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  1. #1
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    Wonder Woman - Oneshots

    In diesem Thread will ich künftig alle Einzelbände zur Amazone, also solche ausserhalb der laufenden Serien, rezensieren. Da stehen demnächst erst einmal an

    Wonder Woman Anthologie
    Wonder Woman gegen Cheetah
    Wonder Woman: Verschollen
    Wonder Woman Special.
    Geändert von LaLe (18.06.2020 um 16:41 Uhr)

  2. #2
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    Würde hier nicht auch der Deluxe Band passen?

  3. #3
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    Als kompletter Run an der damals laufenden Serie hätte ich den hier nicht untergebracht zumal mir die drei Trades reichen und ich die Deluxe-Ausgabe deshalb nicht holen werde.

    Wenn da aber wer was zu schreiben möchte, nehme ich den gerne im Eingangsbeitrag mit auf.

    Hier würden auch noch die ganzen Kinder- und Jugendsachen reinpassen.

  4. #4
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    Da die gute WW ja in der aktuellen Justice League Dark mitmischt werde ich mir nach meinem New52-Run und vor dem Beginn der neuen JLD mal ihre Anthologie und (weil ich da eh gerade im Thema bin) das Conan-Crossover holen. Zumindest Letzteres würde ja dann auch hier rein passen.
    Über Besuch, Meinungen, Diskussionen etc... freue ich mich immer sehr!

  5. #5
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    Wonder Woman Anthologie



    Zum Inhalt

    Nach einem etwas älteren Vorwort von Lynda Carter (der TV-Darstellerin von Wonder Woman) geht es gleich mit dem ersten von vier Kapiteln los, denen jeweils einleitende Worte vorangestellt werden, die sich den historischen Hintergründen der Serie widmen. In die einzelnen Geschichten (es sind insgesamt 18 auf etwa 400 Seiten) wird dann ebenfalls mit einer ganzen Seite, also recht ausführlich, eingeführt. Ergänzt wird das Ganze durch Galerien zu Wonder Womans Feindinnen, ihrer Mutter Hippolyta, Artemis, Cassie Sandsmark und Donny Troy und verschiedenen Storylines wie Our Worlds at War, Odyssee oder Infinite Crisis.

    Nun aber direkt zu den Geschichten, die ich inhaltlich nicht groß wiedergeben sondern nur mit einem kurzen Kommentar versehen will.

    Kapitel 1: Die Amazone

    I. Die Geburt von Wonder Woman (The Origin of Wonder Woman) von William Moulton Marston und Harry G. Peter
    erschienen in Wonder Woman (1942) #1 im Sommer 1942


    Die erste Geschichte liefert gleich die Origin und bietet auf nur wenigen Seiten einen Inhalt, für den es heutzutage mindestens einer sechsteiligen Miniserie bedarf. Siehe zuletzt Morrison mit Erde Eins und Greg Rucka mit Das erste Jahr. Für mich ein Klassiker (jetzt nicht der Morrison).

    II. Frauen der Zukunft (America's Wonder Woman) von William Moulton Marston und Harry G. Peter
    erschienen in Wonder Woman (1942) #7 als 2. Geschichte im Winter 1943


    Cheesy ist für die zweite Geschichte dann noch sehr milde gesagt. An Naivität ist diese kaum zu überbieten und ich kann jeden verstehen, der sich aufgrund solcher Nummern nicht an die ganz klassischen Stoffe rantrauen mag. Ich musste die historische Brille arg mühen.

    III. Der Schurkenverbund (Villainy Incorporated) von William Moulton Marston und Harry G. Peter
    erschienen in Wonder Woman (1942) #28 im März April 1948


    Die letzte der drei Geschichten von Marston geriet dann etwas ausführlicher und bot ein Who is Who der Gegnerinnen. Die hätte so auch im Silver Age erscheinen können. Ich fühlte mich super unterhalten.

    Mal schauen was nun das zweite Kapitel zu bieten hat. Als Tiefpunkt erwartete ich die Geschichte von O'Neil, dessen Boni ich bei Eaglemoss schon wirklich schlecht fand. Unter dem Motto "Die vielen Gesichter der Amazonenprinzessin" muss man aber auch so etwas bringen. Zu behaupten, dass dies eine Sammlung der besten Geschichten ist, wäre glatt gelogen. Wäre jetzt aber auch nicht meine Erwartungshaltung gewesen.

