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Ergebnis 401 bis 417 von 417

Thema: Just my 2 cents - (nicht ganz so kurze) Reviews von God_W.

  1. #401
    Mitglied Avatar von JRN
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    Zur Übersetzung von "Spice":
    Bitte dran denken, dass die Kolleginnen und Kollegen, die Filmdialoge übersetzen, vor anderen Herausforderungen stehen als unsereins.
    "Spice" ist ein einsilbiges Wort [und wird mit einem deutlichen "ei"-Mund artikuliert], "Gewürz" ist zweisilbig mit Rattenschwanz [also länger als z.B. "Gewü"].
    Kein Wunder, dass "Gewürz" als Kandidat sicher eher schnell ausgeschieden ist.
    "Salz" oder "Wein" oder etwas Ähnliches wäre gegangen ... hätte aber wahrscheinlich auch mehr Stirnrunzeln als Zufriedenheit erzeugt.

    Mit 1000 Grüßen,
    JRN

  2. #402
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Das stimmt, das ist von der Phonetik natürlich sehr unterschiedlich, hatte ich in dem Moment jetzt gar nicht dran gedacht. Wir wollen ja nicht, dass die Schauspieler im Film aussehen wie die Mädels aus der L'Oréal Werbung.
    Über Besuch, Meinungen, Diskussionen etc... freue ich mich immer sehr!

  3. #403
    Mitglied Avatar von Hahlebopp
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    Ach, darauf hatte ich ja ganz vergessen zu antworten.
    Die Erklärung von God_W., dass es da im Buch auch erst mal eine grundlegende Hinführung zum "Gewürz" gibt, hat mich ja bereits vollkommen beruhigt. Ich kannte ja bisher nur die alte Lynch-Verfilmung, wo das "Spice" und seine Wirkung bereits direkt in der Einleitung vorangestellt wird. Und ich hatte es mir wohl auch einfach ähnlich unpassend vorgestellt, wie die Übersetzung der Eigennamen bei den Game of Thrones Büchern ins Deutsche.
    Aber ja, "Spice" lässt sich auch weitaus fließender und leichter verständlich artikulieren. Das macht natürlich Sinn.
    Für mich hat der Begriff "Spice" wohl auch generell irgendwie eine gewisse zusätzliche Bedeutung, welche über "Gewürz" hinausgeht. Und deshalb tue ich mich damit ein wenig schwer. Aber genau das liegt wohl wiederum auch am großen pop-kulturellen Einfluss des Buches selbst.
    Geändert von Hahlebopp (24.11.2021 um 20:03 Uhr)

  4. #404
    Mitglied Avatar von berlepsch
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    Ich habe hier noch etwas ältere Hardcoverbände von Dune stehen - Übersetzer ist hier Hahn.

    Wenn ich mich recht erinnere, wird hier das Spice häufiger auch als Melange bezeichnet...



    Irgendwie schade, dass es keine schöne neue Hardcoverausgabe gibt...

  5. #405
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Zitat Zitat von berlepsch Beitrag anzeigen
    ...

    Irgendwie schade, dass es keine schöne neue Hardcoverausgabe gibt...
    Ja, das käst mich auch total an. Will mal an Heyne schreiben was sie sich denken. Riesen-Kinoauswertung, neue Übersetzung parat und dann sowas. Hatte schon bei Weltbild nach einer Sonderausgabe gefragt, aber die haben gemeint da kann nur Heyne was machen.
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  6. #406
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Noch immer ein kleines Zeitproblem was Rezis angeht, aber zumindest kurz mal anreißen, was es zuletzt so gab. Es ging endlich los mit meinem kleinen Nordic-/Wikinger- & Grusel-/Horror-Run, mal schauen, was ich da dieses Jahr noch alles schaffe (neben den Fables und ein paar anderen Sachen). Los gings mit dem ersten von vier Bänden, auf die ich mich schon lange freue…


    Northlanders 1 – Tod und Treue (Deluxe Edition)



    Die Wikinger Schlachtplatte von Brian Wood, den ich kürzlich an einem jungen Conan kennenlernen durfte, weiß insgesamt gesehen auf ganzer Linie zu überzeugen. Panini bringt die ehemalige Vertigo-Reihe in vier Deluxe-Bänden und hat die Inhalte leserfreundlich zusammengestellt. Will heißen, wenn eine Geschichte um eine zentrale Figur beginnt, dann wird die auch komplett durchgezogen, auch wenn die letzten Hefte damals erst nach einer Pause erschienen sind. So versammelt dieser erste Band z.B. die Hefte #1-8, 20, 29, 35-36 und 40, und beinhaltet drei in sich abgeschlossene Geschichten, wovon die Erste ganz klar das Herzstück darstellt.


    Der Zyklus um Sven, den Verräter breitet sich als wahres Epos vor uns aus. Sven von den Orkaden ist ein untypischer Wikinger, hat er doch für die Ländereien und den Ehrenkodex seiner Landsleute nicht allzu viel übrig. So hat er sich bereits in jungen Jahren aufgemacht und die Welt bereist, sich als Pirat und Söldner verdingt, im sonnigen Konstantinopel gelebt und Weib und Wein genossen. Doch eines Tages, als er mal wieder mit seinen Kumpanen ein Schiff gekapert hat, bringt ihm einer der überlebenden Feinde die Nachricht, dass sein Vater getötet wurde und sein finsterer Onkel Gorm ihm sein Erbe abspenstig machen will. Grund genug für Sven in die Heimat zurückzukehren.

