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Ergebnis 1 bis 19 von 19
  1. #1
    Mitglied Avatar von Bartomb
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    Run away with me, Girl (Battan)


    Originaltitel: Kakeochi Girl

    Autor & Zeichner: Battan
    Verlag: Kodansha / Magazin: Hatsu Kiss
    Zielgruppe: Josei
    Genre: Drama/ Romance/ Slice of Life/ Yuri

    Deutscher Verlag: Hayabusa
    Bandanzahl: 4 (abgeschlossen), auf Deutsch in 2 Sammelbänden
    Format: Großformat, Softcover
    Preis: 12,00€
    Extra: Postkarte (nur 1. Auflage)
    Deutsche VÖ-Termine:
    Band 1: 23.03.2021
    Band 2: 01.06.2021
    Leseprobe: Klick mich

    Beschreibung (von Hayabusa):
    Maki und Midori waren in der Schulzeit unzertrennlich, schrieben sich Liebesbriefe und tauschten erste schüchterne Küsse aus. Doch zum Schulabschluss behauptete Midori, dass alles nur ein Spiel war und brach der über beide Ohren verliebten Maki das Herz. Zehn Jahre später laufen die beiden sich plötzlich wieder über den Weg. Midori ist kurz davor zu heiraten und erwartet ihr erstes Kind, doch glücklich ist sie nicht. Die beiden Frauen fühlen sich wieder zueinander hingezogen... Aber meint Midori es dieses Mal wirklich ernst oder will sie nur vor einer schwierigen Partnerschaft fliehen? Eine herzzerreißende Liebesgeschichte, die sich mit gesellschaftlichem Druck, Coming-Out im Erwachsenenalter und den großen Entscheidungen des Lebens auseinandersetzt.
    Cover Band 2-4:

    Hier stand einmal eine kleine Wunschliste mit Titeln, die gerne mal den Weg nach Deutschland antreten dürften.
    Doch bedingt durch Bandanzahl und/ oder Alter wird keine dieser Serien den Weg hierher schaffen. RIP ihr tollen Serien.

    Gegen Großformat, Hardcover, zu viele Neuauflagen und sonstigem Kram - Manga müssen bezahlbar bleiben!!!

    Mangaadaption einer Light Novel ohne Originalwerk zu lizenzieren ist dämlich hoch 3. Stoppt diesen Trend!!!

  2. #2
    Mitglied Avatar von Sushi-sama
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    Eigentlich lese ich kein GL/Yuri, aber der hier scheint besonders zu sein und hat irgendwie mein Interesse geweckt. Die Inhaltsangabe klingt für mich schon ganz cool. Ich werde den auf jeden Fall im Auge behalten. Könnte vielleicht was werden

  3. #3
    Mitglied Avatar von VampireNaomi
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    Die beste Lizenz von Hayabusa. Die Zeichnungen sind traumhaft und auch die Story klingt interessant. Mit 4 Bänden hat die Reihe hoffentlich genug Tiefe.
    Meine Mangawünsche: Kaze to Ki no Uta, Tokyo Lastochika, Miriam, Hensoukyoku, Akage no Anne, Alpenrose, Soredemo Sekai wa Utsukushii, Aozora Yell, Lupin III, Shoukoku no Altair, Hinoko, Natsuyuki Rendezvous, Haikara-san ga Tooru, Madame Petit, alles von Natsume Ono

  4. #4
    Mitglied Avatar von LittleChi
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    Für mich ist es auch das Highlight es Programms. Was ich vom Zeichenstil gesehen habe gefällt mir sehr gut und die Story klingt anders und viel versprechend. Dazu sind es nur 2 Bände. Ich freu mich drauf.
    Geändert von LittleChi (01.01.2021 um 00:38 Uhr)
    Schaut doch mal bei meinem Verkaufs-Thread vorbei.

  5. #5
    Mitglied Avatar von Desty
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    Der Titel bekommt die Silbermedaillie des Programms .

    Von GL kanns nicht genug geben ^^
    Mehr Liebe für Tsuyu Asui

  6. #6
    Mitglied Avatar von Eraclea
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    Der erste Band hat mir leider nur mäßig gefallen...

    ...was vor allem daran liegt, dass mich Midori mit ihrer unsensiblen und irgendwie eigennützigen Art unfassbar aufgeregt hat. Ich konnte überhaupt nicht verstehen, was Maki an ihr findet und warum sie auch zehn Jahre später immer noch nicht von ihr loskommt. Midoris Situation mit dem Ekel-Freund hat dadurch keinerlei Mitgefühl in mir ausgelöst. Vielmehr dachte ich die ganze Zeit: "Die Scheiße hast du dir selbst eingebrockt, Mädchen, also bade sie gefälligst aus."

