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  1. #51
    Moderator SF-Radio Forum & DC-Fanpage Avatar von Michael Heide
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    Von einem Planetary Vol. 2 höre ich auch zum ersten Mal. Ich denke mal, Sin City Sucker wirft da Planetary mit Authority vol.2 (oder Wildcats vol.4) durcheinander.

  2. #52
    Mitglied Avatar von SinCitySucker
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    Huch, irgendwo hatte ich das gelesen ... kann aber auch sein, dass die Info falsch ist.
    Schade eigentlich.

  3. #53
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    nö, hast du so definitiv nirgends gelesen. WAS du wahrscheinlich gelesen hast, ist die bezeichnung der trades - der englische ausdruck für "band" ist ja "volume".

    und eine abgeschlossene geschichte fortzuführen, ist oft eher traurig als nicht.

  4. #54
    Mitglied Avatar von SinCitySucker
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    Naja, hatte das Ende schon als "noch offen" und "fortsetzbar" aufgefasst ...

    ... an einem "Übersetzungsfehler" kann mein Missverständnis nicht liegen.

  5. #55
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    das richtige ende ist doch noch gar nicht erschienen. aber das ende wurde bisher auch immer als ende genannt. wenn schluss ist, ist schluss.

    und eine zweite staffel war definitiv nirgends angekündigt. da hast du sehr sicher irgendetwas mißverstanden.

  6. #56
    Moderator SF-Radio Forum & DC-Fanpage Avatar von Michael Heide
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    Aber auch nachvollziehbar, wenn man bedenkt, wieviel Wirbel DC bei der Ankündigung eigentlich jeden einzelnen Heftes gemacht hat, das in den letzten zwei Jahren angekündigt wurde. Als wäre jedes von ihnen das letzte.

  7. #57
    Mitglied Avatar von SinCitySucker
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    möglich!

  8. #58
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Wildstorm ist tot, so tot das es nicht mal Warren Ellis schafft dieses Universum wiederzubeleben. Um meinem Schmerz dahingehend auszudrücken hatte ich mir dieses Jahr vorgenommen einen mehr oder weniger kompletten Leserun des Wildstorm Universums zu geben. Mit starkem Focus auf die Authority und vor allem auch auf alles was hierzulande erschien, begann ich so im März mit den ersten auswüchsen, bzw den Randgebieten des WSU. Zuerst gab es mal die erwähnenswerten Veröffentlichungen von Image selber, also auch Awesome und Top Cow. Spawn blieb da aussen vor, ebenso wie Larsens Dragon der ja in deutsch gar nicht erschien. Dafür das unlesbare Glory (von Splitter), die Kopie, der Kopie, der Kopie eines Superheldenteams von Silvestri (Cyberforce) und Liefelds an Moore outgesourcten Supreme.
    Das alles hab ich schon chronologisch im PF aufgedröselt und nach dessen Ableben werd ich mal hier weitermachen, bzw erst mal die alten Posts einfügen. Wer interesse hat darf sich das gern zu gemüte führen, wer Verbessungen oder weitere Infos hat über Image, WS und alles was damit zusammenhängt, hat, der ist willkommen mir hier meine Fehler unter die Nase zu reiben.

    Ich weiß Supreme passt hier überhaupt nicht rein, ist aber mMn ein zu unrecht vernächlässigtes Werk aus der Feder Alan Moores und war ein Experiment welches selbst heute noch gut lesbar ist. Deshalb gibts jetzt drei Posts Supreme und danach gehts mit Wildstorm richtig los.

    Edit: sind doch nur zwei geworden, fasse die Posts ein wenig mehr zusammen.
    Geändert von joe ker (11.12.2019 um 14:01 Uhr)
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  9. #59
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Supreme - The Story of the Year I (Nona Arte)

    Alan Moore übernimmt mit der Nummer 41 die Serie Supreme und setzt zur Runderneuerung an. Supreme reiht sich für mich in einer Reihe mit Miracleman und Watchmen ein, bei allen dreien hat Moore die Geschichte der Superhelden auf ein neues Niveau gehoben.

    Bei Supreme geht Moore voll auf die Metaebene ein und macht diese quasi zur Story. So treffen wir in der ersten Ausgabe auch gleich die verschiedenen Revisionen seines vergangenen Selbst, weil "unser" Supreme eben die neue, aktuelle Supreme Version ist. Wenn dann "unser" Supreme seine Postition einnimmt, geht die Geschichte erst richtig los und wir dürfen erfahren wie er zu dem wurde was er heute ist.
    Wir erfahren seine Entstehungsgeschichte und auch das komplette Drumherum mit jeder Ausgabe gibt es ein wenig mehr Informationen, vor allem weil sich "unser" Held der Helden auch erst wieder an fast alles erinnern muss.
    Wir lernen seine Schwester Supergirl und seinen Hund Krypto kennen, ebenso seinen Erz-Feind Lex Luther, sehen die Festung der Einsamkeit, Smalville und Omegapolis ....

    ... ups, jetzt bin ich wo falsch abgebogen ...

    Wir lernen seine Schwester Suprema und seinen Hund Radar kennen, ebenso seinen Erzfeind Darius Dax, sehen die Zitadelle, Littleville und Metropolis.

    Die vergangene Geschichte wird in Form von pulpigen und im Stil des Golden Age gehaltenen Comicszenen erzählt, natürlich auch nicht nur im Bild, sondern auch im Wort. Und da muss ich Marc-Oliver Frisch mal ordentlich loben, der Mann weiß wie er mit Moores Sprachspielereien umzugehen hat, dass hat er in Crossed +100 auch schon bewiesen.

    Es gäbe noch so viel zu Supreme zu schreiben, aber es gibt hierzulande ja The Story of the Year als zweiteiliges PB und so kann ich ja nochmal nen Nachschlag verlangen, wenn ich soweit bin.

    Eigentlich schade das solche großartigen Erzählungen hierzulande immer zur falschen Zeit veröffentlicht werden und man ihnen danach kaum mehr eine Chance gibt. Da wird dann lieber Sandman zum drölften Mal aufgelegt, aber Moore bleibt wohl weiterhin Nische.

    Wo waren wir?
    Ethan Crane ist Comiczeichner bei Dazzle Comics, verantwortlich für die Serie Omniman. Nebenberuflich ist Ethan der Superheld Supreme und im zweiten Teil dieser Story of the Year wird das Augenmerk zunächst auf seine Mitstreiter gelenkt. Professor Night und sein Sidekick Twilight sind ohne Bewußtsein in ihrem Anwesen und so ruft Supreme die Alliierten zusammen um die beiden Helden und noch viele weitere die in den letzten 50 Jahren verschwanden. Verantwortlich ist Optilux ein Schurke der sich in Licht verwandelte und jetzt alle Wesen illuminieren will.
    Eine fast schon generische Superheldengeschichte, aber auch hier macht Moore mehr die Metaebene zur Story. So auch die nächste Story die sich mit dem Liebesleben dieses Superman aus einer anderen Welt befasst. In drei Akten erfahren wir rückblickend warum er sich noch nicht binden konnte. Die Story endet dann auch mit der Enthüllung das Darius Dax nicht tot ist und sich im großen Finale aufmacht Supreme endgültig zu vernichten.

    Darius hat sich des Körpers von Ethan Cranes alter Jugendflamme Judy Jordan bemächtigt und begibt sich zu Supremes Zitadelle. Dort kommt es zum epischen Endkampf bei dem nur mehr die Liga der Unendlichkeit rettend helfen kann. Das Ende von Darius Dax ist dann zugleich auch ein Beginn, welcher ein wenig an King's dunklen Turm erinnert.

    Alles wird wieder in zwei Zeitebenen erzählt, wobei die 30er bis 70er immer im pulpigen Stil gehalten sind und auch ebenso erzählt werden. Die Jetztzeit wird in, für die 90er üblichen, Hochglanzbildern und einem weniger flapsigen Stil dargestellt. Dazwischen gibt es kleine Referenzen zu Sterankos Nick Fury oder King Kong.

    Moore legt hier ein Finale seiner Supreme Story hin welches sich selbst heutzutage nicht verstecken muss. Wie schon im vorigen Beitrag geschrieben hebt Moore hier den Superman Mythos auf die Metaebene und lässt diese billige Pfadfinder Kopie Abenteuer erleben und darüber sinnieren, welche sich DC selbst in 90 Jahren Heldengeschäft nicht zutrauen würde.

    Zeichnerisch ist das halt schon so ne Sache, wer mit den auf alt getrimmten Storys schon seine Probleme hat, der wird noch dazu abgeschreckt, dass die Original Filme von Supreme nicht mehr existieren und dem entsprechend auch die Druckqualität ist. Sieht eher aus wie ein verschwommener 90er Jahre Image Abklatsch.

    Moores machte mit Supreme, nach Miracleman und Watchmen den nächsten Schritt auf seiner Superheldenreise und hat nicht umsonst dafür nen Eisner Award dafür abgeräumt. Nichts zum schnell weg lesen auch wenn die teils blumige Konversation im Comic dazu verleitet. Je mehr man sich auf die Story einlässt umso mehr wird man am Ende dafür belohnt. Ein Meilenstein im Superheldengenre, nicht mehr und garantiert nicht weniger!
    Schade das die weiteren Storys hier nie eine Chance bekamen und so kommt es wie es kommen muss: Jetzt ist Moore in englisch dran

    Kleiner Teaser vorab:
    Es folgt ein Kampf gegen Szazs, den Kobold aus der 19ten Dimension. Suprema hat da eine Idee um Szazs zu besiegen: " Wenn wir ihn zwingen seinen Namen rückwärts zu sagen, könnte ihn das vielleicht vertreiben? Wie spricht man ihn denn rückwärts aus? Sza .... äh, ja, ok, keine gute Idee!"

