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Thema: Sin City 1

  1. #101
    Mitglied Avatar von Breedstorm
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    Vielen Dank!

    Comic-Podcast

  2. #102
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Besser spät als nie habe ich auch endlich begonnen Sin City zu sichten (in der wunderbar gelungenen Neu-Edition). Ausführlich findet Ihr meine Meinung wieder hier:

    Frank Miller’s Sin City 1 – Stadt ohne Gnade
    https://www.paninishop.de/forum/inde...21#post2044021

    VG, God_W.

  3. #103
    Mitglied Avatar von Huckybear
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    FRANK MILLER zu Gast auf der Vienna Comic Con im November (23. bis 24. )
    https://www.bizzaroworldcomics.de/20...n-im-november/
    Ein
    Herz
    für Hardcover

  4. #104
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Der erste Schritt in den Sündenpfuhl…

    ACTIONKINO am Freitagabend (Nr. 24)



    Titel: Frank Miller’s Sin City 1 – Stadt ohne Gnade

    Verlag: Cross Cult (US: Dark Horse)

    Format: 216 Seiten im kleinformatigen Hardcover

    Inhalt: Frank Miller’s Sin City 1: The Hard Goodbye

    Autoren: Frank Miller

    Zeichner: Frank Miller

    Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
    "Ein lausiges Zimmer in einem lausigen Teil einer lausigen Stadt. Die Klimaanlage ist ein scheppernder Schrotthaufen, der einen Drink nicht mal kühl hält, wenn man ihn direkt davorstellt. Ich starre eine Göttin an. Sie sagt, sie will mich. Sie sagt, ihr Name sei Goldie."

    Aber Goldie ist tot. Und Marv, der Ex-GI und Psychopath, macht sich auf die Suche nach ihrem Mörder. Es wird eine Odyssee, ganz nach unten: in die Kneipen für den Abschaum und in den Nuttenbezirk von Sin City. Und ganz nach oben: höhere Mächte sind in Goldies Tod verstrickt. Marv, die personifizierte Urgewalt, boxt und schießt sich durch – zu einem Geheimnis, das auch ihn zu verschlingen droht.

    STADT OHNE GNADE ist der erste Band der epochemachenden Serie von Frank Miller. Dieser Band war eine der drei Vorlagen für den ersten SIN CITY-Film!



    Just my 2 cents:
    Lang lang hat es gedauert bis ich endlich zu diesem Klassiker, der schon seit dem Beginn meines Interesses für die neunte Kunst auf meinem Wunschzettel stand, vorgedrungen bin. Schon Robert Rodriguez‘ Kinoauswertung mit Leinwandstars wie Bruce Willis, Mickey Rourke, Jessica Alba, Benicio del Toro, Elijah Wood, Clive Owen und wie sie alle heißen, wusste mich dereinst restlos zu begeistern. Die Phänomenale Optik des Streifens, gepaart mit der etwas von Pulp Fiction abgekupferten Erzählweise, bei der die einzelnen, enthaltenen Short-Stories wie Zahnräder ineinandergreifen war einfach zum Niederknien. Gewürzt wurde der Cocktail mit tollem Schauspiel und einer rohen, ungezügelten Gewaltdarstellung, die durch die größtenteils in Schwarz/Weiss gehaltene Optik keineswegs milder rüberkam, sondern ein düsteres Noir-Flair versprühte. Ich glaub ich muss den unbedingt mal wieder gucken! Aber heute geht’s um den Comic, das Werk, das Frank Miller zum Superstar der Szene machte. Zu Recht?

    „Held“ der Geschichte ist Marv, ein muskelbepackter Hühne und Psychopath mit einem hemmungslosen Drang zu Gewalt und einem vernarbten, zerfurchten Gesicht, dass selbst ein frisch umgepflügter Acker als ebene Fläche bezeichnet werden könnte. Der Ex-Marine ist mal wieder nur auf Bewährung draußen und wenn er vergisst seine Pillen zu nehmen knallen ihm regelmäßig die Sicherungen durch. Wehe dem, der dann in seiner Nähe ist und sich nicht so verhält, wie es Marvs selbstauferlegtem Ehrencodex entspricht!

    Jetzt ist diesem harten, brutalen Knochen aber etwas Besonderes wiederfahren. Er wurde von Goldy, einer engelsgleichen Dame angesprochen und hat eine Nacht mit ihr verbracht, die er sein Lebtag nicht vergessen wird. Es war keine „Sache“ für eine Nacht, nein, es ist Liebe. Eine Liebe wie sie Marv zuvor noch von niemandem erfahren hat. Doch Basin City, die Stadt in der er lebt, trägt ihren Spitznamen – Sin City – nicht zu Unrecht, und so kommt es, dass Marv nach seiner Nacht aller Nächte neben einer Leiche aufwacht. Goldy, die Frau die es beinahe geschafft hatte sein gesamtes Wesen in nur einer einzigen Nacht zu verändern wurde ermordet und anscheinend sind die Bullen schon dabei das Motel zu stürmen und Marv die Sache anzuhängen. Irgendjemand muss das von langer Hand geplant haben und Marv will verdammt sein, wenn dieser Jemand ungestraft davonkommt…