    Kapitel 2: Die Prinzessin

    IV. Streng Geheim (Top Secret) von Robert Kanigher und Ross Andru
    erschienen in Wonder Woman (1942) #99 im Juli 1958


    Die Geschichte, wie Wonder Woman zu ihrer Geheimidentität als Diana Prince kam, fand ich so lala. Das "Versteckspiel" mit dem liebestollen Steve Trevor lässt die männliche Hälfte der Menschheit irgendwie dumm dastehen. Für mich bislang die Nummer zwei auf der Abstinkliste nach "Frauen der Zukunft".

    V. Wonder Girl, die junge Amazone (Wonder Woman: Amazon Teenager) von Robert Kanigher und Ross Andru
    erschienen in Wonder Woman (1942) #107 im Juli 1959


    Da gefiel mir die Geschichte um die junge Wonder Girl gleich viel besser. Die versprühte tatsächlich einen gewissen Charme und wartete mit einer dreiteiligen Prüfung auf, die dank der Unterstützung eines Meerjungen (ob der irgendwann mal wieder auftauchte?) bestanden wurde. Danach durfte unsere Heldin Emblem, Lasso und Sternchen tragen. Um Längen besser besser als "Streng geheim".

    VI. Wonder Womans letzter Kampf (Wonder Womans Last Battle) von Dennis O'Neil und Mike Sekowski
    erschienen in Wonder Woman (1942) #179 im Nov/Dez 1968


    Dennis O'Neil räumt dann in wenigen Sätzen und Bildern mit der Wonder Woman-Historie auf. Den Amazonen fällt plötzlich ein, dass 1000 Jahre rum sind und sie sich anderweitig erholen müssen. Diana bleibt nach einem tränenreichen Abschied zurück. Danach kann sie frei von allem, was den Charakter bis dahin ausmachte, in ihre Karriere als Kampfsportlerin starten und wird dabei von Vaterersatz I Ching begleitet. Ich fands richtig schwach.

    VII. Das zweite Leben der ursprünglichen Wonder Woman (The second life of the original Wonder Woman) von Robert Kanigher und Don Heck
    erschienen in Wonder Woman (1942) #204 im Jan/Feb 1973


    Dann ist Kanigher zurück und mit ihm auch die Amazonen. Dafür sind Wonder Womans Meister und ihr Gedächtnis Geschichte. Letzteres wird auf der Paradiesinsel wieder teilreaktiviert und so ein neuer alter Status quo hergestellt. Nach der #179 die nächste Brechstange. Hauptsache aber, dass Wonder Woman wieder sie selbst und keine weibliche Kwai Chang Caine mehr ist.

    VIII. Schwanengesang (Swan Song) von Roy Thomas und Gene Colan
    erschienen in Wonder Woman (1942) #288 im Feb 1982


    Die Einführung von Silver Swan ist eine IMO gelungene Schurk(inn)en-Origin. Etwas merkwürdig fand ich nur, wie in wenigen "Nebensätzen" die Befreiung der Amazonen von den sie unterdrückenden männlichen (Halb-)Göttern Herkules und Merkur abgehandelt wurde. Insgesamt ein sehr gelungener Start des neuen Teams.

    Und nun war ich auf den dritten Teil gespannt, der mit dem Start des Perez-Runs ein echtes Highlight zu bieten hat.

    Kapitel 3: Die Botschafterin

    IX. Wonder Woman Die Prinzessin und die Macht (The Princess and the Power) von George Perez und Greg Potter
    erschienen in Wonder Woman (1987) #1 im Februar 1987


    Wenn es eine definitive Wonder Woman Story gibt, dann ist es wohl der Auftakt des Perez-Runs. Bild-und wortgewaltig wird die Neudefinition nach der Crisis on Infinite Earths umgesetzt und wenn es eine Pflichtlektüre zur Amazone gibt, dann ist es diese Nummer. Leider kenne ich aus dem Run auch nur das, was uns Eaglemoss gebracht hat und das verlangt einfach nach mehr. Leider wird auch der Wonder Woman Film nicht dazu beitragen, dass wir mehr davon auf Deutsch bekommen (genausowenig wie den seinerzeit bei Dino angekündigten Archivband - dort wäre es die Nummer 9 geworden). Für mich ist das nicht nur ein Highlight der Wonder Woman Serie, sondern des DCU überhaupt. Muss man gelesen haben. Bungt.