    Dass ich Midori hochgradig unsympathisch und dumm finde, hat dann irgendwie auch dazu geführt, dass Maki mir immer weniger gefiel, weil sie jedes verdammte Mal so schwach ist, sofort einzuknicken, wenn Midori angedackelt kommt und ihren Glitzer versprüht. Von Liebe ist da für mich echt nichts zu spüren und Makis Vernarrtheit kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

    Den zweiten Band lese ich wahrscheinlich noch, aber wenn der das Ruder nicht komplett herumreißt, werde ich die Serie anschließend nicht lange behalten.

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  7. #7
    Moderator Anime- und Mangaforum Avatar von Alita
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    Ich hatte es so verstanden, dass Midori in dem klassischen Beziehungsmuster Mann Frau Kind gefangen ist. Das Kind und damit die Hochzeit, war ja nicht geplant. So steht sie unter einer Art Schock.


  8. #8
    Mitglied Avatar von Eraclea
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    Geschockt wirkt Midori nicht auf mich (zumindest nicht am Anfang), sondern eher glücklich und als ginge ihr Traum in Erfüllung.

    Ansonsten interpretiere ich es ähnlich, aber das ändert ja nichts an ihrer Art und ihrem Charakter. Wenn sie so scharf auf klassische Beziehungen ist, warum war sie dann als Highschool-Schülerin überhaupt mit Maki zusammen? Damit fängt mein Ärger schon an. Und kam ihr nie der Gedanke, dass sie Maki womöglich verletzt, wenn sie ohne jede Gefühlsregung einfach alles beendet? Dazu noch das ständige Hin und Her nach ihrer "schicksalhaften" Wiederbegegnung: Erst einen auf alte Zeiten machen, dann Maki wegstoßen, dann wieder anbiedern. Das Verhalten dieser Frau ist dermaßen ich-bezogen, dass es mir wirklich zuwider ist.

    Genau mit dieser Art, nämlich weil sie unbedingt blind ihrem persönlichen Ideal nachjagen muss, hat sie sich letztlich in ihre aktuelle Lage manövriert, und in meinen Augen auch alles verdient, was ihr passiert. Sorry, aber ich verspüre wirklich keinen Funken Mitleid. Wenn die Frau in echt vor mir stehen würde, hätte ich ihr wahrscheinlich noch zusätzlich eine gescheuert, damit die Synapsen mal an die richtige Stelle rücken...

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  9. #9
    Junior Mitglied Avatar von zanagi
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    Sie jagt nicht ihrem persönlichen Ideal nach. Die Gesellschaft hat ihr eingetrichtert, dass eine Frau einen Mann und Familie haben muss, so wie Makis Mutter das bei ihr versucht. Also hat sie sich eingeredet, dass ihre Beziehung zu Maki nur ein Kleiner-Mädchen-Traum war, aus dem sie irgendwann aufwachen und erwachsen werden muss. Es hat nun mal nicht jeder die Kraft, sich gegen gesellschaftliche Konventionen zu stellen. Der Druck zu heiraten ist in Japan sehr viel größer als in Deutschland. Man wird als Frau sozusagen erst als Ehefrau als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft anerkannt. Single-Mütter haben es unglaublich schwer allein für ihre Kinder zu sorgen, weil sie nur an schlecht bezahlte Aushilfsjobs kommen und Karrierepositionen für Frauen sind ohnehin Mangelware. Das heißt, wenn eine Frau ungewollt schwanger wird, wird geheiratet, auch wenn sie dem Kerl andernfalls den Laufpass gegeben hätte. Ein Leben abseits der Norm steht für die Mehrzahl einfach nicht zur Debatte und bringt einen Haufen Nachteile. Und ich sage das, obwohl Midori mich persönlich auch genervt hat, aber man kann sie halt auch nicht losgelöst von ihrem kulturellen Hintergrund betrachten. Sie versucht einfach nur mit aller Kraft reinzupassen, weil sie Angst davor hat, am Ende allein dazustehen. Also belügt sie sich selbst.

