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  1. #226
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    Na das Artwork empfindet @Mollari ja auch gar nicht als durchschnittlich.
    Über Besuch, Meinungen, Diskussionen etc... freue ich mich immer sehr!

  2. #227
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    The Crow – Ultimate Edition



    Es war noch zu Zeiten von VHS-Kassetten und Mundpropaganda, als der übernatürlich angehauchte FSK 18 Rachethriller „The Crow – Die Krähe“ zum Kultfilm avancierte. Ungewöhnlich viel Publicity für ein derartiges Genre-Werk erhielt der Streifen nicht zuletzt durch den tragischen Tod des Hauptdarstellers Brandon Lee im Verlauf der Dreharbeiten. Diese mysteriöse Tragödie schockierte und faszinierte damals gleich doppelt, war Brandon Lee doch der Sohn der ebenfalls unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommenen Film- und Kampfsportlegende Bruce Lee.

    Natürlich war ich auch lange nach der Kinoauswertung noch viel zu jung, als „The Crow“ zum absoluten Renner der Videotheken wurde. Zum Glück kannte der Chef der kleinen Dorf-Videothek auch seine jüngeren Stammkunden sehr gut und drückte so manches mal ein Auge zu, denn er wollte ja, dass wir Jungspunde noch häufig bei ihm reinschleichen. Man hatte schnell ein stilles Abkommen geschlossen, dass man sich nur in die FSK18-Ecke vorwagte, wenn keine anderen Kunden zugegen waren und dann wurde der Leihvorgang schnellstens abgewickelt und man verschwand mit den erbeuteten Schätzen schleunigst nach Hause, wo die Kumpels schon sehnsüchtig warteten.


    Hier die beiden limitierten Varianten (noch in Folie eingeschweißt). Links die auf 222 Stück limitierte Ausgabe in blutiger Optik, rechts die Kunstlederausgabe mit Prägedruck.


    Der Film von Musikvideo-Regisseur Alex Proyas (Dark City / I, Robot) hat mich ein Stück weit ganz schön geprägt in meiner Jugend. Ich wollte ja selbst lange Zeit Regisseur werden als Kind, das oder Astronaut waren so meine Traumberufe, und habe in dieser Zeit auch mal zwei Drehbücher verfasst. Da waren Unmengen an Schnipseln aus anderen Filmen drin verewigt, recht blutig und mit Horror-Touch. Ein paar Szenen habe ich mit einigen Buddies und ner alten Kamera sogar gedreht. War ganz schön knifflig diese 25-Minuten-Bänder dann mit mehreren Videorekordern zusammenzuschneiden. Im Nachhinein wäre ich vielleicht ein deutscher Tarantino geworden? Aber egal, auf jeden Fall haben mich die düsteren Bilder im Zusammenspiel mit den grandiosen Sets und des eindringlichen Soundtracks absolut gefesselt. In Verbindung mit dem intensiven Schauspiel aller Beteiligten und der rohen Gewalt entfaltete diese wunderbare Komposition eine Kraft, wie ich sie bis dato auf der Leinwand nur selten erlebt hatte.

    Dass es sich dabei um eine Comicverfilmung handelte war mir über lange Jahre gar nicht bewusst – und wenn dann hätte es mich vermutlich wenig interessiert, denn bis zum Herbst 2018 hatte ich nur sehr wenig mit dem Medium am Hut. Irgendwann Mitte 2019 hat mich ein Forenmitglied aus dem alten Panini-Forum auf den Comic aufmerksam gebracht und ich – sofort hellhörig geworden – begab mich auf die Suche. Ich wurde auch fündig, sicherte mir ein altes Exemplar und dann… ja, dann kam Jano von Dani Books mit der Ankündigung seiner „The Crow – Ultimate Edition“ um die Ecke. Eine wahre Überraschung in der Szene, denn den Titel hatte wohl keiner mehr auf dem Zettel, und schon gar nicht bei Dani Books. Als Jano dann auch noch den Besuch von Autor und Zeichner James O‘ Barr für den Comic-Salon in Erlangen 2020 ankündigte war ich schon im siebten Himmel. Was daraus wurde ist fatale Geschichte und weithin bekannt, aber dennoch war es zur Adventszeit 2020 endlich so weit, und Jano bescherte uns „The Crow“ in der ultimativen Edition.

    Die knallharte Rachestory um den Musiker Eric Draven, der von der Krähe aus dem Reich der Toten zurückgebracht wird um seinen eigenen Tod, und vor allem den an seiner geliebten Shelly zu rächen ist ja mittlerweile weithin bekannt, alleine durch all die Filme und die kurzlebige TV-Serie. Dennoch ist es ein Erlebnis der ganz besonderen Art diese ergreifende Story jetzt endlich in der von James O‘Barr favorisierten, endgültigen Fassung bewundern zu dürfen. So sind 30 Seiten enthalten, die wir in der Form nie zuvor zu Gesicht bekamen. Dieses zusätzliche Material wurde teilweise restauriert, teilweise ganz neu gezeichnet, wobei O’Barr exakt die gleichen Techniken verwendete wie damals, also noch ohne digitale Zeichnungen. Das geht sogar so weit, dass für Graustufen und Schatten teilweise Reste von damals schon benutzter Rasterfolie eingesetzt wurden.


    Die beiden limitierten Ausgaben mit den signierten Kunstdrucken. Zur Kunstlederausgabe links gehören die beiden linken Drucke. Die „bloody“ Version rechts kommt nur mit einem Druck daher, dafür ist das Motiv des zweiten Drucks auf dem Backcover zu finden, wo die Kunstlederausgabe naturgemäß in schlichtem Schwarz glänzt.


    Überhaupt ist das Artwork eine visuelle Achterbahnfahrt. Mal harte, blutige Undergroundzeichnungen, düster und triefend vor Schwärze, dann wieder wunderschöne, sanfte und weiche Bilder, die eine zerbrechliche Eleganz ausstrahlen, wenn sich Eric an die gemeinsame Zeit mit Shelly zurückerinnert. Insgesamt viel abwechslungsreicher, detaillierter und aufwändiger als ich es erwartet hatte! Der Zorn, die Trauer, aber auch die innige Liebe, die in der Geschichte mitschwingt, hat O’Barr doch mit dem Werk versucht einen tiefen persönlichen Verlust zu verarbeiten, begleitet mich auf jeder Seite der Lektüre. Ich persönlich habe das Buch kurz nach Weihnachten, zwischen dem Tod und der Beerdigung einer geliebten Person gelesen. Auch wenn die Umstände ganz anders, und weit weniger tragisch waren als im Comic, haben mich die Gefühle des Autors doch klar erreicht und mitgenommen. Nach dem Ende saß ich noch eine Weile grüblerisch in meinem Lesesessel und empfinde es so, dass mich das Buch trotz all der Trauer und Grausamkeit nicht mit negativen Gefühlen, sondern mit Hoffnung und irgendwie befreit zurücklässt. Wunderschön.

    Dennoch gibt es auch Aspekte, die mit in der Kinoauswertung besser gefallen haben. Neben den etwas „kreativeren“ Tötungsarten ist das vor allem die wunderbar sensibel eingeflochtene, und auch toll gespielte Rolle der kleinen Sarah, die mit dem von Drogen bestimmten Lebenswandel ihrer Mutter zu kämpfen hat und ganz toll mit Cop Ernie Hudson harmoniert. Dafür kann der Comic mit den viel lyrischer anmutenden und tiefer gehenden Rückblenden auf die Beziehung von Shelly und Eric aufwarten, die zwar im Film auch nicht schlecht sind, dem Werk O’Barrs aber nicht ganz das Wasser reichen können. Meide Werke haben also auch unabhängig voneinander absolut ihre Daseinsberechtigung, gerade wo sich die Story auch in vielen Punkten stark unterscheidet.

    Im Nachgang habe ich natürlich auch mit der alten Ausgabe von Kult Editionen verglichen und kann sagen, dass mir sowohl der Druck, das Papier, vor allem aber auch Janos Übersetzungsarbeit (da gab es nur eine Stelle, an welcher ich ein Wort anders übersetzt hätte) viel besser gefällt, als die ursprüngliche, mittlerweile 25 Jahre alte Ausgabe. Dazu das feine Bonusmaterial mit einem Vorwort des Autors, einem kleinen Making-Of in dem auch der deutsche Herausgeber und Übersetzer Jano Rohleder zu Wort kommt, einer Einführung von John Bergin und einem Schwung Zeichnungen und Coverillustrationen im Anhang. All das in einem schicken Hardcover, und zwar in jeder der drei aufgelegten Varianten.


    Hier mal zwei direkte Vergleiche der Übersetzung. Auch wenn vielleicht der etwas flapsige „Ghetto-Slang“ der Gangster in der alten Übersetzung minimal besser getroffen wurde, so wird doch an vielen Stellen deutlich, dass „wild drauf los“ übersetzt wurde, ohne auf die Zusammenhänge zu achten, bzw. diese halt einfach nicht zu kennen. Da spielt die neue Ausgabe ihre Trümpfe aus, da Janos Übersetzung in enger Zusammenarbeit mit James O’Barr stattgefunden hat. Wo in der alten Ausgabe (erstes Bild) noch recht sinnbefreit „MEIN GERÄT“ steht, wurde in der Neuausgabe (zweites Bild) ganz richtig „MEINE GANG“ eingesetzt.



    Im zweiten Vergleich wurde in der alten Ausgabe (wieder erstes Bild) ein Liedtext mit übersetzt, sicher aus Unwissenheit, dass es sich dabei um einen solchen handelt. Dass das nur holprig und schräg wirken kann ist klar, in der Ultimate Edition von Dani Books (zweites Bild) blieb es sinnigerweise beim englischen Liedtext.




    Neben der preisgünstigen „Standard-Ausgabe“, die für schlanke 25,00 Euro schon mit ordentlicher Fadenheftung und einer schön griffigen Softtouchkaschierung aufwartet, gibt es eine auf 222 Stück limitierte „blutige“ Variante mit einem vom Autor persönlich signierten Kunstdruck und schließlich noch eine mit blutroter Folie geprägte Kunstlederausgabe, die sogar mit zwei von James O’Barr signierten Drucken daherkommt. Die „bloody“ Variante kostet 39,99€, letztere schlägt mit 66€ zu Buche. Inhaltlich sind die Bände absolut identisch und sogar eine Digital Copy wird ohne Zusatzkosten mitgeliefert. Das nenne ich mal Service.

    Es gibt also keinen Grund sich dieses absolut verdiente Kult-Werk nicht in der aktuellen Dani Books Variante – welche der dreien auch immer – nach Hause zu holen, sich zu finstrer Nacht, oder an einem trüben Tag in den Lesesessel zu klemmen, idealerweise den absolut hervorragenden Soundtrack des zugehörigen Kinofilms im Hintergrund abzuspielen, und sich zusammen mit Eric auf den Schwingen der Krähe davontragen zu lassen.

    10/10



    Meine limitierte Gesamtausgabe von Kult Editionen enthält neben dem hervorragenden Hauptwerk noch die beiden Fortsetzungen Dead Time sowie Flesh & Blood.

    The Crow – Limitierte Gesamtausgabe (Kult Editionen)



    The Crow – Dead Time

    Na das ist doch mal eine positive Überraschung! Die Autoren James O’Barr und John Wagner wagen es doch glatt keine blasse Blaupause des grandiosen Originals abzuliefern, sondern begehen neue Wege und fügen der Story um die Krähe spannende Facetten hinzu. Die auf zwei Zeitebenen angesiedelte Story um den Indianer Joshua, den zu Bürgerkriegszeiten eine innige Liebe mit einer Weißen verband ist eine deutliche Anklage gegen den Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern, bei der die Soldaten der Kavallerie am schlechtesten wegkommen. Diese Gräuel bekommen wir parallel zur eiskalt servierten Rache an einer skrupellosen Biker-Gang in unserer Zeit serviert. Diese beiden parallel erzählten Handlungsstränge, die sich zu ein und derselben Story verbinden kommen anfangs etwas verwirrend daher, laden aber nicht zuletzt durch das wirklich hervorragende Artwork von Alexander Maleev zum längeren Verweilen ein, bis sich einem alles erschließt. Insgesamt vielleicht etwas verquast erzählt und ein wenig zu kurz, hätte doch durch etwas mehr Umfang einiges klarer gestaltet werden, und die die Bindung zum Hauptcharakter enger gezogen werden können. Dennoch ziemlich stark und durch die Bilder nochmal besser.


