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Thema: Blueberry

  1. #326
    Mitglied Avatar von BobCramer
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Und ob das nun dem ein oder anderen passt oder nicht, deshalb nehme ich kein einziges Wort aus der Reihe "Ignorant, engstirnig, reaktionär, phantasielos, bevormundend, anmassend, repressiv..." zurück. Sie waren alle wohl begründet gewählt. Und beschreiben meine MEINUNG zu seinen Ansichten. Nicht zu seiner Person, auch das sei ausdrücklich betont.
    Mit Deiner großspurigen und lachhaft pathetischen Wortwahl hast Du Dich selbst ins Abseits gestellt. Such Dir in Zukunft einfach andere Diskussionspartner - falls Du hier noch welche findest.

  2. #327
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Auch wenn Du da wieder sehr absolutistisch formulierst, denke ich, dass sich da jeder sein eigenes Bild von machen kann...
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  3. #328
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
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    Stimmt, jeder macht sich sein Bild. Und solche Ausfälle sind auch der Grund warum du so hier so wenig Freunde hast.

  4. #329
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Ich bin auch nicht hier, um Freunde zu finden. Das mach ich dann schon eher im realen Leben. - Aber zugegeben: Auch da wird aus mir kein Diplomat mehr. Ich sag halt, was ich denke. Das ist nicht immer für jeden angenehm, aber immer begründet und nie persönlich. Wer das so nicht getrennt kriegt und lieber im Schmollwinkel verkrümelt, statt sich sachlich damit auseinanderzusetzen: Seine Sache. Kann jeder halten, wie er will.

    Im realen Leben klappt das übrigens ganz gut, mit dieser 'undiplomatischen' Art: Da trennt sich schnell die Spreu vom Weizen, sprich: Echte Freunde von 'Schön-Wetter-Freunden'. Auf letztere kann ich ganz gut verzichten, sie rauben einem nur die Zeit, die einem dann für die echten Freunde fehlen würde.

    Und was die 'Freunde' hier betrifft: Es gibt durchaus einige hier, die das getrennt kriegen: Die sind bei dem einen Thema in der Sache mit mir einig, beim nächsten überkreuz und kriegen das hin, Person und inhalt zu trennen. Und es gibt eben auch welche, die seit sie einmal mit mir aneinander geraten sind, schmollen und -völlig ungeachtet der Sachfragen- keine Gelegenheit auslassen, mir ans Bein zu pinkeln und schon deshalb 'dagegen' sind, weil ich 'dafür' bin. Oder umgekehrt. Jedenfalls nicht mehr wirklich klar haben, welche sachlichen Argumente stichhaltig sind, sondern nur noch nach Sympathie und Antipathie zu den jeweiligen Diskutanten mitdiskutieren. So isses eben.
    Geändert von zaktuell (15.08.2014 um 22:59 Uhr)
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  5. #330
    Mitglied Avatar von BobCramer
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    Ja, imponier Dir ruhig weiter selbst mit Deinen heldenhaften Selbstcharakterisierungen. Tatsache ist, dass der Name zaktuell bei vielen Comic-Freunden mittlerweile vor allem Abwehrreaktionen auslöst. Nach meiner Erfahrung nicht nur im Forum, sondern auch jenseits davon. Diejenigen, die mit Dir noch diskutieren oder zusammenarbeiten wollen, passen mittlerweile vermutlich in eine Telefonzelle. Aber was kümmert jemanden wie Dich die "Spreu" - Du genügst Dir selbst.
    Geändert von BobCramer (16.08.2014 um 08:56 Uhr)

  6. #331
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Ich bin auch nicht hier, um Freunde zu finden. Das mach ich dann schon eher im realen Leben.
    Das dürfte wohl ziemlich jeder hier so handhaben - und du hast auch ganz genau verstanden was ich damit gemeint habe.
    Doch anstatt dein Verhalten mal selbstkritisch zu betrachten, hast du mal wieder den "Korinthenkacker"-Weg gewählt.

