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Thema: Just my 2 cents - (nicht ganz so kurze) Reviews von God_W.

  1. #901
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    Kenya 5 – Illusionen (1. Cathy Austin Zyklus)



    Schwupps, so schnell ist er auch schon vorbei, der erste Cathy-Austin-Zyklus, und wenn ich dem Ganzen wilden Treiben in Ostafrika etwas ankreiden möchte, dann dass ich die gute Cathy gefühlt noch nicht sonderlich gut kennengelernt habe. Klar, ich habe ihre Abenteuer jetzt schon ganze fünf Alben lang genossen, weiß dass sie ziemlich sexy ist, streng gucken kann und sich nicht so leicht hinters Licht führen lässt. Aber so richtig emotionale und charakterliche Tiefe, sodass ich eine echte Bindung zu ihr aufbauen könnte, dazu blieb sie dann doch noch zu sehr reserviert und oberflächlich. Einzig beim Finale dieses Albums gelang es einen winzigen Blick auf ihre Gefühlsebene zu erhaschen. Dahingehend kommt hoffentlich noch mehr, genug Zeit sollten unsere weiteren gemeinsamen Reisen dafür ja mitbringen…


    Ach so! Jetzt habe ich ganz vergessen zu schreiben, was im fünften und letzten Kenya-Album so alles passiert und wie mir das gefallen hat. Also natürlich wird die Story zu einem den Umständen entsprechend schlüssigen Ende gebracht. Die Russen erhalten Luftunterstützung, in der Savanne gehen gefährliche Urzeitviecher auf Löwen- und Menschenjagd, von Aliens entführte Kameraden haben Visionen von dem, was wirklich geschah und welche Motive hinter den übernatürlichen Ereignissen stecken, emotionale Krüppel entdecken ihre weiche Seite und vollziehen einen Sinneswandel, Rätsel werden gelöst, Beweise vertuscht und zu guter Letzt hat unsere Heldin nicht nur eine unheimliche Begegnung der dritten Art, sondern findet an gänzlich unerwarteter Stelle auch neue Freunde.


    Ein wilder, überbordend und klischeehaft anmutender Genre-Mix mit reichlich Pulp-Potential in sehr sauberen und oft irgendwie nüchtern wirkenden Bildern – also alles wie gehabt. Die einen lieben es und fühlen sich super unterhalten, die anderen tun es als trashig billigen Schmutz ab, dessen Lektüre verschwendeter Lebenszeit gleichkommt. Ich zähle mich zu Ersteren und werde schon bald eine Reise nach Namibia antreten.

    8,5/10

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  2. #902
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    Berserk – Ultimative Edition 8



    Der grimmige Guts ist auf seinem Rachefeldzug gegen die Dämonen und auf der Jagd nach Griffith, der die Falken in seiner tiefen Selbstsucht verraten und dem Untergang preisgegeben hat. Zu allem Überfluss hat er Kjaskar geschändet und ich bin mir ja nicht sicher, welche Ausmaße das dadurch entstandene Nachspiel noch annehmen wird.


    Mittlerweile ist er mit der kleinen, nervigen, aber auch recht knuffigen Elfe Puck unterwegs, die das ganze Treiben humoristisch ein wenig auflockert und zugleich als Medipack und Gewissen für den unvorsichtigen schwarzen Ritter dient. Zum Finale des vorangegangenen Bandes Kamen die beiden in ein Dorf, welches von blutrünstigen Feenwesen heimgesucht wird, die ihre Kinder entführen. Die geheimnisvollen Wesen leben im Tal des Nebels, wohin sich Guts mit einem Mädchen aus dem Dorf auf den Weg macht. Viellicht gar nicht mal die schlauste Idee, denn dort finden sich weit üblere Dinge als gedacht. Als dann auch noch ein vom Papst ausgesandter Trupp heiliger Ritter aufkreuzt, die natürlich nicht die Dämonen bekämpfen, sondern Guts festsetzen sollen, geht es erst recht wild zu.


    Ein mythologisch angehauchter, märchenhafter Band mit schöner Geschichte, guter Action und Spannender Schauergeschichte. Die Elemente zwischen Grusel, Dramatik und märchenhafter Moral verbinden sich prima. Dennoch wirkt der Band nach dem fulminanten Vorgänger deutlich ruhiger und eher „zum Durchatmen“. Das will ich aber gar nicht als schlecht betiteln, denn irgendwann muss man auch mal Atem schöpfen, die Spannungsschraube lockern und das Gewaltlevel reduzieren. Ein Dauer-Ritt auf der Rasierklinge wird irgendwann ermüdend und verliert an Impact. Von Daher alles richtig gemacht Meister Miura.

    8,5/10

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  3. #903
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    Asphalt Blues



    Also manchmal gibt es ja so Comicbände, die sucht man sich gar nicht so direkt ganz bewusst aus, sondern man wird beinahe schon von denen ausgesucht. „Asphalt Blues“ war für mich so ein Band. Ich wildere immer mal über die Homepage von Schreiber & Leser, einfach weil es ein großartiger, enorm kundennaher Verlag ist, der stets hervorragende Qualität abliefert. Dazu gehört das S&L Magazin zu den wenigen „Werbeblättchen“, die ich regelmäßig komplett lese, denn da stecken oft wirklich interessante Infos drin.


    Bei einem dieser Ausflüge, entweder Homepage oder Magazin, sprang mir das Cover von Asphalt Blues ins Auge. Selbiges und der Titel haben mich direkt angesprochen, aber irgendwie hatte ich direkt das Gefühl, dass ich mich über den Inhalt nicht spoilern lassen möchte, weshalb ich den zugehörigen Text gar nicht erst gelesen habe. Dennoch landete der Band nicht ganz oben auf der Einkaufsliste, sondern eher so im Bereich „wenn er mir mal irgendwo günstig über den Weg läuft…“, immerhin wusste ich ja nicht was mich im Inneren erwarten würde (weil ich mich eben nicht informiert habe, was ich aber auch nicht wollte. Ich weiß, klingt komisch, ist aber so).

    Wie es der Zufall so wollte hatte ich einige Monate nach Erscheinen des Bandes ein kleineres Problemchen mit einer Lieferung von Schreiber & Leser. Wie immer wurde diese Kleinigkeit äußerst kundenfreundlich und zuvorkommend aus der Welt geschafft, doch aufgrund eines kleinen Versehens gab es dabei eine leichte Verzögerung. Absolut kein Problem, doch freundlich wie der Verlag nun mal ist durfte ich mir als „kleine“ Entschädigung für dieses wirklich nicht schlimme Missgeschick zusätzlich einen Band aus dem Verlagsprogramm aussuchen. So kam ich völlig unverhofft zu Jaouen Salaüns „Asphalt Blues“. Was genau ist jetzt also Thema bei diesem für mich etwas mysteriösen Comic?


    Der hübsche Mickael fährt in seinem futuristisch anmutenden Tesla durch die Morgendämmerung, als ein Anruf eingeht und seine recht enttäuscht wirkende Freundin Nina auf dem Bildschirm erscheint. Offensichtlich kam ihr Geliebter in der vergangenen Nacht nicht nach Hause und wie sich herausstellt schwebt da wohl schon länger ein Fremdgehverdacht über der Beziehung. Mickael hatte wohl schon früher Probleme mit Treue, nimmt alles zu leicht und sieht sich selbst als unwiderstehlich an. Aktuell denkt er wohl zu oft an die heißblütige Tänzerin Helen und diesmal ist das Maß für Nina voll, sie trennt sich von Mickael.

    Schon während dieses Intros hatte ich immer so ein unbestimmtes Gefühl, dass etwas nicht so ganz passt, was sich spätestens als Mickaels Wagen spontan die Farbe von knallrot zu tiefem blau wechselt bestätigt. Wie sich herausstellt befinden wir uns in einer nahen Zukunft, nach einem Zeitsprung um 13 Jahre im Jahr 2038, was bedeutet, dass unsere Geschichte 2025 begann. Ob spontaner Farbwechsel von Autos in zwei Jahren möglich sein wird? Wir werden es erleben, aber darum soll es jetzt nicht gehen. Wir springen wieder in die Leben von Nina, die sich zu einer erfolgreichen Modedesignerin entwickelt hat und mit einem hochbezahlten Manager verheiratet ist, und Mickael, der offensichtlich gesetzter und treuer geworden ist, denn noch immer ist die Tänzerin Helen an seiner Seite.


