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Thema: 001: Auf der Jagd nach dem Golde

  1. #1
    Moderator Digedags Forum Avatar von Uhrviech
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    Talking 001 - Auf der Jagd nach dem Golde

    Auf der Jagd nach dem Golde

    1955. Der DDR-Kinder- und Jugendliteratur fehlte es an Publikationen, die den Bedarf an Humor- und Abenteuergeschichten decken konnten. Der Comic-Bereich war gänzlich den im Westen Deutschlands erscheinenden Nachdrucken aus "Entenhausen" vorbehalten. Zwei Jahre zuvor hatte Disney aber bereits Konkurrenz bekommen. 1953 erschienen die ersten Folgen von 'Fix und Foxi' in Rolf Kaukas Eulenspiegel (später trug diese Zeitschrift den Namen ihrer Haupthelden). Zeitlose Klassiker der deutschen Bildergeschichten wie Struwwelpeter 1844/45 (Heinrich Hoffmann), Max und Moritz 1865 (Wilhelm Busch), Tobias Knopp - Abenteuer eines Junggesellen 1875 (Wilhelm Busch) oder Julchen 1877 (Wilhelm Busch) waren auch in der DDR bei Jung und Alt beliebt, doch konnte man damit kein Gegengewicht zu Micky Maus und Donald Duck bilden. Neue Fortsetzungsgeschichten waren gefragt. Als im Dezember 1955 das erste "Mosaik von Hannes Hegen" am Kiosk erhältlich war, starteten ungefähr zur selben Zeit noch weitere Abenteuerheftreihen. Das Mosaik sollte jedoch den bleibendsten Eindruck hinterlassen. Ein halbes Jahrhundert danach werden wir im Digedags-Forum gerade mal mitten in der Diskussion stecken und, wie ich hoffe, eine positive Zwischenbilanz ziehen können.

    Ich eröffne hiermit die wöchentlichen Heftdiskussionen, beginnend mit Mosaik Nr. 001: "Auf der Jagd nach dem Golde" mit dem Ziel, alles Wissenswerte rund um das Mosaik aus der Sicht engagierter Fans zusammenzutragen. Wir werden über Bild und Wort im Kontext ihrer Zeit und aus heutiger Sicht zu sprechen haben. Fans der ersten Stunde und Interessierte, die erst geboren wurden, als die ersten Reprintmappen zu einer Rarität wurden, werden sich über die Story und ihre Hintergründe oder die Schauplätze der Handlungen austauschen. Gereimtes und Ungereimtes wird uns auf dem Weg durch das Digedags-Universum begegnen. Ihr seid nicht nur eingeladen - sondern dabei.

    Hier könnt ihr vom 29.12.2003 bis 04.01.2004 "Auf der Jagd nach dem Golde" sein.
    Orlandos wörld präsentiert eine locker-lustige Zusammenfassung.
    Geändert von Uhrviech (11.04.2004 um 15:55 Uhr) Grund: MdW - Link erneuert

  2. #2
    Mitglied Avatar von Predantus
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    Na dann werde ich mal loslegen und meine ersten Gedanken zum Heft äußern. Vielleicht kommt ja im Laufe der Diskussion noch was dazu.