  7. #332
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Es ist schon immer wieder spannend, wer und wieviele MICH tatsächlich interessanter finden als das eigentliche Thema (hier: Blueberry). Mein Beitrag #325 mit den Ausführungen zu 'Blueberry als Kind seiner Zeit' hätte mMn genügend Ansätze geboten, um IN DER SACHE weiter zu diskutieren. Stattdessen geht es dann doch bevorzugter um mich. Schon seltsam, dass ich oft für mein 'Diskutierverhalten, das Threads zerstört' gescholten werde. HIER zeigt sich doch wieder mal, dass ANDERE lieber über mich als über das Thema reden. Und das nur, weil sie sich beleidigt fühlen, weil man eine Meinung zu ihrer Meinung hat, aber deren Recht auf die eigene Meinung offenbar nicht vorsieht, dass man dazu dann auch ne (Gegen-)Meinung haben kann... - Und ja, ich ahne es: Jetzt käme der Hinweis, dass der Ton die Musik macht. Aber meine Güte, mal nicht allzu empfindlich (auch wenn ja bekannt ist, dass Berliner besser austeilen als einstecken können). Und schliesslich: Scheiße stinkt auch nicht weniger, wenn man sie in nen Geschenkkarton packt und n Schleifchen drumrum macht.
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  8. #333
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    Zurück zum Thema: Blanc-Dumont kann es meinetwegen ruhig einmal/zweimal mit der Hauptserie versuchen.
    Mit einem Spitzen-Autor (das muß!) im Boot, könnte das dann durchaus was werden. Er braucht tatsächlich etwas mehr Inspiration, so wie es Bob bereits formuliert hat .

  9. #334
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Ich verstehs nicht wirklich: Blanc-Dumont hat jetzt schon n Grossteil der Jugend gemacht. Im Sinne der Kontinuität könnte er da besser weiter machen. Zudem passt Wilson mMn besser zur Hauptserie als Blanc-Dumont. Wenn die jetzt schon beide an Blueberry arbeiten sollen, warum die Verteilung auf Hauptserie/Jugend dann genau andersrum sein soll, erschliesst sich mir nicht. Und ja: N guter Autor täte der Sache gut. Corteggiani ist ein routinierter Erzähler, aber nicht wirklich innovativ. Das mag für ein Hinplätschern der Serie auf gutem, erzählerischen Klassik-Western-Niveau ausreichen aber von Blueberry erwarte ICH eigentlich mehr als 'normale' Western-Kost auf ordentlichem Niveau. - Wobei ich denke, dass Cortegiani durchaus innovativer sein KÖNNTE (wenn ich so an Bastos und Zakuski denke...)... Vielleicht DARF er ja auch nicht so, wie er vielleicht gerne möchte, so wie Boucq mit Blueberry 1900 ja auch nicht durfte. Man weiss es nicht, man steckt nicht drin.
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  10. #335
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen

    Und sorry, BobCramer, aber mit diesem 'hoffentlich wird verhindert, dass das ausgeschlachtet wird' 'die Hauptserie sollte nicht weitergeführt werden', 'das ist auserzählt' und 'an das künstlerische Niveau kömmt eh keiner ran' - mit all dem kann ich gar nichts anfangen. DU musst ja Spin-offs, oder Hauptserien-Fortsetzungen nicht mehr kaufen. Es steht jedem frei, keine Lucky Lukes mehr zu kaufen, die nicht mehr von Goscinny getextet wurden. Oder den Lucky Luke von Achdé zu verschmähen. Oderoderoder. Aber zu fordern, dass es dererlei gar nicht mehr geben sollte, find ich völlig neben der Spur. Ignorant, engstirnig, reaktionär, phantasielos, bevormundend, anmassend, repressiv... Siehe auch hier: http://www.comicforum.de/showthread....=1#post4885223
    Dem kann ich zu 100% zustimmen!!!

    Auch wenn es wohl nie wieder einen völlig stilgleichen Charlier "Blueberry" geben wird, ich möchte eigentlich nicht darauf verzichten, dass sich der eine oder andere am Thema Blueberry versuchen wird. Die Figur Blueberry ist mittlerweile so vielschichtig, dass es genügend Möglichkeiten einer Weiterentwicklung gibt.

