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  1. #126
    Mitglied Avatar von LaLe
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    @God_W.

    Die Arkham Horror Brettspielreihe kennst du direkt oder nur über die Recherche? Habe das Teil samt aller Erweiterungen und finde das einfach nur genial.

    Und kennst du den "Film" Schatten aus der Zeit?
    https://geek-whisper.de/h-p-lovecraf...n-aus-der-zeit
    Geändert von LaLe (13.05.2020 um 21:28 Uhr)

  2. #127
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Zitat Zitat von JRN Beitrag anzeigen
    Gran-di-os!



    Mit 1000 Grüßen,
    JRN
    Voll gerne!

    Zitat Zitat von Kaltez Beitrag anzeigen
    super rezis , kriek und breccia sind bestellt
    Danke! Bin gespannt, was Du dazu sagst!

    Zitat Zitat von Comic_Republic Beitrag anzeigen
    Siehst du, was du anrichtest? Der arme Kaltez musste sich neue Comics bestellen...
    Sind wir das nicht alle?

    C_R
    So der teuflische Plan!

    Zitat Zitat von LaLe Beitrag anzeigen
    @God_W.

    Die Arkham Horror Brettspielreihe kennst du direkt oder nur über die Recherche? Habe das Teil samt aller Erweiterungen und finde das einfach nur genial.

    Und kennst du den "Film" Schatten aus der Zeit?
    https://geek-whisper.de/h-p-lovecraf...n-aus-der-zeit
    Na was denkst Du denn von mir!?! Ich schreib doch nicht von bloßem Hörensagen wild drauf los! Außerdem ist Arkham doch auf dem Foto mit der "Farbe"-Spielfigur deutlich im Hintergrund zu erkennen! Ja, Arkham Horror ist schon ein Knaller, aber eingängiger und mir persönlich mittlerweile auch lieber ist Eldritch Horror, da habe ich aber bislang nur einen Teil der Erweiterungen. Besseres Storytelling, aber halt nicht mehr komplett Coop wird bei den Villen des Wahnsinns geboten, da sind wir mit unserer Truppe aber mittlerweile bei der letzten Erweiterung angelangt, danach kommt die zweite Edition, die ist dann wieder "alle gegen das Spiel", allerdings mit Tablet-Unterstützung. Bin gespannt, wie das dann wird. Das Schöne ist, wenn Du mal Geld in Monster- und Ermittlerfiguren investiert hast, kannst Du die bei allen drei Spielen einsetzen.

    Nein, den Film kenn ich tatsächlich noch nicht. Empfehlenswert?
    Geändert von God_W. (13.05.2020 um 22:11 Uhr)
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  3. #128
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Lies die Rezi.

  4. #129
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Musste ich doch tatsächlich den Browser wechseln, weil die Seite mit meinem alten IE nicht aufgehen wollte. OK, da scheine ich ja nicht all zu viel verpasst zu haben...
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  5. #130
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Bist du nicht Komplettist?

  6. #131
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    Äh, nee. Dafür ist das Budget zu knapp UND mir die Lebenszeit zu schade

    Aber guter Versuch.
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  7. #132
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    Du, ich hab das Teil nicht mehr und muss es ergo auch nicht mehr loswerden. Im Zweifel hättest du den fürs Porto bekommen.

    Aber wo wir schon bei den Mythos-Games sind. Plauderst du da nur mit deinen Kumpels drüber oder auch bei den Heidelbären (jetzt Asmodee?) im Forum?
    Hättest du evtl. Lust an anderer Stelle darüber fachzusimpeln?

    Einer der Punkte, die ich an dem Brettspiel so genial finde, ist, dass man das auch wunderbar allein zocken kann. Von dem Langzeitspaß aufgrund der Unzahl möglicher Varianten (Ermittler/GA-Kombination) und den diversen Erweiterungen mal ganz ab. Das bietet so kein mir bekanntes Brettspiel.

    Gut, man benötigt natürlich einen etwas größeren Tisch als für andere Spiele...

  8. #133
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Nee, spiele nur mit Kumpels und befreundeten Pärchen. Das würde mir zu viel werden. Früher war ich in Filmforen, ein bissl im Hi-Fi-Forum oder beim Grillsportverein unterwegs, aber aktuell nur noch Comics. Der Rest bleibt komplett privat. Aber gerade in Sachen Brettspiele bleibt halt auch VIEL zu wenig Zeit!

    Ah, Stopp! Nicht ganz richtig! Mit dem Bernd von meinem Heidelbär Flagship Store red ich natürlich öfter noch über Spiele.
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  9. #134
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    Hui, wie die Zeit vergeht! Fast einen Monat keine Rezi geschrieben, dafür aber immerhin einen Stapel von gut 60cm weggelesen. Trotz enormem Zuwachs im vergangenen Monat konnte ich den Lese-K2 also nahezu auf gleicher Höhe halten. Jetzt wird es aber wirklich mal Zeit, dass ich wenigstens in aller Kürze so nach und nach meine Meinung zu den gesichteten Werken kundtue. Los geht es mit dem berühmtesten aller Barbaren.

    Conan der Cimmerier: Schatten im Mondlicht



    Weiter gehen die großen Abenteuer des Cimmerischen Hünen und diesmal wird es nicht nur abenteuerlich, sondern auch ein wenig schaurig. Dabei beginnt alles noch ganz typisch, mit einer holden Maid auf der Flucht vor einem „edlen Herren“. Da beweist es sich gleich wieder, je edler die Rüstung, umso skrupelloser und niederträchtiger der Mann, der drinsteckt. Ihren ganzen Mut zusammengenommen und ihrem Peiniger entflohen schafft es die hübsche Olivia mit letzter Kraft an den Rand eines Sumpfes. Als sie dort von ihrem Häscher eingeholt wird hat Conan, der mit selbigem zufällig noch eine Rechnung offen hat, seinen großen Auftritt.



