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  1. #76
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Ich kenne Tir na nog tatsächlich dank Slaine - Der Kampf mit dem Geisterdrachen von Feest (mein Erstkontakt).

  2. #77
    Mitglied Avatar von JRN
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    @LaLe :

    Zum "Geisterdrachen" zitiere ich hier mal aus dem Dialog zwischen Ukko und Nest [mit Bildern nachzulesen in Band 6 der Dantes-Ausgabe] ...

    Ukko: "Medb kannte Sláines Plan, ein Bündnis mit König Gann zu schmieden. Darum beschwor sie einen Geisterdrachen aus der Anderswelt, um die beiden auseinanderzubringen."
    Nest: "Nein, Ukko, Nein! Es heißt nicht 'beschwören' ... schreib 'sie lud ihn ein' ... - Menschen können keine überdimensionalen Wesen in unsere Welt hinein 'beschwören'. Sie können aber zu uns 'eingeladen' werden. Und manchmal finden sie uns und unsere Welt interessant. Dann nehmen sie die Einladung an. Und du solltest das Wesen auch nicht 'Geisterdrachen' nennen, denn die Welt, aus der es stammt, ist sehr viel wirklicher als unsere Welt! Für das Wesen sind wir bloß menschengestaltige Kritzeleien auf einer Höhlenwand. Für einen Drachen sind wir Menschen die 'Geister'..."
    Ukko: "Sag mal, Liebes ... schreibe ich diese Saga? Oder du?"
    Nest: "Du, selbstverständlich! Ich käme nie auf die Idee, mich einzumischen, Ukko ..."

    Währenddessen ist zu sehen, wie der Drache Ganns Burg in Brand setzt und die Zivilbevölkerung abfackelt.
    IMHO die ideale [Wieder]Lektüre in Zeiten des Coronavirus ...



    Mit 1000 Grüßen,
    JRN

  3. #78
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Es gibt Gründe weshalb mir das wenige, dass ich von Slaine gelesen habe, in guter Erinnerung geblieben ist.

  4. #79
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Aber, dass Du nur Weniges davon gelesen hast ist schon sträflich...

  5. #80
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Es gab da diese Phase exzessiven Trading Card Gamings und CDs wollten irgendwie auch noch gekauft werden...

  6. #81
    Mitglied Avatar von JRN
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    @LaLe :

    Zweimal Vergangenheitsform?
    Ich fürchte, Du schreibst Dich hier gerade in die Scheiße ...



    Mit 1000 wohlmeinenden Grüßen,
    JRN

  7. #82
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Die Wahrheit kann nicht Scheiße sein.

  8. #83
    Mitglied Avatar von JRN
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    Schon klar.
    Sie kann aber kostspielig werden.
    [Dazu kann God_W. mehr sagen ...]

    Mit 1000 Grüßen,
    JRN

  9. #84
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Das "Kostspiel-Niveau" des sehr geschätzten God_W. werde ich in diesem Leben nicht mehr erreichen. Da sei bzw. ist meine Frau davor.

  10. #85
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen
    Ja, Jeff Lemire kann Horror, Fantasy, scheinbar auch Superhelden, Science-Fiction und noch vieles mehr. Ich genieße gerade sein Schaffen am DC-Dark-Verse der New52 und werde sicherlich auch in Black Hammer und Descender reinschauen, aber die drei Essex County Büchlein sind zusammen ein wahres Kleinod. Nur zeichnen kann Mr. Lemire halt nicht so gut, aber hey er transportiert alle Gefühle, die er bei mir hervorrufen will mit Bravour, was will man mehr?
    9/10
    Dazu muss ich dann auch noch mal was schreiben.

    Woran macht man fest ob jemand gut zeichnen kann? Du schreibst ja selbst, dass Lemire ein ganz außerordentliches Talent hat Gefühle zu transportieren und nach meinem Dafürhalten tragen seine Zeichnungen nicht unwesentlich dazu bei. Jedenfalls sollte es mich wundern wenn das bei Essex County (das fehlt mir wie so vieles andere von Lemire auch) anders ist als zum Beispiel bei Sweet Tooth. Und wenn er in der Finalausgabe von Animal Man selbst zum Zeichenstift greift, dann bringt er den Leser mit gekonntem Strich ans Ufer der Tränen. Und das in einem Superheldencomic (und nicht zum ersten Mal in der Serie).

    Er mag einen sehr eigenen Stil haben, der weniger Mainstream und mehr Independent ist, für mich ist er aber ein famoser Geschichtenerzähler und - zeichner. Ich halte ihn für einen tollen Zeichner weil er es eben schafft auch mit seinen Zeichnungen Emotionen zu transportieren.

  11. #86
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Ja, das stimmt schon alles was Du sagst. Ich habe ja auch geschrieben, dass er mit diesen seinen Mitteln scheinbar mühelos alles transportieren kann was er möchte, also ja, Du hast vermutlich Recht. Allerdingst ist es schon so, dass sein Zeichenstil alles Andere ist das, was der Großteil der Leute als "schön" bezeichnen würde. Abwertend sollte das von mir geschriebene auf jeden Fall nicht wirken.

  12. #87
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Ich hatte deine Formulierung auch gar nicht so verstanden, nur war sie mit der Aussage, dass er nicht "gut" zeichnet durchaus missverständlich. Das wollte ich lediglich klarstellen.

  13. #88
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Passt schon.

    Anderes Thema: Besorg Dir mal mehr von Sláine! Die grandiose Ausgabe von Dantes hat echt Aufmerksamkeit verdient!!!

  14. #89
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Welchen Teil von
    Zitat Zitat von LaLe Beitrag anzeigen
    Das "Kostspiel-Niveau" des sehr geschätzten God_W. werde ich in diesem Leben nicht mehr erreichen. Da sei bzw. ist meine Frau davor.
    hast du denn nicht verstanden?

    Ich habe neben den laufenden Sachen noch genug offene Baustellen, die erst einmal geschlossen werden wollen bevor ich an neue Sachen rangehen kann.

    Da wären z. B.
    - Die Schiffbrüchigen der Zeit (es fehlt nur noch die #10)
    - Trigan (da fehlt etwa die Hälfte)
    - Elfquest - die POPCOM-HC (fast alles)
    - Sin City - die CrossCult-HC (fast alles)
    - Asterix und Obelix (Umstellung auf HC-Ausgaben)
    - Starman Omnibus (die muss man erst einmal zu bezahlbaren Preisen finden)
    - Chroniken des Schwarzen Mondes (da fehlt eigentlich alles von Finix)
    - Fables (es fehlen die #5 und alles ab der #8 samt sämtlicher Spin-Offs)
    - Valerian und Veronique Gesamtausgabe (alles ab der #5).

    Aber du denkst wohl, dass geteiltes "Leid" nur halbes Leid ist. Mein Portemonnaie sagt da etwas anderes.

    Ich habe den ersten Band aber tatsächlich auf die sehr lange Geburtstagsliste gesetzt. Mal schauen was sich die Kollegen davon aussuchen werden.

  15. #90
    Mitglied Avatar von JRN
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    @LaLe :

    Nimm ihm seine Tipps nicht übel ... als God hat W. natürlich immer ein paar Blitzbündel im Schrank liegen oder einen Eschenspeer am Lesetisch angelehnt, um seiner Göttergattin den Zugriff auf die Börse mit dem Comicanschaffungsgeld zu verwehren.
    Kann ja nicht jeder so gesegnet sein ...



    Mit 1000 Grüßen,
    Hugin

  16. #91
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    Keine Sorge, ich nehme ihm nichts übel. Ich bin an seiner Finanzlage ja nicht ganz unschuldig.

  17. #92
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    Na na, ganz so easy läuft das mit der holden Weiblichkeit leider auch nicht immer ab! Aber immerhin liebt sie Calvin & Hobbes, Yoko Tsuno und ich hab sie, als größte Märchenfanatikerin die ich kenne, gerade davon überzeugt mal in die Fables rein zu lesen, das schafft dann auch ein Stück weit Akzeptanz.

    @LaLe: Jaja, erst auf den Kauf von fast 50 Paperbacks und Hardcovern draufheben und dann noch nicht mal in ein paar Dantes-Bände investieren wollen! Tststs…

  18. #93
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Schon lange keinen Ausflug nach Fernost mehr gemacht und da ich ja nicht immer nur Taniguchis lesen kann hab ich mal einem für mich neuen Mangaka eine Chance eingeräumt.

    BLAME! Master Edition 1

    Ich habe mich vorab ganz bewusst so gut wie gar nicht über BLAME! Informiert, wollte mich quasi überraschen lassen. Auf der Suche nach neuen Manga, die in mein Beuteschema passen könnten habe ich natürlich schon mitbekommen, dass Tsutomu Niheis Werk von vielen als Meisterwerk oder moderner Science-Fiction-Klassiker betitelt wird und im Genre des Cyberpunk angesiedelt ist. Mir als ‘82er Jahrgang wurde das Subgenre des Cyberpunk mit Ridley Scotts Blade Runner Adaption ja sozusagen in die Wiege gelegt, also war es klar, dass ich auch so ein hochgelobtes Werk wie BLAME! Mal in Angriff nehmen muss. Also los.


    Wham! Wahnsinns Optik, Mörder-Speed und ganz ganz viele Fragezeichen! So könnte man mein erstes BLAME!-Erlebnis zusammenfassen. Das herausragende Artwork in Hochglanzoptik ist irgendwo zwischen Matrix und H. R. Giger angesiedelt und das enorme Tempo, welches zu großem Anteil vermutlich auch dem weitgehenden Nichtvorhandensein von Text geschuldet ist, erinnert mich an den ersten Akira-Band. Kernfigur ist ein Junger Typ namens Killy und der kämpft sich in einem riesigen Bunker/Hochhaus/Sci-Fi-Knast/Megacity-Gebäude/Hive-Gebilde WASAUCHIMMER von Stockwerk zu Stockwerk um Menschen mit sogenannten Netzwerkgenen zu finden. Was der Sinn dahinter ist, wie diese Welt tatsächlich aufgebaut ist, wie es dazu kam (sollte es denn wie vermutet in der Zukunft spielen), welche von den Wesen, die sie bevölkern die Guten und wer die Bösen sind? Keinen blassen Schimmer! Fragen über Fragen, und das sind nur ein paar wenige der ganzen Fragezeichen, die über meinem Kopf beim Anschauen (lesen kann man das ja fast nicht nennen) aufgeploppt sind. Aber schlimm war das nicht, im Gegenteil! War ein echt cooles Actionfeuerwerk, ein überraschendes Erlebnis und ein optischer Leckerbissen vom allerfeinsten! Das hilft natürlich alles nix, wenn die Geschichte sich hinten raus nicht entwickelt und keine Erklärungen und Überraschungen zu bieten hat. Das werden ja allerdings erst die nächsten Bände zeigen, was eine Bewertung dieses Starters echt schwierig macht. Ich geb jetzt einfach mal eine gut gemeinte…

    7/10

    Sollte sich das hinten raus als Luftnummer mit optischen Reizen entpuppen könnte das aber auch schnell auf 4-5 absacken, oder bei grandioser Pointe in Richtung Meisterwerk aufsteigen. Ich bin echt gespannt!