  11. #336
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    Zitat Zitat von BobCramer Beitrag anzeigen
    Ja, imponier Dir ruhig weiter selbst mit Deinen heldenhaften Selbstcharakterisierungen. Tatsache ist, dass der Name zaktuell bei vielen Comic-Freunden mittlerweile vor allem Abwehrreaktionen auslöst. Nach meiner Erfahrung nicht nur im Forum, sondern auch jenseits davon. Diejenigen, die mit Dir noch diskutieren oder zusammenarbeiten wollen, passen mittlerweile vermutlich in eine Telefonzelle. Aber was kümmert jemanden wie Dich die "Spreu" - Du genügst Dir selbst.
    Tatsache ist aber auch, dass der Name Bob Cramer dem in nichts nachsteht, besonders wenn er Postings wie dieses erstellt!

  12. #337
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Danke für die Zustimmung, aber ich war eigentlich grade froh, dass es wieder um Blueberry ging und nicht mehr um persönliche Befindlichkeiten der Diskutanten...
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  13. #338
    Mitglied Avatar von BobCramer
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    Zitat Zitat von John Doe Beitrag anzeigen
    Tatsache ist aber auch, dass der Name Bob Cramer dem in nichts nachsteht, besonders wenn er Postings wie dieses erstellt!
    Ist halt mal wieder ein ignorantes, engstirniges, reaktionäres, phantasieloses, bevormundendes, anmassendes, repressives Posting von mir gewesen. Aber ich glaube, die Foristen haben ein Recht darauf, dass diese Meta-Diskussion in diesem Thread endlich beendet wird...

  14. #339

  15. #340
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Und ja: N guter Autor täte der Sache gut. Corteggiani ist ein routinierter Erzähler, aber nicht wirklich innovativ. Das mag für ein Hinplätschern der Serie auf gutem, erzählerischen Klassik-Western-Niveau ausreichen aber von Blueberry erwarte ICH eigentlich mehr als 'normale' Western-Kost auf ordentlichem Niveau.
    Innovativ war Charlier auch nie. Aber das war eben die richtige Mischung: Ein verrücktes Genie als Zeichner, ein solider Schreiber, ein cooler französischer Filmstar als optisches Vorbild, und der parallel im Kino ablaufende Generationswechsel von John Ford zu Sergio Leone.

  16. #341
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    ...wobei der Wechsel von Ford zu Leone ja erst mit einigen Jahren Verspätung bei Blueberry niederschlug. Die ersten 10 Blueberry-Alben (1963-1968) sind ja noch ganz dem amerikanischen Western verhaftet, erst ab Luckner (1969) nahm Giraud sich mehr Freiheiten, auch in die Geschichte einzugreifen, statt nur Charliers Szenarios umzusetzen und erst ab Luckner wandelt sich Blueberry weg vom klassischen, amerikanischen (Kavallerie-)Western.

    Im Vergleich dazu: Leone begründete den Italo-Western mit seiner Dollar-Trilogie, deren erster Teil von 1964 stammt.
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  17. #342
    Zitat von hate:
    Innovativ war Charlier auch nie.
    Da muss ich widersprechen.
    Charliers Erzählweise mag aus heutiger Sicht als "klassisch" oder "konservativ" empfunden werden, vor 60 Jahren sah das anders aus.
    Vor ihm gab's zumindest in Europa kaum Comics "epischen Ausmaßes" und niemand hat diese Erzählweise so konsequent durchgezogen und kultiviert wie er.
    Allenfalls Tim und Struppi (Einhorn/Rackham) und Blake & Mortimer (Kampf um die Welt und Pyramide) können ihm hinsichtlich des ersten europäischen "epischen Comics" den Rang ablaufen (kommt natürlich drauf an, wie man diesen Begriff definiert). Die genannten Beispiele sind aber Einzelfälle im Schaffen Hergés und Jacobs'.

    Und wie wir alle wissen: Die Länge ist nicht immer entscheidend.
    Natürlich gab es schon vor Charlier lange Storys wie "Tim im Lande der Sowjets", doch wurden diese in der Regel episodenhaft erzählt. Sie eint nur eine große Klammer (z.B. die Reise an einen "exotischen" Ort), ansonsten bestehen sie aus einer Aneinanderreihung austauschbarer abenteuerlicher oder lustiger Ereignisse. Charlier hingegen hat seine Storys mit Plots und Subplots, einem roten Faden, zahlreichen Abweichungen, die in weitere noch entferntere Nebenstränge führen, vollgepfropft. Zumindest darin war er eindeutig Erster, weltweit.
    Und ist bis heute nahezu unerreicht, wenn ich das hinzufügen darf.
    Wenn wir heute wie selbstverständlich von Abenteuer-"Zyklen" reden, sollten wir daran denken, durch wen dieser Begriff im Comic überhaupt erst Berechtigung und Blüte erlangte.