    Supreme: Story of the Year II von Alan Moore
    RIP Awesome
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  10. #60
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Supreme - The Return von Alan Moore, Veitch und Sprouse (Checker HC)

    Ja, das war schon nicht so ganz simpel zu lesen. An sich sind Superhelden Comics wahrlich keine allzu große Herausforderung im englischen zu lesen. Wenn da aber so ein kleiner Sprachakrobat mit eben dieser jongliert, dann wird's schon ein wenig anspruchsvoll. Aber erst mal will die Audience wissen worum es denn überhaupt geht.

    Nach dem recht runden Ende der Story of the Year, bei der Gegenspieler Darius Dax höchst selbst zum Supremium Meteor wird, der zur Entstehung von Supreme führte, geht es nahtlos weiter mit Moore's Superman Variante. Ind er ersten Ausgabe wird die Realität etwas verändert und aus dem Comic Omniman wird ein Supreme Comic. Ethan Crane (Supremes alter Ego) der Zeichner der Comicserie erkennt als einziger was los ist und fürchtet selbst verständlich um seine Geheimidentität und auch weitere Geheimnisse wie die verborgene Zitadelle. Dafür gibt es aber Omniman nun in der Realität. Schnell offenbart sich der Schurke und es handelt sich, klar um Szazs den Kobold aus der 19.ten Dimension. Die Lösung liegt auch quasi auf der Hand Supremes. Er liest halt einfach im Comic nach und kann so ein Kobold-Dilemma auslösen was Szazs wieder zurück in seine Welt zieht.
    Danach gibt es eine Story die sich um Judy Jordan dreht und für die gebeutelte Jugendfreundin gibt es nach der grauenvollen Darius Dax Verschmelzung in Story otY eine schöne und gute Lösung wie sie mit Supreme in Frieden leben kann.


    In Ausgabe drei darf Wild Bill Hickock, ein Teammitglied der Legion der Unendlichkeit, erfolgreich in den Unabhängigkeitskrieg eingreifen um so die Südstaaten zum Sieg zu führen. Das hat zur Folge dass nicht Omniman die Superhelden Serie ist, sondern The Klansman auch gibt es wieder Apartheit und Rassendiskriminierung. Lösung bleibt da nur Wild Bill aufzuhalten und ihn auszuschalten bevor der Krieg begann. Als jugendliche Revolverheld bleibt er aber weiterhin Mitglied der Legion. Klingt wirr, ist es auch


    Aber das war noch längst nicht alles, Moore setzt noch einen drauf:
    Die Gefangenen der supremschen "Phantomzone" können sich mit Hilfe des Laptops von Billy Friday (eine Art Jimmy Olsen und vor Diana Dane Autor von Omniman) aus ihrem Gefängniss befreien und setzten sogleich alles daran Unruhe und Irrsinn zu streuen. So bringt der Televillian live im TV erst mal Monica aus der Serie Friends um, mit der Drohung morgen auch Cap. Picard oder Data zu erledigen. Während dessen machen sich Korgu und Vor-Em (ebenfalls Phantomzonen Gefangene) auf nach Washington um den sog. Son of Clint (gemeint ist natürlich Eastwood) Bill Clinton herauszufordern. Dieser stellt sich nicht mal annähernd als Gefahr heraus und Korgu nimmt sich die Präsidentschaft und Hillery als Gattin. Supreme, Suprema und Radar haben erst noch alle Hände voll zu tun um die restlichen Geflohenen wieder ein zu sperren, danach kümmert sich Supreme um Korgu, der Supreme vor dem Kampf zu Seite nimmt um sich freiwillig zu ergeben, nur um von dieser Frau wieder weg zu kommen. Ja, Moore wusste damals schon was mit Hillary auf die Welt zu kommt
    Ach, der Televillian wird übrigens von einer Meute wütender Friends Fans niedergeprügelt und besiegt. Leg dich nie mit Serienjunkies an!


    Mit der nächsten Ausgabe beginnt der eigentliche Return Zyklus, da es die, Überraschung, Rückkehr von Darius Dax behandelt.
    Diese beginnt wie Alan Moore's Supreme Run, nämlich mit der Erkenntniss das es auch für Darius Dax eine "Heimatwelt" aller vorigen Revisionen gibt und er eben der letzte/aktuelle war. Nur das Dax sich seinem Schicksal nicht fügt, sondern einfach nochmal auf die Erde zurückkehrt. Schurken dürfen das


    Darauf folgt eine Diana Dane Ausgabe welche die aktuelle Freundin von Supreme abhandelt. Sie darf sogar mit Supreme nach Supremacy um sich dort mit den weiteren Revisionen ihrer selbst zu unterhalten und auszutauschen. Darunter auch eine Entenhafte Diana (Daisy Duck) die der aktuellen Diana verrät wie man sich einen Supreme schnappt: Große Schleife im Haar und dafür keinen Schlüpfer tragen!
    Gegen Ende der Story, sieht man einen traurigen Radar, der seinem Herrschen zusieht wie dieser mit Diana zu kuscheln beginnt.....


    Daraus ergibt sich auch gleich die nächste Ausgabe, in welcher Radar in Supergeschwindigkeit 378 weibliche Hunde begattet und diese innerhalb von nur 24h werfen. Dadurch wird Omegapolis von Hundewelpen mit superkräften überrannt. Mit Hilfe eines Versprechens, das sie alle so coole Capes und Halsbänder bekommen, kann Radar seine "Kids" alle auf einen entfernten Planeten leiten.


    Eine weiter Ausgabe, die sich um Darius Dax dreht, der anfängt Pläne zu schmieden, aber eher noch etwas recherchiert. Im Verlag Dazzle Comics, haben Ethan Crane und Diana Dane inzwischen die Idee Omniman eine ähnliche Welt zu geben wie sie Supremacy darstellt. Also eben eine Welt voller Omniman Revisionen.
    Klingt ja auch irgendwie cool die Idee

    Als letzte Ausgabe haut Moore nochmal ordentlich drauf:
    Supreme fliegt ins Himalaya Gebirge, weil sich dort laut Zitadelle etwas außergewöhnliches manifestiert hat.
    Es ist eine Art Land im Eis, welches starke Ähnlichkeit mit der vierten Welt von Jack Kirby hat. Die Weltstruktur, die Wesen, alle sind wie von Kirby geschaffen. Immer größer und unvorstellbarer werden die Welten und Wesen in diesem Land. Supremes Suche nach dem Anführer dieser Welten führt ihn dann auch direkt zu einem monströsen Jack Kirby, der weiß das er inzwischen gestorben ist, aber hier in dieser Welt seinem Geist freien Lauf lassen und mittels gedanklicher Einbildung Welten erschaffen kann. Zeichnerisch ist das dann eine Kirby Kopie wie sie man sich besser nicht vorstellen kann.
    Der Band endet mit einem unruhigen Blick auf die neue Omniman Ausgabe.

    That's it, Folks.

    Moore liefert auch mit diesen zehn Ausgaben, die der Story of the Year in nichts nachstehen, eine gelunge Superman Abhandlung mit aberwitzigen Unterhaltungen, Anmerkungen und Anspielungen. So viele, die kann ich gar nicht alle aufzählen. Auch weiß ich das Bilder hier mehr sagen würden als manche Worte (gerade bei der Kirby Story) ich versuch mal was aus dem Internet:











    Lesenswert für jeden der schon ein paar Jährchen dabei ist und sein Gesicht nicht naserümpfend über antiquierte Zeichenstile verzieht. Und ja, es ist ein Jammer das es so was nicht in deutscher Übersetzung gibt. Wenn ein Millar eine Collection bekommt, dann hätte es Moore erst recht verdient, aber der Gute ist halt anstrengend zu lesen und auch ein wenig anspruchsvoller als Fast Food Mark.
    Geändert von joe ker (11.12.2019 um 13:52 Uhr)
    "If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit." W.C.Fields

  11. #61
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Wildstorm rising: WildC.A.T.S. I




    Und da steht schon was :

    Wildstorm, ein Superheldenuniversum voller Missverständnisse, also quasi die rote Periode der Superhelden.

    Als Jim Lee Marvel verließ um mit seinen Kumpels Image zu gründen, machte er sich daran mit Brandon Choi die Superheldentruppe Wild Covert Action Teams zu entwickeln, kurz Wildcats und damit eine weitere Säule (siehe Betreff Image rising im PF) bei Image zu implementieren: Wildstorm war geboren. Jede Säule bei Image beschritt im Laufe der Jahre einen anderen Weg und das das von Lee geschaffene Universum im Laufe der Jahre einiges zu bieten hatte, verleibte sich DC das alles kurzerhand ein. Lee profitierte davon ordentlich und sitzt nun bei DC ganz oben. Neben den Cats wurden noch weitere generische Superheldentruppen entworfen wie Gen13 oder Stormwatch und große Autoren haben sich an diesem Universum zu schaffen gemacht. Auch wenn die Story Moore/Wildstorm/DC/Lee allein schon erzählenswert ist, bleiben wir erst mal ein wenig bei den Anfängen.


    WildC.A.T.S. 1-20 (Splitter Verlag)

    Daemoniten und Kherubim, zwei Rassen die sich seit Äonen bekämpfen sind mit ihren Schiffen auf der Erde gestrandet. Im Laufe der Jahre, in welchem sich beide Gruppen bekämpften, vermischten sich die Rassen mit den Menschen und so laufen heute einige Halbkherubim und Halbdaemoniten rum, die sich inzwischen auf der Erde weiterhin bekämpfen. Das reicht zur Einführung
    Was gibt es positives über die ersten 20 Ausgaben zu berichten?
    Nun ja zumindest etwas mehr als bei den Top Cow und Awesome Sachen. Lee, der sicher etwas gewandter im Umgang mit Worten ist als viele seiner Zeichner Kollegen bei Image, bringt uns eine typische Superheldentruppe, welche in den ersten 17 Ausgaben Standard Kost bietet. Zeichnerisch ist das ganz klar sehr erhaben und neben dem typischen 90er Jahre Flair gibt es halt Jim Lee in Perfektion. Wer heute einen Ivan Reis oder van Sciver lobt, der sieht hier den Vorreiter dieses Stils.
    Leider bliebt der Storyverlauf unter Brandon Choi und Lee himself doch sehr konservativ und bietet Superhelden von der Stange. Selbst Chris Claremont, der später mal was dazwischen schob, konnte da nicht viel ändern und bot weiterhin recht gewöhnliche Kost. Erst mit der Nummer 18 kam James Robinson und da zog das Level deutlich an. Der blieb allerdings nur bis zur 20, welches noch dazu ein Teil eines Crossovers ist und (hey, da hat Splitter mal einen auf Condor gemacht) zumindest auf den Redaktionsseiten aufgedröselt wird.
    Splitter hat natürlich auch gern mal ein wenig (manchmal auch etwas mehr) retuschieren lassen und so bleiben die stellenweise doch recht brutalen Bilder sehr blutarm.
    Lesen kann man das Zeug heute noch, so übel wie zB Cyberforce ist es nicht, da liegen fast schon Welten dazwischen. Wer unter New52 die Batman Serie: The Dark Knight mochte, der wird hier nicht enttäuscht (Bin ich jetzt ironisch?) .