    Geändert von zanagi (26.03.2021 um 07:26 Uhr)

  10. #10
    Moderator Anime- und Mangaforum Avatar von Alita
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    @zanagi Das wollte ich sagen. Danke, dass du besser mit Worten umgehen kannst als ich

  11. #11
    Mitglied Avatar von mojo-chan
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    @zanagi: genau, das würde ich auch so sagen.
    Mir hat der Band sehr gut gefallen und mir hat Midori als Charakter auch zugesagt, weil ihre Verhaltensweisen nachvollziehbar waren.

    Ein Mädchen, das keine richtige Zuwendung ihrer Mutter hatte und sich immer nach einer Familie sehnt. Die sich von ihrem Freund wie Dreck behandeln lässt, weil sie einfach nur Angst hat, alleine zu sein.
    Zu sagen, sie hätte sich das alles „selbst eingebrockt“ finde ich eine sehr problematische Aussage. Demnach hätten auch Opfer von häuslicher Gewalt im wahren Leben sich das ja alles selbst zu verschulden und müssten halt es nun ausbaden, richtig?
    Ich fand den Manga sehr einfühlsam erzählt und eben gerade sehr gelungen, dass man als Leser erst diesen Außenblick auf midori hat: was ist das denn für eine??, um dann seine Meinung revidieren zu können, wo man einen richtigen Einblick in ihre Vergangenheit und Gefühlswelt bekommt.
    Schöner ambivalenter Charakter und ich freue mich auf Band 2


  12. #12
    Mitglied Avatar von Eraclea
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    Ich bin durchaus für vielschichtige Charaktere zu haben, aber in Midori sehe ich persönlich keine Ambivalenz. Vielmehr finde ich sie absolut eindimensional in ihrer Ich-Bezogenheit. Auf mich macht es nicht den Anschein, dass sie sich in ihrem Leben jemals Gedanken um jemand anderen als sich selbst gemacht hätte. Vielleicht ist sie sich dessen nicht einmal bewusst, aber ihr Verhalten gegenüber Maki würde ich fast als Herumschubsen bezeichnen. Deswegen bleibe ich auch bei meiner Aussage, dass ich kein Mitgefühl verspüre, wenn Midori ihrerseits von ihrem Freund herumgeschubst wird. Das kommt mir eher wie ausgleichende Gerechtigkeit vor.

    Was zanagi zu gesellschaftlichen Konventionen schreibt, leuchtet mir absolut ein. Allerdings ziehen wir unser Wissen zu der Problematik aus der langjährigen Beschäftigung mit dem Land Japan. Im Manga selbst wird die Stellung der japanischen Frau m.E. nicht wirklich thematisiert, mit viel Wohlwollen höchstens ganz subtil angeschnitten. Insofern sollte man vorsichtig damit sein, Midoris Verhalten automatisch in den gesellschaftlichen Kontext zu setzen, nur weil wir ein japanisches Werk vor uns haben. Die Autorin macht anhand des Textes und der Bilder nicht mit Gewissheit deutlich, ob der Zusammenhang so beabsichtigt war. Möglicherweise ja, aber dann finde ich es ehrlicherweise schlecht ausgearbeitet, weil zu viel der eigenen Deutung überlassen wird. Dass (wie zanagi sagt) die Beziehung zu Maki ein Klein-Mädchen-Traum war, aus dem Midori irgendwann aufwachen musste, wird z.B. auch niemals in der Form erwähnt und fällt schlichtweg unter subjektive Interpretation.

    Genauso ist auch meine Meinung zu ihrem Charakter rein subjektiv. Ich persönlich würde eine solche Person nicht in meinem Leben haben wollen, aber ich freue mich, dass andere Leser offenbar trotz allem mit ihr sympathisieren und dem Manga etwas abgewinnen können.

    Mir zu unterstellen, dass ich die Schmerzen von Opfern häuslicher Gewalt kleinreden würde, finde ich allerdings wiederum schwierig. Jeder Mensch hat seinen individuellen Charakter, ihm ureigene Verhaltensweisen und ggf. einen Partner, der ebenfalls aus mannigfaltigen Beweggründen handelt, sodass jeder Fall für sich betrachtet und in einem gänzlich anderen Kontext gesehen werden sollte. Man kann nicht alle Geschichten über einen Kamm scheren und ich persönlich würde mir auch nie ein Urteil über betroffene Menschen erlauben, ohne alle Hintergründe zu kennen. Ich bezog mich ausschließlich auf die fiktive Figur Midori, die (es mag hart klingen, aber auch dabei bleibe ich) durch ihre selbstzentrierte Art einen großen Teil dazu beigetragen hat, das Übel selbst heraufzubeschwören.