    Sláine 2 - Drachenbeute

    Ja, ich hatte mit Band 1 dermaßen viel Spaß, und bin gerade irgendwie im „Barbarenmodus“, also ließ ich nicht allzu viel Zeit vergehen und habe schleunigst zu Band 2 gegriffen.

    Erster Kommentar meiner Frau: „Ich denke Du liest was keltisches?“
    Ich: „Ja, Sláine ist ein mystischer Keltenkrieger.“
    Sie: „Weshalb ist dann Jack Nicholson mit – Hier ist Johnny! – auf dem Cover?“
    Ich: AUGENROLL

    OK, ein bisschen hat sie vielleicht Recht, aber natürlich habe ich mich dennoch voller Elan auf die Lektüre gestürzt. Los gings ganz Genretypisch mit der ziemlich cool erzählten „Creature of the Month“-Story Der Gestaltwandler. Gezeichnet wurde diese, wie „leider“ auch der folgende Mehrteiler Himmelswagen von Mike McMahon, dessen Artwork mir im ersten Band am wenigsten zugesagt hat. Wie in der Rezi zum Erstling schon erwähnt ist das natürlich Geschmackssache und grundsätzlich jetzt auch kein Beinbruch, denn der Stil an sich passt irgendwie schon ganz gut zu Sláine, trifft halt nur nicht meinen Geschmack.


    Was aber sehr meinen Geschmack trifft ist der weitere Fortgang der Geschichte, schon mit bereits erwähntem Himmelswagen. Hier haben wir nämlich den ersten größeren Storybogen, der so richtiges Abenteuerfeeling im Sinne einer großen Reise aufkommen lässt. Luftschiffe, Piraten, große Zauber und gefährliche Gegner. Da wird schon echt viel geboten, was das Fantasy-Herz begehrt, allerdings bekommen auch die Charaktere so nach und nach etwas mehr Tiefe, Widersacher, die uns scheinbar noch länger begleiten werden, werden etabliert und im Gegensatz zu „Standard-Fantasy“ schwingt da immer eine dicke Prise respektloser und frecher Sláine-Humor mit.


    Der Himmelswagen leitet dann auch direkt nahtlos in den finalen und namensgebenden Storybogen Drachenbeute über, der zu meiner großen Freude wieder von Massimo Bellardinelli auf die Seiten gebracht wurde. Das nicht nur coole, sondern auch mit einigen Innovation aufwartende Drachendesign bringt der gute Mann perfekt zur Geltung und auch die so langsam anziehende Gewaltschraube macht mir echt Spaß. Waren die brutalen Szenen in den ersten Geschichten doch eher im Rinnstein, also im Off zwischen den Panels untergebracht, so bekommt man spätestens jetzt auch ab und an mal etwas barbarentypischen Gore geboten. Dennoch dient das auch alles dem Erzählerischen, was durchweg äußerst unterhaltsam daherkommt. Größte Stärke sind für mich aber all die ungewöhnlichen Ideen, die in das Worldbuilding und einfach das gesamte Umfeld eingeflossen sind. Offenbar gibt es für viele dieser Ideen historische bzw. mythologische Einflüsse, die sich Mister Mills auf seine eigene, äußerst charmante Weise zurechtgebogen hat, aber da hilft der stets versierte Übersetzer beim Verständnis immer gerne nach. Das wirkt alles so kreativ und frisch, dass es eine wahre Freude ist! Allein die Drachenfarmgeschichte… Ach, ich fang schon wieder an zu spoilern. Am besten Ihr lest das Teil alle selbst! Ich mache mich demnächst auf jeden Fall mal an Band drei.

    8,5/10


    BLAME! Master Edition 2

    In der Hoffnung einige der Fragezeichen aus dem ersten Band aufzulösen hab ich mich umgehend über den zweiten Teil hergemacht. Die Optik ist weiterhin der Hammer und die enorm dynamischen und auch vom Gewaltgrad keineswegs zimperlichen Actionszenen kommen Schlag auf Schlag. Das Tempo bleibt also weiterhin über weite Strecken enorm hoch! Zwischendrin gibt es diesmal kleine Verschnaufpausen und es werden weitere Fraktionen wie die Schutzwehr, die Elektrofischer und die Pflanzer etabliert. Manche davon scheinen uns noch länger zu begleiten, bei anderen bin ich mir nicht sicher, ob wir die nochmal wieder treffen, würde mich aber freuen.


    Fragezeichen wurden allerdings genau gar keine gelöst und die Ganze Welt in der wir mit Killy und Cibo (ja, da gibt es mittlerweile einen Sidekick) unterwegs sein dürfen bleibt für mich noch enorm undurchsichtig. Was ist da bloß passiert? Und weshalb ist es so wichtig für Killy diese sogenannten Netzwerkgene zu finden? Was SIND Netzwerkgene überhaupt? Naja, mal abwarten, sind ja noch einige Bände Zeit. Die Wertung fällt aus den bei Band eins genannten Gründen vorerst natürlich genauso aus.

    7/10


    Batmans größte Gegner Anthologie

    Na da hat Panini mit ganzen 460 Seiten ja ein richtig fettes Paket geschnürt, dass für jeden Batman Neuling (und vielleicht auch den ein oder anderen Veteranen) ordentlich was zu bieten hat. Ich als Newbie habe auf alle Fälle bei den reichlich vorhandenen redaktionellen Seiten zu den besprochenen Bösewichten eine Menge gelernt (und mich leider auch 1-2 mal gespoilert). So tragisch war das aber nicht, werde einfach versuchen dieses Wissen etwas auszublenden. Von den immerhin 32 besprochenen Gegnern des dunklen Ritters kannte ich noch nicht mal alle. Wer wissen will, zu wem es alles eine kleine Abhandlung gibt und welche Stories enthalten sind, hier ist das Inhaltsverzeichnis:


    Die Geschichten sind von den Erscheinungsjahren jetzt nicht so weit gefächert wie noch bei den Anthologien zu Batman oder dem Joker, aber immerhin ist von 1978 bis 2013 immerhin ein Zeitraum von 35 Jahren abgedeckt, auch wenn das Gros der Comics aus den 90ern stammt. Überschneidungen mit anderen Panini-Anthologien gibt es übrigens nicht, was natürlich auch schade gewesen wäre, aber insgesamt muss ich wirklich sagen, dass ich die Auswahl der Stories als äußerst gelungen empfinde! Ich will jetzt nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingehen, aber das ein oder andere Highlight kann man schon hervorheben.

    Des Riddlers Einsatz als Privatdetektiv in Detective Comics 822 hat mir beispielsweise äußerst gut gefallen. Genau die richtige Mischung zwischen spannender Knobelgeschichte und dem Riddlertypischen Humor. Masken (Original: Faces), die dreiteilige Two-Face Story aus den Legends of the Dark Knight hatte ich zwar im vergangenen Jahr erst gelesen, hat mir bei dieser Zweitsichtung sogar nochmal einen Tacken besser gefallen, was vor allem der Noir-artigen Optik geschuldet ist. Dazu ist die Druckqualität hier auch ein wenig besser, als noch im Carlsen Paperback „Die Insel der Freaks“.


    Ein besonders erfreuliches Erlebnis hatte ich bei Catwoman 5 von 2002. Dazu muss ich sagen, dass ich diese Anthologie über einen längeren Zeitraum gelesen habe, immer mal abends eine Geschichte, und dazwischen immer komplette Bände anderer Reihen oder Einzelbände. Wie es der Zufall so wollte hatte ich da, ob meiner Vorliebe für Catwoman, gerade Band 36 der DC Graphic Novel Collection – Die Fährte der Katze - am Schlafittchen, als ich in der Anthologie zu dieser Geschichte kam. Jetzt sind in dem Band der DC Graphic Novel Collection zwei mehrteilige Geschichten von Brubakers äußerst starkem Run an der Katze versammelt, den Bauchschuss dazwischen, besagte Nummer 5 (nein, nicht der Roboter) lässt der Band aber vermissen. Da hat es ja gepasst wie die Faust aufs Auge, dass ich das fehlende Einzelheft, welches den beiden längeren Geschichten übrigens in nichts nachsteht, mit dieser Anthologie geliefert bekommen habe. Top!


    Ganz stark fand ich auch meine Erstkontakte mit Bane und Killer Croc, Scarecrows „Stadt in Angst“ bot ein schönes Gipfeltreffen mehrerer Villains, Poison Ivy ist immer charmant und die Weihnachtsgeschichte mit den Gotham City Sirens sorgt für einen runden Wohlfühlabschluss. Auch beim Rest sind keine Totalausfälle zu verzeichnen, auch wenn das Artwork nicht immer meinen Geschmack getroffen hat, so zum Beispiel beim Pinguin-Zweiteiler. Aber, dass nicht jeder alles feiern kann haben solche Anthologien ja so an sich. Insgesamt bin ich von der Sammlung schwer begeistert und werde mir sicherlich so manche Leseempfehlung zu den besprochenen Charakteren, da gibt es nämlich zu jedem Gegner Batmans 2-3 weiterführende Vorschläge, zu Herzen nehmen.

    8,5/10


    Witchblade – Sammelband 1

    Na da wurde es auch endlich mal Zeit, immerhin habe ich diesen ersten Sammelband zur Mitte der 90er Jahre beim Image Verlag erschienenen Comicserie bereits 2018(!) von meinem Weihnachtswichtel geschenkt bekommen! Die Geschenkauswahl begründete sich damals hauptsächlich, weil ich mit Spawn ja einen weiteren, halbwegs vergleichbaren Image-Titel zu meinen Favoriten zähle und zwischen den beiden, also Witchblade und Spawn, gibt es auch noch ein Crossover, welches mir der liebe Wichtel, neben einem ganzen Schwung weiterer Sachen, gleich noch dazu kredenzt hat. An dieser Stelle nochmals vielen Dank dafür!

    Ja, Witchblade ist ein typischer 90er Jahre Actioner in bestechender Image Optik was soviel bedeutet wie viele ikonisch anmutende Splashpages, muskelbepackte Typen und – vor allem – äußerst kurvenreiche Ladys mit Mörder-Boobs und wenig Klamotten. Na und, macht zwischendurch echt auch mal Spaß!

    Was ist Witchblade? Der Comic ist eine Action-Krimi-Serie mit übernatürlichem Einschlag, die in ihrem Style und der Stimmung ein wenig an Adrian Pauls Highlander-TV-Serie erinnert, oder vielleicht auch an Streifen wie Dark Angel mit Dolph Lundgren oder Spacecop L. A. mit James Caan. Ich weiß, das ist alles schon unterschiedlich, aber die transportierte Stimmung geht bei mir irgendwie in eine ähnliche Richtung, denn da steht immer auch ein gutes Stück Detektiv- oder Polizeiarbeit im Mittelpunkt, neben den Sci-Fi oder Fantasyeinflüssen. So auch hier, denn die Protagonistin, die extrem heiße Polizistin und Kampfsportlerin Sara „Pez“ Pezzini versucht den Sumpf von New York ein bisschen sauberer zu halten. Ob sie undercover Drogendeals infiltriert, oder sadistische Serienkiller jagt, sie ist immer mit Herzblut bei der Sache.


