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  2. #177
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    Nach der etwas speziellen Homer-Variante bin ich für meinen nächsten Mehrteiler mal wieder bei Vertigo wildern gegangen. Davon abgesehen, dass ich von dem Label noch nix wirklich Schlechtes in die Finger bekommen habe mag ich Western und in einem unsrer „Autorenthreads“ war Brian Azzarello Thema.

    Loveless 1 – Blutrache



    Es verschlägt uns in die Zeit kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, wo Wes Cutter nach den zermürbenden und traumatisierenden Kriegsmühen in seine Heimat Blackwater zurückkehrt. Dass er seiner Farm zwischenzeitlich enteignet wurde findet er natürlich gar nicht witzig, aber warum scheinen alle anderen Bewohner des kleinen Städtchens so schlecht auf ihn zu sprechen zu sein? Und wo ist Cutters Frau abgebleiben?

    Sicher keine neue, aber eine spannende Ausgangsposition für einen Western, der im weiteren Verlauf doch die ein oder andere neue Wendung nimmt, und somit erfrischend zu überraschen weiß. Das Dream-Team aus Zeichner Marcello Frusin und Autor Brian Azzarello hat mich am Hellblazer schon begeistert und wer sich an Loveless rantraut wird schnell merken, dass es hammerharte Western a La Durango oder Bouncer nicht nur bei den Franko-Belgiern zu finden gibt.

    8,5/10



    Sandman Deluxe 4: Über die See zum Himmel



    Nach dem schon enorm starken Einstieg hatte die Reihe für meinen Geschmack ja etwas nachgelassen und Band drei war „nur noch“ gut. Mit diesem vierten Band findet Neil Gaiman aber nicht nur zu alter Stärke zurück, nein, er läuft zu absoluter Bestform auf und präsentiert den für mich bisherigen Höhepunkt der Saga um den Sandman.

    Schon die erste Seite konnte mich begeistern. Lady Constantine? Ernsthaft? Die taffe Braut hat mir schon in ihrem Solo-Band während Paninis Hellblazer-Reihe den Kopf verdreht. Als mich die Story dann noch mitten in die Französische Revolution verschlägt, ein wie ich finde absolut faszinierendes Setting, bin ich hin und weg.

    Der nächste, einfach nur wundervoll erzählte One-Shot um Caius Julius Caesar Octavianus verschlägt uns ins mächtige Rom, wo der Kaiser sich als Bettler ausgibt um unter seinen Gefolgsleuten zu wandeln. Aber die Geschichte, die er seinem kleinwüchsigen Lieblingsschauspieler dann offenbart strotzt nur so vor tiefer Traurigkeit und Melancholie – aber wie gesagt – einfach wundervoll erzählt.

    In der nächsten, wiederum äußerst faszinierenden Story, lernen wir Dreams Familie noch ein wenig näher kennen. Vor allem Despair und Delirium bekommen mal etwas mehr Screentime, wobei mir Letztere schon dezent auf den Keks geht. Mal schauen wohin sich das noch entwickelt, wenn wir uns mal näher kennenlernen.

    Das alles ist aber nur ein kleines Vorgeplänkel, denn als nächstes Folgt das Herzstück des Bandes, „A Game of You“. In dem sechs Hefte umfassenden, vor Fantasie nur so strotzenden Storybogen machen sich ein paar knuffige Fabelwesen auf den gefährlichen Weg die Prinzessin ihres Landes wiederzufinden und nach Hause zu bringen, bevor der böse Kuckuck ihr Land in gänzlich in Kälte und Finsternis stürzt. Dumm nur, dass es die anscheinend ins New York unserer Welt verschlagen hat, und sie nichts mehr von ihrer blaublütigen Herkunft weiß…

    Das Feuerwerk an tollen Charakteren, spannenden Wendungen und wunderschöner Erzählkunst, welches Mr. Gaiman hier abbrennt ist einfach famos! Dazu gelingt es ihm beinahe spielerisch wichtige Themen und Denkanstöße zu integrieren, ohne belehrend oder gar anklagend rüberzukommen. Wenn ich mir die heutige Gender-Bewegung so anschaue war der gute Neil seiner Zeit da weit voraus. Einfach nur beeindruckend.

    Aber auch nach dem großen Hauptplot lässt der Autor in keinster Weise nach. Da wartet die Variation einer klassischen Werwolf-Gruselstory, Marco Polos märchenhafte Reise in die Wüste (ich liebe ja Wüsten!) und die stellenweise äußerst blutige Zusammenkunft des Parlaments der Krähen darauf entdeckt zu werden.

    All das von wechselnden Künstlern in stets passendem, bezauberndem Artwork auf die Seiten gebracht. Hach, ich liebe es und kann mir kaum vorstellen, dass es noch besser werden kann – Meisterwerk!

    10/10



    Loveless 2 – Begraben in Blackwater



    Nicht nur hart, dreckig und blutig, sondern auch äußerst Sexy kommt dieser zweite Band daher, in dem es Wes Cutter aufgrund ganz besonderer Umstände geschafft hat zum Sherriff von Blackwater – von den Leuten mittlerweile eher „Shitwater“ genannt – ernannt zu werden. Seiner Beliebtheit war das allerdings auch nicht zuträglich, und so muss er stets auf der Hut sein, wenn er versucht die Parteien gegeneinander nach bester „Für eine Handvoll Dollar“-Manier auszuspielen.

    Ein wenig schade ist es, dass Marcelo Frusin nur noch die Cover beisteuert, das Artwork aber abgegeben hat. Allerdings ist das spätestens ab dann zu verschmerzen, wenn Werther Dell’Edera in der zweiten Hälfte den Zeichenstift von Danijel Zezelj übernimmt, von Letzterem war ich nämlcih nicht soo begeistert. Umso begeisterter hat mich dagegen Azzarellos Schreibe, denn die Story bekommt mit dem schwarzen Ex-Sklaven und Kopfgeldjäger Atticus eine fast so starke Nebenfigur verpasst wie Ruth Cutter, der taffsten Lady, der ich in einem Western je begegnet bin. Ich stehe ja total auf starke Frauenfiguren und feiere Azzarello total für den Band, der mich zum Finale auch noch mit einem ganz üblen Cliffhanger catcht!

    8,5/10



    Conan der Cimmerier: Der Schwarze Kreis



    Conan im Manga-Style, kann das gutgehen? Oh ja, das kann! Auch wenn er seltsamerweise nicht auf dem Cover vermerkt ist (da steht Designer Jae Kwang Park), so sind die Zeichnungen und die zugehörige Kolorierung von Hiroyuki Ooshima eines Barbaren mehr als würdig. Klar, wenn man mit Manga gar nichts anfangen kann wird man wohl seine Probleme haben, vor allem bei den recht typischen, und für meinen Geschmack zu jung aussehenden, Gesichtern. Andererseits geht Ooshima absolut in die Vollen, wenn es um Detailgrad und Dynamik geht, und in Sachen Gore kann ich sagen, dass in den blutigen Schlachten der rote Lebenssaft weit großzügiger über die Seiten verteilt wird, als es bislang der Fall war.


    Die Story selbst ist wieder enorm dicht an der literarischen Vorlage angelegt, welche ich zur Vorbereitung gelesen habe. Sylvain Runberg schreibt Howard so auf den Punkt, dass ich wirklich keine Szene der Original-Geschichte vermisst habe, und das, obwohl in der Story wirklich viel passiert! Neben dem Hauptauftrag des Kampfes gegen die mächtigen Magier des schwarzen Kreises gibt es allerlei Schlachten zu bestehen, Verrat lauert an jeder Ecke, wilde Verfolgungsjagden, Bergvölker, Riesenschlangen (mal wieder…), gibt es erneut die starke Frauenfigur zu bewundern, die Conan schließlich sogar abblitzen lässt. Ein tolles Stück Sword & Sorcery Fantasy und ein weiterer starker Franko-Belgischer Conan, diesmal mit asiatischem Einschlag.

    8/10



    Loveless 3 – Saat der Vergeltung



    Wham! Na da hat der gute Mister Azzarello die Karten doch mal komplett neu gemischt und das Genre schön auf den Kopf gestellt. Wie genau mag ich jetzt natürlich nicht verraten, es soll ja nicht allzu viel gespoilert werden, aber mit seinem Twist, an dem ich wirklich eine Weile zu knabbern hatte, bzw. ziemlich lange rätseln durfte, was denn jetzt eigentlich Sache ist, hat er zu 100% meinen Geschmack getroffen.

    Insgesamt gesehen ist der Paperback wieder eine ganz harte Nummer, in der sich die abgebrühten Mistkerle die Klinke in die Hand geben. Ob bezahlte Killer, Kopfgeldjäger, Korrupte Soldaten, miese Südstaaten-Rednecks oder einfach nur die Feiglinge, die lieber wegsehen und sich ducken statt endlich mal Eier zu zeigen. Das grobe Artwork von Danijel Zezelj passt zu diesem enorm dreckigen Setting sicher ganz gut, mir persönlich gefällt dennoch weiterhin Werther Dell’Ederas Arbeit besser (auch wenn ich Marcelo Frusin weiter nachtrauere).

    8,5/10



    Batman – Europa



    Wenn ich doch gerade so im Azzarello-Flow bin, weshalb nicht auch gleich mal eine seiner Fledermaus-Arbeiten sichten? Hierbei ist der Name Programm, denn aufgrund eines tödlichen Virus hetzt der dunkle Ritter auf der Jagd nach einem Gegenmittel quer durch die schönsten Städte der alten Welt. Berlin, Prag, Paris und Rom stehen auf der Reiseroute und allesamt sind sie von ihrem jeweiligen Zeichner, denn auch derer gibt es vier, absolut herausragend in Szene gesetzt worden. Der ganze Band ist von vorne bis hinten ein wahrer Augenschmaus in vier deutlich unterschiedlichen, charakterstarken Zeichenstilen. Alleine das ist schon einen Kauf wert. Die recht schlicht gehaltene, äußerst geradlinige und etwas zu vorhersehbare Story ist zwar nicht langweilig, liest sich auch spritzig weg, in dem Fall aber doch eher mittel zum Zweck. Von Brian Azzarello und Matteo Casali routiniert geschrieben, aber die Stars des Bandes sind eindeutig Giuseppe Camuncoli, Jim Lee, Diego Latorre und Gerald Parel am Zeichenbrett – famos!

    7/10



    Loveless 4 – Stunde der Abrechnung



    Düster, knallhart und erfüllt von Rache. So könnte man den Showdown von Loveless kurz und prägnant zusammenfassen. Kurz und prägnant? Ja, das passt auch, denn gerade mal drei der sechs in diesem Paperback versammelten Hefte braucht Brian Azzarello um sein abgründiges Südstaatenepos zu einem blutigen Ende zu bringen. Schlimm? Ganz im Gegenteil! Mir ist es zehnmal lieber gezielt und fesselnd auf ein fulminantes Finale zugetrieben zu werden, statt eine eigentlich auserzählte Story künstlich in die Länge zu ziehen. Zu wissen, wann Schluss sein sollte, ist manchmal auch eine Tugend!

    Als kleine „Entschädigung“ bietet uns Mister Azzarello in den letzten drei Heften einen kleinen Abriss der besonderen Art in amerikanischer Geschichte. In drei kürzeren Stories präsentiert er uns seine Variante von „Flucht in Ketten“, wir dürfen 1934 in Texas ein paar Meilen mit Bonnie & Clyde runterreißen und dürfen Anfang des neuen Jahrtausends Mr. Foley auf seinen ersten Schritten aus dem härtesten Knast der USA begleiten, wo er für mehr als 20 Jahr „begraben war“. Allesamt tolle, stimmige Stories, die zuweilen gar zum Nachdenken anregen. Toller Job Meister Azzarello!

    8/10

    Apropos „Flucht in Ketten“, welche Verfilmung findet Ihr denn am besten? Ich mag den TV-Film mit Carl Weathers und Robert Urich ja sehr gerne, aber an das Original mit Curtis und Poitier kommt er bei weitem nicht ran. Die Lady-Variante mit Pam Grier und einer gewissen Margaret Markov kenne ich nicht. Taugt die was?



    The Fountain



    Manchmal sind Projekte einfach zu ambitioniert um in adäquater Weise umgesetzt zu werden. Vor allem, wenn es sich um eine derart außergewöhnliche Geschichte handelt, die epische Ausmaße annimmt, besondere Sichtweisen aufweist, zwar wunderschön ist, der aber mit 100%iger Sicherheit ein breites Massenpublikum verwehrt bleiben wird. In solch besonderen Momenten bekommen es die Geldgeber zumeist mit der Angst zu tun und ziehen den Schwanz ein. Bestes Beispiel für ein solches Projekt ist sicherlich Jodorowskys Dune, und auch wenn „The Fountain“ sicherlich niemals diesen Status erreichen wird, so liegt in dieser Herzensangelegenheit von Autor und Regisseur Darren Aronofsky doch immens viel schöpferische Kraft und ganz viel Liebe.

    Zu ambitioniert um realisiert zu werden? Gab es da nicht einen Film mit Rachel Weisz und Hugh Jackman? Klar, und genau wie ich sagte blieb der wundervolle Genre-Streifen einem größeren Publikum unerschlossen. Allerdings war es auch so, dass sich Regisseur und Autor Aronofsky nach dem Absprung aller großen Studios auf seine Wurzeln besinnen musste, und aus seiner großen Idee einen zwar feinen, aber kleinen Independent-Streifen gemacht hat. Was Vertigo uns hier bietet ist allerdings nichts Geringeres als die ursprüngliche Vision, der definitive „Director’s Cut“ des visionären Querdenkers Aronofsky. Zwar nicht auf der großen Leinwand, aber in nicht minder faszinierenden Bildern in einer herzergreifenden, anrührenden, mich emotional einfach nur mitreißenden Graphic Novel. 176 ungewöhnliche Seiten voller Schaffenskraft, denen man die sechsjähre Entstehungsphase nicht anmerkt, so aus einem Guss wirkt die Novelle. Ein derart intensives „Ich muss das jetzt an einem Stück lesen“-Erlebnis hatte ich zuletzt bei I Kill Giants, nur dass „The Fountain“ noch mehr fürs Auge bietet.

    9,5/10



    Ein wilder Vertigo-Ritt mit einem Schuss Fledermaus und einer Schwerthandbreit Barbar, grandioses Set! Mein nächster Mehrteiler geht in die barbarische Richtung und wurde von (Alt)Meister Richard Corben in Szene gesetzt.

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (30.09.2020 um 21:54 Uhr)
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  3. #178
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    Alix Gesamtausgabe 4



    Dieser vierte Band der Alix-Gesamtausgabe, zumindest was die Arbeiten seines Schöpfers Jacques Martin betrifft, enthält die Geschichten, die eine erwachsenere, reifere Periode einläuten. So steht es zumindest im mit 14 Seiten erneut recht umfangreichen, und auch informativen Vorwort von Patrick Gaumer geschrieben. Kann ich mir gut vorstellen, ist der kühne Gallier zu diesem Zeitpunkt doch schon mehr als 20 Jahre in der Comiclandschaft anzutreffen. Da will ich doch mal schauen, ob ich diese Meinung mittragen kann.