    Die Story um den unerwünschten Heimkehrer mit ihrem Clash der Kulturen hat wahrlich viel zu bieten und unterhält grandios. Die darauffolgende, bittere Geschichte um Dag, den ersten Nordmann, der gen Westen segelte ist zumindest optisch weit weniger roh und wild, detaillierter und feiner sind die Zeichnungen von Fiona Staples gegenüber dem Auftakt von Davide Gianfelice, die jedoch beide wie die Faust aufs Auge passen. Aber auch Becky Cloonan macht an der in Island angesiedelten Story um den alten Jon, der beim Eisangeln einen traurigen Fund macht, einen hervorragenden Job. Die Geschichte ist allgemein ein wundervoll erzähltes Kleinod. Zum Abschluss gehen wir noch mit einem Jäger auf Hirschjagd. Die Bilder von Matt Woodson bieten sicherlich das filigranste Artwork des Bandes und sind schön anzuschauen. Der Detaillierte Hirsch in der verschneiten Landschaft usw., allerdings empfand ich das für die Zwecke hier im Grunde als „zu schön“ und hat für mich eher wie ein Störfaktor gewirkt. Aber hey, das war ja nur ein Heft.


    Insgesamt ein starker Start mit zwei grandiosen und zwei guten Geschichten, wobei die „nur“ guten lediglich einen kleinen Teil des Bandes ausmachen. Ich bin froher Erwartung auf Band 2, auch wenn ich sagen muss, dass es mich minimal stört, dass die Sprache relativ modern wirkt. Bei historischen Stoffen erwarte ich irgendwie eine „ältlichere“ Sprache. Gerade bei modernen Schimpfworten bringt mich das immer etwas raus.

    8,5/10




    Nur wieder das Ende der Welt



    Für den ersten Gruselbeitrag des Runs habe ich mich mal wieder an den freundlichen Dantes-Verlag gehalten. Dort erscheint ja seit einiger Zeit, genauer seit der Studie in Smaragdgrün eine wunderbare Gaiman-Bibliothek. Neil Gaiman ist für mich erzählerisch zumeist eine sichere Bank und wenn dann noch ein Werwolf auf dem Cover prangt bin ich gehooked. Ich liebe Werwölfe in filmischer Form schon seit (zu) früher Jugend, sie sind faszinierende Wesen, bieten tollen Filmstoff und natürlich will immer jeder die beste Verwandlungsszene zu Gesicht bekommen. Kleiner interessanter Fakt: Von den klassischen Universal-Monstern ist der Werwolf das Einzige, zu dem es keine direkte literarische Vorlage gab, sondern tatsächlich abergläubische Volksmythen und Sagen die Blaupause lieferten.

    Exakt an diesen ersten Schwarz-Weiss-Klassiker stellt der Band eine schöne Hommage da, auch wenn ich das zuvor nicht wusste, denn ich habe nicht mal den Klappentext gelesen, bin also komplett spoilerfrei rangegangen. Gaiman in Dantes-Qualität, da greife ich blind zu. Larry Talbot, einer der Dinge reguliert, geraderückt und seltsame Fälle klärt versucht in einer abgelegenen Kleinstadt Fuß zu fassen und gleichzeitig mit seinem Dasein als Werwolf klarzukommen.


    Viel mehr will ich gar nicht spoilern, aber als nach dem bitterbösen Einstieg mit Vorstellung unseres Hauptcharakters ganz schnell klar wurde, dass diese Werwolf-Story zu 50% eine Lovecraft-Story ist hat mein Herz einen Sprung gemacht! Was für eine grandiose Mischung! Die Atmosphäre passt, das Artwork ist größtenteils gelungen, auch wenn mir die Gesichter insgesamt zu teigig wirken, auch bei den Personen, bei denen das eigentlich nicht unbedingt der Fall sein sollte. Dazu all die wundervollen Anspielungen, bei denen man sich immer freut, wenn man sie während des Lesens entdeckt, beginnend schon beim Namen des Protagonisten, all den Lovecraft-Reminiszenzen und selbst, dass man Peter Lorre kennt bringt einem ein kleines Lächeln aufs Gesicht.

    Sollten dem Leser diese, oder einige der vielen weiteren Anspielungen beim Lesen durchrutschen, so leistet das Glossar von Übersetzer @JRN am Ende des Bandes wieder umfassende Abhilfe, auch über Talbots etwas seltsam anmutende Berufsbezeichnung gibt es da ein paar Zeilen zu finden. Dantes Qualität halt, da wird der Weg einfach immer bis zu Ende gegangen und ein bisschen mehr geboten als sonst wo.

    8/10



    Wo wir gerade bei Werwölfen sind…

    Fables 18 – Stadt der Werwölfe



    Der Schwarze Mann hat mittlerweile nicht nur Fabletown in ein Schattenreich verwandelt, sondern auch die Farm dem Erdboden gleich gemacht. Die Fables verstecken sich, wissen aber nicht wohin. Bigby Wolf bekommt den Auftrag eine neue Bleibe für die Überlebenden zu finden, und macht er sich auf und zieht weiter nach Westen. Als er nach einigen Wochen auf einen Wegweiser für das wohlklingende Städtchen „Story City“ stößt ist klar, dass er hier mal durch den Wald abbiegen muss, um sich die Sache genauer anzusehen. Das führt den Sheriff nicht nur in eine Stadt voller Werwölfe, sondern vor allem auch in seine Vergangenheit…


    Grundsätzlich bin ich ja ein großer Fan von solchen Horror-Szenarien. Trashiger Nazi-Experiment-Weltkriegs-Flick auf der einen Seite, eine abgelegene, in sich abgeschlossene Gesellschaft, in der jeder anders Denkende gefährlich lebt auf der Anderen. Zwei viel verwendete Themen, die mich zumeist prächtig unterhalten. Auch hier sind viele gute Ansätze vorhanden, der hohe Gore-Faktor passt zum Setting und die Erhebung von Bigby zur Gottheit bringt einen weiteren Spaßfaktor rein.