    Bei einem Ihrer Einsätze, der einen desaströsen Verlauf nimmt und für ihren Partner alles andere als gut ausgeht kommt sie vermeintlich durch Zufall mit der namensgebenden Witchblade in Kontakt. Eine mystische Waffe, ein Handschuh, der ganz besondere Kräfte verleiht und je nach Situation sogar zu einer undurchdringlichen Rüstung heranwächst. So geistert die Witchbade schon seit sehr sehr langer Zeit durch die Jahrhunderte und sucht sich in jeder Generation einen Träger, der ihrer würdig ist.

    Schon ein cooles Teil, bei dem allerdings deutlich mehr Wert auf Optik, als auf Dramaturgie gelegt wurde. Langweilig sind diese ersten acht Hefte zwar nicht, aber da wäre doch noch wehr drin gewesen. Dafür ist Michael Turners Artwork schon echt stylisch, auch wenn seine Männlichen Charaktere eigentlich alle das gleiche Gesicht haben und nur an der Haarpracht auseinanderzuhalten sind. Das fand ich ab einem gewissen Punkt eher witzig als störend. Die Protagonistin ist eine coole Socke und man ist gerne mit ihr unterwegs, wundert mich nicht, dass es für Witchblade Anfang der 2000er sogar für eine kurzlebige (2 Staffeln) TV-Serie gereicht hat, die ich allerdings nie gesehen hab. Das Teil hat auf jeden Fall Spaß gemacht, auch wenn es bei weitem kein Meisterwerk darstellt.

    6,5-7/10

    PS: Auf das Spawn-Crossover freu ich mich jetzt auch schon sehr!

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (27.03.2020 um 11:11 Uhr)

  19. #94
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    Zwischen die ganzen anderen Sachen, die ich so lese schiebe ich auch immer mal wieder einen Band meines DC-Dark-Reads ein. Das waren in den letzten Tagen & Wochen diese:



    - Animal Man 3: Tote Welt: Das rote Reich
    - Swamp Thing 3: Tote Welt: Das grüne Reich
    - Justice League Dark 3: Der Tod der Magie
    - Dial H – Bei Anruf Held 2: Scheibenkleister!
    - Demon Knights 3: Das Blut des Grals


    Es ist einfach der Wahnsinn, wie Jeff Lemire nahezu das ganze DC-Universum in seine von Blut und Gedärmen triefende Monster-Shock-Story integriert ohne, dass das irgendwie aufgesetzt oder weit hergeholt wirkt! Das Ganze ist schlüssig, hochspannend, bietet Charaktere mit denen man mitfiebert und bietet einfach grandiosen Horror für alle Fans von Invasions- oder Infektionsstories im Stil der Dämonischen, Körperfresser, dem Ding, Body Snatchers etc…. Dennoch schafft es der Autor hier und da eine Prise Humor einzustreuen und vor allem wird die Große Zusammenkunft mit Swamp Thing perfekt hergeleitet.

    Und da sind wir auch schon beim dritten Swampie-Band, in dem neben Hauptautor Scott Snyder diesmal auch Jeff Lemire fleißig mitrühren durfte. Viele Köche haben in diesem Fall aber ganz und gar nicht den Brei verdorben, nein, hier geht es eher nach dem Motto „viel hilft viel“ und das im allerbesten Sinne. Das große Finale läuft ja dann parallel mit Animal zusammen (wie das passende Doppelcover schon zeigt) und ist dementsprechend richtig fett. Was mich auf dem Weg dahin aber mindestens ebenso begeistern konnte ist die Ergänzung von Alec Hollands Vorgeschichte in Swamp Thing Annual 1 von 2012, aber auch, dass Charaktere einen recht großen Fokus bekommen, die ansonsten häufig nur „Randerscheinungen“ sind. So finde ich zum Beispiel den Einsatz von Poison Ivy grandios, vor allem, weil es halt auch so logisch erscheint und wie die Faust aufs Auge passt. Insgesamt ist das Double aus Animal Man 3 und Swampy 3 einfach ein absolutes Brett!

    Mit dem dritten Band der JLD ging es dann wieder an eine Reihe, die mich bislang noch nicht vollends zu fesseln wusste. Ich mach’s kurz: Das hat sich jetzt geändert. Endlich wurden die nervigen Kack-Charaktere aus dem Team gestrichen und mit Frank the Tank (also Superagent Frankenstein) stößt ein absolut cooler Sympathieträger dazu. Obendrein wissen beide Storyarcs in dem Band zu überzeugen. Ob beim „Tod der Magie“, in dem so Einiges auf humorvolle, aber auch spannende Weise auf den Kopf gestellt wird, als auch bei der Jagd nach dem geklauten Haus der Mysterien in „Horror City“, was mir noch besser gefallen hat. Ja, der Hellblazer ist noch immer deutlich anders als in seiner alten Serie, aber daran hab ich mich mittlerweile gewöhnt, damit muss man halt einfach klarkommen. Davon ab ist alles tutti und auch wenn Swampy und der Animal Man vorne bleiben, so ist die JLD mittlerweile recht dicht dran.

    Band 1 von Dial H war ganz schön abgedreht und überbordend vor innovativen und schrägen Ideen? Na dann wartet mal Band 2 ab. Was Autor China Miéville in diesem Fetten Finale mit ganzen 10 US-Heften abbrennt ist ein Feuerwerk an Ideenreichtum. Da wird neben all den freakigen Superheldenideen eine ganz neue Welt erschaffen, in die unser Normalo Nelson Jent in Begleitung seiner bereits etwas gereifteren Reisebegleiterin Roxie Wald nach und nach ganz tief hineingezogen wird. Das ist auch einer der größten Pluspunkte der Serie, dass der Normale prinzipiell echt „normal“ bleibt und dadurch natürlich eine gute Identifikationsmöglichkeit bietet, das erdet den ganzen abgehobenen Plot ein Stück weit. Ich will da echt nicht viel mehr verraten, denn jede Seite sprüht vor Überraschungen, die ich niemandem verderben will. Einerseits schade, dass es das damit schon war, andererseits soll man ja aufhören, bevor sich was totgelaufen hat, also ist das hier vielleicht auch ein perfekter Abschluss.

    Apropos Abschluss, abschließend kommen wir zum Finale meines bisherigen Sorgenkindes aus dem DC-Dark-Verse, den Demon Knights. Die ersten beiden Bände konnten mich leider nicht überzeugen bzw. hatten einfach zu viele Elemente, die mich persönlich einfach gestört haben. Deshalb hatte es mich auch nicht gewundert zu lesen, dass nach Band drei Schluss sein sollte, ist vielleicht allgemein nicht soo gut angekommen. Dennoch wurde der Serie kurz vor Feierabend mit Robert Venditti nochmal ein neuer Autor spendiert und was soll ich sagen? Der Mann kann es! Ich bin echt positiv überrascht und im Nachhinein doch fast ein wenig traurig, dass es gerade jetzt, wo ich mit der Truppe warm geworden bin, schon wieder vorbei ist. Wie Venditti die Charakterentwicklung vorantreibt trifft genau meinen Geschmack, die Story um die Gralssuche ist spannend erzählt, dass Avalon ein bisschen wie Wonder Womans Amazoneninsel anmutet ist echt spaßig und der Orient-Flair, den die „Stadt der Wunder“ versprüht trifft einen Nerv bei mir. Dass der komplette Band mit seinen acht Heften 30 Jahre nach den beiden ersten Ausgaben spielt ist ein intelligenter Kniff und bringt viel Freiraum im Erzählerischen, was Robert Venditti ideal genutzt hat. Sehr schön!

    Ein Fünferpack, der von vorne bis hinten begeistern konnte und irgendwo zwischen sehr sehr gut und nahezu genial eingestuft werden kann, auch wenn das Artwork zumeist halt typisch „von der Stange“ daherkommt, so wird hier erzählerisch Unterhaltung vom Feinsten geboten.

    VG, God_W.

  20. #95
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    Bei mir gibt es momentan mal wieder zwei Hauptthemen was Bücher, Comics und Filme angeht. Zum einen habe ich mit Sláine (war der Auslöser) und Conan ein etwas größeres Fass in Sachen Barbaren aufgemacht, andererseits stehen aktuell auch Vampire – allen voran Dracula – gerade mal wieder hoch im Kurs bei mir. Das hat man in letzter Zeit schon mal ab und an beim von mir gesichteten Material bemerkt, und das wird wohl auch erstmal so bleiben. Auflockerung gibt es zwischendrin aber auch immer mit etwas Abwechslung, also mal auf zum nächsten Fünferpack. Los geht’s fernab von Vampiren und Barbaren mit dem dritten Band zu einer recht rätselhaften Reihe, die sich mir bislang noch nicht wirklich erschließt.

    BLAME! Master Edition 3

    Weiter gings mit der optisch eindrucksvollen Tour de Force und auch wenn ich nicht wirklich behaupten kann großartig besser durchzublicken als noch in den ersten beiden Bänden, so kommt doch zu keiner Zeit Langeweile auf. Eins ist klar, unser Protagonist Killy sollte nicht allzu vertrauensselig sein, denn die Agenten der Schutzwehr können sich scheinbar sehr gut tarnen, auch in anderen Körpern. Außerdem scheinen die Siliziumwesen eine alte Rechnung mit Killy offen zu haben, was ich entweder nicht richtig mitbekommen habe, oder aber vor meinem Zusammentreffen mit Killy passiert ist. Allgemein schein mit Killys Gedächtnis auch nicht alles so astrein zu sein, aber das klärt sich hoffentlich später noch.




    Interessanter wird das Ganze ab dem Auftritt von Menserv, der Vertreterin der Pflanzer, und ihrem Leibwächter Seu, den man wohl nach einem verlorenen Fight unter Inkaufnahme einiger geistiger Verluste wiederherstellen kann. Hier gibt es mal wieder einige Seiten lang ungewöhnlich viel Text und man bekommt einige wage Ideen über die Strukturen der Welt – Aber echt nur sehr sehr wage. Auf jeden Fall Kämpfen sich Killy und Cibo als Gesandte der Netzsphäre weiter durch die einzelnen Höhlen der TOA Schwerindustrie, treffen auf äußerst sympathische Feenwesen und haben recht gefährliche und brutale Kämpfe zu bestehen. Apropos Cibo, da scheint es ja auch mehr als eine zu geben? Rätsel hier und Rätsel da und zum Finale wird da auch noch eine Art Alien-Königin zusammengebastelt, die alles andere als sympathisch daherkommt. Was da wohl noch kommt?
    7/10


    Medieval Witchblade

    Die drei Medieval Witchblade Hefte von Mai bis Juli 1996, die der Infinity Verlag hier im schicken Prestige-Format zusammengefasst hat machen einfach von vorne bis hinten gute Laune. Großer Vorteil an einer magisch-mystischen Waffe wie der Witchblade ist, dass sie im finsteren Mittelalter schon genauso existiert haben kann wie heute, und sich auch damals einen würdigen Träger bzw. Trägerin erwählen konnte. So muss man sich an keinerlei Kanon halten und kann einfach wild drauflos eine Story erzählen, wie man gerne möchte.