    Daher (und natürlich aufgrund der Qualitäten Girauds) wird Blueberry immer ein "hard act to follow" sein. Es stimmt zwar, dass es Serien wie Spirou gibt, die Beispiele für bessere Nachfolge-Autoren/Zeichner liefern, aber nie lag in diesen Fällen die zu überspringende Latte so hoch.
    Und, wenn ich mir diese böse Bemerkung erlauben darf: mit Durchschnittstextern wie Corteggiani* wird gar nichts übersprungen.
    Und was den hier schon als Wunschkandidaten genannten Dufaux angeht: wenn ich an den letzten, desaströsen Blake & Mortimer von ihm denke, kann einem bei seinem Namen nur noch angst und bange werden.


    *= Bei der zum Teil noch von Charlier getexten "Todesmission" merkt man überdeutlich an welchem Punkt die Story in sich zusammenbricht. Das ist dort, wo Corteggianis Arbeit einsetzt.
    Geändert von felix da cat (18.08.2014 um 12:51 Uhr)

  18. #343
    Mitglied Avatar von BobCramer
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    *= Bei der zum Teil noch von Charlier getexten "Todesmission" merkt man überdeutlich an welchem Punkt die Story in sich zusammenbricht. Das ist dort, wo Corteggianis Arbeit einsetzt.
    Vor allem merkt man es an den dann folgenden Jugendbänden. Fade Storylines ohne Dramatik und originelle Einfälle, gesichtslose Charaktere ohne Wiedererkennungswert. Dazu dann später noch die langweiligen Zeichnungen von Blanc-Dumont. Auch wenn auf jedem Album der Name "Blueberry" steht, ist das eigentlich eine ganz andere Serie, die mit dem Geist und der Qualität der Arbeiten von JMC und Giraud nichts gemeinsam hat. Gleiches gilt natürlich für den Marshall-Blueberry-Zyklus.

    Seit fast genau 25 Jahren ist Jean-Michel Charlier jetzt tot. Seit fast 25 Jahren werden nur minderwertige Spin-Offs produziert - da darf man schon die Frage stellen, welche Künstler nun plötzlich dazu in der Lage sein sollten, das zu ändern. Und es stellt sich weiterhin die Frage, ob von den besten Zeichnern und Textern, wer das nun auch immer sein sollte, überhaupt jemand ein Interesse dran hätte, ausgerechnet eine so eingefahrene Serie wie "Blueberry" zu übernehmen. Viel wahrscheinlicher ist es in meinen Augen, dass auch weiterhin irgendwelche Routiniers banale Durchschnittswestern produzieren. Das reicht bei "Blueberry" einfach nicht aus.
    Geändert von BobCramer (18.08.2014 um 16:00 Uhr)

  19. #344
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    @felix da cat:
    Deine Ausführungen in allen Ehren, aber 'innovativ' heisst ja 'erneuern'. Da steckt 'neu' drin. Ich gebe Dir gerne zu, dass Charlier 'Erster' war, mit 'epischen' Comics. Aber Charlier ist ERZÄHLER und 'Erzählung' fängt ja nicht mit dem Medium Comic an. In Film und Literatur sind 'epische Erzählungen' schon seit Homer nicht mehr wirklich 'neu'. Und wenn jemand diese uralte Erzählweise lediglich auf ein 'neues' Medium transponiert, dann entspricht das zumindest nicht MEINEM Begriffsverständnis von 'innovativ'. Wurde Charlier nicht mal von irgendwem als 'Alexandre Dumas der Comics' bezeichnet? - Ich denke, das beschreibt ganz gut, in welcher ERZÄHLtradition Charlier steht. Und die ist schon ziemlich 'klassisch'.

