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  1. #1
    Mitglied Avatar von pits
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    Lightbulb Quo vadis, Abrafaxe?

    Liebe User,

    mein letzter Beitrag ist ein Weile her, dennoch lese ich fleißig mit und möchte an dieser Stelle meine Gedanken zum Mosaik mit euch teilen. Vorab: Dies ist keine Abrechnung und nicht als Gemeinheit gedacht. Ich teile diesen Startbeitrag einmal in zwei Bereiche auf: meine subjektive Wahrnehmung und mein marketingtechnisches, möglichtst objektives Verständnis.

    Der subjektive Teil
    Seit nun mittlerweile 15 Jahren fiebere ich jeder neuen Storyline entgegen, in der Hoffnung, dass sich grundlegende Dinge in der Herangehensweise beim Mosaik ändern. Ich glaube, es hat so kurz nach der Orient-Express-Reihe angefangen, dass ich mich erstmalig unwohl beim monatlichen Fischen des Mosaiks aus dem Briefkasten gefühlt habe. Ungefähr zu dieser Zeit war bereits die "Die Abrafaxe"-Heftreihe bekannt und ich war überwältigt von der neuen Dimension an Storytelling, Zeichenstil, Perspektivwahl, Panelaufteilung ... Das erste Mal habe ich das Mosaik als echten Konkurrenten mit modernen Vorbildern aus Frankreich & Co. wahrgenommen. Dann kam der Orient-Express. Sascha hat meines Erachtens damals unglaubliche Pionierarbeit geleistet. Zwar war das Mosaik an sich immer noch eher massentauglich und kindgerechter angehaucht, aber die Zeichen standen gut: Moderne Schriftart (Stichwort Comiclettering), experimentelle Perspektivwahl, mal unglaublich gelungene, neuartige, vielleicht auch entfremdete Zeichnungen. Aber das war mir egal. Das Mosaik schien für mich seinerzeit im neuen Jahrtausend angekommen zu sein. Ich war begeistert.

    Wir wissen mittlerweile, wie die Geschichte ausging. Am Ende blieb - auch forciert vom auftrumpfenden Internet - viel Spott und Häme. Man hat meines Erachtens den experimentellen Weg des Mosaiks damals nicht genug gewürdigt. Was folgte, war ein angenehmes (ich hoffte damals kurzweiliges) Back to the roots: Die Panelaufteilung wurde wieder klassischer, der Font wurde wieder auf den seit 1992 gültige geändert, die Geschichten ließen sich Zeit. Das war okay. Aber hat mich nicht vom Hocker gehauen.

    Mittlerweile dauert dieser Zustand fast zwei Jahrzehnte an. Ich sehe im Grunde immer wieder dasselbe, ich erkenne an der Art und Weise, wie Geschichten erzählt werden, immer wieder, dass ein Konzept anscheinend am Kiosk erfolgreich war und ... es ödet mich an. Als ich das Cover der neuen Hanse-Reihe sah, habe ich auf Veränderungen gehofft. Neues Papier, die Faxe mal nicht von Schiewer gezeichnet (er macht das toll, aber ich will mal was anderes sehen) ... und dann diese Geschichte. Seht es mir nach, aber die Story hätte so viel Potential gehabt, die wahre Geschichte der Hanse zu erzählen. Stattdessen wird auf den westdeutschen Markt geschielt, die Geschichte dreht sich um Lübeck, Brügge, Köln (!!!) ... Ernsthaft ... als Wismarer fühlt sich das wie ein Schlag in die Magengrube an. Rostock, Wismar und Stralsund wären durchaus interessanter gewesen.

    Ähnliches gilt für die Zeichnungen. Zwar spielt sich alles in einem sehr hohen Level ab (und ja, ich weiß, ich bin selbst Zeichner und kann mich mit den Dudes beim Mosaik nicht messen), aber mir fehlt einfach die Inspiration. Blättere ich Hefte von vor 10 Jahren durch, so erkenne ich kaum Veränderungen, kaum Innovatives. Klar, ab und an mal ein neuer Zeichner, aber auf mich wirkt das mittlerweile recht eingefahren.

