der Erzählperspektive nicht ganz schlau geworden. Das kann aber durchaus gewollt sein. Ich habe mit der Lektüre der Kurzgeschichte extra auf den Comic gewartet, werde dies aber nun nachholen. Vielleicht komme ich dann dahinter.
    Geändert von CHOUETTE (01.06.2021 um 14:18 Uhr)

  2. #2
    Mitglied Avatar von Spiro Agnew
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    Tolles Album, das habe ich mir auch gegönnt.

  3. #3
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Ach, das Beste hab ich ganz vergessen: tolle Aufmachung! Mit zwei extra großen, aufklappbaren Panorama-Seiten, einmal von den Erde-Antrieben und einmal von New York ein paar Grad unter Null.
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  4. #4
    Mitglied Avatar von Zardoz
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    Hört sich interessant an, @CHOUETTE. Der Comic stand zunächst auch auf meiner Liste. Nachdem ich die bei Splitter eingestellten Seiten angeschaut und später im Buchladen den Comic durchgeblättert habe, ist aber meine Vorfreude rasch verflogen. Ich mag eigentlich den Stil von Raffaele. Olympus Mons oder Spider. Seine Bilder passen ausgezeichnet zu den jeweiligen Geschichten. Das gilt auch für Deepwater Prison. Deswegen war ich überrascht, dass das Artwork bei der wandernden Erde so gar nicht mein Geschmack traf. Die Zeichnungen wirken zum Teil so, als ob er in aller Eile den Comic fertiggestellt hat. Gerade die Darstellungen der Fahrzeuge, Flugzeuge oder Gebäude lassen nicht nur Details vermissen, sondern bestehen manchmal nur aus wenigen Strichen, erinnern mich eher an Kinderzeichnungen. Gesichter, gerade in der Halbtotalen, sind nur angedeutet. Mag sein, dass ich zu kritisch hin. Ich halte Raffaele für einen großen Künstler. Im Zweifel wird er sich etwas dabei gedacht haben. Gefallen hat es mir trotzdem nicht.

    Vielleicht habe ich aber auch nur einen Grund gesucht, die "Serie" - ich weiß, dass es sich um jeweils abgeschlossene Bände handelt - auszulassen, um die monatlichen Durchschnittskosten zu senken. Jedenfalls reichen mir hier Deine schönen Beschreibungen.
    Geändert von Zardoz (01.06.2021 um 23:22 Uhr)

  5. #5
    Mitglied Avatar von Comic_Republic
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    Oh shit! Eigentlich hatte ich mir Cixin Liu nicht genauer anschauen wollen, aber ich tat es trotzdem... Die vier Titel auf der Splitterseite hören sich echt sehr gut und interessant an. Artwork ist aber leider nur solala (aus meiner Sicht). Soll ich? Entscheide ich Samstag im Comicladen!
    VERKAUFE COMICS
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  6. #6
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Ich denke, die "wandernde Erde" ist, wie ich schon schrieb, ein Paradebeispiel für Cixin Liu. Die anderen schon angekündigten Geschichten kenne ich aber selber noch nicht. Wer sich unschlüssig ist, ob das was für ihn ist oder nicht, der kann das nach Lektüre von diesem ersten Band sehr sicher feststellen.
    Wie ich gelesen habe, wird die Trisolaris-Trilogie demnächst als Serie verfilmt. Es sollen wohl mehrere vom Autorenteam von Game of Thrones beteiligt sein. Wer auch immer, ich hab keine Ahnung. Vielleicht wartet ihr auch einfach so lange, bis die Serie kommt. Entweder seid ihr dann von Cixin Liu infiziert, dann werdet ihr euch mit Sicherheit auch "Die wandernde Erde" gönnen, oder es ist nix für euch. Dann ist das natürlich auch okay.
    Geändert von CHOUETTE (02.06.2021 um 09:34 Uhr)
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  7. #7
    Mitglied Avatar von FOX
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    Habe ihn auch gelesen, fand die Story sehr beängstigend und werde den Band wohl wieder abgeben....
    Ergo: Lesen ja, Sammeln eher nicht.
    "Was alles Kunst ist!" W.W. Möhring als Kommissar Falke im Tatort

  8. #8
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    „Yuanyuans Blasen“ kommt etwas weniger bedrohlich daher. Hauptaugenmerk liegt diesmal nicht auf der gesellschaftlichen Komponente, sondern es geht diesmal auch vordergründig um eine typische Cixin-Liu-Idee, wie man globale Probleme technisch lösen kann. Garniert von einer Vater-Tochter-Story, die aber nur die Staffage bildet.
    Wieder gibt‘s eine ausklappbare Panorama-Seite zu bestaunen. Hat mir gut gefallen, wenngleich die Kost ein ganzes Stückchen leichter war als bei der wandernden Erde.
    Wer Action und Spannung braucht, dürfte enttäuscht werden. Wer seine Freude an einer interessanten, wissenschaftlichen Spinnerei finden kann, der hat hier bestimmt, wie ich, sein Vergnügen bei der Lektüre.