    Wobei auch das betont sei: 'innovativ' ist nicht automatisch 'gut', sowie 'klassisch' nicht automatisch 'schlecht' ist. Es ist eben -jenachdem- klassisch oder innovativ. Und wenn ich mal die drei 'großen' Erzähler 'realistischer' Abenteuer-Comics (franco-belgischer Prägung) vergegenwärtige, dann würde ich noch am ehesten Greg (in und für seine(r) Hoch-Zeit) 'innovativ' nennen, während Charlier 'klassisch' und van Hamme 'konventionell' ist. (Und der vierte, Duchateau, ist so zwischen Charlier und van Hamme, mMn.)

    Schlussendlich: Wie sagte Norbert Blüm gestern so schön in 'Ich stelle mich' (WDR drittes), als es um Personen und deren Etikettierung als rechts, links, konservativ, christlich etc. ging?: "Etiketten sind was für Flaschen."
    Geändert von zaktuell (18.08.2014 um 18:19 Uhr)
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  20. #345
    Mitglied Avatar von Manx cat
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    ...wobei der Wechsel von Ford zu Leone ja erst mit einigen Jahren Verspätung bei Blueberry niederschlug. Die ersten 10 Blueberry-Alben (1963-1968) sind ja noch ganz dem amerikanischen Western verhaftet, erst ab Luckner (1969) nahm Giraud sich mehr Freiheiten, auch in die Geschichte einzugreifen, statt nur Charliers Szenarios umzusetzen und erst ab Luckner wandelt sich Blueberry weg vom klassischen, amerikanischen (Kavallerie-)Western.

    Im Vergleich dazu: Leone begründete den Italo-Western mit seiner Dollar-Trilogie, deren erster Teil von 1964 stammt.

    Das wurde mit Sicherheit schon diskutiert. Trotzdem: Inwiefern hat Giraud tatsächlich in die Stories eingegriffen? ICh glaube gar nicht, aber allein die grafische Interpretation reichte aus, um den Geschichten einen völlig anderen Charakter zu verleihen.

    Gerade bei der Südstaatengold-Maxiserie gibt es ja nicht wenige Episoden, die ähnlich geplottet sind wie der Rote Korsar. Die sich regelmäßig wiederholenden Festungsbelagerungen, die selbstmörderischen Ausbrüche, Fluchten, die Bauernopfer, die taktischen Spielchen usw. Tatsächlich finde ich gerade die Südstaatengoldgeschiche so typisch Charlier wie nur was. Aber Charlier war halt trotz aller Stereotypen für Überraschungen gut.

  21. #346
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Wieweit Giraud in die Stories eingegriffen hat? - Da weiss ich natürlich auch nicht mehr, als die öffentliche Quellenlage* hergibt. Aber bezüglich 'typisch Charlier wie nur was', find ich ja die Bände von Nez Casé bis Weg in die Freiheit wieder sehr 'charlieresk'. Die Rückkehr zum Kavallerie-Western, die Darstellung der Indianer (die deutlich über das hinausgeht, was noch Im ersten Zyklus war, wenngleich auch da schon ein differenziertes Bild 'des roten Mannes' anklang), die Rehabilitation des Helden mit all ihren Komplikationen (hier wird ein gordischer Knoten gekonnt zerschlagen, im Gegensatz zu zB dem Kristalltor-Debakel bei Luc Orient, das Greg seinerzeit nicht mehr ordentlich aufgedröselt gekriegt hat), der Rückgriff auf einen längst ad acta gelegt geglaubten Antagonisten als Drahtzieher der Verschwörung gegen den Helden - und nicht zuletzt die Abkehr von den 'dreckigen' Italo-Western-Elementen, die sich von Goldmine bis Angel Face zogen...

    WENN Giraud in die Stories eingegriffen hat, dann scheint er sich ab Nez Casé wieder nur noch aufs Zeichnen konzentriert zu haben - bis er dann mit Arizona Love -scheinbar gradezu befreit von Charlier- ein erstes Blueberry-Album abliefert, das in so vielen Punkten 'untypisch' für die Serie ist, dass man sich wundert, warum es trotzdem als 'stimmiger Abschluss' statt als 'Fremdkörper' empfunden wird.


