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  1. #51
    Mitglied Avatar von JRN
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    Der Onkel hatte tatsächlich auch gegen den Schah demonstriert und war im Gefängnis gelandet, später wurde er dann von den Revolutionswächtern als "russischer Spion" hingerichtet.
    Es war den Mullahs also nicht egal, wer aus welchen Gründen gegen den Schah demonstriert hatte und nicht jeder Demonstrant war ihnen willkommen ...

    God_W's Satz hätte aber in der Tat lauten müssen: "Wer es wagt, gegen die Mullahs zu demonstrieren, der läuft Gefahr, ins Gefängnis gesteckt zu werden, wie es ihrem Onkel ergangen war, der gegen den Schah demonstriert hatte. Und so lebte ..."

    Mit 1000 Grüßen,
    JRN

  2. #52
    Mitglied Avatar von Gagel
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    Danke für die Erläuterung. Ich habe das Buch noch nicht gelesen und bin einfach darüber gestolpert.

  3. #53
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Obwohl ich momentan kaum Zeit habe was Längeres zu schreiben (und mir auch ein wenig die Muße fehlt) habe ich die letzten Wochen doch einiges gelesen und will wenigstens mal ein/zwei Zeilen dazu verlieren. Eine ausführlichere Rezi folgt ggf. wenn meine aktuellen Projekte mich nicht mehr ganz so beanspruchen. Also, los geht's:

    Trouble is my Business 1


    Das frühe Werk von Meister Jiro Taniguchi ist eine Sammlung von Hard Boiled Detektiv-Geschichten in klassischem Gewand, irgendwo zwischen Bogart-Noir-Krimis und Willis' Das Model und der Schnüffler. Mal äußerst lustig, mal richtig hart, ganz schön kantig und mit herrlich "ungezwungenem" Style. Ich finds super und freue mich schon auf die nächsten Bände! (Bislang gibt's 5, aber der finale sechste Band wird von S&L sicher auch noch irgendwann veröffentlicht).
    Irgendwo bei 7-8/10


    Whiteout



    Da hat Greg Rucka ja einen echt „coolen“ Krimi geschaffen, der von Steve Lieber astrein in Szene gesetzt wurde. Ein spannender Pageturner in einem eisigen Setting welches (wie die Meisten von Euch mittlerweile wissen) absolut einen Nerv bei mir trifft. Die zugehörige Verfilmung hab ich vor vielen Jahren mal gesehen und leider auch den Schlusstwist noch recht genau in Erinnerung gehabt. Dennoch ein starker Thriller mit ungemein dichter Eiswüsten-Atmo, und deshalb kommt Band 2 auch bald mit in die Leseecke.
    8/10


    Dept.H – Unter Druck



    Gleich noch ein Krimi/Thriller par Excellence, aber diesmal mit leichtem Sci-Fi Touch. Mein absolutes Lieblingssetting von einer kleinen Gruppe Menschen, die in abgeschotteter Umgebung einer absoluten Extremsituation ausgesetzt werden hat Matt Kindt in seinem Autorencomic perfekt für mich umgesetzt. Ich selbst bin ein großer Freund maritimer Abenteuer und auch Sci-Fi rennt bei mir immer offene Türen ein. Das noch recht kleine Graphic Novel Programm des norddeutschen Hinstorff-Verlages habe ich seit einiger Zeit immer im Blick und die Geschichte
    über die Forschungsstation in der Tiefsee hatte bei Ankündigung sofort mein Interesse geweckt. Ich bin zwar erst vor wenigen Tagen dazu gekommen das gute Stück wirklich zu lesen, war aber sofort gefesselt und wurde, nachdem ich mich an das sicherlich etwas grobe Artwork gewöhnt hatte, gnadenlos von der klaustrophobischen Atmosphäre in den Bann des Tiefsee-Thrillers gezogen.

    Die Mischung aus Krimi, Sci-Fi und Horror in nautischer, lebensfeindlicher Umgebung hat sofort meinen Nerv getroffen! Anklänge an The Abyss, Alien (ein Charakter hat mich sofort an Teil 4 erinnert), Outland – Planet der Verdammten oder auch kleine Verweise auf Moby-Dick ließen mein Herz beim Lesen höherschlagen. Dazu wird die sowieso schon fesselnde Story mit
    spannenden Charakteren angereichert und das Set-Design ist äußerst kreativ und bietet angenehme Abwechslung, gerade was technisches Gerät betrifft. Wenn ich das richtig recherchiert habe wird die Reihe in vier Bänden abgeschlossen sein, am Ende dieses Erstlings wartet also ein kleiner Cliffhanger. Nach Rücksprache mit dem Hinstorff-Verlag sind die Bände zwei und drei aber aktuell in der Übersetzung, es geht also hoffentlich bald weiter! Ich liebe es!
    9/10


    Akira 6



    Ein ganz
    starkes Finale, das Katsuhiro Oromo hier abliefert! Wahnsinnige Geschwindigkeit trifft unbändige Action. Die dramatischen Entwicklungen werden zwar zum Finale ein Stück weit negiert, oder einfach „aufgelockert“, aber dafür bleibt man nach diesem sechsbändigen Meisterstück mit einem extrem guten Gefühl zurück und blickt irgendwie ein wenig hoffnungsvoll und schmunzelnd in die Zukunft. Ich bin noch am Hadern, ob ich das insgesamt sehr gut finde, oder es die Gewichtigkeit der Geschichte insgesamt etwas negiert. Aber egal, die Reihe ist auf jeden Fall ganz großes Kino und jeder sollte Otomos Werk mal eines Blickes würdigen.
    Bin mir noch uneins, ob 8 oder 9/10 aber eher die 9.


    Batman – Die
    Insel der Freaks




    Hätte ich gewusst, dass die Story in Paninis Anthologie über Batmans größte Gegner kommt hätte ich mit Carlsens alten Paperback nicht bei E-Bay geschossen, aber wirklich teuer war er nicht und gelohnt hat es sich allemal! Für mich ist Two-Face einer der interessantesten Batman-Villains und ich stehe total auf klassischen Horror und Grusel. So wird diese Freak-Show mit ihrer tollen, düsteren Atmo zu einem echt tollen Abend in der Leseecke. Wer Filme mag, in denen gruselige Fraks von Zigeunern auf alten Jahrmärkten vorgeführt werden und später schreckliche Dinge passieren: Das ist Eure Batman-Story!
    7-8/10


    Batman: Wahnsinn in Arkham



    Das Arkham Asylum ist ja alleine schon ein ungeheurer Atmo-Pusher für jede Story. Da ich zu dieser hier per Zufall vor Kurzem auch noch das Pendant der Batman Zeichentrickserei aus den 90ern gesehen habe hat das perfekt gepasst. Vor allem, weil es doch signifikante Unterschiede gibt! Wer wissen will weshalb Bats in Arkham einsitzt und einen der (meiner Meinung nach) bedrohlichsten und brutalsten Bösewichte Gothams kennenlernen möchte kann bedenkenlos zugreifen. (Ich finde diesen Zsasz echt creepy).
    8/10


    The Batman Judge Dredd Collection


    Ein englischer Sammelband, da die Crossover der Beiden Recken leider nicht komplett bei uns vorliegen. Insgesamt natürlich richtig trashige over the Top Stories, die aber ungemein viel Spaß machen, zumindest wenn man mit dem Gesetzeshüter von Mega City One auch etwas anfangen kann. Teilweise genial plastisches Artwork von Simon Bisley! Mann, was hab ich das gefeiert! Könnt Ihr von dem Mann noch mehr empfehlen?

    Die mit Abstand beste der enthaltenen Stories, Die Laughing mit dem allseits beliebten Joker kam bei uns scheinbar leider nicht in die Comic-Shops. Als Goodie bietet der englische Paperback dann noch ein weiteres Dredd-Crossover und das hat mir gleich meinen ersten Kontakt mit einer weiteren Ikone eingebracht: Lobo/Judge Dredd - -Psycho-Bikers vs. The Mutants From Hell ist mindestens so trashig wie der Titel klingt und schließt für mich den Kreis, denn erst hier wird es annähernd so abgedreht wie bei Dredds Gipfeltreffen mit den Aliens und den Predators. Was für ein riesiger Spaß!
    9/10


    Superman/Batman World’s Finest (DC Comics GNC Band 69)



    Na da hat der gute Walt Simonson, den ich bislang hauptsächlich als Zeichner kannte, mal eine recht ungewöhnlich anmutende Story als Autor an Bats und Sups rausgehauen. In malerischem, fast schon gemäldeartigem Stil bringt Dan Brereton die mythisch angehauchte und Mythologie durchzogene Geschichte auf die Seiten. Dass die ganze Sache in einer alten Ruine in Schottland startet (eines meiner absoluten Lieblingsländer!) ist schon mal ein dicker Pluspunkt und für einen Abstieg in höllische Tiefen bin ich auch immer zu haben. Das Finale finde ich auch ganz stark! Allerdings kommt mir der Erzählfluss über weite Strecken im Mittelteil doch etwas holprig und unausgegoren vor.
    6-7/10


    Batman:
    Kakofonie




    Ha! Was für ein geiler Scheiß! Kevin Smith scheint genau meinen Humor zu treffen und der teilweise ECHT nervige Bösewicht mit seinen coolen Geräuschlauten gehört ab jetzt zu meinen absoluten Lieblingen! Ich find‘s Geil und hatte einen Riesenspaß beim Lesen!
    8/10


    Kill or be Killed 4



    Das Finale von Brubakers innovativer Reihe, dem man leider etwas anmerkt, dass diese enorm pfiffige und innovative Grundidee dann doch recht zügig aufgebraucht war und nicht allzuviel Nährboden für weiteres Storytelling geboten hat. Ein Top-Autor wie Brubaker rettet das Ganze natürlich souverän über die Ziellinie, allerdings nicht ohne Opfer. Der starke Realismus der ersten Bände geht leider Flöten und der letzte Kniff um die Story hinten raus nochmal zu verlängern ist zwar echt spaßig und ultracool, aber auch ganz schön vorhersehbar. Ja, is trotzdem geil und macht mächtig Laune! Kann aber die Erwartungen nach dem ultrastarken Einstieg nicht ganz erfüllen.
    7/10


    Vampire Boy Gesamtausgabe


    Wahnsinns-Brocken mit über 450 Seiten, den Cross Cult hier in der Gesamtausgabe liefert! Carlos Trillo kannte ich noch nicht, aber Eduardo Risso habe ich mit seinen Alien-Comics
    kennengelernt und was der Gute hier abgeliefert hat ist schon ein grandioses Stück Kunst von mächtigem Schwarz und Weiß mit grandiosen Schatten- und Gegenlichtspielen. Ich liebe den kräftigen Style dieses Typen! Dazu diese ultracoole Vampir-Story, die extrem frisch und modern daherkommt, sich aber dennoch tief vor den Klassikern des Genres verneigt. Teils lustig, teils tragisch bis tieftraurig. Dennoch immer fesselnd und richtig sexy. Die Bezüge zum alten Ägypten haben dann ihr Übriges getan um mich vollends zu begeistern!
    9-10/10


    Vic und Blood



    Ein Sci-Fi/Horror-Klassiker von Meister Richard Corben (man leibt ihn, oder hasst ihn), der quasi 1:1 Hand in Hand geht mit Don Johnsons erster Hauptrolle im zugehörigen Film Der Junge und sein Hund. Typisch makabrer Corben-Humor trifft auf eine dystopische Zukunft und auch die Grundidee von Y The Last Man wird ja eigentlich ein Stückchen weit vorweg genommen. Klar, könnte alles etwas mehr Tiefe vertragen, ist aber dennoch ein wertvolles Kleinod, dass jeder Sci-Fi-Fan mit einem kleinen Hang zu Trash in irgendeiner Form (Film oder Comic) mal
    gesichtet haben sollte.
    8/10
    PS: Den Streifen gibt es mittlerweile sogar auf Blu!


    Serpieri Collection – Western 1


    Sehr schöner Band mit abwechslungsreichen Western-Stories der alten Schule. Oft fühlte ich mich an John Fords berühmte Kavallerie-Trilogie erinnert und die Zeichnungen Serpieris gefallen mir sowohl in S/W als auch in Farbe ausgesprochen gut! Da werde ich auch mal schauen müssen, wann ich die weiteren Bände in die Finanzplanung einbinden kann.
    Sehr gute 7/10


    Dracula (von Pascal Croci & Francoise-Sylvie Pauly)



    Das herausragende Gothic-Artwork ist ein echter Augenschmaus, wird auf Dauer aber leider doch ein bissl eintönig. Dazu kommt ein sehr nüchterner, unterkühlter Erzählstil, in dessen Rhythmus ich leider nicht so ganz reingefunden hab. Der Ansatz im ersten Teil erstmal die realistischere, teilweise historisch korrekte Geschichte von Vlad Tepes zu erzählen und in der zweiten Hälfte auf Stokers Roman als Quelle zurückzugreifen ist allerdings ein toller Kniff! Dazu reichlich tolles Bonusmaterial, in dem die Intentionen der Macher näher beleuchtet werden
    versöhnt mich ein wenig. Ja, schlecht wars nicht, aber ich hoffe zu dem Thema noch bessere Adaptionen zu finden.
    6/10


    Valerian & Veronique Gesamtausgabe 3



    - Trügerische Welten
    Die sehr frühe Version von „Edge of Tomorrow“ ist echt kreativ, einfallsreich und entwickelt mit ihren vielen historischen Settings mächtig Charme! Im Abgang gibt es dann sogar noch einige kritische Fragen zu unserer Vergangenheit und dem Umgang damit. Echt ein feines Album!
    8/10

    - Die Insel der Kinder
    Wahnsinn welche grandiose Steigerung Mézières hier in Sachen Artwork nochmal hingelegt hat. Ein derartiger Einfallsreichtum und Kreativität, die so perfekt mit der zu erzählenden Story harmoniert habe ich (in meiner kurzen „Comicleser-Karriere“) nur selten erlebt! Die ziemlich coole, wenn auch etwas vorhersehbare Story gewinnt durch das Artwork deutlich und mausert sich zu einem meiner absoluten Lieblingsalben aus der Reihe (bis jetzt).
    9/10


    Prinz Eisenherz Jahrgang 1937/1938 & Jahrgang 1939/1940 (Bocola Verlag)



    Vor einiger Zeit hat mir der gute @Wild Bill Kelso den Mund wässerig gemacht was Eisenherz angeht und was soll ich sagen? Hat geklappt! Bin voll drauf. Tolle Geschichten und spitzenmäßige Zeichnungen gepaart mit Unmengen von klassischem Charme und diesem gewissen Hauch von wundervoller Naivität, die Werke aus diesen Zeiten mit sich bringen, egal ob in Film- oder Buchform. Ich liebe es! Band eins fand ich grandios und wirkte etwas mehr wie aus einem Guss, Band zwei bot dafür etwas mehr Abwechslung. Beides schön, aber die Anfänge gefielen mir im direkten Vergleich etwas besser.
    1937/1938 bekommt 8/10
    1939/1940 sehr gute 7/10 (beinahe ne acht)
    Die nächsten sechs Bände, also 12 Jahrgänge, liegen auch schon hier bereit.