    X. Wonder Woman Akte der Gewalt (Violent Beginnings) von William Messner Loebs und Mike Deodato Jr.
    erschienen in Wonder Woman (1987) #94 im Januar 1995


    Bei den Dinos hatte ich den ersten Solokontakt mit Wonder Woman und an mir lag es ganz sicher nicht, dass die Heftserie mit der #6 schon wieder eingestellt wurde. Mir gefielen vor Allem die Zeichnungen von Mike Deodato richtig gut und auch wenn die sowas von 90er sind, kann ich die heute beim besten Willen nicht schlecht finden. Die Phase mit Artemis als Wonder Woman, die diese Rolle weniger als Botschafterin denn als Kriegerin interpretierte, war meine Erstprägung. Darum bin ich hier vielleicht nicht ganz objektiv. Ist mir aber wurscht. Die sechs Hefte (es gäbe ergänzend noch eine Nullnummer und ein Variant zur #1) bekommt man in der Bucht hinterher geschmissen. Da kann man IMO nicht viel verkehrt machen.

    XI. Spinnst du jetzt völlig?! (Are you out of your Minds?!?) von John Byrne
    erschienen in Wonder Woman (1987 )#113 im September 1996


    Die "Einführung" von Cassie Sandsmark ist dann eine Blaupause der Marke "Der Sidekick hat seinen eigenen Kopf und reitet sich so in die ...". Solide gemacht, reißt mich die Geschichte nicht wirklich vom Hocker und der vom Original beseelte Decay-"Klon" ist schon eine krude Nummer. Die nerdige Optik Wonder Girls geht IMO aber gar nicht. Für mich der Minuspunkt in dieser Nummer.

    XII. Der Wahre Wert der Seele (The Bearing of the Soul) von Eric Luke, Yannick Paquette und Mathew Park
    erschienen in Wonder Woman (1987) #142 im März 1999


    In der Geschichte von Eric Luke spielt der Wonderdome - eine "etwas" größere Version des unsichtbaren Flugzeugs - eine bedeutende Rolle während Wonder Woman Kriegsverbrecher dingfest macht.Ein schöner moderner Standard.

    XIII. Die Entdeckung des Paradieses (Paradise Found) von Phil Jimenez
    erschienen in Wonder Woman (1987) #177 in 2002


    Phil Jimenez markiert einen Neustart nach dem Event "Our Worlds at War" und die Götter schenken den Amazonen ein neues Themiscyra, das nun Teil der Welt ist. Das Exil der Amazonen ist Geschichte. Mit viel (wohl unvermeidlichem) Pathos ist diese Geschichte auch als Requiem für die Opfer von 9/11 gedacht. Gedenken und Neuaufbruch sind die zentralen Themen dieser Geschichte, die optisch großartig umgesetzt wurde. Und Steve Trevor war offensichtlich schon vor Morrison einmal Afroamerikaner. In Rebirth hat man ja Etta Candys Hintergrund (nicht nur) diesbezüglich ein „wenig“ angepasst.

    XIV. Die Mission (The Mission) von Greg Rucka und Drew Johnson
    erschienen in Wonder Woman (1987) #195 in 2003


    Der Tag im Mitarbeiterstab der Botschafterin Wonder Woman ist in der Tat eine unterhaltsame Geschichte, die einen tieferen Einblick in das Geschehen im Hintergrund liefert. Mir war z.B. neu, dass der Minotaurus nach dem Ort Minos benannt wurde, was Ferdinand dazu bringt zu erwähnen, dass es eben nur einen Minotaurus gibt und er eben jener nicht ist. Das verlagsseitig vorgeschlagene Cover für Dianas Essaysammlung hätte ich gern als Poster (wenn ich nicht verheiratet wäre). Gefiel mir gut die Nummer und ich bin schon auf Ruckas neuen Run gespannt.