    ALAN MOOREs WildC.A.T.S. Band 1 Aufbruch nach Khera

    Ab der Nummer 21 übernahm damals Alan Moore die Cats und sein kompletter Run erschien hierzulande bei Panini in zwei PBs.
    Nach dem Crossover galten die Cats als vermisst und man nahm an ihr Schiff sei im Weltall explodiert. Weit gefehlt, das Schiff machte einen Hypersprung und brachte die Band auf ihren "Heimatplanten". Dort legt dann Moore richtig los. Von der ersten Seite an, erkennt man seine Handschrift, auch wenn er diesmal die Figuren nicht neu erfindet (Supreme, Swamp Thing, Capt. Britain, etc.) so schafft er auf Khera eine ganz heue Voraussetzung für die Cats, während er auf der Erde ein neues (sein) Wildcats Team formt. Also ganz ohne Neugestaltung geht es auch diesmal nicht

    Moore bringt uns politische Intrigen, Rassismus anleihen und eine Art "Kastensystem" auf Khera und eine offensivere Eingreiftruppe auf der Erde. Dies bringt natürlich auch kleine Elemente der Metaebene mit sich, z.b. wenn sich die Schurken auf der Erde darüber beschweren, das die neuen Cats die Regeln nicht befolgen oder warum die standard Teams mindestens eine Frau und einen Riesen dabei haben müssen. Halt typisch Moore!
    Allerdings bleibt der große WtF Effekt diesmal aus, zu geradlinig ist der weitere Story verlauf unter Moore. Aber zum gegenhalten, selbst leicht Kost von Moore ist interessanter als so manche "gepushte" Ausnahmestory, die sich dann meist hinter schönen Bildern versteckt.
    Die schönen Bilder... genau, da wollte ich hin. Zeichnerisch ist das total durchwachsen, einerseits gibt es mit Travis Charest einen, wie ich finde, gelungen und guten Zeichner, leider hauen aber dann andere, nicht erwähnenswerte Kollegen, Panels aufs Papier, da graut es einem. Da wirkt selbst eine Batman Commission von Fabry noch hervorragend
    Das ist dann auch immer das Problem mit den Image Sachen damals gewesen, zuerst Style over Substance dann genau anders herum. Fraglich welche Zielgruppe da erreicht werden sollte.
    Der Band liest sich gut weg und ist auch heute noch zu empfehlen, ach eigentlich empfehle ich alles von Moore und das auch gern täglich. Selbst wer bisher keine Berührung mit Wildstorm hatte findet sich schnell zurecht, auch wenn der Redaktionelle Teil höchstens als armselig bezeichnet werden kann. Immerhin gibt es ein Art Steckbrief zu einigen Charakteren.

    Alan Moore's Wildc.a.t.s. Band 2: Bandenkrieg

    Nachdem Moore in Band eins den Staus Quo der Cats etwas geändert hat und gleichzeitig ein neues Team installierte, kommen die Originale desillusioniert auf die Erde zurück nur um gleich in den Bandenkrieg den sich Team zwei unter Mister Majestic aktuell liefert, zu stolpern. Der Ausflug nach Khera hat vor allem Emp sehr zugesetzt, aber auch Team 2 hat mit einigen Verlusten zu kämpfen. So kommt es im Laufe der Story zu einem Zusammenschluss und quasi einem ganz neuen Team. Natürlich hat Moore noch den ein oder andern Twist in der Hinterhand und so gibt es einiges zu erleben und aufzudecken. Moore bringt die Story auch zu einem zufriedenstellenden Ende und hinterlässt kaum offen Fäden für einen Nachfolger.
    Das war dann auch so ziemlich der letzte reine Wildcats Auftritt in Germany, aber es gab da noch so einiges damals was auch erwähnenswert ist.
    Eine sehr gute Superheldenstory, die zeigt dass wenn der richtige Autor dransitzt, kann auch aus Belanglosem Großes entstehen. Lesenswert!



    JLA/WildC.A.T.S Crossover von Grant Morrison/Val Semeiks/KevinConrad

    Morrison, der zu dieser Zeit eh gerade die JLA betreute, nahm sich des Crossovers der beiden Teams an und setzte genau nach dem Moore Run bei den Cats an und ist faktisch in der Timeline genau danach anzusetzen. So ist das Team welches Morrison nimmt eine gute Mischung aus Team eins und zwei: Majestic, Grifter, Zealot, Void und Maul.
    Seine JLA setzte sich aus dem damals grad aktuellen Zapp Supie, Batman, Wondy, Wally Flash und Rayner Lantern zusammen.
    Gemeinsam geht es gegen den Lord der Zeit Epoch, einen JLA Schurken der, wie es Morrison so gern macht, aus grauer DC Vergangenheit stammt.
    Das mitunter extrem wirre Crossover hat mich stellenweise etwas überfordert, da Grant hier schon schwere Zeitreise Geschütze auffährt und vieles einfach nur wirr rüberkommt. Die teils etwas groben Zeichnungen von Semeiks tragen leider auch nicht unbedingt zum besseren Verständnis bei. Dafür versucht er zumindest die obligatorischen Massenprügeleien die bei Crossovern fast schon dazu gehören zu vermeiden. Also klar gehen die beiden Teams erst mal auf einander los, aber immerhin zeigen Batman und Grifter etwas Hirn.
    Lesbar aber für mich kein Highlight auch wenn die Namen dies suggeriern.

    Notable Quotes:
    Supie meint am Ende zu Majestic, das man sich doch mal zusammensetzen und quatschen könne. Darauf entgegnet Majestic: "Ich weiss nicht ob wir viel zu bereden hätten. Ich kam von einem anderen Sternensystem zu diesem Planten. ... Weist du ... du solltest ein Cape tragen ..."

    Spawn/WildC.A.T.S. Tag des Teufels von Alan Moore/Scott Clark

    Noch ein Abstecher von Moore zu den Cats, diesmal mit freundlicher Unterstützung von Spawn. Und auch hier bekommen wir eine Zeitreise Story, die allerdings wesentlich geordneter und verständlicher vorgeht als beim obigen Crossover.
    Zeitlich ist die Story bei den Cats kaum einzuordnen, da ich aber jetzt so langsam zum Ede der Cats Comics komme passt es gegen Ende ganz gut.
    Den Clou der Story hätte man eigentlich frühzeitig kommen sehen können, aber da beide Parteien nicht unbedingt zu den komplexesten Storys ihrer Zeit gehörten, kann man auch überrascht werden.
    Spaßig und ein nettes Ding für zwischendurch. Ich hab für den Vierteiler weniger Zeit gebraucht als für den 64-Seiter von Morrison. Zeichnerisch ist das halt glanz und glorie der 90ziger. Mir gefällt's und allen die van Sciver und Reis mögen sollte es auch gefallen.
    Sagen wir mal so, Moore ist selbst bei schlechteren Auftrags arbeiten immer noch besser als so manch hochgelobter Bombast Autor der jede Story auf ähnliche Weise angeht
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  12. #62
    Mitglied Avatar von joe ker
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    WildC.A.T.S. / X-Men 1-4 (Splitter)

    Noch 'n Crossover. Allerdings hatten die Verantwortlichen etwas anders im Sinn als die übliche 32seitige Missverständnisprügelei. Und so bekommt jedes der 4 Hefte eine comicrelevante Epoche zugeteilt.

    Ausgabe eins beginnt mit dem "Golden Age" und spielt zur Zeit des zweiten Weltkriegs, als Gegner gibt es Nazis (was sonst) und Daemoniten (äh, auch, was sonst). In sehr schönen schwarz/weiß Zeichnungen vom recht talentierten Travis Charest mit dezenten Farbtupfern untermalt erzählt Scott Lobdell, der damals einen mMn recht guten X-Men Run hinlegte, eine Story bei der nur die langlebigen Helden der jeweiligen Serien mitspielen. So bekommen wir Wolverine auf der einen Seite und die Koda Kriegerin Zealot auf der anderen. Die Story ist lesbar, das Artwork gefällt mir außerordentlich. Minimalistisch und weit entfernt vom damaligen 90er Jahre Overkill:

    Ausgabe zwei bringt uns zum "Silver Age" und hier darf neben Lobdell der kleine Jim Lee wieder mal sein können zeigen. Diesmal mit Nick Fury und den original X-Men, wobei sich im Laufe der Story Jean Grey alias Marvel Girl zum Hauptakteur entwickelt. Auf der Cats Seite darf Grifter alias Cole Cash den Hauptakteur geben, im Dienst von Fury's Shield. Als Gegner gibt Daemoniten (klar) und die Brood, die beide zusammen eine Allianz eingehen und irgendwo kocht Mr. Sinister noch ein eigenes Süppchen mit lecker Gensträngen. Das sich Cash und Jean dabei näher kommen und es auch eine recht romantische Szene gibt, gefällt halt Scott und Zealot nicht so sonderlich, aber am Ende geht jeder wieder zu seinem Partner. Typischer 90er Bombast Zeichstil von Lee.