    Dennoch wirkt die Erzählung an sich etwas unausgegoren und ich werde das Gefühl nicht los, dass da deutlich mehr drin gewesen wäre. Irgendwie zu schleppend und über weite Strecken wenig fesselnd erzählt, dazu das Artwork von Jim Fern, welches mir bis auf ganz wenige Passagen leider gar nicht gefällt. Das geht stellenweise schon Richtung Augenkrebs, sorry. Insgesamt kein Totalausfall aber viel verschenktes Potential und für mich unschöne Optik.

    6,5-7/10

    VG, God_W.
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  7. #407
    Mitglied Avatar von JRN
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    @God_W. :

    Ich vermute, dafür muss ich jetzt gleich mehrere Schilder hier im Forum verteilen, oder? Hier das erste:



    Mit 1000 Grüßen,
    JRN

  8. #408
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Die Möglichkeit besteht.

    Soll ja kein Spam sein, aber ich möchte halt, dass das Geschreibsel auch in ein paar Jahren noch jemand findet, der danach sucht. Da ist der Thread in Eurem Forum vermutlich am besten geeignet. Der "heute Gelesen" Thread ist dagegen am nützlichsten um Leute aufmerksam zu machen, die aktuell unverständlicherweise noch keine Dantes-Fanboys (und -mädels) sind.
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  9. #409
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen



    Der Schwarze Mann hat mittlerweile nicht nur Fabletown in ein Schattenreich verwandelt, sondern auch die Farm dem Erdboden gleich gemacht. Die Fables verstecken sich, wissen aber nicht wohin. Bigby Wolf bekommt den Auftrag eine neue Bleibe für die Überlebenden zu finden, und macht er sich auf und zieht weiter nach Westen. Als er nach einigen Wochen auf einen Wegweiser für das wohlklingende Städtchen „Story City“ stößt ist klar, dass er hier mal durch den Wald abbiegen muss, um sich die Sache genauer anzusehen. Das führt den Sheriff nicht nur in eine Stadt voller Werwölfe, sondern vor allem auch in seine Vergangenheit…


    Grundsätzlich bin ich ja ein großer Fan von solchen Horror-Szenarien. Trashiger Nazi-Experiment-Weltkriegs-Flick auf der einen Seite, eine abgelegene, in sich abgeschlossene Gesellschaft, in der jeder anders Denkende gefährlich lebt auf der Anderen. Zwei viel verwendete Themen, die mich zumeist prächtig unterhalten. Auch hier sind viele gute Ansätze vorhanden, der hohe Gore-Faktor passt zum Setting und die Erhebung von Bigby zur Gottheit bringt einen weiteren Spaßfaktor rein.


    Dennoch wirkt die Erzählung an sich etwas unausgegoren und ich werde das Gefühl nicht los, dass da deutlich mehr drin gewesen wäre. Irgendwie zu schleppend und über weite Strecken wenig fesselnd erzählt, dazu das Artwork von Jim Fern, welches mir bis auf ganz wenige Passagen leider gar nicht gefällt. Das geht stellenweise schon Richtung Augenkrebs, sorry. Insgesamt kein Totalausfall aber viel verschenktes Potential und für mich unschöne Optik.

    6,5-7/10

    VG, God_W.
    Das Artwork, das du hier abgebildet hast, sieht aber nun wirklich nicht nach Augenkrebs aus! Mir gefällt das jedenfalls sehr gut.
    Oder sind in diesem Band wieder einmal viele Köche am Zeichnen, und die abgebildeten Seiten sind von anderen Künstlern?

    LG
    Mollari

  10. #410
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Stimmt, das wirkt da jetzt nicht so übel, sind aber auch zwei der besseren Seiten. Ja, da waren zwei Zeichner am Werk, aber insgesamt stört es mich auch, dass Bigby so extrem anders aussieht als in den anderen Bänden UND auch von Panel zu Panel teils komplett andere Gesichtszüge hat. Davon abgesehen wirkt das Artwork an vielen Stellen auch so, als wäre der Zeichner sehr faul gewesen:


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  11. #411
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    Sieht allerdings auch dort immer noch besser aus, als 70% des Artworks in den Sandman-Bänden!

    Der Preis wird wohl entscheiden, ob ich mit der Fables Gesamtausgabe einsteigen werde. Eine Hellblazer oder Punisher-Gesamtausgabe wäre mir allerdings lieber gewesen.

  12. #412
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Das sehe ich jetzt ein bisschen anders. Klar gab es beim Sandman üble Passagen, aber ich bin da eher bei 70% hübsch, 30% schwach. Vor allem hat das beim Sandman meiner Meinung nach zumeist super zur Story gepasst. Hier ist es halt ein Extremer Bruch mitten in einer Reihe, die bislang ein größtenteils einheitliches Artwork hatte. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden...

    Aber da gebe ich Dir recht, ein Hellblazer (komplett) oder Punisher (Ennis Run) wäre mir auch lieber gewesen. Den Hellblazer haben sie ja leider erst kürzlich vorerst erneut verbrannt, als MAL WIEDER nur der Ennis-Run kam, aber der Ennis-Punisher kommt sicher irgendwann wieder, ich schätze spätestens 2023, falls es nicht Ende 22 schon los geht.
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  13. #413
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Die nächste Runde Nordic- und Horror-Stuff beginnt direkt mit einem absoluten, persönlichen Highlight von mir.



    Walhalla – Die gesammelte Saga 2



    Ja, hab mir lange Zeit gelassen nach Band eins, aber ich wollte in der richtigen Stimmung sein und der Herbst/Winter passt da für mich persönlich irgendwie ein wenig besser. Dafür liegt auch Band drei schon bereit und der vierte soll sich unterm Weihnachtsbaum einfinden, da wartet also noch ein ganzer Schwung spaßiger Abenteuer in der nordischen Mythologie auf mich.