    XV. Die Mutter der Bewegung (The Mother of the Movement) von Darwyn Cooke and J. Bonne
    erschienen in Justice League: The New Frontier Special #1 in 2008


    New Frontier halte ich für eine großartige Geschichte und das nachgelieferte Tie-In macht unheimlich Spaß. Unbezahlbar ist Bruce Wayne, der von Diana in einem "verruchten Etablissement" erwischt wird und dieses blitzschnell verlässt bevor unsere Streiterin für den Feminismus den Laden auseinandernimmt. Ganz getreu dem Motto "Selbst die guten Männer sind Schweine.".

    Und nun freute ich mich auf das kurze letzte Kapitel mit zwei Heften der in D leider nicht veröffentlichten Serie Sensation Comics featuring Wonder Woman, die ich genauso gerne hier veröffentlicht sähe wie The Legend of Wonder Woman.

    Kapitel 4: Die Kriegerin

    XVI. Die Höhle des Minotaurs (The Lair of the Minotaur) von Brian Azzarello
    erschienen in Wonder Woman (2011) #0 im November 2012


    Die Höhle des Minotaurus kannte ich schon und die Geschichte ist inhaltlich herrlich "auf alt" getrimmt und dennoch modern. Vor Allem funktioniert die gut im Kontext der Neuausrichtung von Brian Azzarello, der aus Wonder Woman einen Toptitel machte. Anspielungen auf Diana als Göttin des Krieges inclusive. Sehr schön gemacht.

    XVII. Gothamazone (Gothamazon) von Gail Simone und Ethan van Sciver
    erschienen in Sensation Comics featuring Wonder Woman #1 im Oktober 2014


    Wonder Woman vs. Batmans Schurkengalerie. Mich erinnerte das ein klein wenig an "Götter von Gotham", nur dass die Schurken hier sie selbst sind. Ein gelungener Seitensprung, der die Unterschiede in der Vorgehensweise von Batman und seiner Kollegin aufzeigt.

    XVIII. Rettender Engel (Guardian Angel) von Amy Chu
    erschienen in Sensation Comics featuring Wonder Woman #7 im April 2015


    Abgeschlossen wird der Band mit einer Kurzgeschichte, die aktuelles Geschehen aufgreift und wohl aufzeigen soll wie Menschen - hier die Soldatin in Afghanistan - von erdachten Figuren inspiriert werden können. Ein unterhaltsames Kurzvergnügen.

    Fazit:

    Ich muss sagen, dass der Band - wie die anderen Anthologien vermutlich auch - toll aufgemacht und ein wahres Brett ist. Da bekommt man für seine € 34,99 eine ganze Menge geboten. Er verschafft dem Leser einen recht umfangreichen Überblick über eine der drei großen Ikonen des DCU, die zumindest hierzulande hinter den anderen beiden immer deutlich zurückstehen musste.

    Wie weiter vorne bereits beschrieben ziehe ich den Mehrwert insbesondere aus der Vielzahl deutscher Erstveröffentlichungen und bin mit der Anschaffung höchst zufrieden. Da bekommt man Lust auf mehr (Wonder Woman) und andere Anthologien (Aquaman, Flash, Shazam).

    Deutsche Erstveröffentlichungen dürften gewesen sein:

    Wonder Woman (1942) #7 – Frauen der Zukunft
    Wonder Woman (1942) #28 – Der Schurkenverbund
    Wonder Woman (1942) #99 – Streng geheim
    Wonder Woman (1942) #107 – Wonder Girl, die junge Amazone
    Wonder Woman (1942) #179 – Wonder Womans letzter Kampf
    Wonder Woman (1942) #204 – Das zweite Leben der ursprünglichen Wonder Woman
    Wonder Woman (1942) #288 – Schwanengesang
    Wonder Woman (1987 )#113 – Spinnst du jetzt völlig?!
    Wonder Woman (1987) #142 – Der wahre Wert der Seele
    Wonder Woman (1987) #177 – Die Entdeckung des Paradieses
    Wonder Woman (1987) #195 - Die Mission
    Justice League: The New Frontier Special #1 – Die Mutter der Bewegung
    Sensation Comics featuring Wonder Woman #1 – Gothamazone *)
    Sensation Comics featuring Wonder Woman #7 – Rettender Engel

    *) erschien später noch einmal als Wonder Woman Special zum ersten Film

    Von mir gibt es eine klare und uneingeschränkte Kaufempfehlung.