    Creepy präsentiert: Bernie Wrightson



    Wieder eine tolle Sammlung, die Splitter hier beschert, auch wenn Altmeister Wrightsons Stories aus den Heften Creepie und Eerie bei weitem nicht so umfangreich ausfallen als das Pendant zu Richard Corben. Im direkten Vergleich kommt Wrightson auch deutlich düsterer und gruseliger daher. Da wird oftmals deutlich mehr „echter“ Horror geboten als bei Corben. Dessen allgegenwärtiges schmunzelndes Augenzwinkern findet man hier nur in wenigen Geschichten. Dafür werden Fans „klassischen“ Horrors und Grusels bestens bedient und so kann ich auch diesen Band wieder nur als meisterlich bezeichnen.
    9/10 (Wenn ich mich für einen entscheiden müsste hätte aber Corben knapp die Nase vorn, dafür bin ich zu großer Trash-Liebhaber)


    Durango Gesamtausgabe 2



    - Band 5: Wilde Sierra
    Was soll ich in der Kürze groß sagen? Erneut ein nahezu perfekter Italo-Western den Mr. Swolfs hier abliefert. Die direkte Verbindung zum Vorgänger und somit das Beibehalten der sympathischen Nebenrolle macht enorm viel Spaß und bringt mehr Tiefe rein. Ansonsten weiter wortkarg, blutig, bierernst und (abgesehen von Blut und Whiskey) staubtrocken. Ich bin noch immer schwer begeistert, freue mich auf die weiteren Bände und bin sehr gespannt wie Yves Swolfs mit Vampiren klarkommt! Denn die Prinz der Nacht Gesamtausgabe mit den ersten sechs Alben liegt auch schon hier.
    9/10

    Die Wächter des Louvre



    Nachdem wir den Louvre vor zweieinhalb Jahren endlich selbst zum ersten mal besucht haben, und ich mittlerweile ein kleiner Taniguchi-Fanboy geworden bin, war klar, dass seine
    Huldigung an das Museum auch mal durch meine Finger wandern muss. Ich wurde wieder nicht enttäuscht. Sehr schön ruhig und einfühlsam führt mich Jiro Taniguchi durch die Gänge des berühmtesten Museums der Welt, aber ebenso durch dessen Geschichte und bringt mir ganz nebenbei den ein oder anderen Künstler und sein Schaffen näher. Weitschweifender als ich dachte und wirklich wunderschön.
    8/10 (eigentlich komisch, denn mehr Spaß hatte ich dann doch bei Trouble is my Business, aber das Stück hier hat mich irgendwie berührt.)


    Die lebende Tote – Splitter Diamant



    Wahnsinns Artwork in einer Wahnsinns Veröffentlichung. Ich glaube genau für sowas hat Splitter seine Diamant Reihe ins Leben gerufen. Die Wirkung der Bilder ist einfach bombastisch und die vor Lovecraft triefende Stimmung läuft beinahe aus den Seiten heraus. Gothic-Grusel trifft auf Science Fiction und vom Wahnsinn durchtränkte Ideen ungesehener Welten. Mal schaurig, mal tieftraurig, aber immer faszinierend Ja, das ein oder andere darf man nicht mit Logik oder gesundem Menschenverstand hinterfragen, aber hey, ich liebe Lovecraft und auch bei dem
    ist das häufig so. Sonst wäre man ja nicht so dicht am Wahnsinn. Absolutes Prachtstück in meinen Augen.
    9/10


    Whiteout 2 – Melt



    Der bodenständige Krimi in extremer Umgebung aus Band eins wandelt sich ein Stück weit zu einem James Bond oder Jack Ryan Agenten-Kracher. Natürlich erneut in der lebensfeindlichen Antarktis, was das Setting und die zugehörige Atmo wieder zu 100% Prozent in mein Beuteschema rückt. Fesselnd, action- und sogar ein wenig lehrreich, mit einer taffen Heldin, die seit Band 1 noch taffer geworden ist und mir viel Freude bereitet. Nur ganz knapp hinter dem Erstling und deshalb die gleiche Wertung.
    8/10
    Kam der dritte eigentlich jemals raus? Und falls ja, warum bringt Cross Cult den nicht?

    Weiteres gibt's dann morgen.

    VG, God_W.

  4. #54
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    Wie angekündigt bin ich im neuen Jahr voller Elan ins DC-Dark-Verse gestartet. Für ausführliche Rezis fehlt mir die Zeit aber ich habe bislang diese Hefte/Bände gelesen:

    - Brightest Day- Epilog: Die Suche nach Swamp Thing
    - Justice League Dark 1
    - Ich, der Vampir 1
    - Animal Man 1



    und bin schwer angetan! Der Epilog ist eine schöne Einstimmung, wenn auch keine Großtat. Macht aber echt Spaß den Trickster, Bats und einen "besonderen" Swampy in Aktion zu sehen. Die Justice League Dark hat mir dann doch ein bissl was abverlangt, weil ich viele Charaktere vorher nur marginal, oder gar nicht kannte. Dazu ist Constantine meiner Meinung nach nicht ideal getroffen, also halt nicht ganz so, wie ich ihn aus seiner eigenen Reihe kenne. Da werde ich noch ein wenig Gewöhnungszeit brauchen. Aber das ganze mystische und die Grusel- und Horrorthemen haben mir echt gut gefallen, sodass ich den Einstieg keinesfalls bereut hätte! Dann wurde es mit den Vampiren richtig gut! Irgendwo zwischen den Klassischen Mythen und dem "Daywalker" angesiedelt hat mich die Reihe sofort gepackt, auch weil mir das Artwork sehr sehr gut gefällt! Da stören mich nur die über weite Strecken sehr detailarmen, oder quasi nicht vorhandenen Hintergründe ein Wenig. Der Animal Man hat dann den Vogel abgeschossen. Sowas geiles habe ich ja schon lange nicht mehr in der Hand gehabt! Jeff Lemire trifft Buddy Bakers Charakter exakt so, wie ich ihn vom Start des Morrison-Runs in Erinnerung habe und schafft ein vor cooler Ideen überbordendes Horror-Szenario an dem Genre-Ikonen wie John Carpenter oder Stuart Gordon ihre helle Freude hätten! Mir geht es da nicht anders, bin restlos begeistert!

    Freue mich also schon sehr auf die kommenden Bände, auch der anderen Reihen. Ich glaube das wird alles ziemlich cool!
    Geändert von God_W. (20.03.2020 um 22:23 Uhr)

  5. #55
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    In den vergangenen Wochen hat sich bei mir ja ein ganz schön großer „habe ich gelesen“-Stapel gebildet und da ich nach wie vor keine Zeit finde ausführlich über kürzlich Gelesenes zu berichten will ich wenigstens in aller Kürze meine Meinung zu den einzelnen Bänden hierlassen.

    Essex County Band 1 – Geschichten vom Land



    Ich bin im Januar ja ins DC-Dark-Verse gestartet und so kam ich natürlich nach kurzer Zeit bereits zum ersten Band von Jeff Lemires grandiosem Animal Man. Durch eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ war mein Erstkontakt mit Lemire ja das leider gar nicht mal so gute „Hit Girl in Kanada“, aber nach dem richtig starken Animal Man wurde es langsam Zeit sich auch mal nach weiteren Werken des hochgelobten Autors umzuschauen. Was soll ich sagen? Die wundervoll einfühlsame, ruhig erzählte Geschichte im ersten Essex-County Band hat mich echt gerührt und bewegt. Ein zartes kleines Meisterstück, welches neben allem Realismus und Ernst sogar mit einer kleinen Superheldencomic-Metaebene aufzuwarten weiß. Ganz großes Kino in ganz kleinem Rahmen. Wundervoll!
    9/10


    Durango Gesamtausgabe 2 – Band 6: Das Schicksal des Desperados



    Yves Swolfs hält spielend das hohe Niveau und bringt seine „Amos“-Trilogie zu einem spannenden, blutigen und glorreichen Abschluss. Was könnte man aus diesen Vorlagen geniale Spaghetti-Western zaubern, wenn deren Zeit nicht längst passé wäre. Schade, dass das wohl nix mehr wird, aber schön, dass ich diese Stories immer wieder zur Hand nehmen und durchschmökern kann. Die drei Sergios hätten ihre helle Freude dran gehabt!
    9/10


    Esteban 1 (Doppelband)



    Wer mich kennt weiß, dass ich total auf maritime Themen stehe (übrigens auch auf Whiskey mit maritimen Noten in der Nase) und Moby-Dick mein absolut liebstes „All Time Favourite“-Buch ist. Da kommt mir Matthieu Bonhommes fünfteilige Reihe um Esteban, den 12-jährigen Indianerjungen der auf einem Walfänger anheuert als perfekte Beute vor die Harpune! Wie der großmäulige und vorerst grantige kleine Kerl sich nach und nach an das harte Leben Bord gewöhnt und schließlich sogar die Herzen der Besatzung – und teilweise auch des steinharten Captains – für sich gewinnt ist wundervoll geschrieben und stimmungsvoll gezeichnet. Ich habe die ersten beiden Bände „Auf dem Walfänger“ und „Gejagt!“ geradezu verschlungen und der zweite Sammelband mit den Geschichten 3-5 liegt auch schon hier bereit.
    8,5-9/10


    Trouble is my Business 2



    Wurde mal wieder Zeit für Manga und Teil zwei von Jiro Taniguchis und Natsuo Sekikawas Storysammlung um den stets abgebrannten Privatdetektiv Jotaro Fukamachi hat mir echt nochmal eine ganze Kante mehr Spaß gemacht als die erste. Unglaublich, welche abwechslungsreiche Vielfalt hier geboten wird! Mal philosophisch und nachdenklich, mal reichlich überspitzt und unglaublich witzig, immer spannend und nicht selten mit einer gewissen Härte angereichert. Ganz toll und für mich noch immer total unverständlich, weshalb die Reihe kein Kassenschlager ist.
    8/10


    Einmal durch den Louvre



    Nachdem ich zuletzt Jiro Taniguchis Ausflug in den Louvre gelesen hatte war heuer David Prudhommes Beitrag über das berühmteste Museum der Welt an der Reihe. Im direkten Vergleich hat mir Taniguchis Herangehensweise ehrlich gesagt deutlich besser gefallen, sowohl vom Erzählerischen, als auch vom Artwork her. Taniguchi ist halt deutlich detaillierter in seinen Zeichnungen und hat das Museum in eine tolle, die Epochen durchschreitende Geschichte verpackt. Prudhomme geht eher nüchtern an die Sache heran und beschreibt recht sachlich die aktuelle Situation, die ein heutiger Besucher im Louvre vorfindet (und das ist oftmals gar nicht so dicht an der romantisierten Vorstellung, die man beim Gedanken an den berühmten Namen hat). Nicht schlecht, aber für mich ein bissl „unterkühlt“ und nicht so ganz nach meinem Geschmack und durch den wenigen Text ratz fatz durch.
    5/10


    Fables 27: 1001 Schneeweisse Nächte



    Meine erste Fables-Erfahrung, die ich bereits vergangenen November, vor unserem Orient-Urlaub, gestartet habe, hab ich jetzt auch mal beendet. Das Grundprinzip finde ich grandios und auch die Umsetzung ist sehr gelungen. Meine Frau und ich haben vor einigen Jahren die ersten Staffeln von „Once upon a time“ geschaut, was sich ja scheinbar deutlich von der Comicreihe hat inspirieren lassen. Zu dem Märchensetting kommt hier noch der Charme von 1001 Nacht, was ich ebenfalls sehr mag. Allerdings muss ich auch zugeben, dass nicht alle enthaltenen Geschichten bei mir gezündet haben und das Artwork ebenfalls nicht durchgehend nach meinem Geschmack war. Aber so ist das halt, wenn viele Köche an einem Menü beteiligt sind, da ist nicht jeder Gang für jeden was.
    6-7/10


    Prinz Eisenherz Jahrgang 1941/1942 & Jahrgang 1943/1944 (Bände 3+4 vom Bocola Verlag)




    Ob im Orient oder im Okzident, Prinz Eisenherz‘ Reisen bieten Abenteuer in absoluter Reinkultur und spätestens jetzt hat Hal Foster seinen Flow gefunden. Die Geschichten sind fließender erzählt als noch in Band zwei, bieten dennoch unglaublich viel Abwechslung und sind einfach fabelhaft gezeichnet. Dazu kommen mehrere, längere Storylines oder häufiger mal ein Wiedersehen mit alten Bekannten, was die Welt in den Tagen König Arturs noch stimmiger und schlüssiger macht. Es ist einfach immer wieder eine wahre Freude und vermittelt mir irgendwie ein Gefühl von Zufriedenheit und „Heile Welt“ wenn ich eines von Bocolas tollen Eisenherz-Alben aufschlage.
    Selbst die ab Band vier irgendwann eingeführte kleine Zweitgeschichte im „Medieval Castle“ um die beiden Brüder im Mittelalterlichen Leben ist sehr gut gelungen und alles Andere als ein „billiger Lückenfüller“ oder Platzhalter für Werbematerial.
    8-9/10


    A History of Violence



    Wahnsinns-Triller! Das echt ultraspannende Teil ist den meisten vermutlich durch David Cronenbergs Verfilmung mit Viggo „Aragorn“ Mortensen ein Begriff. Diese Graphic Novel lieferte die Vorlage zu dem sehr starken Streifen und steht selbigem auch in nichts nach. Klar wurde das Drehbuch ordentlich angepasst, was aber für mich sehr gut funktioniert, denn das ultraharte Finale des Comics hätte dem Thriller als Film ein Stück weit seinen Realismus genommen. Neugierig? Dann lest das Teil! Wer auf spannende Crime-Kost steht und bei kleinen aber intensiven Gewaltspitzen nicht zimperlich wird kommt kaum an John Wagners Story vorbei (auch wenn das entfernt an From Hell erinnernde Artwork sicher nicht jedermanns Geschmack ist).
    8,5/10