    Die Welt hungert derweil nach Energie, was mächtige Großkonzerne und korrupte Politiker für ihren Ausbau von Macht und Reichtum ausnutzen wollen. Idealisten und Verfechter grüner stehen dem entgegen, was sich aus der Not heraus sogar bis zu „Öko-Terrorismus“ auswächst. Wer von unseren Protagonisten sich da mit reinziehen lässt ist zwar spannend, aber dieser weltliche Wandel in Sachen Energie und Ökologie bietet lediglich die Kulisse und einen weit in den Hintergrund gerückten Rahmen für ein äußerst persönlich wirkendes Geflecht von Beziehungen, Lebenswegen, Wegfindungen nach Schicksalsschlägen, Neuerfindungen seiner selbst, wenn sich zur Lebensmitte rausstellt, dass man irgendwo falsch abgebogen ist und jetzt eigentlich Dinge tut, die man nie tun wollte. Ein Plädoyer für Treue und Aufopferung, aber auch für Wagemut. Den Mut Dinge zu ändern, auch jenseits der 40 Lenze nochmal neu anfangen zu können, das eigene Leben anzupacken und ändern zu können und ja, auch die Liebe stets neu zu entdecken – wenn es gut läuft, sogar mit dem langjährigen Partner. Die Entscheidung was am Ende passiert ist jedem selbst überlassen, und so wird der Fortgang der letzten Szene wohl von jedem entsprechend seines eigenen Lebensweges anders interpretiert und weitergesponnen werden. Mal wieder einer der Comics, über den ich auch nach Beendigung der Lektüre noch tagelang immer mal wieder nachgedacht habe.


    Ein echtes, ehrliches, tief emotionales und erwachsen wirkendes Werk in großartigen Bildern, welches Autor und Zeichner Jaouen Salaün hier abliefert. Ich bin zumeist nicht so der Fan von digitalen Zeichnungen, und hier gehe ich einfach davon aus, dass digital gearbeitet wurde, jedoch bin ich sowohl vom modernen und klaren Artwork selbst, als auch von der ausdrucksstarken Kolorierung nach einigen Eingewöhnungsseiten derart begeistert gewesen, dass ich gerne noch seeehr lange weitergelesen und betrachtet hätte.

    9/10

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  4. #904
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    Beren und Lúthien (J. R. R. Tolkien)

    Nach den „Kindern Húrins“ ein weiterer schmucker Band aus der Hobbit Presse, der sich mit einer der drei Kerngeschichten des ersten Zeitalters in Tolkiens Fantasy-Welt beschäftigt. Einmal mehr wurde diese Ausgabe mit wunderschönen Illustrationen, sowohl kleineren in schwarz/weiss als auch ganzseitigen Farbtafeln, von Meister Alan Lee veredelt.

    Erhofft hatte ich mir ein ähnlich abenteuerliches und packendes Werk wie zuvor bei den „Kindern“ und ich muss es rundheraus sagen, dahingehend wurde ich leider enttäuscht. Natürlich ist die Geschichte vom Menschen Beren und der Elbenprinzessin Lúthien eine wunderschöne, romantische und auch tragische Erzählung, zu der auch eine große und gefährliche Heldenreise gehört. Im Kern allerdings besteht die gesamte Story in diesem Buch aus etwa 55 Seiten und diese beinhalten eben das Gleiche, was es dazu auch schon im „Silmarillion“ zu lesen gab.



    Weshalb das hier vorliegende Werk dann dreihundert Seiten stark daherkommt hat neben den Illustrationen natürlich weitere Gründe. Nach einem ausführlichen Vorwort von Christopher Tolkien, Herausgeber des Buches und Sohn des Autors, gibt es Anmerkungen zu den Ältesten Tagen der Welt, die Tolkien schuf. Danach folgt dann die eigentliche Geschichte auf 55 tollen und unterhaltsamen Seiten, vorneweg und hinterdrein begleitet von Einführungen, Erläuterungen und Kommentaren über die Entstehungsgeschichte und die ganzen Veränderungen, die das Werk im laufe der Zeit erfahren hat. Dazu werden Funde einzelner Seiten, Bruchstücke und Änderungen besprochen, die im Nachlass J. R. R. Tolkiens entdeckt wurden.

    Den größten Teil des Bandes nimmt aber eine recht besondere Sache ein, nämlich eine Übertragung der Geschichte von Beren und Lúthien in Versform, also statt einer Prosaform eher in der Art eines Liedes oder Gedichtes. Dieses Werk ist außerordentlich schön zu lesen, absolut gelungen und sowohl sprachlich wundervoll ausgekleidet als auch hervorragend ins Deutsche übertragen. In dieser Form hat die Story einige Änderungen erfahren, die Christopher Tolkien wieder erläutert und leider konnte oder wollte der Autor diese Übertragung niemals beenden, weshalb nur ein Teil der Story in diese deutlich umfangreichere Bearbeitung des Stoffes Einzug hielt. Mit Unterbrechungen nimmt dieser Abschnitt immerhin gut 100 Seiten des Buches in Anspruch und stellt für meine Begriffe den einzig wirklichen Mehrwert und Kaufgrund für das Buch dar. Wer mit lyrischen Gedichten in Versform nichts anfangen kann, und das „Silmarillion“ bereits sein Eigen nennt, der sollte das Geld lieber für etwas anderes Aufsparen.



    Insgesamt ist das Ganze Drumherum der Entstehung dieser kurzen, aber wirklich wundervollen Geschichte sicher interessant, gerade für Hardcore-Fans und solche, die es werden wollen. Für Freunde sprachlich hervorragender Versform-Erzählungen, wie bei Homer beispielsweise, bietet die Ausgabe auch wirklichen Mehrwert. Ganz allgemein verdeutlicht die Herausgabe als eigenständiges Buch nochmal den hohen Stellenwert dieser Geschichte in der Mythologie der dargestellten Welt, immerhin erleben wir hier das Entstehen der ersten Liebe und Vereinigung zwischen einem sterblichen Menschen und einer Elbin. Dennoch, der fade Beigeschmack von „Oh, lasst uns mit viel Altbekanntem und sehr wenig Neuem doch nochmal ordentlich Kohle scheffeln!“ haftet dem Buch meines Erachtens doch ein wenig an. Ich hoffe, dass „Der Fall von Gondolin“ wieder mehr in Richtung der „Kinder Húrins“ geht, werde bis zur Lektüre aber mal ein wenig Zeit verstreichen lassen.

    6,5/10

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  5. #905
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    Namibia - Episode 1 (2. Kathy Austin Zyklus)



    Ufos, Dinos und Spione in Kenya, was soll da noch groß kommen? Klarer Fall: Nazis, Spione und Riesenkäfer in Namibia.

    Ihr seht schon, das Kreativteam bleibt seiner Linie treu, auch wenn mit Bertrand Marchal ein weiterer Recke zur illustren Truppe dazugestoßen ist. Der Neuzugang scheint sich fortan um die Zeichnungen zu kümmern, während Leo und Rodolphe für Texte, Drehbuch und Szenario verantwortlich zeichnen. Vervollständigt wird die Gemeinschaft durch Sébastian Bouë, der dem Ganzen Farbe verleiht.


    Nach Kenya verschlägt es uns bei unserem nächsten Ausflug auf den Schwarzen Kontinent an die südliche Westküste, wie der Titel schon verrät nach Namibia, also das ehemalige Deutsch-Südwestafrika. Dieser Titel soll für den weiteren Verlauf der Geschichte noch von Bedeutung sein.

    Ein Duo aus Journalist und Fotograf besucht im Juli 1949 eine der ärmeren Gegenden des Landes, wo ein von der Völkergemeinschaft unterstütztes Landwirtschaftsprojekt helfen soll den Hunger in der Region und später im ganzen Land zu bekämpfen. Die Reportage soll die Problematik stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und so vielleicht noch mehr Unterstützer finden. Wie sich zeigen soll steht das Projekt unter keinem guten Stern, denn bei ihren Recherchen vor Ort stoßen die beiden jungen Männer auf gigantische Raupen in Armeslänge! Eine Verbreitung der monströsen Viecher wird selbstverständlich jede Ernte in kürzester Zeit zunichtemachen. Noch während die schockierten Reporter rätseln, wo der Ursprung dieser Plage liegen könnte erreicht ein weiterer Wagen das Feld, allerdings weit entfernt auf der gegenüberliegenden Seite. Als unser Fotograf die beiden dem Fahrzeug entstiegenen Herren mittels seines Teleobjektivs ins Visier nimmt verschlägt es ihm die Sprache. Er kann seinen Augen nicht trauen, denn neben einem Einheimischen steht ein etwas korpulenter Weißer, und das ist niemand Anderes als der ehemalige Reichsmarschall Hermann Göring.