    Vierzehneinhalb Jahre nach dem Erscheinen von Heft 1 geboren, erhielt ich mein erstes eigenes Heft zu meinem 6. Geburtstag. Es war die Nummer 175 und hieß „Der Zorn der Götter“. Obwohl ich noch nicht lesen konnte, war ich seit diesem Tag vom Mosaikvirus infiziert, ein Virus, gegen den es anscheinend keine Medizin gibt, der hochgradig ansteckend ist und sich scheinbar immer tiefer in die Engeweide seiner Opfer bohrt. Etwa anderthalb Jahre später durfte ich mich dann auch in die Sammlung meines Bruders vertiefen, so daß ich eigentlich relativ zeitig fast alle bis dahin erschienenen Hefte ab der Nummer 45 zuzüglich einiger weniger Nummern darunter (das älteste heft war die Nummer 9) kennen und lieben lernen konnte. Es fehlten nur einige wenige Ausgaben aus den frühen 170er-Nummern, da mein Bruder an dieser Stelle wohl einerseits langsam sein Interesse für das heft verlor und zum anderen seinen Dienst beim Kommiss abzuleisten hatte. Fast kann man sagen, daß ich ein zu dieser Zeit fast wunschlos glücklicher Mosaiksammler war. Aber eben nur fast. Es fehlten ja noch einige Dutzend Hefte in meiner Sammlung und ich hatte keinen blassen Schimmer, was in diesen passiert sein konnte. Zwar brachten mir die folgenden Jahre weitere, der mir noch unbekannten Hefte zu Gesicht, doch keines davon beantwortete mir die damals wohl spannendsten Fragen: „Wo kommen die Digedags her?“ und „Was passiert eigentlich im Heft Nummer 1?“
    Diese Fragen wurden immer bohrender und eine Antwort schien ungreifbar. Mit heute kaum noch nachzuvollziehender Energie versuchte man, wenn man schon das Heft selber nicht zu Gesicht bekam, wenigstens so zu erfahren, was sich in diesem Heft abspielte, wie es heißt und was auf dem Cover (damals sprach man allerdings noch vom Umschlag) zu sehen ist. Und man bekam die abenteuerlichsten Sachen zu hören. Die meistgehörte These war die, daß es sich um ein Piratenabenteuer handelt, dann war auch davon die Rede, daß es um eine Schatzsuche ginge und dann, wie schon von mir bei der Nullnummer erwähnt, daß man dort die Digedags aus Ton formen würde und sie lebendig würden. Sieht man mal von der Piratengeschichte ab (die kommt ja erst ein paar Hefte später), so treffen doch wenigstens Teilaspekte zu. Auch wenn es im Heft selber nicht um eine Schatzsuche geht, spielt doch zumindest der Schatz des Sultans eine entscheidende Rolle in dem Heft und auch das die Digedags aus Lehm geformt und zum Leben erweckt werden würden, weist zumindest einige Verwandtschaft zu der im Heft enthaltenen Gartenzwergstory auf. Doch das alles erfuhr ich erst sehr viele Jahre später. Genauso abenteuerlich war das, was man vom angeblichen Cover hörte. Viele sagten, es wäre rot, doch konnten sie nicht sagen, was darauf zu sehen ist. Einer behauptete steif und fest, es wäre ein unter Wasser laufender Pirat abgebildet der Schätze aufsammelt und mehrere andere meinten wiederum, was mir naheliegend erschien, daß die Digedags drauf abgebildet wären. Aber eben nur diese. An sich bekam man also fast nur Widersprüchliches oder wenig stimmiges zu hören, was aber doch eine gewisse Erwartungshaltung an das Heft weckte. Es war das reinste Mysterium, mehr noch als die folgenden Hefte, die ich damals ebenfalls noch nicht kannte, die aber dennoch nicht diesen Reiz des Unbekannten ausübten wie eben das Auftaktheft der Reihe selbst. Woran das lag, kann ich nicht wirklich genau sagen, aber vermutlich war es die Spannung zu erfahren, wie die ganze Geschichte wohl ihren Anfang genommen hat. Und dann, nach der sogenannten Wende und dank der Reprintmappen hielt ich dann eines schönen Tages Heft Nummer 1 in meinen vor freudiger Aufregung fast ein wenig zitternden Händen. Endlich konnte ich erfahren, was ich bisher immer wissen wollte, aber bisher nicht hatte erfahren können.
    Um es gleich vorweg zu nehmen, Heft 1 konnte natürlich nicht meine im Laufe der Jahre übersteigerten Erwartungen erfüllen. Nicht das ich es schlecht finde, doch es erreicht nicht annähernd die Qualität der späteren Hefte oder gar der beiden Langserien um Ritter Runkel und in Amerika.
    Recht schnell bemerkte ich, daß mir das Heft doch nicht ganz so unbekannt war, wie ich über Jahre hinweg gedacht hatte. Ich hatte es sogar schon einmal gelesen, allerdings ohne es zu wissen, da der Umschlag und noch ein paar Seiten mehr gefehlt hatten. Nun lag es mir erstmalig vollständig vor und ich konnte es mir im vollen Umfang zu Gemüte ziehen und innerhalb des Digedags-Gesamtzyklus einreihen.
    Der erste richtige Aha-Effekt war, das Heft spielt im Orient und ist vom Suite her einem Märchen aus „1001 Nacht“ nicht ganz unähnlich. Nun ja, die Digedags betätigen sich eher klassenkampfmäßig als Robin Hoods in Samtpantofeln, indem sie dem Reichen was wegnehmen und unter den Armen verteilen, wobei die Armen im Fall des Mosaik eher die in der damaligen DDR viel geschmähten privaten Handwerker und Kleinunternehmer sind. Aber welches Kind interessiert sich schon für solche Dinge.
    Ein wenig enttäuschen fand ich es von Anfang an, daß die Herkunft der Digedags auch im Heft 1 nicht erklärt wird. Sie sind einfach da. Ja ich weiß, viele sehen ihr Auftauchen aus den Krügen als eine Art von Geburt an, indem sie ihnen, wie der Geist aus der Flasche, entsteigen. Doch das kann ich nicht ganz nachvollziehen, denn immerhin kennen die ganzen Handwerker, denen sie zur Hand gehen, sie beim Namen. Haben sie sich vorgestellt und es wurde uns nur nicht gezeigt? Doch woher kennen sie dann die Leute des Sultans, denn immerhin werden gleich die Digedags beschuldigt, nachdem sie dessen Schatzkammer leergeräumt haben: „Das können nur die Digedags gewesen sein!“ Nun ja, sie können es in der Zwischenzeit erfahren haben, doch wer soll es ihnen mitgeteilt haben? Etwa die Handwerker, denen sie vorher ihr Geld zurückgebracht haben und denen sie auch sonst zur hand gingen? Eher wird es wohl so gewesen sein, daß die Digedags aufgrund ihrer Streiche schon vorher unangenehm aufgefallen sein werden. Und als dann die Schergen des Sultans auftauchten um neue Steuern einzutreiben, haben sie vielleicht erst gedacht, dies gelte ihnen und haben sich einfach nur in den Krügen versteckt. Vielleicht erfahren wir ja eines schönen Tages genaueres dazu. Zwar ganz sicher nicht von Meister selbst, aber vielleicht doch von einem ambitionierten Fan. Einige wenige Beispiele in diesem Bereich haben ja gezeigt, daß es durchaus interessante Iden gibt, wie man bestehende Lücken im Digedags-Zyklus ausfüllen kann.
    Doch weiter zum Heft: Das die Digedags doch ziemlich anders aussehen als man es aus späteren Heften gewohnt ist, war für mich natürlich keine Überraschung mehr, dazu hatte ich dann doch schon zu viele Bilder und Fragmente ihres frühen Daseins zu Gesicht bekommen. Die nächste interessante Frage, die man sich stellen könnte wäre die, nach dem genauen Handlungsort. Ehrlich gesagt habe ich mir darüber anfänglich nicht groß den Kopf zerbrochen, wenn nicht ein gewisser Reinhard Pfeiffer in seinem viel umstrittenen „Digedags Universum“, unter dem Stichwort „Orientalische Stadt“ nicht „es könnte Basra sein“ geschrieben hätte? Keine Ahnung wie er darauf kommt, eher hätte ich Stambul vermutet als Basra. Ich kenne mich zwar in orientalischer Geschichte nicht so aus, doch bezweifle ich, daß im Basra des 18 Jahrhunderts, das ja Teil des Osmanischen Reiches war ein Sultan regiert hat. Man stelle sich nur mal vor, ein Kaiser, womit ein Sultan ja nun mal gleichzusetzen ist, lässt in sei-nem eigenen Einflussbereich einen zweiten Kaiser residieren. So was gab es zwar im Imperium Romanum, doch ist mir dergleichen nicht aus der osmanischen Geschichte bekannt. Natürlich glaube ich auch nicht, daß die Handlung direkt nach Stambul zu verlegen ist. Dazu sieht mir der Sultan doch zu sehr nach einem jener afrikani-schen Despoten aus, wie sie uns z.B. in einigen Büchern von Karl May oder mehr noch bei Jules Verne vorgestellt werden, die ebenfalls den Titel eines Sultans tragen. Doch dagegen spricht dann wiederum, daß der Sultan zwar eindeutig von dunkler Hautfarbe ist, die meisten seiner Untertanen aber nicht. Deshalb denke ich mal, zumal es in Heft Nummer 1 Zauberer und Geister gibt, daß die Handlung gar nicht wirklich an einem existierenden Ort spielen soll. Es ist ganz einfach eine orientalische Märchenstadt – vielleicht sogar Teil jenes Landes der Märchen und Träume, in das die Digedags in Heft 223 zurückkehren wollten. Übrigens eine Fata Morgana einer orientalischen Stadt. Und was spricht eigentlich dagegen, das auch im Land der Märchen und Träume ein Depot herrscht? Vielleicht ist es ja die Aufgabe der Digedags, nachdem sie so vielen Menschen geholfen haben, nun auch den Bewohnern ihrer wahren Heimat zu helfen. Waren all ihre Erlebnisse in der Welt vielleicht nur Teil ei-ner Ausbildung, bis sie sich würdig erwiesen haben, ihren letzten Kampf gegen einen schurkischen Sultan in ei-ner parallelen Märchenwelt zu führen? Wer weiß das schon? Man kann da sicherlich eine Menge reininterpretieren und vermutlich haben all wir Fans hier eine solch überbrodelnde Phantasie, das sie selbst jene der eigentlichen Macher des Heftes in den Schatten stellt. Aber in welchen Fankreisen, ganz gleich in welchen, ist das nicht so? Und ist das nicht auch ein untrügliches Zeichen dafür, daß die Macher ihre Arbeit gut gemacht haben, indem sie uns, die wir ihre Arbeit lieben, zu Träumen animieren?
    Übrigens gibt es innerhalb des Heftes noch ein weiteres Indiz dafür, daß die Handlung kaum in unserer realen Welt spielen kann. Neben dem schon erwähnten Zauberer, den Geistern und der noch nicht erwähnten Fähigkeit der Digedags selbst Magie auszuüben. In der Werkstatt des Schusters wird nämlich ein Soldatenstiefel von solch gigantischen Ausmaßen geflickt, das Dig in ganzer Körpergröße hineinpasst. Betrachtet man nun die Größenverhältnisse zwischen Schuster, Stiefel und Dig so scheint es mir nicht so, als würde Dig sich kleiner machen können, zumal auch andere auf den Bildern zu sehende Schuhe völlig normale Ausmaße haben, so daß nur die eine Schlussfolgerung möglich ist, der Besitzer des Stiefels ist ein Riese. Und wo wird man einen solchen wohl eher vermuten, in der realen oder in der Märchenwelt?
    Bleibt abschließend nur noch zu klären, in welcher Zeit das Heft spielt. Einen wirklichen Anhaltspunkt dafür bietet eigentlich erst das auslaufende Schiff auf der Rückseite und noch mehr eigentlich die Uniformen im Nachfolgeheft, die großzügig auf eine Zeit um die Mitte des 18. Jahrhunderts hindeuten.
    Geändert von Predantus (29.12.2003 um 08:14 Uhr)