    Zum Start bietet der Band mit „Quark trumpft auf“ und „Im Reich der Riesen“ einen Zweiteiler, der wohl die beiden bekanntesten Alben der gesamten Reihe bietet, handelt es sich hierbei doch im Kern um die Story aus dem wundervollen Zeichentrickfilm, den ich in meiner Kindheit so geliebt habe und noch heute gerne mit unserem Krümelchen zusammen schaue. Dennoch waren die Macher hier nicht faul, sondern haben sich ganz besonders Mühe gegeben und die Grundstory nicht einfach eins zu eins mit einigen Bildern aus dem Film übernommen, sondern die Story sowohl an die vorangegangenen Bände, als auch an das Medium Comic allgemein angepasst und fleißig neue Bilder erschaffen. Mit dem kleinen Rabauken Quark betritt ein neuer Fan-Liebling die Bühne und der durch den schelmenhaften Loki verursachte Wettstreit zwischen Riesen und Asen ist einfach unglaublich unterhaltsam.

    Das Abschlussalbum des Bandes, „Die Goldenen Äpfel“, in welchem erneut Loki alle in die Bredouille bringt, indem er eben diese besonderen Jungbrunnenfrüchte auf besonders niederträchtige und selbstsüchtige Weise verhökert, war komplett neu für mich und bot prachtvolle Unterhaltung.


    Insgesamt wieder ein perfektes Gesamtpaket, gibt es doch massig Bonusmaterial zur Entstehung des Films und der Alben und auch zu den Geschichten selbst wurden die Passagen aus der nordischen Mythologie (in der Regel aus der Prosa-Edda von Snorri Sturluson), die im jeweiligen Album verarbeitet wurden mit abgedruckt. Klar kann man sich dazu noch ergänzende Literatur zu Gemüte führen, aber im Grunde ist man mit dieser wunderschön gestalteten Gesamtausgabe schon weit umfassender informiert, als der Durchschnitts-Comicleser.
    Apropos wunderschön, ganz so weit würde ich vielleicht nicht gehen, aber insgesamt ist das Artwork der Alben mittlerweile auf einem sehr hohen, charakterstarken, lustigen und wunderbar anzuschauenden Niveau. Kein Vergleich zu den etwas ungelenk wirkenden Anfängen. Ich frage mich echt, wie das noch getoppt werden soll.

    9,5/10




    Nach den Werwölfen im letzten Set geht es diesmal an das vermeintlich tragischste der klassischen Monster:

    Frankenstein (Mary Shelley / Ralf König)



    Okay, als Horror, oder auch nur als Grusel, geht das kleine aber feine Hardcover von Carlsen nicht so wirklich durch. Aber dennoch hat mich die schwarzhumorig/makabre Anklage des Bestatters Dr. XXX an die berühmte Romanautorin und ihre Vernachlässigung ganz praktischer Probleme beim Handling mit bereits vor einigen Tagen bestatteten Leichen(-Teilen) bestens unterhalten und köstlich amüsiert.



    Trotz des typischen König-Stils sehr Stimmungsvoll bebildert und einfach unheimlich lustig, zumindest wenn man mit der Art von Humor etwas anfangen kann. Eine wunderbare Hommage an einen meiner liebsten Schauer-Romane, denn „Der moderne Prometheus“ steht in meiner persönlichen Gunst deutlich über Stokers Blutsauger.

    7,5/10




    Mal nicht schaurig oder nordisch, aber natürlich lesen auch Krümelchen und ich gemeinsam weiter Abenteuer aus Entenhausen:

    Lustiges Taschenbuch Classic Edition – Die Comics von Carl Barks 7



    Im direkten Vergleich zu Band sechs gibt es dieses mal wieder deutlich weniger „große“ Abenteuer, die 30 oder mehr Seiten in Anspruch nehmen, bedeutet im Umkehrschluss natürlich mehr Zehnseiter und Short-Stories. Wenn ich jetzt sage, dass unter den 10-Seitern und Einseitern auch wieder einige „Durchschnitts-Barks“ mit dabei sind, mache ich mich vermutlich wieder unbeliebt, aber so war halt unser Empfinden. Krümelchen hat da immer ganz viel Mitbestimmungsrecht.

    Hier der Inhalt des Bandes:


    Der große Opener „Im alten Kalifornien“ mit seinen historischen Bezügen ist allerdings gleich ganz großes Kino und mit „Weihnachten in Kummersdorf“ wird DIE Barks Weihnachtsrakete schlechthin abgefeuert. Davon abgesehen ist ein durchschnittlicher Barks noch immer ein guter Entencomic und Stories wie „Seltene Münzen“, die das Sammlertum (also uns) ein wenig auf die Schippe nimmt, „Der Schnee-Einsiedel“ oder „Der reichste Mann der Welt“ sind schon weitere Highlights.


    Mit „Der goldene Helm“ schließt sich dann zufälligerweise auch der Kreis zu meinem Wikinger-Run, und davon abgesehen macht die Story auch noch richtig Laune und verbreitet wunderbares Expeditions- und Abenteuerfeeling. Insgesamt doch wieder ein sehr guter Band, aber ohne Kummersdorf hätte der ein Pünktchen weniger bekommen.

    8,5/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (28.11.2021 um 21:44 Uhr)
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  14. #414
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Vorab sei kurz erwähnt, dass in dieser Besprechung vielleicht einige heute (zum Glück!) nicht mehr gebräuchliche Worte vorkommen, die beleidigend und diskriminierend, vor allem Afro-Amerikanern gegenüber, zu verstehen sind. Sie waren damals diskriminierend und beleidigend, und sind es auch heute noch, aber zu der Zeit, in der das Buch spielt (amerikanischer Bürgerkrieg) war deren Gebrauch leider gang und gäbe. Es liegt mir fern irgendjemanden zu beleidigen oder zu diskriminieren!



