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Ergebnis 1.076 bis 1.095 von 1095

Thema: Just my 2 cents - (nicht ganz so kurze) Reviews von God_W.

  1. #1076
    CF Unterstützer Avatar von Gagel
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    Ben Hur (Lewis Wallace)




    Insgesamt ein spannender Roman, der ohne den Jesus-Bezug vermutlich ein solches Jahrhundertwerk geworden wäre, aber dennoch zurecht ein Klassiker wurde.

    VG, God_W.
    Die Hervorhebung ist von mir: sollte das nicht "kein" heißen?

  2. #1077
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Stimmt, danke!
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  3. #1078
    Mitglied Avatar von frnck1960
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    Für den Fall, dass du weiter in biblischen Gefilden unterwegs sein willst, empfehle ich dir Joseph und seine Brüder von Thomas Mann. Den lese ich gerade. In fast quälender Ausführlichkeit
    wird aus der doch recht kurzen Joseph-Geschichte aus der Bibel ein epischer Roman von 1800 Seiten gestrickt. Alle 10 (Halb-)brüder von Joseph werden werden detailliert ausgeführt. Davor
    noch Jaakob der Vater und dessen Abstammungsgeschichte bis zurück zum Großvater Abraham. Es gibt Exkurse zu Atlantis und dem Gilgamesch-Epos. Und man verfolgt das Schicksal Josephs,
    von seiner Verstoßung durch die Brüder, seiner Gefangennahme und Versklavung durch Ismaeliter und letztendlich seiner Ankunft in Ägypten und dem dortigen Aufstieg.
    Also, wenn du viel Sitzfleisch mitbringst, könnte das etwas für dich sein

  4. #1079
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Danke, aber in Sachen Joseph gab es kürzlich mit Krümelchen zusammen den Zeichentrickfilm Joseph - König der Träume, das soll vorerst reichen. Den mochte ich als Teenie gerne und hab ihn jetzt wiederentdeckt, schöner Film - und kurzweilig!

    Was den Umfang angeht, in der Richtung habe ich auch noch ein klassisches Werk auf dem Lese-K2, das will ich voraussichtlich im Sommerurlaub beenden. Werde beizeiten dann hier berichten.
    Geändert von God_W. (03.04.2024 um 17:30 Uhr)
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  5. #1080
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Lustiges Taschenbuch Classic Edition – Die Comics von Cark Barks 12

    Bei der allabendlichen Vorleselektüre mit Krümelchen mal wieder einen Barks Classic Band beendet. Lustige Kurzgeschichten wechseln sich wieder mit großen Abenteuern wie bei den Zwergindianern oder der Schatzkammer König Salomos ab. Die Weihnachtsgeschichte (in der Südsee) kannten wir schon aus den zwei Weihnachtsalben. Wie immer beste Unterhaltung.
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  6. #1081
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    Phantom #11

    Die erste Hälfte beinhaltet mit „Händler des Todes“ (DC Comics 1989) den für meinen Geschmack coolsten Phantom-Zweiteiler, den Zauberstern bislang in seinem Magazin gebracht hat. Auch die Zeichnungen von Luke McDonnell bieten den 80er/90er US-Style, so wie ich ihn mag.

    In der zweiten Hälfte bieten die beiden Zeitungsstrip-Stories „Die Weisheit des Alters“ (2006) und „Einstein Junior“ (2011) wieder vergleichsweise schlichte Unterhaltung, die irgendwie aus der Zeit gefallen wirkt. Die Stories wirken viel älter als sie sind und erinnern mich in ihrer Art der Holzhammervermittlung von Werten immer ein wenig an Marshal Bravestarr. Ich finde das äußerst charmant.

    Insgesamt vielleicht das beste Phantom-Heft von Zauberstern bislang.
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  7. #1082
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    Blueberry Collector’s Edition 4

    “General Gelbhaar” ist nicht nur der Einstieg in den vierten Band der Gesamtausgabe, sondern auch der großartige Abschluss des Zyklus, mit einem besonders hassenswerten General-Custer-Verschnitt als Blueberrys Vorgesetzter.