    Band 10: Iorix der Große
    Also zumindest optisch kann man den „reiferen“ Stil schon auf den ersten Seiten erkennen, wird doch deutlich mehr nackte Haut geboten als bisher, und so manches mal werden noch mehr Details bei dem von Intrigen und Völlerei geprägten Fest auf Seite sieben der Geschichte (25 in dieser Gesamtausgabe), lediglich von einer Schulter oder Vase bedeckt. Doch auch erzählerisch geht Martin noch weiter voran. Noch vielschichtiger wird die Geschichte erzählt und vor allem die Charaktere vollziehen richtige Wandlungen, wie hier das Paradebeispiel des Antagonisten. Zuerst nur etwas arrogant, dann enttäuscht, schließlich zornig durch verschmähte Liebe und selbst empfundene Demütigung begeht er erst Verrat und verfällt schließlich gänzlich dem Wahnsinn, Größenwahn und Sadismus. Beeindruckende Entwicklung und einer von Alix‘ bislang gefährlichsten Widersachern, genannt Iorix.
    9/10



    Band 11: Der Prinz vom Nil
    Ich liebe das ägyptische Setting und was Jacques Martin daraus macht. Wundervolle Bilder mit dieser ganz besonderen, beinahe schon greifbaren Stimmung. Die hinterhältige Intrige und was wirklich dahintersteckt bietet Spannung bis zum Schluss und ich möchte dahingehend auch gar nicht spoilern. Was ich allerdings sagen kann ist, dass mich Enak, der mich ja schon des Öfteren störte, beim „Prinzen vom Nil“ extrem aufgeregt hat. Wie kann der dann seine angeblich ach so innige Freundschaft zu unserem Helden derart schnell über Bord werfen, ja sogar extremes Misstrauen aufbauen und sich blind in das vorgegaukelte, süße Leben verleiten lassen?!? Und Alix verzeiht das auch noch innerhalb weniger Panels? Ich meine, klar, er ist der edelmütige Held, aber nein, das fand ich von der Handlungsweise alles äußerst unrealistisch und in Schlichtheit in der Martin das dem Leser Präsentiert und einfach so zum „schlucken“ gibt wirklich ärgerlich.
    6/10



    Band 11: Der Sohn des Spartakus
    Zurück im prachtvollen Rom ist das letzte Album dieses Bandes wieder ein absolutes Highlight. Sei es die rätselhafte Geschichte um den Sohn des berühmten Gladiatoren der ein ganzes Imperium herausforderte und die ständige Frage, ob die Informationen zu seiner Herkunft wirklich der Wahrheit entsprechen, oder auch die atemlose Hetzjagd durch, und unter der Stadt hindurch, die zu den fesselndsten Szenen der ganzen Reihe bislang gehört. Dazu kommt der ungeschönte Blick auf die Kluft zwischen Arm und Reich, mit dem der Künstler noch einen Schuss Sozialkritik in den wundervollen Abenteuercocktail gibt. Das Herzschlagfinale ist schließlich das Tüpfelchen auf dem i.
    9,5/10

    Macht in Summe 8/10 Punkte für diesen wundervollen Band, der abgesehen vom kleinen erzählerischen Schnitzer im Mittelteil wieder ein absolutes Musterbeispiel für den historischen Abenteuercomic liefert.



    DEN Band 1: Die Reise nach Nirgendwo – Die phantastische Welt des Richard Corben 1



    Es war unausweichlich, nach Conan dem Cimmerier und Sláine Mac Roth musste ich zwangsläufig irgendwann auch den dritten im Bunde der berühmtesten Barbaren der westlichen Hemisphäre näher kennenlernen. Die Rede ist von DEN, vormals bekannt unter dem weit gewöhnlicheren Namen David Ellis Norman und bei weitem der Freizügigste unter den Dreien. In einem deutschsprachigen Comic, der komplett in Großbuchstaben gehalten wurde kann der Name beim ein oder anderen Satz zwar für Verwirrung sorgen, aber man bekommt das dann schon hin.


    Kult-Zeichner Richard Corben hat DEN Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrtausends für einen animierten Kurzfilm erdacht, später in den 70ern startete der muskelbepackte Glatzkopf (also DEN, nicht Corben) seinen Siegeszug in der Neunten Kunst. In seinem unvergleichlich plastischen und unverwechselbar teigigen Stil erweckt Corben das Land Nirgendwo und seine drallen Bewohner zum Leben. Verschiedenste Monstren, beeindruckende, an Azteken oder Maya erinnernde Bauten, mächtig ausgestattete Damen. Das sind die Hauptmerkmale, die diese ersten Schritte DENs in der für ihn (und uns) noch wenig bekannten Welt ausmachen. Koloriert in den für Corben so typischen, enorm kräftigen und fantastischen Farben glänzen sein Held, dessen Gegner und, vor allem, die weiblichen „Trophäen“ zumeist durch Nacktheit. Wenn man sich also an offen zu Schau gestellten Muskelbergen, üppigen Oberweiten oder an einem Helden mit zumeist umherbaumelndem Gemächt stört, so sollte man tunlichst die Finger von DEN lassen. Alle anderen Abenteurer erleben einen enorm kurzweiligen, äußerst trashigen Monster-Slasher mit ganz viel fürs Auge und zwar ziemlich abwechslungsreichem, aber auch recht dünnem Storygerüst.

    6-6,5/10



    Geschichten aus dem Hellboy-Universum 5



    Die nächsten 600 Seiten Hellboy-Universum wollen entdeckt werden und was freue ich mich da drauf! In fünf Mundgerechte Happen hat Cross Cult den Band diesmal unterteilt und los geht es gleich mit einem (beinahe) Neuzugang.


    Sir Edward Grey – Witchfinder: Im Dienst der Engel
    Ehrlich gesagt wusste ich bis zum Nachwort von Mike Mignola nicht mehr, dass Sir Edward Grey bereits in Hellboy – Der Teufel erwacht einen kleinen Gastauftritt hatte, aber hey, das hat den Spaß beim Lesen nicht im Geringsten geschmälert. Mister Grey ist ein okkulter Detektiv, ein Van Helsing-Verschnitt wie er im Buche steht. Ob auf der Jagd nach Vampiren, Hexen oder Geistern, es herrscht nebelschwadendicke Gruselstimmung mit tollen Bildern, viktorianische Gassen mit dunklen Kutschen inklusive. Davon abgesehen hat der unvergessene Peter Cushing, zumindest optisch, einen tollen Gastauftritt. Ich liebe es!



    B.U.A.P. – Hölle auf Erden: Die Teufelsmaschine
    Endlich erfahren wir, wie es mit Fenix, dem Hobo-Girl-Medium aus „Hölle auf Erden 2: Götter und Monster“ weiter geht. Nach dem Schock-Finale vom letzten mal ist die ausgerechnet mit Agent Devon unterwegs. Als ob das alleine nicht schon brenzlig genug wäre geraten die beiden in recht, sagen wir mal außergewöhnliche Schwierigkeiten. Währenddessen arbeiten die Pseudo-Nazis des Zinco-Konzerns an einer – Ihr ahnt es sicher – Teufelsmaschine. Enorm spannend, blutig und pulp-triefend, also ein Riesenspaß!




    B.U.A.P. – Hölle auf Erden: Der Schrecken von Pickens County
    Eine äußerst gruselige Geister-Zombie-Story, die auch bei den X-Akten zu einer der besten Folgen gezählt werden würde. Dazu in einem Backflash mit Beteiligung des Großen Roten himself. In der zweiten Hälfte des Bandes ist Hellboy ebenfalls wieder mit von der Partie, wenn wir in einer Rückblende so etwas wie die Origin von J.H. O’Donnell miterleben dürfen. Ebenfalls top, wenn auch nicht ganz so stark wie die erste Hälfte von „Pickens County“.




    B.U.A.P. – Hölle auf Erden: Die Rückkehr des Meisters
    Was für ein Opener! Was für eine Schlacht! Und das auch noch vor der grandiosen Kulisse der schottischen Highlands! I love it! Aber wer ist dieser ominöse Meister dessen Rückkehr hier ansteht? Ich verrat nix.




    Lobster Johnson: Satan riecht Lunte
    ENDLICH wieder Lobster! Endlich wieder 50er Jahre Horror in allerbestem Pulp-Stil mit Nazis, Zeppelinen und sich zu gallertartigen Schleimklumpen auflösenden Menschen. Hach, es fühlt sich fast wie „nach Hause kommen“ an, und das war nur die erste von einem ganzen Schwung cooler Lobster Stories! Ob halb vergammelte Leichen, Cthuloide Monster, ob big trouble in New Yorks Chinatown oder Heimsuchungen aus dem alten Ägypten, hier wird alles geboten was das Herz begehrt – und mittendrin: Lobster Johnson.




    Ein absoluter Knallerband und für mich die bislang besten 640 prall gefüllten Seiten aus dem Hellboy Universum. Mannigfaltige Ideen stimmungsvoll und kreativ umgesetzt, extrem abwechslungsreich und optisch toll in Szene gesetzt. So kann die Reihe gerne weitergehen!

    9/10



    DEN Band 2: Sturm über Nuvovum – Die phantastische Welt des Richard Corben 2



    Jetzt geht Richard Corben aber in die Vollen. Fast kommt es mir so vor, als wäre er von dem Erfolg seines DEN-Erstlings dermaßen überrascht worden, dass er jetzt mal „ernsthaft“ an die Sache rangehen musste. Was Band eins noch recht lose konstruiert, wir gemeinsam mit DEN mitten is Abenteuer geworfen, so packt Corben gleich zu Beginn dieses zweiten Bandes eine ordentliche Schippe Worldbuilding aufs Tablett. Das Land Nirgendwo bekommt verschiedene Regionen, die neben „Süd-„ und „Ost-Nirgendwo“ ach teilweise mit fantasievollen Namen ausgestattet werden, die Wesen, die diese Ländereien bevölkern werden abwechslungsreicher und DENs Abenteuer wirken weniger wie einzelne Brocken, sondern mehr wie eine große Odyssee mit klarem Ziel. Alles Andere bleibt beim Alten. Farbenfroh und plastisch die Zeichnungen, drall, muskulös und nackt die Körper, blutig die Fights und teilweise gar eklig die Antagonisten. Klare Steigerung zu Band 1.


    7,5/10



    Echo des Wahnsinns – Geschichten aus dem H. P. Lovecraft Universum



    Ja klar, bei Corbens DEN oder auch bei den Geschichten aus dem Hellboy Universum (und vielem Anderen mehr) schwingt häufig ein gewisser Hauch von Lovecraft mit, aber diese kleinen Häppchen reichen mir nun mal auf Dauer nicht, ab und an brauche ich einfach die geballte Ladung des Gentlemans aus Providence. Das so eine Breitseite Lovecraft auch mal ganz anders als gewohnt aussehen kann beweist dieses 114 Seiten starke Hardcover, in dem die kosmischen Schrecken sich mal nicht nur in Neuengland oder dem alten Ägypten ausbreiten. Nein, die Bedrohung durch die Großen Alten ist selbstverständlich zumindest global (wenn nicht sogar auf unser gesamtes Universum und die Zeitlinie ausgedehnt). Häufig beginnt der Horror in abgelegenen, ländlichen Gegenden, wo er sich ungestört ausbreiten kann und erst dann entdeckt wird, wenn alle Gegenmaßnahmen zu spät kommen. Auch in Europa gibt es sie, diese ruhigen, nahezu abgeschotteten kleinen Gemeinden und so ist der schleichende Horror natürlich auch in den österreichischen Alpen allgegenwärtig.

    Einfach wundervoll wie zwölf verschiedene Zeichner in elf ganz unterschiedlichen Geschichten die Welt des H. P. Lovecraft in die europäische Bergwelt verorten. So manches mal in typisch gruseligem, verstörendem Stil, oft aber mit einem ganz großen Augenzwinkern und stellenweise sitzt den Künstlern der Schalk dermaßen im Nacken, dass ich lauthals loslachen musste. Als leuchtendes Beispiel sei hier nur die Szene einer Feilscherei in Mundart auf einem Bauern- und Flohmarkt genannt. Die zwei knorrigen alten Bergbauern zanken fleißig über den Preis eines alten Büchleins von dem, aufgrund eines Schlosses ohne Schlüssel, keiner von beiden weiß was drin steht. Das es sich dabei offensichtlich um eine Ausgabe von Abdul Al Hazreds Necronomicon handelt versteht sich von selbst… - Einfach nur köstlich!

    Mehr will ich jetzt auch gar nicht verraten, denn der in Schwarz/Weiß(und manchmal blau) gehaltene Band ist sowohl erzählerisch, als auch optisch ein tolles kleines Überraschungspaket. Gänzlich unterschiedliche Artworks, Stories von klassischem Lovecraft-Style über makaber humorvoll zu brüllend lustig, von verstörend abgründig bis geradezu tragisch. Keine schwere Kost, für Lovecraft-Verhältnisse eher locker und vor allem sehr leicht zugänglich. Liest sich zügig weg, unterhält aber Prächtig und hält für Kenner eine Fülle von Anspielungen bereit. Für mich ein echtes Highlight.

    9/10



    DEN Band 3: Das Haus des Schweigens – Die phantastische Welt des Richard Corben 3



    Die fulminante Eröffnungssequenz bietet uns DEN in seiner vollen Pracht und Stärke bei einem actiongeladenen Assault auf eine Festung, der mit Sequenzen gespickt ist, die direkt aus Alien³ oder Alien: Resurrection entsprungen sein können. Ein Action-Feuerwerk mit Gore-Anteil in bester Corben Manier. Dann – Cut. Was ist passiert? DEN ist faul und fett geworden, hat eine Ehefrau, die körperlich noch weitaus übler aufgestellt ist als er, aber immerhin scheint die deutlich die Hosen anzuhaben. Ein verweichlichter, übergewichtiger Duckmäuserich ohne Selbstachtung und eigenen Willen. Wird DEN den harten Weg zurück zu wahrer Stärke in Angriff nehmen, oder weiter in Erinnerungen an bessere Zeiten schwelgen und vor sich hinvegetieren?


    Vollgepackt mit triefender Ironie gelingt es Corben sowohl die Story um seinen großen Helden noch spannender und schlüssiger als bislang fortzuführen und gleichzeitig eine äußerst witzige Persiflage auf selbigen und auf ein ganzes Genre, ach was sag ich, gleich auf mehrere Genres abzuliefern. Absolut unterhaltsam und der bisherige DEN-Höhepunkt.