    All diese Absonderlichkeiten zu untersuchen ist natürlich ein Fall für unsere Afrika-Expertin beim Englischen Geheimdienst, Kathy Austin (die mittlerweile übrigens sowohl im Buch als auch auf dem Rücken mit K statt C geschrieben wird, bei Kenya hat das noch ab und an gewechselt, was mich ganz schön nervt!). Auf alle Reist die hübsche Agentin umgehend nach Namibia um herauszufinden, ob es sich bei der fotografierten Person tatsächlich um den Kriegsverbrecher Göring handelt und, wie er nach seiner Verurteilung und seines vermeintlichen Ablebens nach den Nürberger Prozessen, überleben und nach Namibia gelangen konnte. Ach ja, und da wäre ja auch noch die Sache mit den riesenhaften Insekten! Zur Seite gestellt wird ihr dabei ein Prachtstück von einem ehemaligen Major. Grantig, arrogant, frauenfeindlich und zutiefst rassistisch, so könnte man Major Bowley in aller Kürze beschreiben, da ist Zündstoff also vorprogrammiert…


    Jawoll, so ein Einstieg in eine weitere verrückte, übernatürlich angehauchte Spionageepisode aus dem Leben der taffen Kathy Austin auszusehen. Herrlich over the Top, ein wenig trashig, reichlich klischeebeladen und unterhaltsam ohne Ende. Dazu die zumeist gelungenen Bilder von Marchal, der sich stilistisch wohl enorm an Leos Kenya-Bänden orientiert, da ist nahezu kein Bruch zu spüren. Ich bin schon gespannt wie es weiter geht, denn dieser erste Band endet mit einer enormen Überraschung, einem richtiggehenden WTF-Moment.

    8,5/10

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  6. #906
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    Bone 7 – Geisterkreise



    In der Höhle des Alten Mannes sind Verwundete dem Tode Nahe, vor den Toren kämpfen die belagerten Menschen, Dorfbewohne und Wurzelbeißer, gegen eine belagernde Rattenmonster-Armee ums nackte Überleben. Auf der anderen Seite versuchen die Bones, Grandma Ben und Thorn vor Kingdok zu fliehen und vom Berg zu entkommen, als dieser bei einer gewaltigen Eruption teilweise Explodiert.


    Der Vermummte ist noch nicht am Ende und versucht weiterhin den Herrn der Heuschrecken wiederzuerwecken. Unseren Helden bleibt nur noch eine letzte Möglichkeit, sie müssen sich durch das vollkommen zerstörte und verwüstete Tal nach Süden zur Stadt Atheia durchschlagen, dort können sie vielleicht Hilfe und weitere Überlebende finden. Doch scheinbar wurde gar nicht das ganze Tal vernichtet, sondern nur ein Teil. Der Rest sieht durch geheimnisvolle Geisterkreise, die eine schreckliche Illusion von Zerstörung suggerieren wie eine Einöde aus. Das Problem ist, wenn man diese Geisterkreise unbedarft betritt kann einen das das Leben kosten. Ach ja, und selbst wenn dieser Drahtseilakt gelingt bleibt noch der Weg durch das Gebiet der Drachen, wo auf das Betreten die Todesstrafe steht…


    Eine große, gefährliche Heldenreise voller Unwägbarkeiten und Widrigkeiten, eine große Schlacht, die nicht ohne Opfer abgeht. Ein düsterer Band von ungewissem Ausgang und abgesehen von einigen großartigen Momenten bei den Moby Dick entlehnten Szenen ist von Humor kaum eine Spur zu finden. Letzteres ist zwar etwas schade, hätte aber zur Story dieses siebten von neun Bone-Bänden auch nicht so gut gepasst. Auf alle Fälle spannend und fantasievoll!

    8/10

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  7. #907
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    Hab erst jetzt gelesen, was du zu Beren und Lúthien geschrieben hast.
    300 Seiten, aber die eigentliche Geschichte ist nur 55 Seiten lang? Und die Prosa-Fassung ist zudem unvollständig? ... Puuuhh ... Also ich wäre schon neugierig auf die Prosa-Fassung, aber ich bin mir nicht sicher, ob mir das wirklich zusagt ... Werd' es auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten und etwas sacken lassen.

  8. #908
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    Zitat Zitat von Hahlebopp Beitrag anzeigen
    Hab erst jetzt gelesen, was du zu Beren und Lúthien geschrieben hast.
    300 Seiten, aber die eigentliche Geschichte ist nur 55 Seiten lang? Und die Prosa-Fassung ist zudem unvollständig? ... Puuuhh ... Also ich wäre schon neugierig auf die Prosa-Fassung, aber ich bin mir nicht sicher, ob mir das wirklich zusagt ... Werd' es auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten und etwas sacken lassen.
    Sorry, hab wegen einer recht bösen Augenverletzung mit folgender Mini-Op in letzter Zeit nicht so viel geschrieben. Als es wieder ging nahm mich der aufgelaufene Berg Arbeit in der Firma enorm in Beschlag, dazu noch etwas Freizeit-Stress etc...

    Die Prosa-Fassung ist ja die mit etwa 55 Seiten, die ist abgeschlossen. Die Vers-Variante ist länger, wurde von Tolkien aber nie vollendet. Insgesamt ist das Buch für Hardcore-Fans sicher interessant und auch von Literaturhistorischem Wert würde ich sagen, aber als Fantasy-Roman eher so etwas wie eine Mogelpackung, denn im Kern ist jede Stephen King Kurzgeschichte länger.
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  9. #909
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    Autsch! Na da wünsch ich dir mal gute Besserung.

    Und jo, die "Poesie" Fassung war natürlich gemeint und nicht "Prosa". Hab das beim Tippen nur durcheinander gebracht.

  10. #910
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    Danke Dir! Ist schon besser, aber noch weit entfernt von gut. Jetzt gilt es erstmal vor jedem Schläfchen Salbe ins Auge zu machen und im Wachzustand stündlich Tropfen rein. Für die nächsten 6-12 Monate.
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  11. #911
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    Schon vor meiner „Augen-Eskapade“ hatte ich noch ein paar Comics und Bücher gelesen, kam aber nicht so dazu entsprechend was zu schreiben. Nachdem dann einige Zeit gar nichts ging, schon gar nicht am Bildschirm, war lesen ein ganz gutes Training, um das Auge wieder auf Spur zu bringen. Bücher waren da erstmal unmöglich, aber Comics mit recht großer Schrift gingen schon. Davon abgesehen war das rechte Auge ja fit, nur das Linke erst blind, dann massiv verschwommen, jetzt noch mittelmäßig unscharf.

    Durch die Krankentage nach der Augen-OP blieb in der Firma viel liegen, was wieder dazu führte, dass Bände nicht rezensiert wurden. Deshalb gibt es jetzt erstmal ein paar knackige Kurzmeinungen statt ausführlicher Rezensionen.

    Sleeping Beauties – Buch 1



    Evie kommt, und sie bringt Aurora mit. Aurora, eine geheimnisvolle Schlafkrankheit, die ausschließlich Frauen befällt, breitet sich über Nacht über den gesamten Globus aus. Die Ladies, die einschlafen „verpuppen“ sich mit einer Art Spinnweben über dem Gesicht und wer versucht sie zu wecken wird in gnadenlosen Gewaltausbrüchen von übermenschlicher Kraft zerfleischt.


    Die geheimnisvolle Evie scheint die einzige weibliche Person zu sein, die immun gegen das Phänomen ist. Nach ihrem Auftauchen rammt sie erstmal ein paar Drogendealer durch die Wand, weshalb sie in das Frauengefängnis der Kleinstadt Dooling verfrachtet wird. Noch ahnt niemand, dass sich dort das Schicksal der Menschheit entscheiden wird.