    Der Zweiteiler bestehend aus „Die Vergessene Goldmine“ & „Das Gespenst mit den Goldenen Kugeln“ wird wohl gemeinhin als einer der Höhepunkte der Reihe bezeichnet. Ich persönlich war nicht ganz so begeistert. Ja, Schatzsuche, Flucht/Jagd durch die Wüste, tolle Bilder, spannendes Wechselspiel, alles richtig. Das Verhalten von Blueberrys „Freund“ Jimmy McClure geht für mich aber gar nicht. Hier wird Dummheit und Gier dermaßen auf die Spitze getrieben, dass er für mich vom im Herzen gutmütigen Trinker zum waschechten Unsympathen kippt. Nee, das hat sich für mich angefühlt als wolle Charlier eine bestimmte Story erzählen, wusste aber keinen anderen Weg, wie er diese in Gang hätte bringen können. Das hat mich geärgert, weshalb mir Band drei der Gesamtausgabe insgesamt besser gefallen hat.
    Geändert von God_W. (04.04.2024 um 21:54 Uhr)
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  8. #1083
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    Die 7 Leben des Falken ist eines der Comics, die mich in den letzten Jahren am meisten beeindruckt haben. Der zweite Zyklus „Wie eine Feder im Wind“ war lange vergriffen, die Kult-Ausgabe nur zu Mondpreisen zu haben, die ich nicht bezahlen wollte. Dem hat Splitter ja mittlerweile mit einer äußerst schicken Gesamtausgabe Abhilfe geschaffen, aber nicht nur das. Auch der, bislang in Deutschland unveröffentlichte, dritte Zyklus ist bei Splitter just im Albumformat gestartet und bei Finix startet in Kürze das Spin-Off „Brennende Herzen“, ebenfalls in deutscher Erstveröffentlichung. Grund genug für mich, dass ich mir die übrigen, antiquarisch gut erhältlichen Werke zum „Falken“ besorgte und das Ganze jetzt mal inhaltlich halbwegs chronologisch lesen möchte. Los geht es mit einer Art Vorgeschichte:

    Die Versuchungen des Heinrich von Navarra – 1. Unser Henric

    Dezember 1553 – Zwischen reichlich kirchlichen und politischen Machenschaften und Intrigen wird Heinrich von Navarra, der spätere König Frankreichs auf die Welt gebracht. Trotz einer immensen Fülle historischer Daten, Namedropping und komplizierten Verwandtschafts- und Herrschaftsverhältnissen gelingt es Patrick Cothias durch kleinere, erzählerisch kurzweiligere Passagen und die Einbettung in ein von etwas Mystik umwobenen Theater-Setting die Geschichte nicht ganz trocken werden zu lassen. Erschreckend auch, wie man damals dachte die Gesundheit eines Neugeborenen am besten zu fördern. Insgesamt nur knapp überdurchschnittlich, das Artwork von Pierre Wachs ist für meine Begriffe leider nur mittelmäßig. Als Einstieg okay, bin gespannt, wie es weiter geht.
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  9. #1084
    Mitglied Avatar von berlepsch
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    Hier bin ich wirklich sehr gespannt. Ich mache das vermutlich von Deinen Rezis abhängig, wie viel ich beim Falken noch nachhole...

  10. #1085
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    Immer dieser Druck.
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  11. #1086
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    Alix – Gesamtausgabe 6

    Der letzte Gesamtausgabenband von Egmont, bevor Kult zum Glück übernommen hat, enthält ganze vier Alben, nebst interessantem Bonusmaterial.

    Der Kaiser von China“ ist ein wunderschönes, wehmütiges Abenteuer vor großartiger Kulisse. Mein absolutes Highlight in dem Band war aber „Vercingetorix“, in welchem wir mit dem berühmten Anführer zusammen in Alix‘ Heimat zurückkehren. Großartige Bilder, spannende Erzählung und, wie schon der Vorgängerband, von einer „schönen“ Melancholie durchdrungen.

    Nur minimal schwächer als diese beiden Hochkaräter würde ich die Geschichte um „Das Trojanische Pferd“ einordnen. Erneut großartig gezeichnet, erzählerisch aber vor allem im Mittelteil etwas schleppend. Dennoch ist die Geschichte gesamtheitlich schon spannend! Der Abschluss „O Alexandria“ ist leider ein klarer Abstieg. Ja, Alix war schon immer sehr textlastig, wie viele Werke aus der Zeit, aber hier wird es einfach nur zäh und träge. Ich mag Ägypten als Setting und auch Kleopatra als Charakter, aber insgesamt bot die Story einfach viel zu wenig bzw. wurde sie viel zu ausgewalzt und in ausufernden Textblöcken erzählt. Ich hoffe das bessert sich bei den folgenden Alben wieder.
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  12. #1087
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    Die Versuchungen des Heinrich von Navarra – 2. Der Königslöwe