    8,5/10

    VG, God_W.
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  4. #179
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    Die Don Rosa Library 1: Onkel Dagobert und Donald Duck – „Der Sohn der Sonne“



    Da ist er also, mein erster Disney-Band nachdem mich das LTB 467 mit Moby Duck so angefixt hat. Natürlich musste ich mir erstmal einen groben Überblick verschaffen, was man denn in der Richtung so braucht, was sich lohnt, was eher nicht so und was eigentlich zu den Must-Haves zählt. Mich durch 500 Lustige Taschenbücher zu lesen habe ich nicht vor, also erstmal schauen was es so gibt, vorzugsweise natürlich im Hardcover. Neben der ein oder anderen Themenbezogenen Veröffentlichung (Ägypten, Weihnachten, Fantasy…) bin ich recht schnell auf die Don Rosa Library gestoßen, werden die Arbeiten von Don Rosa im Allgemeinen, und diese Veröffentlichung im Besonderen doch überall in den höchsten Tönen gelobt. Davon abgesehen war der freundliche @Jano von Dani Books nicht ganz unmaßgeblich an der Ausgabe beteiligt und wenn es hilft seinen Hauptberuf zu sichern, da helfen wir doch alle gerne.


    Der Inhalt dieses ersten Bandes der Library.


    Mit der Titelstory, mit der der Band auch beginnt, hat mich der gute Don direkt zu 100% abgeholt. Große Abenteuergeschichte, verborgene Schätze in abgelegenen Winkeln der Welt, uralte Ruinen, Tempel und Pyramiden längst vergangener Zivilisationen. Hach, ich liebe es! Und mittendrin Onkel Dagobert, Donald mit seinen Neffen und der allseits gierige Mac Moneysac. Ein fabulöser Start gefolgt von einer spaßigen „Aufreger-Story“ in der der glücklose Donald mal wieder mit Gustav Gans konkurrieren muss. Es ist der Wahnsinn wie viele Erinnerungen an die ganzen Figuren mir beim Lesen der Geschichten wieder hochkommen, da wird richtiggehend das Kind in mir geweckt.

    Als nächstes geht Fähnlein Fieselschweif auf die Jagd nach dem Wolpertinger und Donalds heißgeliebtes Auto wir in Einzelteilen an die Nachbarschaft verhökert, was für eine Katastrophe! Jetzt bekommen wir einen wahren Assault geboten. Gleich in mehreren Anläufen belagern die Panzerknacker Onkel Dagoberts Geldspeicher während der mit allen Mitteln und Hi-Tech Vorrichtungen versucht die Eindringlinge abzuwehren. Im Halloweenbeitrag des Bandes konkurriert Donald auf seine typische, ihm eigene Art mit seinem Nachbarn beim Kürbiswettbewerb bevor er an Weihnachten den schönsten Baum von allen stellen will – den Rest könnt Ihr Euch ja denken...


    Die Rückseite des Bandes.


    Nach einem Dagobert-Shorty versuchen Tick, Trick und Track Gustav Gans‘ Glück mal gegen ihn einzusetzen bevor mit Onkel Dagoberts erster großer Erinnerung an seine abenteuerlichen ersten Jahre am Klondike ein weiteres, famoses Herzstück des Bandes wartet. Ich bin mächtig beeindruckt, auch wenn Mr. Rosa noch regelmäßig beteuert wie Laienhaft das bei seinen frühen Stories noch alles gezeichnet sei. Mir fällts nicht auf! Schließlich machen Donald und die Fieselschweiflinge noch einen Abstecher auf den Mond und Dagobert hält sich fit, bevor die drei redlichen Pfadfinder entgegen ihrer sonst so hehren Gesinnung mal ganz frech Schule schwänzen. Aber Ihr wisst ja, die kleinen Sünden…

    Zusammengefasst bin ich von meinem ersten bewussten Aufeinandertreffen mit Don Rosa restlos begeistert. Alleine sein Vorwort und die weiterführenden Texte zwischen den Comics machen ihn ungeheuer sympathisch, sein Humor ist schön dezent, nicht so übermäßig blödelhaft und seine größeren Abenteuergeschichten sind, das erkennt man auf den ersten Blick, das was ihm am meisten liegt und Freude bereitet, und genau diese Abenteuer feiere ich auch! Ganz wundervoll, voller Flair, Charme und diesem gewissen Duft von großer weiter Welt! Natürlich hat mich der Mann auch böse in die Bredouille gebracht, strotzen seine Geschichten doch nur so vor Anspielungen und Querverwiesen auf die Abenteuer, die Carl Barks, der Schöpfer der Ducks geschaffen hat – und die kenne ich nun mal nicht. Aber dem kann ja zum Glück Abhilfe geschaffen werden. Klar, die Carl Barks Collection ist zu weiten Teilen nur noch antiquarisch zu horrenden Preisen zu bekommen, die gebundenen Einzelalben sind immer Themenbezogen und zeigen sein Werk nicht lückenlos, aber zum Glück gibt es ja noch die Classic Taschenbücher. Die sind vom Format wenigstens etwas größer als das übliche LTB, sollen die beste Kolorierung und gutes Papier an Bord haben, und sind preisgünstig zu haben. Da fiel die Wahl nicht schwer, die Teile kommen mir demnächst ins Haus. Davon abgesehen, sollte Barks wirklich irgendwann nochmal in einer der Don Rosa Library vergleichbaren Form veröffentlicht werden, so fällt das Upgrade nicht so schwer, wenn man für die erste Ausgabe nur Taschenbuch-Preise gezahlt hat.



    Der schicke Schuber in dem die ersten beiden Bände untergebracht sind.


    Natürlich können die wilden Verführer im Forum auch nicht ruhen und so hat mich der gute @Marvel Boy dann noch auf Floyd Gottfredson gebracht, wohl sowas wie der „Carl Barks der Micky Maus“. Also gut, Mister Gottfredson bekommt ab Anfang Dezember seine eigene Library Ausgabe und auch da bin ich jetzt selbstverständlich an Bord. Lieber Marvel Boy, ich soll Dir herzliche Grüße von meinem Geldbeutel ausrichten, das Zwiebel-Leder dunstet schon aus…

    9/10

    PS: Ich habe mir die ersten Bände natürlich im Paket gegönnt, weil sie da in einem schicken und stabilen Schuber untergebracht sind. Klar, kostet einen Zehner mehr, aber das ist es mit Wert, vor allem jetzt, wo ich doch vom Inhalt so begeistert bin. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass Band zwei hier schon auf Sichtung wartet. Also bis bald in Entenhausen.

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  5. #180
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    Batman: Verliebt und Verrückt (DC Comics Graphic Novel Collection Band 138)



    Zugegeben, an das Augenkrebs-Artwork von Zeichner Denys Cowan muss man sich erstmal gewöhnen, gerade wenn man zuvor so ein optisches Highlight wie „Ulysses 1781“ genießen durfte, aber irgendwie strahlt der grobe, krakelige Stil nach ein paar Seiten dann doch eine gewisse Faszination aus. Mindestens ebenso faszinierend kommt diese weitere, enorm harte und auch fesselnde Variation von Jokers Entstehungsgeschichte daher. Dafür, dass ich an den Band mal so gar keine Erwartungen hatte, ist es Autor Michael Green (was hat der denn noch so Lesenswertes gemacht?) gelungen mich absolut positiv zu überraschen! Angefangen von der ungewöhnlichen Ausgangssituation eines, ob der von Verbrechen gesäuberten Stadt, fast schon gelangweilten dunklen Ritters, über die grandios geschriebene Psychose des Clownprinzen des Verbrechens bis zu Bruce Waynes privaten Verstrickungen nebst toller weiblicher Nebenrolle. Dazu die überraschend schonungslose Härte und die starken Spannungsbögen. Top-Band, den ich sicher mal wieder zur Hand nehmen werde.

    Als Bonusstory gibt es diesmal den großen Klassiker „Jokers Fünffache Rache“, also Batman #251 , den ich sowohl in der Joker Anthologie, als auch in der Neal Adams Collection bereits bewundern durfte.
    1973 – Batman #251 Jokers fünffache Rache!
    Die Story von Dennis O’Neil ist packend, actionreich und mit tollen Nebencharakteren angereichert und das Artwork von Neal Adams ist erneut ein wahrer Augenschmaus, der für einen Comic aus den 70ern unglaublich modern daherkommt. Ein echter Hingucker mit ikonischen Splash-Pages und einem kinoreifen Unterwasserkampf gegen einen Hai, der selbst James Bond oder Lara Croft zu Ehre gereicht hätte.

    9/10
    Habe die (Haupt-) Geschichte jetzt die Woche auch mal gelesen und hat mir ebenfalls wirklich gut gefallen. Inhaltlich wird hier natürlich eine Elseworld-Joker-Origin gezeigt, aber dieser Joker ist wirklich mörderisch gut. Und der noch junge Batman, zerrissen zwischen Privatleben und Pflichterfüllung und getrieben vom irren Joker, ist ebenfalls sehr gut geschrieben.
    Die letzte Szene fand ich ja auch mal klasse und sehr einprägsam.

    Als Bruce Wayne vor Lorna das Oberarschloch gibt, obwohl er natürlich, offensichtlich lügt. Da hat er mir ja richtig leid getan, und sie natürlich auch.


    Auch das Artwork gefiel mir eigentlich ganz gut. Diese extremen Schraffierungen wirken sehr übertrieben und oft deplaziert, aber andererseits ist das Alles auch schön düster-rabiat und entsprechend atmosphärisch. Das Cover vom Eaglemoss-Band täuscht meiner Meinung nach auch stark. Die Zeichnungen im Comic selbst sind weitaus besser und ohne solche übertriebenen Stilmittel, wie etwa diese komisch platt gezeichneten Kniee beim Cover-Batman.
    Ein paar Kritikpunkte hätte ich dann aber auch noch: Alfred als obergeniales Genie hinter Batman war mir z.B. etwas zu sehr over-the-top und ab und an war es auch ziemlich schwierig einigen Panels inhaltlich zu folgen, oder Sprechblasen tauchten scheinbar aus dem Nirgendwo auf und ließen sich praktisch gar nicht zuordnen. Aber alles eher so Kleinigkeiten.
    Als Fazit würde ich jedenfalls sagen: Muss man mal gelesen haben! Sehr gute 7/10.

    Habe dann auch mal nachgesehen, aber offensichlich gibt es leider nicht sehr viel weitere Sachen von Michael Green. Lediglich ein paar Heft für Superman/Batman Vol. 1 hat er noch geschrieben. Leider!

  6. #181
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    DEN Band 4: Die versunkene Welt – Die phantastische Welt des Richard Corben 4



    Ob in der Luft, unter Wasser oder mit festem Boden unter den Füßen, auf allen Ebenen geht es gewaltig rund, wenn wir von Richard Corben zu Beginn dieses vierten DEN-Abenteuers mitten in die Schlacht geworfen werden. Wer denkt, dass es nach diesem Powerstart etwas ruhiger weiter geht hat sich gewaltig geschnitten, denn diese Rescue and Escape Story entwickelt sich zu einer atemlosen, actionbepackten Hatz ohne Ruhepause.


    Nach dem schon enorm starken dritten Band ein weiteres Highlight in der DEN-Saga. Das Ende hat mich dann allerdings ein wenig verwirrt, denn das fühlt sich dermaßen rund und sowas von nach Abschluss an, dass ich mich doch frage, wie es in den nächsten beiden DEN-Bänden, die in der Kollektion noch kommen, denn noch weiter gehen wird. Ich bin jedenfalls reichlich gespannt!

    8,5-9/10





    Titel: Spawn Origins Collection – Band 15

    Verlag: Panini (US: Image)

    Format: 444 Seiten im großformatigen Hardcover

    Inhalt: US-Hefte #179 -196

    Autoren: David Hine; Brian Holguin; Todd McFarlane

    Zeichner: Bing Cansino; Greg Capullo; Brian Haberlin; Rob Liefeld; Mike Mayhew; Whilce Portacio

    Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
    Die längste unabhängige Comic-Serie der Welt in chronologischen Sammelbänden! Spawn Al Simmons muss seinen ärgsten Feind bekämpfen – den Dämon in seinem Inneren, dem er seine Macht verdankt. In einem unvergesslichen Meilenstein der SPAWN Historie geht eine Ära für Todd McFarlanes Antihelden zu Ende und alles verändert sich…

    1992 ließ der legendäre Autor und Zeichner Todd McFarlane seinen Kult-Antihelden Spawn auf die Welt los – danach war nichts mehr so wie zuvor.

    Al Simmons, ein Agent der Regierung, war von einem Kollegen ermordet worden. Nachdem er in den Tiefen der Hölle wieder zum Leben erweckt wurde, kehrte er als Spawn-Krieger auf die Erde zurück und beschützte fortan die Obdachlosen in den dunklen Gassen New Yorks – immer auf der Suche nach Spuren seiner Vergangenheit. Allmählich lernte er, die außergewöhnlichen Kräfte zu bändigen, über die er nun verfügte, und gleichzeitig begann er zu begreifen, auf was er sich eingelassen hatte – und was er dafür aufgeben musste.

    In Spawn Origins 15 beendet Al Simmons den Krieg, den er seit langer Zeit mit Himmel und Hölle führt, auf denkbar spektakuläre Art und Weise. Und eng damit verbunden ist der Auftritt von „Patient 47“ alias Jim Downing. Der ist nach mehreren Jahren im Koma plötzlich erwacht und niemand weiß etwas über seine Vergangenheit. Doch schnell zeigt sich, dass auch finstere Mächte Interesse an ihm haben …


    Just my 2 Cents:
    Na wenn das mal keine Ansage seitens Panini ist. 18 Hefte Spawn auf satten 444 Seiten, damit ist der Band ja schon locker auf halbem Wege zu einer Omnibus-Ausgabe! Bei all der Freude über dieses mächtige Paket heißer Höllen-Action beginnt die fünfzehnte Origins Collection doch etwas wehmütig, gibt sich doch Autor David Hine persönlich die Ehre um sich nach seinem wahrlich denkwürdigen Armageddon-Run vom höllischen Heißsporn und uns Lesern zu verabschieden, erwarten uns doch in diesem weltexklusiven fünfzehnten Band der Spawn Origins Collection seine (zumindest vorerst?) letzten Arbeiten an der längsten Independent-Comic-Serie aller Zeiten. Aber was nützt Wehmut und Traurigkeit, wenn man ein solches Brett düsterer Horror-Antiheld-Action vor sich hat? Auf geht’s – zuerst einmal in eine Hölle ganz besonderer und auch heute noch hochaktueller Art – die Hölle des Krieges…

    US-Heft #179 – War Spawn
    Der erste Weltkrieg war äußerst grausam, ist ganz harter Tobak, aber auch ein absolut faszinierendes Setting, wie ich finde. Mit welcher Mischung zwischen Feingefühl, Bildgewalt und grausamem Horror dieser Hintergrund mit der Story eines damaligen Hellspawns verwoben wird und in einem wahnsinnsfinale auch noch der Link zu unserer Familie Simmons geschlagen, das ist schon ein absolutes Meisterstück. Eins der besten Spawn-Einzelhefte bis hierhin möchte ich behaupten.