    Hellboy Kompendium 4



    Ach was soll ich sagen? Ich liebe den Höllenjungen, ich liebe den Mike Mignola-Style und wenn Cross Cult die vier finalen Bände der Hellboy-Saga in einem fetten, farbigen und unzensierten Kompendium raushaut bin ich im siebten Himmel, äähhh… Höllenkreis. Die Storysammlungen „Die Trollhexe“ und „Der Krumme“ bieten alles was ich am Hellboy-Universum so schätze und dann war auch noch Meister Richard Corben am Artwork beteiligt! Wie geil ist das denn? „Abstieg zur Hölle“ und „Die Todeskarte“ bescheren schlussendlich das dramatische Finale der Saga mit allem was dazu gehört, richtig fett! Zum Glück bleibt mit den Jahrgangsbänden, der B.U.A.P. und den „Geschichten aus…“-Bänden noch massig Material für mich zu entdecken, sonst wäre ich richtiggehend traurig.
    9-10/10


    Dynastie der dunklen Ritter (DC Graphic Novel Collection 78)



    Zwischendurch schiebe ich ja immer mal gerne eine Batman-Story ein. Aktuell vorzugsweise eher klassisches Material, oder für sich alleinstehende Geschichten, also gerne auch Elseworld-Stories usw… Die Dynastie der Dunklen Ritter schlägt in diese Kerbe und hat mir gleichzeitig eine Origin von Vandal Savage, dem „unsterblichen“ Widersacher Batmans beschert. Das hat ganz gut gepasst, denn Savage kannte ich so gut wie gar nicht, in meinem aktuellen DC-Dark-Verse-Run ist mir der bei den Demon Knights aber vor Kurzem über den Weg gelaufen. Das hat mir jetzt schon viel in Sachen Grundverständnis geholfen!
    Die Dynastie der Dunklen Ritter beinhalten ja drei Stories, die sich durch die Jahrhunderte ziehen, grob gesagt eine im Mittelalter, eine in der heutigen Zeit und die letzte in ferner Zukunft. Von denen hat mir die Medieval-Geschichte mit Abstand am besten gefallen, die Jetztzeit-Geschichte war allenfalls OK, bot aber ein enorm cooles Finale, wohingegen mir die Zukunft trotz einiger cooler Einfälle leider gar nicht so zugesagt hat. Dafür war die Bonusstory von 1963, in der Flash auf Vandal Savage trifft, echt charmant (wie so vieles aus der Zeit).
    6/10


    Turm zu Babel (DC Graphic Novel Collection 4)



    Wenn man sich mit Batman beschäftigt bleibt es früher oder später nicht aus, den Kreis im DC-Universum etwas weiter zu ziehen. Neben Catwoman und Harley Quinn, die ja ebenfalls hauptsächlich in Gotham City operieren, war die Justice League natürlich recht naheliegend, gerade wenn die Geschichte, wie hier, einen recht hohen Batman-Anteil beinhaltet. Turm zu Babel ist dabei eine spannende und actiongeladene Story mit echt interessanter Grundidee, auch wenn der Dunkle Ritter meiner Meinung nach etwas zu paranoid und fanatisch dargestellt wird. Hier wird der Charakter des Mitternachtsdetektivs der zugunsten der innovativen Geschichte etwas untergeordnet und gebogen. Bleibt also eine coole Geschichte mit Schwächen in der Charakterzeichnung.
    Als Bonus gibt es den ersten Auftritt der JLA aus The Brave and the Bold 28 von 1960. Die herrlich naive Story sprüht vor dem Sci-Fi-Charme der Fifties und ist echt dufte.
    6,5/10


    Essex County Band 2 – Geister Geschichten



    Nachdem bei meinem DC-Dark-Read wieder ein Band Animal Man dran war habe ich im Anschluss wieder eines der früheren Werke von Jeff Lemire zur Hand genommen. Vielleicht mache ich das jetzt immer so. Auf jeden Fall bin ich schlicht begeistert. Die einfühlsame Geschichte über das Altwerden, das Einschlagen verschiedener Lebenswege und über Schuld und den Umgang damit hat mir so manche Gänsehaut bereitet und auch ein zwei Tränchen durften verdrückt werden. Ganz ganz fein und kaum zu toppen (wenn man mit Lemires Zeichenstil klarkommt).
    9-10/10


    Harley Quinn Anthologie



    Unser Krümelchen (Tochter) und ich schauen in letzter Zeit immer mal wieder eine Folge der Batman Zeichentrickserie, die ich als Kind so geliebt habe. Da kam dann vor Kurzem auch eine Harley Quinn Folge an die Reihe. Das und natürlich auch der neue Film haben mich dann dazu bewogen mir mal einen Überblick über den Werdegang der durchgeknallten Gangsterbraut zu verschaffen. Ich muss sagen, die 12 Geschichten sind aus den Jahren zwischen 1999 und 2014, im Schnitt also deutlich moderner als noch bei den Anthologien zu Batman oder dem Joker. Das liegt ganz einfach daran, dass die gute Harley ja erst in den 90ern von den Machern der TV-Serie für eben diese erschaffen wurde! Das wusste ich bislang nicht und war eine der vielen interessanten Infos, die ich aus den redaktionellen Seiten ziehen konnte.
    Ich hatte mit den schön abgedrehten und extrem spaßigen Geschichten massig Spaß, sogar viel mehr als ich erwartet hätte, wurde von Harley echt positiv überrascht und hab mir im Anschluss gleich mal die Hardcover zu Mad Love und den Gotham City Sirens geordert. Mann was hab ich Bock auf Harley gekriegt!
    7,5/10
    Noch kurz zu dem leider gerade extrem floppenden Kinoausflug von Harleen Quinzel: Die Tage war ich mit zwei Freunden drin in den Birds of Prey. Wir waren hatten echt einen Heidenspaß! Sehr cooles, spaßiges Actionmovie mit tollem Soundtrack, schönen Choreos und einigen echt guten Stunts. Kein Meisterwerk aber macht echt Laune!
    Ich würd so ungefähr bei 7,5/10 landen.


    Harley Quinn – Mad Love und andere Geschichten



    Toller Style, wie in der Zeichentrickserie halt, herrlich abgedrehter Humor und jede Menge Action! Dazu die ein oder andere einfühlsame Szene, die uns Harleys tieferen Charakter näher bringt und viele Szenen mit den anderen Gotham-Girls. Allen voran natürlich Harleys Buddy Poison Ivy, die den kleinen Wirbelwind ein Stück weit unter ihre Fittiche nimmt, aber auch Catwoman und Batgirl dürfen mitmischen. Das macht einfach alles mächtig Laune!
    8/10


    Wie hungrige Wölfe



    Ein ungewöhnlich harter Taniguchi! Echt ziemlich harte Fights bei denen man sich hinterher oft fragt wie die wieder aufstehen können nach den heftigen Gewaltakten, die einem da gerade in Taniguchis detailliertem Stil präsentiert wurden. Die recht harte Kampfsportstory trifft direkt meinen Geschmack, habe selbst lange Jahre einen Zweikampfsport betrieben und bin allgemein großer Kampfsportfan. Wie so oft geht es hier natürlich auch viel um Ehre und die Beweggründe der Kämpfer. Ich steh drauf und jeder der den gängigen Mustern von Kampfsportfilmen nicht abgeneigt ist sollte mal nen Blick riskieren!
    7/10


    The Boys 3 - Gnadenlos Edition



    Auch in der dritten Runde mit den harten Jungs rechnet Garth Ennis gnadenlos mit dem Superheldengenre ab. Diesmal werden in gewohnt respektloser und krasser Art und Weise die alljährlichen Superkrisen der beiden großen Konzerne auf die Schippe genommen. Neben all der Brutalität kommen aber auch die Story und die Entwicklung der etablierten Charaktere nicht zu kurz. Vor allem die Background-Geschichten der Boys haben es mir angetan. Dieses Krisen-Gedöns finde ich bei DC schon immer eher nervig als Zielführend und da ich deshalb um diese Geschichten bislang auch einen großen Bogen gemacht habe (wird sich bald mal ändern), hat vielleicht auch Ennis Variante bei mir nicht sooo gezündet wie es vielleicht bei Kennern der Pendants von Marvel und DC der Fall wäre. Trotzdem wieder ziemlich geiler Scheiß und ich freu mich auch Band 4.
    7/10


    Trouble is my Business 3



    Gleich wieder Taniguchi, weil er es einfach kann. Natsuo Sekikawas Geschichten bleiben äußerst stark und abwechslungsreich. Davon abgesehen bietet dieser dritte Band wieder etwas mehr Hintergrundmaterial zu unserem Lieblingsdetektiv und diesmal auch zu seiner Tochter. Dazu werden Taniguchis Zeichnungen immer besser und besser. Eigentlich scheint zwischen den einzelnen Bänden ja damals nicht allzu viel Zeit vergangen zu sein, aber Taniguchis Kunst hat sich dann wohl äußerst schnell immens gesteigert. War Band 1 noch ganz schön anzuschauen, aber noch kein Meisterwerk, so brillieren diesmal schon viele Panels mit derart starker Atmo und grandiosen Szenen, dass es eine wahre Freude ist! Vor allem die nächtlichen Straßen versprühen einen Noir-Flair, dass ich direkt Lust auf einen alten S/W Detektivschinken bekomme. Ich liebe es!
    8-9/10


    Batman – Neal Adams Collection 1 (Batman Graphic Novel Collection)




    Ich liebe ja klassisches Batman Material, genauso wie die alte Adam West Serie (wird ebenfalls aktuell immer mal eine Doppelfolge mit meinem Krümelchen geschaut). Der naive Charme und die am Ende immer siegende heile Welt haben schon was Faszinierendes finde ich. In diesem Band wird das Ganze aber meiner Ansicht nach so manches mal übertrieben und auch die Schriebe der Geschichten ist nicht immer gut gelungen. Dafür ist Neal Adams‘ Artwork über jeden Zweifel erhaben! Echt schick, dynamisch mit tollen Blickwinkeln und vielen kreativen Einfällen. Ganz stark!
    So ca. 6,5/10


    Legenden der Gegenwart



    Pierre Christin (Valerian & Veronique) und Enki Bilal (Nikopol) tun sich zusammen um politisch durchtränkte Science-Fiction im Zeitgeist der 70er auf die Seiten zu bringen. Absolut vorzüglich! Hier gibt es so gut wie nichts auszusetzen und die drei enthaltenen Alben „Die Kreuzfahrt der Vergessenen“, „Das steinerne Schiff“ und „Die Stadt, die es nicht gab“ sind mit ihrem oft durchblitzenden Witz und der wunderbaren Erzählweise viel zugänglicher, als man vielleicht meinen möchte! Eine grandiose Momentaufnahme der politischen Welt in den 70ern, verpackt in intelligente und spannende Sci-Fi und echt kein bisschen sperrig. Ich kann es nur nochmal sagen: VORZÜGLICH!
    9,5/10


    Die Fährte der Katze (DC Graphic Novel Collection 36)



    Jawohl, ich steh einfach auf den Brubaker-Style. Bodenständige, düstere Crime-Stories, die auch vollkommen ohne Superhelden auskommen könnten, schlüssig in die Umgebung von Gotham City integriert und mit Catwoman steht (seit Michelle Pfeiffers Darstellung) neben Batman himself mein liebster Charakter aus good old Gotham im Mittelpunkt. Überraschend Hard Boiled und kaltblütig kommen die Fälle daher, verbreiten dadurch aber auch einen kühlen Realismus, der perfekt zur Szenerie passt. Mittendrin Selina im Audrey Hepburn-Stil. Passt wie die Faust aufs Auge.
    Bonus-Story ist diesmal Batman #62 von 1950 in der wir Catwomans erste Wandlung vom Villain zur Heldin miterleben dürfen. Auch ein schönes Ding.
    8-8,5/10


    Der Stern der Wüste 1 & 2



    Wie man nicht ständig nur Italo-Western gucken kann, kann ich auch nicht immer nur Durango lesen, also mal mit einem Vierteiler gestartet, wobei die ersten beiden Alben vom „Stern der Wüste“ eine abgeschlossene Storyline erzählen. Sehr starker Western, der mit klassischen Motiven wie der Vertreibung der Indianer, dem Bau der Eisenbahn und der Korruption der Eisenbahngesellschaft spielt. Kern ist jedoch mal wieder eine sehr persönliche Sache, die Rache zum Ziel hat. Also alles geboten, was ein guter Western braucht und von Enrico Marini wunderschön in Szene gesetzt. Fur mich hat das perfekt gepasst, da ich die fabelhafte Serie „Hell on Wheels“ erst diesen Winter beendet habe und so nochmal in die Materie eintauchen konnte. Dabei basiert „Der Stern der Wüste“ lose auf wahren Begebenheiten und im Bonusmaterial des zweiten Bandes konnte ich das Thema nochmal ein wenig vertiefen. Das Artwork lässt meine Vorfreude auf „Batman – Der Dunkle Prinz“ auch gleich nochmal ein Stückchen wachsen.
    8-9/10

    So, das war's jetzt aber wirklich vorerst. Muss erstmal wieder was ...

  6. #56
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    "Nebenbei" gings auch in meinem DC-Dark-Read weiter, der ja nicht ganz so ausgiebig ausfällt wie bei @LaLe. In den letzten Wochen habe ich mir diese Paperbacks zu Gemüte geführt:

    - Swamp Thing #1 - Die Auferstehung der Toten
    - Superagent Frankenstein #1 - Der Monsterkrieg
    - Demon Knights #1 - Sieben gegen die Finsternis
    - Ich, der Vampir #2 - Die Vampire erheben sich
    - Animal Man #2 - Tier gegen Mensch
    - Swamp Thing #2 - Familiäre Fäule
    - Dial H - Bei Anruf Held #1 - Neue Verbindung
    - Justice League Dark #2 - Die Bücher der Magie
    - Demon Knights #2 - Die Hölle von Avalon
    - Ich, der Vampir #3 - Böses Blut (Finalausgabe)
    - Superagent Frankenstein #2 - Monster-Bomben (Finalausgabe)



    Auf den Start bei Swampy hatte ich mich ja schon gefreut wie ein Honigkuchenpferd und ja, ich wurde nicht enttäuscht! Toller, richtig spannender Einstieg mit einem Wiedersehen vieler alter Bekannter.