    Teil drei bringt uns ins, wie sollte es anders sein "Modern Age". Hier darf James Robinson ran und wird tatkräftig behindert von Adam Hughes. Diesmal sind schonmehr Mitglieder der beiden Teams dabei und es geht gegen Daemoniten (merkt ihr was?) und den Hellfire Club. Als "Black-Ops" Team von außen fungieren Wolverine und Grifter. Natürlich können die Helden die Erweckung eines Dämons den ein Emporkömmling des Clubs und einige Daemoniten erwecken wollen verhindern.
    Am Ende merkt Wolverine an, das die Methoden der Cats und vor allem die von Cole "Grifter" Cash sich deutlich von denen der X-Men unterscheiden: "Ihr habt ne stattliche Zahl von Toten zusammengebracht. Mann, und mich nennt man blutrünstig."
    sie Story ist gut, man merkt einen Qualitätssprung beim Autorenwechsel. Zeichnerisch ist das allerdings hart an der Grenze zu Bussi Bär. Alle wirken etwas unförmig und diese Hintergründe. Ja, warum Hintergründe, vorne spielt die Action! Also spart man wo man kann, schade aber wenigstens dürfen wie Voodoo und Spartan beim vögeln zusehen, wenn auch nur wie durch ein Röntgengerät.

    Ausgabe vier bringt uns ins düstere "Dark Age" und auch zu einem düsteren Autoren. Warren Ellis darf auf dem Regiestuhl platz nehmen und bekommt Unterstützung von Mat Broome. Die Story spielt im Jahr 2019 und alles sieht etwas nach Age of Apocalypse aus. Als Gegner dürfen jetzt die Sentinels ran und Daemoniten
    Beide haben sich in naher Zukunft vereint und somit eine Rasse von Daemonitensentinels erschaffen um jedes Superwesen zu eliminieren. Emp/Marlowe hat inzwischen seine Beine verloren und gibt hier den unübersehbaren Xavier Ersatz. Dazu gibt es nette Buddieszenen mit Grifter und Wolverine, auch das Treffen von Zealot und Logan, bzw Cole und Jean kommt nochmal zur Sprache und rundet die vier Ausgaben eigentlich recht schön ab. Am Schluss müssen dann die Reste der beiden Teams zusammenarbeiten um diese Zeit Linie zu zerstören, nicht ohne noch mal kurz die Zeiten der drei vorigen Hefte zu teasern. So gibt es eine neue Zeitlinie und so darf danndoch wieder jeder in seinem Universum platz nehmen.
    Sehr rund das ganze, erinnert mich etwas an Stan Lee's Just Imagine bei der am Ende auch alle "Einzelstorys" zusammenliefen.
    Der überbordendem Zeichenstil von Mat Broome ist jetzt nicht so meins, da geht schon einiges an Information in den Zeichnungen verloren, es ist manchmal einfach too much.

    Alle vier Ausgaben sind doch ein recht rundes Erlebnis und auch eine schöne Reminiszenz an die verschiedenen Epochen der amerikanischen Comiclandschaft. Ich hätte mir zwar gewünscht das es erzählerisch und zeichnerisch mehr an die jeweiligen Zeiten angepasst worden wäre, das wäre noch das i Tüpfelchen gewesen.


    Der Lesespaß ist wechselhaft, Ausgabe eins sticht allein mit dem Stil heraus, Robinson ist gewohnt gut und Ellis hat ja ein Händchen für die Dekonstruktion von Helden
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  13. #63
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    Gen13 von Jim Lee, Brandon Choi und Scott J. Campell (Splitter: 1-5 und 0-25)

    Jim Lee's New Young Teen Mutants könnte man sie nennen.
    Eine Gruppe jugendlicher Genaktiver die unter der Leitung des ehemaligen Team 7 Mitglieds (neben unter anderem Cole Cash/Grifter) John Lynch auf der Flucht vor IO, einer Organisation die Mutanten unter Aufsicht zu Staatsdienern machen will, sind.

    Hauptmitglieder sind :
    John Lynch
    Caitlin Fairchild
    Grunge
    Burnout
    Sarah Rainmaker
    Roxy Freefall

    Bei den Wildcats gab es Cole Cash alias Grifter der eine weit größere Rolle im Wildstorm Universum ein nimmt als die üblichen Figuren. Bei Gen13 sind es vor allem Caitlin Fairchild und John Lynch. Beide (wie auch Grifter) spielen sogar heute noch im DC Universum durchaus ein Rolle.
    Gen13 brachte es zuerst auf eine Miniserie von 5 Ausgaben, danach ging es mit einer Nullnummer und der regulären Serie (vol.2) weiter. Splitter schaffte es zumindest die ersten 25 Ausgaben zu veröffentlichen, bevor der Verlag mehr oder weniger aufgab (also Splitter, nicht Wildstorm).
    Storymäßig ist das zumindest gut gealtert und macht auch heute noch Laune. Liegt evtl auch daran, das sie die Serie nicht allzu ernst nimmt und eben gut in solchen Fahrwassern wie zB Young Justice fährt. Pubertäre Jugendproblemfelder wechseln sich mit humorvollen Actionszenen ab und auch die Interaktionen untereinander heben die Serie sehr ab, von solchen Actionorgien wie Stormwatch oder Wildcats.
    Als Vergleich fallen einem da sofort die New Mutants ein, welche mit etwas weniger Humor, aber sehr ähnlichen Problemfeldern bei Marvel für Aufsehen sorgten.
    Dazu hat sich der damalige noch eher unbekannte Campell mit der Serie einen Namen gemacht und war fortan Babezeichner Nummero Uno bei Wildstorm. Sein Stil ist ansehlich, seine Babes einfach nur heiß.
    Brandon Choi und Scott Campell blieben der Serie bis zur Ausgabe 25 treu, also genau den Run den Splitter brachte. Lee hatte sich schon früh verabschiedet und Choi die Story überlassen. Somit bekommt an auch ein fast zufriedenstellendes Ende wenn man bei den deutschen Ausgaben bleibt. Campell konzentrierte sich danach auf sein Werk: Danger Girl.
    Gegen Ende kam dann der bis dato noch recht unbekannte Al Rio und legte mit Gen13 seinen Grundstein als (Babe-)zeichner. Gerade WS und Chaos!, aber auch Zenescope beauftragten Rio gern. Leider nahm sich Rio 2012 das Leben.

    Eine Besonderheit bot die Ausgabe 13, die dreiteilig herauskam (bei Splitter gesammelt als Prestige Band) und von Grunge erzählt wie er ein megarares Variantcover Comic jagt, darüber anschließend ins Reich der Comics gezogen wird und auf viele Gaststars trifft. Unter anderem auf Wolverine, Savage Dragon, Katchoo von den SiP, Bone, Wildcats, Ninja Turtles (die sich über die Power Rangers beschweren, die ihnen die Fans wegnehmen ), Spawn, Madman, Hellboy und noch ganz vielen anderen. Auch andere Comicthemen werden in der Ausgabe angesprochen oder persifliert.
    Wer da mal günstig rankommt, sollte sich ein Bild davon machen, es lohnt sich und wer weiß evtl gefällt einem Gen13 sogar. Denn WS gelang es mit Gen13 sich ein wenig aus dem Sumpf der Kopien zu lösen und so langsam ging es bergauf mit dem Verlag. Auch wenn zwischenzeitlich andere Serien nur mehr vor sich hindümpelten. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Ich hatte meinen Spaß mit der Serie, gut gealtert ist sie ebenfalls, was zum einen auf die zeitlosen Zeichnungen von Campell, zum anderen auf eine nicht so bierernste Erzählweise zurückzuführen ist.


    Voodoo 4 teilige Miniserie von Alan Moore, Mike Lopez und Al Rio (Splitter)

    Voodoo ist Priscilla Kitaen von den Wildc.a.t.s. und schon während Moore die Cats schrieb war sein Interesse an Voodoo groß genug das er ihr eine Miniserie aus seiner Feder gönnen wollte. Was nicht weiter verwundert wenn man die Faszination Moore's an Magie im allgemeinen bedenkt. Und hier bekam er die Gelegenheit sich thematisch mit dem Voodoo Kult zu beschäftigen.
    Priscilla reist nach ihrem ausscheiden bei den Cats nach New Orleans. Obwohl sie telepathisch veranlagt ist, lässt Moore dies komplett weg und bietet dem Leser einen Ausflug ins magische New Orleans ohne Superkräfte, aber wer braucht schon Kräfte wenn er Magie beherrscht. Und so verfängt sich Pris recht schnell in einem Dschungel aus Mythos, Magie und Erotik.

    Moore liefert hier einen mystischen Horror-Thriller losgelöst vom üblichen Superhelden Markt ab, auch vom Wildstorm Universum. Die Thematik ist zwar nicht besonders leicht zu begreifen, doch wer sich aber ein wenig mit Voodoo beschäftigt oder beliest, erkennt recht schnell das Moore sich auf einem Parkett bewegt welches ihm liegt und er sich damit auch gut auskennt und der unkundigen Leser erhält einen aufschlussreichen Einblick in die Materie.
    Legba, Erzulie, Samedi und Damballa heißen die einzelnen Ausgaben und dies sind auch zugleich die vorherrschenden Loa's in der Story. Wenn sich zu Beginn der Story Legba und Kalfu um die gerade angekommene Pris bemühen ist das Voodoo Magie wie sie wohl nur Moore aufs Papier bringen kann. Zu gute halten sollte man noch, dass das Interesse an der Voodoo Magie durch die Story stark gehoben wird. Wer da nicht mal das ein oder andere Nachliest, der wird wohl von den sexy Panels zu sehr geblendet.

    Überhaupt haben sich mit Lopez und Rio zwei exzellente Zeichner gefunden, die sehr gut zu der recht düsteren aber immer erotisch angehauchten Geschichte passen. Die Freizügigkeit geht stellenweise bis an die Grenze dessen was die Amis gerade noch ohne Schnappatmung in jugendfreien Comics aushalten können.
    Abwechselnd bieten Mike Lopez und Al Rio ordentliche Arbeit ab.