    US-Heft #180 – Der Köder
    Weiter geht es in grandiosen Bildern und der kleinen Cyan, mittlerweile im Teenageralter, und bösen Vorahnungen, die sie beschleichen. Dass an solchen Visionen im Spawn-Verse zumeist was dran ist bewahrheitet sich auch hier, wenn die Hexe Nyx mit aller Macht um Spawns Leben und Seele fightet. Nach einigen Einblicken in Als Seelenleben gipfelt das Heft in einem harten Cliffhanger.

    US-Heft #181 – Die Goldene Zeit
    Bevor die Story nahtlos an Heft #180 anschließt verwöhnt uns Brian Haberlin erstmal mit einem absoluten Eye-Candy Cover, was für ein grandioses Werk! Der Rest des Heftes ist dann ein einziger, erschreckender Horror-Alptraum. O Mann, ich mag es echt wenn die Reihe mal so richtig weg vom Heldengedöns und typischen Actionwegen kommt um voll in die Horror-Kiste zu greifen.

    US-Heft #182 – Böses Blut
    Böses Blut startet mit einigen dieser Super-Cloe-Ups, die an Spawn schon von Beginn an so extrem gefeiert habe. Die gehören einfach zum Spawn-Artwork wie die der Bacon auf den Burger. Dass mich auch der nächsten Seite aber erstmal ein paar Fußball-Boobs aus dem Spawn-Suite anglotzen hat mich doch erstmal dezent verwirrt. Nicht, dass ich etwas gegen üppig bestückte Damen hätte, immerhin lese ich gerne Corben, aber an der Stelle war das jetzt doch etwas verwunderlich. Um Euch die Überraschung nicht zu verderben werde ich über den weiteren Verlauf und die Mega-Wendung zum Finale mal nix schreiben.


    US-Heft #183 – Verwandlungen
    So sexy wie in den prickelnden Momenten eines Vampir-Films geht es los, wenn Al und Wanda eine ganz besondere Person kennenlernen. Dass Mammon wieder mal mit von der Partie ist kann ja nichts Gutes heißen. Ob es Cyan mit der Unterstützung von Nyx gelingt die Figuren auf dem Schachbrett in eine bessere Position zu rücken?

    US-Heft #184 – Das Ende
    Was soll ich sagen? Eine mächtige Entladung der zuvor aufgebauten Spannungen. Fette Action, mächtige und effektvolle Magie, und der Titel ist nahezu Programm, läutet er selbiges doch gnadenlos ein.

    US-Heft #185#196 Endspiel Teil 1-12
    OK, zu diesem fetten Final-Run etwas zu schreiben ohne groß zu spoilern ist nahezu unmöglich, da einfach so viele und vor allem große und einschneidende Veränderungen stattfinden, die uns schätzungsweise noch lange begleiten werden. Der folgende Abschnitt ist also mit Vorsicht zu genießen. In Spoiler-Tags setze ich das mal trotzdem nicht, denn immerhin startete der einjährige Storyarc schon vor ziemlich genau 12 Jahren im Oktober 2008, da kann man ja nicht mehr wirklich von „Spoilern“ reden – im Zweifel lasst Ihr aber einfach die nächsten 2 Absätze aus.



    Al Simmons bereitet dem Spuk ein Ende. Er macht Feierabend, und zwar auf eine deutlich endgültigere Art und Weise als bisher. Das beeindruckende Ergebnis seiner fristlosen Kündigung dürfen wir am Ende des ersten Heftes dieses prächtigen, abwechslungsreichen und Horrorgeladenen Kapitels der Spawn-Historie bewundern. Doch zuvor dürfen wir miterleben wie in einem Krankenhaus am anderen Ende von New York ein Mann namens Jim Downing aufwacht. Das wäre an sich ja nichts weiter Besonderes, wenn wir uns denn sicher sein könnten, dass das sein wahrer Name ist, denn den scheint niemand so wirklich zu kennen. Immerhin lag der auch „Patient 47“ genannte Mann seit seiner Einlieferung vor mindestens vier Jahren im Koma. Die beunruhigenden Visionen, Flashbacks, Träume oder was auch immer es ist, was ihn da seit seinem Erwachen heimsucht, behält er natürlich vorerst für sich. Ebenso ist nicht klar, ob diese Dämonen aus seinem Inneren kommen, von außen auf ihn eindringen, Geister der Vergangenheit sind oder zukünftiges Unheil ankündigen.

    Irgendwer hatte anscheinend den Auftrag jemand Mächtiges über das Erwachen von Jim zu informieren. Weshalb sich dieser Informant nach seinem Telefonat eine Kugel in den Schädel jagt ist schon mal äußerst mysteriös. Als beim ersten großen Clash zwischen Patient 47 und seinen Dämonen das gesamte Krankenhaus abfackelt wird es aber erst richtig seltsam und undurchsichtig. Wer sind die Leute, die ihm nachstellen, als er von seiner netten Krankenschwester mit nach Hause genommen wird? Was hat es mit den vermeintlichen Wunderheilungen auf sich, die in dem Krankenhaus stattfanden in das Jim verlegt wurde, nachdem das erste abgebrannt war? Wird er weitere Erinnerungsbruchstücke aus seiner Vergangenheit freilegen können? Und während in den Straßen die Schlachten zwischen Vampiren, Engeln und Dämonen wie dem Clown und dem Freak immer blutigere Züge annehmen fragt sich Jim Downing nur, was zur Hölle da aus ihm herauswächst!?!


    Wow! Was für ein wilder Ritt! Düstere Action und Horror-Bilder von Anfang bis Ende. Wirkliches Vorangehen einer tatsächlich undurchsichtigen und fesselnden Story. Der Mann auf dem der Fokus liegt birgt enormes Potential und weiß sofort mein Interesse zu wecken. Trotz all der Neuerungen werden einige alte Bekannte eingestreut, quasi als Goodie, und Sam & Twitch sind ebenfalls mit von der Partie. Das Artwork ist sicher nicht jedermanns Sache, aber ich find’s geil. Die Zeichnungen sind aufgrund der wechselnden Künstler sehr variationsreich, aber stets enorm stimmungsvoll. Kühl und unbequem wo es die Situation erfordert, warm und wunderschön an den seltenen Stellen, an denen sowas passt, hart und brutal, wenn es das Drehbuch verlangt. Ich hoffe es geht so weiter, kann es nach dieser nahezu perfekten Ladung Hellspawn gar nicht erwarten!

    - - - S T O P - - -
    An dieser Stelle kommt allerdings erst mal wieder ein kleiner Break in die Spawn Ongoing, denn nach der empfohlenen Reading Order steht mal wieder ein kleiner Abstecher an, und zwar zu den ersten fünf Heften von Haunt. Diese hat Panini dankenswerterweise bereits passend in einem Paperback bereitgestellt. Ganz allgemein wird uns die 28 Hefte umfassende Serie von Mister „The Walking Dead“ Robert Kirkman jetzt eine Weile beim Spawn-Run begleiten, denn bis Spawn #224 werden wir immer mal wieder einige Haunt-Hefte einschieben.
    - - - S T O P - - -

    Ihr habt es sicher gemerkt, ich bin mal wieder vollends begeistern von diesem höllisch heißen Spawn-Paket. Danke Panini für diese spektakulären 444 Seiten und auch dafür, dass Ihr die Origins Collection bei uns weiterführt. Ganz großes Kino und gerade dieser Band war für mich ein absolutes Highlight im Spawn-Verse!

    9,5/10

    PS: Was mich gerade bei so einem Band mit häufig wechselnden Zeichnern etwas stört ist, dass auf der Inhaltsseite zu Beginn nicht explizit angegeben ist welcher Autor und welcher Zeichner an welchem Heft mitgewirkt hat. Das ist z.B. bei den Conan Omnibus-Ausgaben besser gelöst. Aber nach einer freundlichen Anfrage bei Panini soll sich auch das ab Band 17 bessern.



    DEN Band 5: Kinder des Feuers – Die phantastische Welt des Richard Corben 9



    Corbens Art und Weise Wasser und dessen Bewohner zu Zeichnen hat mir schon in Splitters Creepie-Band absolut fasziniert. Dass die fünfte Runde DEN mit Delfinähnlichen Neewalen beginnt sorgt also schon mal für den ersten Eye opener. Diese Neewale werden, genau wie Lord Zeg von seiner Burg aus, Zeuge wie etwas ins Aus den Tiefen des Alls auf die Küste und ins Meer stürzt. Irgendwelche seltsam leuchtenden, scheinbar auch recht schmackhaften Eier und eine Art Rettungskapsel, aus der sich eine äußerst muskulöse Person befreit, welche einen an ein Skelett erinnernden Typen mit sich schleift.


    Ab hier beginnt für die beiden Flüchtlinge mit der unverständlichen Sprache eine actiongeladene Tour de Force die prima unterhält und vor allem üppiges Corben-Artwork vom Feinsten zu bieten hat. Allerdings stellt sich mir ständig die Frage, wo denn nun eigentlich DEN abgebleiben ist? Auch bei der zweiten Story, die mit Gladiatorenkämpfen zwischen roten und blauen muskelbepackten Körpern beginnt und in einer waschechten Revolution gipfelt, bleibt für mich unklar, ob das ganze als Vorgeschichte dienen soll, oder sich einfach an einer ganz anderen Stelle in DENs Welt abspielt. Kurzzeitig, nach dem äußerst blutigen Gewaltgipfel des Bandes, war ich sogar fast der Überzeugung DENs Geburt beizuwohnen, bis der dann doch noch in Lebensgröße in Erscheinung tritt. Sehr undurchsichtig das Ganze.


    Man beachte das grandiose Spiel der Rückenmuskulatur, Corben at it’s best.


    Also entweder bin ich zu blöd, war zu unaufmerksam, oder Corben hatte einfach noch ein paar Coole Ideen und da sich DEN so gut verkauft hat er dem Kind einfach diesen Namen gegeben und den muskulösen Glatzkopf am Ende einen Gastauftritt absolvieren lassen, fertig. Wer weiß? Auf jeden Fall äußerst unterhaltsam mit grandioser Corben-Kunst ausgestattet, aber für mich kein richtiger DEN. Hätte man vielleicht nach Band vier wirklich beenden sollen?

    7/10



    Valerian & Veronique Gesamtausgabe 4



    Die ersten beiden Alben des vierten Bandes der Gesamtausgabe um die beiden sympathischen Agenten hatte ich ja bereits genossen, jetzt wurde es endlich mal Zeit für die zweite Hälfte.


    Die Geister von Inverloch & Die Blitze von Hypsis

    Hach, Schottland und die Highlands! Schon mit dem Opening hat mich der Band gefangen genommen, liebe ich doch die Landschaft, die Kultur und die Menschen dort. Während sich Veronique die Landschaft bei Reitausflügen genießt und auf den nächsten Auftrag wartet betätigt sich Valerian am anderen Ende der Galaxie als Großwildjäger, ist er doch auf einer Mission zur Akquirierung eines Verbündeten, die sich als ungemein schwierig herausstellt. Abgesehen von dieser spannenden und auch humorvollen Szene bleibt der Band aber ehrlich gesagt über weite Strecken recht Inhaltslos. Alles plätschert so langsam vor sich hin, während sich alle relevanten Charaktere nach und nach im schottischen Hochland einfinden. Aus London und Virginia treffen Helfer ein und auch die drei lustig/gierigen Shinguz sind wieder mit von der Partie. Für den geneigten Fan der Popkultur und der neunten Kunst gibt’s es schöne Seitenhiebe auf E.T. und die Peanuts zu entdecken und sogar Bilal durfte ein Panel beisteuern, wenn ich mich nicht irre. Das macht alles echt Spaß, kann aber nicht wirklich darüber hinwegtäuschen, dass in dem Band kaum was passiert. Wenn ich nicht direkt mit dem nächsten hätte weiter machen können wäre ich schon ein wenig enttäuscht gewesen.


    Aber zum Glück besteht dieses Problem in der vorliegenden Gesamtausgabe ja nicht, und so ging es gleich nahtlos weiter. Über einen Mangel an Story kann man sich dann im zweiten und finalen Teil der Geschichte auch wirklich nicht mehr beklagen, denn hier geht es Schlag auf Schlag, das Tempo wird also deutlich angezogen und auch der eigentliche Auftrag wird endlich klarer! Viel möchte ich dazu auch gar nicht spoilern, aber alleine das an alte Geistergeschichten erinnernde Seemannsgarn vor der Kulisse der schroffen Küste Schottlands lässt mein Herz himmelhoch jauchzen. Der letzte Akt und das beinahe schon philosophisch anmutende, halboffene Ende, welches reichlich Platz für Interpretationen lässt – ja, das ist dann mal wirklich gehaltvoll und ein krasser Gegensatz zu dem fast schon leer anmutenden ersten Band. Die Blitze von Hypsis ist für mich ein strahlendes Highlight meiner bislang gesichteten Valerian-Bände und in direkter Verbindung damit werden auch die Schwächen des Vorgängers nahezu komplett ausgemerzt. Deshalb kann ich den Zweiteiler auch nur als Gesamtwerk bewerten, denn ein Band macht ohne den Anderen keinen Sinn.

    9/10



    DEN Band 6: Der Preis der Erinnerung – Die phantastische Welt des Richard Corben 11



    Der sechste und letzte Band um den wohl bestückten Muskelprotz (zumindest in dieser Collection) beginnt wieder deutlich vertrauter. Zwar scheint unser Held unter partiellem Gedächtnisverlust zu leiden, jedoch ist er wenigstens von Seite 1 an mit am Start, gewandet in seinen hellen Umhang, den er trug als er sich auf machte zu alter Stärke zurückzufinden. Auf der Suche nach DENs Erinnerungen geht es gleich von Beginn an alles andere als Zimperlich zur Sache, wenn die ersten Schädel zerschmettert werden. Im weiteren Verlauf gibt es ganz Corben Typische, trashig-brutale Sci-Fi/Fantasy-Action mit viel nackter Haut zu bewundern. Dabei wird sowohl mit, als auch gegen Dinosaurier gefightet, sagenhafte Wolkenstädte werden ebenso besucht wie uralte Monumente, widerliche Kannibalen entlarvt und sogar die ein oder andere hochdramatische Szene hat der Meister eingeflochten.


    Ein weiteres Beispiel für Corbens große Kunst.


    Grund zur Kritik gibt es diesmal aber leider auch, vor allem am Artwork. Denn da gibt es tatsächlich einige Seiten, auf welchen die Panels wie Screenshots aus einem enorm billigen (oder eben alten) Third-Person-Shooter wirken. Klar hat Corben immer gerne mit den verschiedensten Techniken experimentiert und war in der Richtung vielleicht sogar eine Art Vorreiter, unter großer Kunst verstehe ich allerdings etwas deutlich Anderes. Da sah das alte Ägypten bei Serious Sam deutlich ansprechender aus.