    Vom Wind verweht (Margaret Mitchell)



    Weltliteratur und Pulitzer-Preisträger, aber auch Meisterwerk? Aber sowas von! Aber mal ganz von vorne. Wie kommt man überhaupt dazu, sich so einen 80 Jahre alten Schinken aus dem Regal zu greifen? Da gibt es der Gründe verschiedenerlei. Grundsätzlich lese ich immer mal wieder gerne klassische und/oder historische Stoffe, als Kind habe ich „Fackeln im Sturm“ geliebt, Andreas Nohl ist mir schon häufiger positiv als Übersetzer aufgefallen (Dracula fand ich sehr gelungen, in seine Dschungelbuch-Adaption habe ich mal kurz reingelesen, schaut auch sehr gut aus), die wunderhübsch gelungene Hardcover-Ausgabe von Kunstmann in blauem Leinen mit Lesebändchen hat mich direkt angesprochen, den Trailer zur vermeintlichen Schmachtschmonzette mit Clark Gable habe ich schon oft gesehen, aber trotz meiner Cineasten-Gene und einigen Oscars für den Streifen, habe ich mich ob der befürchteten Schnulzigkeit bislang noch nicht rangetraut. Das wollte ich endlich mal ändern, einfach um die Bildungslücke zu schließen. Zuvor lese ich allerdings gerne die Werke, die solchen Klassikern zugrunde liegen, wodurch ich mich schon länger mit dem Gedanken umtrieb den 1.322-Seiten-Wälzer in Angriff zu nehmen. Last but not least wartet in der „Entenhausener Weltbibliothek“ eine Adaption des Stoffes auf Sichtung, natürlich mit Donald und Daisy in der Hauptrolle, die sicherlich lustiger daherkommt, wenn man das Original kennt. Damit hätten wir also wieder den Bogen zu den Comics geschlagen.

    Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich selten dermaßen von einem Werk überrascht wurde wie von „Vom Wind verweht“. Selbstredend ist das eher meiner unqualifizierten, vorab gefassten, von Vorurteilen geprägten Einstellung zu der Geschichte geschuldet, als dem wunderbaren Stück Literatur, das es nun mal ist. Da schreibt eine junge Frau in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen umfassenden Roman über die Jahre vor, während und nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, und setzt in den Mittelpunkt der Geschichte eine „Heldin?“ – hmmm… falsches Wort. Sagen wir – weibliche Hauptfigur wie sie narzisstischer, selbstsüchtiger und eigennütziger kaum sein kann. Gegen Scarlet O’Hara ist John Constantine ein geradezu generöser, aufopferungsvoller, liebenswerter Gutmensch! Knallhart, berechnend und immer ausschließlich auf den eigenen Vorteil bedacht intrigiert sich das verzogene Gör durch die Wirren dieser für die Nation so einschneidenden Zeit. Das macht sie dermaßen kühl und berechnend, dass man sich geradezu diebisch freut, wenn ihre hinterlistigen Pläne mal wieder krachend scheitern, sie zum Beispiel nach einer Trotz- und Neid-Heirat plötzlich mit einem Kind dasteht, welches sie selbst kein bisschen leiden kann und nur als störendes Anhängsel empfindet. Spätestens an dem Punkt müsste jede Mutter (und auch die meisten Väter) jegliche Sympathie für die Protagonistin erloschen sein.

    Backcover:


    Überraschenderweise ist es dennoch faszinierend und ungemein fesselnd ihren weiteren Werdegang mitzuerleben. Die Irrungen und Wirrungen, die sie teils besteht und beiseite räumt, ihre Erfolge und ihr Scheitern, sowohl im privaten als auch im finanziellen Bereich, all das ist ungemein packend geschrieben. Am herausragendsten ist es jedoch, wie die Autorin ein ganzes Zeitalter, seine Gesellschaft, deren Umbruch und die schrecklichen Kriegs- und Nachkriegsjahre aufzeichnet, ohne uns auch nur an einer Schlacht teilhaben zu lassen. Hier liegt der Fokus auf den Menschen. Ob auf dem Land oder in der Stadt, ob reich oder arm, ob Herren oder Sklaven. Bis ins letzte Detail wird aufgezeigt mit welchen Widrigkeiten die Menschen, die nicht an der Front zugange sind, tagtäglich gegen Hunger und Verzweiflung zu kämpfen haben.

    Politische Verflechtungen, Sklaverei und deren offizielle Abschaffung, Gründung und Hintergründe des Ku Klux Klan, wirtschaftliche Herausforderungen, Aufstieg und Niedergang großer und kleiner Anwesen und Familien. Ein durchweg faszinierendes Gemälde einer vergangenen Zeit.

    Ich habe oft nicht so viel Zeit zum Lesen, wie ich gerne hätte, weshalb ich mir bei Werken von solchem Umfang ab und an auch mit einem Hörbuch behelfe, sofern verfügbar. Wenn ich in der Leseecke sitze, oder im Bett liege, oder Arbeitspause habe wird gelesen, wenn ich im Auto unterwegs bin, oder mit dem Hund eine Runde mache wird weiter gehört. Bei vom Wind(e) verweht war das ganz spannend, denn das Hörbuch welches ich aufgetan habe wird von Ulrich Noethen wunderbar vorgetragen, selten etwas Besseres gehört, basiert aber auf der alten Übersetzung von Martin Beheim-Schwarzbach. Ich muss sagen, dass mir beide Varianten wirklich sehr gut gefallen, insgesamt aber die Neuübersetzung von Andreas Nohl und Liat Himmelheber deutlich die Nase vorne hat. Warum? Erstmal ist die neue Übersetzung ungekürzt. Die alte war jetzt zwar auch nicht um signifikante Stellen erleichtert worden, aber hier und da wurde mal ein halber Satz oder eine Phrase ignoriert, jedoch nichts Wildes. Allerdings ist die Neuübersetzung wohl auch deutlich dichter an der Vorlage, was den Stil von Margaret Mitchell angeht, der war nämlich offenbar sehr „journalistisch“, also direkt, einfach und stringent gehalten, nicht so blumig wie es vor ihrer Zeit eigentlich üblich war. Die damalige Übersetzung ist da schon etwas lyrischer geraten, was schon direkt am Titel auffällt. Das gefällt mir zwar immer recht gut, ich möchte aber lieber die Arbeit der Autorin möglichst unverändert genießen.