    Ich mag ja den leicht mystischen Einschlag, den Cothias in seine ansonsten historisch sehr akkurate Erzählung einwebt, so bekommen hier zum Einstieg eine kleine Parallele zur Artus-Sage kredenzt, bevor es mit einer Fülle an Zahlen, Daten und Fakten inmitten von religiösen und politischen Intrigen erstmal wieder vergleichsweise trocken weiter geht. Den namensgebenden, noch im Kindesalter befindlichen Heinrich von Navarra kann man auch nicht wirklich als Identifikationsfigur nehmen, der man durch die Geschichte folgt, dafür passiert an zu vielen Schauplätzen zu viel, und man bekommt eher von außen erzählt, wie sich der Lebensweg des Knaben entwickeln, statt ihn direkt mit ihm mitzuerleben.

    Dennoch gelingt es dem Autoren meine Aufmerksamkeit durchgehend zu fesseln, den mit dem (teuflischen?) Theaterdirektor gibt er uns einen gewieften Erzähler an die Hand, der uns augenzwinkernd durch die Irrungen, Wirrungen und Jahre der Erzählung geleitet. Humorvoll geht es auch vonstatten, wenn dem jungen Heinrich eine äußerst vorteilhafte Ehe mit dem Königshaus arrangiert wird. Solch unterhaltsame Einzelszenen, seien sie humorvoll, brutal oder actionreich, lockern das Geschehen regelmäßig auf, was das Album dann doch zu einer runden Sache macht, wenn auch nicht zu einem Knüller. Das Artwork fand ich minimal besser als beim ersten Band.
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  13. #1088
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    Reisende im Wind 8 – Die Zeit der Blutkirschen (Buch 1)

    Hatte ich bei Heinrich von Navarra etwas von trockenem Namedropping und vielen Zahlen und Fakten erzählt? Ich glaube ich muss mich bei Herrn Cothias entschuldigen, denn der hatte das ganze noch in eine unterhaltsame Erzählung eingebettet. Was Bourgeon hier abliefert ist ja ein dermaßen zäher Kampf gegen immense Textblockmonster, wie ich ihn selten erlebt habe. Die Geschichte spielt 1885, massenweise wird Infomaterial über die pariser Kommune, deren Mitglieder, Gegner, Lieder und dergleichen über dem Leser ausgekippt. Die weiteren politischen Entwicklungen, die Unzufriedenheit mancher Bevölkerungsgruppen, auch im Hinblick auf die Kirche, die zu der Zeit ja noch eng mit der Politik verwoben war, wird anhand des Baus der Basilika Sacré-Coeur thematisiert.

    Bei all dem Namedropping und Erläuterung von politischen zuständen und Meinungen geht die Geschichte der jungen Klervi, die gerade aus der Bretagne nach Paris kommt und von Clara (unserer Zabo) unter ihre Fittiche genommen wird, massiv unter. Ich bin kein Student französischer Geschichte und ohne das umfangreiche Bonusmaterial aus den vier Journalausgaben, also dem Vorabdruck des Comics in Zeitungsform (zu je 4,-€ bei Splitter zu erwerben) hätte ich wohl kaum etwas von den Verwicklungen in dem knapp 90 Seiten umfassenden Album verstanden. Die brachten dann wenigstens etwas Klarheit rein und den ein oder anderen Aha-Effekt. Die im Grunde großartigen Zeichnungen ließen mich dranbleiben, auch wenn weiterhin das „Problem“ besteht, dass Bourgeons Gesichter oft künstlich und maskenhaft wirken, doch der Rest sieht einfach nur großartig aus. Die vielen Passagen in „bretonsich“, die dazu zwingen ständig die Übersetzungen am Ende des Bandes zu konsultieren sind dem Lesefluss auch nicht wirklich zuträglich. Der Abschlussband ist nochmal dicker, bin gespannt was das wird. Nach diesem Leseerlebnis graut es mir davor ehrlich gesagt ein wenig.
    Geändert von God_W. (07.04.2024 um 08:30 Uhr)
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  14. #1089
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    Der Dämon aus dem Eis