    Zwei unrühmliche Panels aus dem Finale von DEN.


    Das war es also mit DEN, zumindest was diese Collection angeht. Ich meine mal irgendwo gehört zu haben, dass es in den USA noch einen siebten Band gab, ist das korrekt? Die erwähnten Aussetzer in der Optik geben einen Abzug in der B-Note, vom Storytelling gehört der Band aber zu den stärkeren der Reihe wie ich finde, also gleicht sich das in etwa aus. Dennoch bin ich noch immer der Meinung, dass Band 4 ein schöner Abschluss gewesen wäre.

    7,5/10

    So, jetzt gibt es erstmal eine kleine Corben-Pause. Mal schauen was ich mir dann als nächstes von ihm aus dem Regal ziehe.

    VG, God_W.
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  7. #182
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    Knightfall - Der Sturz des Dunklen Ritters: Prolog (Batman Graphic Novel Collection)



    Was für ein Einstieg! Voller Dramatik, Tempo und Action werden wir mitten ins Geschehen geworfen, lernen Azrael kennen, also zumindest ich kannte den Charakter zuvor noch gar nicht, nur um kurz darauf Zeuge seines tragischen Ablebens zu werden. Jedoch hat er es mit dem Mut der Verzweiflung gerade noch so geschafft sein Vermächtnis an seinen Sohn weiterzureichen, und dessen Werdegang, Training und Aufstieg dürfen wir auf den nächsten Seiten beiwohnen.

    Unterbrochen wird das immer mal wieder von kleinen Szenenwechseln zu Batman, der die mysteriösen Ereignisse um Azraels Tod untersucht, wurde bei der actionreichen Hatz der ersten Seiten doch eine waschechte Massenpanik mit gleich mehreren Opfern ausgelöst. Hier sehen wir einen Batman wie ich ihn liebe, vertieft in schlüssiges Kombinieren und detektivisches Rätsellösen, an seiner Seite ein Alfred Pennyworth, der stets einen trockenen Spruch auf den Lippen hat. Ganz toll geschrieben und auch das Artwork im typischen 90er Style, welches mit viel Dynamik und abwechslungsreichen Panelaufteilungen daherkommt, weiß zu überzeugen. Zwar deutlich farbenfroher koloriert, als ich es für gewöhnlich am Mitternachtsdetektiv präferiere, aber hier passt das echt gut. Für mich ein absolut kurzweiliger Knaller, der den legendären Ruf der Story für mich schon mal begründet, zumindest wenn es so weiter geht.

    8,5/10



    Bouncer – Gesamtausgabe 3:



    Teil 6: Die Schwarze Witwe & Teil 7: Doppelherz




    Aber hallo! Was ist das denn für ein Wechsel in der Tonart beim Bouncer? Da wird die hammerharte, realistisch anmutende Welt, die von Tragik trieft plötzlich durch trashige Horrorelemente bereichert? Abgrundtief böse Arschlochkinder, Handlager mit einem Axtblatt im Schädel, irre Wissenschaftler und eine äußerst charismatische Ober-Antagonistin, die irgendwo zwischen Bond-Bösewicht und den Hammer Studios angesiedelt werden kann. OK, ich kann schon verstehen, wenn das für den ein oder anderen dezent „over the top“ daherkommt, ich persönlich finde das einfach nur wahnsinnig unterhaltsam und hoffe es gibt ganz bald mehr davon! Die Optik ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Von Schreiber und Leser in Perfektion präsentierter, brutal-dreckiger Edel-Trash-Western mit Horrorelementen. Eine wilde Mischung irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn – für mich deutlich dichter an ersterem.


    9/10



    Knightfall - Der Sturz des Dunklen Ritters: Teil 1 (Batman Graphic Novel Collection)



    Der erste Teil nach dem „Vorgeplänkel“ liest sich wie ein Who is Who der Batman-Villains. Dabei kommt jede Story für sich ein Stück weit anders daher, es wird also jede Menge Abwechslung geboten. Bane wird bewusst langsam eingeführt, was ich sehr gut finde, was für mich aber ein absolutes Highlight des Bandes darstellt, ist die überraschende Tiefe, die der Charakter von Killer Croc erhält. Ich bekomme ja richtiggehend Mitleid mit dem muskelbepackten, schuppigen Rohling! Das Artwork hat mir hingegen beim Prolog etwas besser gefallen, das war irgendwie mutiger. Hier wird eher guter Standard geboten, mal abgesehen von den herrlich einprägsamen Covern von Kelley Jones, die zwar die Fangemeinde wohl etwas spalten, aber wenigstens durch wiedererkennungswert glänzen.

    7,5/10



    Alack Sinner – Gesamtausgabe



    Na da bleibt mir doch gar nichts anderes übrig als einfach nur ein ganz ganz fettes DANKE an den avant-verlag zu schicken! DANKE! Für diese absolut geniale Veröffentlichung. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen durfte ich immer mal wieder in die Noir-Welt von Alack Sinner eintauchen.


    Der abgehalfterte Ex-Cop beginnt recht typisch als knallharter Privatschnüffler in bestem Noir Style, entwickelt sich im Laufe der gewaltigen, über 700 Seiten starken Gesamtausgabe zu einem Träger von vielen gewichtigen, sowohl politischen als auch gesellschaftlichen Themen, die auch heute noch absolut aktuell daherkommen. Klar, überspannt der Zeitraum in dem das Argentinische Dream-Team Muñoz & Sampayo an den Hard Boiled Stories gearbeitet haben doch ganze 30 Jahre (1976 – 2006). Sogar eine kleine Metaebene hat Alack Sinners Lebensweg zu bieten, der mal hart, mal melancholisch und gerade gegen Ende sogar sehr einfühlsam daherkommt. Das von Carlos Sampayo getextete Mammutwerk hinterlässt bei mir einen lang anhaltenden Nachgeschmack wie ein hochkonzentriertes, lange gereiftes Destillat, das in seiner Komplexität die Zunge und den Gaumen vielleicht zuweilen überfordert, aber schlussendlich immer wieder zu einem nächsten Schluck, zu weiteren Entdeckungen einlädt, und in seiner vollen Pracht einfach nur makellos erscheint.


    Ja, auf den ersten Blick mag das Artwork vielleicht nicht sonderlich elegant oder „hübsch“ wirken und ich gebe es zu, bei dem ein oder anderen Panel musste ich schon etwas länger verweilen um zu checken, was da passiert. Aber schon nach wenigen Seiten war ich von José Muñoz‘ außergewöhnlichen Zeichnungen derart in den Bann geschlagen, dass ich mir die harte, schwarz/weiße Welt von Alack Sinner gar nicht mehr anders vorstellen kann. Die Präsentation ist avant mit dem kräftigen, schlohweißen Papier und dem tiefschwarzen Druck dabei absolut perfekt gelungen.


    Der Inhalt des vorzüglichen Bandes.


    10/10

    Laut einer Fußnote in dem Wälzer ist das Spin-Off Joe’s Bar (die Kneipe durfte ich mit Alack schon so manches mal besuchen) gerade bei avant in Arbeit. Ich kann nur hoffen, dass sich die Herren und Damen nicht zu lange Zeit lassen und sich dieser Prachtband hier gut genug verkauft, dass sich die Ergänzung dann auch lohnt. Verdient hätten sie es allemal und 49€ für einen 704 Seiten starken, zweieinhalb Kilo schweren Brecher, der etwa zur Hälfte mit deutschen Erstveröffentlichungen bestückt ist, ist nüchtern betrachtet schon ein absoluter Schnäppchenpreis. Also los Leute: Kauft das Ding!



    Knightfall - Der Sturz des Dunklen Ritters: Teil 2 (Batman Graphic Novel Collection)



    Boah, das tut ja beim Lesen fast schon körperlich weh. Hammerhart und schön intelligent, wie der Dunkle Ritter hier Schritt für Schritt zuerst seelisch, mental und im echt heftigen Finale dann auch noch körperlich gebrochen wird. Das Beste an der Sache ist dann tatsächlich nicht das Knalleffekt-Finale, auf das es ja zwangsläufig hinausläuft, sondern das Odyssee artige Martyrium auf dem Weg dahin, währenddessen ich ständig verzweifelt mitfiebere und hoffe, dass es dem Mitternachtsdetektiv irgendwie gelingt aus dieser Abwärtsspirale auszubrechen. Ich suche überall nach einem Strohhalm, an den ich mich klammern kann, hoffe inständig, dass er sich doch von Alfred oder Robin helfen lassen soll, doch es ist klar was kommen muss – und das wurde astrein inszeniert, von der Farbgebung vielleicht sogar etwas mutiger als der Vorgängerband.

    9/10



    Lincoln – 5. Hände hoch!



    Die Wirren der mexikanischen Revolution, ja, das gehört zu den Dingen, auf die unser Lincoln ja mal so gar keinen Bock hat. – Katsching – Schon landet der selbstsüchtige Wüstling mit einem kleinen Schubs von Oben mittendrin. Das läuft allerding auch nicht ganz so, wie sich das die himmlische Obrigkeit vorgestellt hat und so stolpert unser „Held“, mal wieder stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht, irgendwo zwischen Regimesoldat, Spion und Freiheitskämpfer durch halb Mexiko, und schließlich in die Arme einer wunderschönen Frau. . . oder vielleicht eher vor deren Revolverlauf?


    War Band viel für mich ein etwas schwächerer Vertreter der Reihe, so dreht die Jouvray-Familie hier wieder richtig auf. Ein absolutes Gagfeuerwerk aus spritzigen Dialogen, wirren Verstrickungen und urkomischer Situationskomik wird hier abgefeuert. Quasi nebenbei wird eine spannende und vor allem wendungsreiche Geschichte erzählt, die durchaus die ein oder andere moralische Frage aufwirft. Hier finden also wieder alle Stärken der äußerst unterhaltsamen Reihe in perfekter Harmonie zusammen. Ein absolutes Highlight, wenn nicht sogar der bislang beste Lincoln.Band.

    8,5-9/10



    Knightfall - Der Sturz des Dunklen Ritters: Teil 3 (Batman Graphic Novel Collection)



    Chuck Dixon (ich liebe ja seine Winterwelt!) und Doug Moench machen sich daran die Fledermaus nach ihrem Absturz wieder auferstehen zu lassen. Dass der Weg zurück kein Leichter sein wird war klar, und so sieht die Rückkehr des Flattermanns auch etwas anders aus, als man es sich vielleicht gewünscht hätte, aber bevor es daran geht gibt es erstmal einen längeren Backflash in dem mit Two-Face einer meiner bevorzugten Bat-Villains im Mittelpunkt steht und als I-Tüpfelchen auch noch Klaus Janson am Zeichenbrett sitzt, den ich ja mittlerweile, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit, sehr zu schätzen weiß.

    Azraels Zeit als dunkler Ritter ist dann nicht nur von viel Action und Brutalität geprägt, es schwebt auch ständig so eine gewisse Spannung in der Luft, fast wie so eine Haare aufstellende, annähernd schon zu riechende Elektrizität. Das liegt daran, dass der ganze Run so eine Art Ritt auf der Rasierklinge ist, da man nie genau einschätzen kann, wann der Typ richtig ausrastet und es einfach maßlos übertreibt, ob er gar gegen Robin vorgeht oder, ob es dem gelingt den ungestümen Racheengel in Zaum zu halten. Andererseits sind die harten Bandagen die der aufzieht vielleicht auch das einzig Richtige im Kampf gegen einen Gegner wie Bane?

    Insgesamt ein würdiger Abschluss, wenn auch Band zwei für mich das erzählerische Highlight der Reihe bleibt. Wie es mit Bruce weitergeht würde ich jetzt natürlich schon gerne wissen, aber zusammen mit dem Prolog bietet Azraels Charakter eine schöne Klammer für die Story und so wirkt das Ende vielleicht etwas abrupt, aber dennoch rund. Den Klassikerstatus kann ich dem Arc nur bestätigen.

    8/10

    Nächste Runde gibt’s dann unter Anderem mal wieder klassischen Western, was von Frank Miller und den nächsten Sandman-Band.

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  8. #183
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    Warren Tufts: Lance – Band 3



    Nach dem Herzschlagfinale von Band zwei startet dieser Dritte mit Lance‘ atemloser Jagd nach Valles Entführern. Enorm spannend, in den Sundays wundervoll bebildert und in den Dailies ebenfalls stark gezeichnet und vor allem toll erzählt. Spitze finde ich auch, dass im weiteren Fortgang wirklich eine Geschichte mit Charakteren erzählt wird, die sich realistisch anfühlen. Die Entwickeln sich tatsächlich weiter, die Lebensumstände, Träume und Ziele ändern sich, ich habe nie auch nur einmal das Gefühl, dass irgendwas widerholt. Hier fühlt sich wirklich alles nach Edelwestern an, auch die Aufmachung des Bocola-Verlags.


    9/10



    Sandman Deluxe 5: Kurze Leben



    Genau wie schon der herausragende vierte Band ist dieser, mit 428 Seiten enorm umfangreiche, fünfte Teil ein absolutes Meisterstück. Die kleine, stets verwirrte Delirium ging mir ja Anfangs ehrlich gesagt schon ganz schön auf den Zeiger. Als sie hier erstmal ins Zentrum des Geschehens gerückt wird war ich also durchaus skeptisch. Allerdings scheint das ADS-behaftete Mädel auch äußerst sensibel zu sein und so vermisst sie ihren Bruder Destruction mehr als es wohl beim Rest der Ewigen der Fall ist. Destruction hat seinen Teil des Jobs vor langem aufgegeben, sich abgesetzt und möchte nicht gefunden werden, was die anderen Geschwister auch zu akzeptieren scheinen, dem kleinen Wuschelkopf aber sichtlich schwer fällt. So sucht sie einige ihrer Geschwister auf und bittet sie um Hilfe bei der Suche. Dabei erfährt sie sowohl Ablehnung, als auch Ermutigung, aber wirklich helfen will ihr niemand, tja, bis sie sich dann doch noch an Dream wendet. Das hat sie sich lange nicht getraut, denn der macht ihr ein wenig Angst und ist auch oft gemein zu Ihr – zumindest empfindet sie das so. Aber wie soll es anders kommen, schlussendlich machen sich die beiden auf zu einer faszinierenden Odyssee voller fabelhafter Geschichten, während der ich Despair richtiggehend liebgewinne, sie in mein Herz schließe, ja geradezu beschützen und vor allem Ungemach behüten möchte. Dazu noch die kleine Rahmenhandlung bezüglich Dream, über die ich jetzt gar nichts verraten möchte, die aber für mich einen weiteren Geniestreich der Reihe darstellt. Absolut großartig.


    Als kleines Zwischenspiel wartet dann ein wundervolles, intelligentes und gefühlvolles Märchen wie aus 1001 Nacht, welches außerordentlich stimmungsvoll gezeichnet wurde. Diese kleinen Perlen sind immer wieder Highlight, die sich durch die ganze Reihe ziehen und beweisen, dass es durchaus auch in kleinem Rahmen möglich ist große Gefühle zu wecken.