    Der wurde von Zeichnerin und Autorin in Personalunion, Virginie Augustin ebenso beeindruckend in Szene gesetzt, wie ich es mir beim Lesen von Robert E. Howards Originalgeschichte vorgestellt habe. Ihr detailreiches und geradezu als üppig zu bezeichnendes Artwork gefällt mir in diesem Band sowieso ausgesprochen gut, deutlich besser noch als damals bei Alim der Gerber – 1. Das Geheimnis des Wassers. Einzig Conan selbst trägt in der ein oder anderen Szene einen Gesichtsausdruck zur Schau, der eher an einen unterentwickelten Primaten statt an den großen Krieger erinnert. Das sind aber wirklich nur wenige Stellen und im Gegenzug gibt es mindestens ebenso viele, in denen eine Erinnerung an Marvels einstigen Conan-Zeichner „Big“ John Buscema geweckt wird, was dieses Mini-Manko mehr als wett macht.

    Spätestens wenn wir im Verlauf der abenteuerlichen Odyssee der beiden, also Conan und Olivia, auf der vermeintlich verlassenen Insel in die düsteren Tempel eindringen hat es Mademoiselle Augustin geschafft eine derart fesselnde Atmosphäre zu erzeugen, dass jedweder Zweifel zu Grabe getragen wird. Die Frau kann nicht nur zeichnen, sondern auch fesselnd Geschichten erzählen und mächtig Spannung erzeugen! Klar, sie hat sich auch eine bärenstarke Vorlage von Meister Howard ausgesucht, aber hey, auch die muss man erstmal auf die Seiten bringen.



    Blutige Schlachten, gruselige Ruinen, hübsche Frauen, wilde Piraten und gefährliche Monster. All das und noch viel mehr bietet „Schatten im Mondlicht“ an exotischen Schauplätzen, von einer wahren Könnerin trefflich erzählt und in Szene gesetzt. Eine klare Empfehlung meinerseits und wieder eine deutliche Steigerung zur „Scharlachroten Zitadelle“. Dazu gesellt sich zur perfekten Splitter-Aufmachung auch noch ein dreiseitiger Text zur Entstehung der Geschichte.

    8,5/10 und reichlich Vorfreude auf den nächsten Band.

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (13.06.2020 um 09:27 Uhr)
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  10. #135
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    Morgenstund hat "Trouble" im Mund...

    Trouble is my Business 4



    Endlich wieder zurück auf den Straßen, zusammen mit Jotaro Fukamachi, dem bissigsten Detektiv seiner Zunft. In sieben mal feinsinnigen, mal äußerst rabiaten Geschichten weiß Jiro Taniguchi mich mal wieder vollends zu begeistern. Sein früher Stil, der noch nicht so feingliedrig daherkommt wie in späteren Meisterstücken, gefällt mir mittlerweile außerordentlich gut und lässt die Qualitäten seiner späteren Meisterschaft schon häufig durchblitzen. Im Gegenzug passt der etwas rohere Stil einfach außerordentlich gut zu den Hard Boiled Geschichten, in denen es nicht selten „straight forward“ geht.


    „Der coolste Job“, so lautet der Untertitel dieses vierten Sammelbandes und „Kiste cool“ (geflügelter Begriff in unserem Sprachraum) kommt auch der Schwung enthaltener Stories daher. Mal knallharter Mafia-Krieg, mal der Kampf mit den eigenen, inneren Dämonen, die eine geradezu perverse Sensationssucht zutage fördern. Ehre unter Gangstern, wenn es sein muss auch bis zum bitteren Ende und Korruption bei denen, die eigentlich auf der guten Seite stehen sollten. Taffe Ladies mit delikaten Geheimnissen und tragische Ereignisse rund um den besten Freund des Menschen. Ein buntes, aber stets stilsicheres Sammelsurium an Einzelschicksalen, welches von Anfang bis Ende zu fesseln weiß und immer diese ganz besondere Stimmung transportiert, die an verregnete Seitenstraßen in finsteren Nächten, irgendwo in der Anonymität der Großstadt erinnert. Ergänzt wird das Portfolio dann noch durch Kleinigkeiten, wie beispielsweise einen Aufsatz von Fukamachis Tochter zum Thema „Familienleben“, so bekommen die Figuren zusätzliche Hintergründe und deutlich mehr Tiefe.


    Ganz feiner Stoff und ich bin schon fast ein wenig gehemmt den fünften Band in Angriff zu nehmen, denn nach dem ist vorerst Schluss. Erstaunlicherweise scheint sich die Reihe nicht allzu gut zu verkaufen und so wird es wohl noch eine Weile dauern, bis es sich der Schreiber & Leser Verlag erlauben kann und will den finalen sechsten Band nachzuschieben. Aber vielleicht findet sich ja doch noch der ein oder andere Liebhaber grandios erzählter Detektiv-Stories, die enorm viel Abwechslung bieten und zu jeder Zeit einen Hauch von Film Noir verströmen, dann müssen wir wenigen Fans nicht allzu lange des finalen Bandes harren. Also los, kauft die Teile!

    8,5/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (12.06.2020 um 10:37 Uhr)
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  11. #136
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    Sláine 6 – Der gehörnte Gott



    Na da haben wir ihn ja endlich, den sechsten Band rund um den Keltenkrieger Sláine Mac Roth, seines Zeichens ein wahrer Verwundener und mittlerweile König der Sessair. Der erste Sláine Band in Farbe. Der Band mit dem mich der geschätzte Übersetzer ob des Artworks von Simon Bisley geködert hat. Der Band aufgrund dessen ich mir instant die ersten acht Sláine-Hardcover des fabelhaften Dantes Verlags im Paket bestellt habe, in der Hoffnung, dass mir das Material wenigstens im Entferntesten zusagt. Der Band wegen dem ich mich auf eine lange, beschwerliche Reise mit Sláine Mac Roth und seinem „getreuen“ Zwerg Ukko begeben habe. Eine Reise voller beschwerlicher Etappen durch verschiedene Zeiten und Dimensionen, durch Abenteuer bei denen ich nicht nur Beobachter sein durfte, sondern zuweilen sogar selbst Schwert und Streitaxt (Bleistift und Würfel) schwingen musste – voller Furcht und Entsetzen – im Schweiße meines Angesichts – dem Tode oft näher als mir lieb war! All diese Qualen nur, um endlich an diesem schicksalhaften Punkt anzukommen. Aber hey, nur keine zu hohe Erwartungshaltung aufbauen…