    Weiter gings mit dem ersten von zwei Einsätzen für den Superagenten Frankenstein, für mich als Freund der klassischen Universal-Monster und Trash-Liebhaber eigentlich eine sichere Bank. Dazu mit Jeff Lemire auch noch von einem Top-Autor geschrieben. Was soll ich sagen? Ja, das Ganze macht schon mächtig Laune und trifft echt genau meinen Geschmack, dennoch muss ich in der B-Note ein/zwei Pünktchen abziehen, denn schlussendlich kommt es mir halt doch wie ein dreister Klon von Hellboy und der B.U.A.P. vor. Funzt andererseits aber vielleicht auch ganz gut, wenn man das Ganze als Hommage ans Mignola-Verse versteht? Egal wie, Spaß beim Lesen bringts auf jeden Fall.

    Die Demon Knights sind für mich als Mittelalter- und Fantasyfan schon ganz cool, ihre Abenteuer echt unterhaltsam und auch ganz schön gezeichnet. Mit den Charakteren bin ich aber in dieser ersten Runde noch nicht so richtig warm geworden. eine etwas zwiespältige Geschichte, das mag aber zum einen daran liegen, dass ich als Neuleser abgesehen von Etrigan und Madame Xanadu noch keinen wirklichen Kontakt mit den Teilnehmern der Truppe hatte. Wird vielleicht noch. Etrigan fand ich auch in klassischem Batman-Material immer sehr cool, mal schauen, was da noch kommt.

    Ich der Vampir 2 erzählt die Story schlüssig weiter, schafft anfangs weiter die Gratwanderung zwischen klassischen Vampirmythen und moderner Interpretation, bevor das Finale neben einem starken Twist auch noch einige ultra-abgedrehte Ideen auffährt, die das Blut aus den Seiten splattern und mich das Teil ganz schön abfeiern lassen. Dazu auch noch ein Gastauftritt von meinem Lieblingsmagier und fertig ist ein grandioser Band aus dem Dark-Verse.

    Eine ganz schön lange Durststrecke war zwischen dem ersten und dem zweiten Animal Man zu überstehen, aber es hat sich gelohnt, denn hier schafft es Lemire eine komplett eigenständige Interpretation zu schaffen und nahtlos an die extrem hohe Quali des Erstlings anzuschließen. Feinster Horror mit Charakteren, die nachvollziehbar handeln und mit denen man echt mitfiebern kann. Top!

    Animal Man und Swampy scheinen im Dark Verse ja dicht miteinander verknüpft zu sein, das kristallisiert sich immer weiter heraus. Klar, der Avatar des Grüns und der verbündete des Rots haben Einiges gemeinsam, so auch die Qualität der Story. Auf allerhöchstem Niveau geht es hier weiter und die beiden Reihen wurden meiner Meinung nach vollkommen zu Recht über den Klee (der ist auch grün) gelobt! Kann es kaum erwarten die nächsten Bände in Angriff zu nehmen!



    Na was für einen spaßigen, innovativen und vor Kreativität sprühenden Kollegen haben wir denn hier? Dial H macht mit seiner Meta-Ebene und all den tollen Einfällen, die an tolle Sci-Fi-Filme erinnern, einfach nur von vorne bis hinten Spaß. Die Verbindung zu den anderen Dark-Reihen ist jetzt zwar (bis jetzt) nicht wirklich eng, aber hey, Hauptsache FUN! Zwar ist die erste Inkarnation des Helden (der Schlot) auch gleich die coolste und am kreativsten gezeichnete, was ich hinten raus ein bissl schade finde, aber dennoch landet der Held in der Telefonzelle bei meinen Lieblingen, denn das ist schon Kritik auf hohem Niveau und logischerweise auch ein Stück weit meinem eigenen Geschmack geschuldet.

    Auch in Runde 2 konnte mich die JLD leider noch nicht vollends überzeugen. Ja, da gibt es echt coole Ideen und die Entwicklung der Geschichte schreitet spannend voran, aber das Team an sich wirkt echt irgendwie unharmonisch und das nicht nur auf eine kantige und coole Art und Weise, sondern auch insgesamt. Manche bleiben blass, andere kann ich nicht leiden, nur Zatanna, Constantine und Deadman sind ganz cool, wobei der Trickster halt echt ein Stück weit anders ist, als in seiner Solo-Serie. Wirklich schlecht ist das alles nicht, aber auch noch nicht genug für Begeisterungsstürme wie bei Animal Man, Swampie oder dem Vampir.

    Mit dem zweiten Band der Demon Knights kam dann leider einer meiner persönlichen Tiefpunkte des bisherigen Reads. Mit Vandal Savage kenne ich zwar mittlerweile einen weiteren Charakter ein wenig besser, weil ich nebenbei mal Batman – Die Dynastie der Dunklen Ritter gelesen hab, aber die ganze Art und Weise, in der die Artussage hier umgebastelt wird und versucht wird innovativ, neu und anders darzustellen und ins DC-Universum zu übertragen gefällt mir leider gar nicht. Da bin ich vielleicht auch einfach ein wenig zu engstirnig und zu großer Liebhaber der klassischen Sage. Da ich parallel gerade Hal Fosters Eisenherz-Bände vom Bocola Verlag für mich entdecke kann ich sagen, dass mir dessen Herangehensweise deutlich mehr zusagt. Ja, Geschmackssache halt, da bin ich vielleicht zu „Oldschool“.

    Die Finalausgabe von Ich, der Vampir hat bei mir ein wenig gebraucht um in Fahrt zu kommen. Dafür gab es eine schön gezeichnete und dramatische Origin-Story und zum Ende hin wurde es dann doch wieder spannend, gab reichlich Action und alles wurde zu einem „zufriedenstellenden“ Abschluss gebracht. Highlight des Dreiteilers bleibt für mich dennoch der mittlere zweite Band.

    Gleich noch ein Abschlussband hinter, obwohl wir „Superagent Frankenstein“ später dann in den Bänden anderer Mitstreiter wiederfinden werden. Dennoch ist dieser zweite und letzte Band über weite Strecken schon extrem stark, auch wenn man manchmal das Gefühl bekommt der Grünling würde von einem übermächtigen Riesengegner zum nächsten hetzen. Insgesamt bleibt ein Gefühl von Action im Dauerfeuer, bei der zwar wenig Spannung aufkommt, aber dafür reichlich Spaß geboten wird. Wie lange das ganze im Gedächtnis bleibt sei mal dahingestellt, aber hey, dann kann ich‘s wenigstens nochmal lesen.

    So weit bislang, als nächstes stehen schon wieder Animal Man und Swamp Thing vor der Tür, worauf ich schon total nass bin!
    Geändert von God_W. (20.03.2020 um 22:24 Uhr)

  7. #57
    Mitglied Avatar von LaLe
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    "Turm zu Babel" ist eine klasse Story und die "Paranoia", die Batman hier zugeschrieben wird, greift die ein oder andere spätere Storyline durchaus auf. Stichwort Brother Eye. Passt also schon.

  8. #58
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    Danke @Gagel! Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich mit der Iranischen Innenpolitik vor dem Band noch nie auseinandergesetzt hatte, es hätte also auch gut sein können, dass ich da was durcheinandergebracht habe. Aber gerade diese absurden Widersprüche, dass man für einen Machtwechsel ist, nach welchem aber alles keinen Deut besser wird für das "normale Volk" macht ein Stück weit den Wahnsinn und die verzweifelte Situation für "Freigeister" wie Marjane Satrapi deutlich. JRN hat ja aber zum Glück schon einen schöne Klarstellung gebracht. THX!

    @LaLe: Spätere Bat-Stories kenne ich halt noch kaum (bin ich fleißig am sammeln, lese aber aktuell noch zumeist klassischeres Material), komme ich aber ganz sicher noch hin.
    Geändert von God_W. (09.03.2020 um 21:12 Uhr)

  9. #59
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    Wäre allerdings keine reine Batman-Story sondern ein DC-Event im Zuge/Vorwege der Infinite Crisis.

  10. #60
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    Ah, naja, um diese ganzen alljährlichen Superkrisen will ich im Großen und Ganzen eigentlich einen großen Bogen machen. Das ist nicht so meins. Ausnahme ist da Final Crisis wegen Morrison, da schau ich mal rein.

  11. #61
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    Da muss ich dann aber nochmal reingrätschen. Die Identity Crisis solltest du dir unbedingt geben. Die Miniserie und das Flash-Tie-In gibt es u. a. als Eaglemoss Sonderband 4. Das reicht auch. Und die Storyline erklärt u. a. wunderbar die spätere Paranoia Batmans.

    Aber lass dich da bloß nicht spoilern!

    Begründung -> https://www.paniniforum.de/index.php...-dc-1985-2018/

  12. #62
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    Also gut, behalt ich mal im Hinterkopf.

  13. #63
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    Wechsel von Eaglemoss zu Panini, aber Swampy bleibt Swampy…



    Titel: Swamp Thing: Teil 3 – Der Fluch

    Verlag: Panini (US: DC Comics)

    Format: 192 Seiten im Softcover/Paperback

    Inhalt: Saga of the Swamp Thing #35-42

    Autoren: Alan Moore

    Zeichner: Stephen Bissette, John Totleben, Stan Woch, Rick Veitch, Alfredo Alcala, Ron Randall

    Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
    “Ich bin ein mieser Dreckskerl.“

    Mit diesen Worten stellt sich John Constantine, der Mystiker im Trenchcoat, vor – und schickt Swamp Thing auf eine bizarre Reise, die das Monster von den dunkelsten Ecken Amerikas zu den Wurzeln seines eigenen, lange verborgenen Erbes führen wird. Mit dieser klassischen Saga verwandelten Alan Moore, Steven Bissette, John Totleben und Rick Veitch Swamp Thing in ein mächtiges Elementar-Wesen, dessen Potential so gewaltig ist wie das der Erde selbst.
    Die Stories, die sie in der Hand halten, präsentieren Visionen des Grauens – Unterwasser-Vampire, einen Werwolf mit einem ungewöhnlichen Fluch, den entsetzlichen Irren namens Atomfresse und den ersten Auftritt von Hellblazer John Constantine – und veränderten für immer das Gesicht der amerikanischen Comics.

    Die in diesem Band versammelten klassischen Geschichten aus Alan Moores preisgekröntem Run als Autor der SWAMP THING-Serie stellen einen Höhepunkt in der Geschichte des graphischen Erzählens dar. Mit seinem einzigartigen Erzähltalent führte Alan Moore die von Autor Len Wein und Zeichner Berni Wrightson geschaffene Gestalt in de n1980er Jahren zu neuen Höhen. Seine provokativen und innovativen Texte – kombiniert mit meisterhaften Zeichnungen einiger der besten Künstler des Mediums – machten SWAMP THING zu einem der großen Comics des späten zwanzigsten Jahrhunderts. Dieser Band präsentiert acht Hefte von Alan Moores SAGA OF THE SWAMP THING – 35-42!



    Just my 2 cents:
    Das Paperback von Panini enthält ganze acht Hefte von Alan Moores hochgelobtem Swamp Thing-Rund und ist somit schön dick geraten. Leider ist der Band mittlerweile vergriffen und nicht soo günstig zu bekommen. Deshalb hoffe ich auf eine Neuauflage zum diesjährigen Start der TV-Serie, vielleicht sogar in Form eines Premium-Bandes oder ähnlichem, denn das Werk hätte es wahrlich verdient. Die Handlung der einzelnen Geschichten werde ich echt nur ganz grob umreißen um nichts zu spoilern. Jeder Comic- oder gar Moore-Fan sollte sich die exzellente Sammlung schauriger Geschichten sowieso zulegen.

    Gleich zum Einstieg gelingt Moore mit der zweiteiligen Story um den wohl wahnsinnigen, schwer kranken, absolut süchtigen und ganz sicher sehr hässlichen Typen namens Atomfresse ein kleines Meisterwerk. Der sehr gefährliche und äußerst tödliche Zeitgenosse richtet all das Übel, dass von ihm ausgeht nur unfreiwillig an, er weiß es nicht besser und bringt dennoch nur Tod und Zerstörung. Eine wunderbar vielschichtige Schauermär zwischen Trash und Tragik, wie nur Alan Moore sie schreiben kann, ohne ins Lächerliche abzudriften. Höchst gefühlvoll und mit vielen Botschaften, von denen der Umweltgedanke nur die Vordergründigste ist, führt uns Moore zu Beginn dieses Bandes zurück in den Sumpf.

    Es ist so weit! John Constantine is in da House! Erster Auftritt des Hallblazers und ja, er ist direkt von Beginn an ein riesen *********. Ich liebe es! Mal wieder (oder eigentlich ja zum ersten mal) erleben wir, wie ein Mensch der sich ihm verbunden fühlt das zeitliche segnet. Es ist scheinbar von Anfang an nie gesund gewesen, mit Constantine befreundet zu sein. Scheinbar droht der Welt aber noch viel größeres Unheil und deshalb nimmt der Hellblazer Kontakt zu Swamp Thing auf, schickt diesen auf eine aberwitzige Rundreise zu Orten die ein Touri niemals freiwillig besuchen würde. Ganz nebenbei hilft er Swampy dabei aber auch, seine Fähigkeiten zu entdecken und weiter zu entwickeln.

    Die erste Zwischenstation auf Swampies Reise stellt eine versunkene Stadt dar, in der eine Art Wasserleichen-Vampire hausen, die sich nirgendwo auf der Welt so stark vermehren wie an diesem Ort, und daran ist unser Swamp Thing nicht ganz unschuldig. Teilweise richtig gruselig, ein bisschen eklig, gespickt mit kleinen Lovecraft-Anleihen und mit einem hervorragenden Opener, der die erinnerungswürdige Blutegel-Szene aus Stephen Kings Die Leiche (Stand by me) variiert.

    Nach einer Werwolf-Story der ganz anderen Art, in die auch noch ein äußerst interessantes, historisches Ritual eingeflochten wurde, aus dem hier der Fluch der Lykanthropie erwächst, zeigt Constantine wieder, was für ein manipulativer Mistkerl er sein kann.