    Mit Stephen King gibt sich einer meiner absoluten Lieblingsautoren die Ehre, um ein paar einleitende Worte zum letzten großen Teil des Bandes verlauten zu lassen. Dieser beginnt dann auch wie eine typische Schauergeschichte, könnte direkt aus Kings Feder stammen. Todmüde am Steuer eines Wagens gerät Brant mitten im Juni in einen verheerenden Schneesturm, und als urplötzlich ein ganz und gar unwahrscheinliches Wesen im Lichtkegel der Scheinwerfer auftaucht nimmt das Unheil seinen Lauf. Als Brant und seine Beifahrerin, der der Wagen dummerweise gehört, wieder zu sich kommen, hat sich die Karosse alles andere als elegant um eine alte Eiche gewickelt. Jetzt könnte natürlich ein hammerharter Survival-Trip in eisiger Kälte beginnen.


    Ja, könnte. Oder aber die beiden stolpern unversehens ins World’s End, das Gasthaus am Ende der Welten, wo sich die Wege und Zeiten der verschiedensten Charaktere und Wesenheiten kreuzen, also dem besten Platz um einem „Realitätssturm“ zu entfliehen und sich reihum die vor Fantasie und erzählerischer Kraft überbordenden Geschichten der Reisenden anzuhören, denen man nur an einem solch außergewöhnlichen Ort begegnen kann. Geprägt von wechselnden, stets wundervollen Artworks verschiedenster Zeichner und übersprudelndem Ideenreichtum feuert Neil Gaiman eine Batterie fabelhafter Geschichten ab, eine schöner als die andere. Nach Band vier der zweite Band in Folge, den ich mir auf keine andere Art besser vorstellen kann, einfach herausragend.

    10/10



    Ein Stern aus schwarzer Baumwolle



    Was für eine wundervoll erzählte, packende Geschichte der All Verlag in diesem 180 Seiten starken Album untergebracht hat! Über mehrere Generationen erstreckt sich die vom Kampf handelnde Erzählung. Vom Kampf der Farbigen um Anerkennung in ihrem Heimatland, vom Kampf der vereinigten Staaten um ihre Unabhängigkeit, vom Kampf um die Befreiung Europas von den Nazis, vom Kampf um die Suche nach einem Beweis für ein ganz besonderes Zeichen. Ein Zeichen welches der Zugehörigkeit der Farbigen Bevölkerung zur Nation der Vereinigten Staaten endlich die verdiente Geltung verschaffen soll – und zwar von Beginn an.


    Klar, die Story ist nur eine wunderschöne Idee und wirkt an der ein oder anderen Stelle vielleicht ein wenig konstruiert, aber im Endeffekt bleiben die Hintergründe offen genug und die Bezüge zu realen Ereignissen ausreichend dicht um, wenn man denn möchte, einen Hauch von Wahrheit hineininterpretieren zu können – wie es doch bei den meisten Märchen auch der Fall ist.

    Dazu die äußerst stimmungsvollen und aufwändigen Bilder und, als persönliches Schmankerl für mich, die Einbeziehung der Monuments Men, der Truppe die im zweiten Weltkrieg unterwegs war um Kunsthistorische Artefakte vor den Deutschen zu retten. Dazu gibt es einen hervorragenden Film mit George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman Cate Blanchett und dem fabelhaften Hugh Bonneville. Die wunderschöne Brügger Madonna von Michelangelo (nicht dem Turtle), um die sich die Jagd im Film teilweise dreht, kann in Brügge übrigens noch heute besichtigt werden. Hier einige Schnappschüsse:


    8,5/10



    Black Hole



    Mein erster Burns und durchaus ein guter. Atmosphärisch würde ich eine glatte 1 (also die Note) geben, denn diese leicht bedrohliche Stimmung, die schon auf wenigen Seiten aufgebaut wird, hält sich wirklich den ganzen Band lang, und das sind immerhin derer 368 Seiten, das muss man erstmal hinbekommen. Dazu kommt der extrem klare, stilisierte Zeichenstil in wunderschönem, kraftvollem Schwarz/Weiß, den ich aber dennoch als recht gewöhnungsbedürftig empfand. Ist wohl nicht so ganz mein Geschmack. Hat Burns‘ Zeichenstil den er hier an den Tag legt eigentlich eine spezielle Bezeichnung?


    Insgesamt bin ich vermutlich auch einfach ein wenig mit falschen Erwartungen an den Band herangegangen. Ich hatte mich von dem Style irgendwie täuschen lassen und neben den Coming of Age- und Horror-Elementen mit dem Seuchenthema irgendwie noch einen größeren Sci-Fi Einschlag erwartet. Der blieb dann leider aus, aber gut unterhalten wurde ich dennoch, hat mich ein bisschen an meine Jugend erinnert, als wir ab und an noch heimlich einen durchgezogen haben und viel Zelten waren.

    7/10



    Hard Boiled



    Schon viel zu lange nix mehr von Frank Miller in der Leseecke gehabt und da mir kürzlich der Sinn nach Sci-Fi stand und ich da etwas anderes bekommen habe schien mir Hard Boiled genau richtig, soll die Story doch auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick basieren, dem Mann der schon Vorlagen für Meisterwerke wie Blade Runner, Total Recall und A Scanner Darkly lieferte. Die Ursprüngliche Geschichte für dieses Werk hier scheint allerdings enorm kurz gewesen zu sein, oder Frank Miller, der hier lediglich als Texter auftritt, hat nur wenige Zeilen aus dem Original herausgepickt und den Rest den Bildern von Geof Darrow überlassen.


    Dessen hyperdetailliertes Wimmelbildartwork mit reichlich Splatterelementen und vielen extrem lustigen Einfällen ist dann auch das absolute Highlight des Bandes. Würden seine Zeichnungen nicht so sehr zum Verweilen, faszinierten Staunen und Schmunzeln einladen, der Band wäre trotz seiner 120 Seiten in 20 Minuten abgefrühstückt. Jetzt könnt Ihr Euch ausmalen wie gehaltvoll die Story daherkommt. Nicht dass die wilde Mischung zwischen „Falling Down“ und „RoboCop“ auf Ecstasy nicht auch ein paar kritische Anklänge aufs Tablett bringen würde, aber im Endeffekt bleibt dennoch das Gefühl von Fast Food erhalten. Artwork 10 Punkte, Story und deren Darreichungsform allenfalls durchschnittlich, vielleicht sogar knapp darunter.


    Die mir vorliegende Cross Cult Ausgabe von 2018 kommt zum Glück in großem Format, bei dem genialen, kleinteiligen Artwork absolut essenziell, und wurde von Dave Stewart neu koloriert. Zum Vergleich kenne ich nur einige Bilder aus dem Netz, kann aber sagen, dass die Farbgebung für mich als Erstleser einen sehr guten Eindruck macht.

    6,5/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (04.11.2020 um 16:01 Uhr)
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  9. #184
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    Bilden beim Turf eigentlich die schwarz-weißen und die farbigen Tage eine Geschichte oder sind das immer getrennte Erzählungen?

  10. #185
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    Turf? Du meinst Tufts. Oder Lance, je nachdem.

    Das hab ich in meiner Rezi zum zweiten Band versucht zu erläutern:

    https://www.comicforum.de/showthread...=1#post5657145

    Ich zitiere mich hier mal ganz frech selbts:
    ...Ein besonderer Kniff ist Mr. Tufts in seiner Erzählstruktur gelungen, was nochmals verdeutlicht welchen Sprung seine Meisterschaft in dieser Disziplin vom ersten zum zweiten Band gemacht hat. So ist es doch möglich sowohl die Tagesstrips, als auch die Sonntagsseiten als große Geschichte hintereinander weg zu lesen, ohne dass es mir vorkommt als würde ich alles doppelt vorgekaut bekommen, jedoch kann man auch beide Varianten jeweils gesondert voneinander betrachten, also entweder nur die Sonntagsseiten, oder ausschließlich die S/W Tagesstreifen, ohne das Gefühl zu haben etwas Wichtiges verpasst zu haben. Probiert es ruhig aus, Ihr werdet überrascht sein!...
    Also in kurz: Es ist eine große, zusammenhängende Geschichte.
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  11. #186
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    Danke. Meinte tatsächlich den Lance.

    Wie siehst Du ihn im Vergleich zB mit Blueberry oder Durango?

  12. #187
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    Mit Blueberry kann ich leider nicht vergleichen, weil ich davon noch nichts gelesen habe (kommt noch). Mit Durango kann man Lance eher schlecht vergleichen. Einerseits ist Durango viel moderner, startete ja in den 80ern und läuft bis heute, Lance entstand zwischen 1955 und 60, da waren die Erzählstrukturen noch komplett anders. Durango nimmt sich klar die Italo-Western zum Vorbild, die es zu Zeiten von Lance noch gar nicht gab. Lance ist eher ein Kavallerie-Western a La John Wayne (nicht seine späten Werke). Erzählerisch kommt Warren Tufts dabei meines Erachtens schon nahezu an die Qualitäten eines Hal Foster heran. Vielleicht könnte man sagen eine Art Prinz Eisenherz im Wilden Westen. Auf jeden Fall großes Kino mit starken und liebevollen Charakteren und tollen Bildern der weiten Prärie.

    Dazu gibt es alle 5 Bände mittlerweile als schmucke Gesamtausgabe im Schuber direkt bei Bocola für äußerst faire 55 Tacken. (Und nein, ich bekomme da keine Provision, aber die liefern einfach geniale Arbeit ab.)
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  13. #188
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    Okay, es ist hoffnungslos. Ich werde meinem Rezi-Stapel aktuell mal wieder gar nicht Herr. Jetzt sind in der Firma auch noch Überstunden angesagt, und obwohl das Vorankommen im Nerd-Room aktuell mangels Verputzer etwas stagniert, gibt es auch dort noch das ein oder andere vorzubereiten. Nebenbei wollen dann noch die ein oder andere Feierlichkeit geplant, UND natürlich auch Comics gelesen werden. Um die Lage diesbezüglich mal etwas zu entschärfen hier ein paar Kurzmeldungen – Telegrammstyle sozusagen (auch wenn viele der Werke sicherlich eine ausführlichere Besprechung verdient hätten, also dafür schon mal ein dickes sorry!



    Guerillas – Band 1



    Wahnsinns Einstieg in die wilde Mischung aus Platoon, Planet der Affen und einem Schuss Insel des Doktor Mureau. Weit weniger trashig als gedacht, dafür wird überraschend viel Tiefe geboten und streckenweise kommt richtiges Kriegsfilm-Feeling auf. Stark!


    8,5/10




    Will Eisner Bibliothek: New York - Großstadtgeschichten



    Mal überraschend hart, oft sehr einfühlsam, streckenweise tieftraurig und immer wundervoll erzählt und enorm ausdrucksstark gezeichnet. Der Großmeister mit einem weiteren Highlight und einer großen Liebeserklärung an die Stadt, die niemals schläft.


    9,5-10/10




    Guerillas – Band 2



    Wir lernen die Charaktere besser kennen, vor allem „Hauptdarsteller“ John Francis Clayton, der hat quasi Charlie Sheens Rolle aus Platoon inne, bekommt noch mehr Tiefe und die unterschiedlichen Affen werden besser herausgearbeitet. Dazu schwebt stets die bange Frage, ob der irre Ex-Nazi-Wissenschaftler wirklich irre und böse ist, oder doch zu den Guten gehört, wie ein Damoklesschwert über der Truppe.


    8/10



    Im Westen nichts Neues – Graphic Novel



    Kraftvoll, grob und eindringlich, so würde ich das Artwork von Peter Eickmeyer bezeichnen. Textlich könnte der ein oder andere Comicleser ob der großen Menge geschriebener Worte einen kleinen Schock bekommen, denn es handelt sich tatsächlich eher um eine reich illustrierte Novelle denn um einen Comic. Allerdings wurde Remarques Klassiker wirklich sehr gut und stimmig in Kurzform übertragen. Ich habe wirklich Lust bekommen den mal wieder zu lesen, oder eine der beiden starken Verfilmungen zu schauen (S/W ne Kante besser als der dennoch sehr gute TV-Farbfilm).


    7,5/10




    Guerillas – Band 3



    Was bin ich froh, dass sich Autor & Zeichner Brahm Revel dazu entschieden hat die ursprünglich auf drei Bücher angelegte Reihe nochmal zu verlängern. Was hier alles passiert zusammen mit einem großen Finale in einem Abschlussband zusammenzufassen hätte ja nur in die Hose gehen können. So bekommen wir über die Vorgeschichte der beiden deutschen Gebrüder Wissenschaftler und der beiden Alpha Affen Unmengen an Background und eine deutlich festere Bindung zu den Charakteren. Spitze!


    8,5/10




    Lustiges Taschenbuch Classic Edition - Die Comics von Carl Barks 1



    Nachdem mich Don Rosa angefixt hat musste ich natürlich auch bei Altmeister Carl Barks einsteigen. Gleich die erste Story um das Piratengold punktet bei mir gleich mehrfach. Seemannsgarn, Kater Karlo als Bösewicht, charmanter Humor, coole Nebencharaktere (der Papagei). Allerdings besteht der Band im weiteren Verlauf bis auf wenige Highlights doch zum größten Teil aus zwar charmanten, aber zumeist doch recht durchschnittlichen 10-Seitern. Klar, zum Anfang einer Karriere kann man nicht nur Highlights erwarten und wirklich schlecht war ja da jetzt auch nix. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände!


    6,5/10




    Guerillas – Band 4



    Was für ein absolutes Feuerwerk von einem Finale! Die Story wird eindringlich und spannend zu Ende erzählt. Mächtige, treibende Action macht den Band zu einem absoluten Pageturner voller Dramatik. Ich bin ständig am Mitfiebern und habe Angst was als nächstes passieren könnte. Ja, ich gebe es zu, zum Schluss hatte ich doch streckenweise einen kleinen Kloß im Hals. Fulminanter Abschluss der rund 700 Seiten starken Affen-Vietnam-Saga.


    9/10


    Wer von Euch hat was davon gelesen, oder zumindest auf dem Zettel? Meinungen?

    VG, God_W.
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  14. #189
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen
    Wer von Euch hat was davon gelesen, oder zumindest auf dem Zettel? Meinungen?
    Tatsächlich bisher nichts außer in meiner Jugend mal die Carl-Barks-Sachen. Und dazu kann ich nichts mehr sagen, weil es so lange her ist. Guerillas hört sich aber echt interessant and und sieht auch ziemlich gut aus. Ich glaube da werde ich beim nächsten Comicshop-Besuch mal den ersten Band ordern.