    Diese Freiheit hat sich Star-Autor Garth Ennis dann auch genommen und die sexy Kriegerin Katarina (klar hat die wieder Überhupen) mit dem Höllenkrieger zusammengebracht, der in dieser Ära das Spawn-Kostüm übergestreift hat. Herausgekommen ist sicherlich keines von Ennis‘ Meisterwerken, aber ein spaßiges, actiongeladenes Mittelalter-Buddy-Movie mit allerlei coolen Sprüchen, fetten Fights und einem nervig-lustigen Anhängsel in Form eines übergewichtigen, und natürlich feigen, im Herzensgrunde aber gutmütigen Kneipenbesitzers. Zur Vollständigkeit geben wir noch einen abgrundtief bösen, unsterblichen Gegenspieler dazu und mixen das alles einmal kräftig durch. Voila, fertig ist ein knackig kurzer Spaßbringer, der sowohl von Spawn- als auch von Witchbladefans mal gesichtet werden sollte.
    7,5/10


    Batman & Dracula: Roter Regen

    Von meiner zuletzt gesichteten Dracula Adaption war ich ja leider nicht so angetan (Dracula (von Pascal Croci & Francoise-Sylvie Pauly)), also habe ich mich auf die Suche nach weiteren Adaptionen mit dem Fürst der Finsternis gemacht. Mit Elseworld Batmans hab ich schon sehr gute Erfahrungen gemacht (Batman Collection: Mike Mignola), also warum sollte man den dunklen Ritter nicht auch mal mit dem blassen Zähnefletscher zusammenbringen. Ich meine, mal im Ernst, Die Fledermaus mit dem Vampir zu vereinen? Warum nur hat es bis in die 90er gedauert, bis jemand mal auf DIESE Idee kam? Aber taugt die Umsetzung auch was? Die Gefahr, dass da ziemlich lächerlicher, hanebüchener Mumpitz bei raus kommt ist ja ehrlicherweise schon recht hoch.




    Da kann ich allerdings direkt Entwarnung geben. Was Doug Moench und Kelley Jones hier in düsterer Stimmung auf die Seiten zaubern ist eine perfekte Symbiose zwischen Batmans Welt und Draculas Gothic Horror. Angefangen bei der an Jack the Ripper erinnernden Anfangssequenz über den doch überraschend hohen Blutfluss bis zur grandiosen Inszenierung Gothams selbst. Irgendwo zwischen dem London aus viktorianischen Tagen, ländlichen Dörfern in den Karpaten oder auch bis in die 50er oder 70er Jahre des letzten Jahrhunderts werden allerlei Einflüsse derart stimmig zusammengebracht, dass eine herrlich entrückte, zeitlose Atmosphäre entsteht und es unmöglich erscheint festzumachen, wann das alles spielt. Elseworld allererster Güte eben. Dazu ist das Teil mit massig coolen Ideen gespickt, von denen die Vampirjägertruppe a la Blade 2 noch die unspektakulärste ist. Perfekt wird es dann, ohne spoilern zu wollen, bei der Einbeziehung Batmans und dem für mich doch überraschenden Ende. Ihr meint Begeisterung herauszuhören? So ist es!
    8,5-9/10


    Conan der Cimmerier: Die Königin der schwarzen Küste

    Früher habe ich die Conan Streifen mit Arnie gefeiert und Fantasy lese ich auch heute ab und an noch ganz gerne, auch wenn das in jungen Jahren deutlich häufiger der Fall war. Die Omnibus-Ausgaben der klassischen Marvel Conan Stories sind ja schon seit einiger Zeit in aller Munde in der Comic-Szene, davon habe ich mich bislang aber tunlichst ferngehalten, was vor allem auch eine finanzielle Entscheidung war. Jetzt hat der Gute @JRN mich mit „seinem“ Sláine aber dermaßen angefixt, was Barbarengeschichten angeht, dass ich nicht mehr an mich halten konnte. So kam es, dass ich jetzt einige Festa-Hardcover mit den originalen Conan-Stories von Robert E. Howard hier liegen habe und neben Marvel-Material von Panini habe ich mir auch einen Schwung Alben vom Splitter Verlag besorgt, in denen jeweils eine von Howards Original-Erzählungen abgehandelt wird, und zwar immer von einem anderen Kreativteam umgesetzt. Band eins habe ich mir dann auch ziemlich zügig zur Brust genommen.




    „Die Königin der schwarzen Küste“ ist die erste Story, die adaptiert wurde, auch wenn die Geschichte in Howards Schaffen an Conan eher in der Mitte anzusiedeln ist. Eine große Rolle spielt das allerdings nicht, denn wenn man dem Vorwort in der Festa-Ausgabe zu Howards originalen Conan-Erzählungen glauben kann, so sind die Stories komplett unabhängig voneinander lesbar, geradeso, als ob ein gealterter Barbar des Nachts am Lagerfeuer ab und an eines seiner früheren Abenteuer erzählt. Dabei springt er mal vor mal zurück in seiner Lebensgeschichte, geradeso wie es ihm in den Sinn kommt. Dass sich dabei so manche Übertreibung oder chronologische Ungenauigkeit einschleicht ist bei Geschichten, die über Jahrzehnte erzählt wurden ein ganz normaler Vorgang und so bleibt der Erzähler stets frei und die Erzählung kann immer frisch, frei, wild und ohne Zwang hervorkommen. Ein genialer Kniff und dazu eine herrlich atmosphärische Idee, die ich mir gerne zu Eigen mache und mich zu dem alten Recken ans Feuer setze, um seinen Geschichten zu lauschen.

    Schnell wird klar, weshalb ausgerechnet die Königin der schwarzen Küste als Erstling für diese Reihe gewählt wurde. Denn genau wie in Howards Erzählung auch kann der Comic mit einem sowohl lustigen, als auch actiongeladenen Knalleffekt beginnen, der Conan und seinen rohen Charakter mit einem gewissen Unverständnis für die zivilisierte Welt perfekt einführt. Im weiteren Verlauf wird es typisch abenteuerlich mit Piraten, Monstren und dichtem Dschungel. Das will ich alles gar nicht zu detailliert beschreiben, aber es macht einfach Laune. Dazu haben wir hier gleich zu Beginn eine der scheinbar recht dünn gesäten Stories, in denen Conan eine weibliche Partnerin an die Seite gestellt wird, die ihm wirklich etwas bedeutet. Bêlit ist ein spannender, starker Charakter und es hat wohl seinen Grund weshalb die Königin der schwarzen Küste in der aktuellen Marvel-Reihe „Age of Conan“ einen eigenen Band gewidmet bekam. Allerdings habe ich jetzt schon mehrfach gehört, dass der sich wohl leider nicht so sehr lohnen würde.




    Noch kurz was zum Kreativteam von Autor Jean-David Morvan und Zeichner Pierre Alary. Von Monsieur Morvan habe ich bislang noch nichts gelesen, aber er macht dahingehend einen echt guten Job, indem er sich äußerst dicht an Howards Vorlage hält. Der Comic atmet den Geist der Original-Erzählung und gibt diese wirklich sehr originalgetreu wieder, ohne an irgendeiner Stelle gekürzt zu wirken. Zu Pierre Alary hatte ich mittlerweile schon häufiger Kontakt und auch wenn mir sein Artwork zu Moby Dick – Frei nach dem Roman von Herman Melville extrem gut gefallen hat, so gab es bereits bei SinBad – 1. Der Krater von Alexandria ab und an Panels bei denen ich mir dachte „na, da hätte er sich aber etwas mehr Mühe geben können“. Diese haben sich hier bei Conan leider etwas gehäuft. Da gibt es einmal wunderschöne Bilder, dann aber wieder sehr fahrig wirkende, fast dahingeschluderte Panels, die durch Detailarmmut glänzen. Davon abgesehen finde ich seinen Stil grundsätzlich bei einer mit mehr Humor gespickten Abenteuergeschichte wie Sindbad etwas besser aufgehoben als am doch deutlich brutaleren Barbaren. Aber hey, das ist nun mal Geschmackssache. Bleibt eine tolle Adaption eines großen Conan-Abenteuers mit leider nur Semi-tollem Artwork.
    7/10


    Batman: Blutsturm

    Was bleibt bei dieser Fortsetzung zu „Roter Regen“ noch groß zu schreiben? Im Prinzip gilt auch hier wieder alles Positive, was ich in meinem Text zum ersten Band bereits erwähnt habe. Dazu ist der Titel diesmal auch wirklich Programm, denn genau wie bei den grandiosen Dracula-Adaptionen der britischen Hammer-Studios, die von Teil zu Teil mehr blutige Details zeigten, wird auch hier ordentlich an der Gewaltschraube gedreht! Aufgerissene Kehlen, herausquellende Gedärme und gehäutete Mafiosi, hier geht es wahrlich nicht zimperlich zur Sache!




    Zusätzlich darf der Joker mitmischen und, zu meiner ganz besonderen Freude, wird mit Selina Kyle alias Catwoman, einer meiner absoluten DC-Lieblingscharaktere in famoser Art und Weise in die sowohl spannende, blutrünstige, aber auch tragische Story implementiert. Etwas weniger romantischer Gothic-Flair, dafür deutlich mehr Gewalt und nackter Horror bringen mich bei diesem zweiten Band nochmal eine Steigerung zum starken Erstling. Das Duo Moench/Jones hat hier für mich schon vor Sichtung des Finales bereits einen absoluten Elseworld-Klassiker abgeliefert.
    9/10

    Das war wieder ein Fünferpack, der mich enorm begeistern konnte! Wer hier gerne mal mitliest kann sich schon drauf einstellen, dass in nächster Zeit noch mehr Vampir- und Barbarenstoff besprochen wird und bei BLAME! Geht es natürlich auch weiter.

    VG, God_W.

  21. #96
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    Eigentlich würde ich ja jetzt viel lieber in der Leseecke sitzen und mich weiter mit dem klassischen Conan-Omnibus beschäftigen. Allerdings will ich meinen „Gelesen und noch nix zu geschrieben“-Stapel auch nicht zu hoch werden lassen, also nehme ich mir mal wieder Zeit und fasse meine Meinung zur Lektüre der letzten Tage kurz zusammen.

    Sláine 3 – Der Zeitenkiller

    WHOOOOT? Ich meine, klar, in den ersten beiden Bänden, vor Allem gegen Ende von Band zwei, hat sich ja schon herauskristallisiert, dass Autor Patt Mills immer für eine abgefahrene Idee gut ist, aber das hier? Schon der Prolog macht in wenigen Panels eindeutig klar: Abgedreht? Trashig? Freaky? All das wird in diesem dritten Band der wundervollen Gesamtausgabe um den Keltenkrieger Sláine auf ein ganz neues Level gehoben.