    Der objektive Teil


    Als "Werber", Projektmanager und Fußballfan weiß ich natürlich: Never change a running system. Klar. Die Verkäufe sind anscheinend in Ordnung und bezahlen die Angestellten. Das ist gut und in erster Linie als Unternehmer erstrebenswert. Aber ein Gedankenspiel: Was, wenn die meisten Leser eigentlich so denken wie ich? Ich habe ein Abo, ich hoffe jährlich auf den nächsten Mosaik-Kick, und ich blicke natürlich nostalgie-getränkt auf die gute alte Zeit, als mich jedes Heft aus den Socken gehauen hat - zeichnerisch als auch vom Storytelling her. Natürlich lässt sich dieses Gefühl nicht 1 zu 1 auf einen End-30er übertragen. Aber wenn dem so ist, dann lesen viele, viele Mosaik-Leser das Heft (steile These) doch nur noch aus Nostalgie. Geht es mir so? Ich weiß es nicht. Aber ich befürchte es.
    Um vielleicht mal eine noch viel steilere These zu bemühen: Apple hat sich unter Steve Jobs selten darum geschert, was der User IM AUGENBLICK will, sondern den Bedarf erahnt und geschaffen. Vielleicht ist ein Gedanke, der dem Mosaik gut zu Gesicht stehen würde. Denn wenn meine These stimmt, kaufen es die Leute sowieso.

    Fazit (wieder subjektiv)
    Das Mosaik ist nach wie vor einzigartig in der Comiclandschaft Deutschlands. Warum nicht diese Stellung nutzen und als Pionier in Sachen Erzählstruktur und grafischer Aufbereitung vorangehen? Warum nicht mehr Mut? Schaut man sich als Vater die Interessen der eigenen Kinder beim wöchentlichen Einkauf und dem obligatorischen Mitbringsel an, so wird schnell klar: Wer auffällt, der gewinnt. Meine Kinder greifen immer zu den folienumschweißten Heften mit wenig Lese-Inhalt und viel China-Plastik. Das Heft wird dann regelmäßig liegengelassen und das Spielzeug geht nach 18 Stunden kaputt. Warum nicht anders sein? Warum nicht ein neues, geniales Konzept nach innen und nach außen schaffen? Warum nicht endlich wieder Pionier sein? Das Mosaik hat einen unglaublichen Stellenwert und könnte so viel schaffen im Bereich der Gestaltung. Die Fähigkeiten sind doch da! Macht doch was draus und nutzt die Leser, die eure Hefte eh kaufen! Ich tu's, egal was ihr anstellt.

    Ich bitte ausdrücklich um eine angenehme Diskussion. Und vor allem bitte ich darum, mir meinen kritischen Beitrag als konstruktiv, nicht als destruktiv zu sehen.

    Es grüßt
    Der pits

  2. #2
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    Wahrscheinlich bin ich beim Lesegeschmack einfach sehr konservativ: ich hoffe, dass der Mosaikstil so bleibt, wie er ist. Der Beginn der Orientexpressserie war für mich der Horror und ich war froh, dass man wieder zurückgerudert ist.

    Für Experimente gibt es Möglichkeiten, Alben oder Zweitserien herauszubringen, was ja auch mehr oder weniger stark genutzt wird. Da bin ich für alles offen. Mir haben sowohl Die Abrafaxe als auch das jüngere Mädchen-Mosaik gut gefallen.

  3. #3
    Mitglied Avatar von Sinus_Cosinus
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    Lieber Pits,