    Geändert von Eraclea (18.04.2021 um 13:18 Uhr)
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  13. #13
    Mitglied Avatar von mojo-chan
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    Den Druck, heiraten und Kinder zu kriegen, verspüren Leute auf der ganzen Welt. Ich denke man kann deswegen auch sagen, dass dieser gesellschaftliche Druck Midori auch beeinflusst hat, denn er begegnet fast allen Menschen. Ich vermute mal, wenn Midori eine gleichgeschlechtliche Beziehung als erstrebenswert gesehen hätte, so hätten sich die beiden nie getrennt.
    Midori hat durchaus egoistisch, ohne es zu merken. Das stimmt. Das wird allerdings mit ihrer Hintergrundgeschichte plausibel in einen Kontext gesetzt. Ob man sie nun persönlich mag oder nicht- das ist jedem selbst überlassen.
    Ob man deswegen sagen kann, es sei ausgleichende Gerechtigkeit von dem Freund geschlagen und psychisch misshandelt zu werden, weil man unsensibel mit jemandem Schluss gemacht hat, da hört es bei mir mit dem subjektiven Befinden allerdings auf.
    Natürlich handelt es sich hier “nur” um eine fiktive Figur, aber sie ist vom Setting und den Figuren in unserer Realität verankert.


  14. #14
    Mitglied Avatar von Eraclea
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    Wie gesagt, der gesellschaftliche Druck, der angeblich auf Midori lastet, wird im Manga an keiner Stelle thematisiert, sodass man als Leser nur darüber mutmaßen kann, ob das wirklich die Ursache ihres Handelns ist. Vielleicht geht die Autorin in Band 2 noch näher darauf ein. Wünschenswert wäre es, um dem Ganzen mehr Sinn und Tiefe zu verleihen.

    Ich verurteile Midori keineswegs nur wegen des unsensiblen Schlussstrichs, sondern auch aufgrund ihres anschließenden Verhaltens gegenüber Maki. Erst kommt sie nach Jahren an und macht einen auf beste Freundin, dann stößt sie Maki abrupt von sich, nur um ein paar Tage später wieder angekrochen zu kommen und sich anzubiedern. Sie macht die ganze Zeit nur, was ihr selbst in den Kram passt und was ihr angeknackstes Ich gerade braucht, um sich besser zu fühlen, denkt dabei aber keine Sekunde darüber nach, was Maki bei dem ständigen Hin und Her empfindet. Und nichts anderes macht Midoris Freund, der ebenfalls in seiner eigenen Psyche gefangen ist und sich keine Gedanken um sein Umfeld macht.

    Der Schlag war schon heftig und sollte eigentlich Mitgefühl erregen. Hat er bei mir aber nun mal nicht, was einiges über mein Verhältnis zur Figur Midori aussagt. Dazu habe ich mich ja mittlerweile zu Genüge geäußert. Sie wird mir auch nicht sympathischer, wenn ich es ständig wiederhole.

    Ehrlicherweise frage ich mich auch, von welcher Hintergrundgeschichte hier die ganze Zeit die Rede ist. An welcher Stelle wird denn angesprochen oder gezeigt, dass Midori ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter hat? Ich kann mich nicht erinnern, das gelesen zu haben, oder mein Gehirn hat die Info schon wieder aussortiert...

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  15. #15
    Mitglied Avatar von mojo-chan
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    1) Der Druck, zu heiraten, wird explizit an drei Stellen im Manga erwähnt: 1. Wo Midori sagt, sie wolle nicht als alte Jungfer sterben, 2. wo Maki von Freunden/Kommilitonen darüber spricht, 3. wo sie von ihrer Mutter unter Druck gesetzt wird.

    2) Es ist egal, was Midori vorher gemacht hat oder wie doof sie sich verhalten hat: häusliche Gewalt ist keine ausgleichende Gerechtigkeit und das ist ein Grundsatz, bei dem ich bleibe.

    3) Die Beziehung von Midori und ihrer Mutter wird als schlecht und distanziert abgebildet, da Midori in einem Rückblick erzählt, dass ihre Eltern sich früh getrennt haben, sie immer alleine essen musste und ihre Mutter ihr nie ein Lunch-Paket gemacht hat. Welche Funktion sollte diese Szene sonst haben? Midori hat krankhafte Angst vor Einsamkeit. Diese krankhafte Angst und ihr minderes Selbstbewusstsein führen hingegen dazu, dass sie sich auf einen Typen einlässt, der gewalttätig ist.