    Szenenweise sehr dicht an der Romanvorlage von Owen und Stephen King kommt im Verlauf aber gerade die im Buch so tolle und wichtige Charakterzeichnung deutlich zu kurz. Wo man dem Buch an einigen Passagen Trägheit vorwerfen kann geht hier manches deutlich zu schnell und so findet man kaum Zugang zu den beteiligten Personen. Dazu kommen die Zeichnungen, die meinen Geschmack leider gar nicht treffen. Wo laut Text „wunderschöne“ Frauen einfach unansehnlich aussehen und Details oftmals in Brei verschwinden hilft auch die grandiose und farbenprächtige Kolorierung nicht, um den Gesamteindruck über massives Mittelmaß hinauszuheben. Natürlich will ich dennoch wissen, wie die Geschichte in der Graphic Novel zu Ende erzählt wird, ein paar Zeilen zum zweiten und finalen Band folgen also in Kürze.

    5,5-6/10

    PS: Was ein “RTN” ist muss mir der Lektor von Splitter mal erklären, ich kenne in dem Zusammenhang nur „ROMAN“.



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  12. #912
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    Namibia - Episode 2 (2. Kathy Austin Zyklus)



    Gleich zu Beginn des zweiten Bandes tauchen auch in London totgeglaubte Personen auf, die bei Berührung zu Staub zerfallen und sich auflösen. Auch? Ja, mit diesem Phänomen hat es in Namibia auch Kathy Austin zu tun bekommen. Ein weiteres Rätsel geben die jungen Bewohner einiger einheimischer Dörfer auf, die bereits in den 30ern aussehen wie Greise und einem raschen Tod anheimfallen.


    Im weiteren Verlauf trifft Kathy auf geflüchtete Nazis, erlebt bei der Exhumierung Hermann Görings eine faustdicke Überraschung und schließlich läuft ein erster, groß angelegter Einsatz auf einer abgelegen und abgeschottet operierenden Einrichtung auf dem Gelände einer alten Mine ins Leere. Doch Kathy Austin wäre nicht Kathy Austin, wenn sie so leicht aufgeben würde. Gemeinsam mit Robert und ihrem „schwierigen“ Kollegen Major Bowley startet sie ein gefährliches Unterfangen, was zu einer unglaublichen Entdeckung führt.


    Hach was ist es unterhaltsam! Irgendwo zwischen Groschenroman, Öko-Agenten-Kriegs-Thriller und Science-Fiction warten regelmäßig, und vor allem am Ende, WTF-Momente und Cliffhanger, wie sie früher bei Fortsetzungsfilmen Gang und Gäbe waren. Ein großer, äußerst unterhaltsamer Spaß, wenn auch diesmal enttäuschenderweise ohne Nacktszene der Hauptdarstellerin.

    8,5/10

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  13. #913
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    Sleeping Beauties – Buch 2



    Im zweiten Band geht es etwas mehr zur Sache, einfach weil man ja zum Finale kommen muss. Während das Schöne Geschlecht in einer Traum-/Parallelwelt die Chance bekommt neu anzufangen, ohne männliche Einmischung und die dadurch ausgeübte Gewalt und Unterdrückung, versuchen die noch wachen Insassen der Frauenvollzugsanstalt Dooley und einige „gute“ Männer zu beweisen, dass der gewaltbereite Mob vor der Tür nicht das ganze männliche Geschlecht repräsentiert.


    An die Zeichnungen habe ich mich mittlerweile halbwegs gewöhnt, die Farbgebung ist teilweise echt toll. Dennoch geht alles viel zu hopplahopp und die Grundprämisse wird leider nicht ansatzweise so schön differenziert ausgearbeitet, wie es im (deutlich umfangreicheren, vielleicht etwas zu umfangreichen) Roman der Fall war. Hier geht alles so schnell, dass am Ende nur: „Frauen klug aber schwach, Männer brutal aber (fast alle) blöde“ hängen bleibt.

    Dass es nicht ganz so ist rettet schließlich unser Dasein, doch das bleibt irgendwie nicht markant im Kopf.




    Leider nur marginal besser als der erste Band, weshalb sich meine Wertung nicht verbessert. Da habe ich das Buch wirklich deutlich lieber gelesen.

    Auch hier gab es, wie schon beim ersten Band, wieder einen kleinen aber offensichtlichen Produktions-Schnitzer. Auf Seite 23 wurden im oberen rechten Panel die beiden rechten Sprechblasen vertauscht. So wie es jetzt dasteht ergibt der Dialog keinen Sinn:



    5,5-6/10

    VG, God_W.


    Falls es wen interessiert, so sah meine kurz zusammengefasste Meinung zum Buch im März diesen Jahres aus:



    Sleeping Beauties (Stephen King & Owen King)

    Die sogenannte Aurora Krankheit, eine weltweite Pandemie, breitet sich innerhalb weniger Stunden über den gesamten Erdball aus. Was passiert? Ganz einfach, Frauen die einschlafen verpuppen sich in einem Spinnwebartigen Kokon und wachen nicht mehr auf. Wer versucht die Ladies von dem Zeug zu befreien wird von selbigen mit übermenschlichen Kräften attackiert und – teils recht brutal – getötet. Wach bleiben heißt die Devise also für die noch verbliebenen Schönheiten, zumindest möglichst lange, bis vielleicht die Ursache oder gart ein Heilmittel gefunden werden kann.

    Als eine äußerst seltsame Lady namens Eve auftaucht und sonderbare Kräfte an den Tag legt wird schnell klar: Aurora ist kein Virus, keine Krankheit und nicht von Menschen geschaffenes. Eher so etwas wie ein übernatürlicher Zustand und auf dem Spiel steht nichts Geringeres als der Fortbestand unserer Gesellschaft, das Überleben der Menschheit, unsere gesamte Existenz – also vor allem die der Männer…

    Stephen King und sein jüngerer Sohn Owen treiben hier den „Geschlechterkampf“ auf die absolute Spitze. Die unterschiedliche Physiologie, Psychologie, Denk- und Verhaltensweisen von Männern und Frauen werden geschickt herausgearbeitet und auf die Spitze getrieben. Wäre eine Gesellschaft mit nur einem von beiden Geschlechtern überlebensfähig? Eine spannende Ausgangsidee mit globalen Auswirkungen, deren Story am Ende aber auf eine amerikanische Kleinstadt und vor allem auf des Geschehen innerhalb der Mauern einer Frauenhaftanstalt heruntergebrochen wird. Das wirkt nicht immer logisch und realistisch, weiß aber zu fesseln und baut eine tolle Atmo auf.

    Mit dem übernatürlichen Parallelwelten-Plot, der sich zwischendurch entfaltet, kommt sicher nicht jeder klar, das ist dann schon eher Fantasy als Horror oder Thrill. Auch übermäßig viele Stereotypen und vor allem gewalttätige und herrische Männer scheinen die Kleinstädte der USA zu bevölkern, was die Grundprämisse dieses Schauplatzes als „Musterbeispiel“ der Menschheit etwas ad Absurdum führt. Auch einige Längen kann man bei den gut 950 Seiten nicht wegdiskutieren. Trotzdem hatte ich viel Freude mit der Lektüre und werde mir in Kürze mal die Splitter Graphic Novel dazu besorgen, dort fallen die Längen vermutlich weg.

    Dass die Kings zur Vorbereitung unter anderem einen Frauenknast besucht haben fand ich schon cool, mich hätte aber mehr interessiert wer von beiden für welche Passagen verantwortlich war, oder wie sie sich die Zusammenarbeit aufgeteilt haben. Darauf wird im Nachwort von Stephen und Owen aber leider nicht eingegangen.

    Nach dem klassischen King „Feuerkind“ jetzt also mit „Sleeping Beauties“ ein neuerer Vertreter (2017). Beide gut, beide nicht perfekt, wer an dem Thema Interesse findet sollte aber ruhig mal einen Blick riskieren!

    7-7,5/10

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  14. #914
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    Corto Maltese 10 – Tango



    Vom Orient, im wunderbaren achten Band, verschlägt es Corto jetzt, wie auch einst seinen Autor, auf die andere Seite der Weltkugel, nach Südamerika, in das Heimatland des Tangos.