  3. #3
    Mitglied Avatar von kern_th
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    Muss du so viel schreiben @Predantus? Ich bin gerade erst aufgestanden...
    Meine Frage zum Heft wäre eigentlich:
    Wer von euch hat das erste Heft damals gehabt und wusstet ihr schon vom Mosaik? Denn wenn 1955 das erste Heft rauskam waren die DD ja sicherlich noch nicht so bekannt, daher wussten viele vielleicht gar nichts von den DD.
    Geändert von kern_th (29.12.2003 um 08:53 Uhr)

  4. #4
    Mitglied Avatar von Predantus
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    Viel??? Ich habe mich doch extra zurückgehalten.

  5. #5
    Moderator Digedags Forum Avatar von Uhrviech
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    Original geschrieben von kern_th
    Wer von euch hat das erste Heft damals gehabt und wusstet ihr schon vom Mosaik? Denn wenn 1955 das erste Heft rauskam waren die DD ja sicherlich noch nicht so bekannt, daher wussten viele vielleicht gar nichts von den DD.
    Schön, dass du diese Frage stellst. Selbst die Mosaik-Grufties im Forum (mich selbst eingeschlossen) haben das Heft 1 zum Erscheinungstermin Dezember 55 kaum am Kiosk liegen sehen, oder doch ?