    Leider gibt es auch einiges was mir nicht so gefiel und das ist schon selten bei nem Comic von Moore. Mag sein das es an der Übersetzung geschuldet ist, aber irgendwie fehlte die Moore typische Sprache. Fiel mir bei den bisherigen Splitter/Nona Arte Sachen von ihm nie auf, aber hier liest es sich teilweise etwas zu, wie schreib ichs, gewöhnlich.
    Ein weiterer Punkt ist das inflationäre eingesetzte schwarze Blut. Dachte ich zunächst noch an Zensur oder eine deutsche Farbabweichung, zeigte mir das Original dann allerdings das auch die Amis mit schwarzem Blut leben müssen. Seltsam wenn man dies der Erotik der Zeichnungen gegenüber stellt.
    Ein Panel im ersten Doppelband ist falsch gedruckt, aber Splitter hat gleich im Nachwort das richtige nachgelegt.
    Größter Fehler, den sich Moore wohl selber zuschreiben muss, das dürfte nicht an einem Übersetzungsfehler liegen, ist die Tatsache, das bei den eigentlich guten Rada Loa ein Baron Samedi so gar nichts verloren hat.

    Wer sich mit der Voodoo Thematik mal ganz unverfänglich auseinandersetzen mag und noch dazu eine spannende und gut geschriebene Story lesen möchte, der macht mit dieser Mini kaum was falsch.
    Das war dann auch die letzte Story von Alan Moore innerhalb des Wildstorm Universums. Seine creator own Sachen natürlich ausgenommen, ich schreibs lieber bevor der erste heult
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  14. #64
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    "Guten Abend, mein Name ist Henry Bendix, der Weatherman. Hier die heutigen Aussichten:
    Über Mittelengland gibt es starke Schauer mit einigen herabfallenden Flugzeugteilen, in Tokyo aktuell mental ausgelöste Erdbeben der Stärke neun und in Serbien herrscht starker Pollenflug mit hautverätzenden Ausläufern. In Afrika gab es heute ebenfalls Niederschlag, dies betraf vor allem die einheimischen Diktatoren."

    Stormwatch 1-8 mg/Publishing von Warren Ellis und Tom Raney (US: SW vol.1 37-50)

    Stormwatch, eine der ersten Serien aus dem Image/Wildstorm Haus, ist eine Superheldentruppe die direkt der UN untersteht, also eine internationale Eingreiftruppe, bestehend aus vielen Superhelden, geführt vom Weatherman Henry Bendix, der vom Satelliten Skywatch aus alles lenkt und plant. Klingt nach viel Politikkonflikt, blieb aber bis zur Ausgabe 36 eher brav, unauffällig und erzählerisch durchschnitt. Also halt wie so viele der 90er aus dem noch jungen Image Verlag. Aber Jim Lee erkannte recht schnell das es mehr als tolle Bilder braucht um Leser bei der Stange zu halten und so holte er sich immer wieder richtig gute Autoren. Alan Moore hatten wir schon und für die, kurz vor der Einstellung stehende, Serie Stormwatch holte er sich den nächsten Briten: Warren Ellis.
    Dieser übernahm mit der Nummer 37 die vor sich hin dümpelnde Serie und bekam recht freie Hand was die weitere Entwicklung von Stormwatch betraf. Und das war gut so, Ellis und Politik sind zwei Pole die sich anziehen, siehe ua auch seinenkurz davor laufenden Run an Doom 2099 bei Marvel.

    Und es wurde groß, denn Ellis entfachte einen Sturm, passend zum Titel. Wer die späteren Wildstorm Sachen von ihm kennt, der merkt schon in der ersten Ausgabe wie er sehr geschickt die Weichen stellt für das wohl kompromissloseste Superheldenteam aller Zeiten. Aber diese Geschichte folgt später, denn erst mal muss Stormwatch wachsen.

    Henry Bendix ist nur eine Marionette der UN, die sagen was er tun und was er lassen soll. Aber der Weatherman hat genug davon, was nützen die stärksten Helden wenn man nicht mal ordentlich anpacken kann. Also beginnt er Stormwatch zu umzubauen, heißt er holt sich neue Mitglieder, ohne vorigen Genehmigung und baut das Team in drei Einsatztruppen mit verschiedenem Prioritäten um. So kommt Jenny Sparks, der Geist des 20ten Jahrhunderts ins Team, ebenso Jack Hawksmoore und Rose Tattoo. Andere Mitglieder werden aussortiert und gleich in der ersten Ausgabe zeigt uns Bendix recht eindeutig das die Zeit der Gefangenen vorbei ist. Auch das Team selbst bekommt gleich einen Einblick auf die veränderte Vorgehensweise und so klebt am Schluss schon mehr Blut an ihren Händen als die 35 Hefte zuvor.
    Und so geht Ellis Schritt für Schritt weiter mit dieser Dekonstruktion eines Heldenteams. Gnadenlos lässt er Henry Bendix Leichen auftürmen, alles ohne das Wissen des UN Sicherheitsrates. Mit Rose Tattoo hat er sich zudem eine kaltblütige Killerin ins Team geholt, der einziger Zweck das tödliche Ausschalten der Gegner ist, geheim gehalten vor den restlichen Mitgliedern. Da sich die verbliebenen Mitglieder auf die neue Vorgehensweise einlassen, wenn auch oftmals mit gemischten Gefühlen, zeigt das Ellis die Charaktere weiter entwickelt und es gibt auch einige Origins. Vor allem die Story von Jenny Sparks sticht heraus, welche in schönster Pulp Manier ihren Superhelden Werdegang durch das Jahrhundert aufzeigt. Das erinnert an Moores Supreme.

    Ab Ausgabe 7 (US 48) kommt The High ins Spiel, ein Außerirdischer der von einer Parallelwelt als Baby zu uns geschickt wurde und von Farmern großgezogen wurde. Klingt bekannt? Sollte es! The High saß die letzten Jahrzehnte teilnahmslos auf einem Steinthron in den Rocky Mountains und dachte nach. Die Menschheit hat ihn vergessen, bzw man hat ihn uns vergessen lassen. Jetzt aber ist er fort und hat sich starke Verbündete geholt (ua den Engineer und den Doctor) um die Welt von allem Übel zu befreien, so lässt er mittel Nanotechnik Gärten wachsen in Nevada, welche alles entstehen lassen was die Menschheit braucht, er lässt Terrorregime vernichten und Religionen platzen. The High und seine Mitstreiter wollen die Welt nicht retten, sie wollen sie verändern.
    Und so banal dies klingt es hat Wirkung, doch hoch oben auf Skywatch steht der Weatherman und was er da sieht gefällt ihm so gar nicht. ER will es sein, der der Menschheit Rettung bringt, ER will anschließend über allem stehen und den Dank einfahren.
    Bendix sich langsam nahender Wahnsinn wird von Ellis durchdacht und auch nachvollziehbar geschrieben, so das es zur Konfrontation Weatherman und The High kommen muss. Jenny Sparks eingreifen kann leider nicht verhindern das sämtliche Teamgefährten von The High getötet werden und auch das Ende des Wildstorm Supermans ist dann wie eine Fliege auf der Windschutzscheibe. Bendix kann sich davon machen, wobei fraglich ist ob er die Teleportation überlebt hat. Wir werden es sehen.

    Damit endet vol. 1 von Stormwatch.
    Die Serie verkaufte sich leider auch mit Ellis am Ruder nicht viel besser und so setzte man auf den ältesten Trick im Comicbusiness: Man startete mit einer neuen Nummer eins! Doch das kommt beim nächsten Mal.


    Noch was zum Zeichner, Tom Raney ist geradlinig, nicht so over the top artig wie Lee zu dieser Zeit. Passt gut zu Ellis und Stormwatch. Auch die Story selbst wirkt heute nicht altbacken wie leider so vieles aus der IdeenKopienschmiede Image. Erhältlich sind die Ausgaben meist für knappes Geld als Prestige Bände oder auch als Megadicker Sammelband von mg/publishing

    Für nen Ellis Fanboy Pflicht, nicht mehr und auch nicht weniger.


    Divine Right - die Abenteuer des Max Faraday 1-7 (Splitter) von Jim Lee und Jim Lee!

    Mitten in den WS Umwälzungen brachte Mastermind Jim Lee eine weiter Serie auf den Markt, die ebenfalls im WS Universums spielt. Und Lee hat nicht nur gezeichnet, sondern auch getextet. Was eine gewisse Sonderstellung einnimmt, da er bisher bei seinen Schöpfungen nur Skripte entwarf, welche dann, je nach Meinung, mal gute und mal schlechte Autoren zu Papier brachten. Diesmal legt er selbst Hand an, das Ergebnis sieht gut aus und äh ja, ist lesbar.

    In den USA lief die Serie bis zur Nummer 12, Splitter verabschiedete sich leider schon mit der Nummer 7 von Heftchenmarkt. So bleibt die Story in deutsch unvollendet und wirkt auf den Leser eher wie eine wirre Bilderexplosion als eine geordnete Bilderheftchengeschichte.

    Max Faraday lädt aus versehen eine Datei herunter, die als "Die Schöpfungsformel" beschrieben wird. Diese Formel sorgt für gewisse Fähigkeiten da sie sich beim lesen ins Faraday'sche Hirn "einbrennt".
    Leider sind so einige neu hinzukommende Gestalten hinter der Formel her, was bedeutet das Max auf die Hilfe von einigen alten Bekannten aus dem WS Universum angewiesen ist. John Lynch und Caitlin Fairchild von den Gen13 sind recht früh an Bord und später scheinen sich auch die Wildcats einzumischen.

    Bevor das alles vom wirren Bildereigen in Richtung krass geil gezeichnete nachvollziehbare Story geht, ist leider Schluss. Die ersten Ausgaben empfand ich so dermaßen wirr und langweilig, da halfen selbst Lee's Zeichnungen nicht mehr weiter, aber so nach und nach entwickelt sich das Alles und bei Ausgabe sieben hätte ich gern noch weiter gelesen. Kann auch sein das es daran liegt, das Lee, der ja nicht komplett doof ist, recht schnell merkte das Schreiben nicht seine Passion ist und ab Ausgabe sieben seinen Kumpel Scott Lobdell ans Ruder lässt (nach den Skripten von Lee).