    Im großen Finale wird das Ur-Amerikanische Thema der Sklaverei erneut aufgegriffen, welches von den Schöpfern Len Wein und Berni Wrightson in Swamp Thing: Das Ding aus den Sümpfen – Band 2 – Die Nacht der Fledermaus schonmal behandelt wurde. Allerdings muss man Moore lassen, dass er das Thema viel umfassender behandelt. Da wird von Liebschaften zwischen Sklaven und Weißen, bitterbösem Rassismus und dessen brutalen Folgen über heutige Auswüchse des selbigen und auch dem Gegenteil, dem heutzutage ab und an vorkommenden, privilegierten Schwarzen, der noch immer auf die Sklaven- und Rassismus-Karte pocht, fast alles geboten. Dazu kommen untote, ruhelose Geister, Bannkreise aus Salz und ganz viel ätzende Kritik an der Filmindustrie. All das und vermutlich hab ich doch nur die Hälfte aller angeschnittenen Themen mitbekommen.

    Hier wird wirklich ganz große Kunst geboten, die auch noch eng mit einigen meiner Lieblingsthemen verknüpft serviert wird. Sicher ein Meilenstein der Comic-Kunst den ich noch öfter zur Hand nehmen werde, wobei ich aber anmerken muss, dass das Artwork des Vorgänger-Bandes einige brillante und herausragende Szenen mehr zu bieten hatte, als der hier vorliegende. Allerdings kann das auch mit dem stumpfen Papier zusammenhängen, denn das gestrichene Papier der Eaglemoss-Bände hat die feinen Zeichnungen mit ihren leuchtenden Farben noch besser zur Geltung gebracht. Ist also vielleicht nur meinem persönlichen Eindruck der unterschiedlichen Ausgaben geschuldet.

    Meine Wertung: 9/10

    Moores Swamp Thing spielt einfach in der obersten Liga. Wer ist anderer Meinung und warum? Wünscht sich noch jemand eine Neuausgabe, möglichst in Premium oder Deluxe-Hardcover-Bänden? Vielleicht sogar einen Omnibus, oder ein „Absolutes“ Swamp Thing?

    VG, God_W.

  14. #64
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    Finale bei Swampy…



    Titel: Swamp Thing: Teil 4 – Offenbarungen

    Verlag: Panini (US: DC Comics)

    Format: 212 Seiten im Softcover/Paperback

    Inhalt: The Saga of the Swamp Thing #43-45; Swamp Thing #46-50

    Autoren: Alan Moore

    Zeichner: Stephen Bissette, John Totleben, Stan Woch, Rick Veitch, Alfredo Alcala, Ron Randall

    Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
    „Der Mann, der mich auf diesen dunklen Weg schickte, versprach mir Antworten… Aber die Antworten sind schwarz und unerträglich.“

    Swamp Thing sucht nach sich selbst, und der zynische Mystiker John Constantine führt den Sumpfmann in einen Irrgarten der Grausamkeit, in dessen Zentrum ein uraltes Böses lauert. Als diese Macht geweckt wird, müssen sich Swamp Thing, John Constantine, Deadman, der Phantom Stranger, Etrigan, der Spectre und alle Meiser des Okkulten gemeinsam einer Gefahr stellten, die das Licht des Himmels zu vernichten droht. Diese klassische Saga der legendären Comic-Meister Alan Moore, Stephen Bissette, John Totleben, Stan Woch, Rick Veitch, Ron Randall und Alfredo Alcala setzt die Evolution Swamp Thing fort, der von einem im Morast lebenden Monster zu einem mächtigen Elementar-Wesen heranwächst, dessen Potenzial über die Grenzen der Erde hinausreicht.

    Swamp Thing: Offenbarungen bietet eine Schatzkammer komplexer Horror-Geschichten, von dem meisterhaften Cross-Over mit der DC-Maxiserie Crisis on Infinite Earths über Swamp Things erste Begegnung mit seinen Brüdern vom Parlament der Bäume bis zu der spektakulären Auflösung der American Gothic-Storyline. Diese Geschichten haben die amerikanische Comic-Landschaft für immer verändert.

    Die in diesem Band versammelten Storys aus Alan Moores preisgekröntem Run als Autor der SWAMP THING-Serie stellen einen Höhepunkt in der Geschichte des grafischen Erzählens dar. Mit seinem einzigartigen Erzähltalent führte Alan Moore die von Autor Len Wein und Zeichner Berni Wrightson geschaffene Gestalt in den 80er Jahren zu neuen Höhen. Seine provokativen und innovativen Texte – kombiniert mit den meisterhaften Zeichnungen einiger der besten Künstler des Mediums – machen SWAMP THING zu einem der großen Comics des späten zwanzigsten Jahrhunderts. SWAMP THING: OFFENBARUNGEN präsentiert acht Hefte aus Alan Moores Run: SAGA OF SWAMP THINH 43-45 und SWAMP THING 46-50.



    Just my 2 cents:
    Scheinbar ist Finalwoche bei mir, denn nach The Stand am Sonntag und dem Toddster-Finale bei Spawn, am gestrigen Montag, steht heute wieder einen Abschied an. Traurig aber wahr, das Ende von Alan Moores Run am großen grünen Sumpfmonster neigt sich dem Ende zu, zumindest was deutsche Veröffentlichungen angeht. Material für zwei weitere Paperbacks hätte es theoretisch gegeben, aber es hat nicht sollen sein. Dafür liefert Panini hier mit 212 Seiten nochmal ein dickes Paket für alle Liebhaber des sensiblen Grünlings, und wer weiß, vielleicht kommt ja dieses Jahr, zum Start der TV-Serie, noch großes auf uns zu. Aber jetzt erfreuen wir uns erstmal an dem, was wir schon haben.

    Der mit acht Ausgaben prall gefüllte Paperback enthält kein Bonusmaterial und kann von den Storys her groß in zwei Abschnitte unterteilt werden. Zuerst kommen die drei Hefte aus The Saga of the Swamp Thing, die jeweils recht eigenständige Stories erzählen, bevor mit der titelgebenden Geschichte Offenbarungen ein großer, fünfteiliger Storybogen eingeleitet wird, der sich zu einem fulminanten Finale emporschraubt.

    Mit Fallobst startet der Band gleich wieder mit einem Knaller in dem, ganz typisch Moore, gleich ein ganzer Schwung an tollen Themen bearbeitet wird. Es geht um einen Althippie mit Grundkenntnissen in der Wissenschaft, der im Sumpf eine Knolle findet, und zwar eine, wie sie an Swampy wachsen. Zu Hause angekommen ist er gerade dabei die Frucht zu analysieren, als er Besuch von einem Freund bekommt, der ihn um schmerzstillende Drogen bittet, um seiner schwerkranken Frau den Abschied von der Welt zu erleichtern. Nach einigem Hin und Her gibt er ihm ein „Stück Swampy“ mit. Es dauert aber nicht lange, bis es erneut an der Tür klopft und ein früherer Bekannter, jetzt ekelhafter Mistkerl, vor der Tür steht und Drogen verlangt. Schlussendlich stiehlt er mehr oder weniger einen Teil der Wurzel.
    Die unterschiedlichen Auswirkungen auf die beiden Konsumenten und das Zusammenspiel zwischen Droge und Psyche wird im Rest der Handlung Thematisiert, genauso wie die Frage, ob sich der Althippie auch selbst einen Trip gönnt, oder doch lieber nicht. Wundervoll, wir hier mit Drogenkonsum, seinen möglichen Auswirkungen, aber auch Möglichkeiten gespielt wird. Die Frage der Sterbehilfe wird ebenso aufgegriffen wie der Ansatz, ob gewisse Drogen auf uns anders wirken, weil wir eine andere Einstellung oder Gesinnung haben. Schlussendlich bleibt noch die Frage, wie weit man sich seines eigenen, vermeintlich guten Charakters sicher sein kann. Schon mit der ersten Story beweist Moore wieder, dass er auf ein paar wenigen Seiten vielschichtigere Aspekte aus einer Story herausschälen kann, als Andere in einer ganzen Anthologie. Das sollte als Beispiel für die herausragende Qualität aller Stories genügen, den Rest werde ich ein wenig kürzer abhandeln.

    Beim Schwarze Mann handelt es sich um eine creepy Serienkiller-Story in der uns Moore eine Reise in die Abgründe der Seele beschert. Nebenbei wird Swampys Gefühlsleben genauer beleuchtet und auch Batman kommt kurz zur Stippvisite vorbei, bevor wir uns bei Geistertanz in ein abgelegenes Horrorhaus wagen, in dem es nicht nur echt gruselig und blutig zu geht, sondern auch der Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern aufs Tablett gepackt wird.



    Jetzt startet die letzte große Story und ich freu mich riesig, dass mein Lieblingsegomane John Constantine eine zentrale Rolle spielen darf. Schon im dritten Band hatte der Trickster das Swamp Thing auf eine Odyssee zu den verschiedensten, aufkeimenden Schrecken geschickt. Jetzt wird klar, dass das lediglich zur Vorbereitung diente, quasi eine Art Training darstellte. Denn es gilt etwas weitaus größeres aufzuhalten, als nur einen Werwolf oder ein paar Vampire. Eine Multiversen umspannende Krise bahnt sich an, die Crisis on Infinity Earths, und ein Jahrhunderte alter Geheimbund, die Brujeria, wollen dieses Ereignis für sich nutzen um eine alles Vernichtende Entität zu erwecken. Manche glauben, es sei die Ewige Finsternis, andere wiederum erwarten die Rückkehr Satans, ich bevorzuge die Theorie vom alten Ben, der überzeugt ist die Erweckung Cthulhus stünde bevor.
    Wie dem auch sei, dieser Bedrohung können sich Swamp Thing und Constantine nicht alleine stellen und versammeln nach und nach eine illustre (und abgedrehte) Truppe um sich, um das Ende aller Welten zu verhindern. Allerdings nicht bevor Constantine nicht ein altes Versprechen einlöst. Er hatte Swampy Antworten über seine Existenz, sein Dasein versprochen und die soll er jetzt bei seinen Artgenossen, dem Konzil der Bäume erhalten.

    Ein wahrer Rundumschlag, den Alan Moore in der Finalen Story dieses vierten und letzten Bandes ausführt. Ein Sammelsurium vor Kreativität sprühender Ideen, der ein Ende findet, das man schön als Abschluss stehen lassen kann, auch wenn ich mich natürlich über den Rest des Moore-Runs (und über ALLES WEITERE!) von Swampie extrem freuen würde. Ich wurde jedenfalls nicht enttäuscht und das famose Finale, dass ich erwartete auch bekommen. Einziger Mini-Kritikpunkt ist vielleicht, dass das Artwork bei den vorangegangenen Teilen, vor allem bei Band eins und zwei, etwas mehr wie aus einem Guss gewirkt hat und mir persönlich minimal besser gefallen hat. Liegt vielleicht an den vielen beteiligten Zeichnern? Aber wie gesagt, das ist Jammern auf ganz ganz hohem Niveau.

    Meine Wertung: 9/10

    Tja, das war’s. Aber wie heißt es so schön? Nach dem Swamp Thing ist vor dem Swamp Thing und Totgesagte leben länger usw. So wartet ja noch der One-Shot Die Toten Schlafen Nicht und dann geht’s irgendwann mit New 52 weiter. Apropos New 52: Hat da zufällig jemand eine Reihenfolge für mich, in der ich den Animal Man, Swamp Thing, die Justice League Dark und Constantine in der New 52 lesen sollte?

    VG, God_W.

  15. #65
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    Back to the Roots…



    Titel: Swamp Thing – Die Toten schlafen nicht

    Verlag: Panini (US: DC Comics)

    Format: 140 Seiten im Softcover/Paperback mit Klappenbroschur

    Inhalt: Swamp Thing #1-6

    Autoren: Len Wein

    Zeichner: Kelley Jones

    Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
    ZURÜCK ZU DEN WURZELN

    Alec Holland lebt als monströses Swamp Thing zurückgezogen in den Sümpfen Louisianas. Doch seine Einsamkeit wird von dem mysteriösen Phantom Stranger gestört, der ihn vor großen Veränderungen und einer albtraumhaften Zukunft warnt. Kurz darauf trifft Alec auf seinen alten Freund Matt Cable, der behauptet, einen Weg gefunden zu haben, ihn wieder zu einem Menschen zu machen. Doch das magische Ritual, durchgeführt von der Zauberin Zatanna, hat grauenhafte Folgen…

    Dieser Band enthält die komplette brandneue Miniserie, mit der das Sumpfding im Vorfeld von DC Rebirth zurück zu seinen Wurzeln fand. Geschrieben von Swamp Things-Schöpfer und Comic-Legende Len Wein und gezeichnet von Horror-Titan Kelley Jones!

    „Eine ungeheuer unterhaltsame Lektüre, die den Geist der 70er verströmt.“ – Newsarama

    „Kelley Jones‘ düstere Zeichnungen lassen diese Horror-Story erstrahlen.“ - IGN



    Just my 2 cents:
    Da ich mit dem DC Dark-Verse erst loslegen möchte, wenn ich mit den vorangegangen deutsch-sprachigen Hellblazer-Veröffentlichungen durch bin, und das noch ein Weilchen dauert, habe ich mir diesen Swampy-Band extra so lange es ging aufgehoben, um im „Notfall“ noch einen Dosis Swampy parat zu haben. Diesen abgeschlossenen Einzelband kann man relativ losgelöst vom Rest lesen, da die Story in sich abgeschlossen ist und auch die Origin des Sumpfdinges kurz umrissen wird. Allerdings fügt sich alles schon etwas besser zusammen, wenn man einige der klassischen Swamp Thing Stories kennt. Auf jeden Fall hatte ich nach Swampies Cameo in John Constantine – Hellblazer 7: Die schrecklichen Kinder und seiner längeren Story in Batman Collection: Jim Aparo 2 mal wieder so richtig Lust was von dem großen Grünen zu lesen und nach dem ersten Teaser zur TV-Serie gab es kein Halten mehr. Also Kopf voraus in den Sumpf gestürzt...

    Tief in den Sümpfen lebt ein Wesen von ungeheurer Macht, ein Verbündeter des Grün, ein Zerrbild eines Menschen – Swamp Thing. Der große grüne Koloss war einst ein Mensch, der Wissenschaftler Alec Holland, wurde durch einen schrecklichen Unfall jedoch verwandelt in ein monströses Sumpfwesen, mit der Macht alles Pflanzliche zu manipulieren und zu kontrollieren. Allerdings sieht sich das im Kern gutmütige Geschöpf eher als ein Hüter denn als Rächer. So lebt es in den Sümpfen im Einklang mit der Natur, kämpft ab und zu gegen Alligatoren oder Riesenschlangen, versucht im Grunde aber lediglich die Welt in Ordnung und im Einklang mit der Natur zu halten.