    7,5-8/10



    The Crow – Flesh & Blood

    Eine Frau in die Hauptrolle zu setzen hätte für frischen Wind im Franchise sorgen können und mir persönlich auch sehr gut gefallen. Iris Shaw ist grundsätzlich auch ein starker Charakter, dem ich gerne durch die Geschichte folge. Das Leid, welches sie erfahren hat, dessen gesamtes Ausmaß sich erst im späteren Verlauf der Story erschließt, rechtfertigt auch durchaus ihre Taten. Dennoch will die grundlegende Geschichte um die Rednecks im Hinterland, die reichsbürgermäßig gegen das System rebellieren nicht zünden, kommt eher platt und lächerlich daher. Nein, das war leider nix tolles, was Autor James Vance hier zusammengeschrieben hat. Vermutlich ist das auch Autor Alexander Maleev aufgefallen, denn sein Artwork wirkt etwas lustloser als beim Vorgänger. Das sieht zwar noch immer gut aus, steht aber doch hinter den beiden Vorgänger-Bänden.


    4/10



    Ja, das konnte man beides lesen und ich habe mich vor allem bei Dead Time auch gut unterhalten gefühlt. aber der große Wurf war das schlussendlich leider nicht. Ob ich mir den vierten Band Wild Justice auch noch besorge? Ich denke nicht. Für mich bleibt „The Crow“ wohl ein Werk, welches für sich allein stehen sollte. Auf die Art funktioniert es perfekt und ist etwas Besonderes, alles weitere kann diesen Mythos nur schmälern. In der Beziehung fühle ich mich ein wenig an „Highlander“ erinnert, denn auch da hätte es nur einen geben sollen, zumindest was die Kinofilme angeht.

    Ganz ähnlich ist es bei der Filmreihe zu „The Crow“ auch. Kann man Teil zwei „The Crow - Die Rache der Krähe“ mit Vincent Perez, Iggy Pop und Thomas Jane zwar noch schauen, auch wenn Perez – Achtung Wortspiel – ziemlich blass bleibt -, aber der Soundtrack ist ganz brauchbar und der Film ordentlicher Durchschnitt, ist spätestens ab Teil drei „The Crow – Tödliche Erlösung“ Schluss mit Lustig. Eric Mabius in der Titelrolle ist einfach viel zu sehr Saubermann und Schönling, als dass er bedrohlich wirken könnte, Kirsten Dunst mit ihrem transusigen Gesichtsausdruck geht echt gar nicht mehr, was für mich mittlerweile ein echtes Manko der Maguire-Spideys darstellt. Seltsam, hat mich früher nicht so gestört, aber irgendwann habe ich wohl eine echte Abneigung gegen ihr Schauspiel entwickelt. Auch prominente Gesichter wie Fred Ward von den Raketenwürmern und William Atherton (der Reporter aus Stirb Langsam 1+2) können die viel zu vorhersehbare Story nicht retten. Den Vogel schießt dann aber „The Crow – Wicked Prayer“ ab. Das absolut unschaubare Machwerk mit Edward „Terminator 2“ Furlong – den ich eigentlich trotz seiner Abstürze immer gerne gesehen habe – ist im Grunde eine absolute Frechheit. Tara Reid war damals auch schon stark auf dem absteigenden Ast, David Boreanaz funktioniert als Antagonist auch nicht wirklich, da einfach nicht bedrohlich, und wie sich Danny Trejo, Macy Gray und Dennis Hopper in dieses billige Machwerk verirren konnten wird mir immer ein Rätsel bleiben, so zugedröhnt kann ich gar nicht sein, dass ich das gut finden könnte.


    Oben die Special Edition DVD des Kultfilms (müsste ich mal durch eine adäquate Blu ersetzen), unten die drei mehr schlechten als rechten Fortsetzungen.


    Meine Wertungen für die vier Streifen:

    The Crow – Die Krähe 10/10
    The Crow – Die Rache der Krähe 5,5/10
    The Crow – Tödliche Erlösung 3,5/10
    The Crow – Wicked Prayer 2/10

    Als Teenie fand ich die TV-Serie mit Mark Dacascos in der Hauptrolle ganz brauchbar, vor allem hat der die Krähe in meiner Erinnerung besser dargestellt als alle Nachfolger von Brandon Lee in den Kinofilmen. Zwar ist mir dereinst schon aufgefallen, dass die Produktion wohl kein hohes Budget zur Verfügung hatte, aber der Serie werde ich demnächst experimentell mal eine Chance auf Scheibe einräumen.


    Die DVD-Komplettbox mit der TV-Serie auf sechs Discs, diese endet leider nach nur einer Staffel mit einem Cliffhanger.


    So, das war mein Abriss über die neue Ultimate Edition von The Crow und ein bissl was drumherum. Schaut den ersten Film, lest den Comic in der „Ultimativen“ Fassung und wer nur eins von beiden kennt: Holt das nach und schließt diese Lücke, es lohnt sich! Vom Rest könnt Ihr getrost die Finger lassen, falls Ihr nicht zu den ganz großen Fans gehört, für die gibt es nämlich zumindest bei den Comics noch die ein oder andere Facette der Grundidee zu entdecken.

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (09.01.2021 um 20:13 Uhr)
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  3. #228
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    Sehr schöne ausführliche Review!
    Mich freut es für Jano das er einen Hit gelandet hat und hoffe es gibt ihm Schub für nachfolgende Projekte.
    Der Highlander Vergleich passt perfekt. Den habe ich zum Jahresende nochmals gesichtet als Sean Connery Tribut.
    Und wie bei der Krähe ist da viel Hype und rosa Brille dabei. Beide Filme sind absolut Kult mit herausragenden Soundtracks und für damals frischen Storys. Aber wenn man die Filme das vierte oder fünfte mal sichtet sieht man schon das die Filme auch damals nicht die Filme mitbedenkendem größten Budget waren.
    Ein Christopher Lambert spielt halt einfach hölzern, aber was soll ich sagen... er ist der Highlander! Und es kann nur einen geben!

  4. #229
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    Na dann lege ich doch einfach mal los. Insgesamt will ich versuchen mich zu den einzelnen Bänden immer recht kurz zu fassen, sollte der ein oder andere mit einsteigen können wir uns hier ja gerne austauschen und ein wenig diskutieren, dadurch wächst der Umfang ja automatisch. Spoiler kann man dabei natürlich kaum vermeiden, für alle, die die Reihe noch nicht gelesen haben ist der Thread jetzt also etwas mit Vorsicht zu genießen!

    ! ! ! – SPOILERWARNUNG – ! ! !

    Andererseits haben die Fables mittlerweile auch schon einige Jahre auf dem Buckel, von daher kann man auch schon mal recht offen über Inhalte schreiben, wie ich meine. Also auf ins Land der Märchen und Fabeln – nach New York.


    Fables 1 – Legenden im Exil



    Na wenn das mal kein gelungener Auftakt war! Schon von klein auf wurden mir Märchen vorgelesen, wodurch sich eine Vorliebe für Märchen und Fabeln bei mir entwickelt hat (wenn auch nicht so intensiv wie bei meiner herzallerliebsten Gattin). Auch dem Fantasy-Genre allgemein bin ich recht zugetan, habe aber auch schon lange ein Fable für Krimis und Detektivgeschichten. Viel einfacher hätte mir Autor Bill Willingham den Einstieg in seine Fabelwelt also kaum machen können.

    Ein blutiger Tatort, eine vermisste Person, der „Große Böse Wolf“ als einsamer Ermittler, ein ganzer Schwung Verdächtiger und schon entfaltet sich ein astreiner Whodunnit Kriminalfall in allerbester Agatha Christie & Arthur Conan Doyle Manier – eine überlebensgroße „Salonszene“, in der uns Hercule Poirot – pardon – der Wolf an seinen Erkenntnissen, und wie er zu diesen gekommen ist, teilhaben lässt.

    Ein absolut stimmig inszenierter Kriminalfall voller faszinierender Charaktere, die fast alle einen gewissen Widererkennungswert besitzen. Exakt dieses Wiedererkennen all der alten Bekannten aus unseren Kindertagen (und darüber hinaus) macht einen großen Teil des Spaßes bei dem Band aus, denn da der Großteil der Fabelwesen in menschlicher Gestalt unterwegs ist, ist das who is who nicht immer auf den ersten Blick klar.

    Wie kam es überhaupt dazu, dass all die Märchenfiguren und Fabelwesen bei uns im heutigen New York gelandet sind? Tja, da hat wohl jemand das Märchenreich erobert, und das schon vor mehreren hundert Jahren, was diejenigen, denen die Flucht gelang, ins Exil in unsere Welt getrieben hat. Die Abschließende Erzählung über die Leistungen des Wolfs bei der Flucht aus dem Märchenland bis zu seiner (deutlich späteren) Rekrutierung ist ein wahres Kleinod und wertet das Ganze nochmal dezent auf. Dass mit Dracula dann auch gleich eines meiner bevorzugten klassischen Monster in unserer Welt, nicht im Märchenreich verortet wird ist noch ein weiteres kleines Highlight für mich gewesen. Über den großen Feind und den Krieg im Märchenreich bleibt dennoch noch Vieles im Dunklen, was die Spannung für die Zukunft offen hält und auf einen roten Faden, einen größeren Storyrahmen hoffen lässt, der alles zusammenhält.

    Ich freue mich schon drauf Band zwei zur Hand zu nehmen! Die Charaktere haben mich gleich dermaßen gecatcht, dass ich richtig mitfiebere und mir ausmale, wie es mit ihnen weiter gehen könnte. Insgeheim würde ich mir ja wünschen, dass Schneewittchen irgendwann mit dem Wolf zusammen kommt, da glaube ich aber nicht wirklich dran. Dass das Ratespiel über die Identität der Beteiligten zum Abschluss aufgelöst wird ist auch eine schöne Sache. Ich dachte witzigerweise erst der Flycatcher sei das tapfere Schneiderlein, der entpuppte sich schließlich als der Froschkönig, was natürlich fast noch mehr Sinn macht. King Cole und den Troll Grimble kannte ich aus ihren Märchen bzw. Kinderreimen zuvor nicht, allerdings ist der König ja einfach durch jedweden Märchenkönig ersetzbar. Den Rest konnte ich allesamt zuordnen, was mich schon ein wenig gefreut hat.

    Bewertungstechnisch ist das natürlich schwierig, weil ich jetzt schon so begeistert bin, aber eigentlich noch Luft nach oben lassen wollte. Andererseits weiß ich ja nicht, ob die Reihe dieses hohe Startniveau durchweg halten kann? Fragen über Fragen. Das Artwork von Lan Medina gewinnt vielleicht keine Innovationspreise, sieht aber durchweg gut aus, da gibt es also auch nix groß zu mäkeln. Ich starte deshalb einfach mal mit einer starken…

    8-8,5/10

    Also, ist noch jemand dabei beim Run? Wie habt Ihr den ersten Band erlebt? Oder an die „Altleser“, könnt Ihr Euch noch erinnern, wie der erste Band damals auf Euch gewirkt hat?

    VG, God_W.

    PS: Für alle, die einsteigen wollen, die geplante Lesereihenfolge findet Ihr hier:
    Wobei es sein kann, dass wir den "Wolf among us" noch ans Ende zwischen Fables 26 und die beiden Everafter-Bände verorten.
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  5. #230
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    Mac Coy – Gesamtausgabe Band 2



    Nachdem ich von Band eins der Gesamtausgabe so positiv überrascht wurde habe ich mir gleich mal die nächsten beiden Bände gesichert und nicht allzu viel Zeit verstreichen lassen um mir den nächsten zur Brust zu nehmen. Der Avant-Verlag beschert mir dabei gleich wieder vier komplette Alben, die da wären…

    - Wanted Mac Coy
    - Der weiße Tod
    - Die Skalp-Jäger
    - Die Schlacht am Little Bighorn


    Mein zweiter längerer Ausritt mit Alexis Mac Coy und wieder wurde ich positiv überrascht, denn die Geschichten sind im Vergleich zu den Anfängen deutlich erwachsener und auch brutaler geworden. Der Schalk sitzt Mac Coy zwar noch immer im Nacken und der Humor blitzt bei der Reihe immer wieder durch, jedoch nicht mehr in dem Maße wie zu Beginn. Dafür

    In der ersten Story geht es um skrupellose Waffenschmuggler, die die Apachen mit Armeegewehren beliefern und Mac Coy muss feststellen, dass der Krieg zwischen Nord und Süd vielleicht doch noch nicht für jeden beendet ist. „Der weiße Tod“ thematisiert übernatürlich angehauchte Trappergeschichten in Verbindung mit dem Goldrausch und Palacios‘ Bilder des verschneiten wilden Westens sehen einfach super aus.


    Bei „Die Skalpjäger“ wird eines der brutalsten Themen der amerikanischen Geschichte in den Fokus gerückt, wo skrupellose Einwanderer auch über die Leichen von Frauen, Kindern und unschuldigen, verbündeten Stämmen gehen um das schnelle Geld zu machen. Dass auf diese Weise Kriege ausgelöst werden interessiert die gewissenlosen Mistkerle nicht. Im Finale des Bandes jagen Mac Coy und seine Freunde einen Deserteur, bevor sie schließlich Colonel George Armstrong Custer höchstpersönlich kennenlernen. Die weithin bekannte Schlacht am Little Bighorn, die für die US-Truppen so desaströs enden sollte, wird von Autor Gourmelen Minutiös aufgedröselt und voller Hochspannung auf das unausweichliche Ende hingetrieben. Custer selbst kommt dabei alles andere als gut weg.