    Wie auch heute noch üblich, wurde Werbung gemacht. Der Link zeigt u.a. die damaligen Annoncen und ein paar Spielereien, die wir bei MosaFilm daraus gemacht haben.
    Die Digedags kannte noch niemand vor dem Heft 1 (denn die Nullnummer ist ja von 1990 )
    Geändert von Uhrviech (29.12.2003 um 09:43 Uhr)

  6. #6
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    Talking

    Original geschrieben von kern_th
    Wer von euch hat das erste Heft damals gehabt und wusstet ihr schon vom Mosaik? Denn wenn 1955 das erste Heft rauskam waren die DD ja sicherlich noch nicht so bekannt, daher wussten viele vielleicht gar nichts von den DD.
    Vergleiche hier:
    http://www.mosafilm.de/reni/werbung/10-alt.html
    Ich selbst kannte das erste Heft erst seit 1976/77.

  7. #7
    Mitglied Avatar von Predantus
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    Ich habe mal, war glaube ich in irgendeinem Fanzine (Mosaiker?) gelesen, daß jemand berichtete, daß er vor dem Erscheinen von Heft Nummer 1 an der Haustür geworben worden ist und deshalb ab Heft 1 sein Abo hatte. Muß ich irgendwann noch mal in Ruhe durchsehen. Könnte also durchaus auch Mosaikwerbung in einer Art von früher Drückerform gegeben haben.

  8. #8
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    Original geschrieben von Predantus
    Um es gleich vorweg zu nehmen, Heft 1 konnte natürlich nicht meine im Laufe der Jahre übersteigerten Erwartungen erfüllen. Nicht das ich es schlecht finde, doch es erreicht nicht annähernd die Qualität der späteren Hefte oder gar der beiden Langserien um Ritter Runkel und in Amerika.
    Auch für Digedags-Fans mittleren Alters, die zuerst die Runkel- oder Amerika-Geschichten gelesen hatten, war der ganz frühe Zeichenstil natürlich gewöhnungsbedürftig. Ich selber hatte Heft 6 und Heft 10 von außen (hier vielleicht das von Predantus zitierte "Piraten-Cover") schon zur Zeit ihres Erscheinens kennen gelernt. Um das ursprüngliche Anliegen richtig zu verstehen, am besten mal hier nachlesen: http://www.mosafilm.de/reni/werbung/06-alt.html
    Besser kann man's eigentlich nicht sagen: "... und mir kommt es darauf an, ausschließlich von der Karikatur her zu wirken." Also die zum Teil maßlosen Übertreibungen bei bestimmten Figuren waren gewollte künstlerische Ausdrucksmittel, die später verfeinert oder geglättet wurden. Siehe auch bei den Digedags im folgendem "Variant-Cover" für Heft 1! Es entstand erst Mitte der Sechziger Jahre: http://www.mosafilm.de/reni/werbung/14-neu.html

  9. #9
    Mitglied Avatar von Hatschibumbatschi
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    Ich habe die Nummer 1 zum ersten Mal lesen können, als ich mir die erste Reprintmappe geleistet habe.
    [Off Topic-Modus an] Ein wenig Schleichwerbung: Meinen allerherzlichsten Dank nochmals nachträglich an Wenke von der Buchhandlung Universitas in Karl-Chemnitz-Stadt, die damals (trotz bereits herrschender Marktwirtschaft!) eine der wenigen war, die Bestellungen für die Reprintmappe entgegennahm. Alle anderen Buchhandlungen, in denen ich gefragt hatte, ließen mich abblitzen... [Off Topic-Modus aus]
    Auch bei mir war es so, dass meine hohen Erwartungen durch das reale Heft enttäuscht wurden. Viel zu wenige Fragen wurden beantwortet, was sicher daran lag, dass bei der Entstehung des Heftes kaum einer gedacht hat, dass sich daraus eine solch langandauernde Serie entwickeln würde. Demzufolge wurde die Geschichte zunächst so angelegt, dass sie nach wenigen Folgen enden konnte, um mit neuen Figuren weitere Geschichten zu erzählen. [Spoiler-Modus an] Das beweisen mir auch Entenfiguren in den Heften 3 und 5. [Spoiler-Modus aus]
    Ceterum censeo, medium in medio collocetur!

  10. #10
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    Original geschrieben von Predantus
    Die nächste interessante Frage, die man sich stellen könnte wäre die, nach dem genauen Handlungsort. ... Deshalb denke ich mal, zumal es in Heft Nummer 1 Zauberer und Geister gibt, daß die Handlung gar nicht wirklich an einem existierenden Ort spielen soll. Es ist ganz einfach eine orientalische Märchenstadt – vielleicht sogar Teil jenes Landes der Märchen und Träume, in das die Digedags in Heft 223 zurückkehren wollten. Übrigens eine Fata Morgana einer orientalischen Stadt. ... Bleibt abschließend nur noch zu klären, in welcher Zeit das Heft spielt. Einen wirklichen Anhaltspunkt dafür bietet eigentlich erst das auslaufende Schiff auf der Rückseite und noch mehr eigentlich die Uniformen im Nachfolgeheft, die großzügig auf eine Zeit um die Mitte des 18. Jahrhunderts hindeuten.
    Daß das Heft an einem nicht klar zu benennenden Ort in unbestimmter Zeit spielt (also in einer Märchenwelt), dafür sprechen auch die zitierten, in den 50er Jahren aktuellen Schlager "Heut liegt was in der Luft" (gesungen von Vivi Bach + Bulli Bulan) oder "Dreh dich nicht um nach fremden Schritten (Schatten)" (interpretiert von Catarina Valente) sowie die Werbung "Nimm Fit, dann trocknet 's schneller" oder "Da hilft nur Aspirin und 25 m Hansaplast!" Außerdem schrieb Hannes Hegen selbst in einem Brief Anfang der Siebziger Jahre an meinen Bruder: "... Die Abenteuer zur Zeit Alexanders des Großen liegen, wie du richtig vermutest zeitlich vor den Heften 1 und 4. Allerdings ist bei diesen frühen Abenteuern eine zeitliche Einordnung nicht mehr so exakt möglich. Die ersten Hefte erzählen die Digedags in einer phantastischen Art und Weise, und sie sind darum nicht mit den späteren mehr Wissensstoff enthaltenden Heften gleichzusetzen."

