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Thema: Bastei-/ANKER-Steibaukästen und Auflehnung gegen die Verstaatlichung?

  1. #1
    Mitglied Avatar von phönix
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    Bastei-/ANKER-Steinbaukästen und Auflehnung gegen die Verstaatlichung?

    Der Bastei-Steinbaukasten taucht in Heft Nr. 83, also im Oktober 1963, auf. Mit eventueller Vorlaufzeit wurde er also vielleicht schon im Frühling/Sommer (aber sicher spätestens im Ausgust/September) 63 in die Handlung eingearbeitet. Andererseits sind dem Beschluss zur Betriebsauflösung ja sicherlich auch einige Dinge voraus gegangen. Wurde das in Bevölkerungskreisen vielleicht sogar bis nach Berlin diskutiert? Ist also das Auftauchen dieser Baukästen im Mosaik eventuell auch eine Art Auflehnen des Mosaikkollektivs gegen die Vervolkseignung, den 13. August, etc.?
    Wie seht ihr das? Oder habt ihr vielleicht schon mal Näheres darüber gelesen?
    Geändert von phönix (07.08.2019 um 13:18 Uhr)

  2. #2
    "Und manchmal ist eine Zigarre eben nur eine Zigarre." (angeblich Sigmund Freud)

  3. #3
    Mitglied Avatar von phönix
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    Zitat Zitat von Anaxagoras Beitrag anzeigen
    "Und manchmal ist eine Zigarre eben nur eine Zigarre." (angeblich Sigmund Freud)

  4. #4
    Mitglied Avatar von Sinus_Cosinus
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    Zitat Zitat von phönix Beitrag anzeigen
    .... Oder habt ihr vielleicht schon mal Näheres darüber gelesen?
    Ja, im Mosa-X 15 Ob da aber der revolutionäre Charkter der Baukästen angeschnitten wurde, ist mir gerade entfallen.

  5. #5
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    [QUOTE=phönix;5554256] Wurde das in Bevölkerungskreisen vielleicht sogar bis nach Berlin diskutiert? Ist also das Auftauchen dieser Baukästen im Mosaik eventuell auch eine Art Auflehnen des Mosaikkollektivs gegen die Vervolkseignung, den 13. August, etc.?

    Wenn zum damaligen Zeitpunkt angenommen diese politische Entscheidung für größeren Wind gesorgt hätte und diese dann im Mosaik kritisch positioniert worden wäre, so wäre das eine absolute Steilvorlage für jeden Chefredakteur gewesen. Gerade in dieser Zeit war das Kollektiv enorm unter Druck und stand mosaikmäßig kurz vor der Auslöschung dank der "Genialität" des Herrn Barbarino und Anhang (Stichwort: Plit und Plat). Warum hätte Hegen also noch zusätzlich Wasser auf die Mühlen der indoktrinierten Kritiker gießen sollen?
    Geändert von kathleen (14.08.2019 um 20:49 Uhr)

  6. #6
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Weil sich subversiver Widerstand gerade dadurch auszeichnet, dass man auch mal Ärger riskiert.
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  7. #7
    Mitglied Avatar von gbg
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    Ist aber nirgends belegt, denn dann hätte es eine Aussprache gegeben innerhalb des Parteikollektiv. Zumindest wäre es irgendwie erwähnt worden. Diese Beilagen-Haken-Geschichte ist an sich auch nirgends dokumentiert, nur das Mosaik-Kollekte kann sich daran lebhaft erinnern.
    #Choui, denn hätte das ZGF ja nachträglich recht