    In diesem zweiten Band jagt wirklich ein Highlight das nächste und die Geschichten selbst könnten unterschiedlicher kaum sein. Enorm abwechslungsreich, sowohl inhaltlich als auch von der zeichnerischen Inszenierung. Durchweg gelungen und nochmals eine deutliche Steigerung zu Band eins.

    9/10

    VG, God_W.
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  6. #231
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    Walhalla – Die gesammelte Saga 1



    Da haben wir es wieder, eine Kindheitserinnerung wie sie schöner kaum sein kann. Den Walhalla-Zeichentrickfilm habe ich als kleines Kind geliebt, gleich mehrfach gesehen – und dann irgendwann vergessen. Also nicht wirklich vergessen, aber es ist einer von zwei Zeichentrickfilmen von denen einige besonders markante Szenen ganz tief in meinem Gedächtnis verankert blieben, aber der Name und der gesamte Plot irgendwie in den Hintergrund rückten.

    Viele Jahre später, nachdem ich meine Frau kennengelernt hatte kamen wir irgendwann an einen Punkt, an dem wir uns gegenseitig diese Perlen unserer Kindheit, die ja jeder irgendwie hat, zeigen wollten. Walhalla kam mir da an einem verschneiten Nachmittag auf einem Mittelaltermarkt in einer alten Burg wieder in den Sinn, die Location hat bestimmt ein wenig dabei geholfen die grauen Zellen wieder zu wecken, in denen die Bruchstücke zu dem Film schlummerten. Heutzutage, mit dem Internet, stellt sich die Recherche ja recht einfach dar und so war der Film dann auch schnell gefunden. Allzu viele Zeichentrickfilme mit einem Einschlag von nordischer Mythologie gibt es schließlich nicht.


    Rückansicht des Bandes.


    Was soll ich sagen, das Ganze ist auch schon wieder ein paar Jahre her und den Film haben wir mittlerweile mehrfach wieder gesehen. Ab und an nach einem Mittelaltermarkt und zuletzt gemeinsam mit unserem Krümelchen, die den Streifen zum Glück genauso super findet wie ich damals. Dass es dazu Comics gibt, bzw. der Film auf diesen basiert, die es ja schon viel früher gab, davon hatte ich absolut keine Ahnung, bis @OK Boomer im April vergangenen Jahres diesen Thread im Comicforum gestartet hat. Ehrlich gesagt war ich allerdings erstmal sehr skeptisch was die Reihe und vor allem ihre Veröffentlichung anbelangt. Ich meine mal ganz ehrlich, ein alter, dänischer Funny-Comic mit – sorry – Zeichnungen die nicht gerade eine Augenweide sind? Dann auch noch bei einem für mich unbekannten Kleinverlag, Serienabbruch ich hör Dir trappsen?

    Aber weit gefehlt, die „Edition Roter Drache“ scheint ein feiner kleiner Verlag zu, der eine prima Philosophie an den Tag legt (hier nachzulesen: Verlagsphilosophie | Edition Roter Drache), und vor allem mit ganz viel Herzblut bei der Sache ist. Das spürt man sofort, wenn man den wunderschön gestalteten Band mit der Goldgeprägten Titelschrift in Händen hält. Dazu gibt es massenweise Bonusmaterial über die Reihe an sich und ihre Macher, reichlich Skizzen und Zeichnungen, Infos über die Ursprünge, also die den einzelnen Alben zugrunde liegenden Götter- und Heldensagen. Auf diese wird nicht nur verwiesen, nein die relevanten Auszüge aus den Götter-Liedern und der Snorra-Edda sind sogar im Anschluss an jede Geschichte zum selbst nachlesen abgedruckt, einfach großartig! Dazu wurden die Zeichnungen digital aufgefrischt und alle Comics neu übersetzt.


    Titelbild der ersten Geschichte.


    Ja, da macht sich jemand richtig Mühe und ich bin froh, dass ich Band zwei auch schon hier liegen habe. Band drei ist mittlerweile auch angekündigt und nach Aussage des Verlags sind dort alle sehr froh, dass die Reihe so gut angenommen wird, verkauft sich glücklicherweise also scheinbar nicht schlecht. Überhaupt scheinen da alle sehr freundlich zu sein, wie man auch an den ausführlichen Antworten auf E-Mails erkennt. So werden wir bei gleichbleibendem, halbjährigen Veröffentlichungsrhythmus schon im kommenden Jahr die komplette Saga mit allen 15 Alben und reichlich Zusatzmaterial in fünf schmucken Sammelausgaben vorliegen haben, eine Abbruchgefahr besteht keinesfalls, die Jungs und Mädels der „Edition Roter Drache“ ziehen das durch.

    Aber lohnen die Geschichten den ganzen Aufwand überhaupt, den der Verlag da betreibt? Unbedingt! Zugegeben, die Zeichnungen können auf den ersten Blick abschreckend wirken. Das wirkt erstmal ziemlich grob und ungelenk und wo Landschaften und Gebäude doch schon nach recht kurzer Lesezeit einen gewissen Charme entwickeln tut man sich bei den Charakteren noch schwer. Am ehesten ist da noch Loki gelungen, aber ausgerechnet Thors Gesicht und Mimik koppt wie ein grob zusammengewürfelter Hackklotz daher, geradeso als hätte er im Rausche des Met so manches mal versäumt seinen Hammer aufzufangen und diesen auf direktem Wege in die Visage bekommen. Aber zum einen bessert sich das von Album zu Album sichtlich und andererseits gelingt es den Erzählern spielend mich nach und nach in diese Welt zu saugen. Wie hier die ursprüngliche Mythologie voller Verehrung in eine Mischung aus glaubhafter Nacherzählung und wundervoll humorvoller, augenzwinkernder Persiflage verwandelt wird, ohne jemals respektlos zu wirken ist einfach wundervoll. Wenn man es selbst nicht besser kann darf man auch gerne mal Zitieren, deshalb erwähne ich gerne was @Huckybear und @Gimli dazu geschrieben haben, denn das passt wie die Faust aufs Auge:


    Titel des zweiten Abenteuers.


    Huckybear: „…Erst ist man von den ersten Alben zeichnerisch etwas verschreckt, aber wenn man es dann erst einmal liest , dann beginnt der Zauber langsam wunderbar zu wirken und es entwickelt sich so ein etwas seltsam wohlig , wunderbares uriges Gefühl.
    Wahrscheinlich ist das das Dänische "Hyggelig" …“


    Gimli: … Hinzu kommt, dass der Humor wunderbar funktioniert und dabei durchaus an Goscinnys Großtaten erinnert. Augenwzinkernde, liebevolle Veräppelung der nordischen Sagen und Mythen (und dabei vor allem der Asen und Wanen), die man als Leser auch versteht, ohne sich groß in der Edda oder anderen nordischen Sagas auszukennen, weil das Bonusmaterial sehr unterhaltsam und lehrreich ist…


    Cover und Titel der dritten Story.


    Dem ist wenig hinzuzufügen. In Der Wolf ist los werden wir gemeinsam mit den Bauerskindern Tjalfi und Röskva auf gar wundervolle Weise in die Welt der Götter entführt und begeben und auf ein großes Abenteuer bei der Suche nach dem entflohenen Fenriswolf, bevor wir bei Thors Brautfahrt selbigen auf einer aberwitzigen Reise ins Land der Riesen zu seiner vermeintlichen Trauung mit einem ebensolchen begleiten. Letztlich wird der Stolz des Göttervaters Odin derart auf die Probe gestellt, dass er für den Sieg bei einer Wette mit den Walkyren bereit ist das Wohlergehen seines gesamten Reiches aufs Spiel zu setzen. Odins Wette wartet mit vielen unerwarteten Wendungen auf, ach, eigentlich ist der gesamte Band äußerst abwechslungsreich, lehrreich und eben auch richtig witzig!

    Der alte Zeichentrickfilm (Dänemark 1986) greift schon einige Teile dieser drei Stories auf, ist im Grunde aber wohl eine Mischung aus dem ersten Album, in dem die Kids zu Beginn quasi als Erzähler rekrutiert werden, mit denen wir gemeinsam auf die Reise zu den Asen gehen, dem vierten Album, wo der kleine Satansbraten Quark zu der Truppe stößt und sich das Trio aus den beiden Kindern und Quark aufmacht, sich ohne die Götter ein Heim einzurichten gehen, und schließlich den gefährlichen Wettkämpfen „Im Reich der Riesen“, dem fünften Album. Mit den ersten beiden Sammelbänden der Gesamtausgabe habe ich diese Inhalte also schon beisammen, was meine Vorfreude auf Band zwei nochmal steigert.


    Links meine alte DVD des wunderbaren Zeichentrickfilms, rechts die Blu zur neuen Realverfilmung, die gibt es auch in einer üppig ausgestatteten Sammleredition.


    Die recht aktuelle, ebenfalls dänische Realverfilmung von 2020 wählt einen deutlich düstereren und ernsteren Ansatz, währen im Grunde die Geschichte aus dem ersten Album komplett übertragen wird. Die Kinder Tjalfi und Röskva werden eingeführt und im Anschluss entfaltet sich die – im Vergleich zum Comic ungleich gruseligere – Jagd auf den Fenriswolf. Mit Hollywoodproduktionen kann das Budgettechnisch natürlich nicht mithalten, was man auch an den Effekten merkt und auch die Schauspieler wirken leider an manchen Stellen etwas Laienhaft, was aber auch an der teils wenig gelungenen deutschen Synchro liegen kann. An anderen Stellen wird jedoch dieser sagenhafte Zauber verströmt, der sich mit dieser ganz besonderen, nordischen Sichtweise und Atmosphäre verbindet. Da funktioniert es plötzlich und ich würde mir wünschen, dass da noch weitere Teile kommen. Allerdings weiß ich nicht inwiefern der Film in Dänemark und international erfolgreich war.

    Die wundervolle Veröffentlichung der „Edition Roter Drache“ ist mit glatten 40€ für drei Alben sicher kein Superschnäppchen, aber die Wertigkeit des Buches und die große Menge an spürbarer Arbeit und Liebe zum Detail, die darin eingeflossen sind rechtfertigen den aufgerufenen Preis auf alle Fälle. Mich hat das Buch derart angefixt, dass ich direkt mal die „Hausbibliothek“ nach Sekundärmaterial durchforstet habe. Da bin ich schließlich auch fündig geworden und habe diese beiden Bücher ausgegraben:


    Die sind durchaus empfehlenswert. Manesse ist ja sowieso immer eine Bank was Veröffentlichungsqualität angeht und es war schon schön die Lieder und Abschnitte der Edda, die im Comicband nur in den jeweils relevanten Auszügen abgedruckt wurden nochmal komplett zu lesen und die beiden Übersetzungen miteinander zu vergleichen. Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich auch drumherum noch so einige Abschnitte gelesen habe und momentan immer mal wieder darin schmökere. Die Reclam Ausgabe, die zusammen mit den Griechischen Götter- und Heldensagen in einem Schuber daherkommt, enthält Nacherzählungen all der alten Mären um Odin, Thor, die Riesen usw., die von Reiner Tetzner in eine leicht verständliche Form gebracht wurden. Die sind echt prima zu lesen und eignen sich sogar zum Vorlesen. Krümelchen habe ich daraus (also aus dem zweiten Band) zum Beispiel vor einigen Jahren vor unserem Griechenland-Urlaub die Abenteuer von Herkules und dergleichen vorgetragen. Die im Comicbuch noch häufig erwähnte Prosa-Edda nach Snorri Strurluson habe ich jetzt leider nicht verfügbar, aber ich bin momentan so heiß auf das Thema, dass ich mir davon auf alle Fälle noch eine Ausgabe besorgen werde, bevor ich mich an Band zwei ran wage.

    Ihr mögt lustige Comics mit historischem und/oder sagenhaftem Einschlag, wollt aber gerne mal was Anderes wie Asterix oder Lucky Luke ausprobieren? Greift zu! Es gibt wahrlich keinen Grund von dieser prachtvollen Reihe die Finger zu lassen!

    9/10

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  7. #232
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    Nicht in Versuchung führen...

    Deine Rezis sind immer beeindruckend. Und Walhalla klingt immer interessanter. Die Verfilmungen kenne ich alle bisher nicht.

  8. #233
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    Doch doch! Greif da ruhig zu, du wirst nicht enttäuscht sein!

    Die Verfilmungen sind auch nicht allzu repräsentativ was die Comics angeht. Die alte sicher mehr als die neue. Ich würde empfehlen vielleicht erst die ersten beiden Bände der Gesamtausgabe zu lesen und dann erst die Filme zu schauen.
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  9. #234
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    Nach den doch recht umfangreichen Rezis zu den letzten Titeln muss ich mich mal wieder kürzer fassen, um etwas zügiger voran zu kommen mit meinem „Gelesen-Stapel“. Wie immer ist das kein Anzeichen, dass die Bänder schwächer wären oder sowas, ganz im Gegenteil, da sind wieder einige prächtige Perlen dabei, aber die Kürze der Zeit gibt einfach nicht mehr her.