    Zwischen leichten Mädchen und Meuchelmördern entfaltet sich eine romantische und auch wehmütige Geschichte, die uns auf die Spuren großer Westernlegenden wie Butch Cassidy und Sundance Kid führt.


    Die magisch angehauchte Atmosphäre wechselt sich ab mit dem ein oder anderen harten Gewaltausbruch, was dem titelgebenden Tanz mit seinen geschmeidig geschwungenen Passagen und so mancher plötzlichen Stärke und Aggressivität sehr nahe kommt.

    Die großartigen, einleitenden Seiten und das Vorwort haben bei mir dennoch etwas mehr Eindruck gemacht, als der Dreireiher. Diese Darstellungsform sehe ich bei Pratt ja oft etwas kritisch, hier hielt es sich noch im Rahmen und war in Ordnung, was den Detailgrad des Artworks angeht, denn eine hervorragende Stimmung wurde generiert. An „das goldene Haus von Samarkand“ oder „Sibirien“ kommt der Tango aber lange nicht ran.


    7-7,5/10

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  15. #915
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    Namibia - Episode 3 (2. Kathy Austin Zyklus)



    Endlich wird wieder geduscht! Aber auch sonst hat der dritte Band dieses zweiten Zyklus sowohl optisch als auch inhaltlich reichlich was zu bieten. Kathy Austin erwacht nach einem angeblichen Autounfall im Krankenhaus, wo ihr eine wundersam schnelle Heilung zuteilwird. Währenddessen wird in Cairo ein Agent überfallen, der ihr eigentlich zur Unterstützung zur Seite gestellt werden sollte und die Söhne Hesekiels, eine fanatische Sekte, beginnt sich wie ein Lauffeuer über den Erdball auszubreiten und in einem irrsinnigen Tempo neue Anhänger zu generieren.


    Als wäre das noch nicht genug plagen Alpträume und Visionen unsere Heldin. Bruchstückhaft blitzen vermeintliche Erinnerungen auf, Riesenkäfer verfolgen sie, war da nicht noch etwas mit einer unterirdischen Anlage? Was hat das nur alles zu bedeuten? Haben vielleicht schon wieder außerirdische Besucher ihre Finger mit im Spiel? Fragen über Fragen und dann landet eine Maschine mit einem ganz besonderen Passagier in Kairo.


    Wow, spannend, wendungsreich und rätselhaft geht es weiter, ohne dabei allzu kryptisch zu werden. Trotzdem gibt es reichlich Fragezeichen und ich will unbedingt wissen, wie es weiter geht. Obendrein gefällt mir die Optik bei diesem Album nochmal besser als bei den bisherigen. Die Zeichnungen sehen einfach klasse aus und erinnern in den Traumpassagen sogar ganz minimal an Daniel Hulet. Vielleicht der beste Band bislang.

    8,5-9/10

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  16. #916
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    Star Trek – Titan (1): Eine neue Ära


    Die ersten Bücher der Titan-Reihe hatte ich damals direkt bei erscheinen schon gelesen, ich war mir aber nach all den Jahren nicht mehr sicher, ob ich nur das erste Buch, die ersten beiden, oder gar drei Bände gelesen hatte. Ist ja auch egal, auf alle Fälle hat mich die großartige dritte Fanservice Staffel von Star Trek – Picard enorm angefixt, mir mal wieder so richtig Lust auf Star Trek gemacht.


    Mit Krümelchen schaue ich gerade Next Generation, Moment, das stimmt nicht ganz. Zur Mitte der zweiten Staffel haben wir gerade unterbrochen, um ihr Gedächtnis in Sachen TOS aufzufrischen. Wenn irgendwann Spock, Scotty und bei den Kinofilmen dann auch Kirk auftritt soll sie ja wissen wer diese Persönlichkeiten sind.


    Da die finale Picard-Staffel die USS Titan fulminant in Szene setzte hatte ich Romanmäßig Lust die Reihe nochmal zu starten – und diesmal vielleicht ein paar Bände mehr zu lesen. Gesammelt hatte ich damals noch eine Weile ohne zu lesen, weshalb ich jetzt nicht allzu viel nachkaufen muss.





    Dieser erste Band ist ein typischer Vertreter der Sparte „Erstling“. Klar, wir kennen den Captain und seine Gattin, doch der Rest der Crew muss sich erstmal einfinden, die teils recht außergewöhnlichen Charaktere muss man kennenlernen, die müssen ihren Charakter etablieren und untereinander Beziehungen knüpfen, was nicht immer so einfach ist, denn nie waren so viele unterschiedliche Rassen auf einem Schiff vereint, wie auf der Titan. Von der Warte also klare Trek-Botschaften am Start, super.


    Das ganze geschieht vor einem Setting, welches aus dem zehnten Kinofilm resultierte und somit bekannt ist. Die geplante Forschungsmission der Titan wurde nämlich verschoben, da Riker und seine neue Crew die Friedenverhandlungen im zersplitterten romulanischen Reich begleiten sollen, wo die einzelnen Fraktionen kurz davor sind einen waschechten Bürgerkrieg loszutreten.


    Ja, es gibt Längen, ja, nicht jeder Charakter zündet von Beginn an und ja, da ist noch deutlich Luft nach oben. Dennoch habe ich diesen ersten Ausflug mit der Titan genossen und fand es prima, dass hier eine direkte Fortsetzung zu Star Trek: Nemesis geboten wird. Das Cross Cult Taschenbuch weist als kleines Goodie noch eine Ausklapptafel mit dem Aufbau des namensgebenden Schiffes auf, schöne Sache!


    6,5/10


    Mit Tendenz nach oben und ich freue mich auf mehr. Bin schon gespannt, ob ich den zweiten Band auch schon kenne, oder noch nicht.








    Star Trek – Titan (2): Der rote König


    Die Titan macht quasi einen auf Voyager, hat sie sich doch am Ende von Band eins rund 200.000 Lichtjahre weit wegschleudern lassen, als sie auf der Suche nach einer verschollenen Romulaner-Flotte war. Die noch recht frisch zusammengekommene Crew findet sich in einer Raumwolke wieder, wo sie auf einen lange verschollenen Seitenzweig der Menschheit treffen. Doch nicht nur das, eine uralte Prophezeiung kündet vom Erwachen eines Wesens, was in Folge zu totaler Vernichtung führen würde. Alleine ist die Titan allerdings nicht, denn auch die Romulaner hat es in diese Wolke verschlagen. Ob das jetzt ein Vor- oder ein Nachteil ist wird sich erst noch zeigen müssen.


    Die Rahmenstory ist nicht neu, aber auch nicht schlecht. Der Fokus liegt aber eindeutig auf das Zusammenfinden und Zusammenschweißen der neuen Crew und das macht das Buch wirklich prima. Mehr und mehr bekomme ich Zugang zu den Facettenreichen Charakteren auf der Titan und auch das Seelenleben von Altvertrauten Personen wie Captain Riker wird näher beleuchtet. Die Crew wächst schön zusammen und auch Tuvok fügt sich spannend ein. Gutes Trek-Buch, aber ich freue mich doch mehr darauf, wenn die Titan wieder zurück ist und ihre "eigentliche" Mission starten darf.


    7/10
    Geändert von God_W. (11.06.2023 um 19:02 Uhr)
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  17. #917
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    Berserk – Ultimative Edition 9



    Zuletzt wurde Guts ja von fanatischen, religiösen Gotteskriegern unter Führung einer Frau gefangen genommen. Mit Hilfe von Puck gelingt ihm die Flucht, jedoch nicht ohne die Anführerin – zufälligerweise gerade halbnackt dabei sich selbst zu kasteien – als „Sicherheit“ mitgehen zu lassen. Auf der Flucht bekommt er es bei Dunkelheit natürlich wieder mit allerlei dämonischem Treiben zu tun.


    Währenddessen gehen in Windham ungute Ereignisse vonstatten, der Unsterbliche ist ebenfalls zurück und als ein sadistischer Inquisitor samt seinem Gefolge von Folterspezialisten auf den Plan tritt nehmen die Bedrohungen rasant zu. Als Guts zurückkommt muss er entsetzt feststellen, dass Kjaskar spurlos verschwunden ist, also nicht mehr versteckt in Sicherheit. Umgehend macht er sich auf die Suche.