  11. #11
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    Lightbulb

    Original geschrieben von Predantus
    Ein wenig enttäuschen fand ich es von Anfang an, daß die Herkunft der Digedags auch im Heft 1 nicht erklärt wird. ... Doch woher kennen sie dann die Leute des Sultans, denn immerhin werden gleich die Digedags beschuldigt, nachdem sie dessen Schatzkammer leergeräumt haben: „Das können nur die Digedags gewesen sein!“ Nun ja, sie können es in der Zwischenzeit erfahren haben, doch wer soll es ihnen mitgeteilt haben? Etwa die Handwerker, denen sie vorher ihr Geld zurückgebracht haben und denen sie auch sonst zur hand gingen? ...
    Aber das ist doch wirklich ganz leicht zu beantworten: Die Digedags waren die einzigen, die den Palast von innen gesehen hatten, aber nun sind sie fort! Folglich können nur sie es gewesen sein, die den Tunnel von der Schatzkammer aus nach außen gruben und sie auf diesem Wege leerräumten. - Und daß die Dagse dem Sultan und seinem Gefolge bislang unbekannt waren ist auch sonnenklar, sonst hätte man sie nicht als vermeintliche Gartenzwerge eingekauft.

  12. #12
    Mitglied Avatar von Predantus
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    Und woher wußten sie dann das die Digedags die Digedags waren, bzw. kannten sie namentlich? Das nur sie den Tunnel gegraben haben konnten, war ja klar, aber man kannte sie namentlich. Und genau so hatte ich es auch gemeint. Ich zitiere mich selbst:

    "Doch woher kennen sie dann die Leute des Sultans".

    Und warum sollten sie die Digedags nicht gekannt haben, als sie die Gartenzwerge kauften? Vielleicht haben sie sie ja deshalb gekauft, weil sie den Originalen so ähnlich sahen. Sie wußten nur nicht, das sie statt der Gertenzwerge tatsächlich die richtigen Digedags in den Palast gebracht haben.

  13. #13
    Mitglied Avatar von Udo Swamp
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    Die Digedags waren zur der Zeit im Heft 1, wie in einen Märchen aus 1001 Nacht, deswegen waren ihnen viele Dinge möglich, bzw. konnten Ereignisse passieren, die inder realen unmöglich Welt sind. In späteren Heften war das dann auch so, es gab auch weniger unglaubliche Sachen.....

  14. #14
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    Ich denke, im Heft 1 wird so ziemlich alles zusammen geworfen, was man so greifen konnte:

    Da ist die Anlehnung an die Märchen aus 1001 Nacht - aber wohl auch an die urdeutschen Heinzelmännchen. Nur das die Zwerge (DD) hier ganz offen, aber nicht minder flink, den Handwerkern helfen.

    Die Zitate aus den Schlagern haben vermutlich schon damals dem Mosaik nicht gut getan, sie zerstören die Illusion einer zeitlich längst vergangenen Geschichte. Zum Glück verschwindet diese Auffassung von Humor in den kommenden Heften.

    Die Episode beim Zauberer hat nun wieder einige Bezüge zum "Zauberlehrling":

    Hat der alte Hexenmeister
    sich doch einmal wegbegeben!
    Und nun sollen seine Geister
    auch nach meinem Willen leben.

    Dag: Na bitte, was der Alte kann, können wir auch !

    Alles in allem: Die Story wirkt nicht so toll und macht auch nicht den Eindruck, als ob sie auf Dauer konzipiert gewesen wäre. Ich bin eigentlich froh, daß ich erst viel später zu den DD gekommen bin (erst mit AMERIKA), ansonsten hätte der vielbeschworene Virus vielleicht gar nicht gewirkt ;-)

  15. #15
    Dauerhaft gesperrt Avatar von Wonderworld
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    Talking Die leben ja !!!

    Original geschrieben von Predantus
    Und warum sollten sie die Digedags nicht gekannt haben, als sie die Gartenzwerge kauften? Vielleicht haben sie sie ja deshalb gekauft, weil sie den Originalen so ähnlich sahen. Sie wußten nur nicht, dass sie statt der Gertenzwerge tatsächlich die richtigen Digedags in den Palast gebracht haben.
    Mal angenommen, ich kaufe drei Personen, die ich gut kenne als Gartenzwerge oder Tonfiguren ein, sagen wir den Predantus, den Rookie und Fachwerk, stelle sie anschließend in gutem Glauben unter einen Springbrunnen und diesen an. Wenn sie dann plötzlich weglaufen, was denkt ihr wohl, ob ich dann ausrufe: Die leben ja! - Also ich glaub's nicht wirklich, aber es kann trotzdem sein! Aber lassen wir das, einiges spricht schon für die Theorie von Predantus, daß die Digedags bereits früher in diese Stadt kamen, finde ich auch. Zum Beispiel dieses Bild hier (abnehmender Mond!) Oder auch folgende Variantcover, die nicht zu Heft 1 gehören müssen, sondern doch genauso gut zu einem Vorläufer passen könnten?
    http://www.mosafilm.de/reni/variant/239.html
    http://www.mosafilm.de/reni/variant/1.html
    Was meint ihr, warum haben die Haremsdamen am Ende des Heftes trotzdem noch drei Tonfiguren?