    was deine subjektive Einschätzung bzgl. der Abrafaxe-Reihe angeht, rennst du bei mir offene Türen ein. Und mindestens auch bei einem eulenartigen Forumsmitglied hier Für mich war dieser Stil damals auch herzerfrischend neu und modern. DAS GLEICHE DENKE ICH AUCH VON DEN ERSTEN Caramellenheften, auch wenn mich jetzt viele hauen werden und das eher als schlampigen Stil etc bezeichne(te)n. Wie dem auch sei, dahin gehend will ich gar keine neue Diskussion anfangen, aber die Wende zum ("traditionellen") Mosaikstil hin hat dem Rosaik offenbar einen Aufschwung in den Verkaufszahlen und Lesermeinungen (hier im Forum) beschert. Die Redaktion/ die Zeichner wollten neue Wege gehen und sind damit auf die Nase gefallen. Von daher sind sie schon den "back to the roots"-Weg gegangen. Ich persönlich kaufe mir seitdem das Rosaik nicht mehr, bin aber auch nicht repräsentativ für die Masse (hier)...
    Was das Storytelling angeht, bin ich aber ganz bei Dir. Es ist ein gutes, aber eben kein Begeisterndes. Ich lese die Geschichten gern, auch wenn manche der im Forum angebrachten Kritiken sicher berechtigt sind. Mir ist das oftmals zu lieb, ich vermisse einen dauerhaften Gegenspieler in den letzten Abenteuern. Man muss dazu nicht die alten Bösewichte aus den 80ern bemühen, Potential wäre - wie von Dir schon erwähnt - genug da. Aber oft verschwinden die Antihelden (ohne Plan) nach zwei oder drei Heften wieder, statt dessen kreuzen tumbe Trottel den Weg der Faxe, die es nicht schaffen, auch mal ein bissel Angst UM die Abrafaxe zu erzeugen.
    Mir ist auch bewusst, wir jammern hier auf hohem Niveau, vor allem zeichnerisch.
    Das Mosaik muss eben neben der künstlerischen Komponente auch eine wirtschaftliche verfolgen. Das verstehe ich auch, und wenn Experimente wie oben geschildert fehl schlagen, wird man vorsichtiger. Gebranntes Kind scheut das Feuer. Leider...

  4. #4
    Moderator Comicwerk Forum
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    Ich mochte die Abrafaxe auch, die ersten Folgen lieber als die letzten, aber stilistisch war es nur für das Mosaik neu, nicht für die Comicszene an sich. Comics sind insgeheim eher braver geworden.

    Ich bin ja dafür, dass man die Gimmicks in Kinderzeitungen verbietet, wir brauchen nicht mehr Plastikmüll und als Mutter und Vater muss man auch Nein sagen können. Ihr dürft euch jedes Heft ohne Plastik auswählen, ein Plastikheft kaufe ich nicht.

    Neue Sachen werden eher in Nebenserien ausprobiert, wo die Fans nicht so laut protestieren, das wäre etwas für das Rosaik oder für ein weiteres Mosaikheft. (Notfalls muss man die Künstler auswechseln, wenn es gar nicht ankommt, weil sich die Macher keine Mühe gegeben haben.) Vielleicht reicht es schon, wenn die Abrafaxe mal Europa verlassen.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  5. #5
    Werter pits, danke für die subjektive und objektiv Betrachtung. Ich finde den "herkömmlichen Stil" ok, denn er ist ein Anker in einer sich ständig nur "oberflächlich" ändernden Welt. Praktisch ein Fels in der Brandung.
    Gut so und ich hoffe das hält das Mosaik noch recht lange durch, daß der Plastikmüll nicht ans Heft kommt!

    Eine Änderung der Erzähl-Struktur, ein Ausflug in die historischen Nischen oder vielleicht so gar mal ein SiFI-Abenteuer (dort könnte man auch mal einen neuen Stil wagen) Ich glaube das würden die Leser eventuell noch akzeptieren. Der Vergleich zur Neos-Serie wäre natürlich vorprogrammiert, aber mit den heutigen Möglichkeiten, durchaus ein Experiment wert.

    (In der Neos-Serie wurde durch das Hegenbarth-Kollektiv, z.B. im Heft 34 auch ein neuer Zeichenstil ausprobiert.) ich glaube das ist den wenigsten Lesern damals aufgefallen.

    Mein Vorschlag: das althergebrachte, bewährte im Heft belassen, mit neuem Erzählstil. Experimente (die der Verlag durch seine Alben schon gemacht hat) in extra Publikationen oder, ähnlich der "Abrafaxe"-Reihe, dorthin auslagern. (Unabhängig von der verlegerischen Möglichkeit.)
    Geändert von prothowi (21.02.2019 um 21:23 Uhr)
    Danke für die Aufmerksamkeit!