    Ganz viel Jules Verne, ein wenig Lovecraft und eine immense Portion Entdeckergeist packt Jaques Tardi in sein 1889 angesiedeltes Abenteuer mit Sci-Fi-Elementen. Neben der enorm kurzweiligen Erzählweise weiß vor allem das absolut fulminantes Artwork in epischem Schwarz/Weiss zu überzeugen. Ein absoluter Augenöffner, rein optisch mein schönster Tardi bislang (Kenne ansonsten nur die Adele-Bände und viermal Burma). Einziges Manko: Viel zu schnell vorbei!
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  15. #1090
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    Reisende im Wind 8 – Die Zeit der Blutkirschen (Buch 2)

    Auf gut 130 Seiten wird die Geschichte der Reisenden im Wind und ihren Nachfahren zu Ende erzählt und ich muss sagen, der Weg bis zum rührenden und durchaus gelungenen, wenn auch recht konstruierten Finale war nicht immer einfach. Gaaaanz viiiieeeeel Text, der bei weitem nicht immer Spannung oder wenigstens Kurzweil zu bieten hat. Zu viel Fokus auf historischen Begebenheiten und politischen Zuständen statt sich auf die Figuren zu konzentrieren, die Protagonisten die Story tragen zu lassen und das Umfeld so mit einzuflechten, dass es sich dennoch erschließt.

    Trotzdem ist das Finale aus vielen Gründen deutlich besser gelungen als Buch 1 der „Blutkirschen“. Im Vergleich zum ersten der beiden Bände gibt es hier doch viel mehr gemeinsam mit den Heldinnen zu erleben, selbst im Abteil bei der (zu lang geratenen) Zugfahrt kommt zuweilen Stimmung auf, ein bisschen Papillon hier, ein wenig Les Miserables dort und insgesamt REISEN die Reisenden im Wind einfach wieder deutlich mehr, was Abwechslung und flüssigeres Storytelling mit sich bringt.

    Das Artwork ist wieder ganz fein und – zu meiner großen Überraschung – hat sich Monsieur Bourgeon auf seine alten Tage nochmal verbessert wie es scheint. Im letzten Drittel des Bandes sind ganz viele äußerst ausdrucksstarke und gefühlvolle Gesichtsausdrücke auszumachen! Ganz vergessen hatte ich noch zu erwähnen, das ich es sehr cool fand, dass in beiden Bänden Gabriel Byrne die größte männliche Rolle abbekommen hat, den mag ich nämlich als Schauspieler sehr gerne.

    Insgesamt ein versöhnlicher Abschluss, der den Bogen schön abschließt, aber dennoch recht anstrengend „durchzuarbeiten“ ist und zu keiner Zeit an die hervorragenden ersten beiden Alben, oder den grandiosen „Mädchen von Bois-Caïman“-Zweiteiler rankommt. Vermutlich werde ich die Alben nicht nochmal lesen, oder wenn dann erst im Rentenalter.
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  16. #1091
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    Elise und die neuen Partisanen

    Habe ich da kürzlich beim letzten Zyklus der „Reisenden im Wind“ was von zu viel Namedropping, Daten und Fakten zu politischen Ereignissen bemängelt? Tja, dann kann ich nur sagen: SO geht das Monsieur Bourgeon! Was Dominique Grange, die Gattin von Meister Tardi unter Zuhilfenahme der künstlerischen Talente ihres Ehemannes hier vorlegt ist von Anfang bis Ende enorm packend und fesselnd, und das trotz reichlich realer Personen, Ereignisse, Daten und auch Liedern!

    Nein, man muss nicht (immer) mit der großteils autobiografisch angelegten Hauptperson einer Meinung sein, das wird sicher jeder Leser anders einordnen, aber egal wie, hier erwartet den geneigten Leser ein realistischer, historisch lehrreicher Pageturner der keinerlei Leerlauf aufweist. Optisch eher „typisch“ Tardi, nicht so außergewöhnlich grandios wie „Der Dämon aus dem Eis“, aber wenn man Tardi im Allgemeinen mag, dann ist man hier goldrichtig.