    Voller Vorfreude stürze ich mich also in einen weiteren Abschnitt der Sláine-Chroniken, nur um bereits auf Seite zwei in tiefe Verzweiflung zu versinken, als mir Ukko, der Chronist höchstselbst, mit einem von tiefster Trauer gezeichneten Gesicht verkündet, dass Sláine nicht mehr unter uns weilt. Was im Grunde aber ja klar ist, denn Ukko ist mittlerweile ein uralter Zwerg, der von längst vergangenen Tagen berichtet und bei den Sessair ist es nun mal Sitte, dass ein König für exakt sieben Jahre an der Macht bleibt. Am Ende dieser „Legislaturperiode“ wartet allerdings keine üppige Rente, sondern der Eingang in die Erde, sprich der rituelle Tod.


    Bis dahin ist es aber noch ein (hoffentlich) weiter Weg in unserer Erzählung und so wartet auf den frisch gebackenen König erstmal die äußerst schwierige Aufgabe die Stämme des Nordens unter sich als Hochkönig zu vereinen. Denn im Süden sitzt der gehäutete und verrückte Lord Feg, der fleißig vor sich hin verwest und einen entsprechenden Geruch verströmt, aber das nur am Rande. Viel essenzieller ist, dass der alte gehörnte Gott die Drune Lords und all ihre Verbündeten um sich geschart hat und gen Norden zieht. Zuvor war es ihm gelungen einen Weg zu finden entlang der Ley-Linien starke Erdkraft-Ströme durch das Land zu schicken und Tír na nÓg, das Land der ewigen Jugend auf diesem Weg von Norden her nach und nach mit einem dicken Eispanzer zu überziehen. Auf diese Art will er seine Feinde zusammentreiben und die Truppenversorgung sabotieren, ganz zu schweigen davon Angst und Schrecken zu verbreiten.

    Während die Schicksalsstunde für die Männer, Frauen und Kinder Tír na nÓgs also unentwegt näher und näher rückt werden Sláins Pläne zur Vereinigung einer gewaltigen Streitmacht von Verrat und Intrigen in bester Game of Thrones-Manier sabotiert. Die Lage spitz sich mehr und mehr zu, der Ausgang bleibt stets ungewiss und zu allem Überfluss verstrickt sich unser Erzähler Ukko auch noch regelmäßig in „Nebensächlichkeiten“ – vor allem wenn es um vollbusige Mädchen geht…


    Ihr seht also, es fehlt auch nicht an ab und an eingestreutem Humor in dieser blutigen Legende von epischer Breite, denn nichts Geringeres wird hier geboten. Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Irgendwo zwischen Mystik und Mythos erzählt uns Pat Mills ein Fantasy-Meisterstück welches wohl niemand prachtvoller hätte in Szene setzen können als Simon Bisley. Völlig zurecht wird „Der gehörnte Gott“ als sein Opus Magnum angesehen. Ikonische Bilder von monumentaler Wucht treffen auf eine vor kreativer Schaffenskraft überbordende Experimentierfreudigkeit. Hier gibt es Splashpages mit archaischen Kriegern in großen Schlachten und mit fantastischen Monstren, aber auch in schwarz/weiß gehaltene Bleistiftzeichnungen. Halbnackte Kriegerinnen wie sie plastischer selbst bei Richard Corben nicht wirken könnten und organischer Horror derbeinahe schon an H. R. Giger erinnert. Die gebotene Vielfalt ist einfach immens und man muss es Mister Mills hoch anrechnen, dass er seinem Zeichner derart freie Hand gelassen hat, denn sonst wäre „Der gehörnte Gott“ sicherlich nicht der Klassiker geworden, der er heute ist.

    Zum absolut herausragenden Gesamteindruck trägt selbstverständlich auch die Arbeit des Dantes Verlages bei, der das Werk in ein beinahe 220 Seiten starkes, hochwertig verarbeitetes Hardcover packt und auch nicht mit Bonusmaterial geizt. Neben einem äußerst informativen, aber auch launigen Vorwort von Autor und Sláine-Schöpfer Pat Mills himself, der uns auch im Nachgang nochmal sechs Seiten lang mit abschließenden Bemerkungen beglückt wartet eine kleine Cover- und Pin-Up-Galerie und ein Skizzen-Teil auf Entdeckung. Natürlich fehlen auch weder die obligatorischen Infos zu Autor und Zeichner noch das, wie immer, äußerst erhellende Glossar von Übersetzer Jens R. Nielsen, welches scheinbar von Band zu Band stets größere Auswüchse treibt. Eine derartige Detailverliebtheit und ein solches Bemühen dem Leser wirklich alle Hintergründe näher zu bringen, die den Spaß an der Sache vielleicht noch ein wenig intensivieren könnten, ist mir noch bei keinem anderen Verlag untergekommen. Ganz großes Tennis!


    An alle, die mit Fantasy, der keltischen Sagenwelt oder Barbaren auch nur im Entferntesten was anfangen können sei eine absolute Empfehlung ausgesprochen. Vor allem in der hier vorliegenden Qualität, die auch noch hochwertiges Papier und prachtvollen Druck vorweisen kann, macht man sicher gar nichts verkehrt. Wer sich davon abgeschreckt fühlt, sich erstmal fünf S/W-Bände vorzunehmen, der kann übrigens bedenkenlos auch direkt mit diesem sechsten Band einsteigen. Da entgeht Euch zwar wirklich was (siehe meine vorangegangenen Rezis), aber zum einen könnt Ihr das bei Gefallen an Sláines Welt ja auch später noch nachholen und zum anderen beglückt Ukko, der Zwerg, der uns die Story präsentiert, auf den ersten ca. 40 Seiten jedweden Neueinsteiger mit einer kurzen Zusammenfassung der Ereignisse der vorangegangenen fünf Bände. Ihr seht also, es gibt absolut KEINEN Grund sich nicht auf eine faszinierende Reise nach Tír na nÓg zu begeben. OK, allzu zimperlich in Sachen Gewaltdarstellung sollte man vielleicht nicht sein, aber hey, den Mutigen gehört die Welt! Wer sich weigert, dem schicke ich mal den verfaulten Lord Feg vorbei. Worte wie „tote Augen“, „Grinsende Schädel“, „Blutströme“ oder „Leichenberge“ haben für ihn einen schönen Klang, und wen das nicht überzeugt, der lässt sich vielleicht von seiner Nase umstimmen.