    Canoe Bay



    Mein erster Prugne und ich bin sofort hellauf begeistert. Absolut beeindruckende, wunderschöne Aquarellbilder zum darin schwelgen und um sich in ihnen zu verlieren. Kaum zu glauben, dass Patrick Prugne Autodidakt ist! Dazu eine wundervoll unaufgeregt erzählte Geschichte, die zwar spannend ist und auch Action bietet, aber dennoch die meiste Zeit ruhig vor sich hintreibt, ohne je gehetzt zu wirken, auch zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Es hat eher den Eindruck, dass sich da jemand Zeit genommen hat eine realistische, geerdete Geschichte mit reichlich Abenteuerelementen zu erzählen, ohne mit Gewalt auf einen einzigen bombastischen Höhepunkt hinzuarbeiten. Da entfaltet sich auf den Seiten die Neue Welt mit einer Vielzahl toll ausgearbeiteter Charaktere und ich möchte gar nicht, dass es jemals zu Ende geht. @Mr. Brown hat das ganz treffend formuliert, als er bemerkte, dass hier die Abenteuerromantik der großen TV-Vierteiler (wer die schönen Schinken aus den früheren Adventszeiten noch kennt) heraufbeschworen wird. Allgemein kann ich mich den ganzen lobenden Worten aus dem Splitter-Forum nur anschließen und bedanken möchte ich mich auch bei @Gagel , der mich mit seinem kürzlich wiederholten Prugne-Run enorm angefixt hat den Band endlich zur Hand zu nehmen, und mich auch dazu verführt hat mir in nächster Zeit weitere „Prugnes“ zu beschaffen.


    Lobend erwähnen muss ich noch die mal wieder perfekte Aufmachung des Splitter-Albums. Tolle Haptik, perfekter Druck und satte 25 Seiten sehenswertes Bonusmaterial. Das lässt kaum Luft nach oben.

    9,5/10




    Fins de Siécle



    Nach den „Legenden der Gegenwart“ die nächste Zusammenarbeit zwischen dem damals noch recht jungen Enki Bilal (Nikopol) und Altmeister Pierre Christin (Valerian & Veronique). Die beiden enthaltenen Geschichten sind erneut dem politischen Weltgeschehen gewidmet.

    Der Schlaf der Vernunft ist sowohl optisch als auch inhaltlich ein Meisterwerk, welches durchaus an der 10 kratzt. Eine Gruppe ergrauter Recken, die in ihrer Jugend gegen das faschistische Franko-Regime gekämpft haben, sehen sich aufgrund aktueller, terroristischer Anschläge gezwungen ein letztes mal in den Einsatz zu ziehen – und werden dabei, ohne es zu merken, zu dem, was sie schon immer bekämpfen wollten. Tragisch, wehmütig und knallhart, aber stets hochspannend, fesselnd und intelligent. Die mit einem glaubhaften Ensemble ausgestattete Story ist universell übertragbar, könnte sich genauso gut auch um die IRA, linken, rechten oder jeglichen anderen politisch (oder religiös) motivierten Extremismus gehen, der in schändlichen Gewalttaten gipfelt. Also durchaus historisch relevant und ebenso hochaktuell.


    Auch Treibjagd ist im Grunde ebenso die Bearbeitung eines hochinteressanten, jedoch mehr historischen als aktuellen Themas. Reine parteipolitische Macht, in den Händen engstirniger, wie Götter verehrter alter Männer, die sich keinen Deut von ihrem eingefahrenen Gedankengut lösen können, und welche Möglichkeiten es gibt diese nahezu auf ewig festgefahrenen Strukturen aufzubrechen. Ein Thema welches sicher nicht einfach aufs Papier zu bringen ist, und so gelingt das hier leider auch nur teilweise. Sperrig und ermüdend ist die Erzählung, der Aufbau bis zu dem einen, kleinen Höhepunkt während der namensgebenden Treibjagd dauert zu lang, der Ausklang ist zu langatmig und der Umfangreiche „Nachruf“ verdeutlicht, dass es dem Autor nicht gelungen ist alles Relevante, was er unterbringen wollte, in der eigentlichen Geschichte zu platzieren. Bilals Arbeit ist wieder herausragend, aber hier ist es Christin einfach nicht gelungen seine Lehrstunde auch wirklich unterhaltsam zu gestalten, deshalb leider nur Mittelmaß.

    Ich muss aber nochmal loswerden, das Enki Bilal für mich einer der ganz großen Künstler ist. Er hat einen sehr eigensinnigen Stil mit enormem Widererkennungswert, der sich zwar über die Jahre deutlich entwickelt und stetig verändert hat, aber zu jedem Zeitpunkt einwandfrei als ein Bilal zu identifizieren ist. Das ist es, was eine wahre Größe für mich persönlich ausmacht. Klar kann man seinen Stil mögen oder nicht, aber die grundlegende Qualität und Einzigartigkeit muss man einfach anerkennen. Das ist es, was er meines Erachtens mit Leuten wie Richard Corben, Hal Foster, Mike Mignola usw… gemeinsam hat. Ich freue mich schon auf seine nächste Arbeit (habe die Monster Gesamtausgabe noch ungelesen hier stehen), und Christin treffe ich sicher bald bei Valerian wieder.

    7-7,5/10




    Lincoln – 6. Rock und Roll



    Auf zum nächsten, frech-lustigen Ritt mit dem „Revolutionshelden“ Lincoln. Wobei, mit der Revolution ist es nicht mehr weit her. Lincoln selbst war ja eh nur unfreiwillig dabei und die wahre Revoluzzerin Paloma hat die Schnauze voll. Sie will in die vereinigten Staaten einreisen und ihre Familie in einem Camp für illegale Einwanderer finden. Lincoln – heiß wie Frittenfett, wenn es um Paloma geht – weicht nicht von ihrer Seite. So entwickelt sich das Ganze zu Beginn zu einer äußerst spaßigen Beziehungskiste, die durch den Versuch des illegalen Passierens der Mexikanisch-Texanischen Grenze ein gehöriges Maß an Dynamik gewinnt. Im weiteren Verlauf stolpert Lincoln mal wieder von einer aberwitzigen Situation in die nächste und auch wenn mir Band fünf ein paar Lacher mehr abgerungen hat, so hatte ich doch wieder mächtig Spaß mit dem Band und freue mich schon auf März, wenn der siebente Band ins Haus steht.


    7,5/10



    Constantine - The Hellblazer 1: Abwärts!



    Auch nach den New52 ging es mit dem DC-Dark-Verse weiter und wenn es um meinen Beinahe-Seelenverwandten John Constantine geht bleibe ich natürlich am Ball, schließlich war er die treibende Kraft, die mich überhaupt dazu brachte in die dunkle Hälfte der DC-Welt einzutauchen. Dies ist der erste von zwei Paperbacks, in denen Panini die 13 Hefte andauernde Strecke zwischen der New52-Ära und der Rebirth-Zeit versammelt. Keine Justice League Dark, keine grellbunten Zaubersprüche, nein hier geht es enorm Richtung „Back to the Roots“, denn düster, dreckig, creepy und brutal geht es in der Welt des Hellblazers zu. Da wird gelogen, betrogen, beschworen und gemeuchelt, ja es stirbt sich schnell, und „zur Hölle fahren“ wird nicht nur als Metapher angewandt. I like!

    Auch wenn Constantines oftmals angedeutete Bisexualität diesmal sehr deutlich in die Homosexuelle Richtung ausschlägt und die erste größere Nebenrolle mit einer Modedesignerin besetzt wird, die mit finsteren Mächten herumspielt, um die hipperen Klamotten auf den Laufsteg zu bringen, so wird Constantines Charakter von Autorin Ming Doyle (ja, man merkt also schon, dass da eine Lady die Schreibfeder schwingt) im Grunde äußerst gut getroffen. Die Story trieft vor schwarzem Humor und bitterbösen Wendungen und verbeugt sich vor der Original-Serie. Die vielen kurzen Rückblenden, in der die Band gegründet wird und dann sogar auf den denkwürdigen Gig in Newcastle hinarbeitet, bildet einen schönen Brückenschlag zu den Anfängen der originalen Hellblazer-Strecke. Ein ganz wunderbares Schmankerl für Fans der ersten Stunde, und solche wie mich, die es im Nachhinein geworden sind.

    Leider gibt es mit dem Artwork von Riley Rossmo auch noch einen absoluten Negativpunkt zu verzeichnen. Ich habe sicher nix dagegen, wenn neue Wege gegangen werden, jemand experimentierfreudig ist und gerade zum Hellblazer könnte der kantige, etwas schräge und düstere Stil sogar ziemlich gut passen, aber sorry, wenn ich nur komplett tote, emotionslose Gesichter und vor allem Augen zeichnen kann, dann sollte ich mich halt an Zombie-Apokalypsen halten. Zum Glück hat der nicht den kompletten Band gezeichnet.

    8/10




    Lustiges Taschenbuch Classic Edition - Die Comics von Carl Barks 3



    Auch mit diesem dritten Band hatten Krümelchen und ich des Abends zur Vorlesestunde, also eigentlich sind es ja immer nur ein paar Minuten, wieder ganz viel Spaß. Die Zweiseiter konnten uns zwar oft nicht so mitreißen, aber bei den Zehnseitern sind schon einige Perlen dabei und wenn es mal noch länger wird, und dann auch noch ein Hauch von Abenteuer mitschwingt, dann haben wir eine wundervolle Zeit zusammen.

    „Jedenfalls Muskelschmalz“ ist gleich ein richtig witziger Einstieg, in „Wie Du mir so ich Dir“ versuchen sich die Neffen mal wieder als Schulschwänzer und Donald als „Gnadenlos“er Geldeintreiber war auch ganz spaßig. „Ein irrer Vogel“ kannten wir schon von den Weihnachtsgeschichten, hat Krümelchen aber so gut gefallen, dass sie es unbedingt nochmal lesen wollte, das sagt schon was aus. „Maharadscha für einen Tag“ verströmt dann wieder diese große Abenteuer-Atmosphäre, die wir so mögen und wartet zudem mit vielen Wendungen und klugen Einfällen auf. In „Falsch wie Gift“ bewahrheitet sich für Donald als Tierliebhaber (ungewöhnlich!) die Ferengi-Erwerbsregel 285 „Keine gute Tat bleibt ungestraft“. Absolutes Highlight des Bandes war für uns „Im Land der Vulkane“, denn Krümelchen liebt Vulkane aus ihren Was ist Was Büchern und Hörspielen, und ich liebe Vulkane seit ich des Nachts mal einen in Natura leuchten sah. Popcorn mögen wir ebenfalls beide, da hat die Story gepasst wie die Faust aufs Auge. „Zauberkunststücke“ fand Krümelchen super, ich dagegen eher die beiden großen Abenteuergeschichten von „Der Geist der Grotte“ und „Australisches Abenteuer“, zum Abschluss gab es dann nochmal Weihnachtsstimmung mit „Fast eine Weihnachtskatastrophe“. Ja, insgesamt ein runder Band mit deutlich mehr tollen als durchschnittlichen Geschichten.

    7/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (16.01.2021 um 11:28 Uhr)
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  10. #235
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    Band zwei habe ich am Freitag beendet, hier mal meine Eindrücke dazu.

    - - - SPOILERWARNUNG - - -



    Fables 2 – Farm der Tiere



    Da sie im ersten Band ja schon mehrfach erwähnt wurde, wenn auch nur am Rande, so war es doch klar, dass wir dieses mal auch den zweiten großen Stützpunkt der Fables in unserer Welt besuchen würden – die Farm. Hierbei handelt es sich um ein größeres Areal im Norden des Bundesstaates New York, auf dem alle nichtmenschlichen Fabelwesen untergebracht wurden, also solche, die nicht als Menschen durchgehen würden UND sich auch keinen entsprechenden Zauber leisten können. Die Slums? Das Ghetto? Abstellgleis für Fables zweiter Klasse also? Mitnichten! Immerhin handelt es sich um eine wunderschöne, weitläufige Gegend mit einem Zentrum irgendwo zwischen „Old MacDonald, Walt Disney und Schlumpfhausen“.