    Dass der Carlsen Verlag den Band vor einiger Zeit bereits lizensiert, dann aber gekniffen hatte und ihn nicht veröffentlichte, weil die Autorin im Nachwort ihre Ansichten zum Palästinenser/Israel-Konflikt vertritt, finde ich ehrlich gesagt kleingeistig und feige. Wo ist denn das Recht auf freie Meinungsäußerung? Sie zwingt ja niemandem ihre eigene Überzeugung auf! Umso mehr Respekt für Ansgar und den All-Verlag für diese äußerst gelungene Veröffentlichung eines hervorragenden, 180-seitigen Albums.
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  17. #1092
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    Chinaman – Gesamtausgabe 1

    Wenn man nach Western-Comics fragt kommt immer zuerst Blueberry, dann Comanche, Durango, Bouncer, Marshal Bass und Konsorten. Vom Chinaman liest man so gut wie nie etwas, oder ich war immer nur an den falschen Stellen unterwegs. Warum ist das denn so? Gekauft habe ich die vor einiger Zeit ehrlich gesagt hauptsächlich, weil ich Salleck Publications/Eckart Schott als Verlag gerne mag, aber neben dem Spirit und Esteban nicht sonderlich viel in deren Portfolio finde, was mich anspricht. Und jetzt? Bin ich von der Reihe ganz schön begeistert muss ich sagen!

    Der erste Band der Gesamtausgabe umfasst satte vier Alben und einen ordentlichen Schwung Bonusmaterial, alles in allem 240 Seiten, die zwar nicht ultradick sind, aber einen tollen, sauberen Druck aufweisen und mit 34,90€ ein ganz tolles Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten haben.

    Hauptaugenmerk sollte aber auf dem Inhalt liegen, denn der hat mich absolut großartig unterhalten und sieht auch noch super aus, wie ich finde. Die beiden ersten Alben „Die Goldberge“ und „Mit gleichen Waffen“ führen unseren Helden, den Chinaman, als chinesischen Immigranten, der für die Triaden arbeitet und sein Glück sucht in die Geschichte ein.

    Im dritten Album „Für Rose“ ist der Chinaman dann schon als einsamer Reiter unterwegs und in der wunderschönen, berührenden Story, die auch reichlich Spannung und schneebedeckte Landschaften zu bieten hat zeigt er, dass er das Herz am rechten Fleck hat. Das finale des Bandes „Die Rostfresser“ dreht sich dann um die Konflikte, die beim bau der Eisenbahnstrecke zwischen West- und Ostküste an der Tagesordnung waren, für mich als „Hell on Wheels“-Fan ein fulminantes Schmankerl.

    Vier großartige Alben mit stimmigem, perfekt zum Setting passenden Artwork, die ich beinahe am Stück weggesuchtet habe. Wenn man was bemängeln möchte, dann vielleicht, dass der Storyfortgang oft dermaßen gut, wie die Faust aufs Auge passt, genau so wie man es sich wünscht, dass es fast ein wenig vorhersehbar wird. Hach, was freue ich mich auf den zweiten Ritt mit dem Chinaman!
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  18. #1093
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    Das Monstrum (Tommyknockers) (Stephen King)

    Das Buch wollte ich schon ewig mal lesen, so ungefähr seit ich als Teenie den TV-Zweiteiler ganz gut fand und Traci Lords durch selbigen kennengelernt habe. :glubsch:

    Kurz nach „ES“ und nicht lange vor „The Stand“ brachte King seine Story über kleine grüne Männchen, eine waschechte fliegende Untertassengeschichte zu Papier. Recht umfassend angelegt hat er die im Kern tatsächlich recht einfache Story King-Typisch ausgeweitet, was mir ja oft enorm gut gefällt, bei ES und The Stand sogar finde ich das richtiggehend genial, hier klappt das aber nur bedingt. Zu oft werden einführende Geschichten zu Charakteren, die entweder nur kurz dabei sind, oder allgemein wenig zu tun haben, enorm breit ausgewalzt. Oft exakt zu dem Zeitpunkt, wo man eigentlich woanders gerne wissen würde, wie es weiter geht. So ist man am Anfang einer neuen Charaktergeschichte oft erstmal gelangweilt, auch wenn sie hinten raus zumeist doch ganz interessant werden. Insgesamt aber doch etwas unausgewogen muss ich sagen.

    Die typischen King-Elemente sind natürlich auch wieder vorhanden, die Hauptdarstellerin ist Autorin, der Hauptdarsteller ist alkoholabhängiger Dichter usw. Was ich ganz interessant fand ist das Zeitkolorit. So ist der Dichter ein glühender Kämpfer gegen Atomenergie. Nach Tschernobyl war das eine der großen Ängste auf der Welt, die King geschickt und lautstark in sein Werk eingebunden hat. Dabei wird der anklagende Protagonist aber zuweilen derart fanatisch, dass er nicht mehr ernst zu nehmen ist.