    4) Ihr Charakter ist nicht eindimensional, denn ihre innere Zerrissenheit wird ganz klar dargestellt. Zudem wirkt es so, als würde der Manga zu einem character growth beim beiden führen. Ich denke, es läuft darauf hinaus, dass Midori sich von dem Typen lossagt und mehr Selbstbewusstsein erlangt. Und Maki wird sich vor ihrer Familie outen. Da kann ich mich natürlich aber auch irren.

    5) Ich denke, es ist menschlich, dass Menschen mit einem psychischen Knacks und starken Ängsten falsche Dinge tun und falsche Entscheidungen treffen. Ist doch viel spannender als wenn alle Charaktere geradlinig wären.
    Dass es dir nicht gefällt, ist ja in Ordnung. Aber die Interpretation von Midori ist im Text so zu belegen und absolut zulässig.


  16. #16
    Mitglied Avatar von Eraclea
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    Danke fürs Raussuchen der Belege. Da habe ich an einigen Stellen wohl nicht genau genug gelesen.
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  17. #17
    Junior Mitglied Avatar von zanagi
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    Zum Argument, dass das japanische Frauenbild hier nicht genügend beleuchtet wird, kann man vielleicht noch hinzufügen, dass das ja auch gar nicht nötig ist. Manga richten sich in erster Linie an japanische Leser*innen, die die thematisierten gesellschaftlichen Phänomene aus eigener Erfahrung kennen. Ich glaube nicht, dass Mangaka beim Zeichnen berücksichtigen, dass einem ausländischen Publikum solche grundlegenden Informationen später fehlen könnten, denn sie wissen zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht, dass ihr Manga mal übersetzt werden wird (zumindest weniger bekannte wie Battan nicht). Wir würden es sicher auch komisch finden, wenn in einer ursprünglich deutschen Story, die auch in Deutschland angesiedelt ist, noch mal ganz alltägliche Dinge wie das Schulsystem oder die Stellung der Frau erklärt würden. Unabhängig davon stimme ich mojo-chan aber zu, dass es im Band durchaus genügend Hinweise gab.

  18. #18
    Mitglied Avatar von Alacrity
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    Band 1:

    Erstmal die problematischste Meinung zunächst, also zu Midori: Ich bin da, auch mit den Ergänzungen, die hier erfolgt sind, ganz bei @Eraclea - wenn man den Druck ~der Gesellschaft~ als Handlunsgrund benutzen will, muss man ihn auch zeigen. Dass Midori nicht einsam sterben will, ist für mich keine Erklärung, warum sie sich in eine heterosexuelle Beziehung flüchtet. Vielmehr wird ihr Verhalten so nur noch unlogischer - denn mit Maki wäre das objektiv ebenfalls möglich. Sie will so schnell wie möglich eine Beziehung, die ebenfalls lange anhält. Und wenn man darstellen will, dass Midori denkt, mit einer homosexuellen Beziehung würde das nicht funktionieren, muss man zeigen, warum sie so denkt. Hat sie solche zerbrechenden Beziehungen gesehen? Hat sie das aus den Medien? Tatsächlich wird der gesellschaftliche Druck gezeigt - aber halt bei Maki, nicht bei Midori. Außerdem (und das erwähne ich ja immer wieder gerne) ist eine Erklärung keine Rechtfertigung. Ihr Verhalten ist mies - das kann erklärt werden, aber nicht gerechtfertigt. Und es stimmt, dass die Aktionen von psychisch angeschlagenen Menschen aus Laiensicht nicht immer Sinn ergeben, aber das liegt nicht an einer inhärenten Aufhebung des Kausalitätsprinzips, sondern dass die meisten Menschen diese Kausalität nicht erkennen können - und die Kraft der Fiktion ist es gerade, das zu können.