    9-9,5/10

    Um den Kreis zu schließen: Hohe Erwartungen? Aber sowas von! Erfüllt? Voll und ganz! Übertroffen? Nein, dafür waren sie zum einen vermutlich auch schon zu hoch und zum anderen muss ich schon eingestehen, dass der Erzählfluss nicht durchgehend straff daherkommt, da gibt es die ein oder andere Nuance, die man noch hätte optimieren können. Das sagt Mr. Mills im Anhang ja selbst, man findet immer noch was, dass man im Nachgang dann doch lieber etwas anders gemacht hätte. Aber hey, das ist Kunst uns so wie sie geschaffen wurde soll sie erhalten bleiben. Genau so ist es richtig und Dantes macht das hier in nahezu perfekter Art und Weise.

    Hier findet Ihr übrigens noch die Leseprobe auf der Verlagsseite:
    Leseprobe zu Sláine 6 – Der gehörnte Gott

    VG, God_W.
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  12. #137
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    Das Artwork von "Schatten im Mondlicht" ist ja mal absolut atemberaubend. Wirklich, wirklich beeindruckend! Vor allem die Darstellung von Conan kommt meinem Bild, das ich von ihm immer im Kopf hatte, wirklich sehr nahe.
    Hab den Band sogar schon selbst zu liegen (als Einzigen aus der Splitter-Reihe), nachdem mir hier Irgendjemand von Euch, vor ein paar Wochen, schon mal den Mund wässrig gemacht hatte. Zum Glück!

  13. #138
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    Jup, ich hab das Artwork ja auch sehrt positiv hervorgehoben. Aber auch erzählerisch hat der Band viel zu bieten. In Sachen Artwork gefallen mir von den bisherigen Bänden "Natohk, der Zauberer", "Ymirs Tochter" und "Schatten im Mondlicht" am besten. Die Reihenfolge ist zufällig.
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  14. #139
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    The Boys 4 - Gnadenlos Edition



    Zurück bei Garth Ennis‘ ätzender Superheldensatire und diesmal läuft der schottische Autor zu absoluter Höchstform auf. Was richtig Schlechtes habe ich von dem Mann ja sowieso noch nicht gelesen, aber gerade bei den Boys gab es doch auch Passagen, die mich weniger begeistern konnten als andere. In diesem vierten Band geben sich die Highlights aber die Klinke in die Hand.

    Los geht es mit einem kleinen Prolog, der den aktuellen Status nochmal verdeutlicht. Die Boys haben den Supies so manch harten Schlag verpasst, dennoch haben die meisten Mitglieder des Teams von Superheldenjägern so ihre eigenen Päckchen zu tragen. Ob Mothers Milk mit seinem ganz persönlichen Säuglingstick, das Weibchen mit ihrem psychischen Knacks, oder Frenchie, der es sich zur Aufgabe gemacht hat sich um selbige zu kümmern. Derweil führt Hughie die Traumbeziehung eines jeden Mannes. Seine Freundin ist eine blonde Superheldin mit einem göttlichen Body und ist dazu bereit im Bett jedwedes Spielzeug zu benutzen und ständig Pornos zu schauen, um die mit ihrem liebsten nachzuspielen. Allerdings kommt Hughie damit gar nicht so recht klar, denn zwischen den beiden steht stets Hughies Wissen über Starlights Vergangenheit, wovon die wiederum natürlich nicht weiß, dass Hughie dieses Wissen besitzt. Jaja, Lügen sind absolutes Gift für eine jede Beziehung, warum sollte das bei Supies und Boys anders sein als bei uns Normalos?

    Genau da liegt die größte Stärke von Autor Garth Ennis, denn bei all den überdrehten Ideen, der teils derben Sprache, der exzessiven Gewalt und dem dreckigen Humor fühlt es sich doch irgendwie ein Stück weit realistisch an, denn die Figuren haben auch reelle und nachvollziehbare Probleme. Diese charakterlichen und zwischenmenschlichen Entwicklungen treiben die Story voran, machen das Ganze unglaublich greifbar und zwingt mich förmlich zum Mitfiebern.

    So ist es für mich auch direkt nachvollziehbar, dass Hughie diese ganze „böse Superhelden, gute Boys“-Geschichte so langsam etwas ambivalent zu sehen beginnt, als er im Rahmen einer Überwachungseinsatzes ein Team von Helden kennenlernt, die zwar bei weitem nicht alles toll machen, sich aber sichtlich Mühe geben und keineswegs nur als dauergeile Monster zu betrachten sind. Das dem Butcher beizubringen ist allerdings nochmal eine ganz andere Nummer, zumal der gerade herausgefunden hat, wer Annie, Hughies Freundin, wirklich ist und zuvor ja schon eher als Hardliner im Bezug auf das Supes-Thema bekannt war.

    Mann, Mann, Mann. Hammer Story mit mehr und mehr verzwickten Verwicklungen und von vorne bis hinten grandios geschrieben. Am besten gefiel mir zum Abschluss dann noch der äußerst familiäre Part, in dem Hughie seine Heimat Schottland (für das Land schlägt eh mein zweites Herz) besucht und versucht sich im Kreise seiner Eltern und alter Freunde über einiges klar zu werden. Dass auch das nicht reibungslos von Statten geht ist klar, aber dass es dann SO dicke kommt!?! Aber lest das am besten selbst…

    9/10

    Was bin ich gespannt, wie das noch weiter geht. Da ist noch einiges offen, was in den verbleibenden beiden Bänden abgehandelt werden muss um mich abschließend glücklich zu machen, aber alleine Band fünf und sechs bieten mit ganzen 760 Seiten ja noch genug Raum dafür.