    Was bleibt ist ein spannender Alien-Streifen der an allen Ecken und Enden vor Hommagen trieft und zeigt, welche Liebe King für dieses Genre übrig hat. Das fängt ganz früh an, bei Werken Lovecrafts wie „Die Farbe aus dem All“, geht über Wells Radio-Adaption von „Krieg der Welten“ bis hin zu den „Dämonischen“ („Die Körperfresser kommen“, „Body Snatchers“…) und Philipp K. Dicks „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ („Blade Runner).

    Aber auch andersrum wird ein Schuh draus. Bot King mit dem Roman vielleicht selbst ebenso Vorlagen für spätere Sci-Fi-Enthusiasten? Ob sich die Wachowskis bei „Das Monstrum“ Inspiration für ihre Matrix geholt haben? Oder gab es die Nutzung menschlicher Körper als Batterien zuvor schon mal? Auch sich selbst setzt der Autor wieder mehrere Denkmäler und verweist auf eigene Werke. Das Städtchen Derry kommt vor, Pennywise selbst hat sogar einen kleinen Cameo, der hellsichtige John Smith aus „Dead Zone“ findet Erwähnung und seine vermutlich vom „Dorf der Verdammten“ kopierte Variante einer von der Außenwelt abgeschotteten Stadt hat er später bei „Die Arena“ (muss ich auch irgendwann mal lesen) noch auf die Spitze getrieben.

    Insgesamt schon unterhaltsam, streckenweise sehr spannend, und allgemein nicht wirklich schlecht, über viele Dinge freut man sich auch, aber doch auch oft etwas zäh, nervig und kein Vergleich zu seinen wirklich großartigen Werken aus dieser Schaffensperiode.

    6,5/10

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  19. #1094
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    Ritter, Tod und Teufel – 1. Adel verpflichtet

    Im dritten Band meines „Falken“-Runs beschleunigt der Theaterdirektor seine Erzählung zu Beginn ein wenig, um uns Leser nicht zu langweilen. So werden die weiteren Ereignisse um die Religions- Und Hugenottenkriege seit dem zweiten „Heinrich von Navarra“-Band stichpunktartig umrissen, ebenso die Machtverhältnisse und aktuellen politischen Bindungen und Verwerfungen, was wieder reichlich Namen und Zahlen beinhaltet, aber gar nicht wirklich langweilig oder überfrachtet daherkommt, sondern tatsächlich Kurzweil bietet.

    So landen wir nach dieser Einführung recht schnell im Jahr 1572, in der verhängnisvollen Bartolomäusnacht. Die Ehe zwischen dem protestantischen Heinrich von Navarra und der katholischen Margarete von Valois soll frieden bringen, doch die "Gunst der Stunde" wird genutzt, und die zur Hochzeit geladenen Protestantenführer und Protestanten dahingeschlachtet, erst in Paris, dann auch in einer Welle der Gewalt, die durch Frankreich schwappt.

    Auch der junge Ritter Yvon de Troil befolgt seine Befehle und beteiligt sich an dem Massaker, wird aber kurz darauf von Gewissensbissen geplagt und tut sich mit dem Engländer Walter Raleigh zusammen. So entfaltet sich ein Abenteuer mit weiten Reisen, reichlich gekreuzten Klingen, viel Blutzoll sowie nackter Haut und voller politischer Intrigen und Wendungen. Gut gezeichnet und toll erzählt.
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  20. #1095
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    Die Don Rosa Library 7: Onkel Dagobert und Donald Duck – „Expedition nach Shambala“

    Der nächste großartige Band der Don Rosa Library war wieder Vorlesestoff für Krümelchen, wir wechseln da immer mal zwischen Barks und Rosa was die Geschichten angeht. Wieder großartige Unterhaltung und reichlich Bonusmaterial, letzteres lese ich immer alleine, das interessiert Krümelchen nicht wirklich. Der Band ist echt vollgepackt mit tollen Geschichten und ich fand ihn auch witziger als viele der Bisherigen. Vor allem „Verschollen in Camelot“ und die Fähnlein Fieselschweif Origin „Reif fürs Fähnlein Fieselschweif“ fand ich klasse. Großartiges Highlight für mich als Sci-Fi-Fan war aber die Persiflage „Angriff der Weltraummonster“, da hab ich wirklich viel gelacht.
    Geändert von God_W. (Heute um 13:19 Uhr)
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