  8. #8
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Oh, ich würde nicht soweit gehen, in den Baukasten irgendwas reinzuinterpretieren. Aber kathleens Mutmaßung, dass man alles vermied, was irgendwie Ärger brachte, würde das MvHH auf das Niveau einer Mitläuferzeitschrift hieven, ähnlich wie Atze und Frösi. Auch wenn ich die ZGF-Interpretationen, das MvHH sei ein Quell des Widerstands gewesen, für übertrieben halte, so ein bisschen Subversion gab's da schon, da bin ich mir sicher. Möglichem Ärger zum Trotz.
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  9. #9
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    Ist aber nirgends belegt, denn dann hätte es eine Aussprache gegeben innerhalb des Parteikollektiv. Zumindest wäre es irgendwie erwähnt worden.
    Das setzt aber voraus, dass das Parteikollektiv den Seitenhieb erkannt hat.
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  10. #10
    In der der SBZ und späteren DDR gab es ja noch ein anderen Steinbaukasten-Konzept (BOB), den ich auch selbst hatte. Die Steine waren sehr stabil auch wenn es nach Jahrzehnten Bilder gibt, die anderes vermuten lassen. Insofern steht schon die Frage im Raum, ob die fehlende Rezeptur der entscheidende Grund für die Betriebsauflösung war.

    Wenn man heute nicht einmal mehr nachvollziehen kann, wie bekannt oder populär diese Vorgänge in der Bevölkerung waren, bleiben die Mosaik-bezogenen Hintergründe momentan noch pure Spekulation. Aber beide Versionen (Zufall oder Seitenhieb) haben schon etwas ....
    Es grüsst
    Uhrviech aus Passow, wo die Digedags ein Zuhause haben

  11. #11
    Mitglied Avatar von phönix
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    Zitat Zitat von CHOUETTE Beitrag anzeigen
    Das setzt aber voraus, dass das Parteikollektiv den Seitenhieb erkannt hat.
    Entweder das, oder man wollte es unter dem Tisch halten.

  12. #12
    Mitglied Avatar von phönix
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    Tja Mangelwirtschaft. Vom BOB hatte ich bis eben noch nie gehört.
    Andererseits sind wohl meine beiden Baukästen auch älter.
    Hätte mein Vater einen nichtpassenden kaufen wollen? - Zumindestens bei den Stabilbaukästen hat er es gemacht. Da kann es aber auch die Fehlannahme gewesen sein, dass "alles genormt" sein.

    Zitat Zitat von Uhrviech Beitrag anzeigen
    Wenn man heute nicht einmal mehr nachvollziehen kann, wie bekannt oder populär diese Vorgänge in der Bevölkerung waren, bleiben die Mosaik-bezogenen Hintergründe momentan noch pure Spekulation. Aber beide Versionen (Zufall oder Seitenhieb) haben schon etwas ....
    Natürlich ist es nach meinem momentanen Wissensstand reine Spekulation.
    Aber Seitenhiebzufälle? Wie viele Zufälle können statistisch gesehen wirklich "reine Zufälle" sein. - Für die Fokker wäre ich ja mit Zufall zufrieden. Man hatte eben irgend ein Bild als Vorlage, und das war eben gerade zufällig diese DRI 141, die Richthofen nachweislich am 11.11. geflogen ist.
    Und sicher sind uns da über die vielen Jahre noch gar nicht alle Zufälle bewusst geworden.

  13. #13
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    Zitat Zitat von CHOUETTE Beitrag anzeigen
    Aber kathleens Mutmaßung, dass man alles vermied, was irgendwie Ärger brachte, würde das MvHH auf das Niveau einer Mitläuferzeitschrift hieven, ähnlich wie Atze und Frösi.
    Mein Aussage bezog lediglich sich auf besagten Zeitraum. Natürlich war das Mosaik auch subversiv, denn nicht für umsonst wollte man es mehrfach im Verlauf ändern, abschaffen oder andersweitig integrieren. Gerade in den Anfangsjahren war Ärger ein ständiger Begleiter der Mosaikmacher.
    .

  14. #14
    Mitglied Avatar von Nante
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    Da so ziemlich alle Entscheidungsträger von damals inzwischen verstorben sind, wird man wohl nie mehr genaues erfahren.
    Allerdings würde ich, selbst wenn Absicht vorhanden war, dies nicht subversiver bewerten als bspw. die prächtige Darstellung des Berliner Schlosses oder Ansichten von Städten, wie bspw. Venedig aus dem gleichen Zeitraum, bei denen sich die Leser sagen konnten, daß sie diese (wenn überhaupt) frühestens einmal nach Erreichen des Rentenalters live erleben würden. Denn DAS hat wirklich geschmerzt.
    Geändert von Nante (15.08.2019 um 16:31 Uhr) Grund: Doppelungen

  15. #15

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