    Da ich chronologisch vorgehe, aber keinen Bock auf hin und her gehopse habe, kam eben vor Stormwatch vol.2 Divine Right dran. Allerdings ist die Story (bisher ?) zu verschmerzen und trägt nicht viel zum Universum bei, später scheint der gute Max noch mal aufzutauchen, ich bin ja gespannt und les weiter und weiter.
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  15. #65
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    Stormwatch 9-14 (mg/Publishing) von Warren Ellis und Bryan Hitch


    Der Weatherman ist tot, lang lebe der Weatherman! Und so geht es mit Stormwatch unter neuer Führung weiter, diesmal mit Battalion aka Jackson King als neuen Weatherman. Nahtlos spinnt Ellis sein Spiel um Politik im Superheldengewand weiter. Es gibt in den restlichen Ausgaben (US vol.2 1-11 + einem Crossover) quasi keine Superschurken. Die Welt (vor allem Amerika) hat sich nach Henry Bendix Wahnsinn von Stormwatch distanziert und diese darf auf amerikanischen Boden eigentlich nicht mehr offiziell operieren. Das alles hat dann Züge, die teils sehr nah der aktuellen Situation unter Trump in den USA ähnelt

    Und so geht es gegen genveränderte Soldaten und Ü-Eier Waffen aus dem Garten in Nevada. Remember? Der Garten der alles entstehen lässt was man sich wünscht ist nun in der Hand des amerikanischen Militärs und die holen sich dort ua genetisch modifizierte Waffen.

    Des weiteren fängt Warren Ellis immer mehr an sich seine WS Welt zu schaffen und bringt neben dem wohl schwulsten Superheldenpaar ever auch gleich noch den Puls ins Spiel. Der Puls ist die Zone zwischen den Universen im Multiversum und hat auch im DC Universum inzwischen eine Heimat gefunden, selbst Meister Morrison hat den Puls (im Original: The Bleed) in Multiversity aufgenommen. Beides, die Schwulen und der Puls werden später noch eine große Rolle spielen, bei Ellis Folgeprojekt.

    Apollo und der Midnighter werden als Retcon eingeführt, waren mal Bendix erstes SW Zero Team und Ellis nahm da wohl ein recht prominentes Vorbild: Apollo (Superman) Der Midnighter (Batman) Lamplight (Green Lantern) Amaze (Wonder Woman) Stalker (Martian Manhunter) Impetus (Flash) und Crow Jane (Black Canary). Allerdings geht deren erster Einsatz mal so richtig schief und außer Apollo und dem Midnighter kommen alle um. Da Zero eine Art Undervcover Team war, wurden auch sämtliche Daten der Mitglieder gelöscht und King lässt die beiden nach der Zerstörung des Gartens ihrer Wege gehen. Bei der Einführung des Puls darf Jackson dann auch einen Blick in ein paralleles Universum werfen, wo Jack Hawksmoore der Weatherman ist und sich mit einer Alien Rasse die auf die Erde zusteuert auseinandersetzen muss. Das ganze endet mit dem Ableben der alternativ Stormwatch Gruppe und der Zerstörung des dortigen New Yorks. Aber die Invasion wurde aufgehalten
    Man sieht schon, Warren macht immer noch keine Gefangen.

    Kurz darauf allerdings bekommt auch unsere Welt Besuch aus dem All und hier holt Ellis zum großen Finale aus. Ein Meteorit, der etwas nah an der Erde vorbeizieht, entpuppt sich als Heimat einer allseits bekannten Außerirdischen Rasse. Diese enorm tödliche Spezies sorgt auch für ein rasantes Ableben der meisten Stormwatch Mitglieder, ebenso der Zerstörung der Skywatch Raumstation und eine Invasion auf der Erde kann nur durch das Eingreifen von Grifter (Cole Cash) und den Wildcats verhindert werden.
    Am ende wird Stormwatch eingestampft, da die UN kein Geld für eine Neugestaltung bereitstellt und das Projekt Stormwatch beendet.
    Jenny Spark's Black Ops Stormwatch Team kommt recht ungeschoren davon und sieht sich und ihre bisherigen Mitstreiter Jack Hawksmoore und Swift in der Verantwortung die Welt zu schützen und auch besser zu machen. Doch das ist eine andere Geschichte , die wartet erzählt zu werden....

    Was Ellis hier auspackt ist Blockbuster Kino in Comicform, unterstützt von Bryan Hitch, der ja schon gut zeichnen kann, zumindest besser als schreiben, wird hier alles ganz groß aufgezogen und gefüllt mit Drama, Schmerz, Bombast, Tragik und nochmal Schmerz. Nicht umsonst wird sein Run an Stormwatch auch heute noch oftmals aufgezählt wenn es um seine Vita geht. Wie sagt man so schön: All Killer, no Filler! Ein Highlight im Superheldenbereich und die Idee das Wildstorm Universum mit den Außerirdischen zu verbinden fand ich damals schon richtig geil.
    Aber das war ja noch nicht der komplette Ellis bei WS, das Beste kommt noch
    Geändert von joe ker (12.12.2019 um 11:26 Uhr)
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  16. #66
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    Planetary 1-27 von Warren Elis und John Cassaday erschienen bei mg/publishing und Panini

    Archäologen des Unmöglichen.

    Gibt es so was wie exemplarische Beispiele für Meisterwerke der neueren Comickultur? Gibt es Geschichten die auch nach dem dritten mal lesen noch "Aha" Erlebnisse auslösen können? Kann man sich vorstellen, dass man folgendes verbinden kann:
    Marvel Charaktere
    DC Charaktere
    Godzilla Mythos
    Liga der ausergewöhnlichen Gentleman
    Monster Movies
    HG Wells
    Pulp Helden wie The Shadow, Dracula, Doc Savage, Tarzan

    Gibt es von Warren Ellis etwas das evtl noch größer und besser ist als Transmetropolitan?
    Gibt es eine Serie bei der die Cover so eng mit dem Inhalt verbunden sind, das man schon beim Blick ins Regal ahnt was auf einen zukommt?

    Die Antwort auf all diese Fragen kann ich nicht beantworten. Es gibt allerdings eine Serie die all das versucht und zumindest nicht daran scheitert.

    10 Jahre, solange brauchten Ellis und Cassaday um diese 27 Ausgaben (+ einiger Crossover) zu schaffen und man kann dankbar sein, das es vollendet wurde. Wenn man an Warren's Fell (übrigens auch unvollendet ein aussergewöhnlicher Comic) denkt, welches wegen eines PC Absturzes nie vollendet wurde, dann ist es wunderbar ein Gesamtwerk wie Planetary in den Händen halten zu dürfen und es zu genießen.
    Wunderbar. Ja das Wort ist hier Programm. Denn genau darum geht es um eine Welt voller Wunder.

    Einblicke in die Story gefällig?
    Was wäre wenn die Fantastischen Vier nicht auf der Seite des Guten stehen würden, sondern nichts anders als ihre Allmacht nutzen würden um die Erde zu beherrschen und zu manipulieren, natürlich nicht öffentlich, sondern im Verborgenen?
    Ok, das reicht!
    ...
    Die Planetary bestehend aus dem Jahrhundertbaby Elijah Snow (wie auch Jenny Sparks, siehe Stormwatch), Jakita Wagner und dem Drummer sind die vorderste Front wenn es um unnatürliche Geschehnisse geht. Sie beobachten und dokumentieren, doch nach und nach wird der Blick auf das Dahinter immer klarer und wenn die Erde weiterhin so wunderbar und überraschend sein soll, muss das vierköpfige Team eingreifen und ihren eher zurückhaltenen Status aufgeben.

    Ellis auf dem Zenit, unterstützt von einem enorm groß aufspielenden Cassaday, der es sich nicht nehmen ließ und bis auf ein Crossover alle Ausgaben zeichnete. Laura Martin sollte man noch erwähnen, die Coloristin, die ebenfalls an allen Ausgaben beteiligt war und einen super Job machte. Jede Ausgabe eine Offenbarung, jede Story ein Mosaiksteinchen auf dem Weg zu einem grandiosen Finale.

    Nie war die Welt bunter, aufregender, überraschender und voller unglaublicher Momente. Hoffen wir das es so bleibt!

    Noch ein Wort zur Veröffentlichung:
    mg brachte damals eine Heftserie heraus mit immer nur einer US Ausgabe. Angesichts der Cover war diese Überlegung genau das was zu dieser Serie passt. Jedes Cover ist ein Meisterwerk und herausstechend aus dem Covereinheitsbrei. Leider zogen sich die letzen Ausgaben der Serie etwas "hust" ,ok es klang wie ein Wunder als Ellis nach knapp drei Jahren Pause die letzte Ausgabe ankündigte. Da war mg schon den Weg alles irdischen gegangen und der Deutsche Leser sah kaum eine Chance die Serie komplett in deutscher Sprache vorgelegt zu bekommen. Nach der finalen Ausgabe brachte panini dann erbarmenswerter Weise doch ein Paperback mit den letzen sechs Ausgaben als limitierte Auflage (333). Der stolze Preis von nur 49€ für ein PB kam allerdings weniger gut an, noch dazu unterlief panini dann auch noch ein Druckfehler und bei einer Seite im Band fehlte die Schrift. Noch dazu, das kommt allerdings aus der Gerüchteküche, wurde scheinbar ein Teil der Auflage gar nicht gedruckt, so das es wahrscheinlich nicht mal 333 Ausgaben in den Handel geschafft haben. Wohl dem der alles hat
    Allerdings hätte ich mir damals gewünscht, lieber einen Schuber mit den sechs Einzelheften zu bringen.
    Für Käufer der mg Sammelbände allerdings kam es noch dicker, da Panini nur die Ausgaben ab der 22 brachte und die Sammelbände nur bis zur 18 gingen. Daraufhin fing ein Run auf die drei Heftausgaben an um die Serie vollständig zu haben. Wen es interessiert, der kann ja mal im Panini-Forum nachlesen was das damals für einen Aufstand um diese Ausgabe gab

    Wer heute meint sich diese Serie komplett zu holen, sollte eine dicke Brieftasche haben und noch mehr viel Geduld oder gleich auf US umsteigen. Ich behaupte mal, die komplette Serie in deutsch ist wohl eine der seltensten Angebote im deutschen Comicmarkt.