    Zum Punkt, dass der gesellschaftliche Einfluss und die Stellung der Frau nicht dargestellt werden muss, weil er im japanischen Milieu erwartet wird und das nicht erwartet werden muss: Genau das ist der Punkt, warum ich Serien wie Tokyo Girls feiere - weil sie diese Sachen eben doch darstellen - z.B. konnte ich dort besser nachvollziehen, warum sich eine Charakterin in eine Affäre mit einem verheirateten Mann begibt, trotz kultureller Barriere. Die Reihe war so gut gemacht, dass ich für die Charakterin gehofft habe, dass alles gut geht und nicht leugnen kann, in ihrer Situation die gleichen Entscheidungen getroffen hätte, obwohl rückblickend alle Alarmglocken schrillten - und hier kam das nicht so gut rüber. Ebenfalls erinnere ich gern an meinen Zweitlieblingsroman "The Tenant of Wildfell Hall", in dem eine sehr ähnliche Konstellation vorliegt - die Geschichte spielt im viktorianischen England, das noch repressiver war als das heutige Japan (Und es gab auch nicht die Möglichkeit der Lizenzierung in ein Land mit signifikant stärkerer Gleichberechtigung) und wenn eine solche Reihe es hinbekommt, diese Einflüsse und gesellschaftliche Dynamik gut darzustellen, warum nicht diese hier? Das Problem ist halt echt, dass mir bei Mangas, sobald sie versuchen, ein gehobeneres Thema anzuschneiden, stets ein Klassiker einfällt, der das zigmal besser und vielschichtiger hinbekommt. Das führt dann zu einer paradoxen Situation: Je geschliffener der Manga, desto stärker fällt die subjektive Qualitätwahrnehmung~.

    Jetzt kommt aber die 180°-Wendung: Gerade weil Midori für mich keine Sympathieträgerin ist, gefällt mir die Reihe ziemlich gut! Der Vergleich mit Wildfell Hall ist auch positiv gemeint - es fühlt sich fast wie eine Art Fanfiction mit Helen und Milicent als Paar aus dem Roman an - die Beziehung von Midori und Tonoike war auch sehr ähnlich zu der von Milient und Ralph Hattersley. Dieses Gespräch könnte, nach etwas mehr Selbstreflektion, also vielleicht in Band 2, von ihnen stammen:
    “A man must have something to grumble about; and if he can't complain that his wife harries him to death with her perversity and ill-humour, he must complain that she wears him out with her kindness and gentleness.” “But why complain at all, unless, because you are tired and dissatisfied?”
    “To excuse my own failings, to be sure. Do you think I'll bear all the burden of my sins on my own shoulders, as long as there's another ready to help me, with none of her own to carry?”

    Im Gegensatz zu Wildfell Hall finde ich es aber gut, dass Tonoikes Vergangenheit sowie die Gründe, die zu seiner Gewalttätigkeit führen (Erneut: Erklärung, nicht Rechtfertigung) - in dem Sinne funktioniert die Reihe sehr ähnlich wie "Love Whispers in the Rusted Night" mitsamt Folgebänden, insbesondere Azami. Wie geht es weiter? Nun, entweder schafft es Midori, sich zu ihrer Liebe zu Maki zu bekennen - oder es läuft wie in Wildfell Hall, aber was das bedeutet verrate ich mal nicht.

    Was sonst schlecht in meine Textwand reinpasst: Die Freundin von Maki ist auch eine gelungene Addition zur Geschichte! Damit bekommt man auch die Unterschiede in der Wahrnehmung der Generationen mit~.

    I Got Stuff Wrong Too, I Was Just Mostly Smart Enough Not to Tweet It
    Yair Rosenberg - 1.1.2021

  19. #19
    Mitglied Avatar von mojo-chan
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    Ich denke, mit der Rechtfertigung sind wir ganz bei dir. Es ging hier ja primär nicht um die Frage, ob Midori nun sympathisch ist oder nicht, sondern um die Aussage, ob sie deswegen Gewalt in ihrer Beziehung verdient hat.
    Und zu dem gesellschaftlichen Druck: ich stimme zu, dass man das besser machen kann! Allemal. Nur muss ich aber wirklich sagen, dass man eigentlich immer davon ausgehen kann, dass dieser Druck da ist. Besonders in Japan. Allein die Tatsache, dass Midori es nur als unernste Beziehung sieht und man im Erwachsenenalter sowas ja nicht mehr macht, zeigt für mich von einem heteronormativen Weltbild, indem nur hetero Beziehung ernsthafte Beziehungen sind. Das muss man deswegen noch nicht mal konkret sagen. Allerdings kann man es natürlich genauer thematisieren. Wäre an der Stelle auch spannend gewesen- eventuell kommt dazu noch mehr in Band 2.
    Und zur Kausalität kann ich nur sagen, dass Fiktion das nicht immer tut- das macht es doch so aufregend aber mit der Diskussion würden wir abschweifen.

    Freut mich aber, dass der Band dir gefällt! Auch in Bezug auf ihren Verlobten (das fand ich auch ganz gut gemacht).

    Geändert von mojo-chan (01.05.2021 um 22:18 Uhr)

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