    *bereits 2007 -als mein Erinnerungsvermögen noch besser war- schrieb ich hier:
    http://www.comicforum.de/showthread....=1#post2470766
    dass es Sek.-Quellen gibt, die von stärkerer Einmischung Girauds ins Scenario sprechen. Damals hätt' ich auf Nachfrage wohl noch sagen können, WELCHE Quellen das waren, inzwischen erinner ich nur noch den Fakt, aber nicht mehr die Quelle...
    Geändert von zaktuell (19.08.2014 um 00:55 Uhr)
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  22. #347
    Zitat von zaktuell:
    @felix da cat:
    Deine Ausführungen in allen Ehren, aber 'innovativ' heisst ja 'erneuern'. Da steckt 'neu' drin. Ich gebe Dir gerne zu, dass Charlier 'Erster' war, mit 'epischen' Comics. Aber Charlier ist ERZÄHLER und 'Erzählung' fängt ja nicht mit dem Medium Comic an. In Film und Literatur sind 'epische Erzählungen' schon seit Homer nicht mehr wirklich 'neu'. Und wenn jemand diese uralte Erzählweise lediglich auf ein 'neues' Medium transponiert, dann entspricht das zumindest nicht MEINEM Begriffsverständnis von 'innovativ'. Wurde Charlier nicht mal von irgendwem als 'Alexandre Dumas der Comics' bezeichnet? - Ich denke, das beschreibt ganz gut, in welcher ERZÄHLtradition Charlier steht. Und die ist schon ziemlich 'klassisch'.
    Jedem seine Meinung. Meine ist halt, dass jemand, der irgendeinen "Kniff" (hier: eine Erzähltechnik) in ein Medium einführt, dessen man sich dort vorher nicht bediente (oder von dem zumindest nicht konsequent Gebrauch gemacht wurde) und der dieses Medium "weiterbringt", innovativ, ein Erneuerer dieses Mediums ist. Umso mehr, wenn sich zahlreiche Nachfolger finden, die sich dieses Kniffes, dieser Technik bedienen.

    Versetzen wir uns mal in die Zeit seiner ersten Buck Danny-Zyklen und seines Surcouf-Dreiteilers. Mit Fug und Recht darf man behaupten, "so eine Erzählweise hatten wir doch schon bei Dumas oder sonstwem", nur stellt sich dann die Frage: "und warum ist bis zu diesem Zeitpunkt noch niemand darauf gekommen, auch Comics so zu erzählen, obwohl es diese bereits ein halbes Jahrhundert gab?"
    Wahrscheinlich, weil dies nicht dem damaligen "Verständnis von Comics" entsprach, also wie und was ein Comic zu sein hat. Charlier hat die Grenzen neu ausgelotet.

    Die innovative Leistung darin mag aus heutiger Perspektive schwer nachzuvollziehen sein. Und ironischerweise hat Charlier selbst dafür gesorgt, dass das so ist, weil er diese Erzählweise zu etwas so alltäglichem gemacht, sie dermaßen "kultiviert" hat, dass sie uns heute selbstverständlich erscheint. Für ihre Zeit war sie jedoch ein Meilenstein.

    Eisner gilt nicht nur wegen seiner tollen splash pages als Erneuerer. Immer wieder wird er (ob fälschlicherweise oder richtig) als "Erfinder" der Graphic Novel genannt. Aber erzählt er in seinen Graphic Novels in irgendeiner Art und Weise in der Art "innovativ" wie Du den Begriff verstehst, also so wie noch nie zuvor in der Literatur? Oder erweitert er die Grenzen des Comic, indem er "Techniken" aus anderen Medien in seine Comics transferiert?
    Zitat von zaktuell:
    ... dann würde ich noch am ehesten Greg (in und für seine(r) Hoch-Zeit) 'innovativ' nennen, ...
    Ich würde ihn auch "innovativ" nennen.
    Aber warum?
    Weil er Stilmittel und Erzählweisen des Films in seine Comics einführte. Die waren aber auch schon vorher da. Er reagierte nur und übernahm ... wie Charlier.
    Oder worin siehst Du das Innovative bei Greg?