    Der Titel lässt es vielleicht schon erahnen, es wird Tür und Tor zu Zeitreisen aufgestoßen und ja, alle verzwickten Logikschwierigkeiten die so etwas mit sich bringt werden damit natürlich auch angetriggert. Aber wie hatte es ein berühmter Regisseur schon mal formuliert – so ganz grob: Du darfst alles machen was Du willst und dem Zuschauer jedwede auch noch so abstruse Idee auftischen, solange Du für die von Dir geschaffene Welt gewisse Regeln aufstellst, die einen Rahmen bilden und diese auch niemals brichst. Solange Du Dich daran hältst folgt Dir der Zuschauer (in diesem Fall Leser) und ist bereit alles zu akzeptieren und an Deine Sache zu glauben. Sobald Du anfängst Deine eigenen Regeln zu brechen wird Deine Story unglaubwürdig und niemand ist mehr bereit Dich auf Deiner Reise zu begleiten.




    Das gelingt Mister Mills hier ganz vortrefflich! Ja, der mächtige Science-Fiction Einschlag in Slánes Fantasywelt macht die ganze Geschichte erstmal deutlich trashiger. Da gibt es uralte außerirdische Wesen, besagte Zeitreisen, Strahlenwaffen (deren Herleitung und Bezeichnung ich bei jedem Einsatz wieder von Neuem feiere!) und und und…
    Schon nach wenigen Seiten fühle ich mich in eine Welt irgendwo zwischen Lou Ferrignos beiden Herkules-Streifen und den Masters of the Universe versetzt. Dazu noch ein Schuss Flash Gordon, gewürzt mit mächtig blutiger Barbarenaction und wirklich dicht durchsetzt mit Unmengen von Anleihen an keltische, gälische und altenglische Mythen und Sagen, die dem geneigten Leser bei Interesse zum Glück vom stets versierten und hilfsbereiten Übersetzer nähergebracht werden. Zu diesem Zweck wurde der vorliegenden Ausgabe erstmals ein umfangreiches Glossar (OK, zumindest zwei sehr klein und eng bedruckte Seiten) hintangestellt. Grandiose Arbeit, die man nicht beachten muss um Spaß mit der Geschichte zu haben, aber doch deutlich die durchdachte Arbeit von Autor Mills hervorhebt. Über die mit Kelten und Wikingern, rachsüchtigen Göttern und bösartigen Außerirdischen, schleimigen Aliens und lovecraftschen Tentakelwesen gespickte Story verrate ich mal nix, diesen verwindungsreichen Trip durch die Jahrtausende dürft Ihr alle gerne selbst auf Eurer kosmischen Riesenpustel durchfliegen!




    Das coole ist, dass all diese irren Zutaten in Gänze dennoch eine ungemein unterhaltsame, wenn auch nicht immer hochspannende Gesamtstory ergeben, die es absolut zu lesen lohnt. Einen zweiten Blick verdient auf jeden Fall noch das überbordend fabulöse Artwork. Was Glenn Fabry hier eingangs noch auf die Seiten bringt ist schon echt eine Hausnummer, aber auch der darauffolgende David Pugh macht seine Sache keinen Deut schlechter. Im Gegenteil, muss ich doch anmerken, dass ich seinen Zeichenstil in sich nochmal deutlich abwechslungsreicher empfunden habe als den Fabrys. Es kommt mir fast so vor, als hätte der Mann hier die Möglichkeit bekommen sich mal so richtig auszutoben und auszuprobieren. Das Ergebnis ist auf jeden Fall ein Feuerwerk für die Augen (und ich mag Feuerwerk).

    8,5/10

    Kleiner Nachtrag: Mittlerweile habe ich die ersten Conan-Comics von Marvel aus dem Panini-Omnibus gesichtet und die machen auch echt Laune. Allerdings störe ich mich teilweise doch recht deutlich an der so krampfhaft erzwungenen Blutarmmut, die dem amerikanischen Comic Code jener Zeit geschuldet ist. Bei Sláine geht es deutlich zügelloser zur Sache, kann ich Freunden eines gepflegten Schlachtengetümmels also nur wärmstens ans Herz legen! Durch die aber doch sehr unterschiedliche Erzählstruktur kann man auch beides (so wie ich gerade) Parallel lesen, ohne durch einen Überfluss an einem Thema Gefahr läuft dessen überdrüssig zu werden, dazu sind die beiden recken doch deutlich zu unterschiedlich unterwegs – und damit meine ich nicht nur die Frisur.


    Batman: Blutroter Nebel

    Blutarmmut ist, genau wie bei Sláne, auch hier etwas, was man vergeblich sucht – außer vielleicht in den Körpern der Opfer. Nach dem Regen und dem Sturm wabert im Finale der außergewöhnlich gut gelungenen Elseworld-Story also ein blutiger Nebel durch die Straßen Gothams und auch, wenn es nicht ganz so brutal zugeht wie im Mittelteil, so kann man hier doch eindeutig von Erwachsenenunterhaltung sprechen, denn der Bodycount ist höher denn je.




    Über die Story selbst kann ich leider kaum etwas sagen, ohne zu spoilern, aber wer die ersten beiden Bände mochte wird auch hier bestens creepy unterhalten. Fand ich das Finale des zweiten Bandes schon ganz schön krass, so wird hier, zumindest was die Charakterentwicklung und Vorgehensweise von Batman angeht, nochmal eine brutale, schockierende, jedoch auch zu jeder Zeit nachvollziehbare Schippe draufgepackt. Davon abgesehen wird für alle Liebhaber des dunklen Ritters in diesem Finale auch noch ordentlich Fan-Service geboten. Mit Two-Face bekommt einer meiner persönlichen Lieblingsgegenspieler mächtig Screentime, aber das war noch lange nicht alles. In Doug Moenchs blutigem Feldzug gegen Gothams Unterwelt geben sich die Villains die Klinke in die Hand. Von Scarecrow bis Poison Ivy, von Killer Croc bis Mr. Zsasz, ob Riddler oder Pinguin, hier bekommt jeder seine Packung. Das ist von Kelley Jones zwar eigenwillig aber deshalb nicht weniger beeindruckend und sehenswert inszeniert und trotz des laut von den Seiten schreienden Artworks schwingen in der Story stets reichlich Dramatik und auch schwermütige Tragik mit. Von mir gibt es erneut ganz starke…

    9/10

    … und ein dickes Fragezeichen, weshalb der kultige Dreiteile nicht schon längst zu einer schicken Gesamtausgabe, gerne auch im Hardcover, vereint wurde. Ich möchte meinen gerade in der heutigen Zeit, wo doch mit DC Black Label viel auf „düster“, „brutal“ und „erwachsen“ gesetzt wird würde sich sowas doch verkaufen wie geschnitten Brot? Aber vielleicht ist mein Geschmack da auch zu speziell, wer weiß.


    BLAME! Master Edition 4

    Die fette Hochgeschwindigkeitsaction ist – wie immer – eine Augenweide, auch wenn man – ebenfalls wie immer – bei so manchem Panel erstmal eine Weile braucht bis man sich darüber klar wird, was da eigentlich passiert. Grundsätzlich passiert in diesem vierten Band sowieso viel mehr, was ich wenigstens am Rande nachvollziehen kann! Die TOA-Schwerindustrie, mords Gebilde übrigens, wurde „verschoben“ und ist jetzt hinüber, riesen Katastrophe! Killy scheint dafür endlich seinem Ziel etwas näher gekommen zu sein, denn Menserv hat ihm über Cibo eine Probe genetischer Daten zukommen lassen, die eventuell Netzwerkgene enthalten könnte!




    Nach einem kurzen „Alien 4-Moment“ (Eingeweihte wissen, was ich meine) wird schnell klar, dass sich die Analyse der von Menserv bereitgestellten Probe schwieriger gestaltet als gedacht. Die Megastruktur, in der Killy und Cibo unterwegs sind, seit die TOA-Schwerindustrie zerstört wurde, ist wohl über einen Aufzug mit der Netzsphäre verbunden. Dort müssen sie hin, um die Probe analysieren zu können. Das gibt mir zum Glück direkt mal einen hilfreichen Hinweis, in welchen Dimensionen wir uns in der von Tsutomu Nihei erschaffenen Welt bewegen, denn die Megastruktur ist satte 27 Kilometer tief, der Fahrstuhl, der diese mit der Netzsphäre verbindet legt allerdings eine Strecke von gigantischen 6.780 Kilometern (!) zurück! Allerdings ist das noch gar nichts, wenn man die Zeiteinheiten sieht, mit denen hier teilweise Jongliert wird. Da blättert man um und *zack* sagt Dir ein kleines Kästchen: 2.244.096 Stunden später. WIE BITTE?!? Irgendwie ist das alles ganz schön krass und ich bin weiterhin gespannt, wo das alles hinführen soll.

    7,5/10

    Gibt diesmal für die paar Infobrocken, die ich rausziehen konnte noch einen halben Punkt mehr.


    Conan der Cimmerier: Natohk, der Zauberer

    Zurück beim ursprünglichsten aller Barbaren. Ja, der gute Conan kommt schon ein ganzes Stück klassischer daher als beispielsweise Sláine, vor allem in dieser vom Splitterverlag wieder perfekt in Szene gesetzten Albenreihe. Das liegt natürlich vor allem daran, dass sich die Adaptionen der französischen EDITIONS GLÉNAT sehr dicht an Robert E. Howards Originalerzählungen halten, die nun mal bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschrieben wurden. Dennoch finde ich es äußerst überraschend, wie frisch und unverbraucht Howards Schreibstil anmutet, denn ich lese aktuell parallel zu den Comics auch die Originalgeschichten des, trotz relativ kurzer Schaffensphase, doch ziemlich fleißigen Autors. Wer Lust da auch mal reinzuschnuppern, einfach mal einen Band der sechsteiligen Gesamtausgabe des Festa Verlags antesten, es lohnt sich meiner Meinung nach echt!




    Wer die Dinge lieber visualisiert bekommt greift zu den Splitter Alben, denn bislang sind die echt unheimlich Dicht an der Vorlage, was ich nur begrüßen kann. Dieses zweite Album, Natohk, der Zauberer ist ein absolutes Musterbeispiel, wie so etwas aussehen kann. Sowohl Autor Vincent Brugeas als auch Zeichner Ronan Toulhoat kannte ich zuvor gar nicht, aber hey, was die beiden hier auf die Seiten gebannt haben grenzt in Sachen Adaption einer bestehenden Geschichte an absolute Perfektion. Hier wurde wirklich jeder wichtige Moment der Vorlage eingefangen, ohne, dass ich das Gefühl hatte irgendetwas zu vermissen. Dazu das phänomenale Artwork von Ronan Toulhoat, dem es gelingt die vielen Schauwerte, die die Story bietet prachtvoll in Szene zu setzen.