    Allerdings gibt es wohl so Manche, die das nicht so sehen und im Grunde bleibt jeder Käfig halt ein Käfig, egal wie hübsch oder weitläufig. Das Ganze erinnert nicht von Ungefähr an ein Indianerreservat und deshalb verwundert es nicht, dass sich eine kleine Extremistengruppe gebildet hat, die etwas dagegen unternehmen möchte, und zwar mit allen Mitteln, seien sie auch noch so verwerflich, es brodelt also ganz gewaltig auf der Farm. In diesen Hexenkessel sind Snow White und Rose Red unterwegs, erstere zur turnusmäßigen, jährlichen Inspektion, letztere muss im Rahmen der ihr aufgebrummten Sozialstunden mit um zu helfen und sich mit ihrer Schwester auszusprechen, was sie selbstredend total ätzend findet. Dass die beiden dabei unversehens in die letzten Vorbereitungen einer von Gewalt geprägten Revolution stolpern macht die Sache sehr schnell äußerst brenzlig.

    OK, das Ganze ist ganz sicher kein Kinderkram, denn an brutalen und blutigen Szenen mangelt es nicht, die Revoluzzerstory wird packend aufgebaut und es werden viele neue Charaktere eingeführt, auch wenn uns nicht alle bis zum Ende des Bandes begleiten. Wie es sich für eine richtige Revolution gehört gibt es solche, die wirklich mit Herzblut und Überzeugung bei der Sache sind, und welche, die das nur vorgeben und eigentlich nur versuchen einen persönlichen Vorteil aus der Situation zu schlagen. Intriganten innerhalb von Intrigen also, was für mächtig Spannung sorgt.

    Insgesamt ein toller Band, der eine größer angelegte Story eröffnet und aufzeigt, wohin die Reise in nächster Zeit wohl gehen wird. Ich habe richtig mitgefiebert aber auch den ein oder anderen Aufreger für dümmliches Verhalten von Charakteren gehabt. Snow White hatte ich zum Beispiel deutlich smarter eingeschätzt, läuft sie doch zu Beginn komplett hirnvernagelt durch die offensichtliche Misere. Außerdem kommt sie streckenweise wie ein verschrecktes Huhn daher, wo ich bei so einer großen Anführerin, die sie ja schon seit Jahrhunderten ist, mehr Stärke und Souveränität erwartet hätte. Das ändert sich im letzten Drittel und stimmt mich dann wieder versöhnlich, doch sie im ersten Band so taff zu zeigen, nur um sie hier zum schwachen Mädel zu machen, was erst gegen Ende wieder als starke Heldin agiert fand ich etwas seltsam in der Charakterentwicklung.

    Ansonsten eine echt spannende Geschichte mit tollen neuen und alten Charakteren, mannigfaltigen Möglichkeiten wie es weitergehen kann und vor allem einem wendungsreichen und befriedigenden Schluss, der alle Erzählstränge und Charaktere klug in verschiedene Bahnen lenkt, von denen ich bei allen wissen will, wie es weiter geht! Starke Leistung Mister Willingham, und auch Mark Buckingham macht am Zeichenstift einen feinen Job, auch wenn ich das Artwork jetzt nicht als überragend bezeichnen würde, ist aber schön und passt gut zur Geschichte.

    7,5/8

    VG, God_W.
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  11. #236
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    Titel: Spawn Origins Collection – Band 16

    Verlag: Panini (US: Image)

    Format: 428 Seiten im großformatigen Hardcover

    Inhalt: US-Hefte #197-212

    Autoren: Will Carlton; Jon Goff; Robert Kirkman; Todd McFarlane

    Zeichner: Jonathan Glapion; Michael Golden; Robert Kirkman; Szymon Kudranski; Erik Larson; Rob Liefeld; Danny Miki; Whilce Portacio; Khary Randolph

    Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
    1992 ließ der legendäre Autor und Zeichner Todd McFarlane seinen Kult-Antihelden Spawn auf die Welt los – danach war nichts mehr so wie zuvor.
    Al Simmons, ein Agent der Regierung, war von einem Kollegen ermordet worden. Nachdem er in den Tiefen der Hölle wieder zum Leben erweckt wurde, kehrte er als Spawn-Krieger auf die Erde zurück und beschützte fortan die Obdachlosen in den dunklen Gassen New Yorks – immer auf der Suche nach Spuren seiner Vergangenheit. Allmählich lernte er, die außergewöhnlichen Kräfte zu bändigen, über die er nun verfügte, und gleichzeitig begann er zu begreifen, auf was er sich eingelassen hatte – und was er dafür aufgeben musste.


    In Spawn Origins 16 zeigt Al Simmons‘ spektakulärer Abgang Wirkung. Denn „Patient 47“ alias Jim Downing, der viele Jahre im Koma lag, schlüpft allmählich in seine Fußstapfen. Doch Downing ist nicht nur heimlich der neue Spawn, er wird auch ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gezehrt, denn seine wundersamen Fähigkeiten erregen Aufmerksamkeit …

    Just my 2 Cents:
    Die nächste Packung Spawn ist schon sowas wie eine Wundertüte. Nicht nur, dass mit Heft #200 der nächste Geburtstag ins Haus steht, nein, auch die häufig wechselnden Zeichner sorgen für massig Abwechslung fürs Auge, auch wenn das streckenweise schon ein Stück weit auf Kosten der Harmonie geht. Dazu sind gleich vier Autoren involviert, ob zu viele Köche da nicht den Brei verderben? Wir werden sehen, auf alle Fälle wurde der Band von mir nicht am Stück weggelesen, sondern ich habe drei größere Pausen eingelegt um die, ebenfalls in der Welt von Spawn spielenden, Haunt-Bände zu lesen, die gemäß der Empfohlenen Lesereihenfolge an den Stellen rein gehören. Dazu schon vorab: Das kann man sicher machen, aber einen Mehrwert bringt das zumindest während der ersten drei Haunt Bände weder für Spawn-, noch für Haunt-Leser. Ich werde zwischendrin an den entsprechenden Stellen dennoch darauf hinweisen, auf los geht’s los.


    - - - S T O P - - -
    Hahaaa, verarscht! Bevor es los geht steht nämlich der erste Haunt-Band auf dem Programm (sofern man das möchte, und es nicht bereits nach Band 15 der Origins Collection nachgeschoben hat). Ansonsten geht es hier jetzt direkt weiter.
    - - - S T O P - - -

    US-Hefte #197-200
    Der Weg zur nächsten vollen Hundert im Spawn-Verse ist für unseren Neu-Spawn Jim Downing ein Weg der Selbstfindung. Diese gestaltet sich außerordentlich schwierig, hat der arme Jim doch keinen Mentor der ihn Anleitet oder zumindest jemanden, der ihm die Regeln und Gegebenheiten als Spawn im Zweikampf zwischen Himmel und Hölle begreiflich machen könnte. Naja, außer man sieht den Violator in Form des Clowns als solchen an, denn der klebt an Spawn wie Scheiße am Schuh, lügt, betrügt und intrigiert, schleimt sich ein, stellt sich als besten, ja einzigen Freund des Spawns dar und versucht ihn vollends für sich einzunehmen.

    Dazwischen weiß Jim nicht, ob er sich lieber bedeckt halten, oder dem Drängen des Reporters Marc nachgeben sollte, und mit seinen unglaublichen Heilkräften an die Öffentlichkeit treten, Wunder vollbringen und sich in die Mitte eines Medienzirkus begeben. Außerdem mischt der Redeemer mal wieder mit, Patient 56 taucht auf – wir erinnern uns, Jim war Patient 47 – und im Freak hat sich eine ganz spezielle Entität manifestiert. All das bevor es in Nummer 200 so richtig kracht. Da fliegen die Fetzen, der Freak gibt seine wahre Identität preis, wir lernen die Omegas kennen, Jim hat eine Begegnung der dritten Art mit Al Simmons (aus der er fast genauso schlau heraus geht wie hinein) und Twitch muss Sam, dem Tode nahe, ins Hospital einliefern. Mächtiges Finale, auch wenn mir im direkten Vergleich die #100 besser gefallen hat.


    - - - S T O P - - -
    Nächster Zwischenstopp, in dem wir uns wieder um Haunt kümmern. Diesmal stehen die Hefte #6-12 auf dem Programm, von Panini freundlicherweise im Paperback Haunt 2 zusammengefasst.
    - - - S T O P - - -

    US-Hefte #201-210 – „Neuanfänge“ und „Fragen & Antworten“
    Also doch, ab ins Fernsehen und ins große Rampenlicht, mal eine ganz neue Erfahrung für einen Hellspawn, auch wenn Jim natürlich als Mensch und nicht im Spawn-Kostüm auftritt. Ob das wirklich so eine gute Idee war, darüber grübelt er allerdings hinterher noch lange. Während er darüber so vor sich hin grübelt, und weiter versucht Informationen zu seiner Vergangenheit zu erlangen, muss er sich mit Vampiren herumschlagen und ich als Leser darf darüber grübeln, ob Jims Zusammenarbeit mit Marc etwas Gutes ist, oder auf eine große Katastrophe zusteuert. Für Sara, die hübsche Krankenschwester, ist Jims neu erlangter Ruhm jedenfalls alles andere als positiv.

    Während Jim also gar nicht weiß in welche Richtung ihn seine Existenz zieht puzzelt sein gefährlichster Gegner klammheimlich die Teile zusammen, um alles gegen Spawn in Stellung zu bringen. Derweil sucht Twitch mit seinem neu gewonnen Partner nach Hinweisen und gleichzeitig nach einem Mittel um Sams Leben zu retten, das hängt nämlich am seidenen Faden.


    - - - S T O P - - -
    Der letzte Zwischenstopp in diesem Band führt uns auf direktem Wege zu Haunt 3, in dem die US-Hefte #13-18 versammelt sind. Danach geht’s zurück zum letzten Schnipsel Spawn in diesem Band.
    - - - S T O P - - -

    US-Hefte #211-212 – „Neuanfänge“ und „Fragen & Antworten“
    Twitch hat auf seiner Suche nach einem Heilmittel für Sam den neuen Spawn gefunden und ihm erzählt, was der Clown wirklich für ein Typ ist. Wie der das findet könnt Ihr Euch denken, oder selbst lesen, ich will ja nicht noch mehr spoilern als sowieso schon.

    Wie war also dieses neuerliche Geburtstagsfest mit dem Höllengezücht? Ziemlich cool, wenn auch nicht überragend und insgesamt hat mir Band 15 der Origins Collection besser gefallen. Der Einstieg wirkt durch die stets wechselnden Zeichner ein wenig holprig, auch wenn die alle keinen schlechten Job machen. Ich persönlich war dann ganz froh, als Szymon Kudranski dann endlich übernommen hat und länger dabeiblieb. Ja, der Mann hat viele Kritiker, ich persönlich finde seine Bilder wahnsinnig gut. Ja, der nutzt Panels gerne mehrfach, das hat mich vor allem an einer Stelle gestört, aber das liegt sicher auch daran, dass in seinen Bildern enorm viel Arbeit steckt und man bei einer monatlichen Serie halt nicht unendlich viel Zeit hat.


    An Blut wird während der seltenen aber intensiven Gewaltausbrüche nicht gegeizt und die düstere Horror-Atmo ist einfach cool. Wie es sich für eine große Geburtstagsparty gehört schauen auch viele alte und neue Freunde mal rein und lassen ein Variant-Cover fürs Bonusmaterial da und der Toddster selbst hat mal wieder ein paar Leserbriefzeilen (zu Heft Nr. 210) beizusteuern. Insgesamt also ein schönes, 428 Seiten dickes Birthday Package. Was freu ich mich auf Band 17, dann kann ich endlich durchstarten, denn die Paperbacks warten alle schon seit geraumer Zeit auf meinem Lese-K2.

    8/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (19.01.2021 um 21:11 Uhr)
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  12. #237
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    Ja, es ist keine wirkliche Nebenreihe von Spawn, spielt aber im gleichen Universum und es schien mir nicht sonderlich sinnvoll für die doch recht alte, und seit geraumer Zeit beendete Reihe einen eigenen Thread aufzumachen. Deshalb packe ich das einfach mal hier mit rein und versuche auch mich kurz zu fassen.


    Haunt 1



    Na wenn das mal kein spannungsgeladener Nonstop-Action-Kracher ist, den Todd McFarlane und „Mister Walking Dead“ Robert Kirkman hier zusammen auf die Seiten gezimmert haben, dann weiß ich auch nicht. Erst Ryan Ottley (Invincible) und dann der hervorragende Greg Capullo hämmern die blutige Action in beeindruckenden Bildern auf die Seiten. Wer jetzt denkt es geht nur um hirnloses Geballer und brutale Fights der irrt sich gewaltig. Die Story um die beiden ungleichen Brüder, die sich gegenseitig zutiefst verletzt haben, aber schließlich im gleichen Körper landen weiß von der ersten Seite weg zu fesseln. Dazu kommen geheime Regierungsorganisationen, Mission Impossible mäßige Kamikazeeinsätze, irre Experimente und wahnsinnige Killer. Was für ein fetter Cocktail! Mehr davon!!!