    Ein Meilenstein im Bereich der US Superhelden Geschichte. Ich wage die Behauptung, Planetary ist Warren's LoeG und er geht sogar noch ein paar Schritte weiter. Eine Geschichte über die Geschichte der letzten zwei Jahrhunderte und wer's nicht gelesen hat, der verpasst ein wahrlich grandioses (Meister-) Werk!

    Übrigens zählt John Cassaday seit dem zu einem meiner liebsten Zeichner.

    Mann, ich könnte noch so viel schreiben.

    Hmm, ein kleiner Zusatz wären noch die beiden DC Crossover von Planetary:

    JLA vs Planteray
    Eigentlich eine Elseworld Story, die allerdings mit der letzten Planetary Ausgabe dann doch ein klein wenig Bezug zur Serie herstellt

    Batman vs Planetary
    Spielt im Universum, da sich allerdings die Realitäten in diesem One-Shot verschieben, dürfen wir einige Bekannte Batman Varianten erleben. Unter anderem den bösen alten Miller Batman, den Bob Kane Batman mit Pistole, den stylischen Detektiv Batman von Neil Adams und den etwas dicklichen mit dem Bat-Frauen-Abwehrspray bewaffneten aus der TV Serie begegnen.
    Diese Ausgabe sollte noch gut erhältlich sein und bietet gleichzeitig einen hervorragender Einblick ins Universum der Planetary.
    Geändert von joe ker (12.12.2019 um 11:27 Uhr)
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  17. #67
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Da habe ich nur wenige Einzelausgaben von aber die gefielen mir ausnahmslos richtig gut.

    Deshalb wäre ein deutscher Planetary-Omnibus sowas von gekauft gewesen.

    Stattdessen bekommen wir Batman Schwarz-Weiß und den Finch-Run an Wonder Woman. Nicht, dass das schlechte Sachen wären, erste Wahl geht aber anders.

    Und wieso könntest du noch mehr schreiben? Tu das gefälligst!

  18. #68
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Ich muss ja erst mal meine bereits aufgesetzten Sachen hier rüber retten und da ich inzwischen so gut wie durch bin bei Wildstorm, werd ich auch noch die restlichen Sachen rezisieren. Da ist ja noch einiges dabei was mit dem Ausfall des PF keine Erwähnung mehr fand.
    Außerdem ist Planetary noch besser wenn man sich mit jeder neuen Ausgabe überraschen lassen kann Da darf man gar nicht so viel drüber schreiben
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  19. #69
    Mitglied Avatar von churchi999
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    Gibt noch ein drittes Crossover (jaja, beides Wildstorm): Planetary / The Authority: Ruling the World

    Planetary ist schon was Besonderes und das Konzept der Einzelhefte geht komplett auf. Bin normalerweise ein Tradeleser, aber hier hätte ich mir beim Abschluss auch einen Schuber bevorzugt.
    Weil das eh schon egal war bin ich da auf US umgesattelt...

    Lange her, aber die mg publishing Übersetzung habe ich noch als sehr aähhm... "geschwollen" in Erinnerung

  20. #70
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Zitat Zitat von churchi999 Beitrag anzeigen
    Gibt noch ein drittes Crossover (jaja, beides Wildstorm): Planetary / The Authority: Ruling the World
    Das gehört zu den wenigen Ausgaben, die ich habe. Müsste ich mal wieder rauskramen.

  21. #71
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Zitat Zitat von churchi999 Beitrag anzeigen
    Gibt noch ein drittes Crossover (jaja, beides Wildstorm): Planetary / The Authority: Ruling the World

    Planetary ist schon was Besonderes und das Konzept der Einzelhefte geht komplett auf. Bin normalerweise ein Tradeleser, aber hier hätte ich mir beim Abschluss auch einen Schuber bevorzugt.
    Weil das eh schon egal war bin ich da auf US umgesattelt...

    Lange her, aber die mg publishing Übersetzung habe ich noch als sehr aähhm... "geschwollen" in Erinnerung
    Ich würde sie eher salopp nennen

    Hmm, bin etwas überrascht, dachte ich hab das Crossover Planetary/Authority auch irgendwo untergebracht, finds aber nimmer. Seltsam.
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  22. #72
    Mitglied Avatar von churchi999
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    Zitat Zitat von joe ker Beitrag anzeigen
    Hmm, bin etwas überrascht, dachte ich hab das Crossover Planetary/Authority auch irgendwo untergebracht, finds aber nimmer. Seltsam.
    Vielleicht irgendwo in der Authority Abteilung

  23. #73
    Mitglied Avatar von dino1
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    Als großer Wildstorm Fan freue ich mich über so ausführliche Besprechungen. Sehr gelungen, muss ich mir in Ruhe noch zu Gemüte führen.

  24. #74
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Freut mich, allerdings kommt da noch so einiges



    Zitat Zitat von churchi999 Beitrag anzeigen
    Vielleicht irgendwo in der Authority Abteilung
    Also gelesen hatte ich den Band, war wohl so unrelevant das ich den nicht erwähnt hatte, mal schaun ob ich den noch nachträglich einfüg oder aufgrund des zeitlichen Aspekts doch lieber unter den Tisch fallen lasse

    Deshalb mach ich mal ne kleine Pause vor den nächsten Beiträgen...
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  25. #75
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Ok, das Crossover Planetary/The Authority muss wegen Belanglosigkeit draussen bleiben Habs noch mal durchgeblättert, ist nicht so wichtig, gibt aber einen sehr guten Einblick ins WSU und stellt die beiden Gruppierungen Planetary und Authority ausreichend vor. Hab ich bestimmt vor oder kurz nach den ersten Ausgaben meines Planetary Runs gelesen und da gehört es auch timeline-mäßig hin.
    Fahren wir mal ein wenig weiter auf der von Jim Lee erschaffenen Autobahn, ich würde sagen erst mal bis Sleeper, da machen wir dann mal wieder nen kleinen Zwischenstopp.


    The Authority 1-29 vol.1 erschienen bei mg/publishing in 15 Ausgaben

    Jetzt ist sie da, nach Stormwatchs Ende und der Übernahme der Welt regiert jetzt die Authority so wie sich realistische Superhelden benehmen würden, würden sie nicht immer in klein-klein verharren und sich eben den wahren Problemen dieser Welt stellen:
    Jenny Sparks, der Geist des 20ten Jahrhunderts
    Jack Hawksmoore, Herr der Städte
    Der Midnighter und Apollo als dynamisches Duo, auch im Bett!
    Der Engineer, eine Neuinkarnation des ehemaligen Engineers (siehe Stormwatch)
    Der Doctor, ebenfalls ein Neuinkarnation des ehemaligen (siehe Stormwatch), diesmal als hippiemäßiger Superjunkie.

    Diese Personen stellen nun den Schutz und irgendwie auch eine Art Regierung unseres Planeten dar. Sie lassen sich nicht mehr reinreden und unter Warren Ellis und Bryan Hitch zerlegt die Band erst mal Kaizen Gamorras Schurkenstaat. Kompromisslos und Nachhaltig. Daraufhin darf sie im zweiten der drei Arcs gegen Invasoren aus dem Multiversum kämpfen und wenn das noch nicht reicht im dritten und letzten Storybogen von Ellis und Hitch geradeheraus gegen Gott selbst antreten!
    Gerade dieser letzte Storybogen dürfte Hitch bei seinem Rebirth Run der JLA beeinflusst haben. Das wirkt doch recht ähnlich, auch wenn er nie in Ellis Gefilde vordringen kann und war stellenweise eher unlesbar als irgendwie ansatzweise gut.

    Ellis macht keinen Hehl daraus dass er mit der Authority einen etwas anderen Weg beschreitet wie zuvor mit Stormwatch. Over-the-Top-Top geht es weiter, höher und schneller. Unterhaltung auf brachialem spaßigem und auch etwas hirnlosem Niveau, das will Ellis hier und nicht viel mehr.
    Das hat früher gut funktioniert, sein Run ist wird ja gern erwähnt, und war da auch noch recht neu im Superheldenmainstream. Heute ist das leider etwas überholt, da haut ein Snyder in einer (!) eher bodenständigen Batman Geschichte mehr WTF Momente raus als Ellis in seinem kleinen aber feinen Run an der Authority. Das wirkt dann auch alles wie ein Michael Bay Film und hat leider auch genau so ein Niveau. Es macht Spaß aber im Vergleich zu SW ist halt nicht viel von Ellis genialem Geist zu spüren.
    Das einzig erwähnenswerte ist der natürliche Tod von Jenny Sparks, die am 31.12.1999 ihr Leben verliert. Aber wenn es einen Geist des 20ten Jahrhunderts gibt, so wird es wohl auch einen Geist des 21ten Jahrhunderts geben und so dürfen wir gespannt sein wie die neugeborene Jenny Quarx/Quantum in Zukunft die Authority beeinflussen und leiten wird.