    Ach ja, das Artwork hat für mich typisch amerikanischen Superhelden-Style, was natürlich perfekt zum Thema passt, aber zumindest mir keine überbordenden Lobeshymnen entlockt. Passend, durchaus auch gut, aber keineswegs herausragend.

    VG, God_W.
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  15. #140
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    Fritz the Cat



    Die Kult-Katze von Robert Crumb „verfolgt“ mich schon seit meinen Teenie-Tagen, als ich mit der Neunten Kunst noch nicht wirklich was zu tun hatte. Großer Filmfan war ich jedoch schon von klein auf und da war es kein Wunder, dass ich eines Tages, ich muss so 14 oder 15 gewesen sein, im Nachtprogramm über Ralph Bakshis kongeniale Zeichentrick-Adaption des Stoffes stolperte. Ja, das ist genau der Ralph Bakshi, der sich einige Jahre später an die erste Filmversion von J. R. R. Tolkiens Fantasy-Epos „Herr der Ringe“ wagen sollte. Auch weitere seiner Werke, wie beispielsweise „Feuer und Eis“ oder „Cool World“ mit Brad Pitt erarbeiteten sich einen gewissen Kultstatus, aber hier soll es ja um den Comic „Fritz the Cat“ gehen, von dessen filmischer Adaption sich der Autor und Zeichner Robert Crumb wohl deutlich distanzierte. Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen, denn ich war von dem Streifen damals direkt begeistert, auch wenn ich zu der Zeit bei weitem nicht verstand, was da politisch so alles mit drinsteckt. Andererseits war ich seinerzeit selbst in einer kleinen Rebellenphase, rauchte ab und an ganz gerne mal was und hielt auch sonst nicht sonderlich viel von Regeln. Fritz lebte also ein Stück weit das Leben eines „Helden“ für mich.

    Heute, so als Familienvater, sehe ich das natürlich alles von einem gänzlich anderen Blickwinkel. Dennoch, Robert Crumb war ein wahrer Revoluzzer und sein respektloser Kater, der stets auf der Suche nach dem nächsten Joint, dem nächsten Schnaps und der nächsten „Muschi“ war machte als sogenannter „Underground-Comic“ schnell die Runde und sorgte nach allem was man so liest ganz schön für Furore und kontroverse Diskussionen.


    Übersicht über die enthaltenen Geschichten und ihre Erstveröffentlichung


    Die 15 Geschichten, die Reprodukt hier in einem wunderschönen Hardcover mit Leinenrücken versammelt hat, entstanden zwischen 1964 und 1972, haben eine Länge zwischen einer und 25 Seiten und vermitteln das Gefühl einer ganzen Generation einfach verloren zu sein. Ja, es geht heiß her, Drogen, Musik und viel nackte Haut. Respektloser Witz und absolute Rücksichtslosigkeit. Man kann das Ganze als Funny lesen und einen Mordsspaß haben, aber die Rassenthematik, Frauen, die stets als Objekte gehandhabt werden, Drogenproblematik, fehlende Perspektiven, Selbstfindungsversuche usw.. und der politische Umgang mit diesen Zuständen im Land sind allgegenwärtig und regen stets zum Nachdenken an.

    Zeichnerisch leicht schwankend und dem ein oder anderen Leser sicher ein wenig zu derb ist der coolste Kater San Franciscos auf jeden Fall ein Stück Comic-Historie, die man mal gelesen haben sollte. Jetzt im Nachhinein, so im direkten Vergleich, denn den Film habe ich mir kürzlich auch mal wieder angesehen, kann ich Crumbs Kritik an Bakshis Herangehensweise an das Thema nicht so ganz nachvollziehen. Klar, der Film widmet sich nur einigen wenigen von Crumbs Kurzgeschichten und verbindet diese mit eigenen, kreativen Ideen, aber der Grundton und der Geist der Vorlage werden meines Erachtens vortrefflich eingefangen.

    8,5/10


    VG, God_W.
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  16. #141
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    Black Dahlia – Die Schwarze Dahlie



    Krimis und Thriller, gerade wenn es Richtung Film Noir geht, gehören ja seit einer Weile zu einem meiner bevorzugten Beuteschemata. In der „noir“-Reihe des Schreiber & Leser Verlags wurde ich dahingehend ja kürzlich schon einmal fündig, warum soll das also nicht wieder klappen. Die Geschichte der Black Dahlia war mir zuvor bereits bekannt, aber ehrlich gesagt nicht von James Ellroys gefeiertem Roman, sondern von Brian de Palmas Verfilmung des Stoffes. Umso stutziger machte es mich, als ich da auf dem Cover den Namen Fincher las. Flux eins und eins zusammengezählt und dann online geschaut, ob meine Vermutung richtig ist. *Bingo* Hatte doch David Fincher, der ja bereits mit „Sieben“ bewiesen hat, dass er Stoffe in dieser Richtung meisterhaft bearbeiten kann, schon einige Zeit vor Brian de Palma an dem Filmprojekt über die Schwarze Dahlie mitgewirkt, was aber nicht wirklich zu seiner Zufriedenheit verlaufen war.

    Umso erfreulicher, dass er seine Herangehensweise an die Geschichte in der Form der Neunten Kunst doch noch einem breiten Publikum zugänglich machen konnte. Als Co-Autor hat er sich keinen geringeren als Alexis Nolent (Matz) ausgesucht, was wie die Faust aufs Auge passt. Matz war einer der Ersten, der mich mit Werken wie Blei im Schädel – 1. Kleine Fische, Querschläger und Tomboy in die Comicwelt saugen und mich mit seinem enorm filmischen Erzählstil fesseln konnte, und wie man an seiner Zusammenarbeit mit Walter Hill bei den beiden letztgenannten Alben schon erkennen kann passt es einfach, wenn er mit einem guten Regisseur zusammenarbeitet.