  6. #6
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    Na, mal wieder eine "Alt-Rezi" verwurstet?
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  7. #7
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    Sagt der Dublettenerzeuger vom Dienst. Obwohl, unterhalb von vierfach machst du es mittlerweile ja auch nicht mehr.

    Nee, die wurde hier ja mehr oder weniger gefordert und passt darüber hinaus wunderbar zur "Cheetah-Anthologie", die gerade in der Mache ist und mit Chance heute noch kommt.

  8. #8
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    Wonder Woman gegen Cheetah
    (enthält Teile von US-Wonder Woman: The Cheetah)




    Zum Inhalt

    Nach einigen einleitenden Worten geht der Band gleich in die Vollen und präsentiert uns sechs Geschichten aus acht US-Heften. Wermutstropfen war für mich, dass gegenüber der US-Ausgabe "Wonder Woman: The Cheetah" zwei Hefte fehlten, die hierzulande - wenn ich das richtig recherchiert habe - Erstveröffentlichungen gewesen wären. Es fehlt das Flash-Crossover aus 2005 mit The Flash 219 und Wonder Woman 214. Da hätte ich im Gegenzug lieber auf Justice League 13, 14 verzichtet.

    Gegönnt habe ich mir die HC-Ausgabe (siehe Abbildung), die auf 333 Exemplare limitiert ist. Die kommt mit einem matten Einband daher und gefällt mir so besser als irgendwelche Hochglanzvarianten. Nur das Motiv ist nicht ganz meines.

    Die einzelnen Geschichten werden jeweils mit einer einleitenden Seite versehen, die kurz schildert wo die jeweilige Handlung einsetzt und mit welcher Version von Cheetah man es zu tun hat. Dazu gibt es kleine Infokästen zu den Machern der entsprechenden Hefte.

    Nun aber zu den Storys.

    Wonder Woman und Cheetah (Wonder Woman and The Cheetah) von William Moulton Marston und Harry G. Peter
    erschienen in Wonder Woman (1942) #6 im September 1943


    Während einer Benefizveranstaltung weckt die Aufmerksamkeit aller für Wonder Woman den Neid der jungen Priscilla Rich, die sich in die Arbeit des die Veranstaltung organisierenden Friedenskomitees eingebracht hat. Sie sabotiert einen Stunt der Amazone, die der tödlichen Falle nur knapp entkommen kann.

    In der Folge entwickelt Rich, die von ihrem krankhaften Geltungsbedürfnis und Rachedurst zur Jägerin Cheetah mutiert, einen perfiden Plan um Diana zu schaden. Als dieser nicht aufgeht, lockt sie Wonder Woman in eine Falle, in der sie sich schließlich selbst verfängt.


    In dieser Geschichte fällt der "schöne" Satz: "Oh, ich trage gern Handschellen.", der Ausdruck dessen sein dürfte, was man dem Wonder Woman-Schöpfer gerne mal vorwarf.
    Ansonsten ist das klassischer Golden Age-Stoff, der sich bei aller Textlastigkeit dennoch richtig gut las. Hat mir gefallen.

    Einmal Superschurke, wie bestellt! (One Super-Villain: Mail to Order) und Die Krallen von Cheetah (Claws of the Cheetah!) von Gerry Conway und José Delbo
    erschienen in Wonder Woman (1942) #274 und 275


    Als Wonder Woman ein Tankerunglück unweit der Chesapeake Bay verhindert, trifft sie auf Deborah Domaine, die einer Umweltschutzorganisation vorsteht. Die junge Frau ist die Nichte von Priscilla Rich und wird von Kobra zur Nachfolgerin ihrer verstorbenen Tante ausgebildet.

    Als Rächerin des Lebens zerstört sie einen Staudamm und löst damit eine verheerende Katastrophe aus. Als es zur Auseinandersetzung mit Wonder Woman kommt, kann sie ihr das Lasso der Wahrheit abnehmen und entkommen.