    Nach Ellis kam ein weiterer Brite, mit denen hatte man ja in den letzten Jahren immensen Erfolg, und Mark Millar übernahm.
    Millar übernahm ebenfalls drei Storybögen incl. einem Doppel-Arc mit Tom Peyer. Und Millar, legte nach Ellis nochmal ordentlich ne Schippe drauf. Vor allem an Zynismus und das gleich in der ersten Ausgabe von ihm.
    Neu mit dabei ist ein gewisser Dr. Kriegstein, ein kleiner Künstler, der mit seinen Superheldenerfindungen damals bei einem Comicverlag abblitzte und sich deshalb lieber mit dubiosen wissenschaftlichen Versuchen an der Herstellung eben dieser Superwesen machte.
    Die restliche Authority, nun unter der Leitung von Jack Hawksmoore, macht sich auf die Suche nach Baby Jenny und zeigt nebenbei der Welt wie man mit einfachen Mitteln, also brachialer Gewalt, die Welt ein klein wenig besser machen kann. Die Weltbevölkerung feiert sie dafür, die Großen und Mächtigen hassen sie dafür und gehen langsam aber sicher gegen die neuen Herrscher der Welt vor. So dürfen wir erst mal Kriegsteins Avengers kennen lernen (wer immer noch auf dem Schlauch steht: Kriegstein ist nichts anderes als eine alternde Jack Kirby Persiflage) welche allerdings recht schnell besiegt werden, nicht immer physisch, es geht auch mal mittels einer interessanten Gesprächsführung.
    Im zweiten Arc legt Millar nochmal zu in dem er der allmächtigen Authority einfach mal die Welt selbst als Gegner gegenüberstellt. Hat so auch noch keiner vorher gemacht. Klasse Story!

    Danach machte Millar den Leser und sich selber mit der Authority vertraut und legt mit der Miniserie:
    Jenny Sparks – Das geheime Leben der Authority 1-5 legt eine leicht veränderte Origin der Mitglieder hin. Sehr unterhaltsam, wie fast alles von Millar.

    Sein letzter Run ist dann eine Coproduktion mit Tom Peyer und Dustin Nguyen bei welcher die G7 beschließen die ungeliebten und aufsässigen Weltverbesserer in handsame und lenkbare „Helden“ auszutauschen. Dies gelingt ihnen auch und so gibt es erst den Kampf und die Niederlage und anschließend eine Neue Authority die allerdings stark an „The Seven“ erinnert als an übliche Superhelden. Aber immerhin dürfen die Ersatzhelden gleich mal knapp ne Million Flüchtlinge entsorgen, die zufällig in diese Misere hineingezogen werden. Da zeigt sich auch Millars Zynismus und das geht dann stellenweise schon etwas an die Nieren was da abgeht.

    Am Ende kehrt die wahre Authority zurück und für die Verantwortlichen gibt’s ordentlich „buckwheats„ wie der Man with the Plan sagen würde.
    Millars Run glänzt auch vor einigen Referenzen an den Superheldenmarkt, nicht so stark wie er wollte aber immer noch mit genügend Spielraum. Nur die Zwischengegner der neuen Authority durfte er nicht als New Gods darstellen, das war dann DC scheinbar doch zuviel Selbstkritik. Dafür bietet uns Millar einen Endgegner der Superlative an, mit 1204 Superkräften ausgestattet darf Seth erst der Authority ordentlich in den Arsch treten bevor auch er durch einen simplen Fehler im System besiegt wird. Wobei mich schon interessiert hätte wie sich Seth's Mösenblick auswirkt!

    Zeichnerisch ist das ja auch Richtung Superlative, nach Hitch durfte Frank Quitley, den die meisten aus All Star Superman kennen sollten, ran. Ich bin jetzt nicht so ein Fan von ihm, aber er gehört definitiv zu den besten Zeichnern im amerikanischen Mainstreammarkt.
    Die Miniserie Jenny Sparks wurde von John McCrea veredelt und den kennt man ja aus Hitman, bzw. sollte jeder kennen, der sich für nen Ennis Leser hält.

    Was für Marvel der Human Touch ist, ist für Wildstorm der Reality Touch. Nie waren Superhelden näher am Geschehen der Welt dran als bei Ellis und Millar. Sie zeigen Lösungen auf, die oftmals etwas grenzwertig sind und offenbaren an gleicher Stelle warum diese Welt so ist wie sie ist und nur schwerlich auf einen anderen Weg gebracht werden kann. Schon Jahre bevor Greta überhaupt auf die Welt kam war klar das ein vernünftiger Umgang mit dieser einen Welt eben nicht so simpel umgesetzt werden kann wie wir uns alle dies wünschen würden.

    Ein herrlicher Spaß, auch heute noch sehr gut lesbar und wenn man eine Blick in The Boys wirft, dann überrascht es wie damals Millar schon einiges vorweggenommen hat. Mal schauen was der gute Ennis bei der Authortiy bewerkstelligt, aber das kommt ein andermal.


    The Authority /Lobo I+II von Giffen, Bisley und Grant erschienen bei mg und panini

    Kennt wer die Paramilitärische Weihnachtsausgabe von Lobo? Hier kommt die Fortsetzung in Form des ersten Crossovers der beiden Parteien.

    Dazu noch ein kleiner Rückblick auf das bereits geschehene: In der letzten Ausgabe (vol. 1) der Authority gaben sich Apollo und der Midnighter das Ja-Wort und adoptierten Baby Jenny Quantum. Somit haben wir inzwischen auf dem Carrier eine richtige Familie und aktuell wird alles fein hergerichtet weil Weihnachten vor der Tür steht. Das ehepaar versucht den Baum zu schmücken, Hawksmoore und der Engineer vertreiben sich die Zeit mit Sex und Swift surft auf Pornoseiten im Internet. Der Doctor ist sternhagelvoll und schiebt sich grad die nächste Spritze in die Venen und so muss sich Baby Jenny selbst beschäftigen.
    Da der Carrier etwa 50 Meilen lang und 35 Meilen hoch ist, gibt es immer irgendwo Ecken in denen sich unsinniges Zeug ansammelt. So findet Baby Jenny eben besagtes Comicheft in welchen Lobo den Weihnachtsmann tötet und wie man sich vorstellen kann, findet das so gar nicht witzig und verlangt von ihrer Familie diesen zu finden und zu töten.
    Lobo hat währenddessen beim Spielen wenig Glück und bekommt von einem Parastien Gottes (also der Gott aus dem letzten Ellis Arc) den Auftrag die Mörder Gottes zu eleminieren.
    Was dann folgt ist die wohl brutalste, sexistische und blutigeste Story seit langem und irgendwo in den USA muss da ein Mature Reader drauf sein, da wie wir alle wissen das weibliche Nippel gefährlicher sind als herausgetrennte Gedärme. Und davon gibt’s mehr als genug. Also von beidem.
    Am Ende gehen die beiden Parteien wieder getrennte Wege, nicht ohne ein versprechen Lobo's sich Jenny mal ordentlich vorzunehmen wenn sie alt genug ist.

    Ein paar Jahre später

    Midnighter erinnert sich daran was Lobo beim Abschied von sich gab und möchte der Sache nun doch ein ordentliches Ende angedeien. Aber wo suchen? Den Auftrag Santa Claus zu töten gab damals der osterhase und der schuldet Lopbo noch einen Batzen Geld dafür. Also los und den Osterhasen suchen.
    Der hat sich inzwischen zu einem Diktator erhoben und das Osterhasenland in ein faschistisches Regime verwandelt und stellt eine weit aus größere Gefahr dar als Lobo.
    Lassen wir diesen Moment kurz sacken, denn was folgt ist Giffen, Bisley und Grant wie man sie mag oder auch nicht. Also das übliche. Am Ende sind Lobo und die Authority zumindest keine Gegner mehr und Klein Jenny findet den Kerl eigentlich ganz süß, was Papa und Papa jetzt nicht so dolle finden.

    Irgendwie ein Story, die voll das Leben geschrieben hat und so auch bei RTL's Familien im Brennpunkt laufen könnte.

    Enorm ausufernde Gewalt im Stil von Simon Bisley, wem das zusagt, also vor allem sein Stil, der bekommt hier alles geboten wofür der Präsi und die Authority steht. Manchmal etwas wirr, aber egal denn die beiden Storys machen brutal Laune. Was Grant und Giffen da an abgefahrenen Ideen raushauen sucht seinesgleichen.


    Und weil wir gerade von Gewalt und Zensur sprechen (WER HAT DA ZENSUR GESAGT? ) noch ein wenig aus dem Bondagekoffer des allgemeinen Comicwissens. Drehen wir die Zeit etwas zurück und holen nochmal den Run von Millar und Quietley hervor.
    Quietley verließ ja schon vor dem Ende des Millar Runs die Serie, da sich DC/Wildstorm enorm in die Comics einmischte, was unter anderem auch 9/11 geschuldet war. Allerdings ging das bevormunden seitens DC schon viel früher los und wer sich da mal genauer einlesen möchte dem sei folgender Artikel zu empfehlen: Sequart.org
    Sind auch viele Bilder verlgeiche dort zu sehen und danach wundert es keinen mehr das Quietley schnurrstracks zu Marvel ging




    The Authority – Welt ohne Zukunft von John Ridley und Ben Oliver Panini Verlag

    Sieh einer an, schon sind wir bei den Panini Ausgaben gelandet und die brachten damals zuerst die Miniserie Welt ohne Zukunft oder wie sie im Original heißt Human on the Inside.
    Die Story stammt von John Ridley, dem Oscargekrönten Drehbuchautor von 12 Yerars a Slave und warum ich beide Titel nenne, den deutschen und den englischen, hat seinen Grund. Beide sind zwar grundverschieden aber beide Titel passen auf die Story.
    Amerika ist immer noch auf dem Weg sich der Authority zu entledigen, was zuletzt nicht sonderlich gut funktioniert, soll diesmal auf anderem Weg geschehen, nämlich von innen. Und so werden die weltmächtigsten Helden diesmal mit ihren eigenen Problemen und Unzulänglichkeiten konfrontiert.
    Als die Gruppe fast handlungsunfähig ist, erschient eine Gefahr aus der Zukunft, welches Amerika vor die Frage stellt was schlimmer ist, eine Authority oder das Ende der Welt.

    Eine eher ruhige Story ganz ohne Widescreen Effekte, aber dafür mit mehr Inhalt. Schönes Stück Comic das einen nach dem Lobo Massaker wieder etwas erdet und mit dieser bodenständigen Erzählung einen auf den kommenden Wahnsinn einen Garth Ennis einstimmt.


    Benehmt euch!!!
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