    Aus den unterschiedlichsten Gründen wird der Sanfte Koloss aber regelmäßig in die wildesten und gruseligsten Horrorgeschichten verwickelt und hat oft alle Hände voll zu tu, andere aus Schwierigkeiten zu retten, und sich selbst ebenfalls da raus zu halten. So wird er gleich zu Beginn vom Phantom Stranger in eine Gruselstory nach klassischen Frankenstein-Motiven verstrickt, die im weiteren Verlauf tief in die Okkultismuskiste greift, ganz tolle Atmosphäre aufbaut, wie man sie aus den alten Monsterfilmen kennt und schließlich in einem waschechten Monster-Fight gipfelt.

    Nachdem Swampie mal wieder den Tag gerettet hat freut er sich auf eine ruhige Zeit im Sumpf, doch da tritt einer seiner ältesten Freunde nach langer Zeit mal wieder in sein Leben. Der hat die letzten Jahre wohl damit verbracht fieberhaft nach einer Lösung für Alec Hollands größtem Problem zu suchen und was er dem schwermütigen Riesen jetzt offenbart wagt dieser kaum zu glauben…



    Man merkt gleich, dass es eine Herzensangelegenheit von Len Wein war, nach so vielen Jahren mal wieder zu seiner eigenen Schöpfung zurückzukehren, immerhin war er es, der mit dem Swamp Thing in den 70ern zusammen mit Zeichner-Legende Bernie Wrightson eine Ikone des Horror-Comics schuf. Durch das moderne Artwork von Kelley Jones, der mit seinem dunkel wirkenden, kräftigen Stil mit den mächtigen Figuren, und ihren teils verschoben wirkenden Proportionen neue Akzente setzt, wird eine gewisse frische, neue Sichtweise in die Sümpfe gebracht.

    Das war es aber auch schon, was Frische und Neues anbelangt, denn storytechnisch bleibt alles sehr klassisch, aber zu großen Teilen halt leider auch altbekannt. Die ersten beiden Hefte bieten klassische Gruselelemente, wie man sie von Swampie vor der Moore-Ära kennt und liebt und es ist eine wahre Freude, diese hauptsächlich von der Atmosphäre lebenden, von einem Hauch Gothic-Horror beseelten Geschichten erleben zu dürfen. Der abschließende, vierteilige Storyarc ist meines Erachtens aber leider nicht auf allen Ebenen gelungen. Ja, da wird mit Anleihen aus den klassischen, ersten Swamp-Thing-Stories und den Auftritten von Zatanna, Deadman, Spectre und dem Phantom Stranger ganz großer Fan-Service betrieben. Auch abseits der Helden tauchen viele bekannte Gesichter auf und es ist wirklich schön wieder in der Welt des meist missverstandenen Sumpfwesens unterwegs zu sein. ABER für mich funktioniert das als Hommage nur noch bedingt und wirkt über weite Strecken eher wie eine modernere Kopie von Dingen, die fast genauso schon dagewesen sind, was die komplette Geschichte leider äußerst vorhersehbar macht und keine Überraschungen mehr bereithält, zumindest nicht für Kenner der ersten Originalgeschichten. Da hat man es mit dem Motto „Back to the Roots“ leider etwas übertrieben, wo der sumpfige Grünling selbst doch eigentlich schon genug Wurzeln gehabt hätte. Dafür muss ich dann doch einige Punkte abziehen, auch wenn ich insgesamt wieder eine tolle Zeit mit dem Band hatte.

    Meine Wertung: 7/10

    Oh Mann, was freue ich mich auf die Neuauflage und lang erwartete Komplettierung des Moore-Runs durch Panini ab Ende des Jahres! Genauso wie auf die TV-Serie! Hat schon jemand Infos, ob die Serie auch in Deutschland (synchronisiert) kommt und wenn ja, auf welchem Streaming-Dienst? Ich hoffe ja auf Amazon Prime, da die ja schon Einiges an DC-Sachen am Start haben?

    VG, God_W.

  16. #66
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen

    Genauso wie auf die TV-Serie! Hat schon jemand Infos, ob die Serie auch in Deutschland (synchronisiert) kommt und wenn ja, auf welchem Streaming-Dienst? Ich hoffe ja auf Amazon Prime, da die ja schon Einiges an DC-Sachen am Start haben?
    Nachdem die Serie ja nur eine Staffel bekam, ebenso wie Constantine, denke ich bekommt Swampi eine ebensolche Veröffentlichungsignoranz wie der Trickster. Die CW Sachen habens halt doch etwas schwer bei uns, auf die vierte Legends Staffel durfte man auch knapp zwei Jahre warten und Arrow fehlt inzwischen auch einiges.
    "If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit." W.C.Fields

  17. #67
    Mitglied Avatar von Kaltez
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen
    In den vergangenen Wochen hat sich bei mir ja ein ganz schön großer „habe ich gelesen“-Stapel gebildet und da ich nach wie vor keine Zeit finde ausführlich über kürzlich Gelesenes zu berichten will ich wenigstens in aller Kürze meine Meinung zu den einzelnen Bänden hierlassen.

    Essex County Band 1 – Geschichten vom Land



    Ich bin im Januar ja ins DC-Dark-Verse gestartet und so kam ich natürlich nach kurzer Zeit bereits zum ersten Band von Jeff Lemires grandiosem Animal Man. Durch eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ war mein Erstkontakt mit Lemire ja das leider gar nicht mal so gute „Hit Girl in Kanada“, aber nach dem richtig starken Animal Man wurde es langsam Zeit sich auch mal nach weiteren Werken des hochgelobten Autors umzuschauen. Was soll ich sagen? Die wundervoll einfühlsame, ruhig erzählte Geschichte im ersten Essex-County Band hat mich echt gerührt und bewegt. Ein zartes kleines Meisterstück, welches neben allem Realismus und Ernst sogar mit einer kleinen Superheldencomic-Metaebene aufzuwarten weiß. Ganz großes Kino in ganz kleinem Rahmen. Wundervoll!
    9/10
    bombe rezensiert!
    essex county gehört zu einer meiner liebsten.
    dadurch erkannt wie kostbar und in jeder facette das leben sein kann, hier wird es deutlich das lemire berühren will und es super schafft.

  18. #68
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Danke @Kaltez! Ja, kann ich vollkommen nachvollziehen, dass Du Essex County so hoch schätzt!

  19. #69
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Was ist 20 Jahre alt, hat einen Eisner Award eingeheimst und wird häufig mit From Hell verglichen?



    Titel: Torso – Limitierte Hardcover-Ausgabe

    Verlag: Speed (US: Image)

    Format: 280 Seiten im Hardcover mit Lesebändchen

    Inhalt: Torso

    Autoren: Brian Michael Bendis, Marx Andreyko

    Zeichner: Brian Michael Bendis

    Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
    Nach einer wahren Begebenheit

    Die Geschichte der Jagd von Eliot Ness auf Amerikas ersten Serienmörder: den Torso-Killer

    Nach seinem legendären Triumph über Al Capone in Chicago wird Eliot Ness als Polizeidirektor nach Cleveland geholt, eine Stadt, die Mitte der 1930er der Hölle auf Erden gleicht. Korruption im Polizei- und Justizapparat haben die Metropole am Lake Eerie zum sicheren Hafen für Gangster aller Art gemacht. Ness geht auf einen Kreuzzug, der dem von Chicago in nichts nachsteht – und manchmal an Härte und Konsequenz sogar übertrifft.

    Zeitgleich werden im Stadtgebiet verstümmelte Leichen gefunden, die meisten ohne Kopf und andere Identifikationsmerkmale. Zwischen 12 und 30 Opfer werden dem von den Medien so genannten TORSO-KILLER zur Last gelegt, Amerikas erstem Serienkiller.

    Eliot Ness und sein Team fahnden nach dem Mörder. Einem Mörder, der eine Stadt in Angst und Schrecken versetzt, die durch die Wirtschaftskrise und den drohenden Weltkrieg bereits schwer angeschlagen ist.

    Soweit die Öffentlichkeit heute weiß, wurde der Killer nie gefasst. Aber was tatsächlich geschah, ist weit schockierender.

    Eine True Crime Graphic-Novel, die den Vergleich mit FROM HELL nicht zu scheuen braucht. Brian Michael Bendis wurde damit zum Shooting-Star der US-Comic-Szenaristen. Nominiert für den International Horror Guild Award und den International Eagle Award.

    Gewinner des Eisner Awards 1999.



    Just my 2 cents:
    Bendis, der Name ist schon ein Begriff, wenn man sich auch nur ein ganz klein Wenig mit amerikanischen Comics beschäftigt. Zig, teils vielgelobte, Runs für Marvel-Helden, ein bisschen Batman für DC und auch Independent-Stoffe gehören zu seiner Vita, mit Jessica Jones hat er für Marvel sogar einen neuen Charakter kreiert. Ich persönlich habe ihn zum ersten mal an Sam & Twitch aus dem Spawn Universum erlebt und war gleich schwer begeistert. Aber wie kam der Mann eigentlich zu seinem guten Ruf? Irgendwo im Schaffen eines Künstlers kommt ja (hoffentlich) der Punkt, an dem der Knoten platzt, wo andere auf einen aufmerksam werden und sich die jahrelange harte Arbeit endlich durch öffentliche Anerkennung bezahlt macht.

    Bei Brian Michael Bendis war das wohl 1999, als er für sein zusammen mit Marx Andreyko geschaffenes Werk Torso den Eisner Award gewann und beinahe mit einem Schlag als Superstar der Szene gefeiert wurde. Torso? Was ist eigentlich Torso? Ich als Newbie hatte natürlich mal wieder keinen Plan, aber hier in der Community wird man ja nicht ahnungslos hängen gelassen. Ich hatte in meinen Rezis hier und da mal anklingen lassen, dass ich ganz gerne Thriller und Krimis mag, meine Vorliebe für Hardcover ist wohl auch schon zum einen oder anderen durchgedrungen und so war es der gute @Wild Bill Kelso, der sich meiner erbarmte und mich auf Bendis‘ mit Auszeichnungen überhäuftes Werk aufmerksam gemacht, und es mir auch gleich noch zu einem echt fairen Preis überlassen hat! Vielen Dank dafür lieber Wild Bill!!

    Den Namen Eliot Ness kannte ich, wie wohl die meisten (wenn überhaupt), nur als den Mann, der zusammen mit seinen „Unbestechlichen“ Gangsterboss Al Capone Dingfest gemacht hat. Zwar nur für Steuerhinterziehung drangekriegt, aber das hat ja gereicht. Dank Brian De Palmas Meisterwerk „The Untouchables“ hab ich bei dem Namen immer Kevin Costners Gesicht vor Augen. Der Film ist aber auch ein Sahnestück, mit Robert De Niro als Capone und Sean Connery in seiner Oscarrolle prächtig besetzt und Ennio Morricones Soundtrack hebt das Ganze nochmal auf ein höheres Level! Aber genug Schwärmerei über den Mafia-Streifen (muss ich unbedingt mal wieder gucken!), und zurück zu diesem Comic, dessen Hauptakteur ist nämlich eben dieser Eliot Ness, denn der hatte, wie verwunderlich, auch nach Al Capone noch ein Leben, und das war alles andere als langweilig!



    Wir schreiben das Jahr 1935 und die Stadt Cleveland bekommt einen neuen Polizeidirektor – Mr. Eliot Ness. Der Mann, der sich mit der der Capone-Sache in Chicago einen Namen gemacht hat ist landesweit bekannt und da Cleveland ähnliche Probleme hat wie einst Chicago haben Stadtrat und Bürgermeister sich geeinigt die Nummer eins in der Korruptionsbekämpfung einzustellen, denn die Polizeitruppe in Cleveland ist aktuell wenig schlagkräftig und durchsetzt von korrupten und bestechlichen Cops, die jeden Schlag gegen eine größere Bande von vorneherein zum Scheitern verurteilen. Ein organisiertes Verbrechen wie zuvor in Chicago gibt es in dem Ausmaß zwar nicht, aber dennoch spitzt sich die Lage immer weiter zu, auch die vielen „angeschwemmten“ Zugereisten, die sich in den Elendsvierteln ansammeln machen die Situation nicht einfacher.

    Ganz nach seinem Ruf greift Ness hart durch, nimmt selbst an Razzien teil, schart einige wenige vertrauenswürdige Männer um sich und suspendiert Unmengen seiner Ansicht nach Korrupte Kollegen vom Dienst. Dass man sich dabei nicht nur Freunde macht ist klar, doch wirklich kompliziert wird alles erst, als eine Leiche gefunden wird – und dann noch eine – und noch eine – und… Den Opfern fehlen die Hände, Füße und der Kopf, man findet praktisch stets nur einen unidentifizierbaren Torso. Der Fall gestaltet sich extrem schwierig, da es kaum Anhaltspunkte gibt. Immer mehr Leichen tauchen auf und wenn mal ein Kopf auftaucht gibt es noch immer das Problem mit der Identifizierung, denn die Leute in den Elendsvierteln sind nirgends registriert und in der Stadt auch nicht wirklich bekannt.

    Der Bürgermeister macht immer mehr Druck und so arbeitet Ness direkt und sehr eng mit den zwei dem Fall zugeteilten Detectives zusammen. Aber auch die Presse will ihr Stück vom Kuchen und der Torso-Killer, der es sogar schafft dem berühmten Eliot Ness zu entgehen ist eine Top-Schlagzeile. Immer mehr Leichenteile werden gefunden, Ness‘ Frau ist von seinem Arbeitseifer nicht wirklich begeistert, der Gerichtsmediziner schmeißt hin und geht in Rente und als Eliot plötzlich Postkarten erhält bekommt der Fall eine ganz andere Qualität, und eine persönliche Note.
    Was für absolut packender und ultradicht inszenierter Noir-Thriller! Selten hat mich ein Werk von der ersten bis zur letzten Seite derart gepackt. Das ging so weit, dass ich gestern extra früher ins Bett bin und dort noch bis kurz nach 00:00 Uhr gelesen hab, weil ich unbedingt wissen musste wie es ausgeht! Und dann sitzt man da, mit diesem wohlig-gruseligen Gefühl, wie man es früher nach den besten Akte-X-Folgen gehabt hat und denkt über das gelesene nach, grübelt und versucht sich vorzustellen, dass all das auf wahren Begebenheiten beruht. Brrrrrr, da schüttelts mich und Gänsehaut breitet sich aus.