    Klar, in der Hinsicht bietet Natohk, der Zauberer natürlich auch mannigfaltige Möglichkeiten. Beginnend schon mit dem stimmungsvollen Opener mit dem Meisterdieb in der versandeten Wüstenstadt inmitten von postmodern anmutenden Tempeln irgendwo zwischen Aztekenbauten und dem Terrassentempel der Hatschepsut. Über die heimeligen Spelunken und düsteren Gassen der Stadt Khoraja und prunkvolle Paläste bis zu monumentalen Schlachten vor epischer Kulisse. All das erleben wir gemeinsam mit Conan auf seinem Weg vom versoffenen Söldner zum großen Feldherren, der für eine schöne Frau gegen eine übermächtige Armee und einen finsteren Zauberer zu Felde zieht. Abenteuer at ist Best, altbekannte Muster in perfekter Symbiose auf beeindruckende Weise auf die Seiten gebracht. Dazu gibt es noch ein informatives, zweiseitiges Nachwort von Patrice Louinet zur Entstehung und Erstveröffentlichung von Black Colossus, so der Titel von Howards Original-Geschichte, die damals als siebte Conan-Erzählung veröffentlicht wurde. Also erneut eine richtig gelungene Veröffentlichung, die Splitter uns hier beschert.

    9/10

    So viel Lobhudelei und dann „nur“ ne Neun? Ja, das liegt aber an zwei Kleinigkeiten, die vermutlich nur mich stören. Zum einen hätte ich die Szene, in der Conan als neuer Heerführer eingeführt noch etwas überspitzt humoristischer dargestellt, denn so kommt sie auch im Buch rüber, und zum anderen gefällt mir Conans Frisur einfach nicht. Das Lockige gepaart mit seiner Rüstung sieht mir zu sehr nach Sandalenfilm-Römer aus. Aber hey, ist halt Geschmackssache.


    Gespenster-Album 1: Dracula 1/2 & Gespenster-Album 2: Dracula 2/2

    Nach dem ich von meiner ersten Dracula-Comic-Adaption Dracula (von Pascal Croci & Francoise-Sylvie Pauly) nicht allzu begeistert war hatte ich meinen blutdürstigen Vampirgelüsten ja erstmal in den Straßen Gotham Citys gefrönt. Das war zwar ein grandioses Erlebnis, aber ich wollte doch einer direkten Adaption des klassischen Stoffes von Bram Stoker noch einige Chancen einräumen. Auf Empfehlung des guten excelsior1166 kamen mir also las nächstes diese zwei Gespenster-Alben des Bastei Verlages unter die Fangzähne.




    In wundervollen, vor Atmosphäre geradezu triefenden Gemälden, die von der Bildsprache irgendwo zwischen dem Universal-Klassiker mit Bela Lugosi und den Hammer-Produktionen mit Christopher Lee angesiedelt sind erzählt der spanische Illustrator die Geschichte des Original-Romans nach. So weit ich das beurteilen kann hält er sich da sehr dicht an die Vorlage und fängt die zugrundeliegende Stimmung perfekt ein. Blutige Effekthascherei gibt es kaum, denn selbst die brutaleren Szenen wurden äußerst stilvoll und nahezu ohne roten Lebenssaft (der hat hier zumeist andere Farben) realisiert. Dafür gibt es hie und da etwas nackte Haut in hübschen Rundungen zu bewundern. Also noch etwas mehr Eye-Candy, jedoch ohne jemals obszön zu wirken!




    Wie gesagt, die Nähe zum Roman kann ich noch nicht abschließend beurteilen, den habe ich jetzt erst zu etwa einem Drittel durch. Ich hatte das Buch in der Schulzeit zwar bereits einmal begonnen, nach den ersten fünfzig bis hundert Seiten damals aber zu den letzten zwanzig gesprungen. Die Jugend halt, aber das wird jetzt nachgeholt, besser spät als nie. Coppolas Leinwandadaption habe ich kürzlich mal wieder gesichtet und nach der, sowie dem besagten ersten Drittel des Buches zu urteilen, hat Señor Fernandez in den 80ern hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Letztlich bleibt, unabhängig davon, ob die Adaption nahe am Original ist oder nicht, zu sagen, dass es ihm einfach gelingt eine wundervoll stimmige Gruselmär in zeitlos genialen Bildern zu erzählen, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wird und ob der tollen Bilder dazu einlädt wieder und wieder durchgeblättert zu werden. Ganz feine Sache!

    8,5/10

    Als Liebhaber klassischen Materials werde ich selbstverständlich auch in Paninis Omnibus zu Tomb of Dracula mal hineinschmökern und als bekennender Hellboy- und Mignola-Fan steht natürlich auch dessen Adaption von Francis Ford Coppolas Kinoepos noch auf dem Programm. Ich bin schon gespannt, welche Blutsauger-Variante mir letztlich am meisten zusagt.

    Das war es vorerst mal wieder. Habt Ihr von den fünf Werken auch was gelesen? Wie ist Eure Meinung dazu? Ähnlich wie meine, oder komplett in eine andere Richtung?

    VG, God_W.

  22. #97
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    Ich hab momentan echt wieder so viel Spaß beim Lesen, und auch noch so viel grandioses Material hier liegen, dass ich mich geradezu zwingen muss zwischendurch mal ein paar Zeilen dazu zu tippen. Kann also sein, dass ich mich stellenweise extrem kurz halte, damit ich schneller wieder in die Leseecke komme.


    Miracleman 3 - Olymp

    Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen habe ich nach Band zwei nicht mehr am Miracleman weitergelesen. Vollkommen unverständlich, wenn ich bedenke, wie begeistert ich von den ersten beiden Bänden war. Aber klar, Miracleman ist halt auch nichts, was man mal so eben nebenbei liest, da sollte man schon in Stimmung und auch aufnahmefähig sein. Deshalb habe ich mir, statt einfach zu Band drei zu greifen, auch erstmal einen Re-Read der ersten beiden Bände angedeihen lassen und was soll ich sagen? Meine begeisterte Meinung dazu bleibt absolut bestehen!
    Miracleman 1 – Der Traum vom Fliegen
    Miracleman 2 – Der rote König

    Jemand hat mir mal gesagt, dass Alan Moore – denn niemand Geringeres verbirgt sich hinter dem „Originalautor“ - schon vor seinen „Watchmen“ bereits hier eine Demontage des Superheldengenres in Angriff genommen hätte. Das was Mister Moore in diesem dritten Band hier abzieht ist aber nicht nur eine angedeutete Demontage des Superheldencomics, nein, das ganze wird geradezu zerlegt, zerstört und gleichzeitig sowas von auf die Spitze getrieben, ach was auf die Spitze, weit darüber hinaus! Es gab ja bei verschiedenen Superhelden, allen voran natürlich Sups selbst, schon öfter mal Anklänge von kritischen Fragen, was passieren würde, wenn sich ein so mächtiges Wesen zu gottgleichem Herrschertum hinreißen lassen würde, aber hier werden diese Gedankenspiele halt im Moore-Style weitergesponnen.

    Mit am spannendsten ist an der Sache, dass unser Held Mike Moran über weite Strecken extrem geerdet daherkommt und sich mit äußerst bodenständigen und familiären Problemen konfrontiert sieht. Fast ein bisschen wie Animal Man Buddy Baker zu seinen besten Grant Morrison-Zeiten. Umso krasser kommen dann die weiteren Entwicklungen daher, auf die ich gar nicht weiter eingehen will. Nur so viel: Moore schreibt mal wieder grandios und, dass er sogar die Warpsmiths aus Band 1 (zum Glück hatte ich den Re-Read gemacht) in nicht nur sinnvoller, sondern sogar zentraler Rolle in einer Star Trek-mäßigen Erstkontaktstory mit einbindet ist schon enorm stark. Er treibt das ganze Thema weiter und weiter, sogar so weit, dass ich mich frage, was Neil Gaiman, der im abschließenden vierten Teil die Autorenarbeit übernommen hat, mit dieser Ausgangssituation noch groß anfangen will? Ich bin äußerst gespannt! Das wird dann übrigens mein erster Kontakt mit Neil Gaiman als Comic-Autor, also bin ich sogar doppelt gespannt.

    Dennoch muss ich sagen, dass mir Moores Gedankengänge hier an so mancher Stelle doch ein Stück weit zu abgehoben sind und die Erzählstruktur durch häufige Sprünge, weil uns die Geschichte quasi erst im Nachgang erzählt wird und somit zu großen Teilen aus Rückblenden besteht, sehr zerstückelt daherkommt. Das hemmt den Erzählfluss ein wenig und lässt weit weniger Spannung aufkommen, als möglich gewesen wäre und ein Mitfiebern findet nicht wirklich statt. Diese Kritikpunkte machen Band drei für meine Begriffe zum Schwächsten der dreien, auch wenn das natürlich auf sehr hohem Moore-Niveau stattfindet. Ach ja, John Totlebens fabulöses Artwork ist über jeden Zweifel erhaben!

    8,5/10

    Im Nachgang gibt es noch einen gelungenen One-Shot von Grant Morrison, was äußerst passend ist, habe ich den Miracleman doch zuvor bereits mit seinem Animal-Man verglichen, und auch die Retro-Story „Ein kleines Wunder“ von Mike Allred fügt sich schlüssig ins Gesamtbild und Lockert das Finale nochmal etwas auf. Weiterhin gibt es einen Schwung Cover und Skizzen zu bewundern, die uns als Bonus spendiert werden, von Seiten der Ausstattung also erneut alles tutti.



    Conan der Cimmerier: Jenseits des schwarzen Flusses

    In der dritten Ausgabe des europäischen Alben-Conans erwartet uns mit „Jenseits des schwarzen Flusses“ eine Adaption einer der späteren Conan-Stories von Robert E. Howard. Mitte 1935 erstmals veröffentlicht erblickten hinterher nur noch drei weitere Conan-Erzählungen zu Howards Lebzeiten das Licht der Pulp-Magazine. Man könnte also sagen, dass sich Howard zu diesem Zeitpunkt auf dem Gipfel seiner Schaffenskraft befunden hat und ich muss sagen, die Story ist im Original wirklich toll geschrieben mit einem äußerst stimmigen Opener, in welchem wir den Waldläufer, für mich eigentlich die sympathische Hauptfigur der Geschichte, kennenlernen und außerdem auch schon mächtig Atmosphäre aufgebaut wird. Das ebnet den Weg für einen wahrlich glorreichen Auftritt des größten aller Barbaren – Conan, unser aller Lieblings-Cimmerier.




    Die mal wieder mit allerlei mörderischem Getier, gefährlichen Wilden und mächtigen Hexenmeistern bestückte Geschichte ist im Grunde eine klare Metapher zur Eroberung des amerikanischen wilden Westens und der damit einhergehenden Verdrängung der Ureinwohner. Wenn das Ganze dann, wie hier, nicht im „echten“ wilden Westen spielt, sondern in einem Dschungel-Niemandsland zwischen Aquilonien und der Piktischen Wildnis, also irgendwo „jenseits des schwarzen Flusses“, dann liegt der Ausgang zum Glück nicht in den Geschichtsbüchern, sondern im Ermessen des Autors. Was Mister Howard letztendlich draus gemacht hat dürft Ihr selbst nachlesen, entweder in der Original-Erzählung, oder auch in dieser meines Erachtens mal wieder äußerst gelungenen Adaption.

