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  1. #1
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    Doomsday Clock (2018) Serienthread

    An dieser Serie scheiden sich womöglich die Geister, zumindest im Vorwege wird das so gewesen sein. Unter den "Skeptikern" dürften nicht nur die Watchmen-Puristen gewesen sein sondern auch solche Leser, die von Before Watchmen enttäuscht wurden.

    Ich persönlich halte die Vorlage für einen der ganz großen Superhelden-Comics und bei allen Schwächen (mir persönlich ist der Black Freighter zu sperrig und stört den Lesefluss massiv und das Ende bzw. Ozymandias Plan ist mir zu pulpig) für ein Must-read. Bei den Vorgeschichten ist meine Meinung gespalten. Die meisten Sachen gefielen mir richtig gut, massive Probleme hatte ich aber mit den beiden Azzarello-Serien Rorschach und Comedian. Inhaltlich waren die schwach und wenn die Zeichnungen von Lee Bermejo und J. G. Jones nicht wären, könnten man beide Miniserien komplett vergessen. Alle anderen Vorgeschichten gefielen mir jedoch wirklich gut und die zu Night Owl war die bessere Rorschach-Origin.

    Darum soll es hier aber nicht gehen. Doomsday Clock war angedacht als die Serie, die die Mysterien um Rebirth und die New 52 aufklären und alles in einen logischen Zusammenhang bringen sollte und DC-Mastermind Geoff Johns dürfte einen echten Plan gehabt haben. Inwieweit dieser angesichts diverser Verzögerungen (Gary Frank als Zeichner ist nun wahrlich kein Garant für pünktliches Erscheinen) durchgezogen wurde, wird sich zeigen. Erschwerend dürfte allerdings hinzukommen, dass mittendrin die Herren Snyder und Bendis das DCU ordentlich umkrempelten.

    Was mich am meisten reizte war die Aussicht, dass die JSA über Doomsday Clock zurück ins DCU kommen sollte. Dafür war ich gar willens den mir zu gewollt anmutenden Versuch die Watchmen ins normale DCU zu integrieren über mich ergehen zu lassen. Bislang (Stand Band 3) gefällt mir das aber überraschend gut.

    Der Abschlussband soll Ende des Monats - so Corona will - erscheinen und das nehme ich mal zum Anlass, diesen Thread für eine rückwirkende Betrachtung der ersten drei Bände auf den Weg zu bringen.

    Seid herzlich eingeladen bereits jetzt eure Erwartungshaltungen zu diskutieren. Mit der Rezension zur #1 will ich dann spätestens Anfang kommender Woche ans Eingemachte gehen.

  2. #2
    Mitglied Avatar von El Duderino
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    Mein Plan war seit langem, die Serie zu lesen, wenn der letzte Band in Sicht ist. Somit habe ich vor einer Woche mit der Geschichte angefangen und lese mich gemütlich bis zur finalen Ausgabe vor.

    Band 1 habe ich schon durch und der hat mir überraschend gut gefallen.
    Ich gehöre eigentlich zu den Skeptikern, die jegliches Nachfolge Projekt von Watchmen als kleinen Frevel bezeichnen. Before Watchmen habe ich deshalb komplett ignoriert, diese fantasielose Prequel Abschlachtung des Klassikers wollte ich nicht einmal mit der Kneifzange anfassen.

    Bei Doomsday Clock war ich aber schon von Anfang an dezent interessiert. Die Storyidee klang interessant, auch wenn ich Geoff Johns für einen denkbar unpassenden Nachfolger für Moore halte. Der Mann steht für mich für bombastische und recht oberflächliche Actiongeschichten mit massiven Nostalgie Einschlag.

    Aber nach 3 von 12 gelesenen Kapiteln finde ich, dass es Johns sehr gut schafft, den Stil des Originals einzufangen.
    Auch Gary Frank zeichnet sich die Seele aus dem Leib und mir ist lieber, ich warte ein paar Monate länger, als ein hingerotztes Ergebnis zu bekommen.

    Nur leider hat ja inzwischen die Realität die Storywendungen eingeholt. Div. Planungen, wie DC in die große DCU Timeline eingepflanzt werden sollte, sind wohl komplett unter den Tisch gefallen und so kann man das ganze eigentlich nur noch als Black Label Auskoppelung werten.
    Warum aber auch nicht? Lieber eine sehr gute alleinstehende Geschichte, als eine mittelprächtige, die sich zu allen anderen Serien einfügt oder fügen muss.

    Heute starte ich mit Band 2.


    PS.: Die Watchmen Serie von HBO sehe ich mir auch an. Da war ich auch höchst skeptisch aber die Kritiken überschlagen sich ja förmlich. Und außerdem: Es ist HBO.
    Wird also auch noch gesichtet.

  3. #3
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    Zitat Zitat von El Duderino Beitrag anzeigen
    Mein Plan war seit langem, die Serie zu lesen, wenn der letzte Band in Sicht ist.
    Da ich nur schwer etwas ungelesen liegen lassen kann, wird es bei mir nun ein Reread.