    9/10




    Haunt 2



    Weiter geht der wilde Ritt mit dem Killer und dem Priester im gleichen Leib, also im Körper von Letzterem wurden die beiden vereinigt und der muss jetzt erstmal durchs Agenten-Trainingsprogramm, bevor er in den aktiven Dienst übergehen kann. Dass Kurt (der tote Agentengeist) seiner Frau (die er seinem Bruder Daniel – dem späteren Priester - ausgespannt hatte) zu Lebzeiten nicht wirklich treu war verkompliziert die Sache nicht nur auf privater Ebene ungemein. Während die beiden versuchen sich zusammenzuraufen und in Symbiose besser zu funktionieren müssen sie mehr über den Kopf hinter der Mission herausfinden, die Kurt das Leben gekostet hat und gleichzeitig mit dem irren Killer Cobra klarkommen. Nebenbei sollten die Unterlagen zu den wahnsinnigen wissenschaftlichen Experimenten nicht vergessen werden, die ja bekanntlich der Gegenseite in die Hände gefallen sind, und was ist das eigentlich für ein finsterer, roter Schatten, der unseren Helden in Personalunion ständig folgt?

    Die Action wird leicht zurückgefahren, dafür wird Charakterentwicklung ganz groß geschrieben. Von hart bis zart und von witzig bis berührend ist alles vertreten, hammermäßiger Band mit erneut spitzenmäßigem, Capullo-Artwork.

    9/10




    Haunt 3



    Endlich ist Daniel bereit für den Kampfeinsatz, natürlich nur mit dem Geist seines Bruders Kurt an seiner Seite, denn nur zusammen bilden sie die mit übermenschlichen Kräften ausgestattete Entität Haunt. Zwar dürfen sie es nicht übertreiben, was den Einsatz ihrer Kräfte eingeht, weil Daniel, der lebendige Part der beiden, sonst aussteigt und das Bewusstsein verliert, aber das haben sie mittlerweile ein wenig trainiert um die Grenze besser einschätzen zu können. Also auf in den Kampf! Äh, das kommt allerdings äußerst blöd, wenn mitten in einer brenzligen Situation ein riesiger roter Geisterschatten auftaucht und Kurt entführt. Noch blöder, wenn Kurt der Einzige ist, der den wandelnden Schrecken sehen kann, lediglich Daniel vermag das auch, allerdings nur, solange die beiden verbunden sind und den Haunt bilden.

    Die Hauptstory wird weitergesponnen wie ein roter Faden, die Action ist wieder fett und mit Alegria bekommt eine spannende Frauenfigur, die im ersten Band nur am Rande auftauchte eine deutlich größere Rolle, was ich sehr begrüße, die ist nämlich nicht nur hübsch, sondern wirklich interessant (im positiven Sinne). Cobra bleibt weiterhin einer der spannendsten psychotischen Killer, die ich bislang in Nebenrollen kennenlernen durfte, seine Entwicklung ist echt maximal cool. Dennoch wirkt die Story insgesamt nicht mehr ganz so dicht und kompakt wie in den ersten beiden Bänden, daher gibt es etwas weniger Punkte.

    8/10

    Die beiden finalen Bände gibt es dann parallel zur 17ten Ausgabe der Spawn Origins Collection im April. Bis dahin genieße ich die Vorfreude. Kennt Ihr Haunt? Wie hat Euch die Serie gefallen?

    VG, God_W.
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  13. #238
    Mitglied Avatar von Norrin Radd
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    Zitat Zitat von Mollari Beitrag anzeigen
    Nur zur Info: Signale aus einer anderen Welt ist kein SF-Comic!
    Er ist mehr eine Vorstellung was in unserer Welt passieren würde, wenn wir Signale aus einer anderen Welt empfangen würden. Und was dies mit unserer Gesellschaft machen würde.
    Ist einfach nur Genial!
    Nach deiner Empfehlung habe ich heute die "Signale aus einer anderen Welt" erhalten. Bin wirklich gespannt, was da auf mich zukommt. Der Band muss allerdings noch warten, bis ich "Torso" und "Dagobert, sein Leben, seine Milliarden" durch habe. Aber ich freu mich schon auf das Teil.

  14. #239
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Ui, Torso fand ich stark!
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  15. #240
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    Fables 3 – Märchenhafte Liebschaften



    Auch der dritte Fables-Band hat mir wieder viel Spaß gemacht. Diesmal geht es Episodenweise zur Sache. Statt eine durchgehende Story zu erzählen werden die Hintergründe, Vorgeschichten und Liebschaften verschiedener Charaktere etwas näher beleuchtet.

    Los geht es mit einer Bürgerkriegsgeschichte, in der sich Jack mit Tod und Teufel anlegt, letzteren austrickst und ersten sogar besiegt. Dass das allerdings, wie so oft bei seinen tollen Eingebungen, auf lange Sicht keine allzu gute Idee war findet der selbstverliebte Egoist ganz schnell heraus. Frech, lustig und massiv blutig kommt die Story daher, die mir ständig irgendwie bekannt vorkommt. Kann mir jemand helfen und die Vorlagen benennen? Dass der Teufel von Jack im Spiel besiegt wird wie einst Gevatter Tod vom Brandner Kaspar ist schon was, aber ich glaube ich hab das auch sonst schonmal irgendwo mitbekommen, vor allem auch das mit dem Wegsperren des Todes meine ich schon mal irgendwo gehört oder gelesen zu haben. Wisst Ihr Genaueres?

    Das darauffolgende Heist-Movie, in dem der Wolf in bester Oceans-Manier eine illustre Truppe um sich versammelt, und allen voran die besonderen Fähigkeiten von Briar Rose (Dornröschen) einsetzt, um den Reporter Mundtot zu machen, der meint die Wahrheit über die Fables herausgefunden zu haben, ist ein wahrer Genuss. Davon abgesehen finde ich es schön, dass der Froschkönig im Nachgang dazu eine etwas gewichtigere Rolle bekommt, Prinz Charmings Charakter wird wieder bestätigt, wenn er sich bei Briar Rose einschleicht und so langsam wird auch klar, wie gefährlich Bluebeard wirklich sein kann.

    Das „Storybook of Love“ bringt uns dann wieder zurück zur Hauptstory, wo noch immer fieberhaft nach Goldylocks gefahndet wird, während Snow wohl endlich so weit ist, um aus dem Krankenhaus entlassen zu werden. Die Mäusepolizei mit ihren Reitern wird eingeführt, wobei es interessant ist für wen diese Truppe als Spione unterwegs sind, und welche schockierende Entdeckung sie machen. Dass der Wolf der hübschen Snow dann bei einem unfreiwilligen Ausflug ins Grüne tatsächlich schon seine Liebe gesteht hätte ich so früh noch gar nicht erwartet! Fand ich aber sehr gut, statt wie so oft ewig um den heißen Brei herum zu eiern.

    Die letzte Erzählung ist dann wirklich ein schönes Märchen, welches der Wolf dem sympathischen Froschkönig erzählt, wobei das Volk der Liliputaner und Thumbelina (Andersens Däumelinchen) vorgestellt werden und wir gleich etwas über deren Probleme bei der Übersiedlung in unsere erfahren. Ein runder Abschluss.

    Grundsätzlich hätte ich mir gewünscht, dass die Hauptstory weiter vorangetrieben wird, allerdings hat auch dieses Vertiefen bestehender und Einführen neuer Charaktere durchaus seine Vorzüge und die Stories waren allesamt unterhaltsam, teilweise sogar richtig spitze.

    7,5-8/10

    VG, God_W.
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  16. #241
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    Ich hab mal wieder richtig Lust auf Bats bekommen, und da Eaglemoss in der Collection gerade Frank Millers „Das Erste Jahr“ geliefert hat werde ich mal einen kleinen Run mit Batmans Anfängen und ein paar Klassikern starten, die schon länger auf meinem Lese-K2 vor sich hin schmachten. Das werden insgesamt 25 Bände, damit werde ich also eine ganze Weile beschäftigt sein. Bis ich damit durch bin ist sicher auch das Beben (1-3) da, dann kann ich mit dem Niemandsland-Run starten.




    Batman: Jahr Null – Die dunkle Stadt (Batman Graphic Novel Collection)



    Na wenn das mal keine äußerst coole Auffrischung der Ursprünge des Batman-Mythos ist, die Scott Snyder hier geschrieben hat, dann weiß ich auch nicht. Ein junger, unerfahrener Bruce Wayne kommt nach Jahren des Reisens und Trainierens zurück in seine Heimat um sich dem Kampf gegen das Verbrechen zu widmen. Das ist auch dringend nötig, hat neben den ganzen üblichen Verdächtigen und Kleinkriminellen doch ein Irrer namens Red Hood eine ganze Gang um sich geschart und verbreitet Angst und Schrecken. Dessen will sich Bruce mit ein wenig Hilfe von Alfred als erstes annehmen, möglichst ohne, dass jemand mitbekommt, dass er wieder in der Stadt ist. So wohnt er auch nicht auf Wayne Manor, sondern hat eine kleine Bude in der Nähe der Stelle, an der er den Tod seiner Eltern miterleben musste. Mit den Familiengeschäften hat er nichts am Hut, die Meisten halten ihn gar für tot.

    Lange bleibt das allerdings nicht so, denn sein Onkel Philip, der sich während seiner Abwesenheit um die Familiengeschäfte gekümmert hat, spürt den jungen Bruce auf und zerrt ihn in die Öffentlichkeit. Eben dieser Onkel hat sich leider mit den falschen Leuten eingelassen, allen voran sein genialer Chefstratege Edward Nigma, und schon bald stellt sich die Frage wer hier eigentlich für wen arbeitet?

    Absolut top, wie Snyder hier Batmans Einstieg in die Verbrechensbekämpfung aufbaut und dabei allerlei große und kleine Namen aus der Bat-Mythologie mit einflechtet. Ob in Hauptrollen, wie dem Riddler als Chef-Bösewicht, oder nur ganz kurz am Rande wie beim Pinguin. Die Reporterin Vicky Vale, Gordon, noch ohne Commissioner-Abzeichen, Lucius Fox, Red Hood, der mir bis dato unbekannte Dr. Death, wie die Bathöhle ausgebaut wird, das innovative Design des ersten Batmobils und, und, und. Da gibt es ganz viel zu entdecken, es ist dicht und spannend geschrieben, durchsetzt von Flashbacks, die Bruce‘ Werdegang wundervoll darstellen und von Zeichner Greg Capullo bin ich ja schon seit Spawn ein ganz großer Fan. Einzig seinen Umgang mit Batmans Cape finde ich etwas zu starr und wenig dynamisch. Wundert mich, denn bei Spawn war das gänzlich anders! Vielleicht ein Wunsch/Vorgabe des Autors, um das ganze etwas klassischer wirken zu lassen. Insgesamt aber top Unterhaltung mit top Zeichnungen!

    8-8,5/10




    Aleister Arcane



    Die Geschichte um Aleister Green, den Moderator und Liebhaber von Horror- und Gruselfilmen, der von seiner Heimatgemeinde denunziert und verachtet wird, bis sogar seine Frau vor Sorge krank wird und schließlich stirbt, ist im Grunde erstmal sehr traurig. Jedoch wird Arcane, wie er sich für seine blutig-brutalen, aber stets humorvollen Anmoderationen zu Horror-Klassikern nannte dadurch selbst zur Horrorgestalt, dem gruseligen alten Mann in seinem abgelegenen, halb verfallenen Haus vor über das stets getuschelt wird und vor welchem selbst die Kinder die Straßenseite wechseln. In dem alten Gemäuer voller Filmartefakte heckt der verbitterte alte Aleister Arcane einen finstren Racheplan aus, doch dann kommt alles anders, als er es sich gedacht hat.


    Was für eine liebevolle Verbeugung vor klassischem Horror-Kino, und auch noch in derart beeindruckenden, stimmungsvollen Bildern! Eine wunderbare kleine Hommage an die Größen des Genres, der ich lediglich vorwerfen kann, dass sie viel zu schnell vorbei ist. Dass dazu eine Verfilmung mit Jim Carrey in der Hauptrolle angedacht ist habe ich erst während des Tippens dieser Rezi festgestellt. Da freue ich mich drauf, kann mir Carrey in der Rolle sehr gut vorstellen! Bin gespannt, was Eli Roth daraus macht, sollte es wirklich so weit kommen.

    8,5/10




    Batman: Jahr Null – Die wilde Stadt (Batman Graphic Novel Collection)



    Ooooookayyyyyyy, dass es jetzt tatsächlich derart apokalyptisch wird hätte ich ehrlich gesagt nicht vermutet. Die Horror-Story um Dr. Death zu Beginn funktioniert erstmal super und ist auch superspannend, dazu die schöne Hommage an Frank Millers The Dark Knight Returns, harte Fights, Luftschiffe etc…, das ist schon ein bombastischer Einstieg und genau nach meinem Geschmack. Apokalyptische Endzeitszenarien, gerne auch mit totalitären Staaten sehe ich grundsätzlich auch sehr gerne. Ich meine, so eine Mischung zwischen dem Omega-Mann und 1984 hat schon was, aber auch wenn das beim Finale von Nolans Batman-Trilogie ebenfalls ein wenig in diese Richtung ging, so finde ich das hier doch dezent übertrieben.