    Sowohl Autor Mathieu Gabella als auch Zeichner Anthony Jean, der übrigens auch selbst koloriert hat, sind mir bislang noch nicht begegnet. Ich wusste also gar nicht, was mich bei den beiden erwartet. Das Artwork gefällt mir außerordentlich gut, auch wenn es sicher den ein oder anderen stört, dass Conan mit einem Side- bzw. Undercut unterwegs ist, die Frisur ist sicher nicht jedermanns Geschmack, ich find‘s ganz cool. Aber auch sonst ist das Artwork echt stark. Die Großteils düsteren, aber immer äußerst stimmungsvollen Bilder entführen mich zeitweise in den tiefsten Urwald, wecken bei den Szenen mit den Eingeborenen Erinnerungen an alte Hollywood-Schinken wie beispielsweise King Kong, in anderen Teilen kommt das Western-Genre durch und gerade Michael Manns grandios bebilderter „Der letzte Mohikaner“ schwirrt mir da häufig durch den Kopf. Echt rundum gelungen.




    Auch sehr gut gelungen, aber für mich leider nicht ganz perfekt, ist Mathieu Gabellas Adaption der Geschichte. Grundsätzlich ist er von Anfang bis Ende sehr dicht an Howards Vorlage, was ich absolut befürworte, allerdings gibt es so ein bis zwei Szenen, die eher bei den leiseren Tönen angesiedelt sind und Howards Geschichte ein starken, gefühlvollen Einschlag und einen Schuss Wehmut verleihen, die man meiner Ansicht nach etwas besser hätte herausarbeiten können. Aber hey, jammern auf sehr hohem Niveau! Ich habe das Teil genossen und werde das Abenteuer sicher bei Zeiten mal wieder zur Hand nehmen.

    8/10

    Bevor ich’s vergesse: Mit ganzen 11 Seiten Bonusmaterial in Form von Skizzen, entwürfen aber auch einer dreiseitigen Entstehungsgeschichte zu Howards Originalgeschichte ist das Album mal wieder erstklassig ausgestattet.



    Geschichten aus dem Hellboy-Universum: B.U.A.P. – Die Froschplage 2

    Na da war ich doch mal ganz hart zu mir selbst und habe mit der Lektüre des zweiten Sammelbandes zur B.U.A.P. gewartet bis ich auch den dritten im regal hatte. Nein, bis zum vierten zu warten war keine Option, bin ja kein Masochist! Also voller Freude auf das über 400 Seiten starke Paket gestürzt, dass Cross Cult hier wieder gewohnt hochwertig mit 30 Seiten Bonusmaterial und Lesebändchen in ein Hardcover geschnürt hat. Versammelt sind wieder drei Einzelbände, weshalb ich zu jedem kurz ein bis zwei Zeilen hierlassen möchte.

    Teil 1 – Die Toten


    Nach einer Eröffnung mit Knalleffekt lernen wir mit Captain Benjamin Daimio den neuen Chef der Einsatztruppe kennen. Das geht nicht reibungslos vonstatten, die kleinen Zankereien, vor allem mit Liz, machen aber ungeheuer Laune! Im weiteren Verlauf der äußerst abwechslungsreichen Horror-Tour de Force stehen neben Liz Sherman vor allem Abe Sapien, Roger der Homunkulus und Johann Kraus im Zentrum der äußerst abwechslungsreichen Stories. Die Autoren Mike Mignola himself und John Arcudi haben echt ganze Arbeit geleistet, denn hier kommt wirklich jeder Horror-Fan auf seine Kosten. Ob klassische, teils wehmütige Schauergeschichten, harter Gore oder wirklich blanker entsetzlicher Horror, hier wird alles geboten. Dabei kommen weder blutige Details, noch in guten Dosen eingestreuter Humor zu kurz. Grandioser Start!

    Teil 2 – Krieg der Frösche


    Das dürfte so manchem Kunden einen Jubelschrei entlockt haben, war dieser zweite Band doch in der limitierten und bereits lange vergriffenen Sammlung „Geschichten aus dem Hellboy Universum 2“ enthalten, und somit auf deutsch nur zu horrenden Sammlerpreisen zu bekommen.

    Der Name ist hier Programm, und so geht es in den einzelnen Geschichten auch hordentlich zur Sache. Nahezu alle B.U.A.P-Mitglieder kommen in den actionreichen Schlachten zum Zuge. Wirklich jeder hat seinen großen Auftritt und von riesenhaften Drachenmonstern (Nessie, bist Du‘s?) über Lovecraftsche tiefe Wesen bis zu drohender Gefahr durch Sektenähnliche Scharlatanerie mit Todesfolge bzw. Verwandlung ist einiges vertreten. Ein besonderes Highlight ist die sehr deutlich an Ridley Scotts Alien angelehnte Episode mit den Marines auf dem Schiff auf hoher See, wahnsinnig Spannend!

    Teil 3 – Die Schwarze Flamme


    Aaaa, ganz schwierig was zu schreiben ohne groß zu spoilern. Auf jeden Fall spitzt sich die Lage ordentlich zu. Ein neuer, großer Gegner schart die grünen Horden um sich, auf Seiten der B.U.A.P. sind schwere Verluste zu verzeichnen und sowohl Abe als auch Liz sind der Verzweiflung nahe, zweifeln an sich selbst und an ihren Fähigkeiten, sowie an dem Sinn hinter allem. Eine ganz haarige Situation, gerade jetzt, wo eine derart gewaltige Schlacht vor der Tür steht…

    Ja, das war insgesamt mal wieder ein grandios wilder Ritt durch die Pulp-Genres, der noch mahr Spaß gemacht hat als Band eins! Den Großteil der Zeichenarbeit hat Guy Davies tadellos und auch mit einigen Highlights sauber umgesetzt, beim Mittelteil durften auch andere illustre Gesellen wie Peter Snejbjerg, John Severin oder Herb Trimpe an den Zeichenstift. Alles sehr atmosphärisch und entsprechend abwechslungsreich fürs Auge. Abgerundet mit einer kurzen Charakterübersicht, sodass sich wirklich jeder schnell zurechtfindet, und einem Vorwort von Scott Allie hat Cross Cult hier wieder Balsam für das geneigte Fan-Herz produziert.

    8,5-9/10



    BLAME! Master Edition 5

    Mit brutaler Action und reichlich Geschwindigkeit, wenn auch nicht mehr so atemberaubend wie zu Beginn (oder gewöhnt man sich einfach dran?), geht es weiter im Takt. Die ein oder andere nebenbei fallengelassene Info lässt mich weitere Vermutungen über Killys Herkunft anstellen. Ansonsten lerne ich wieder Neues über die wahrlich gigantische Welt, in der wir uns bewegen, und auch die die zeitlichen Dimensionen lassen mir die Birne schwurbeln. Das macht dann einige Dinge wieder rätselhafter als gedacht, auch wenn ich an anderer Stelle das Gefühl hab weiter zu kommen. Ganz schön verzwickt das alles.




    Dazu kommen mit Dhomochevsky und Iko quasi ganz kurz vor Schluss nochmal zwei neue Charaktere mit reichlich Screentime ins Spiel. Nichtsdestotrotz kann man sich nie sicher sein, wer auf der nächsten Seite zerfetzt wird, wer überlebt und, wer auf der nächsten Seite zerfetzt wird, aber dennoch überlebt. Nach welchen Regeln das abläuft habe ich noch immer nicht ganz geblickt, also wer da jetzt bei welchem Schaden wiederhergestellt werden kann und wer nicht. Bin gespannt, ob das noch klarer wird und das Finale steht ja jetzt auch vor der Tür. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, wie Sensei Nihei in einem einzelnen Band meine ganzen Fragezeichen auflösen will. Ich bin gespannt!

    7/10

    VG, God_W.

  23. #98
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    Gestern endlich mal wieder ein paar Reviews geschafft und gleich drangeblieben. Also gibt’s heute direkt noch einen Nachschlag.

    Catwoman – Selinas großer Coup (DC Graphic Novel Collection 29)

    Kurz vorab: Sowohl dieser Band 29, als auch Band 36 (Die Fährte der Katze) sind auch unabhängig voneinander einwandfrei zu lesen und zu genießen. Dennoch würde ich empfehlen diesen hier vorher zu lesen, dann passt das stimmiger zusammen, auch wenn ich das irgendwie nicht hinbekommen hab. Wenn ich das richtig mitbekommen habe wurde dieser Band hier im Nachhinein als Prequel konzipiert, was so perfekt funktioniert, dass man es echt entgegen der Veröffentlichungsreihenfolge lesen kann.

    „Selinas grosser Coup“
    Jetzt aber zur namensgebenden Hauptstory: Nach einem exotischen Start wird uns hier ein astreines, spannend inszeniertes und perfekt konstruiertes Heist-Movie allererster Güte geboten. Dabei kommt der geerdete Brubaker-Style keineswegs zu kurz und die Charaktere sind zu großen Teilen sehr cool herausgearbeitet. Hervorzuheben ist dabei der Privatschnüffler Slam Bradley.

    “Slam Bradley: Auf den Spuren von Catwoman”
    Tadaa, Slam Bradley is in da house. Der obercoole Privatdetektiv alter Schule hat direkt noch seinen eigenen Mehrteiler bekommen. Der Clou an der Sache ist, dass die Ereignisse aus „Selinas großer Coup“ hier nochmals parallel aus der Sicht des kernigen Schnüfflers erzählt werden. Das wirkt wie aus einem Guss und ich hatte stets das Gefühl, dass Autor Ed Brubaker an der Sache sogar noch mehr Spaß hatte, als an der Hauptgeschichte. Die klassische Noire-Style Gangster/Detective Story mit lakonischem Humor und einem Hauch von Tragik ist genau Brubakers Kragenweite und trifft zu 100% meinen Geschmack.

    Von Darwyn Cooke und Cameron Stewart wurde das alles in einem echt stylischen Stil irgendwo zwischen Klassik und Noir mit kräftiger Kolorierung in Szene gesetzt. Auf den ersten Blick vielleicht gewöhnungsbedürftig, wird aber von Seite zu Seite besser und faszinierender. Hat vor allem Wiedererkennungswert! Als Bonus-Story bekommen wir diesmal in Batman #1 die ersten Szenen zu Gesicht, in denen Selina Kyle versucht mit Batman anzubandeln bzw. zwischen den beiden schon ein gewisses Knistern zu spüren ist. Charmant und lesenswert!