    Einmal nackt:


    Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich die Frage des Umgangs mit der „Rassenfrage“ sag ich mal. Selbstverständlich wurde das in den 30er Jahren bei Übersetzungen gänzlich anders gehandhabt als heute, und gerade die angebliche „Romantisierung der Sklaverei“ wurde dem Buch ja des Öfteren vorgeworfen. Das kann ich so nicht bestätigen, denn ich denke da muss man deutlich unterscheiden, ob das Gesagte jetzt von einer Figur der Geschichte ausgeht, oder erzählerisch von der Autorin so vermittelt wird. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Wenn ein Aufseher oder ein Ku Klux Klan-Mitglied abfällig und bösartig über „Nigger“ herzieht, dann passt das zu der jeweiligen Rolle. Das wurde damals so gesagt und alles andere wäre Verklärung und Verharmlosung einer schrecklichen Vergangenheit, deshalb sind solche Worte in beiden Versionen weiterhin vorhanden. Wenn sich ein Plantagenbesitzer die „gute alte Zeit“ in der die Sklaven fleißig für ihn gearbeitet haben zurückwünscht, dann passt das auch. Hauptanstoßpunkt waren aber sicherlich die Situationen, wenn sich ein Schwarzer die Zeit vor dem Krieg zurückwünscht. Wenn sich ein „privilegierter Hausnigger“ von den in der Hierarchie unter ihm stehenden „Feldniggern“ abgrenzt, dann kam das mit Sicherheit nicht selten vor, und auch wenn der Vergleich ein wenig hinkt, so kommt mir da direkt die Rolle von Samuel L. Jackson in Tarantinos „Django Unchained“ in den Sinn. Wenn sich schließlich manche dieser bevorzugt behandelten Haussklaven nach dem Sieg der Nordstaaten wünschen es würde alles beim Alten bleiben, weil sie immer gut versorgt wurden und man sich auch um sie gekümmert hat, wenn sie krank wurden oder Ähnliches, und gleichzeitig gegen die „freigelassenen Nigger“ schimpfen, dann mag das vielleicht schwer zu ertragen sein, aber es gab sicher den ein oder anderen Haushalt, in dem es diesen Menschen damals recht gut ging. Sich im Vergleich dazu in der Nachkriegszeit eine eigene Existenz aufbauen zu müssen, wenn Hunger, Kleidungsmangel usw. überall an der Tagesordnung waren, ist dann doch schon wieder nachvollziehbar.

    Selbstverständlich war das mit Sicherheit nicht der Regelfall, und wer einen Eindruck davon bekommen möchte, in welche absolut unzumutbare Verzweiflung die Sklavenhaltung Menschen schwarzer Hautfarbe gestürzt hat, dem sei neben den popkulturell sehr bekannten Werken wie „Roots“ und „Onkel Toms Hütte“ auf jeden Fall „Menschenkind“ von Pulitzer-Preisträgerin Toni Morrison ans Herz gelegt. Ich bekomme noch heute Gänsehaut und einen Knoten im Bauch wenn ich nur daran denke, und die Lektüre liegt schon ein paar schöne Jahre zurück.

    Um die Kurve zurück wieder zu kriegen: Das böse N-Wort findet in der Neuübersetzung quasi ausschließlich in persönlicher Rede von Personen, die nun mal so gesprochen haben Verwendung, oder wenn ein Absatz eindeutig von der Erzählung dieser Charaktere ausgeht, ansonsten ist zumeist von „Schwarzen“ die Rede. Viel wichtiger und lobenswerter ist aber der Umstand, dass auch die Sklaven im Gegensatz zur alten Übersetzung, jetzt nicht mehr wie dümmliche Legastheniker reden, die ständig den Satzbau durcheinanderhauen. Man kennt das ja aus vielen alten Filmen, egal ob da Schwarze oder irgendwelche Ureinwohner vertont wurden. „Ich mir haben getan weh, Missis“ und solche Satzbauwunder. Die Schwarzen konnten in dieser Zeit genauso normal reden wie jeder Andere, hatten aber einen besonderen Dialekt, der am Ende eines Wortes manchmal einen Buchstaben oder eine Silbe verschluckt. So wurde es im Original geschrieben, und so wurde es jetzt auch wiedergegeben, was viele dümmlich oder kleinkindlich klingende Passagen klar leserlicher gemacht, und vor allem den sprechenden Personen auch wieder eine gewisse Würde verschafft hat.

    So, jetzt habe ich mich mit den Zeilen zu dem Buch wieder viel zu lange aufgehalten, sodass wieder keine Zeit bleibt etwas vom Stapel mit den gelesenen Comics zu rezensieren, aber das Werk von Frau Mitchell hat mich einfach dermaßen begeistert, da konnte ich nicht anders.