    So haben sich die beiden, Matz und Fincher, also Zusammengetan um sich James Ellroys Romanadaption eines der berühmtesten, bis heute ungeklärten Mordfälle in der Kriminalgeschichte anzunehmen, dem Mord an der 22-jährigen Elizabeth Short, in der Presse auch „Black Dahlia“ genannt. Herausgekommen ist ein astreiner, schön ruhig erzählter Ermittlungs-Thriller mit wundervollem ‘40er Jahre Flair, reichlich Sexappeal und Charakteren, die absolut realistisch und greifbar wirken, einfach weil sie allesamt ordentlich Dreck auf der alles andere als weißen Weste haben. Egal ob Cop oder Politiker, ob Immobilienmagnat oder gut betuchte Lady aus feinem Hause, hier hat wirklich jeder mehr oder weniger Dreck am Stecken. Neben den undurchsichtigen und spannenden Ermittlungen, die immer tiefer einen Sumpf aus Korruption, Schmiergeldern und Pornodrehs führen gibt es fesselnde Charakterstudien der Ermittler, wo am Rande auch noch der Boxsport eine Rolle spielt, ein weiterer, großer Pluspunkt für mich.

    Ich schätze mal, dass sich die Story recht dicht an den Roman hält, da steckt also sicher ein gute Stück Fiktion und Spekulation mit drin, was andernfalls aufgrund der Tatsache, dass der Fall bis heute ungeklärt ist, bestimmt zu einem äußerst unbefriedigenden Ende geführt hätte, aber so wirkt die Graphic Novel einfach rund und stimmig. Mit dem Artwork von Miles Hyman hatte ich aber ehrlich gesagt so meine Probleme. Autos und Klamotten finde ich echt stimmig und superatmosphärisch, unbekleidete Körper sind sexy und die Farbgebung ist wirklich gelungen, aber mit den Gesichtern bin ich nicht wirklich warm geworden. Der Style sagt mir einfach nicht zu, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.


    Insgesamt einen Super Abend im Lesesessel gehabt, guten Bourbon im Glas, fleißig mitgerätselt und von der Stimmung in die Stadt der Engel der vierziger Jahre entführen lassen. Starker Band, der für mich aber knapp hinter „torso“ und „A History of Violence“ ansteht.

    8/10

    Den Film von Brian de Palma kann man übrigens mal schauen, aber trotz des enormen Staraufgebots mit Aaron Eckhart, Hillary Swank, Josh Hartnett und Scarlett Johansson hat man nicht viel verpasst, wenn man das nicht tut. Viel besser war meines Erachtens der im gleichen Jahr (2006) erschienene „Lonely Hearts Killers“ mit John Travolta, James Gandolfini, Jared Leto und Salma Hayek, der ebenfalls einen Mordfall in den USA der 40er Jahre behandelt und deutlich sehenswerter ist.

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  17. #142
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    Frankenstein (Gespenster-Geschichten 3 von Neal Adams)



    Ich bin ja großer Liebhaber der klassischen Universal-Monster, also von Dracula, Frankensteins Monster, dem Wolfsmenschen, dem Unsichtbaren und, etwas später, dem Schrecken vom Amazonas. Jetzt war ich ja von den ersten beiden Bastei-Alben zu Dracula sehr angetan, gerade weil sich Fernando Fernandez extrem dicht an die Vorlage hielt, grandioses, gemäldeartiges Artwork auf die Seiten zauberte und so eine komplett in sich stimmige Adaption des Stoker-Romans schuf. Grundsätzlich mag ich aber sowohl Frankensteins Monster, als auch den Wolfsmenschen sogar noch etwas lieber als den weltberühmten Blutsauger und als ich dann sah, dass sich Band drei Frankensteins Schöpfung widmet und auch noch von Neal Adams gezeichnet wurde gab es natürlich kein Halten mehr.

    Neal Adams, der ja nicht nur zeichnet, sondern häufig, wie hier auch, ebenso als Autor verantwortlich zeichnet hat sich mit seinen angeblich recht abgedrehten Batman-Stories ja einen recht zweifelhaften Ruhm erarbeitet. Ich habe „Batman: Odyssee“ schon auf dem Lese-K2 liegen, werde mir also irgendwann selbst ein Bild machen. Vorher kam auf alle Fälle sein „Frankenstein“ dran, an den ich aufgrund der Dracula-Bände mit vollkommen falschen Erwartungen rangegangen bin. Von wegen Werkgetreue Umsetzung! Was der Leser hier geboten bekommt ist ein absolut wilder Mix aus Frankenstein, Frankensteins Braut und dem Dracula-Mythos, gewürzt mit verschiedenen Werwolf-Adaptionen mit allem was dazugehört, also auch umherziehenden Zigeunern und Pöbel mit Fackeln und Forken. Ein wildes Monster-Trash-Fest, das schon Spaß machen kann, wenn man unter den richtigen Voraussetzungen ran geht, und welches ganz „Neal Adams“-like schick gezeichnet wurde.

    Mich persönlich konnte der Flic nicht wirklich begeistern, auch wenn es mitreißende Szenen gibt. Wie gesagt, kann das durchaus an meiner Erwartungshaltung liegen, aber auch vom Erzählerischen gibt es Kritikpunkte, denn die beiden großen Twists in der Story sieht man leider von meilenweiter Entfernung schon kommen. Langweilig ist es zwar trotzdem zu keinem Zeitpunkt, aber halt auch nicht besonders toll. Ganz im Gegensatz, zum tollen Artwork, das reißt einiges wieder ein bissl raus.

    6,5/10

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  18. #143
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    Spawn: Godslayer



    Mal wieder ein One-Shot abseits der Hauptreihe, der immerhin erfolgreich genug war um zum Start einer neuen Reihe zu führen. Die war dann anscheinend so erfolglos, dass sie schon nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurde, denn auch von der gibt es nur einen einzigen Trade. Hier aber erstmal zum One-Shot von Autor Brian Holguin, der mir als Autor an der Hauptreihe mit seinen frischen Ideen schon ganz gut gefallen hat. Irgendwann ist man ja ehrlich gesagt so weit, dass alles, was nicht komplett nach dem Toddster klingt als willkommene Abwechslung daherkommt.