  4. #4
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    Doomsday Clock #1
    (enthält US-Doomsday Clock 1-3)




    Autor: Geoff Johns
    Zeichner: Gary Frank



    1992, also sechs Jahre nachdem Adrian Veidt seinen wahnsinnigen Plan zur Rettung der Welt umgesetzt hat, steht diese erneut am Abgrund. Sein Vorhaben wurde geleakt und er selbst ist nun der meistgesuchte Mann der Welt während sich die Menschen allerorten erneut auf die Straßen und an die Kehlen gehen. Und so sieht der intelligenteste Mann seiner Zeit nur noch einen Ausweg. Dr. Manhattan muss zurückkehren und es richten.

    Mit dem neuen Rorschach stellt er ein Team zusammen, dem auch die beiden Mörder Mime und Marionette angehören. Letztere verschonte Dr. Manhattan einst als er feststellte, dass sie schwanger war und so soll sie ihn an seine menschliche Seite erinnern. Während die erste Atombombe zündet versetzt Veidt die Gruppe in ein Paralleluniversum in dem er den Rückzugsort Dr. Manhattans vermutet und landet in Gotham City auf Prime Earth!

    Veidts Plan besteht darin zunächst Kontakt zu den intelligentesten Menschen dieser Welt aufzunehmen. Dabei handelt es sich um Lex Luthor und Bruce Wayne, deren Firmenimperien sich einen mit allen Bandagen geführten Kampf um Forschungen und Patente zu Metawesen liefern. Hintergrund ist die von internationalen Forschern entwickelte Supermen-Theorie, die sich mit der Frage beschäftigt warum 97% aller Superhelden US-amerikanischer Herkunft sind. Die Theorie stellt eine Verbindung zu geheimen Regierungsprogrammen her und sorgt für massive internationale Verwerfungen und ein Superwesen-Wettrüsten.

    Während Rorschach das Wayne Manor aufsucht wird Veidt bei LexCorp vorstellig. Der Besuch bei Luthor eskaliert allerdings als mit dem totgeglaubten Comedian ein Dritter auftaucht, um sich schießt und Luthor verletzt. Ozymandias kann mit Mühe und schwer verletzt fliehen gilt nun aber als Luthor-Attentäter.

    Für Rorschach läuft es nicht besser. Batman liest Kovacs´ Tagebuch und lockt ihn anschließend ins Arkham Asylum. Dort zeigt er ihm allerdings nicht den Weg zu Dr. Manhattan sondern verschafft ihm eine Zelle...



    Das war nun also das erste Viertel der mit Spannung (?) erwarteten Serie um das Rebirth-Mysterium. Gleichwohl die eigentlich ganz tief in der Continuity des DCU verankert sein sollte, wissen wir heute, dass die Continuity komplett im Dutt ist, da sich speziell die Herren Snyder und Bendis offenkundig nicht drum scheren. Darum schenke ich mir jede Form von Spekulation darüber, wie das alles zusammenpasst und beschränke mich allein auf die Story selbst.

    Die gefällt mir bis hierhin sehr viel besser als erwartet und schürte tatsächlich so etwas wie Vorfreude auf den Rest und insbesondere die Auflösung des "Manhattan-Projekts".

    Dass Veidts Plan zur Rettung der Welt nicht lange tragen würde, war eine mögliche Implikation, die das Ende von Watchmen bereits enthielt. Allerdings blieb dort durchaus offen ob irgendwer oder eine entsprechend relevante Anzahl an Menschen dem Tagebuch eines Wahnsinnigen Glauben schenken würde. Und Wahnsinn trug der erste Rorschach mit Sicherheit in sich. Fragt Batman.

    Ob die Grundannahme hinter Veidts Plan eine humanistische Grundüberzeugung in dem Sinne ist, dass der Mensch aus sich heraus bzw. durch menschlichen Anstoß in der Lage ist zu einer besseren Existenz zu finden oder allein in Größenwahn begründet werden kann, wäre ggf. an anderer Stelle zu diskutieren. Zu Beginn von Doomsday Clock ist Ozymandias jedenfalls davon überzeugt, dass allein Dr. Manhattan wieder richten kann was er einst anstellte. Folgerichtig begibt er sich auf die Suche nach ihm.

    Dass die nicht einfach wird war genauso zu erwarten wie der Umstand, dass die beiden intelligentesten Männer Prime Earths nicht gleich Feuer und Flamme für die Geschichte sind. Genauso war zu erwarten, dass die mitgeführten Mörder für Unruhe sorgen würden. Dass die sich nach einem veritablen Schlachtfest aufmachen den Joker aufzusuchen, lässt einiges an Gewalt und Chaos befürchten.

    Das einzige was ich nicht gebraucht hätte, war die wundersame Rettung des Comedian. Aber da wird sich der Doktor etwas bei gedacht haben, mehr jedenfalls als ich mir derzeit vorstellen kann. Ansonsten gefällt mir das Crossover des DCU mit den Watchmen bislang ausgesprochen gut.

    Mein persönliches Highlight ist die Erwähnung Johnny Thunders, der natürlich auf eine Rückkehr der JSA hoffen lässt.