    8,5/10



    I Kill Giants

    Es ist beinahe halb drei mitten in der Nacht. Eigentlich müsste ich schön längst in der Koje liegen, also hoch von der Couch und ab ins Bad. Da fällt mein Blick aufs Bücherregal und weil ich schon den halben Abend immer mal wieder drüber gegrübelt habe, was ich am nächsten Tag denn lesen könnte, greife ich mir „I Kill Giants“. Das ist in diesem großen, glänzenden Schuber in dem Film und Comic enthalten sind nämlich echt auffällig. Aber habe ich auf sowas aktuell überhaupt Lust? Worum geht’s da eigentlich? Naja, einfach mal die ersten drei-vier Seiten lesen, dann wird sich schon zeigen, ob ich mir das morgen zur Brust nehme.




    Kurz vor vier am frühen Morgen schließe ich das Buch, nachdem ich die letzte Seite der Geschichte gelesen habe. Mich durchflutet ein Gefühl von Lebensmut, optimistischem Tatendrang und der Gewissheit, welche Dinge im Leben die wichtigsten sind und, dass man diese, so kurz die Zeit auch bemessen sein mag, genießen kann und stets zu schätzen weiß, wenn man sich denn nur dafür entscheidet.
    Ich bin total aufgewühlt, hellwach und irgendwie einfach nur fröhlich und zufrieden, was verwunderlich ist, da ich vor ca. einer viertel Stunde noch geheult hab wie ein Schlosshund und das wiederum, obwohl ich um kurz nach halb drei noch schmunzelnd und kichernd im Lesesessel hockte und einen inneren Kampf mit mir ausfocht, ob ich denn jetzt endlich ins Bett gehe oder nicht. Ich denke mehr muss nicht gesagt werden, außer vielleicht: Lest das Teil!

    9-9,5/10




    PS: Wer sich über das Titelbild wundert: Das ist das Hardcover, welches der Blu-Ray Sonderedition der zugehörigen Verfilmung beilag. Den Film kann man schon schauen, ist aber klein Vergleich zum Comic. Zu viel wurde geändert, viel zu behäbig wird erzählt und die grantig frustrierte Art der Hauptfigur wird nicht wirklich gut herausgearbeitet. Wirklich fesseln konnten nur die letzten 20 Minuten, die sind aber wirklich toll und entschädigen für Vieles.



    Der Glöckner von Notre Dame: 1 – Der Tag der Narren & 2 - Quasimodo

    Mit Sláine und Conan bin ich ja aktuell sehr häufig im Barbarenland unterwegs und gerade bei der Franko-Belgischen Variante von Letzterem ist durch stetig variierende Autoren und Zeichner massig Abwechslung geboten. Vom ersten Band kannte ich zumindest den Zeichner bereits, in die beiden folgenden Abenteuer bin ich ohne jegliche Vorkenntnisse gestartet und auch beim anstehenden vierten Band war ich nach einem Blick auf das Cover erstmal ahnungslos. Allerdings hat da in meinem Hinterkopf was geklingelt und beim Durchstöbern meines Lese-K2 sprang es mir dann ins Auge: Nein, von Autor Robin Recht, dem Mann, der das vierte Conan-Album in Personalunion inszenierte, hatte ich bislang noch nichts gelesen, aber sehr wohl schon in den Fingern gehabt.




    Ich lese immer gerne Sachen die an Orten spielen, welche wir mal besuchen wollen oder bereits besucht haben. In Paris waren wir 2017 zum ersten mal, davon abgesehen hat mich die Geschichte des Glöckners aber bereits in jungen Jahren mit der ersten Sichtung des Klassikers mit Anthony Quinn und Gina Lollobrigida in ihren Bann gezogen. Seither habe ich zig Verfilmungen gesehen und sogar zwei Bühnenvarianten gesichtet. Das Buch von Victor Hugo habe ich dann allerdings tatsächlich erst kurz vor unserer Frankreich-Reise erstmals in ungekürzter Fassung gelesen. Das war zwar schon eine zweischneidige, aber auch äußerst erhellende Erfahrung! Zum einen ist Hugo weit weniger einfach zu lesen als beispielsweise Jules Verne oder Alexandre Dumas. Das ist zwar grundsätzlich nichts schlechtes, erschwert aber den Zugang zu dem doch komplexen Werk. Egal was man davon halten mag (ich finde das Buch grandios), so ist es genau diese Komplexität, die bei nahezu allen Adaptionen außen vorgelassen wird. Da wird dieses außerordentlich vielschichtige und auch politisch relevante Werk in erschreckender Regelmäßigkeit auf eine „Die Schöne und das Biest“-Story zwischen Esmeralda und Quasimodo reduziert wird.




    Jedem, der Victor Hugos Werk zu sperrig erscheint, aber dennoch zumindest einen Hauch der Tiefe des Originals verspüren möchte, dem seien die beiden hier vorliegenden Splitter-Alben wärmstens empfohlen! Robin Recht, der für die Adaption der Geschichte sowie die Storyboards verantwortlich zeichnet hat einen echt prima Job gemacht. Ich vermisse wirklich nicht ein wichtiges Element des Ursprungswerkes. Klar, da muss auf den insgesamt 112 Seiten über einige Sachen viel zügiger hinweggegangen werden als in Hugos dickem Schinken, aber die Essenz wurde echt gut getroffen. Und ja, dazu gehört auch, dass die „heilige“ Zigeunerin vielleicht nicht ganz so sympathisch daherkommt wie sonst, aber mehr soll hier auch gar nicht verraten werden. Zeichner Jean Bastide macht mit seinen filigran und detailliert anmutenden Zeichnungen ebenfalls einen tollen Job. Insgesamt also auf jeden Fall eine sehr gute Roman-Adaption, die ich Fans europäischer Historienschinken uneingeschränkt empfehlen kann.

    8-8,5/10



    Was hat mein Herz geblutet, als ich die Bilder der in Flammen stehenden Notre Dame de Paris vor genau einem Jahr im Fernsehen sehen musste. Zum Glück hatten wir dieses außergewöhnliche Bauwerk von ganz eigenem Charakter 2017 noch besucht. Ich hoffe inständig, dass die Restaurations- und Reparaturarbeiten mit Sorgfalt und viel Respekt vor dem ursprünglichen Zustand von statten gehen, sodass noch viele Generationen die Gelegenheit bekommen dieses Monument und Zeitzeugnis zu bewundern. Mir haben diese zwei Bände wieder viele schöne Erinnerungen wachgerufen. Ganz tolle Arbeit.



    Conan der Cimmerier: Ymirs Tochter

    Zusammen mit Conan ziehe ich in den hohen Norden, nach Nordheim, wo auf einem lange zugefrorenen See ein wahrhaft blutiges Schlachtfeld auf uns wartet. Doch der härteste Kampf in der lebensfeindlichen Eiswüste wird nicht mit Schwert oder Axt ausgetragen, und auch nicht gegen waffenschwingende Hünen oder zähnefletschende Monstren ausgefochten. Nein, es ist eine zarte Gestalt mit wallender, roter Mähne und sinnlichen Kurven, die den stärksten aller Krieger in sein Verderben zu locken droht.

    Führer auf dieser Reise in den nördlichsten Teil der Bekannten Welt im Hyborischen Zeitalter ist Robin Recht. Der Mann, der bereits Victor Hugos Klassiker Der Glöckner von Notre Dame in einer Art und Weise adaptierte, die mir persönlich außerordentlich zugesagt hat, ist hier nicht nur als Autor und Szenarist tätig, nein, er griff auch selbst zum Zeichenstift um seine gänzlich ihm eigene Version der schon mehrfach als Comic adaptierten Geschichte auf die Seiten zu bannen.




    Was Monsieur Recht hier geschaffen hat ist mit meinen Augen nicht weniger als ein Meisterstück. Mit starkem Strich, kräftigen Kontrasten und in faszinierenden Bildern erzählt er eine Conan-Geschichte wie sie sich Robert E. Howard vielleicht gewünscht hätte, wären die Restriktionen durch Verleger und Zensur damals nicht so streng gewesen. Vielleicht wäre er mit Robin Rechts eigenwilliger Auslegung der Story auch ganz und gar nicht einverstanden, aber wer weiß das schon? Ich persönlich bin restlos begeistert. Der Autor und Zeichner in Personalunion ist tief in Howards Erzählung eingetaucht, hat ihre Seele erfasst und das ganze dann nochmal deutlich weitergetrieben. Zügel- und hemmungslos wird archaische Kraft und Leidenschaft entfesselt, die Urinstinkte werden geweckt und das Blut in Wallung gebracht. Ein wilder, atemloser Ritt durch Conans Natur, der es nicht zulässt das Buch vor dem Finale aus der Hand zu legen.

    Ja, „Imyrs Tochter“, „Die Tochter des Frostriesen“ oder auch „Die Götter des Nordens“ ist eine wahrlich faszinierende und auch spezielle Geschichte aus Conans Welt. Rein von der Chronologie gesehen müsste sie die am frühesten spielende Conan-Erzählung von Robert E. Howard sein. Veröffentlicht wurde sie zu seinen Lebzeiten allerdings nicht. Zu viel nackte Haut, zu anrüchig und – vor allem – mit der zumindest unterschwellig stets drohenden Gefahr einer Vergewaltigung einfach viel zu brutal und obszön. Dennoch strotzt die Story vor erzählerischer Kraft und faszinierenden Bildern, weshalb es kein Wunder ist, dass auch Marvel sich bei ihren klassischen Conan-Comics aus der 70ern ausgerechnet „Die Tochter des Frostriesen“ als eine der ersten Adaptionen einer Original-Erzählung von Robert E. Howard ausgesucht haben – und das in Zeiten des Comic Codes! Aber das ist eine andere Geschichte – und soll in Kürze erzählt werden.




    Was bleibt zu sagen? Zugegeben, Robin Rechts „Ymirs Tochter“ ist rein nüchtern betrachtet nicht so dicht an Howards Originalstory, wie es die bisherigen Autoren des „europäischen Conan“ handhabten. Für mich hat er jedoch die Seele der Geschichte freigelegt, von Schnee, Schlacke und weichen Moosüberwucherungen befreit und in wunderschöner, ungeschliffener, kantiger und roher Pracht präsentiert. Dass er sich dafür ganze 70 Seiten Zeit genommen hat, wo doch die ursprüngliche Geschichte mit gerade mal 12 Seiten Text auskommt zeigt, welche kreative Kraft die Tochter des Eisriesen in ihm geweckt hat. Diese dann auch noch in perfekter Splitter-Aufmachung in Händen halten zu dürfen ist einfach herausragend.

    9,5/10

    VG, God_W.

  24. #99
    Mitglied Avatar von LaLe
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    Schöne Lektüre und sag Bescheid, wenn es nach dem Phantom Stranger bei DC Dark weitergeht.
    Geändert von LaLe (15.04.2020 um 21:59 Uhr)

  25. #100
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    Danke! Hat auch echt mächtig Spaß gemacht.

    DC Dark wird noch ein Weilchen dauern, hab aktuell andere Sachen oben auf dem Lesestapel. Bin aber noch gut im "Zeitplan", wollte ja im Schnitt dieses Jahr ca. einen Band pro Woche schaffen, da hab ich noch Luft.

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