    Kurz darauf erfährt auch Diana, dass ihre ehemalige Gegnerin verstorben ist und bekommt eine Ahnung davon, wer deren Nachfolgerin geworden ist. An Bord von Debbie Domains Jacht kommt es erneut zu einer Auseinandersetzung. Als die Jacht mit einem Fährschiff kollidiert geht die neue Cheetah über Bord und bleibt verschwunden.


    Mit diesem Zweiteiler wird ein Sprung von gewaltigen 37 Jahren gemacht und das Silver Age komplett übersprungen. Es geht damit direkt zur Nachfolgerin der ersten Cheetah und die Geschichte ist - wenn ihr mich fragt - recht gut gealtert und bildete den Auftakt zu einer längeren Storyline.

    Cheetah wird hier als gnadenlose Killerin dargestellt, die im Kampf für das Leben selbst gewillt ist die Menschheit auszulöschen. Überhaupt ist die Tonalität bei allen weiterhin naiv anmutenden Storyelementen deutlich düsterer.

    Das Blut der Gepardin (Blood of the Cheetah) von George Pérez
    erschienen in Wonder Woman (1987) #9 im Oktober April 1987


    Kurz nach dem Auftauchen von Wonder Woman interessiert sich die englische Archäologin Barbara Ann Minerva für die Amazone. Mit einem Trick versucht sie das Lasso der Wahrheit in ihren Besitz zu bringen, doch als sie dies in Händen hält, fliegt der Plan auf und enttäuscht wendet sich Diana von ihr ab.

    Verwandelt zu Cheetah nimmt Minerva die Spur erneut auf und macht Diana ausfindig. Im Zweikampf zeigt sie sich als ebenbürtige Gegnerin, die Wonder Woman sogar verletzen und dem Lasso widerstehen kann. Erst als Julia Kapetalis, bei der Diana untergekommen ist, auf die Angreiferin schießt, versinkt diese im See und verschwindet.


    Mit dieser Ausgabe sind wir bereits im legendären Pérez-Run angelangt, der die Geschichte Wonder Womans nach der Crisis on Infinite Earths neu definierte und nach Ansicht vieler mit zum besten gehört was DC zu bieten hat. Mit Barbara Ann Minerva wird die dritte Cheetah eingeführt, die man - von einem kleinen Intermezzo mit einem Sebastian Ballesteros einmal abgesehen - bis heute in dieser Rolle kennt.

    Die Figur der Cheetah wird hier um die Verbindung zu einem Pflanzengott, dessen Früchte zu einer Metamorphose führen, erweitert.

    Das Geheimnis von Cheetah (The Secret of the Cheetah) von Geoff Johns und Tony S. Daniel
    erschienen in Justice League (2011) #13 und 14 im Dezember 2012 und Januar 2013


    Die Justice League befindet sich in einer schwierigen Situation als es zu einem Kampf zwischen Wonder Woman und Cheetah kommt. Diana unterliegt und so beschließt das Team gemeinsam auf die Jagd zu gehen.

    Im Kongo können sie Cheetah stellen, müssen jedoch all ihre Fähigkeiten und Kräfte bündeln um die unfassbar starke Gegnerin zu besiegen. Und selbst der Sieg scheint mehr ein Geschenk zu sein, denn vom Belle Reve aus nimmt Cheetah Kontakt nach außerhalb auf. Ihr Auftreten und die anschließende Gefangennahme scheinen Teil eines größeren Plans zu sein.


    In dieser Version soll der Schnitt an einem alten Ritualdolch für die Verwandlung einer Frau in Cheetah verantwortlich zeichnen. Barbara Ann Minerva arbeitete zeitweise für ARGUS im Schwarzen Raum und begutachtete dort verwahrte Artefakte. Anders als bislang angenommen wurde postuliert, dass nicht Cheetah Barbara sondern die bösartig veranlagte Frau die Gottheit korrumpierte.

    Der in dieser Geschichte angedeutete Plan kam dann im folgenden Heft zum Tragen.