  23. #348
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Das Innovative bei Greg seh ich darin, dass er eben NICHT (nur) Dinge aus anderen Medien übernahm, sondern tatsächlich und wirklich NEUES erzählt hat. Mag sein, dass auch er seine Vorbilder hatte, aber dann wären sie mir nicht bekannt:

    Eine packende Abenteuergeschichte, die gänzlich ohne 'böse Buben' auskommt, in der Art wie Andy Morgan in der Flammenhölle von Caranoa - mir wäre aus Film und Literatur nichts Vergleichbares bekannt, das da Vorbild gewesen sein könnte.
    Die Psychologie bei Red Dust in den Geschichten mit den Dobbs und Shotgun Marlowe - mWn beispiellos in anderen Medien.
    Das ganz klischeehafte Aufbauen einer Nullachtfuffich-Agentenserie mit all seinen Stereotypen, nur um diese dann umso rigoroser zu demontieren wie bei Bruno Brazil. Wär mir vorher nicht bekannt.

    All das immer bezogen auf die Entstehungszeit: Wer das heute ohne Blick auf diese liest, wird da auch nicht viel 'Innovatives' entdecken, denn Vergleichbares gibt es mittlerweile auch im Film. Aber eben 'mittlerweile' und nicht schon zur Entstehungszeit. Jedenfalls nicht, dass ICH wüsste.

    Und das ist eben der Unterschied zu Blueberry: Da sind mir die zB cineastischen Vorbilder bekannt: Chandler in den 50ern als Cochise findet sich in Blueberry in den 60ern wieder, das Indianerbild aus Broken Arrow, 50er, bei Blueberry in den 60ern. Italo-Western Anfang der 60er, bei Blueberry dann Ende der 60er. usw. Das war immer alles schon vorher woanders. Bei den genannten Greg-Beispielen nicht. Bruno Brazil als Abklatsch von Bond und Mission Impossible, ja, klar. Aber Bond und Mission Impossible feiern im Kino unverändert ihre zementierten Klischees und Stereotypen ab. Von einer Demontage wie bei Brazil ist da nichts zu sehen. Das macht mMn den Unterschied.
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  24. #349
    Was du als innovativ bei Greg anführst, sind mehr oder minder Storyelemente.
    Die gab's jedoch schon vor Greg. Natürlich werden sie von ihm neu gemischt. Nehmen wir nur mal ein Beispiel:

    Zitat von zaktuell:
    Eine packende Abenteuergeschichte, die gänzlich ohne 'böse Buben' auskommt, in der Art wie Andy Morgan in der Flammenhölle von Caranoa - mir wäre aus Film und Literatur nichts Vergleichbares bekannt, das da Vorbild gewesen sein könnte.
    Das war in Katastrophenfilmen - und mit denen kann man Caranoa durchaus vergleichen - keine Seltenheit. Auf Anhieb fällt mir ein Film ein, der mich als Kind begeistert hat. Eine Brandkatastrophe und keine Bösewichte und das alles aus dem Jahr 1952. Ich bin nun nicht der Leser von "Katastrophen-Romanen", würde aber wetten, dass so etwas auch dort nicht sooo selten ist. Bei Brandkatastrophen kann man ja noch einen Brandstifter einarbeiten, einen glaubwürdigen Bösewicht bei einem Roman um einen Vulkanausbruch zu finden, ist schon schwerer.

    Dennoch halte auch ich die von Dir genannten Storyelemente für innovativ, weil Greg sie in den Comic einführte ... wobei dies nicht für alle von Dir genannten Beispiele gilt, denn eine Demontage durch Tod der Protagonisten einer Heldengruppe gab's auch schon im Comic. Und dass Superhelden als "unfähig" beschimpft oder von weiten Teilen der Bevölkerung als Verbrecher angesehen wurden, war spätestens seit den Marvels der 1960er nichts Neues. Ob es als innovativ angesehen werden kann, diese Storyelemente von einem Superhelden-Comic in eine "realistischere" Serie zu überführen, möchte ich nicht bewerten.

  25. #350
    Mitglied Avatar von Horatio
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    Ich schlage diese Beispiele vor:

    Eine Abenteuergeschichte ganz ohne Bösewicht: Jules Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde"

    Schlussendliche Demontage – vielmehr der Untergang – einer Gruppe von Helden: Akira Kurosawas "Die sieben Samurai" (auch hier bleiben nur der Anführer und der "zweite Anführer" übrig)

    Für Big Boy Lazarettes Schicksal fällt mir folgendes mögliches Vorbild ein: Unkas in James Fenimore Coopers "Der letzte Mohikaner"
    Horatio

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