  16. #16
    Moderator Digedags Forum Avatar von Uhrviech
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    Original geschrieben von Langer
    Ich denke, im Heft 1 wird so ziemlich alles zusammen geworfen, was man so greifen konnte ... Die Zitate aus den Schlagern haben vermutlich schon damals dem Mosaik nicht gut getan, sie zerstören die Illusion einer zeitlich längst vergangenen Geschichte.
    Ich stimme dir vollständig zu. Als das Mosaik mit der Nr.1 startete, erlebte ich mal gerade meinen 2. Weihnachtsmann. Gesehen habe ich sie erstmalig irgendwann in den Sechzigern. Durfte dem Besitzer aber nur über die Schulter linsen. Als ich viel später ein "Teilexemplar" besaß, habe ich mich nie so richtig mit der Story des Heftes beschäftigt. Mir stachen immer wieder die Wortfetzen ins Auge, die ich so - oder in abgewandelter Form schon als Kleinkind von meinem Vater kannte. Sprüche wie:
    - Ich werde schon zeigen, was ne Harke ist.
    - Das wird bestimmt ein Verkaufsschlager.
    - Schicke Idee
    - Hasch mich, ich bin der Frühling.
    - Vergiss mein nicht.
    - Fall'n sie langsam, da haben sie mehr Genuss ! (.. ham'se mehr davon)
    - Die letzten der Mohikaner.
    - Na, ihr Hübschen !
    - ... Jetzt liegt was in der Luft ... ein ganz besonderer Duft ...
    - Woher nehmen und nicht stehlen?

    fielen täglich, ich mochte sie kaum mehr hören wollen. Möglich, dass sie 1955 noch nicht ganz so abgedroschen waren. Hegen hat in den ersten Heften, aber ganz besonders in dieser Nummer, dem Volk aufs Maul geschaut. Das trifft auch für nachfolgende Redewendungen zu, die ja zum Teil auch heute noch herhalten müssen:
    - Na, die haben die Rechnung aber ohne uns gemacht.
    - Kinder seid friedlich ...
    - Donnerwetter (Dig), du hast ja ein Tempo drauf.
    - Ach du meine Güte, mein Bestes Stück!
    - Wo brennt's denn, (Dig)?
    - Es war ein Betriebsunfall !
    - Das wird ein großer Schlager, ...
    - Passt mal auf, mein neuntes Weltwunder.
    - Dreh dich nicht um nach fremden Schritten
    - Na (Dag), für'n Anfang schon ganz gut.
    - (Sultan), jetzt hilft nur Aspirin ... und 25m Hansaplast
    - Helft mir, ich hab' den Drehwurm !
    - Genau wie der fliegende Holländer.
    - Vom Himmel hoch, da komm' wir her
    - O du meine Güte !
    - Das ging recht flott !
    - Langt zu, solange der Vorrat reicht


    An den Spruch "Nimm Fit, dann trocknet's schneller!" kann ich mich besonders gut erinnern. Die Werbung hat offenbar schon damals einen sehr großen Einfluß auf die Umgangssprache gehabt. Man dachte nicht wirklich an Fit, sondern es war cooler, jemandem, der vielleicht durch ein Mißgeschick naß geworden war, einen flotten Spruch statt ein Handtuch zu reichen.

    Auch heute tauchen mir beim Lesen von Heft 1 immer wieder Erinnerungen an Personen auf, die mich erfolgreich von der Geisterstory ablenken.

  17. #17
    Mitglied Avatar von Möhrenfelder
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    Da ich eher zu den älteren Semestern gehöre, kam ich schon Mitte der 60er Jahre zum Mosaik. Die Nummer 1 bekam ich Anfang der 70er in einem Antiquariat in Aschersleben. Dort bezog ich auch das aktuelle Heft, der Händler war gleichzeitig Zeitschriften- und Buchhändler. Ich hatte also ein Abo auf Umwegen , denn dort wurde das aktuelle Heft jeweils für mich zurückgelegt. Übrigens habe ich damals für das Heft 1 in annehmbarer Qualität 1 Mark bezahlt (soviel verlangte der Händler für jedes alte Heft, was bei ihm gelandet war. Ich musste dafür für andere Hefte tiefer in meinen schmalen Taschengeldbeutel greifen). Wie meine Vorredner auch, war mir die Geschichte der ersten Hefte davor nur fragmentarisch bekannt. Man bekam ab und an abenteuerlich zerfetzte Hefte (unter anderem von der Tante eines Schulkameraden, die im Altstoffhandel arbeitete und für uns die Zeitungsstapel durchwühlte). Das nun vorliegende vollständige Heft hat mich schon damals nicht mehr wirklich angesprochen (Ich war etwa 12 Jahre alt). Kannte ich doch, wie fast alle hier bereits einen ganzen Teil qualitativ wesentlich besserer Hefte. Trotzdem war es schon damals sowas wie ein Schatz für mich, denn es war das legendäre 1 Heft. Ich fand die seltsamen Texte, von wegen Hansaplast, Fit und so, ziemlich befremdend, denn damals war das Mosaik für mich eine durchaus ernste Sache. Ich möchte meinen, manches Heft hat mit geholfen, dass ich ein ganz guter Schüler war . So kam es also, dass mir mit gerade mal 12 Jahren, die ersten Mosaikhefte (Heft 5 war das einzige Heft, was ich nie wirklich vollständig besaß), zu kindisch waren Leider werde ich nie herausbekommen können, wie es gewesen wäre, wenn ich wirklich vom ersten Heft an Leser gewesen wäre. Hätte ich nach den ersten Heften, die ja auch noch vierteljährlich erschienen, überhaupt durchgehalten?
    Geändert von Möhrenfelder (29.12.2003 um 23:34 Uhr)

  18. #18
    Mitglied Avatar von Predantus
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    Re: Die leben ja !!!