    Die Jagd (The Hunt) von John Ostrander und Victor Ibánez
    erschienen in Wonder Woman (2011) #23.1 im November 2013


    Nach ihrer Flucht aus dem Belle Reve führt der Weg von Cheetah nicht wie geplant zur Secret Society. Bevor sie sich mit den Wegbereitern des Crime Syndicates von Erde-3 trifft, will sie eine höchst persönliche Rechnung begleichen. Ihr dicht auf den Fersen ist Marshal Mark Shaw, der ihr an den Ort ihrer Entstehung folgt. Es handelt sich dabei um eine Lebensgemeinschaft von Frauen, die ihr Leben der Diana, der griechischen Göttin der Jagd, verschrieben haben.

    Überraschend wird es zunächst für den Marshal, denn die Frauen hegen keinerlei Interesse daran von offizieller Seite beschützt zu werden. Ganz im Gegenteil, findet sich Shaw plötzlich in der Rolle der beute wieder als zur Jagd auf ihn geblasen wird. Als er kurz davor steht "erlegt" zu werden taucht Cheetah auf und fordert ihre einstige Mentorin zum Kampf. Als sie diese tötet, ist sie von ihrer Vergangenheit und ihrer Identität als Barbara Ann Minerva befreit.


    In dieser Geschichte wird die Historie von Barbara Ann Minerva dahingehend näher beleuchtet woher ihre Bösartigkeit rührt und dass es mitnichten der Schnitt am Ritualdolch war, der zu ihrer Verwandlung führte.

    Zwischenspiel (Interlude) von Greg Rucka und Bilquis Evely
    erschienen in Wonder Woman (2016) #8 im Dezember 2016


    Barbara Ann Minerva interessierte sich schon in jungen Jahren für die Sagen und Legenden um die Amazonen. Als Erwachsene geht sie allen Spuren nach um deren Herkunft zu ermitteln und ihre Existenz beweisen zu können. So findet sie eines Tages eine unbekannte Insel, von der sie annimmt, dass sich die Amazonen einst hierher zurückzogen. Doch findet sie am vermeintlichen Ziel ihrer Suche keine Spur der Gesuchten.

    Mit Beginn der Rebirth-Ära krempelte Greg Rucka die Historie der Amazone in einer Weise um wie man sie bis dahin kaum kannte. So sollen die Amazonen schon ewig im Exil leben und Dianans Erinnerungen an viele Begegnungen seither nur Teil einer groß angelegten Täuschung sein. Das ist so verwirrend wie es klingt.

    In diesem Heft erfahren wir die Geschichte bevor Barbara Ann Minerva zur Cheetah wurde und mit der Version aus den New 52 wird komplett gebrochen. Im späteren Verlauf der Rebirth-Ära wurde sie dann erneut mit dem Pflanzengott Urzkartaga vermählt, womit man sich wieder stärker am Pérez-Run orientierte.

    Fazit:

    Auf diese Veröffentlichung hatte ich mich mit der Ankündigung in der Halbjahresvorschau gefreut. Ein Blick auf die US-Vorlage versprach bei zehn enthaltenen US-Heften sechs deutsche Erstveröffentlichungen. Für mich ein echtes Kaufargument. Leider entschieden sich die Paninis dafür, zwei hefte wegzulassen. Die Wahl fiel dabei auf Hefte, die ich beispielsweise JL 13 und 14 klar vorgezogen hätte.

    Die enthaltenen Geschichten bieten insbesondere eine Reihe von Erstauftritten der verschiedenen Cheetah-Versionen, so dass man zu diesen einen ganz guten Überblick erhält. Insofern kann man den Band sehr wohl als eine Art Cheetah-Anthologie betrachten, die die Wonder Woman Anthologie wunderbar ergänzt. Von der inhaltlichen Machart besteht durchaus eine Ähnlichkeit. Jeder Geschichte ist eine einleitende Seite mit Hintergrundinformationen vorangestellt, die sich auch zu den jeweiligen Autoren und Zeichnern auslässt. Und hier sind eine ganze Reihe namhafter Comicschaffender versammelt.

    Für Fans der Amazone ist der Band eine lohnende Anschaffung. Allein schon wegen der Pérez-Nummer.

  9. #9
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