    Zur Optik muss ich nicht viel sagen. Wir bekommen ordentlich Gary Frank geboten und das wird - eingedenk der Verzögerungen - wohl bis zum Ende der Serie so bleiben. Sehr schön.

    Was denkt ihr über diesen Serienauftakt?

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    Spoiler im PaFo
    Geändert von LaLe (25.03.2020 um 10:03 Uhr)

  5. #5
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    Doomsday Clock #2
    (enthält US-Doomsday Clock 4-6)




    Autor: Geoff Johns
    Zeichner: Gary Frank



    Im Arkham Asylum hat Reginald Long, der neue Rorschach, das ein oder andere Déjà-vu und erinnert sich an die Zeit nach der von Adrian Veidt inszenierten Alien-Attacke. Er selbst ist einer der Überlebenden, die mit massiven psychischen Schäden davon gekommen ist. Aus den Aufzeichnungen seines Vaters, der einst Walter Kovacs, den ersten Rorschach, begutachtete, gewinnt er einen Einblick in seine Psyche in nimmt zunehmend dessen Züge an. Als das Täuschungsmanöver Veidts auffliegt, flüvchtet Long, sucht Ozymandias auf und versucht diesen zu töten. Dessen offenkundige Reue bewegt ihn jedoch dazu, seinem neuen Plan, Dr. Manhattan ausfindig zu machen, zu unterstützen und so arbeiten die beiden fortan zusammen.

    Auch das Arkham Asylum kann ihn nicht lange halten und gemeinsam mit Jane Doe, die sich auch Saturn Girl nennt, gelingt ihm die Flucht. In einer alten Fabrik treffen sie auf Johnny Thunder, der dort die Laterne von Alan Scott ausfindig machen konnte.

    Marionette und Mime treffen derweil auf den Joker und werden Zeugen wie Batman nach einer Auseinandersetzung mit Ozymandias von einem Mob regelrecht auseinander genommen wird. Diesen Umstand weiß der Joker umgehend zu nutzen und gemeinsam mit seinen neuen Begleitern sucht er ein Treffen von Gothams Unterwelt auf. Dort wird u. a. diskutiert das von Black Adam ausgesprochene Asylangebot für Superwesen in Anspruch zu nehmen. Das Treffen hat allerdings auch einen ungebetenen Gast und der Comedian sprengt die Versammlung nicht nur im übertragenen Sinne. Ziel seiner Attacke sind Marionette und Mime von denen er erfahren will wo sich Dr. Manhattan aufhält.

    Auch politisch eskaliert die Lage weiter. Black Adam wird außerhalb Khandaqs aktiv, in Russland werden Hawk und Dove inhaftiert und immer mehr Superwesen werden als Produkte amerikanischer Zuchtprogramme diffamiert. Lex Luthor deutet in einem Interview gegenüber Lois Lane an, dass hinter dem Projekt, das der Supermen-Theorie zugrunde liegen soll, ein ehemaliges Mitglied der Justice League steckt.



    In US-Nummer 4 bekommen wir die Origin des neuen Rorschach erzählt, die für Kenner der Vorlage insbesondere wegen der Begegnung mit Byron Lewis, dem Mothman, sehr interessant zu lesen ist. Daraus zieht sie für mich ihren Reiz, denn für die eigentliche Handlung ist sie vergleichsweise unbedeutend.

    Danach geht es dann aber Schlag auf Schlag und auf verschiedenen Handlungsebenen werden die Figuren zusammengeführt oder neue Ebenen aufgemacht bzw. angedeutet. Das wird allerdings auch Zeit, denn inzwischen ist man am Ende der ersten Hälfte der Serie angelangt und Dr. Manhattan - um den es gehen soll - ist bislang lediglich in Rückblenden zu sehen gewesen.

    Mein persönliches Highlight dieser Ausgabe ist die US-Nummer 6 mit der Origin von Marionette und Mime. Die ist abgrundtief böse geraten und wäre im gängigen DC-Kontext so wohl nicht möglich gewesen.

    Einen Vergleich mit der Vorlage will ich mir weiter sparen. Für sich gesehen ist Doomsday Clock bis hierhin eine gut durchdacht wirkende Story, die zwei als unvereinbar geltende Superhelden-Welten in beeindruckender und unterhaltsamer Weise zusammenführt.

    Wenn ich aber einen Vergleich wagen wollte, dann den zwischen Geoff Johns, der seinen Inspirationsquellen sehr viel Respekt entgegen bringt und sie in großartiger Weise fortführt bzw. in seine Geschichte integriert, und einem Scott Snyder, der Geschichten schlicht umschreibt und komplett neu deutet, der Ideen nicht aufgreift und fortentwickelt sondern zerstört um Nichtgeschichten zu erzählen. Und leider ist es auch so, dass er mit seiner Schöpfung des Dark Multiverse und allem was daraus folgt Doomsday Clock mal eben in Richtung out of continuity schiebt. Wohlgemerkt die Geschichte, die alles was seit dem Flashpoint passiert ist, aufklären sollte.

    Hier halte ich besser ein. Man sieht und liest sich zum dritten Band wieder.

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    Spoiler im PaFo.

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