  15. #190
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    @Poch (und alle, die es interessiert): Kleiner Tipp, weil die Serie leider etwas untergegangen ist bietet der All-Verlag die in seinem Onlineshop aktuell in einem günstigen Komplettpaket an (genau wie Nuork und noch ein paar Andere). Ähnlich wie Splitter das bei den Adventspaketen macht.

    https://www.all-comic.de/Gesamtprogr...4-Buecher.html

    Leseproben gibt es auf den Einzelseiten der Bände:
    Leseprobe Guerillas 1
    Leseprobe Guerillas 2
    Leseprobe Guerillas 3
    Leseprobe Guerillas 4
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  16. #191
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    Von Guerilias hast Du mich überzeugt. Gerade bei All bestellt!

  17. #192
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    Sehr schön, bin gespannt, wie sie dir gefallen! Zu dem Preis kann man ja aber echt nix verkehrt machen.
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  18. #193
    Mitglied Avatar von Gagel
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    Zitat Zitat von berlepsch Beitrag anzeigen
    Von Guerilias hast Du mich überzeugt. Gerade bei All bestellt!
    Gute Entscheidung!

  19. #194
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Nächste Runde „Rezistapel im Telegrammstil“:



    Der Prinz der Nacht 1-6: Der Fluch der Rougemonts – Gesamtausgabe



    Wahnsinn, dass Yves Swolfs grandios elegantes Artwork zu dieser Atmotriefenden, mehrere Jahrhunderte überspannenden Vampirsaga tatsächlich noch besser passt als zum eh schon enorm coolen Durango. Eine fesselnde Geschichte, die natürlich viele archetypische Genreelemente vermischt, das macht Swolfs aber so gekonnt, dass es ein wahres Fest für den geneigten Fan ist. Einzig den am Ende einfließende Trashfaktor mit dem klischeehaften, bösen Obernazi hätte es meines Erachtens nicht gebraucht. Ansonsten die perfekte Lektüre für schummrige Herbst-/Winterabende.



    Backcover mit einer Übersicht der sechs enthaltenen Alben.


    9,5/10




    Lady Mechanika Collector's Edition 1 – Das Geheimnis der mechanischen Leiche



    Ich hatte mir ja vorgenommen mich bei einer neuen Serie nicht wieder gleich in Höchstnoten zu stürzen und stattdessen Luft nach oben zu lassen, tja, hat nicht geklappt. Spannende, schön mysteriöse Geschichte, eine faszinierende Steampunk-Welt in grandiosen Bildern, ultracoole, taffe Heldin, Eyecandy ohne Ende mit massig tollen Design-Ideen. Dazu die perfekte Ausstattung, in der Splitter die Collector’s Edition präsentiert. Gleich vom Start weg volle Breitseite mein Geschmack!


    9/10




    Mac Coy – Gesamtausgabe Band 1



    Selten bin ich an einen Band mit solch großer Skepsis herangegangen wie hier, war ich doch von Antonio Hernández Palacios‘ El Cid mittelschwer enttäuscht. Famoses Artwork mit gewöhnungsbedürftiger Kolorierung und einem Erzähltempo dem jede Schnecke mit einem Affenzahn davonziehen würde, so in etwa war mein Eindruck von El Cid. Mac Coy ist aber nun ein Western, einer der sogenannten „großen Edelwestern“ unter den Comics, und zumindest eine Chance musste ich dem Werk schon einräumen. Nach über einem Jahr auf dem Lese-K2 war es jetzt endlich so weit. Was soll ich sagen? Ich wurde absolut positiv überrascht, was vielleicht an Autor Jean Pierre Gourmelen liegt, denn der ergänzt Palacios‘ kongeniales Artwork mit spannenden, spritzigen Western-Stories voller Abenteuerfeeling, spannenden Shootouts und einem überraschend großen Spritzer Humor. Ich find’s toll und freue mich schon auf die weiteren Abenteuer.


    Neben dem Robert Redford wie aus dem Gesicht geschnittenen Mac Coy gibt es alleine in diesen ersten Alben schon viele weitere Filmhelden wie Richard Widmark und Bud Spencer in Gastrollen zu bewundern. Der vom avant-verlag prächtig gestaltete Band enthält neben diversen Extras die ersten vier Alben um den gewitzten Südstaatler, die da wären:

    Die Legende von Alexis Mac Coy
    Der Schatz aus Mexiko
    Eine Falle für Mac Coy
    Der Triumph von Mac Coy


    Sicherlich nicht alle auf dem gleichen hohen Niveau, aber ein Totalausfall ist wahrlich nicht dabei, liegen die Stories doch allesamt irgendwo zwischen deutlich überdurchschnittlich und sehr gut. Dazu der markante Zeichenstil, der sicher nicht jedermanns Geschmack trifft, aber enormen Widererkennungswert vorzuweisen hat.

    7,5/10




    Duckanchamun – Im Tal der Enten (Enthologie)



    Wir lieben Ägypten. Das Reich der Pharaonen hat uns mit seiner unerschöpflichen Geschichte und Mythologie schon seit jeher fasziniert und irgendwie scheint das auf Krümelchen abgefärbt zu haben. So war dieser Band dann der erste größere Comicband, den ich über einige Wochen verteilt komplett als Gutenachtgeschichte lesen durfte. Voller Stolz kann ich behaupten von mal zu mal besser geworden zu sein, und mein Stimmenrepertoire habe ich massiv ausgebaut!

    Krümelchen ist begeistert, muss stellenweise sogar lauthals lachen. Dazu die schönen Geschichten, die von der Rahmenhandlung um den großen Pharao Duckanchamun (Donald Duck) eingefasst werden, denn der träumt die einzelnen Stories, welche direkt von Düsen-Triebis (Daniel Düsentrieb) Traumaufzeichnungsmaschine niedergezeichnet werden. Neben einem ganzen Schwung charmanter Stories war für uns „Der Koloss von Abu Simbel“ ein Highlight des Bandes, wird das Ringen um die Rettung dieses einzigartigen Monuments vor dem Stauwasser doch reichlich mit Ideen und Anspielungen auf die Realität gespickt. Seit meine Frau und ich dort waren sind wir von dem Thema äußerst beeindruckt, und wie es der Zufall so wollte schauten wir just in der Woche vor der Lektüre zusammen mit Krümelchen eine umfassende Doku zum Thema, sodass auch sie vieles gleich wiedererkannte. Eine wundervolle Zeitreise ins alte Ägypten mit mächtigem Entenhausen-Charme.


    Ach ja, ohne mein Zutun fragte Krümelchen schon nach einigen Micky & Goofy Stories, wann denn endlich wieder die Enten kämen, ist also wohl eher ein Duck-Fan am Heranwachsen statt eines Maus-Jüngers.

    7,5/10




    Savage Sword of Conan – Classic Collection Band 1



    Mit “Die besten Conan-Geschichten aller Zeiten“ nimmt das Cover den Mund aber ganz schön voll! Über weite Strecken aber vollkommen zu Recht muss ich sagen. Mit dem zumeist (nicht immer!) hervorragenden S/W-Artwork, dem etwas raueren Grundton der Texte (klar, keine Anbindung an den Comic-Code) und der Freizügigeren Gestaltung der Kämpfe, sowohl auf dem Schlachtfeld, als auch in den Schlafzimmern sind die Voraussetzungen für grandiose Abenteuer im Hyborischen Zeitalter besser denn je.


    Eine Aufstellung der enthaltenen Hefte.


    Über weite Strecken pickt sich Roy Thomas dann auch die Sahnestücke unter Robert E. Howards Originalgeschichten um den muskelbepackten Barbaren heraus und adaptiert sie in vorzüglicher Weise, schön dicht an den Vorlagen, etwas abweichend wo es dem Medium Comic oder der Erzählstruktur dient. Also wirklich viele Disziplinen, in denen „Savage Sword“ den vergleichbaren „Conan der Barbar“-Bänden deutlich überlegen, oder zumindest auf Augenhöhe gegenübersteht. Einen ganz dicken Vorteil haben meines Erachtens aber auch die Farbbände zu bieten, wenn man sich mal an die Zeittypisch kräftige Kolorierung gewöhnt hat: Sie bieten eine einzige, große, zusammenhängende Saga um das Leben des Cimmeriers. Dadurch fühlen sie sich mehr wie ein echtes Abenteuer an, das man zusammen mit dem Krieger durchlebt, statt „nur“ wie einzelne Episoden aus Lagerfeuererzählungen. Das war natürlich nicht zu vermeiden, wollte Roy Thomas in Savage Sword doch auch viele Ereignisse aufgreifen, die erst spät in Conans Werdegang stattfinden.

    Beide Reihen haben somit meines Erachtens ihre Berechtigung. Für einen ersten Band steht „Savage Sword“ deutlich stärker da als der erste „Barbar“-Omnibus, nachdem ich aber schon drei Bände mit dem „bunten“ Conan unterwegs war fühle ich mich dort mittlerweile mindestens genauso wohl, wenn nicht sogar eine Spur wohler. Wer sich, wie in „Savage Sword of Conan“ geboten, hauptsächlich für Adaptionen der Original-Stories von Howard interessiert, dem seien auf jeden Fall noch wärmstens die Franko-Belgischen Alben des Splitter Verlags ans Herz gelegt, da sind ebenfalls absolute Highlights versteckt.


    8/10

    Welchen Conan findet Ihr am besten und warum? Seid Ihr auch so begeistert von der mechanischen Lady? Gehört Mac Coy zu Euren Favoriten unter den Western-Klassikern, oder eher nicht so? Der Prinz der Nacht ist ja wohl ein absolutes Vampir-Highlight! Gegenstimmen? Und findet Ihr Pharao-Enten auch spaßig?

    VG, God_W.
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  20. #195
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    Der nächste Schwung ist mal wieder mehr auf Batman fokussiert…


    Batman – Neal Adams Collection 3 (Batman Graphic Novel Collection)



    Der deutlich beste Band der drei Neal Adams Ausgaben, den ich direkt zum Anlass genommen habe einen kleinen Ra’s al Ghul Run zu starten, immerhin beinhaltet der Band mit Batman #232 den ersten Auftritt des Erzbösewichts mit den „besten Absichten“. Wenn man zufällig „Die Geburt des Dämons“ (DC Comics Graphic Novel Collection Band 43) zur Hand hat, kann man noch Batman #235 dazwischenschieben (ist da als Classic Bonusstory ganz hinten im Band), bevor der Ra’s al Ghul Storybogen mit Batman #243-245 vorerst zu einem Ende kommt.


    Daneben bietet der Band noch einen ganzen Schwung weiterer, toll gezeichneter Stories, teils perfekt zu Halloween, für Liebhaber von Two-Face, der Joker-Klassiker „Jokers fünffache Rache“ und ein zur Jahreszeit passender creepy Werwolfauftritt. Sehr coole Mischung!

    8/10




    Lustiges Taschenbuch Classic Edition - Die Comics von Carl Barks 2



    Zweite Runde mit Barks. Klar, da hab ich ja viel aufzuholen. Werde mir jetzt nach jedem Don Rosa Band mindestens zwei Barks Bände zu Gemüte führen, um da ein wenig zügiger vorwärts zu kommen und wenigstens einen Teil von Rosas Anspielungen verstehen zu können.


    Wie im ersten Band werden zum größten Teil wieder humorvolle 10-Seiter ohne Tiefs, aber auch nur mit wenigen Highlights geboten. Die findet man dann bei den längeren Stories, wie dem „Mystery of the Swamp“ oder beim „Terror auf dem Strom“. Zack, hat mich der gute Carl Barks wieder komplett abgeholt. Ich mag Sumpfmonster, Seemannsgarn, Nessie und Jules Verne, was sollte an diesem wilden Mix also schlecht sein? Davon abgesehen war „Lore aus Singapore“ echt verdammt witzig.

    6,5-7/10




    Batman – Die Geburt des Dämons Teil 1 (DC Graphic Novel Collection 42)



    Die ideale Fortsetzung meines kleinen Ra’s al Ghul Runs, den ich mit der Neal Adams Collection (Teil 3 in der Batman Eaglemoss Collection) begonnen habe. Der fette Band umfasst die beiden enorm gut geschriebenen Stories „Der Sohn des Dämons“ und „Die Braut des Dämons“. Wir werden in Ra’s al Ghuls Welt entführt, die sich ein wenig nach James Bond anfühlt, und in die sich der Dunkle Ritter tiefer und tiefer hineinziehen lässt. Die komplizierte Dreiecksbeziehung zwischen Batman, seinem Feind Ra’s und dessen Tochter Talia bildet das emotionale Herzstück der spannenden Stories, die auch beide super gezeichnet sind. Ein Batman-Highlight!


    8,5-9/10




    WE3 (Grant Morrison)



    Optisch top, ungewöhnlich und einfallsreich kommt Grant Morrisons Sci-Fi-Story daher, in der sich in enorm kreativ gestalteten Panels drei entführte und zu Kampfcyborgs umgerüstete Kuschelhaustiere auf eine außergewöhnliche Reise machen. Zurück in ihr altes Leben? Auf die Suche nach Menschlichkeit? Oder zumindest in die Herzen der Leser? Vermutlich hat Morrison das ungewöhnlich geradlinig daherkommende Teil wieder mit massig Anspielungen gespickt, die ich nicht kapiert habe, aber ein paar kleine Winker hab ich schon verstanden und der Rest war einfach prima unterhaltsam, wenn auch etwas zu kurz.


    6,5-7/10




    Batman – Die Geburt des Dämons Teil 2 (DC Graphic Novel Collection 43)



    Das Finale meiner kleinen „Ra’s al Ghul Kennenlernaktion“ (ich kannte ihn zuvor nur aus Batman Begins) führt mich zur Origin-Story dieses gefährlichen Batman-Widersachers, seinen Ursprüngen, seinem Werdegang. In gemäldeartigen Bildern wie aus Tausendundeiner Nacht darf ich die spannende, hochdramatische und äußerst tragische Geschichte um die „Geburt des Dämons“ miterleben. Dazu werde ich in die ferne Vergangenheit entführt, und zwar in die Wüsten Arabiens – und spätestens an der Stelle hatte mich der Band in seinem Bann. Stark geschrieben und vom großen Norm Breyfogle grandios in Szene gesetzt.


    9/10

    Findet Ihr Ra’s als Bösewicht auch so interessant wie ich? Welche Geschichten mit ihm gefallen Euch am besten? Und wie schätzt Ihr den kurzen Morrison-Band ein? Barks macht echt Laune, ich hoffe da auf noch mehr Knüller und längere Geschichten. Bin gespannt wie es da weiter geht.

    VG, God_W.
    Über Besuch, Meinungen, Diskussionen etc... freue ich mich immer sehr!

  21. #196
    Mitglied Avatar von Andreas1987
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen
    Seid Ihr auch so begeistert von der mechanischen Lady?
    Ich war sehr begeistert von ihr. Leider kam dann ein extrem starker Fall nach unten.
    Aber dafür dann wieder ein stetiger Anstieg nach oben.