    Original geschrieben von Wonderworld


    Was meint ihr, warum haben die Haremsdamen am Ende des Heftes trotzdem noch drei Tonfiguren?
    Ohne allzu viel Phantasie aufbringen zu wollen, würde ich mal denken, daß man die echten Gartenzwerge beschlagnahmt hat.

    Aber mal was anderes. Warum denkt ihr, spricht der Sultan von den Digedags im Springbrunnen als neuntes Weltwunder, wo es doch bekanntlich nur derer sieben gibt? Fehler von Hegen, oder hat er dem Werbeslogan Glauben geschenkt, der seinerzeit den Film "King Kong und die weiße Frau" als das achte Weltwunder anpries?

  19. #19
    Mitglied Avatar von Predantus
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    Was meint ihr, war die Szene, wo die Schergen des Sultans die Tonkrüge beklebten Vorlage für die Szene in Heft 213, wo Die Digedags fatima in einem großen Krug versteckten und diesem mit dem Zeichen des Sultans versahen? Immerhin strotzt die Orientserie von Selbstzitaten aus früheren Heften. Vielleicht ist ja sogar das verstecken von Fatima selbst in dem Krug eine Anspielung darauf, daß die Digedags selbst bei ihrem erstmaligen Auftreten aus Krügen auftauchen. Das der Sultan aus Heft 1 und Sultan Mahmud II, große Parallelen aufweisen, was Charakter und die Liebe von Reichtümern betrifft, muß ja sicherlich nicht erwähnt werden und ist sicherlich auch so gewollt.
    Übrigens, müßt ihr bei den beiden Großherrn nicht auch unweigerlich an Onkel Dagobert denken? Geldgierig, geizig, schnell aufbrausend, total unglücklich bei finanziellen Verlusten?

  20. #20
    Moderator Digedags Forum Avatar von Uhrviech
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    Cool Digedags ein neues Weltwunder?

    Original geschrieben von Predantus
    Warum denkt ihr, spricht der Sultan von den Digedags im Springbrunnen als neuntes Weltwunder, wo es doch bekanntlich nur derer sieben gibt? Fehler von Hegen, oder hat er dem Werbeslogan Glauben geschenkt...
    Wie oben schon erwähnt, sind mir diese "Sprüche" aus der Kindheit vertraut. Mal 8. Weltwunder, mal 9. Weltwunder. Vor allem natürlich das achte Weltwunder wurde immer wieder zitiert - auch in der Literatur. Ich denke Hegen hat, um einen coolen Spruch abzulassen, einfach den Standardsatz mit der "Acht" abgewandelt und sich damit auch ein wenig von den Weltwundern der Antike abgehoben.

  21. #21
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    Vielleicht noch eine Kuriosität am Rande. Als Digedag den Flicken auf Digs Hose (Seite 11) blau malen will, wird dieser trotz verwendeter blauer Farbe grün. Ist natürlich drucktechnisch bedingt, wenn man blau auf gelb druckt, ohne die Fläche darunter auszusparen. Aber ich denke mal, das man solche Kuriositäten dennoch erwähnen sollte. Ebenso wie Widersprüche in der Handlung, was uns ja in den nächsten 222 Wochen sicherlich noch so das eine oder andere mal beschäftigen wird.

  22. #22
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    In den sechziger Jahren, als ich Mosaik Nr. 1 noch nicht kannte, erzählte mir mal ein Schulkamerad, der es gelesen hatte, Teile der Handlung. So die Geschichte vom Bau des Tunnels, um die Schatzkammer ein wenig leer zu räumen. Diese Schilderung regte meine Phantasie an. Mußte an den DEFA-Märchenfilm "Der kleine Muck" denken, den ich kurz zuvor gesehen hatte! Darin spürt auch Muck mit Hilfe seines Zauberstockes im Garten des Sultans einen Schatz auf. Als ich dann später das Heft mein Eigen nannte, bestätigten sich diese märchenhaften Parallelen. Ein Schnelläufer des Sultans kam in der Geschichte vom kleinen Muck ebenfalls vor. Das Zusammenwürfeln von historischen Schauplätzen und modernen "coolen" Sprüchen könnte man als "quatschig" ansehen, zugegeben. Aber, wie auch Uhrviech schon sagte, ich glaube, es war beabsichtigt. Man wollte schon damals eine Symbiose aus "Lernen" und "Spaß" schaffen, siehe hier: http://www.mosafilm.de/reni/werbung/06-alt.html - "Ich will eine heitere und auch belehrende Unterhaltung für unsere Jugend schaffen ..." - Aber allen Leuten recht getan, ist 'ne Kunst, die niemand kann. Pubertierenden Jugendlichen war das nun wieder zu "kindisch". Apropos: Konzipieren auf lange Sicht: ich glaube, die ersten ca. 100 Hefte waren mehr oder weniger alle so konzipiert, daß jedes Heft auch für sich alleine Bestand haben konnte und eine relativ abgeschlossene Erzählung beinhaltete, mehr als die nächsten 100, trotz des großen Handlungsbogens, der unabhängig davon besteht. Manche Mosaik-Freunde, die etwa so alt sind wie ich, fanden deshalb Teile der Amerika- und der Runkelserie vergleichsweise langweilig. Damalige Begründung: Es passiert zu wenig, manchmal wirklich gar nichts. Oder: zuviel Text.
    PS.: In den abschließenden Orient-Abenteuern von 1974 / 1975 waren die Bauwerke und die "Lagerräume" von Schatzmeister Mustafa al Mansur natürlich perfekter gestaltet. Dagegen sind die Moscheen und Sultans Alis Schätze sehr simpel gezeichnet. Aber das sind handwerkliche Aspekte und müssen nichts mit Inspiration zu tun haben.
    Geändert von Wonderworld (30.12.2003 um 19:38 Uhr)