    Bestialische Folter und überbordende Fleischeslust geben sich in diesem neunten Band die Klinke in die Hand. Äußerst spannend, oft dramatisch, regelmäßig maximal brutal und mit viel nackter Haut garniert gelingt es dem Autor sogar hie und da ein ganz klein wenig Humor einfließen zu lassen. Schließlich führt der Band zu einem offenen Ende, welches reichlich weit von einem Happy Entfernt ist! Bin gespannt, wie es weiter geht.

    8/10

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  18. #918
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    Flash Anthologie



    Schon vor einigen Jahren hat Panini diesen Band „ausgemustert“ und seitdem ist die Buchpreisbindung aufgehoben und er wird quasi verramscht. Ich meine für 15 oder 20 Euro habe ich mir den dann mal bei Jokers geholt oder so, einfach weil ich die DC Anthologien bisher immer sehr gut fand, um einen Überblick über den Werdegang eines Helden zu bekommen. So richtig gezogen hat mich der Flash-Band bislang noch nicht – bis mich vor kurzem der erste Flash-Kinotrailer mit meinem Lieblings-Batman Michael Keaton enorm angefixt hat. Ich bin aktuell voll auf dem Hype-Train, habe mir einen Siebenteiligen Filmwatch zur Einstimmung zusammengestellt, den ich gerade fast durchhabe, die Gattin und Krümelchen mit reingezogen und natürlich mit diesem Band meine ersten Flash-Comics gelesen.

    Hier der Inhalt des Bandes:


    Flash selbst kenne ich seit Kindertagen. Ich muss in etwa zehn oder zwölf Jahre alt gewesen, als auf RTL die TV-Serie Flash – Der rote Blitz startete, die ich damals gebannt verfolgte. Von der neuen Serie mit Grant Gustin habe ich die ersten beiden Staffeln gesehen, dann im TV aber den Anschluss verpasst, als Season 3 startete. Das muss ich irgendwann mal nachholen, aber wie gesagt, in Sachen Flash-Comics war ich ein gänzlich unbeschriebenes Blatt, weshalb ich denke, dass diese Anthologie genau der richtige Einstieg war.


    Das Buch startet mit einer Einleitung von Grant Morrison, die schonmal super ist, um einen Überblick über die verschiedenen Flash-Inkarnationen zu bekommen. Anschließend starten wir in den gut 400 Seiten starken Band, der in vier Abschnitte unterteilt wurde und, wie immer bei den Anthologien, reichlich redaktionelles Material mit Erläuterungen, Hintergrundinfos und Wissenswertem zur Einordung einzelner Stories, zu Zeichnern und Autoren, und zu Flashs Werdegang insgesamt bereithält.

    Der erste Abschnitt, Beschleunigung, enthält Flash Comics #1 und ein weiteres Heft aus den 40ern, in welchen der Reverse Flash seinen ersten Auftritt hat. Alles typische Kinder ihrer Zeit, also sehr freigeistig kreativ, aber auch maximal unglaubwürdig sag ich mal. Natürlich hat das alles seinen Charme, wenn man sowas mag und obendrein gibt es dann noch Infos über die Justice Society, das erste Superhelden-Team des Golden Age.


    Im zweiten Teil läuft Flash zu „Höchstgeschwindigkeit“ auf. Selbige variiert in den sechs Heften bis zum Jahr 1982 enorm, was mich etwas missmutig stimmt. So eine Inkohärenz stört mich massiv und ist einer der Hauptgründe weshalb ich Comics mit Superhelden, die Superkräfte haben, nicht sonderlich mag. In dem Abschnitt gibt es neben massig Speed und Action aber auch Infos über Flashs wichtigste Gegner, wir lernen Kid Flash kennen und auch Zeitreisen stehen schon auf dem Programm. Außerdem will der Speedster vor den Traualtar treten!

    Nach der Crisis on Infinite Earths geht es in den „Grenzbereich“, der Comics von 1990 bis 2001 enthält, in denen Wally West der neue Träger des Flash-Kostüms ist. Grant Morrison verpasst Flash eine neue Origin und die erste TV-Serie macht den roten Helden noch populärer. Die Zeichnungen werden moderner, die Stories frischer und wechseln zwischen leichtem Witz und stärkerer Dramatik, wenn auch Kid Flash mal in den Fokus gerückt wird, oder Flash mit früheren Trägern des Kostüms zusammenarbeitet, um einen alten Freund zu retten.


    „Im Rückspiegel“ lässt uns der vierte und letzte Teil des Bandes verschwinden. Vielleicht weil er mit Vollgas vorbeirauscht, denn die Panels sind im Vergleich zu den Anfängen, wie fast in jeder Reihe, in der Regel deutlich größer, dafür der Text um einiges Kürzer. Kurzweilig sind die Comics von 2002 bis 2014 allemal, dazu teilweise optisch wirklich eine Wucht. Dennoch sind die Geschichten auch in der Zeit, in der die äußerst erfolgreiche, mittlerweile seit neun Staffeln laufende Serie mit Grant Gustin startete, häufig mit den gleichen Problemen von unterschiedlichen Fähigkeiten, Geschwindigkeiten und dementsprechend nicht wirklich logischen Vorgängen behaftet.

    Insgesamt macht der Band genau das was er soll, er vermittelt einen guten Eindruck davon, wie sich die Comics über den ultraschnellen Superhelden Flash über die Jahre entwickelt haben. Da ist viel hanebüchener, recht naiver Blödsinn dabei, wie das bei vielen Superhelden der alten Schule so ist, später wird es actionreicher, manchmal etwas komplexer und die Wandlung des Artworks über die Jahrzehnte finde ich immer spannend zu beobachten. Allerdings habe ich an diesen Beispielen auch direkt wieder gemerkt, weshalb ich im Grunde nicht der größte Fan von Superheldencomics bin. Da ist so vieles so unlogisch, so an den Haaren herbeigezogen und jeder zweite Autor macht sich neue Regeln, wie es ihm gerade passt. Nicht falsch verstehen, ich habe kein Problem mit unrealistischen oder übertriebenen Dingen, aber eine Welt sollte halt in sich selbst stimmig sein, um zu funktionieren.


    Hier fängt es schon damit an, dass Flash in jedem zweiten Heft eine andere Höchstgeschwindigkeit zu haben scheint. Einmal ist Lichtgeschwindigkeit kein Problem, einmal fällt es gar schwer eine Pistolenkugel aufzuhalten. Das passt alles nicht gut zusammen. Dann die recht faule Geschichte mit quasi DREI identischen Origins für unterschiedliche Wesen mit Supergeschwindigkeit? Nein danke, wirklich nicht. Also ja, das war schon alles recht witzig und unterhaltsam, teilweise charmant, aber ein großer Fan und Anhänger von Flash werde ich wohl nicht mehr werden, genauso wie von den meisten anderen Superhelden mit Superkräften. Rein inhaltlich, was die Comics angeht, die bislang schwächste Anthologie für mich, einfach weil das nicht so meinen Geschmack trifft. Was mich selbstredend nicht davon abhält noch einen weiteren Schwung Flash-Comics zu lesen, weil ich gerade so Bock drauf habe, und auch meine Vorfreude auf den Film schmälert das in keiner Weise.

    6,5/10



    VG, God_W.
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  19. #919
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    Namibia - Episode 4 (2. Kathy Austin Zyklus)



    Im vorletzten Band des Zyklus wird die Spannungsschraube deutlich angezogen und alles für ein fulminantes Finale vorbereitet. Wie das Cover schon verrät wird endlich glasklar, dass Besucher von etwas weiter weg in die rätselhaften Ereignisse in Deutsch-Südwestafrika involviert sind. Dass das nur die Spitze des Eisbergs ist könnt Ihr Euch sicher denken und zudem scheint es auch unter diesen Besuchern mehrere Fraktionen zu geben.


    Derweil gerät Kathy, auch durch Unachtsamkeit – ja, unsere Heldin ist alles andere als perfekt, was die ganze Sache viel interessanter macht – in arge Bedrängnis, aus der sie ausnahmsweise mal selbst gerettet werden muss. Der Retter in der Not ist ein alter Bekannter, mit dessen Hilfe Miss Austin ganz und gar nicht gerechnet hätte. Doch viele Gemeinsamkeiten und ein Leben auf der Rasierklinge schweißen zusammen und schwupps, geht es ab in die Kiste. Ha! Von wegen es gibt „nur“ Duschszenen.