  9. #9
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Im Pressestimmen-Thread ist eine, wie ich finde, schöne Rezi vom Tagesspiegel verlinkt.
    Diese Passage:
    „Die wandernde Erde“ ist eine wahrhaft schwindelerregende Zukunftsvision, die trotz ihrer auf den ersten Blick reißerischen Story auch psychologisch ans Eingemachte geht und einen nach dem Lesen noch lange beschäftigen kann – womit sie in der besten Tradition klassischer Science Fiction steht.

    trifft es meines Erachtens sehr gut. Bemerkenswert finde ich, dass in der Besprechung das Artwork gefeiert wird, das ja einige hier sehr skeptisch gesehen haben.
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  10. #10
    Mitglied Avatar von berlepsch
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    Die wandernde Erde

    Klassische Science Fiction mit einer äußerst interessanten Idee. Die Menschheit versucht wegen der bald explodierenden Sonne unser Sternensystem zu verlassen und zum nächst gelegenen zu fliegen - mit der Erde als Riesenraumschiff. Das Szenario fand' ich sehr reizvoll.
    An der technischen Realisierung des ganzen Vorhabens wird eigentlich kein Zweifel gelassen - das funktioniert hier einfach. Die Probleme liegen daher auf der menschlichen Seite.
    Das ganze wird recht gut erzählt, die technischen Herausforderungen anschaulich geschildert und man lernt auch ein paar Dinge dazu. Was nicht so recht klappt ist die Bindung zu den handelnden Figuren. Mir blieben diese recht distanziert und es war auch nicht tragisch, als es später zum Tode kommt. Die ursprüngliche Kurzgeschichte kommt ja aus Fernost, wo ja auch mehr das Kollektiv denn das Individuum in den Vordergrung gestellt wird. Evtl. also beabsichtigt?
    Die Zeichnungen sind nicht übel aber auch nichts besonderes - an den Details wurde ab und an gespart. Zwei große ausklappbare Splashpages entschädigen etwas.

    Mir hat es sehr gut gefallen und empfehle das Machwerk weiter. Das Szenario ist einfach so spannend, dass für mich die Kritikpunkte nicht wirklich zum Tragen kamen.

  11. #11
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Zitat Zitat von berlepsch Beitrag anzeigen
    Die ursprüngliche Kurzgeschichte kommt ja aus Fernost, wo ja auch mehr das Kollektiv denn das Individuum in den Vordergrung gestellt wird. Evtl. also beabsichtigt?
    Weiß nicht recht. Könnte natürlich sein. Dem entgegen steht aber eine ziemlich zentrale Aussage aus dem nächsten Band, "Yuanyuans Blasen". Die Moral von der Geschicht' ist dort, dass man auch ruhig mal Forschung um der Forschung willen betreiben kann, einfach aus Spaß und scheinbar nutzlos. Am Ende kann es doch für was gut sein.
    Das ist so gar nicht das, was man aus China erwartet.
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  12. #12
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    Hab als erstes Comic der Reihe jetzt Yuanyuanys Blasen gelesen.

    Hat mich aber nicht überzeugt, weder die Zeichnungen noch die Story fand ich gelungen.
    Schlichtweg unterer Durchschnitt.
    Die wandernde Erde wartet noch daheim, schau ma.

  13. #13
    Mitglied Avatar von Dennis Gröschke
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    Ich hab jetzt Meer der Träume gelesen, gibt es die Kurzgeschichte dazu auch in deutscher Sprache oder ist es eine, die noch nicht übersetzt wurde?

  14. #14
    Moderator Splitter Avatar von makeshi
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    Zitat Zitat von Dennis Gröschke Beitrag anzeigen
    Ich hab jetzt Meer der Träume gelesen, gibt es die Kurzgeschichte dazu auch in deutscher Sprache oder ist es eine, die noch nicht übersetzt wurde?

    Die gibt es nicht auf Deutsch bisher.

  15. #15
    Mitglied Avatar von Dennis Gröschke
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    Danke für die schnelle Antwort

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