    An dieser Stelle beginnen investigative Ermittlungen der radikaleren Art. Beim kleinsten Gauner beginnend arbeitet Marv sich Stück für Stück nach oben, um den Mörder und die Hintermänner zu entlarven. Aber nicht etwa um sie der Gerechtigkeit des Gesetzes zu übergeben, oh nein. Auf seinem blutigen Weg schreckt er weder vor Prügel, Folter, schlimmster Verstümmelung oder sadistischem Mord zurück. Ein brachiales vorgehen, das die Geschichte auf ebenso brachiale Weise Seite um Seite, Panel um Panel vorantreibt und dem Leser kaum eine Atempause gönnt.

    Wie Miller dann trotz aller Action, Gewalt und Spannung immer wieder unvermittelt das Tempo herausnimmt, um mich in die abgründige Seele und Psyche unseres Protagonisten zu entführen, der natürlich ein sadistischer Psychopath ist, ich mich aber dennoch nicht erwehren kann Verständnis für ihn und seine Taten zu entwickeln, ja, schließlich sogar Sympathie für ihn zu empfinden. Das zeugt schon von ganz großer Autorenkunst! Die Wechsel zwischen seitenlangen Passagen, auf denen Miller einzig die Bilder sprechen lässt und, für einen Comic, sehr textlastigen Abschnitten, die aber mindestens ebenso zu fesseln wissen gelingt ihm scheinbar spielend und unbeschwert, ohne dass in den Textpassagen auch nur eine Sekunde Langeweile aufkommt. Trotz all der Düsternis und dem brutalen Ernst der Geschichte schafft es Miller sogar noch den ein oder anderen Funken Humor einzustreuen. Ich sag es nochmal: Autorenkunst!

    Kunst in höchstem Maße und im allerbesten Sinne ist auch das wuchtig intensive, gänzlich in Schwarz/Weiss gehaltene Artwork. Mit wuchtigen, ausdrucksvollen Bildern zeichnet Miller in starkem Strich eine abgründige Welt der Sünde und Gewalt, die mich von Anfang an in ihren Bann zieht. Ich habe vor Kurzem ein Interview gesehen, in dem eine Fachfrau Mike Mignolas Artwork an Hellboy feierte und überbordende Begeisterung dafür aufbrachte, dass Mignolas Kunst vom Minimalismus lebt. Er es also schafft so viel Unwichtiges wegzulassen, sodass lediglich eine intensive, ausdrucksstarke Essenz übrigbleibt, die ihres Gleichen sucht. Also wenn Miller das bei Sin City nicht schon meisterhaft vorgemacht hat, dann weiß ich auch nicht.



    Im wirklich sehr informativen Vorwort von Andreas C. Knigge, seines Zeichens Mitbegründer der „Comixene“ und später Cheflektor bei Carlsen, der als erster versuchte Sin City in Deutschland zu veröffentlichen, wird schön verdeutlicht, dass es nicht nur Segen, sondern auch Fluch ist, wenn man seiner Zeit einfach voraus ist und versucht mit etwas innovativem und neuen eine ganze Kunstform umzukrempeln. Sin City wurde keineswegs über Nacht zum Megaerfolg und großen Klassiker, da gab es doch noch einige Hürden für Mr. Miller und alle Beteiligten zu überwinden – und den deutschen Verlegern ging es da wohl nicht viel anders. Neben dem Vorwort bietet das kleine, sehr stilvoll gestaltete Hardcover einen sauberen, gestochen scharfen Druck, der dem absolut herausragenden Artwork von Meister Miller mehr als gerecht wird (wer hat eigentlich gesagt, dass der Mann nicht zeichnen kann?!?). Dazu noch einige Bonusseiten am Ende mit einem kurzen Kommentar von Frank Miller selbst und einigen Covern und Werbeillustrationen, was die Ausgabe zu einem hochwertigen kleinen Schmuckstück macht. Hat Cross Cult wieder sauber hinbekommen.

    Für mich ein wahres Meisterwerk von ungeheurer Kraft, dass seinem Ruf spielend gerecht wird und kristallklar verdeutlicht, weshalb Frank Miller zur Legende im Bereich der amerikanischen Comics wurde. Denn eins ist klar, und da kann man vom guten Mr. Miller halten was man will und sein Artwork und seine Geschichten mögen oder nicht, der Mann hat Großes für die gesamte Branche geleistet und sich einen Platz in der ewigen Hall of Fame der Comic-Schaffenden einfach verdient. – Punkt.

    Meine Wertung: 10/10

    In unregelmäßigen Abständen werde ich in den nächsten Wochen noch öfter Ausflüge in die brutale und gnadenlose Stadt der Sünde unternehmen und freue mich schon sehr drauf! Habt Ihr Sin City gelesen? Meinungen dazu? Und welches Werk von Miller findet Ihr am besten und welches hat Euch am meisten enttäuscht?

    VG, God_W.

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