    Großartige, abenteuerliche Action wie aus älteren Agenten- oder Abenteuerstreifen, famoser Spannungsaufbau und Charaktere, bei denen man sich einfach freut, wenn man sie (wieder) sieht und mehr Zeit mit ihnen Verbringen kann. Man darf gespannt sein, wie letztlich die Auflösung im großen Finale ausfällt, auch im Bezug auf die „Söhne Hezekiels“.

    8,5-9/10

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  20. #920
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    Flashpoint Komplettausgabe (Deluxe Edition)



    Während meiner immensen Vorfreude auf „The Flash“ habe ich es mir natürlich auch nicht nehmen lassen, dass große Event zu lesen, welches ganz offensichtlich die Grundidee für das Drehbuch lieferte. Dass der Rest der Filmhandlung, abgesehen von der Ausgangsprämisse, nahezu nichts mit Comic zu tun haben wird war mir klar, ich hatte aber dennoch enorm Bock drauf.

    Die Kern-Miniserie umfasst lediglich fünf Hefte und hat schon weit über zehn Jahre auf dem Buckel, weshalb ich hier nichts in Spoiler setzen werde. Selbst ich, der nicht so tief in der DC-Materie verankert ist, hatte schon mitbekommen, worum es in Flashpoint geht. Es wurde ein Ereignis herbeigeführt, um die Vergangenheit zu ändern, einen vermeintlichen Fehler zu korrigieren, ein schreckliches Ereignis zu verhindern. Wer, wie, was und warum getan hat, das ist witzigerweise die Überraschung am Ende der Geschichte, obwohl das vor meiner Lektüre das Einzige war, was ich schon wusste. Damit war das Überraschungsmoment bei mir leider verpufft.

    Der mächtige Buchrücken:


    Wer sich auch nur ein ganz klein wenig mit Zeitreise auskennt der weiß, solche „Korrekturversuche“ laufen nie so wie geplant, was uns zum Grund führt, weshalb diese beeindruckende Gesamtausgabe eben nicht aus den fünf Flashpoint-Heften besteht, sondern massenweise, zumeist dreiteilige Miniserien enthält. Diese lassen uns Zeuge werden, was diese Veränderung der Zeitlinie mit den einzelnen DC-Helden und Schurken angestellt hat und, welche Auswirkungen diese „Korrektur“ auf die verschiedenen Bereiche der Welt hatte.

    Inhalt des Bandes:


    Die Erde befindet sich sozusagen im dritten Weltkrieg. Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen? Das kann man schon beinahe als große, klassische Tragödie verkaufen. Es Bündelung gemeinsamer Kräfte und Sicherung des Friedens sollte es eine Hochzeit zwischen einer Amazonen-Prinzessin von Themyscira und einem atlantischen Herrscher geben. Auf beiden Seiten gab es Hardliner, die dagegen waren, was zu einer Intrige führte, die zwar nicht gänzlich ihr Ziel erreichte, aber zu einem Tod auf einer Seite führte. Wie einst beim ersten Weltkrieg reicht ein Mord und einige Missverständnisse aus, um die Hölle losbrechen zu lassen.

    Themyscira wurde schließlich im Meer versenkt, ebenso wie weite Teile von Westeuropa, die Amazonen eroberten im Gegenzug die Britische Insel und erhoben diese, um weiteren Überflutungen vorzubeugen. Dort werden Männer niedergemäht und Frauen in Umerziehungslager gesteckt usw… Ihr sehr schon wie die Grundidee aussieht. Das ist der schockierende Status Quo, in dem wir landen, nachdem uns einige einleitende Hefte den Weg dorthin bereitet haben.


    Auf dem Weg dahin bekommt es Flash mit dem Reverse Flash zu tun, verschiedene Flash-Inkarnationen aus unterschiedlichen Zeiten treffen zusammen und sorgen für Verwirrung, Kid Flash und die ganze Flash Family ist ebenfalls am Start und DANN geht es eigentlich erst richtig los. Wie es zu den oben erläuterten Zuständen kam erfahren wir nach und nach und natürlich versucht Flash das alles wieder rückgängig zu machen. Dazu benötigt er allerdings Hilfe, was sich schwierig darstellt, da sich so Vieles geändert hat, auch die Erfahrungen und Charaktere der Helden, die ihn gar nicht erst erkennen. Besonders spannend fand ich unter anderem Batmans Entwicklung.


    Weiter will ich gar nicht auf Storydetails eingehen, denn wie gesagt finden sich in diesem Brecher von Buch reichlich Einzelgeschichten und Schicksale, deren Hefte, häufig drei, passend verteilt und eingebunden wurden. Alle paar Hefte kommt dann mal wieder ein Heft des Haupt-Events Flashpoint dazwischen.

    Positiv herausgestochen hat dabei für mich allen voran die Story von Lois Lane, die zum Zeitpunkt des Untergangs in Paris war, später von den Amazonen gefangengenommen wird und dort als Untergrundkämpferin für den Widerstand arbeitet. Da kommt spannendes Kriegs-Feeling wie in so manchem Film zum zweiten Weltkrieg auf.


    Booster Golds Einsatz war enorm kurzweilig und actionreich, Batman – Knight of Vengance bot für mich eine der größten Überraschungen und eine starke Charakterentwicklung. Die Secret Seven waren ein wenig wild und verrückt, haben zur Hauptstory nicht viel beizutragen, waren insgesamt aber unterhaltsam, ähnlich ist es mit Superagent Frankenstein und seiner Truppe, die ich ja sehr mag.


    Deathstroke und der Fluch der Ravager ist ein starkes Horror-Seemannsgarn, welches mir super gefallen hat, aber für Flashpiont ehrlich gesagt keinen großen Mehrwert bietet. Den Afrika-Ausflug zu Gorilla Grodd hätte kein Mensch gebraucht, zumindest nicht bei dem, was man dann draus gemacht hat. Das wurde glaube ich nur kreiert, weil Grodd eine gewisse Fanbase hat, aber toll war das leider nicht, Citizen Cold kann ich gleich gar nicht leiden.

    Die Welt von Flashpoint sowie die Hefte zu Wonder Woman und Aquaman sind natürlich absolut essenziell. Ich glaube auch, dass das Hauptevent alleine etwas holprig und unfertig wirken könnte, mir persönlich kam das zumindest so vor. Einige der kleinen Gastserien haben mich emotional und erzählerisch stärker abholen können als Flashpoint selbst.


    Deadman und die Flying Graysons fand ich toll, auch wenn die Story über weite Strecken eher für sich alleine steht. Project Superman war echt creepy, hätte einen starken Film geben können. Kid Flash gehört allgemein nicht so zu meinen Favoriten, war hier jetzt aber nicht schlecht. Green Arrow war überraschend cool, Hal Jordan hat mir optisch super gefallen, steuert aber nicht wirklich Essenzielles zum Gesamtwerk bei.


    Was ich nicht unbedingt gebraucht hätte waren die Passagen mit Green Lantern Abin Sur, die Legion of Doom fordert sicherlich den höchsten Blutzoll und ist auch cool, trägt aber auch nicht wirklich viel zum Gesamtkonstrukt bei. Absolut entbehrlich wäre auch der Outsider gewesen, gegenteilig ist es beim Reverse Flash, den brauchen wir natürlich an Bord.

    Zum Abschluss noch “nackt” ohne Schutzumschlag:


    Zusammengefasst ein faszinierendes Event, bei dem einige Abschnitte, welche die Situationen auf der Welt darstellen, packender geraten sind als die Hauptgeschichte. Klar, bei dem über 1.500 Seiten starken Mammutwerk gibt es auch entbehrliche Mini-Serien und Flash selbst wird nie mein liebster Superheld werden. Unterhaltsam war es allemal und ich kann jedem nur raten bei Interesse lieber diesen Band zu lesen, als nur die fünf Kernhefte. Das naturgemäß häufig wechselnde Artwork ist zumeist gelungen, Totalausfälle gibt es dahingehend keine. Nichtsdestotrotz ist Flashpoint für mich persönlich der schwächste der Omnibus-Ausgaben, die ich bislang gesichtet habe. Simonsons Thor, Conan von Roy Thomas oder Daredevil von Soule liegen da deutlich vorne, genau wie das klassische Sumpfding oder Morrisons Doom Patrol.