    Mit „Godslayer“ hat Holguin eine astreine Fantasy-Schlachtplatte nach dem Motto „Es war einmal in einem weit entfernten Land“ geschaffen. Das weit entfernte Land ist Endra-La und die verborgenen Inseln und es war zur Zeit des Jasminmondes, was auch immer das bedeutet. In wundervoll düsteren und üppigen Bildern, die zuweilen an Fantasy-Gemälde erinnern bringt der Philippine Jay Anacleto Holguins Fantasy-Märchen auf die Seiten. Die Story selbst mag zwar nicht die innovativste sein, aber ist mit unheimlich viel Flair erzählt. Raue, wellengepeitschte Küsten und alte Götter, juwelenreiche Paläste und große Helden, vergessene Völker erzählen alte Legenden von Drachen und Kriegern – und – ja, und von einem mächtigen Wesen voll Zorn, welches kommt um ein Zeitalter zu beenden.

    Wirklich ziemlich cool das Ganze und ein absoluter Augenschmaus. Allerdings sollte man schon Geschichten mögen, die zu großen Teilen von einem Erzähler aus dem Off erzählt werden und nicht, oder zumindest kaum, von Sprechblasen getrieben werden. Ich finde diese Art der Erzählung passt gerade zu solchen Fantasylegenden mit mystischen Anklängen außerordentlich gut. Ich hatte wirklich viel Freude dran, auch wenn ich ob der Kürze ein wenig enttäuscht war. Einige Seiten mehr hätten nicht geschadet, denn die Welt um die verlorenen Inseln hätte ich gerne noch weiter bereist.

    7,5-8/10

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  19. #144
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    Conan der Cimmerier: Aus den Katakomben



    Da ist si ja endlich, Valeria! DIE Frau in Conans Leben, zumindest wenn man dem ersten Schwarzenegger-Streifen glauben schenken darf. Aber wenn das so eine Wahnsinnsbraut ist, die sogar dem stärksten Barbaren den Kopf verdrehen kann, weshalb nur sieht die so komisch aus? Aber dazu später mehr.

    Aus den Katakomben ist im Original von Robert E. Howard eine wahrlich abwechslungsreiche Geschichte, die neben den typischen Fantasy- und Abenteuermotiven wie wunderschönen Kriegerinnen, dichten und mystischen Wäldern, wilden Drachen und verlassenen Städten vor allem durch das besondere, klaustrophobisch anmutende Setting in den namensgebenden Katakomben zu faszinieren weiß, in dem sich die letzten beiden Drittel der Handlung abspielen. Darüber hinaus schafft es Howard hier auch mal wieder gleich mehrere Völker in verschiedenen Stadien zwischen Zivilisation und Barbarei zu skizzieren. Ein Stoff, der also Spannung auf verschiedensten Ebenen bietet, unter der bluttriefenden Abenteuerschale aber auch zum Mitdenken anregt. Gewürzt mit ein wenig dunkler Magie und einer, von Howard allzu gerne genommenen, Riesenschlange erwartet den geneigten Fan ein Prachtstück von einer Conan-Story.


    Was das Dreigespann aus Szenarist Robert Ervin Howard, Storyboarder Olivier Vatine und Zeichner Didier Cassegrain aus der Vorlage gemacht haben weiß mich leider nicht restlos zu begeistern. Ganz ehrlich gesagt haben wir hier für meine Begriffe den bislang schwächsten Band der Reihe. Das liegt zu großen Teilen daran, dass hier so stark von Howards Originalstory abgewichen wurde, wie es bislang noch nicht vorkam. Da wird ein kompletter Erzählstrang einfach rausgestrichen, was vermutlich daran liegt, dass die Geschichte an sich recht lang ist und sich darin zweimal leicht vergleichbare Passagen abspielen, die meines Erachtens aber beide ihre Berechtigung haben. Beim Finale werden einige signifikante Details stark verändert, was ich bei der ein oder anderen Kleinigkeit aus dramaturgischen Gründen schon verstehen kann, so Manches was weggelassen wurde stört mich aber doch.


    Anderes großes Manko ist für mich das Artwork, das mir vor allem was Menschen und Monster angeht so gar nicht zu gefallen weiß. Dabei geht es nicht um das Creature-Design an sich, das ist sogar ganz cool, sondern einfach um die Umsetzung, die mir oftmals sehr ungelenk, fast schon plump vorkommt. Auch die Hintergründe werden den beeindruckenden Beschreibungen aus der Vorlage nur selten gerecht, was mich schon ein wenig enttäuscht zurücklässt. Im Gegenzug sind die Fights „schön“ blutig wie in der Vorlage und mit einigen Bonusseiten mit Artworks und Infos zur Entstehung der Erzählung liefert der Splitter Verlag wieder ein perfektes Album ab.

    6,5/10

    Schlecht unterhalten wurde ich insgesamt zwar letztlich nicht, hoffe aber dennoch beim nächsten Band wieder auch eine Steigerung.

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  20. #145
    Mitglied Avatar von Hahlebopp
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    Ist noch gar nicht so lange her, dass ich "Aus den Katakomben" gelesen habe. Allerdings die Fassung, die im ersten Hachette-Band enthalten ist und welche dort noch den Original-Titel "Rote Nägel" trägt (demnächst dann auch im Savage-Omnibus zu haben ). Dort gefiel mir vor allem das Artwork ganz besonders gut und die Umsetzung war, meiner Meinung nach, auch sehr nah an Howards Vorlage. Also ich denke mal die Fassung wird dir dann auch wesentlich besser gefallen.
    So um 2005 war wohl auch sogar mal ein Animationsfilm von "Rote Nägel" geplant, aber irgendwie ist das Projekt dann leider gescheitert.
    https://www.youtube.com/watch?v=86cIMDSmoSI

  21. #146
    Mitglied Avatar von Norrin Radd
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    Zitat Zitat von Hahlebopp Beitrag anzeigen
    Ist noch gar nicht so lange her, dass ich "Aus den Katakomben" gelesen habe. Allerdings die Fassung, die im ersten Hachette-Band enthalten ist und welche dort noch den Original-Titel "Rote Nägel" trägt (demnächst dann auch im Savage-Omnibus zu haben ). Dort gefiel mir vor allem das Artwork ganz besonders gut und die Umsetzung war, meiner Meinung nach, auch sehr nah an Howards Vorlage. Also ich denke mal die Fassung wird dir dann auch wesentlich besser gefallen.
    So um 2005 war wohl auch sogar mal ein Animationsfilm von "Rote Nägel" geplant, aber irgendwie ist das Projekt dann leider gescheitert.
    https://www.youtube.com/watch?v=86cIMDSmoSI
    Da muss ich doch glatt selbst mal meine Hachette-Ausgabe aus dem Regal ziehen und diese Geschichte nochmal lesen. Danke für den Tipp.
    Und ein Conan-Animationsfilm hätte auch mal was.