    Der große Filmklassiker (8 Oscars und inflationsbereinigt bis heute der erfolgreichste Film aller Zeiten) und seine TV-Fortsetzung:


    Den Film Vom Winde verweht habe ich mir im Nachgang natürlich auch angeschaut und ich kann durchaus verstehen, weshalb diese optisch prächtige und wahnsinnig üppig ausgestattete Großproduktion derart in die Geschichte eingegangen ist, aber die Hauptdarstellerin kommt leider viel zu sympathisch rüber und insgesamt fehlen viel zu viele unabdingbare Passagen und auch wichtige Personen aus dem Buch, als dass ich mehr als 8/10 Punkten geben könnte.

    Dennoch will ich natürlich wissen, Ob Scarlett ihren Rhett schlussendlich doch noch bekam, also werde ich mir im Weihnachtsurlaub zusammen mit meiner Gattin auch noch den 50(!) Jahre später entstandenen TV-Vierteiler „Scarlett“ einverleiben. Hey, immerhin hat 007 da eine Hauptrolle!

    Ach ja, für das Meisterwerk von Buch gibt es natürlich die vollen 10/10

    VG, God_W.

    Ach Mist, so viel geschrieben und doch was vergessen. Also noch ein kleiner Nachtrag: Vor lauter Lobhudelei über die hervorragende Neuübersetzung habe ich doch tatsächlich einige Kleinigkeiten vergessen, die mir in der alten besser gefielen. Das betrifft zumeist heute weniger geläufige Worte, die meines Erachtens aber prima in die Zeit und die Sprache passen, in der die Geschichte spielt. So wurde aus dem, mir bis dato gar nicht geläufigen Wort, „Albdruck“ in der Neuübersetzung der normale „Alptraum“, wo Kinder heute „Angst“ vor der Dunkelheit haben war ihnen damals noch „bange“, aus den klangvollen "Gesinnungslumpen" wird in der Moderne ein "Gesindel von Kollaborateuren" und dergleichen mehr. Da hätte ich mir etwas Mut gewünscht die alte Sprache ein Stück weit beizubehalten, aber was soll’s das ist schon Jammern auf sehr hohem Niveau.
    Geändert von God_W. (06.12.2021 um 21:20 Uhr)
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  15. #415
    Mitglied Avatar von Hahlebopp
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    Und der Titel - der war in der alten Übersetzung wohl auch ein klein wenig poetischer, mit dem zusätzlichen 'e'.
    Aber interessant zu lesen, dass das böse N-Wort tatsächlich gar nicht überall ersetzt wurde. Ich kann mich noch recht gut an einen Zeitungsartikel erinnern, in dem es hingegen genau so beschrieben wurde. Tja, da hatte der werte Journalist das Buch dann wohl gar nicht wirklich gelesen...
    Ist auf jeden Fall ein echter Klassiker der Weltliteratur und steht bei mir auch noch auf der Leseliste - Seitdem mich mal eine gute Bekannte darüber aufgeklärt hatte, dass die Buchvorlage zum Film weitaus mehr ist, als die olle Liebesschnulze, von welcher praktisch alle Welt glaubt, dass sie es ist ... Naja, ich zumindest, damals.
    Aber ich werd' dann wohl trotzdem bei der alten Übersetzung bleiben. Hab irgendwann mal eine wirklich extrem gut erhaltene, gebundene Fassung aus den 60'ern ergattern können - zu einem super Preis. Die reicht mir erstmal.
    Geändert von Hahlebopp (06.12.2021 um 19:50 Uhr)

  16. #416
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    Ja, wie gesagt, überall wo es wörtlich ausgesprochen wurde, oder aus der Sicht einer Person erzählt wird, die das so ausgedrückt hätte, da ist es auch drin, von daher kann ich da zumindest keine verfälschende Zensur erkennen, das passt schon alles astrein. Eine englische Variante zum Vergleich habe ich ja auch nicht hier, nur einige Beispiele aus dem Nachwort. Bis auf ein paar Begrifflichkeiten, wie oben benannt, finde ich die Neuübersetzung schon deutlich gelungener, aber die alte Variante hat auch einen prima Fluss und Klang. Wenn ich ein HC der alten Fassung (oder vielleicht einfach irgendeine Ausgabe) hier gehabt hätte, dann hätte ich die vermutlich auch gelesen. Wenn jetzt jemand eine Neuanschaffung tätigt, dann würde ich schon schauen, dass ich die originalgetreuere und (bis auf drei Worte) komplett ungekürzte Neuübersetzung von Nohl/Himmelheber bekomme.
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  17. #417
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    Northlanders 2 – Pest und Feuer (Deluxe Edition)



    Autor Brian Wood brennt weiterhin ein eiskaltes, abwechslungsreiches Feuerwerk an Geschichten aus den Nordlanden ab. Herzstück ist diesmal die grandiose, acht Hefte umspannende Einstiegsstory in den Band, in dem ein abgelegenes Dorf an der Wolga nicht nur vom Eisigen Winter, sondern auch von den kalten Klauen der Pest im Würgegriff gehalten wird. die hübsche Hilda, die ihren Mann an die Krankheit verliert, muss sich zusätzlich auch noch gegen Feinde aus dem Inneren der Palisaden erwehren und ihre Tochter beschützen. Wahnsinnig packendes Drama und Survival-Trip in einem, mit einer starken Frau in der Hauptrolle. Absolut perfekte Unterhaltung.


    Die beiden folgenden Geschichten sind deutlich kürzer und schlagen einen komplett anderen Ton an, was für reichlich Abwechslung in der Reihe sorgt. Zuerst steht eine gewaltige Schlacht ins Haus, in der eine Handvoll Wikinger, die sich als Söldnertrupp verdingen, gemeinsam mit tausenden Kriegern versuchen Paris zu erstürmen. Das letzte Heft handelt von einer Jarls-Tochter, die in der Männerwelt der Nordmänner versucht dessen Erbe anzutreten.