    Das ändert natürlich nichts an der grandiosen Inszenierung. Das Flair einer Stadt unter Belagerung, in einem alles lähmenden Klammergriff, die nebenbei nach und nach von der Natur zurückerobert wird, kommt super rüber. Es gibt massig spannende Szenen, sowohl mit Bats, als auch mit Gordon und seiner Guerilla Truppe, bei der dann auch Lucius mitmischt. Arenakämpfe, Rätsel, High-Tech-Drohnen und ganz altmodische, rohe Gewalt, da wird echt viel geboten und der Unterhaltungsfaktor ist wirklich immens hoch, nur kaufe ich die Story und den Wandel der gesamten Stadt halt nicht so ganz. Dafür macht meister Greg Capullo am Zeichenstift wieder einen hervorragenden Job und das für Bruce Waynes Privatleben leicht ins tragische schwenkende Finale, mit dem wundervollen was-hätte-sein-können Moment bringt nochmal ein bisschen Gefühl mit rein.

    7,5/10




    Constantine - The Hellblazer 2: Dämonen-Pakt!



    Dieser zweite Band bildet gleichzeitig auch schon den Abschluss der kurzlebigen Reihe. Finde ich echt schade, denn der Grundton war wieder so richtig Hellblazer-Like, bisschen fies, bisschen dreckig, bisschen respektlos – eben wie es sein soll. Dafür ist die Ausgabe mit ganzen acht US-Heften auf 180 Seiten nicht ganz dünn geraten.

    Der Abschnitt mit den Gelegenheitsjobs, derer sich John zu Beginn verdingt, gehört zum Lustigsten, was ich bislang am Hellblazer lesen durfte und fast genauso witzig beginnt der freundliche Besuch von Swampie, der darauf folgt. Natürlich wird das dann irgendwann auch blutig und schrecklich, aber das gehört ja irgendwie dazu. Die Story führt uns dann langsam auch zum Kern der Geschichte, nämlich Papa Midnight. Den alten Okkultisten fand ich ja in der originalen Hellblazer-Strecke sehr cool und hier versichert er sich Johns Aufmerksamkeit und Mithilfe indem er, wie soll es auch anders sein, sich an einen geliebten Menschen ranmacht. Die Sache mit Oliver, dem Koch, wurde nämlich richtig ernst, sogar so ernst, dass der John seinen Kindern vorstellt.

    Auf jeden Fall kann John nicht anders und muss Papa Midnight helfen dessen Club von Lord Neron zurückzuholen, einem Dämon der auf dem besten Weg ist ganz New York unter seine Fuchtel zu bekommen. Das führt allerdings zu weiteren Verwicklungen, brutalen und gefährlichen Ereignissen, also prinzipiell ist das der Startpunkt zu einer mächtig abwechslungsreichen Tour de Force, angefüllt mit all dem vollen, typischen Constantine Programm, angefangen von okkulten Zaubern, und höllischen Folterqualen bis zu fiesem Verrat und blutig geschlachteten Einhörnern. Es war mir ein Fest und es ist echt schade, dass es schon wieder zu Ende ist. Ach ja, dass Riley Rossmo nicht durchgehend am Zeichenstift tätig war fand ich auch ganz gut.

    8,5/10

    VG, God_W.
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  17. #242
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    Aleister Arcane liegt hier zusammen mit Criminal Macabre (ebenfalls von Steve Niles) ziemlich weit oben auf dem Staper der Comics, die ich mal wieder lesen sollte. Kann mich nicht an so richtig viel erinnern, aber definitiv daran, dass mir der Band damals sehr viel Spaß gemacht hat.

    Batman - Jahr Null fand ich damals ziemlich überbewertet. Snyder ist an sich kein schlechter Autor, neigt aber (wenn man ihn als Redaktion lässt) sehr stark zum kompletten Over-The-Top-Erzählen. Das setzte sich hier schon ziemlich stark durch und mit wenigen Ausnahmen wurde das bis zum Ende seines Runs auch nicht mehr wirklich besser. Was sehr schade ist, da er mit seinen ersten Batman-Geschichten durchaus bewiesen hat wie stark er sein kann, wenn er sich in erster Linie auf die Figuren konzentriert. Capullo setzt das aber natürlich sehr schön um. Seine Zeichnungen bleiben bis zum Schluss beeindruckend und ein Augenschmaus.

  18. #243
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    War mein erster Snyder und insgesamt hat mir das schon gut gefallen (vor allem die erste Hälfte), aber ja, ich hab ja auch bemerkt, dass das ein bisschen over the Top war. Aber ich fands doch stets unterhaltsam und das Artwork von Capullo super, kleinen Abzug in der B-Note gab es trotzdem.

    Aleister Arcane ist man halt schnell durch, ist aber enorm stimmungsvoll erzählt und auch grandios gezeichnet. Bin echt auf den Film gespannt, ich glaube Carrey passt perfekt für die Rolle.
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  19. #244
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    @God_W. Also wenn du jetzt zu Batman kommst und da Sachen dabei sind, die ich auch habe werde ich versuchen das als Anlass zu nehmen die ebenfalls zu lesen

    Rezis auf deinem Niveau sollte man aber nicht erwarten, ich rede zwar sehr gerne über sowas aber schriftlich krieg ich das irgendwie schlechter ausgedrückt.
    Geht mir bei Filmen und Serien genauso.

  20. #245
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    Ja, cool, das freut mich ja immer wenn jemand ein bisschen mitliest und seine, gerne auch unterschiedliche Meinung, mitteilt! Ich versuche mich aktuell ja auch etwas kürzer zu fassen und nicht so ausführlich zu schreiben (hab auch nicht so viel Zeit) und das muss man ja auch nicht, aber so ein kleiner Austausch ist doch immer schön. Wenn Du es genau wissen willst, diese Batman-Sachen habe ich die letzten Tage schon gelesen, will ich noch ein paar Zeilen zu schreiben:

    - Das erste Jahr
    - Legenden des dunklen Ritters: Der Schamane
    - Batman und die Monster Männer

    Das soll in nächster Zeit noch folgen:

    - Batman und der Rote Mönch
    - Eine zweite Chance Teil 1
    - Eine zweite Chance Teil 2
    - Legenden des dunklen Ritters: Venom
    - Legenden des dunklen Ritters: Prey (Batman wird gejagt aus der Eaglemoss Collection)
    - Der Kreis schließt sich (und die übrigen Stories aus der Batman Collection zu Zeichner Alan Davis)
    - Nacht des Schreckens
    - Das Lange Halloween 1
    - Das Lange Halloween 2
    - Dark Victory 1
    - Dark Victory 2
    - Catwoman: Damals in Rom
    - Der Kult (1-4 von Hethke)
    - Ein Tod in der Familie
    - Blind Justice (1-2, Hethke)
    - A Lonely Place of Dying

    Du bist also herzlich eingeladen ganz oder teilweise mitzumachen! Alle Anderen, die ab und an hier reinschauen natürlich ebenso!
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  21. #246
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen
    Ja, cool, das freut mich ja immer wenn jemand ein bisschen mitliest und seine, gerne auch unterschiedliche Meinung, mitteilt! Ich versuche mich aktuell ja auch etwas kürzer zu fassen und nicht so ausführlich zu schreiben (hab auch nicht so viel Zeit) und das muss man ja auch nicht, aber so ein kleiner Austausch ist doch immer schön. Wenn Du es genau wissen willst, diese Batman-Sachen habe ich die letzten Tage schon gelesen, will ich noch ein paar Zeilen zu schreiben:

    - Das erste Jahr
    - Legenden des dunklen Ritters: Der Schamane
    Die beiden kenne ich schon, müsste ich mal wieder rauskramen. Aber das könnte ich noch schaffen.

    - Legenden des dunklen Ritters: Venom
    - Legenden des dunklen Ritters: Prey (Batman wird gejagt aus der Eaglemoss Collection)
    Die ebenso. Die "Legenden des dunklen Ritters" Bände habe ich als absolute Highlights in Erinnerungen.

    - Das Lange Halloween 1
    - Das Lange Halloween 2
    Gibts da Teil 1 und 2? Also da habe ich eine Ausgabe, nur noch nicht gelesen. Schiebe ich schon ewig vor mir her.
    Da wäre ich auf jeden Fall dabei.

    - Ein Tod in der Familie
    Den hab ich auch und wäre ebenfalls dabei.

    Sonst (leider) nichts. Würde ich mir aber alles sofort kaufen, wenn das neu rauskäme und HC ist.
    Wie eigentlich bei allem von Batman

  22. #247
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    Das lange Halloween hab ich in der DC Collection von Eaglemoss, sind vermutlich nur da zwei Bände, einfach gesplittet. Der Rest ist auch alles in HC, bis auf "Der Kult" und "Blind Justice". Meistens von Eaglemoss, manchmal Panini.
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  23. #248
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    Da sind ein paar echt schöne Sachen dabei. Vielleicht nehme ich mir "Der Kult" oder "Dark Victory" noch einmal vor.

  24. #249
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    Na das hoffe ich doch, dass da paar schöne Sachen dabei sind! Sind ja alles Erstsichtungen bei mir.
    Klar, wär cool wenn Du dabei bist!
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  25. #250
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    Ich hab mal wieder ein bisschen was gelesen diese Woche…

    Batman: Das erste Jahr (Batman Graphic Novel Collection)



    Na wenn das mal kein wahrer Klassiker ist, den Frank Miller hier zusammen mit Steve Englehart abgeliefert hat! Eine Wahnsinns Neuinterpretation von Batmans Origin und seinen ersten Tagen als Verbrechensjäger. Was bin ich froh, dass ich Scott Snyders Version zuerst gelesen habe, denn im Vergleich hierzu hätte die deutlich den Kürzeren gezogen. Grandios auch, dass Jim Gordon mindestens genauso im Fokus der Story steht wie Bruce Wayne, vielleicht sogar noch etwas zentraler. Extrem realistisch, geerdet und dreckig kommt die Story und die Stadt Gotham City daher und dass selbst ein strahlender, unbestechlicher Verteidiger des Gesetzes wie Gordon nicht davor gefeit ist einen Fehltritt zu begehen ist nur einer der Gründe, welche die Charaktere so unglaublich glaubwürdig machen. Dazu mag ich das Artwork von Mazzucchelli und Pulido, würde es aber nicht unbedingt als Meisterwerk einstufen, ganz im Gegensatz zur Story – Ach ja, und meine liebe Catwoman darf ja auch mitmischen.

    9-9,5/10




    Trouble is my Business 5



    Und da bin ich wieder angekommen bei einer meiner liebsten Reihen, und gleichzeitig bei einem meiner beiden Sorgenkinder, ist es doch, aus mir völlig schleierhaften Gründen, nicht sonderlich gut bestellt um Meister Jiro Taniguchis Frühwerk „Trouble is my Business“. Wieso denn bloß? Ich meine, Taniguchi ist doch weithin bekannt und verehrt, weilt seit einiger Zeit leider nicht mehr unter uns und trotzdem erscheinen in Deutschland gleich bei zwei Verlagen noch regelmäßig deutsche Erstausgaben seiner Werke. Im Grunde muss der sich doch eigentlich gut verkaufen? Oder ist durch die doch recht zahlreichen Veröffentlichungen bereits eine Sättigung eingetreten? Dann frage ich mich, weshalb die gerade bei dieser Reihe so zu Buche schlägt, wo sie doch mal einen ganz anderen, etwas untypischeren Blick auf das Schaffen des Meisters gewährt. Nicht nur, dass man seine Entwicklung als Zeichner durch die Reihe schon ganz gut nachvollziehen kann, es sind auch äußerst abwechslungsreiche Geschichten, die hier geboten werden!


    Klar, im Grunde sind das alles Detektivgeschichten (was ja per se schon mal nichts Schlechtes ist!), aber die Fülle der angeschnittenen Themen und die kreative Kraft dahinter sind schon enorm beeindruckend! Da gibt es neben Hard Boiled Stories, in denen es teilweise nicht gerade zimperlich zur Sache geht, auch Fälle die eher berühren statt mitreißen, tragische Geschichten sowie humorvolle Anklänge, die mich auch mal laut auflachen lassen. Auch bei Yakuza und Gangstern werden Gedanken über das Älterwerden gesponnen, familiäre Konflikte werden offengelegt, Ängste vor dem Alleinsein thematisiert, Existenzkämpfe, Liebschaften und Fake-Entführungen. Ach, der Fundus scheint schier unerschöpflich. Welche Gründe sprechen also gegen „Trouble is my Business“? Mir fällt wirklich keiner ein und es ist Schreiber und Leser hoch anzurechnen, dass sie die Reihe trotz der deutlich unterdurchschnittlichen Absatzzahlen dennoch durchziehen wollen und auch den finalen sechsten Band noch bringen, auch wenn das vielleicht noch ein Jahr dauert, bis die Querfinanzierung das erlaubt. Dafür ein ganz dickes Lob an den Verlag!