  22. #147
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Ja, auf den Savage Sword Omnibus freue ich mich sowieso ungemein! Dann bin ich ja mal auf die Umsetzung von "Red Nails" gespannt. Gerade habe ich den zweiten Barbar-Omnibus beendet (nochmal deutlich besser als der Erste) und bevor ich mich an den Dritten mache gibt es erstmal wieder eine Ladung Sláine. Also weiterhin voll im Barbarenmodus.
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  23. #148
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    Blue Note



    Hach, Blue Note und ich, dass ist ja schon beinahe eine „unendliche Geschichte“. Empfohlen wurde mir der Band schon nach meiner Rezi zu Querschläger, die ich bereits im November 2018, damals noch ins Panini-Forum einstellte. Ich hielt also die Augen offen und schon kurze Zeit später war das Doppelalbum bei einem Gebrauchtwarenshop den ich ab und an mal bemühe recht günstig zu haben, also gleich mal mitbestellt. Der Zustand war allerdings unter aller Kanone, sodass das Buch umgehend zurückging. Irgendwann in 2019 lief dann auf arte eine spitzenmäßige Doku über Blue Note Records, das legendäre Jazz-Label. Jetzt bin ich zwar nicht der größte Jazz-Liebhaber vor dem Herrn, aber das war schon wirklich faszinierend und brachte mir das gleichnamige Splitter Double zurück ins Gedächtnis. Bei mir stand sowieso gerade eine größere Bestellung bei einem Antiquariat an und da war der Band doch zufällig auch zu einem top Preis verfügbar. Gesagt getan und diesmal war der Zustand wirklich einwandfrei. Allerdings ist mein Lese-K2 ja bekanntlich riesig und so lag das Album dann fast ein ganzes Jahr hier, bis ich es endlich zur Hand nahm.


    Gleich von Beginn an konnte mich die Geschichte fesseln, das Artwork begeistern und so lief ich Gefahr die 144 Seiten in einem Rutsch zu verschlingen. Tja, wenn mir da nicht ein ganz besonderer Umstand einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht hätte! Komme ich doch irgendwann zum zweiten Album innerhalb des Bandes und später natürlich auch zu Seite 112. Doch was ist das? Statt Seite 113 folgt darauf nochmal Seite 81, und Seite 82 und so weiter bis Seite 96! Dafür fehlen die Seiten 113 bis 128 – Bindungsfehler! Voller Verzweiflung breche ich die Lektüre ab. Jetzt lag der Band wie gesagt schon ein Jahr bei mir, dennoch konnte ich vom freundlichen Verkäufer eine Rückerstattung bekommen. Aber deshalb wollte ich natürlich trotzdem wissen, wie die Geschichte weiter geht! Monatsbudget war mal wieder aufgebraucht, also doch wieder nach was Gebrauchtem geschaut, auch fündig geworden und fingernägelkauend auf die Lieferung gewartet. Würde es jetzt endlich klappen mit Blue Note und mir, oder liegt gar ein Fluch auf uns, dass wir gar niemals zusammenkommen können?


    Nein, diesmal sollte es klappen. Der Zustand war annehmbar, der Inhalt einwandfrei. ENDLICH kam ich in den Genuss dieser grandiosen Doppelstory um die letzten Tage der Prohibition in den Vereinigten Staaten der ‘30er Jahre. In wundervollen Bildern, die vor Atmosphäre geradezu die Seiten sprengen, erzählen Mathieu Mariolle und Mikaël Bourgouin das einschneidende Ereignis aus der Sicht zweier Einzelschicksale. Dem des gealterten, abgehalfterten Boxers Jack Doyle, den es zurück in die große Stadt zieht um es noch ein allerletztes mal wissen zu wollen – wie es immer so schön heißt: „In jedem Boxer steckt noch ein letzter großer Kampf“ – und dem des Jazz-Gitarristen RJ, der weg will von kleinen Kneipen auf dem Land. Ihn locken die Lichter der großen Stadt. In den glamourösen Clubs, die ihn magisch anziehen wie die das Licht die Motten, dort in diesem glitzernden Füllhorn der Chancen will er sein Glück machen, aber ist er auch dazu bereit dafür seine Komfortzone zu verlassen? Über den eigenen Schatten zu springen, alles zu geben und sich dennoch an die strikten Regeln der Szene zu halten?


    Zwei wundervolle, perfekt verflochtene Zeitgemälde, die alles bieten was das Genre-Herz begehrt. Zwielichtige Gangster, geschobene Boxkämpfe, kleine Spelunken und prachtvolle Clubs ebenso wie schmachtende Liebe, korrupte Bullen und wundervolle Musik. Musik? In einem Comic? Ja, Zeichner Bourgouin schafft es mit seinem fabulösen Artwork, durch welches die Noten geradezu von den Seiten fliegen, dass sich im Kopf ein eigener, grandioser Soundtrack entwickelt, der mich durch die Geschichte vor ihrer grandiosen Großstadtkulisse trägt. Ganz ganz wundervoll und besser kaum zu machen.

    10/10

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  24. #149
    Mitglied Avatar von Kohlenwolle
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    Wieder einmal eine sehr schöne Rezi, @God_W.
    Und ich bin von Blue Note genau so begeistert wie du.
    Schöne Grüsse aus dem Kohlenpott


  25. #150
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    Ja, das wunderbare Doppel-Album kann man ja nur gut finden!
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