    Zu großen teilen ist das sicher auch der zum Schneiden dichten Atmosphäre zu verdanken, die Bendis mit seinem wirklich äußerst speziellen Artwork erschafft. Die Zeichnungen selbst sind eher, sagen wir mal, Rudimentär und nicht sonderlich detailliert. Aber wie das ganze arrangiert wurde, ständig mit echten Fotos, wohl auch von Originalschauplätzen durchsetzt, die als Hintergründe dienen, das wirkst so echt und realistisch, dass stellenweise beinahe Reportagenfeeling aufkommt, aber im positiven Sinn! Der Vergleich mit From Hell hinkt zwar auf der einen Seite ein wenig, weil Bendis‘ und Andreykos Werk ungleichschneller und fließender erzählt wird, im direkten Vergleich fast schon reißerisch daherkommt, ist aber dennoch nicht ganz unberechtigt. Immerhin wird auf die Taten Jack the Rippers als bislang einzigem Präzedenzfall für einen Serienkiller in der Story direkt Bezug genommen, beide Geschichten sind in Schwarz/Weiß gehalten und auf ihre ganz eigene Weise meisterhaft erzählt. In meinen Augen ist der Eisner Award auf alle Fälle verdient, schon allein wegen der äußerst gelungenen Charakterzeichnung und Entwicklung! Selten sind mir auf so „kurzem“ gemeinsamem Weg Charaktere so ans Herz gewachsen wie die beiden Ermittler Myrlo und Simon.

    Jetzt kann ich den Sack aber nicht zu machen, ohne nochmal kurz auf die mir vorliegende Ausgabe einzugehen. Das etwas seltsam, aber passend düster gestaltete Hardcover macht ohne Schutzumschlag (den gab es dafür nie) beinahe einen „unfertigen“ Eindruck. Ist irgendwie komisch, auch wenn es im Nachhinein zu der enthaltenen Story eigentlich recht gut passt. Das Papier ist nicht ganz schlohweiß, sondern erinnert beinahe an Recycling-Papier, nur viel feiner und hochwertiger als das billige Zeug, was den Noir-Stil perfekt zur Geltung bringt und ein rotes Lesebändchen ist auch noch an Bord. Die Ausstattung ist mit dem echt gelungenen Vorwort von Greg Rucka und den Fotos und Zeitungsausschnitten mit Originalmaterial im Anhang wirklich hervorragend und ich kann meinem hoch geschätzten @Wild Bill Kelso gar nicht genug dafür danken, dass er mir dieses fünfundsechzigste von 150 Exemplaren in bestem Zustand zu einem spitzenpreis überlassen hat. Tausend Dank!

    Meine Wertung: 9/10

    Mit leichter Tendenz nach oben, aber die Höchstnote konnte ich aufgrund der für meinen Geschmack doch etwas zu schlicht gehaltenen Zeichnungen nicht vergeben. Mittlerweile schreibt Bendis ja fast nur noch und lässt zeichnen. Vielleicht besser so?

    VG, God_W.

  20. #70
    Mitglied Avatar von Comic_Republic
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    Zitat Zitat von Kaltez Beitrag anzeigen
    bombe rezensiert!
    essex county gehört zu einer meiner liebsten.
    dadurch erkannt wie kostbar und in jeder facette das leben sein kann, hier wird es deutlich das lemire berühren will und es super schafft.
    Da muss ich Kaltez zustimmen. Hat mich damals richtig berührt. Hoffe, dass die Serie irgendwann mal ne schöne neue HC-Ausgabe bekommt...

    C_R
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  21. #71
    Mitglied Avatar von Kohlenwolle
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    Uneingeschränkte Zustimmung. Gehört zu denTop 3 die ich jemals gelesen habe.

    Was man unbedingt noch von Lemire lesen sollte: Sweet Thooth, meine Nummer zwei.
    Schöne Grüsse aus dem Kohlenpott


  22. #72
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Ja, da stimme ich Euch auch zu, ist echt großartig! @Comic_Republic: Mit einer HC-Ausgabe würde ich so schnell aber nicht rechnen, denn die Bände sind echt erst seit kurzem Verlagsvergriffen und waren ja doch schon recht lange auf dem Markt. Waren für mich auch noch problemlos original verschweißt zu bekommen. Ist halt kein "massentauglicher Bestseller", auch wenn es die Reihe verdient hätte!

    @Kohlenwolle: Sweet Tooth hab ich auch schon komplett hier liegen, da mach ich mich demnächst mal ran (oder an Descender, liegt auch noch komplett hier )

  23. #73
    Mitglied Avatar von Comic_Republic
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen
    Ja, da stimme ich Euch auch zu, ist echt großartig! @Comic_Republic: Mit einer HC-Ausgabe würde ich so schnell aber nicht rechnen, denn die Bände sind echt erst seit kurzem Verlagsvergriffen und waren ja doch schon recht lange auf dem Markt. Waren für mich auch noch problemlos original verschweißt zu bekommen. Ist halt kein "massentauglicher Bestseller", auch wenn es die Reihe verdient hätte!

    @Kohlenwolle: Sweet Tooth hab ich auch schon komplett hier liegen, da mach ich mich demnächst mal ran (oder an Descender, liegt auch noch komplett hier )
    Rechne auch nicht so schnell damit. Ich kenne sie ja und komme eh zur Zeit nicht zum lesen. Von daher...

    C_R
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  24. #74
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Hoffentlich werde ich jetzt nicht gesteinigt...



    Titel: V wie Vendetta – Absolute Edition

    Verlag: Panini (US: Vertigo)

    Format: 404 Seiten im extragroßen Hardcover mit Schutzumschlag im Schuber

    Inhalt: V wie Vendetta komplett

    Autoren: Alan Moore

    Zeichner: David Lloyd

    Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
    ALAN MOORES MEISTERWERK ALS LUXUSAUSGABE!
    In einem totalitären England sind Freiheit und Menschenwürde Fremdworte geworden. Da erscheint ein Terrorist auf der Bildfläche, der verborgen hinter einer Guy-Fawkes-Maske die Mächtigen in Angst und Schrecken versetzt. Wer ist V? Wer oder was sind seine Ziele? Und heiligt der Zweck wirklich jedes Mittel? Ein hoch spannendes, erschreckendes Buch, dessen Relevanz niemals verblasst. Und für viele Fans von Alan Moore sein bis heute bestes Werk.
    Auf 999 Exemplare limitierte neue Edition im eleganten, stabilen Schuber mit vielen Extras: exklusives Bonus-Material wie Silent-Art-Seiten der Original-Serie und Original-Cover und –Backcover, umfangreicher Anhang mit Skizzen und Entwürfen, nummerierte V-Maske



    Just my 2 cents:
    Das ist er jetzt also, nach so manchem kleinem Vorgeplänkel in Form einiger (gelungener) Spawn-Auftragsarbeiten wage ich mich mal an meinen ersten großen Klassiker von Meister Alan Moore höchstpersönlich – V wie Vendetta. Die Aufmachung der Ausgabe wird dem Ruf des Werkes schonmal mehr als gerecht. Extrem groß, extrem schwer, im schicken Schuber, toll gebunden und zusätzlich mit Schutzumschlag und einigem an Bonusmaterial, wie einleitenden Worten der Schaffenden, allen Covern, Zusatzseiten, Skizzen und umfangreichem Making-Of Teil haut uns Panini mit dem über 400 Seiten starken Hardcover die maximale Ladung Vendetta um die Ohren. Auch wenn die zum Ausschneiden beigelegte Papp-Maske ein recht sinnfreies Gimmick ist, da es viel besser aussehende Plastik-Masken schon für wenige Euro im Faschingsbedarf gibt, trotzdem eine nette Geste, außerdem ist da die Limitierung aufgedruckt. Jetzt aber genug Lob für die Ausstattung und ran an den Inhalt.

    England in einer finsteren, dystopischen Zukunft. Nach dem dritten Weltkrieg hat sich ein faschistisches Regime erhoben und die Macht ergriffen. Minderheiten wie Farbige und Homosexuelle sind längst nicht mehr Teil der Gesellschaft und Big Brother is watching you. Bis auf wenige privilegierte geht es den Menschen alles Andere als gut und die Meisten haben es schwer über die Runden zu kommen. Natürlich hält die Angst vor der Obrigkeit und ihren Vollstreckern, sogenannten Fingermännern, jedermann in Schach, niemand wagt es aufzubegehren. Die junge Schauspielerin Evey Hammond weiß nicht mehr wie sie sich noch helfen soll und sieht sich dazu gezwungen, natürlich verbotener Weise, sich zu prostituieren um etwas dazu zu verdienen. Es kostet sie viel Überwindung, doch schließlich obsiegt der Hunger und sie tritt im Schutze der Dunkelheit ängstlich auf die Straße. Vorsichtig und schüchtern spricht sie den ersten potentiellen Freier an und es kommt wie es kommen muss. Sie gerät direkt an einen Fingermann. Allerdings hat dieser keineswegs vor Evey zu verhaften. Er ruft einige seiner Kollegen hinzu und gemeinsam erläutern Sie dem verängstigten Mädchen ihren Plan sie einer Massenvergewaltigung zu unterziehen und sie anschließend umzubringen, schließlich sei das ihr Privileg als Fingermänner.

    Just in diesem Moment tritt ein unbekannter auf den Plan. Ein finsterer, Mysteriöser Mann mit Mantel, Hut und Maske. Alle sind verwirrt ob des Neuankömmlings und während dieser lyrisch Shakespeare zitiert entfesselt er einen Reigen der Gewalt und rettet das junge Mädchen vor seinigen Peinigern.

    So beginnt Alan Moores Werk, das zu Recht in die Annalen der neunten Kunst eingegangen ist. Ich will jetzt gar nicht haarklein sezieren wie der namenlose Held, genannt V, als nächstes in bester Guy Fawkes Manier das Parlamentsgebäude sprengt und im weiteren Verlauf innerhalb eines Jahres Angst und Schrecken unter der Obrigkeit verbreitet, bis das gesamte Regime zu wanken beginnt. Welche moralischen Konflikte zwischen ihm und Evey ausgefochten werden, mit welchen ausgeklügelten Schachzügen er das Regime wieder und wieder hinters Licht führt. Wie absolut brillant Moore die Ursprünge von V’s Motivation und der parallelen Befreiung von Eveys Geist von jeglicher Angst schildert. Man spürt einfach mit jeder Faser, dass man etwas außergewöhnliches erfahren darf.

    Auch die Schaffung eines umfassenden, komplexen Weltbildes, den reichen Facetten einer hypothetischen, totalitären Regierungsform mit all ihren Gewalten und wie leicht der Weg dort hin sein kann, wenn verzweifelte und verängstigte Menschen sich nach Anleitung sehnen, sucht seinesgleichen. Alan Moore zeichnet das Bild der schlimmstmöglichen Zukunft, die er sich für sein Land mit der Eisernen Lady an der Macht ausmalen konnte. Also ein Worst-Case-Szenario mit lauter, unverhohlener und giftiger Kritik an seiner Regierung. Wäre das in einem anderen Medium als dem „nicht sehr ernst genommenen“ Comic erfolgt hätte sicherlich umgehend die Zensur vor der Tür gestanden. Die vielen Parallelen und vor allem auch die bedrohlich beklemmende Atmosphäre zum großen Orwellschen Klassiker 1984 kommen nicht von ungefähr, und das ist mir wirklich sehr schnell aufgefallen, nicht erst, als Alan Moore im Nachwort drauf zu sprechen kommt.



    Alles in allem ein Meisterstück, dass ich erstmal sacken lassen musste. Ich habe den Band bereits in der Woche des fünften November gelesen, passend zum Datum , war mir aber lange uneins, wie ich meine Gedanken dazu in Worte fassen soll. Heute hab ich es einfach mal probiert, ob es mir gelungen ist weiß ich nicht genau, hab mein möglichsten getan. Natürlich muss sich ein solches Meisterwerk, und den Titel verdient V wie Vendetta sicherlich, aber auch mit Meisterwerken messen lassen und deshalb erfolgt meine Bewertung heute auch in diesem Kontext. Will also keine Beschwerden hören, dass irgendwelche Spaßcomics bei mir höher bewertet werden als ein Moore-Meisterstück, denn die wurden dann halt auch im Kontext zu anderen Funcomics beurteilt.

    Also kommen wir jetzt mal zu den kleinen, aber vorhandenen, Kritikpunkten wegen denen Vendetta von mir keine 10 Punkte bekommt. Zum ersten sticht da gleich beim Öffnen das Artwork ins Auge. Als ich mit dem Lesen begonnen habe war es mir zu plakativ, detailarm und grob. Vielleicht ist das auch ein bisschen zu hart, zu "schlicht" trifft es vielleicht eher, schwer zu beschreiben. Mit der Zeit habe ich meine dahingehende Meinung geändert, da allein die meterdicke Atmosphäre, die David Lloyd mit seinen düsteren Bildern erzeugt mich mehr als einmal an 1984 denken lässt und ich außerdem zu dem Schluss gekommen bin, dass das Format für die Qualität der Originale scheinbar einfach nen Tacken zu groß gewählt wurde. Auf den Fotos hier wirkt das nämlich um einiges harmonischer als im Buch selbst. Das „absolute“ Großformat war hier wohl einfach zu viel des Guten. Zweitens weist der Mittelteil doch einige Längen auf. Ja, es ist schön, dass hier auch die anderen Protagonisten, abseits von V und Evey, näher beleuchtet werden und mehr Tiefe bekommen, dennoch hätte man das straffer und erzählerisch abwechslungsreicher gestalten können.
    Abschließend kann ich also sagen, ich bin schwer beeindruckt von Alan Moores V wie Vendetta, denke aber trotzdem, dass da noch Luft nach oben ist, auch wenn im Nachwort sehr gut veranschaulicht wird, was das Teil allgemein für das Medium Comic bzw. Graphic Novel geleistet hat. Ich habe ja mittlerweile doch noch einiges von ihm im Regal auf das ich mich mächtig freue und werde hier natürlich zu gegebener Zeit berichten, ob und welches seiner Werke bei mir vielleicht noch höher im Kurs steht. Muss mal schauen, ob als nächstes der Swamp-Thing-Run, Miracleman, From Hell oder die Watchmen an die Reihe kommen.