    Ihr könnt was mit Detektivgeschichten anfangen? Oder mit Manga? Oder mit Jiro Taniguchi? Oder Ihr mögt einfach nur den Verlag Schreiber & Leser gerne? Dann schnuppert doch mal rein, vielleicht entdeckt Ihr ganz unerwartet eine Perle in der Nischenecke. Die Chancen dafür stehen gut und 16,95€ für die ersten acht Fälle im Einstiegsband sind nun wirklich keine Großinvestition.

    8,5-9/10




    Batman: Legenden des Dunklen Ritters – Der Schamane



    Rückblende: Bruce Wayne ist, noch einige Jahre bevor er seine Wandlung zum nächtlichen Vigilanten vollzieht, zusammen mit einem Fährtensucher in den eisigen Bergen Alaskas auf Mörderjagd. Der Einsatz endet für den unerfahrenen Heißsporn in einer Katastrophe und er entgeht nur knapp dem Tode. Schwer verletzt und der Erfrierungstod nahe wird er von Ureinwohnern aufgelesen, deren Schamane beschwört die Geister, erzählt eine heilige, heilende Geschichte und rettet so Bruce‘ Leben. Nur wenige Monate später kreuzt der Milliardenerbe wieder in Gotham City auf und beginnt sein Werk.

    Die nächste große Feuerprobe lässt allerdings nicht lange auf sich warten, denn schon kurz nach den Ereignissen in Millers „Das erste Jahr“, zu denen Autor Dennis O’Neil einen schönen Verbindungspunkt eingestreut hat, geschehen mysteriöse Dinge in Gotham, offenbar Ritualmorde, und fast zeitgleich gibt das Museum eine Ausstellung ganz besonderer Art.

    OK, ich kann das schon nachvollziehen, wenn so mancher die Story eher blöd findet, aber ich steh einfach total auf solche Geschichten mit mystischem Touch, gerade wenn Indianer-Mythologie mit eingeflochten wird. Dazu ist das Teil nicht nur enorm spannend erzählt, sondern auch noch ungemein atmosphärisch. Das zumeist kühl und realistisch gehaltene Artwork weiß total zu gefallen und schwenkt in den richtigen Momenten zu einer bunten Farbpalette, welche die (vermeintlich?) übernatürlichen Vorgänge unterstreicht. Für mich ein weiteres Batman-Highlight.

    8,5/10




    Das Gläserne Schwert



    Da soll doch nochmal einer sagen Maus-Comics wären der ungeliebte Bruder der Barks- und Rosa-Enten. Mitnichten! Zumindest, wenn ich ein derart unterhaltsames, vor Witz und Ideen sprühendes Fantasy-Abenteuer miterleben darf!

    Weihnachten steht vor der Tür, oder die festliche Julnacht, wie sie im sagenhaften Asgardland genannt wird. Doch von Festtagsstimmung keine Spur, sind die Einwohner des fantastischen Reiches doch gezeichnet von Not, Elend und müssen hungern. Der Grund sind dauerhafte, katastrophale Witterungsbedingungen und die horrenden Tribute, die der Fürst von Niflheim verlangt. Dessen geheimnisvolle Macht, die ihn unbesiegbar macht kann nur von einer magischen Waffe gebrochen werden, dem Gläsernen Schwert. Dieses kann nur von einem sagenumwobenen Helden gefunden und geführt werden, Alf aus einer anderen Welt. Also entsendet der große Zauberer Jor (So die Gandalf/Merlin-Richtung) den „tapferen“ Frithjof (Asterix in ängstlich und tollpatschig) mithilfe des Dimensionsvektors in eine andere Welt um Alf, den tapferen Krieger, zurückzuholen.

    Weihnachtsstress in Entenhausen: Micky und Goofy treffen in großer Eile die letzten Vorbereitungen für ein gelungenes Weihnachtsfest. Minnie und die anderen Gäste werden in Kürze eintreffen, also noch schnell den Baum fertig schmücken, die Gans aus dem Of…***CRASH*** - Na was ist denn da im Vorgarten gelandet? Der Weihnachtsmann? Mitnichten, es ist natürlich Frithjof, der sich in der Welt/Dimension oder was auch immer geirrt hat. Für einen weiteren Versuch bleibt keine Zeit, jetzt gibt es also nur einen Ausweg: Micky und Goofy müssen in die Bresche springen und mit Frithjof zurück nach Asgardland reisen. Dort angekommen sind alle Glücklich, dass Goofy dabei ist, denn immerhin ist er der…, äh… hmmmm, „Fetter von Alf“? – Ha, dann kann ja nix mehr schief gehen – Auf ins Abenteuer!

    Hach, es macht einfach Spaß! Nicht nur dieses erste große Abenteuer, sondern auch die folgenden drei, die immer am Weihnachtsabend starten und sich dann zu einer mehr oder weniger epischen Fantasy-/Mittelalter-Story entwickeln, in der Goofy den Tag (oder das Land, die Welt oder sonst was) retten muss. Das tut er auf seine ihm eigene ultracharmante und dezent chaotische Art und Weisen, die so manches mal sogar Micky an den Rand der Verzweiflung treibt. Okay, nicht jedes der vier Abenteuer ist auf dem gleichen Niveau und in den ersten beiden Geschichten ist die Kolorierung manchmal etwas unsauber, also über die Ränder raus. So what? Das Ganze macht echt einen Heidenspaß und die Parodie „Das kremige Schwert“ ist wahrlich zum schießen komisch! Dazu ist das schicke Hardcover mit Goldgeprägter Inschrift wirklich wunderschön gestaltet und Bonusmaterial in Form einer sechsseitigen Einleitung gibt es auch noch. Tolles Teil!

    8,5/10




    Batman und die Monster Männer (DC Comics Graphic Novel Collection Band 135)



    Na das ist ja ein ordentliches Horror-Trash-Fest, das Matt Wagner hier abliefert. Irgendwo zwischen Frankenstein, King Kong und Jekyll & Hyde wird Gotham City von Professor Hugo Strange auf links gedreht. Ich mochte ja schon Wagners Two-Face Story „Faces“ sehr gerne und auch hier macht er wieder fast alles richtig. Allerdings ist mir der Monster- und Trash-Faktor doch ein wenig zu hoch, ich mag Batman eher etwas geerdeter. Allerdings schafft Wagner genau das mit der fabelhaften Charakterisierung der Beteiligten. Stranges Entwicklung vom leicht wahnsinnigen Weltverbesserer zum völlig wahnhaften Amokläufer ist dabei noch das Geringste. Bruce‘ Liaison mit der Unternehmerstochter Julie Madison bringt ganz schön Würze rein, dessen (zum teil unfreiwillige) Verbindung zum organisierten Verbrechen macht die Sache natürlich deutlich komplizierter. Norman Madisons mehrfache Charakterwandlung im Verlauf der Geschichte ist eines der Highlights für mich. Also wer mit Monster-Trash im klassischen Pulp-Stil was anfangen kann, der ist hier goldrichtig, für alle Anderen könnte es dann doch etwas drüber sein.

    Im Anhang wartet wieder ein Bat-Klassiker, diesmal nämlich *tatatataaa* Batman #1 , wo mit Hugo Strange zum ersten mal ein Bösewicht in der Bat-Historie zum zweiten mal ran durfte. Auch Monster Männer sind am Start und zum Finale gibt es eine kleine Hommage (OK, eher eine 1:1 Kopie) an King Kong zu bewundern.

    7,5/10




    Tales from the Darkside – Geschichten aus der Schattenwelt



    Die alte TV-Serie oder auch die Episodenfilme, teilweise nach Vorlagen von, oder sogar mit Stephen King selbst kennt Ihr vielleicht? Vor einigen Jahren startete sein Sohn Joe Hill (Christmasland, Locke & Key, NOS4A2…) den Versuch dieses Format wiederzubeleben. Dieses Experiment scheiterte zwar, aber seine Drehbuchideen konnte er dann doch noch in Zusammenarbeit mit Zeichner Gabriel Rodriguez (Locke & Key) veröffentlichen, zwar auf Comicseiten statt auf der Mattscheibe, aber hey, das mindert den Spaß nicht im Geringsten.

    Versammelt sind drei Geschichten, die den Horror aus gänzlich anderen Richtungen hervorbringen. Die tragisch-dramatische Geschichte um den selbstverliebten, aber pflichtvergessenen Bademeister ist mein persönlicher Favorit, aber auch die Episode um den Typen, dessen „unsichtbarer Freund“ die Dinge für ihn „regelt“, selbst wenn der das gar nicht möchte, ist schon enorm stark geschrieben. Die finale Story um die Schrecken, die beim Babysitten lauern können ist sicher die spaßigste der drei. Wie bei den Filmen sind die kleinen Verbindungen zwischen den einzelnen Stories sehr schön und das Ende in der Regel halbwegs offen oder richtig schön böse. I like! Wenn Ihr Horror-Episodenfilme wie Quicksilver Highway, Tales from the Darkside oder Katzenauge mögt, dann greift zu! Wenn nicht, dann lasst es.

    7,5-8/10




    Batman und der Rote Mönch (DC Comics Graphic Novel Collection Band 110)



    In der direkten Fortsetzung zu Batman und die Monster Männer lässt Matt Wagner Batman gegen einen ominösen Kult in roten Kutten, Wölfe und Blutsauger antreten. Der Pulp-Horror-Trash bleibt uns also ein Stück weit erhalten. Allerdings gelingt es Wagner nicht so ganz die Geschichte durchgehend spannend und fesselnd zu halten. Zu vorhersehbar sind die vermeintlichen Überraschungen und schon von weiter Ferne winken die Wendungen in der Erzählung und kündigen ihr Kommen an. Dafür macht er charakterlich da weiter, wo er mit den Monster Männern aufgehört hat und seine Zeichnungen gefallen mir wie immer sehr gut. Das Artwork passt allgemein perfekt zu der Art von Erzählung, die Wagner auf die Seiten bringen will und verbreitet eine ganz tolle Stimmung. Dennoch, wenn ich entscheiden müsste zwischen dem Roten Mönch, den Monster Männern und Faces, so wäre der Mönch für mich nur drittplatziert.

    Als Bonus-Klassiker gibt es diesmal Detective Comics No. 31 vom September 1939, in der ee Batman auf einem Schiff zum ersten mal mit dem Roten Mönch zu tun bekommt und später, in der alten Welt, sogar in dessen Gefangenschaft gerät! Schöne Old-School Story, die viel zu bieten hat und im Gedächtnis bleibt.

    6,5/10




    Fables 4 – Die Letzte Festung



    Blue Boy ist ganz schön geknickt, Snow hakt nach wieso und schwupps, sind wir mitten drin in der epischen Schlacht um Helms Klamm… ääähhhh, ich meine Alamo… ach Mist, um das letzte magische Tor in unsere Welt, welches die Fables vor der Vernichtung durch den Feind bewahren kann, also zumindest alle diejenigen, die es noch hindurch schaffen, bevor die letzte Festung fällt, die am Ende der Schlucht von den noch übrigen, tapferen Widerständlern verteidigt wird. Aber ohne Flachs, dieser letzte verzweifelte Kampf um das Überleben wenigstens einer Handvoll weiterer Fables ist schon ganz groß inszeniert und super geschrieben. Die ganzen kleinen bekannten und unbekannten Gastrollen fügen sich super ein, wissen sogar auf teilweise äußerst wenigen Seiten mein Interesse für ihr Schicksal zu wecken und richtig mit zu fiebern. Sogar beim Ableben von Leuten, die ich erst seit ein paar Panels kenne bin ich richtig traurig, was zeigt wie toll Willingham schreibt, aber natürlich hilft da auch der Kniff, dass man Robin Hood, Little John usw. natürlich im Grunde schon kennt und sich dadurch in Windeseile mit den Recken identifizieren kann.

    In der zweiten Hälfte des Bandes „Aus den Wäldern“ lernen wir dann Red Riding Hood näher kennen, die zu Beginn der „Letzten Schlacht“ so eindrucksvoll vorgestellt wurde. Ein äußerst spannender Charakter! Dazu wird die komplizierte Situation zwischen Bigby und Snow weiter gesponnen, Prince Charming bringt alles für einen Griff an die Macht in Fabletown in Stellung und drei seltsame „Men in Black“ bringen wieder rätselhafte Elemente in die Story.

    Was hat mich dieser Band gecatcht! Spannend von vorne bis hinten, Charaktere zum Lieben, Hassen und zum misstrauisch sein, aufwändiges Artwork, welches vielleicht nicht durch Realismus glänzt, aber an den richtigen Stellen durch hohen Detailgrad überzeugt und einfach super zur Erzählung passt. Was will man mehr?

    9/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (01.02.2021 um 08:49 Uhr)
    Über Besuch, Meinungen, Diskussionen etc... freue ich mich immer sehr!

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