    7/10

    So, und morgen geht’s endlich ins Kiiiinooooo!!!!

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (05.07.2023 um 20:33 Uhr)
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  21. #921
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    Star Trek – Titan (3): Die Hunde des Orion

    Glasklar, das ist der erste Band der Reihe, den ich noch nicht gelesen hatte. An so viel „Moby-Dick im Weltraum“ hätte ich mich auf alle Fälle erinnert.

    Die Titan dringt endlich in bislang unerforschte Gegenden des Raums ein und trifft aufgrund eines telepathischen „Hilferufs“ auf alte Bekannte. Riesige Quallen ähnelnde Wesen, die von einer unbekannten Rasse gejagt und erlegt werden. Da ist schnelles Eingreifen gefragt, um den Gejagten, friedvollen Riesen zu helfen. Überraschenderweise erweisen sich die Jäger gar nicht als sonderlich aggressiv oder feindlich gesinnt, was die Sache erstmal sehr rätselhaft macht. Schnell wird klar, dass die Jagd dazu dient die Lebensgrundlage der Jäger-Rasse zu sichern und sie die gejagten Wesen im Grunde verehren. Doch das ist nicht der Einzige Grund für die Jagt und spätestens ab da wird es kompliziert…

    Ein Bärenstarker Band mit der Vermittlung von wahrhaftigen, klassischen Star Trek Werten. Die Story ist spannend, tragisch, ethisch und kulturell vertrackt und die Crew, allen voran der neue Doc, sind einfach großartig mittlerweile. Dazu die Einbeziehung bekannter Star Trek Wesen, von denen man lange nichts gehört hat, zum Beispiel den Quallenwesen aus der Farpoint Mission (erste TNG Doppelfolge). Ganz großes Star Trek-Kino möchte ich meinen. Wenn ich etwas kritisieren möchte, dann vielleicht dass es für den Geschmack des ein oder anderen Lesers vielleicht etwas zu viel des Guten in Sachen Empathen-Gefühls-Chaos, aber das Thema gibt die Story halt auch her wie kaum eine Andere.

    8,5-9/10
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  22. #922
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    Phantom #6



    Leserbriefe gibt es diesmal leider nicht, dafür aber das große, vierteilige Finale der großen Story “Götterdämmerung”, also die Hefte #9-12 von “The Phantom: Ghost Who Walks”. Die sind wieder brauchbar gezeichnet, bieten düstere Spannung und reichlich Action. Das Grundthema mit den Kids ist schon heftig, dafür gibt es aber auch wieder schöne, fürs Phantom typische Trash-Abenteuer-Momente wie den Arena-Kampf gegen einen Eisbären. Die Auflösung des Ganzen ist dann recht stimmig und die letzte Seite lässt mich mit einem wunderbaren “Lust auf ein Wiedersehen”-Gefühl zurück. Ja, so mag ich meine Phantom-Comics. Hinterdrein wartet noch eine äußerst ansehnliche Illustration von Timo Wuerz.


    7,5-8/10

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  23. #923
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    Namibia - Episode 5 (2. Kathy Austin Zyklus)



    Im großen Finale des Zyklus gehen Rodolphe, Leo und Marchal nochmal ordentlich in die Vollen. Kathy und ihr neuer Partner begeben sich in die Höhle des Löwen, - pardon – der Hyänen. Der weil halten die Führer der Weltmächte an exotischen Schauplätzen, die James Bond zu Ehre gereichen würden, Krisensitzungen ab. Bei Massenversammlungen zu Ehren des „heiligen“ Führers der Söhne Hezekiels kommt es zum Eklat, die Lage spitzt sich an allen Fronten zu, Langstreckenraketen starten, Luftschlachten werden geschlagen und nicht weniger als das Schicksal der Welt steht auf dem Spiel!


    Erneut gelingt es dem Team ein fulminant unterhaltsames Finale auf die Seiten zu zimmern. Alle Handlungsstränge laufen zusammen, die Rätsel werden gelöst, spannungsgeladen und actionreich geht der Zyklus zu Ende. Klar werden wieder so manche Klischees bedient und aus Film und Fernsehen bekannte Muster geschickt miteinander kombiniert, um eine stets vorantreibende Story zu erzählen. Diesmal wird übrigens gebadet, nicht geduscht.


    Wie sehen uns in Kürze wieder Kathy, allerdings auf einem anderen Kontinent!

    8,5-9/10

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  24. #924
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    Bone 8 – Schatzjäger



    Unseren Helden ist es gelungen sich in die trügerische Sicherheit der Stadt Atheia einzuschleichen. Im Inneren der schützenden Mauern ist jedoch nicht nur das Essen miserabel, es sind auch nur wenige bereit der rechtmäßigen Königin zur Seite zu stehen, die durch korrupte Veni-Yan-Krieger und deren Anführer gezwungen ist im Geheimen zu operieren.

    Während Thorn, Grandma und die Bones versuchen Verbündete zu finden schließt sich der Feind mit weiteren finsteren Gesellen zusammen und marschiert mit einer nie dagewesenen Streitmacht auf die Stadt zu. Alle sind der Verzweiflung nahe. - Alle? Ach nein, ein kleiner Bone namens Phoney hat zwischen Schwarzmarktständen und durstigen Riesen-Bienen Lunte gerochen und versucht einmal mehr das große Geld zu machen. Ob das wohl gelingt?


    Spannend, lustig und so manches mal auch zum Haare raufen geht es weiter in tollen, ausdrucksstarken Bildern, die vor allem bei den Charakteren Gefühle vermitteln. Das dramatische Fortschreiten der Ereignisse lässt das Finale am Horizont erahnen.

    8,5-9/10

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    Mr. Mercedes (Stephen King)


    Wollte ich schon lange mal lesen, jetzt wo ich keinen Benz mehr fahre hab ich mich mal rangetraut.


    Mitten in der Wirtschaftskrise wird eine Jobbörse veranstaltet, die für 1.000 Menschen einen neuen Arbeitsplatz bedeuten soll. Klar, dass sich schon lange vor der Öffnung am Frühen Morgen die Menschen, die es wirklich nötig haben, davor tummeln. Darunter zwar nicht nur abgebrannte, sondern auch ganz schön abgehalfterte Typen, aber auch Frauen mit Babys, die verzweifelt auf ein Einkommen hoffen. Plötzlich rast ein fetter Benz mitten in die wartende Schar, richtet ein Blutbad an, und verschwindet wieder.


    Zu Hause hockt Bill Hodges, ein kürzlich pensionierter Polizist, vor dem Frühstücksfernsehen, spielt in Depressionen versunken mit der alten Dienstwaffe seines Vaters und überlegt, ob er seinem Das ein Ende bereiten soll. Bis er einen Brief von „Mr. Mercedes“, dem Amokfahrer bekommt. Ziel des Schreibens ist es den eh schon psychisch angeschlagenen Hodges in den Selbstmord zu treiben, doch da hat der Psychopath im jungen Erwachsenenalter seine Rechnung ohne den Willen des alten, bärbeißigen Haudegens gemacht. Der findet in dem Fall einen neuen Lebensinhalt, nämlich den Täter/Verfasser des Briefes zur Strecke zu bringen.


    Einmal mehr beweist King, dass er keinen übernatürlichen Horror braucht, um hervorragend zu schreiben. Die Hatz nach dem gefühlsgestörten jungen Psycho entwickelt sich zum absoluten Pageturner, ist vor allem psychologisch mal wieder grandios ausgearbeitet und saugt mich schon nach wenigen Seiten in Kings ihm eigene Welt. Nüchtern betrachtet gibt es da schon einen ganzen Schwung an Ereignissen, die in der Form im wirklichen Leben äußerst unwahrscheinlich erscheinen, aber während der Lektüre bin ich dermaßen gebannt, dass das kaum auffällt. Viel zu gerne folge ich dem leicht übergewichtigen „grumpy“ Ex-Cop, seinem aufgeweckten schwarzen Studenten und der geistig nicht ganz gesunden Holly mit Inselbegabung bei den Ermittlungen, während mich das Seelenleben des Killers mehr und mehr schockiert. Kein Meisterwerk wie „Der Anschlag“ aber wirklich Klasse und entgegen Kings Ruf mit einem starken Ende ausgestattet! Ich freue mich schon auf den zweiten Band.


    8,5/10
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