    Die beiden letzteren Geschichten sind ebenfalls toll erzählt, wissen aber nicht ganz so zu fesseln wie die erste Story, die gut zwei Drittel des Bandes einnimmt, sind aber noch immer sehr gut, da war die Messlatte nur einfach ein Stückchen zu hoch. Alle drei Erzählungen sind auch optisch komplett unterschiedlich gestaltet. Dabei machen alle Künstler einen prima Job, auch wenn mir Simon Gane an der zweiten Story nicht ganz so gut gefallen hat. Dessen Artwork ist zwar durchaus aufwändig, aber auch sehr grob und kantig in einer Form, die mir halt nicht ganz so zusagt. Dafür sind die Cover fast durchweg wunderschön anzuschauen.

    8,5/10



    Die Gruft von Dracula – Classic Collection 2



    Den Band habe ich schon vor längerer Zeit begonnen, aber im Sommer hat er mich nicht so gezogen, also erst kürzlich beendet. Ich hatte zu Band eins ja recht viel geschrieben, das gilt nahezu alles auch für diesen zweiten Band mit den Heften Tomb of Dracula #32-70, Giant-Size Dracula #5 und Dr. Strange #14 . Massenhaft gute Unterhaltung, der Trashfaktor ist vielleicht sogar noch etwas größer als beim ersten Band, Dracula selbst wird öfter in die Heldenrolle gerückt als früher und hat nach und nach die Gesichtszüge von Jack Palance angenommen. Klar, er beherrscht ja die Fähigkeit der Formwandlung.

    Hier die Rückseite mit den enthaltenen Heften


    Spaß, der gute Jack war zu der Zeit einfach auf der Kinoleinwand als der berühmteste aller Blutsauger unterwegs, da hat man sich einfach ein wenig inspirieren lassen, auch wenn ich diese Dracula-Verfilmung als eher langatmig erachte. Ansonsten sind die Unterschiede zu Band 1 nicht allzu groß, wem der erste gefiel, der wird auch an diesem seine Freude haben, Ausstattung und Verarbeitung sind ebenfalls vergleichbar.

    Der Inhalt nochmal im Detail aufgelistet:


    Was ist mir sonst noch aufgefallen? Ach ja, die Hefte mit Blade und die mit Hannibal King fand ich besonders unterhaltsam, das Cross-Over mit Dr. Strange war überraschend passend und gelungen, und den Mehrteiler um das Kind nebst Verehrungskult usw. fand ich ebenfalls erinnerungswürdig.

    Viele Grüße von Jack Palance, äh… Dracula meine ich natürlich.


    8-8,5/10




    Dracula – Symphonie des Grauens



    Rein optisch eine wunderschön bebilderte Ausgabe in äußerst stimmungsvollen Aquarellen, allerdings ist die Geschichte selbst, wenn auch schön geschrieben, nur noch ein ganz grober Rumpf der ursprünglichen Story. Da fehlt mir einfach viel zu viel, teilweise wurde der Verlauf auch dermaßen stark abgeändert, dass es mit der Vorlage nicht mehr allzu viel zu tun hat. Das hat mich dann schon gestört. Im Grunde haben wie hier nur einige Ausschnitte aus Stokers Roman, die extrem gekürzt, umgeschrieben und hübsch bebildert wurden. Leider zu wenig, um mich vollends zu überzeugen.


    5/10




    Die Don Rosa Library 4: Onkel Dagobert und Donald Duck – „Der Letzte aus dem Clan der Ducks“



    Schade, dass ich aktuell so wenig Zeit habe, denn über diesen Band könnte man soooo viel schreiben! Allerdings ist die Reihe, und Rosa an sich, ja dermaßen beliebt, dass da schon weit versiertere Hardcore-Fans massenweise Text und Kommentare geschrieben haben, als dass ich Novize in der Disney-Comic-Welt hier irgendwas Neues beitragen könnte.

    Hier der Inhalt des wunderschönen Bandes:


    Auf alle Fälle haben wie hier den Comic mit der Geschichte um Dagoberts „Nummer Eins“ und im Anschluss die ersten sieben Kapitel des weltweiten Klassikers „Sein Leben seine Millarden“. Ist das dann auch wirklich so gut, wie überall gelobhudelt wird? Ist der legendäre Ruf des Werkes berechtigt? Ich meine nein zu Ersterem und ja zu Letzterem. Nicht falsch verstehen, Krümelchen und ich hatten riesigen Spaß an dem Band und ich bin begeistert von dem Anthologie-Style und der Atmo die das Ganze verströmt. Sicher hätte es weltweit auch keinen anderen gegeben, der Barks‘ Werk derart stringent in einen nachvollziehbaren Ablauf hätte einbinden können wie Don Rosa, das ist schon eine meisterliche Leistung, weshalb der legendäre Ruf auch mehr als verdient ist.

    Da liegt aber auch das Problem, die einzige kleine Kritik, die ich an der Sache habe. Die Geschichten selbst wirken manchmal leicht holprig und gezwungen. Logisch, denn um den Vorlagen, die von Meister Barks sicher nicht so detailliert durchdacht wurden was den zeitlichen Ablauf angeht, gerecht zu werden, muss Herr Rosa manchmal ganz schön viele Informationen und Abläufe, die an unterschiedlichen Orten spielen, unter einen Hut bringen. Das ist dem Fluss der Geschichte durchaus anzumerken, weshalb ich leider nicht die Höchstnote ziehen kann.

    Das Backcover:


    Ansonsten aber alles super, Zeichnungen prima (Okay, afrikanische Tiere kann er vielleicht nicht ganz so gut), Farbgebung stimmungsvoll, Bonusmaterial, dabei vor allem Rosas Autobiografie, superinteressant.

    9/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (Gestern um 20:57 Uhr)
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