    Ach ja, bevor ich’s vergesse: Jahre vor dem Comic hatte ich schonmal den Film zu V wie Vendetta gesichtet und für nicht schlecht, aber auch nicht überragend befunden. Nach dem Genuss des Comics habe ich mir diesen jetzt nochmal zu Gemüte geführt und muss sagen, der Streifen ist in meiner Achtung gestiegen und bekommt meiner Meinung nach echt zu wenig Aufmerksamkeit. Ich finde der Kern von Moores Werk wurde gut transportiert und die Schauspieler auch sehr gut gewählt. Sehr cool auch die Rolle von John Hurt, die natürlich gleich wieder eine Brücke zu 1984 geschlagen hat. Einzig Natalie Portman, die ich grundsätzlich wirklich sehr gerne mag, mag mich nicht so ganz überzeugen, da ihre Evey von Beginn an viel zu taff rüberkommt und die verletzliche Zerbrechlichkeit der Comic-Evey nicht wirklich transportiert wird. Für den Film vielleicht gut und so gewollt, als Adaption des Comics aber nicht ganz passend.

    Meine Wertung: 8/10

    Wie ist Eure Meinung zu V wie Vendetta? Welchen Moore findet Ihr besser (falls Ihr einen besser findet)? Und wie hat Euch die Kinoauswertung der Story gefallen?

    VG, God_W.

  25. #75
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Ich hab auch mal wieder einige Sachen gelesen und will versuchen im Laufe der Woche zu jedem Band wenigstens ein paar Zeilen dazulassen. Wird teilweise sehr kurz ausfallen, vielleicht aber auch mal ein wenig umfangreicher. Die Länge des Textes hat aber nicht unbedingt etwas mit meiner Wertschätzung für ein Werk zu tun! Fragen, Kommentare, eigene Meinungen etc… wie immer sehr gerne gelesen und ausdrücklich erwünscht! Also dann, los geht’s:


    Esteban 2 (Dreifachband)
    Der Sammelband mit den ersten beiden Bänden hatte mich ja sehr begeistert, also habe ich auch zügig die zweite Ausgabe mit den übrigen drei Alben des ersten Zyklus zur Hand genommen. Der erste Band Das Überleben schlägt exakt in die gleiche Kerbe wie die ersten beiden Geschichten und verbindet all das, was ich an maritimen Abenteuergeschichten so liebe. Zu Beginn verschafft mir Matthieu Bonhomme ein wunderbares Déjà-vu an Ernest Shackletons Antarktis-Expedition mit der Endurance, einen der spektakulärsten Fehlschläge in der Geschichte wagemutiger Expeditionen. Auch darf der junge Esteban wieder eine seiner klaren und weisen Geschichten zum Besten geben und als dann auch noch Orcas auftreten, die zu meinen absoluten Lieblingstieren zählen, kann ich meine Begeisterung kaum noch in Zaum halten.


    Leider geht es für mich aber leider nicht in gleichbleibendem Niveau weiter. Klar, die Geschichte bleibt auch in Gefangen am Ende der Welt weiterhin spannend und wird in hohem Tempo erzählt. Ja, es passiert auch viel und auch wenn außer dem Gefängnis als Parallele jetzt nicht soo viel Gleiches auszumachen ist wurde ich seltsamerweise vom Ton her doch häufig an „Papillon“ erinnert. Dennoch konnte mich das alles nicht so fesseln wie noch in den ersten drei Bänden. Das mag zu einem guten Stück auch einfach an mir liegen, weil ich halt weiterhin auf ein maritimes Grundsetting gehofft hatte und jetzt gemeinsam mit der Mannschaft der „Leviathan“ aufs Festland verbannt wurde, aber hey, gefällt mir halt nicht mehr ganz so.

    Zum Finale kehren wir in Blut und Eiswenigstens wieder aufs Eis und zu kleinen Zwischenspielen auch aufs Wasser zurück, dafür kommen mir die Wendungen in der Story an manchen Stellen doch arg konstruiert vor und der Flow geht etwas verloren. Dazu stören mich mehr und mehr einige Eigenarten in Bonhommes Zeichenstil, die mir in Band vier schon negativ aufgefallen waren. Allen voran diese hellen, Wolkenartigen Flächen, die er ständig um die Köpfe seiner Charaktere zeichnet, gerade in dunkleren Szenen, um so wohl etwas mehr Kontrast reinzubekommen. In so mancher Szene kann man das vielleicht noch als Wolke von kondensiertem Atem abtun, aber dann doch nicht in diesem Ausmaß und an allen Stellen. Dennoch gibt es einige Herzschlagszenen, die toll aufgebaut sind und richtig zum Mitfiebern einladen, sodass ein durchaus spannendes Finale geboten wird, welches aber leider das Niveau der ersten drei Bände nicht mehr erreicht. Reicht in Summe bei mir dennoch für eine knappe…
    8/10



    Der Stern der Wüste 3& 4
    Die ersten beiden Alben von Stern der Wüste boten nahezu perfekte Western-Unterhaltung in grandiose Optik. Einige Jahre später hat sich das Kreativteam Stephen Seberg und Enrico Marini daran gemacht, erneut in zwei Bänden, die Vorgeschichte zu ihrem grandiosen Abgesang auf die Eroberung des Westens durch die Eisenbahn zu erzählen. Den Zeichenstift nahm Marini diesmal aber leider nicht mehr selbst in die Hand, das überließen die beiden diesmal Hugues Labiano. Ich will jetzt nicht sagen, dass seine Zeichnungen nicht schön anzusehen wären, aber der Wiedererkennungswert und die Klasse Marinis mit meines Erachtens nach leider nicht erreicht.


    Gleichzeitig hab ich mir ziemlich schwer getan in die Geschichte rein zu finden. Das gesamte erste Album, also Band 3, ist für meinen Geschmack sehr holprig und sperrig erzählt, da kommt kein Flow und kaum Feeling auf. Die Charaktere bleiben entweder blass oder unsympathisch und die Story scheint nicht zu 100% mit den Bänden 1 & 2 zu matchen. Im Band 4 wird das alles zum Glück deutlich besser und auch wenn ich der Meinung bin, dass auch zum Schluss noch immer nicht alles komplett schlüssig zur ursprünglich in den Bänden eins und zwei erzählten Geschichte passt, so entschädigt das spannende und auch gefühlvolle Finale doch für Vieles. Nach dem Durchhänger in Band drei reißt das starke Finale also wieder einiges raus und ich lande bei…
    6,5/10



    Essex County Band 3 – Die Krankenschwester
    Das Finale von Jeff Lemires Essex County Trilogie ist wieder ebenso meisterlich erzählt wie die beiden Vorgänger. Ob die Geschichte jetzt besser oder schlechter ist als die beiden vorangegangenen vermag ich gar nicht zu sagen, aber eins ist sie auf jeden Fall: Ein grandioses, herzerwärmendes Bindeglied, dass die drei Bände zu einem herrlich berührenden Gesamtbild zusammenfügt. Mir persönlich hat Band zwei mit den beiden Eishockey-Brüdern am besten gefallen, aber die einfühlsame, und wenn nötig taffe Krankenschwester steht dem dennoch in nichts nach und schlussendlich sollte jeder, der dieses wundervolle Gemälde des Kanadischen Landlebens noch nicht gelesen hat mal einen Blick riskieren. So traurig und schwermütig das alles auch manchmal anmutet, zurück bleibt am Ende ein Gefühl von Zufriedenheit, Hoffnung und auch ein bisschen was zum Nachdenken. Famos.


    Ja, Jeff Lemire kann Horror, Fantasy, scheinbar auch Superhelden, Science-Fiction und noch vieles mehr. Ich genieße gerade sein Schaffen am DC-Dark-Verse der New52 und werde sicherlich auch in Black Hammer und Descender reinschauen, aber die drei Essex County Büchlein sind zusammen ein wahres Kleinod. Nur zeichnen kann Mr. Lemire halt nicht so gut, aber hey er transportiert alle Gefühle, die er bei mir hervorrufen will mit Bravour, was will man mehr?
    9/10



    Spawn Origins Collection - Band 12
    BAAAM! Kontrastprogramm allererster Güte! Nach so langer Zeit endlich mal wieder zurück an Spawn, was hauptsächlich daran liegt, dass ich versuche die Bände ein wenig zu strecken, bis vielleicht (hoffentlich) die Lücke zwischen den Origins Collections und der normalen Paperback-Reihe geschlossen wird. Egal, jetzt hab ich auf jeden Fall mal wieder eine Dosis fetter Antihelden-Action im klassischen 90er Style. Es braucht noch nicht mal ein Heft und ich bin wieder voll gefesselt von diesem unvergleichlichen Spawn-Feeling. Ich liiieeebe es! Und dass, obwohl der Höllensporn in den ersten paar Ausgaben so gut wie gar nichts zu melden hat, da steht nämlich erstmal Nyx, Spawns Sidekick-Hexe im Zentrum des Geschehens. Ich mag die Kleine und ihre dreiteilige Reise in die Tiefen der Hölle in „Eine Höllische Rettung“ ist mal wieder grandios inszeniert und durchaus auch spannend.


    Schlag auf Schlag geht es weiter, denn in „Abrechnung“ 1-3 wird sie gleich für ihre Taten zuvor zur Rechenschaft gezogen, bevor in „Reiseziel: Irgendwo“ Al Simmons mal wieder im Zentrum des Geschehens steht. Der One-Shot „Das Heulen“ ist eines meiner absoluten Highlights des Bandes (ich steh halt auf Wölfe, Werwölfe etc…) und das zweiteilige Finale „Zufällige Muster“ stellt dann mehr oder minder den Status Quo wieder her und scheint den Weg für was Größeres zu ebnen. Ich bin gespannt was mich da in Band 13 erwartet!
    7/10



    Sláine 1 – Morgendämmerung
    Ha, Sláine und ich, wir sind ja mal wieder zusammengekommen wie die Jungfrau zum Kind. Geburtshelfer war im doppelten Sinne @JRN. Nicht nur, dass er mich aufgrund meiner Mini-Rezi zur Batman/Judge Dredd Collection auf die Existenz des Keltenkriegers aufmerksam gemacht hat, nein, er hat die abenteuerlich/wahnwitzigen Geschichten um den rabiaten Recken auch gleich noch in unsere Sprache übersetzt – und das in ganz vorzüglicher Art und Weise mit allerlei wissenswerten Hintergründen und Erläuterungen – so würde ich mir das häufiger wünschen!

    Da habe ich also ob des teils grandiosen Artworks der Batman/Judge Dredd Collection meiner Bewunderung für Simon Bisleys Arbeit Ausdruck verliehen und *katsching* lenkt der gute JRN meine Aufmerksamkeit auf dessen Opus Magnum, den sechsten Band der Sláine-Reihe. Ein wenig Recherche im Netz und einige Fragen im Forum haben mich dann zu dem Entschluss gebracht den Barbaren und seinen vorlauten Zwerg Ukko von Beginn an auf ihren Reisen zu begleiten, auch wenn besagter Bisley-Run erst viel später an die Reihe kommt.


    Allgemein scheint der recht häufige Wechsel der Zeichner einen großen Teil des Reizes der trashigen Abenteuer zwischen Mystik, Legende, Sage, Fantasy und Science-Fiction auszumachen. Das kommt direkt in diesem ersten Band bereits zum Tragen, denn die ersten Seiten wurden von Autor Pat Mills`, der die Serie übrigens bis heute schreibt, damaliger Partnerin Angie Kincaid in fulminantem Detailreichtum ausgearbeitet. Ähnlich grandios, nur etwas klarer und feiner wird das Ganze sobald dann Massimo Bellardinelli (erstes Bild) übernimmt, der sich fortan des Öfteren mit Mike McMahon (zweites Bild) abwechselt. McMahons überbordender, aber auch deutlich gröberer Zeichenstil mit starkem Strich sagt mir persönlich von den dreien am wenigsten zu, auch wegen der kantigen Gesichter, passt aber dennoch recht gut zum Setting dieser ersten Geschichten.

    Die Stories selbst sind zu Anfang recht kurz gehalten und drehen sich oftmals um den Kampf gegen einen mächtigen Feind, ein böses Monster, die Rettung einer Maid etc… also im Grunde um die Dinge, die man erwartet, sich wünscht und auch gerne hat wenn man sich an ein Werk wie Sláine wagt und zumindest entfernt weiß, was einen erwartet. Gewürzt wird das Ganze von Mister Mills allerdings mit einer dicken Portion Keltischer, Irischer und Gälischer Mythen und Sagen, die in allerlei Formen mit eingeflochten werden. Das gibt Tír Na Nóg, dem Land der ewigen Jugend, Sláines Heimat gleich von den ersten Seiten an eine gewisse Tiefe und mir als Leser das Gefühl eine Reise in eine faszinierende Welt angetreten zu haben.


    Klar, da ist vom Storytelling her schon noch Luft nach oben und was man so hört wird das mit der Zeit auch dichter und zusammenhängender, mit größeren Plots und noch abgedrehteren Einfällen (wobei allein die Verwindungskrampf-Geschichte schon ziemlich cool und einzigartig ist), aber ich hatte an diesem ersten Band auch schon enorm viel Freude. Der saubere Druck, die tolle Ausstattung mit Vorwort des Autors, allen Covern und reichlich Zusatzinfos verpackt in einem schicken Hardcover tun ihr übriges – ach, nicht zu vergessen die 1A Übersetzung . Gibt von mir sehr gute…

    8/10 Punkte und ganz viel Vorfreude auf den zweiten Band!

    PS: Wer kennt das Land Tír na nÓg noch aus der trashigen 90er-Jahre-TV-Serie „Mystic Knights – Die Legende von Tir Na Nog“? Das war sowas wie die Mittelaltervariante der Power-Rangers, echt „kostengünstig“ produziert und mit einem Ohrwurm-Titelsong von den Kellys bestückt. Ganz schön abgedreht und – wie ich kürzlich herausgefunden habe – gesamtheitlich kostenfrei auf YouTube abrufbar (50 Folgen á 22 Minuten).


    So, das wars vorerst mal wieder von meiner Seite. Bis die Tage!
    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (24.03.2020 um 10:07 Uhr)

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