  22. #197
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Na da bin ich ja mal gespannt! Band 2 der Collector's Edition wartet auf meinem Lese-K2 und soll demnächst an die Reihe kommen.
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  23. #198
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Heute geht es vorrangig um gebleckte Beißerchen…


    Nosferatu 1 – Si Vis Pacem



    Ihr merkt es schon, ich bin seit Oktober ein wenig in Grusel- und Horror-Stimmung. Allgemein ist ein Splitter-Zweiteiler oft keine schlechte Wahl, also brachte der Griff zum Lese-K2 den ursprünglichen Vampir zum Vorschein. Wobei, ganz so klassisch wie in Murnaus Klassiker von 1922 geht es dann doch nicht zu, erwacht der Oberblutsauger doch im indischen Dschungel der Neuzeit, woraufhin er sich erstmal durch die Slums von Bombay beißt. Coole Vampirjäger, Krieg unter den Blutsaugerclans und Rückblicke bis zu Kaiser Caligula und Nosferatus Zeit an dessen Hof (ja, coole Mischung, gell?) verleihen dem Band eine große Breite und enorme Abwechslung. Spannend geht es auch zu und macht enorm Lust auf Teil 2.


    7/10




    Aliens – Dead Orbit



    James Stokoes Autorencomic liefert einen starken Beitrag zum Alien-Universum. Als ein Schiff scheinbar führerlos auf ein Treibstoffdepot zusteuert macht sich ein kleines Team in einem Shuttle auf den Weg, um nach dem rechten zu schauen. Erwartungsgemäß bricht an Bord des „Geisterfahrer“-Frachters die Hölle los. Dabei wird geschickt mit Versatzstücken aus den ersten beiden Kinofilmen (und in einer Szene auch dem Dritten) gearbeitet, was prima funktioniert. Blutig und actiongeladen bleibt aufgrund der altbekannten Muster zwar die Spannung ein wenig auf der Strecke, aber dafür weiß das hyperdetaillierte Artwork (hat mich ein wenig an Chris Burnhams Arbeit an Morrisons Nameless oder auch Geof Darrow an Hard Boiled erinnert) absolut zu überzeugen.


    7/10




    Nosferatu 2 – Para Bellum



    Nein, mit dem dritten Teil der John Wick Saga hat das Splitter Album nichts zu tun, auch wenn der Untertitel vertraut klingen mag. Im Finale der mit diesem zweiten Band leider schon beendeten Reihe wird das Geheimnis aus Nosferatus Vergangenheit aufgelöst und die Handlungsstränge zwischen den Vampirfürsten, den Jägern und Nosferatu selbst verknoten sich immer enger, bis zu einem spannenden Finale. Tolle Story, gekonnt zu Ende geführt, auch wenn es gegen Ende scheinbar etwas schnell gehen musste. Wie schon bei Ulysses 1781 wurde sich die Möglichkeit offen gehalten weiter zu machen, aber die meisten Storyfäden werden zu einem zufriedenstellenden Abschluss geführt. Schade eigentlich, ich hätte mir gerne noch ein paar der wirklich schön gezeichneten Bände gegeben.


    6,5/10




    Aliens – Staub zu Staub



    Das Teil möchte ich schon ganz gerne als einen Knüller des Franchise beschreiben. Die coole, roughe Optik, die deutliche Anlehnung an Teil zwei der Filmreihe mit massig Action und die starken Horrorelemente, die sich eher durch schonungslose Schockmomente als durch subtile Spannung entladen, sind schon äußerst gelungen. Meisterlicher Kniff des Autors und Zeichners Gabriel Hardman ist es aber, uns die Story komplett aus der Sicht eines de facto wehrlosen kleinen Jungen zu präsentieren. Es ist fast so, als würden wir James Camerons „Aliens – Die Rückkehr“ durch die Augen der kleinen Newt erleben, und das fühlt sich äußerst intensiv an!


    Im Gegenzug leidet durch die viele Action der Spannungsaufbau ein wenig, was sich durch teils unharmonisch anfühlendes Pacing noch verschlimmert wird. Da es in so einer Atemlosen Monsterhatz auch nicht allzu viel zu erzählen, sondern eher zu Stöhnen und Schreien gibt, ist der Band auch recht schnell durch. Aber lieber ein knackiges und intensives Erlebnis mit besonderem Kick, als 500 Seiten Langeweile.

    8/10




    Die Gruft von Dracula – Classic Collection 1



    Ihr merkt es, ich bin in Horror und Grusellaune, schon seit Ende Oktober so in etwa, und da die klassischen Gruselfilmgestalten wie Dracula, Frankenstein, der Wolfsmensch, der Schrecken vom Amazonas, die Mumie usw. seit früher Jugend zu meinen absoluten Lieblingen gehören war auch der berühmteste aller Blutsauger mal wieder in irgendeiner Form fällig. Adaptionen gibt es ja in allen Kunstformen zur Genüge, aber da ich von klassischem Marvel Material wie Conan und Planet der Affen so begeistert war dachte ich mir, dass ich mit diesem dicken, 36 Hefte umfassenden Prügel nicht allzu falsch liegen kann.



    Hier der Inhalt des umfangreichen Sammelbandes.


    Um mich ein Stück weit überraschen zu lassen habe ich mich die ganze Zeit über möglichst wenig über die Geschichten informiert, ging also sehr unbedarft an diesen ersten Testband heran. Bei Gefallen sollen die beiden übrigen, wovon der Dritte dann massig deutsche Erstveröffentlichungen enthalten wird, noch folgen.

    Überrascht wurde ich dann tatsächlich gleich zu Beginn, denn der Band beginnt nicht mit einer Nacherzählung des Originalromans. Die Reihe sieht sich eher als vergleichsweise spät einsetzende Fortsetzung des selbigen, trägt sich die Handlung doch zum Zeitpunkt der Entstehung der Hefte, also in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zu. Das sorgte bei mir erstmal für eine kleine Enttäsuchung – die ungefähr fünf Seiten anhielt, dann hatte mich die enorm kurzweilige Story schon in ihren Bann geschlagen.


    Ich finde die stimmungsvolle Colorierung mit einer mächtigen Portion 70er Jahre Charme enorm gelungen.


    Der junge Pleitegeier Frank Drake reist mit seiner großen Liebe und seinem besten Freund nach Transsylvanien, hat er doch vor kurzem erfahren, dass er der letzte Nachfahre und somit Erbe des Geschlechts der Draculas ist. Bram Stokers als Roman getarnter Welthit ist in aller Munde, weshalb sollte sich mit dem frisch geerbten alten Schloss also nicht eine Touristenattraktion aufbauen und ordentlich Kohle scheffeln lassen? Was er nicht weiß ist zum einen, dass in den Katakomben des Gemäuers tatsächlich ein Untoter mit einem Pflock im Herzen liegt, den ein unachtsamer Besucher vielleicht versehentlich in einen wandelnden Untoten zurückverwandeln, quasi wiedererwecken könnte, und zum anderen, dass sein sogenannter bester Kumpel alles Andere als ein guter Freund ist, hat der doch geplant den guten Frank um die Ecke zu bringen, um sich im Anschluss an dessen Freundin, seine eigene Ex ranzumachen. Wie das Unheil auf Schloss Dracula dann seinen Lauf nimmt könnt Ihr sicher erahnen…


    Erster Auftritt des Daywalkers, kostüm noch deutlich anders, als von den Kinoauswertungen gewohnt.


    Es ist eine wahre Freude, wie enorm kurzweilig diese 788 Seiten daherkommen! Klar, zu Beginn, so die ersten ein bis zwei Handvoll Geschichten, wird die Richtung in die das Ganze geht ab und an mal noch etwas korrigiert. Das liegt sicher an den wechselnden Autoren, bis sich das Gespann aus Autor Marv Wolfman und Zeichner Gene Colan mal gefunden und ordentlich eingegrooved hat, aber selbst diese ersten sechs bis acht Hefte lesen sich super und verursachen keine riesigen Logiklöcher, die den weiteren Storyverlauf negativ beeinflussen würden. Spätestens als dann Van Helsings Ur-Enkelin mit ihrem Vampirkiller-Team auftaucht und auch noch mitmischt, kann ich die Reihe einfach nur noch feiern.

    Jede Menge Abwechslung und einfach beste Unterhaltung wird geboten. Mal steht Frank Drake im Mittelpunkt der Story, mal die Vampirjägertruppe, dann wieder Dracula selbst. Der wird zu Beginn sehr lange als der absolute Urbösewicht dargestellt, bekommt im weiteren Verlauf aber auch ab und an mal eine kleine Rolle als „Antiheld“, wenn er nur die richtig bösen Menschen aussaugt und andere verschont. Ein spannendes Wechselspiel in seinem Charakter, welches ihn schön unberechenbar macht.


    Dracula trifft auf den Werwolf.


    Ein absolutes Highlight sind immer die Auftritte von Blade, dem Daywalker. Nein, so wird er hier noch nicht genannt, dennoch ist sein erster Auftritt in Tomb of Dracula #10 denkwürdig, seine weiteren Einsätze enorm cool, und dass aus seiner Anlehnung an Richard Roundtrees Shaft kein Hehl gemacht wird, sondern der schwarze Vampirjäger regelmäßig einen entsprechenden Spruch auf den Lippen hat, gibt der Blaxsploitation Power einen herrlich selbstironischen Anstrich. Wenn im Nachgang seine Origin weiter ausgearbeitet wird kommen wir der aus dem Wesley Snipes Streifen sogar schon überraschend nahe. Ich liebe es! Im Gegensatz dazu wirkt der Privatschnüffler Hannibal King doch deutlich anders, als sein Ryan Reynolds Pendant aus dem leider sehr schwachen Blade 3.

    Dass die Geschichten in den 70ern entstanden sind merkt man vor allem an dem Mut alles auszuprobieren, worauf man Lust hatte. Die 70er sind für mich immer die Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten, im filmischen Bereich wie auch hier. Neben klassischen Gruselgeschichten, mal dramatischeren, mal lustigeren Beiträgen, werden auch immer mal wieder enorm trashige Elemente oder Versatzstücke aus beliebten Filmreihen eingestreut. Extravagante Bösewichte, die ganze Verbrecherorganisationen in James Bond Manier befehligen geben sich mit bösartigen Supergehirnen in Tanks mit Nährlösung die Klinke in die Hand, nur um zwei Hefte später wieder zu einer spannenden Vampirhatz in ein von Geistern heimgesuchtes Herrenhaus zurückzukehren.


    Hannibal King, im Kino ein taffer Vampirkiller mit großer Klappe, gespielt von „Dead Pool“ Ryan Reynolds, im Comic eher ein dem klassischen Film-Noir entliehener Privatschnüffler.


    Im Vorwort von Tom Field wird hochtrabend verlauten lassen, dass es sich hier um eine der besten Comicreihen der 70er Jahre handelt. Ich habe bislang nicht allzu viele Vergleichsmöglichkeiten gesichtet, kann mir das aber sehr gut vorstellen, denn ich hatte unglaublich viel Spaß! Das Vorwort ist neben einigen Covern und Artworks übrigens das einzige Bonusmaterial, doppelt und dreifach runtergeleierte Kommentare wie bei der Conan Classic Collection gibt es nicht (da wurde das echt ein wenig übertrieben), aber auch Leserbriefe gibt es keine, was ich ein wenig schade finde, die haben bei Conan echt nochmal zum Feeling und Zeitkolorit beigetragen. Aber vielleicht gab es bei Dracula damals gar keine? Ich weiß es nicht, aber allzu schlimm ist es wirklich nicht, zumindest wird man zwischen den Heften nicht aus dem Lesefluss gerissen.

    Ich kann nur empfehlen: Holt Euch den Blutsauger, wenn Ihr mit dem Thema auch nur entfernt was anfangen könnt, es lohnt sich absolut und die Jahreszeit könnte besser nicht sein. Band Zwei steht ebenfalls schon in den Regalen (und liegt seit meinem Geburtstag auf meinem Lese-K2 – An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die beste Ehefrau von allen), der finale Band drei erscheint voraussichtlich am 23. März 2021. Wenn Ihr wollt könnt Ihr Euch aber zuvor zu Weihnachten schon den Werwolf by Night holen. Angenehmes Gruseln (und auch Schmunzeln) wünsche ich!



    Ohne Schutzumschlag glänzt der Band in stilechtem Nachtschwarz.


    8,5/10

    VG, God_W.

    PS: Ich merke, ich falle in alte Verhaltensmuster zurück. Ich muss mich dringend wieder kürzer fassen! Aber die stickige Gruft von Dracula hat mich einfach verleitet, oder war es gar sein hypnotischer Blick? Egal. Wie findet Ihr den 70er Jahre Blutsauger? Habt Ihr den moderneren Nosferatu-Zweiteiler von Splitter auch gelesen? Meinungen dazu?

    Wer liest gerne Alien-Comics, und wie findet Ihr die beiden hier besprochenen? Vor allem auch zum Artwork würden mich Eure Ansichten interessieren! Ach übrigens, die Alien Lizenz läuft bei Cross Cult bald aus, falls Ihr Interesse habt (auch an den übrigen Franchise-Beiträgen des Verlags), dann greift in nächster Zukunft zu!
    Geändert von God_W. (21.11.2020 um 15:24 Uhr)
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  24. #199
    Mitglied Avatar von Hahlebopp
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    Mannometer! Haust ja hier mal wieder Rezensionen ohne Ende raus.
    Geburt des Dämons hab ich dann auch mal gleich auf meine Liste gepackt. Ra's ist wohl gleich nach dem Joker mein Lieblings-Bat-Antagonist.
    Gibt auch in der Batman Animated Serie eine Doppelfolge (wenn ich mich recht entsinne) zu dieser Origin-Story und dort scheint man sich dann wohl auch auch sehr stark bei dieser Vorlage bedient zu haben. Kommt mir jedenfalls zumindest teilweise alles recht bekannt vor.
    Und bei Dracula hab ich auch schon zugegriffen. Vampirkram ist ja eigentlich so gar nicht mein Fall (ich hab da immer so ein Klischee vor Augen, von kitschigen Blutsauger-Liebesromanen ...), aber irgendwie hatte ich da kürzlich mal so eine Eingebung und musste dann einfach zugreifen. Bin ja eigentlich auch großer Fan der Pulp-Ära und vor allem der klassischen Schauergeschichten von E.A. Poe. Mal hoffen, dass es ein wenig in diese Richtung geht.

    Anbei - ich hab ja kürzlich mal das hier entdeckt:
    https://www.tapatalk.com/groups/marv....html#p1222675
    Die Unterschiede in der Colorierung sind wirklich ... heftig. Vor allem das Dracula-Beispiel! Da hat Marvel den Lesern wirklich keinen Gefallen getan. Find ich ehrlich gesagt doch "etwas" ärgerlich. Marvel hätte da doch mal besser matte Farben und/oder dunkleres Papier nehmen sollen.
    Geändert von Hahlebopp (21.11.2020 um 20:10 Uhr)

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