  23. #23
    Moderator Digedags Forum Avatar von Uhrviech
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    Original geschrieben von Predantus
    Was meint ihr, war die Szene, wo die Schergen des Sultans die Tonkrüge beklebten Vorlage für die Szene in Heft 213, wo Die Digedags fatima in einem großen Krug versteckten und diesem mit dem Zeichen des Sultans versahen?
    Als Vorlage würde ich das nicht bezeichnen. Motive wiederholen sich, vor allem wenn die Handlung und ihre Orte so dicht beieinander liegen. Und der Krug ist doch auch ein Symbol für das Marktreiben im Orient. Doch die Situation ist eine vollständig andere. Beim ersten, merkwürdigen Auftauchen der Digedags sehe ich noch keinen Grund, warum sie sich vor den Schergen des Sultans verstecken sollten. Das Bekleben mit dem Kuckuck durch die Steuereintreiber soll auch niemanden schützen, sondern die Gemeinheit und Habgier des Sultans unterstreichen. Als Fatima von den Digedags im Krug versteckt wird, ist es eine Rettungsaktion, es geht nicht um den Wert der Töpferarbeit. Im Gegenteil, symbolisch wird der Krug dem Sultan geschenkt, gleichzeitig aber überlistet (man könnte ja in Ungnade fallen, wenn man das Eigentum seines Herrschers zerstört).
    Die Parallelen zwischen Sultan aus Heft 1 und Sultan Mahmud II sind dagegen eindeutig und vielleicht auch zwangsläufig. Als Sultan hat man ja schließlich einen bestimmten Ruf zu wahren.

  24. #24
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    Original geschrieben von Predantus
    Was meint ihr, war die Szene, wo die Schergen des Sultans die Tonkrüge beklebten Vorlage für die Szene in Heft 213, wo Die Digedags fatima in einem großen Krug versteckten und diesem mit dem Zeichen des Sultans versahen? Immerhin strotzt die Orientserie von Selbstzitaten aus früheren Heften. Vielleicht ist ja sogar das verstecken von Fatima selbst in dem Krug eine Anspielung darauf, daß die Digedags selbst bei ihrem erstmaligen Auftreten aus Krügen auftauchen. ...
    Ich glaube schon, daß beides als Vorlage gedient hat, obwohl es eigentlich unpassend ist. Weil in beiden Fällen alt und neu inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, wie Uhrviech schon sagte. - Nochmal zu den Tonfiguren auf Seite 31: ich glaube, daß es ein Fehler vom Amt war. Der Autor hatte schlichtweg nicht mehr dran gedacht, daß eigentlich die lebendigen Digedags eingekauft wurden. Ein Indiz dafür: die Gartenzwerge werden weiterhin von den "Sultaninen" liebevoll getragen, als ob sie deren persönliches Eigentum wären.

  25. #25
    Mitglied Avatar von Predantus
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    Also ich denke eigentlich auch, das es beim signieren der Tonkrüge in Heft 1 und 213 einen Zusammenhang gibt, da doch die abschließende Orientserie auch soetwas wie ein Resümee vorangegengener Abenteuer darstellen sollte und sich Hegen mit Absicht selbst zitieren wollte, auch wenn die Handlung eine völlig andere ist. Aber gerade darin besteht ja gerade der Reiz solcher Zitate, daß man solche Zusammenhänge zwar erkennen kann, aber nicht immer gleich erkennen muß. Im Übrigen gehören in diesem Zusammenhang sicher auch die Hofbeamten, deren Gespräche untereinander sowohl in Heft 1 als auch in der Orientserie durchaus vergleichbar sind.

    Was den Schnellläufer betrifft, so kommt doch ein solcher im Heft eigentlich nicht vor. Nur in der Anzeige der Berliner Zeitung wurde doch der Zauberer so benannt. Doch der Text ist ja vielleicht auch nicht von Hegen, sondern einem Journalisten. Weiß da irgendwer was genaues, wer soclhe Werbetexte verfaßte? Aber ich denke trotzdem, daß die Erwähnung eines Schnellläufers in der Anzeige, durchaus einen Verweis auf den "Kleinen Muck"-Film darstellt. Vielleicht in der Weise, daß er folgendes suggerieren soll: "Kauft euch das Heft und taucht ein in die bunte Welt aus 1001 Nacht."
    Natürlich weiß ich, das "Der kleine Muck" und "1001 Nacht" nichts miteinander zu tun haben. Doch das Heft war ja ein Produkt für Kinder, und welches Kind wußte schon, daß es einen Wilhelm Hauff gab, welcher unter anderem auch Märchen mit orientalischem Flair geschrieben hat. Klar, ich wußte es im Alter von 7 bis10 Jahren bereits. Doch wieviele andere Kinder auch?
    Geändert von Predantus (30.12.2003 um 10:56 Uhr)

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