  6. #6
    Moderator Comicgarten Leipzig
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    Durch die Haupt-Figuren und die genialen Möglichkeiten der Ort/Zeit –Varianten zusammen mit dem Potential der Zeichner werde ich an diesem Comic wohl Zeit meines Lebens Interesse haben. Deshalb verfolge ich diese Diskussion auch interessiert. Diese widmet sich ja eher dem Stil und der Aufmachung. Bei solchen Änderungen ist behutsame Abwägung von Nöten. Man kann sich damit so grundlegend verrennen, dass es durchaus sinnvoll sein kann, nichts allzu Wesentliches zu ändern. Beispiel dafür nenne ich mal den neuen Zeichentrickfilm der Digedags. Diese Figuren sind dermaßen neben meine Synapsen gelegt, dass mein Interesse in dem Fall fast auf null runtergeplumpst ist. Ich unterstelle mal den Verantwortlichen, dass man über sowas in regelmäßigen Abständen nachdenkt. Keines falls sollte man sich mit Kinkerlitzchen verheddern wie zusätzliche Pupskissen einzuschweißen oder ähnliches. Man sollte sich im Wesentlichen darauf konzentrieren, das vorhandene Leserpotential mit zeitgemäßen und interessanten Storys/Serien zu begeistern. Diese dürfen gern mal sehr aktuell werden. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass die Abrafaxe mal bei Herrn Trump oder bei Frau May vorbeischauen. Oder wenn man unpolitisch sein will, dann eben bei Lady Gaga. Irgendetwas wird sich aber tatsächlich tun müssen, auch um langfristig eine jüngere Leserschaft ins Boot zu holen. Das wird glaub ich eine Herausforderung, die nur zu lösen ist, wenn man sich unabhängige Hilfe dazu zu holen bereit ist und nicht im Hamsterrad „Tagesgeschäft“ verharrt.

  7. #7
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Zitat Zitat von Ste Schum Beitrag anzeigen
    Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass die Abrafaxe mal bei Herrn Trump oder bei Frau May vorbeischauen. Oder wenn man unpolitisch sein will, dann eben bei Lady Gaga.
    Manchmal bin ich dann doch froh, dass der Herr Schubert hier nicht mitliest.

  8. #8
    Moderator Comicgarten Leipzig
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    Zitat Zitat von CHOUETTE Beitrag anzeigen
    Manchmal bin ich dann doch froh, dass der Herr Schubert hier nicht mitliest.
    Kommt drauf an, wie offen man für Ideen ist, oder?

  9. #9
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Trump, May und Lady Gaga? Dein Ernst? Okay, dann bin ich in diesem Fall gerne engstirnig, verbohrt und was weiß ich noch alles.

    Aber um Dir ernsthaft zu antworten: Du empfiehlst maximal vorsichtige bis keine Änderungen in der Ästhetik und plädierst gleichzeitig für eine rigorose Kappung sämtlicher erzählerischer DNA-Stränge des Mosaiks. Das erscheint mir nicht stimmig. Um es vorsichtig zu formulieren.
    Geändert von CHOUETTE (22.02.2019 um 09:47 Uhr)

  10. #10
    Moderator Comicgarten Leipzig
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    Zitat Zitat von CHOUETTE Beitrag anzeigen
    Trump, May und Lady Gaga? Dein Ernst? Okay, dann bin ich in diesem Fall gerne engstirnig, verbohrt und was weiß ich noch alles.

    Aber um Dir ernsthaft zu antworten: Du empfiehlst maximal vorsichtige bis keine Änderungen in der Ästhetik und plädierst gleichzeitig für eine rigorose Kappung sämtlicher erzählerischer DNA-Stränge des Mosaiks. Das erscheint mir nicht stimmig. Um es vorsichtig zu formulieren.
    Gut, Unstimmigkeit verstehe ich. Nochmal klargestellt und ohne hintenrum und verklausulo: Ich würde beim Layout keine großen Experimente machen, bei den Storys muss sich dringend was tun. Irgendwas mit Aha-Effekt, um die gefühlte jahrelange Langeweile (Übersetzung inzwischen vielfacher Aussagen unterschiedlicher Meinungsäußerer) zu durchbrechen. Erster großer Tipp: Weg vom Mittelalter, schnellstens.
    Geändert von Ste Schum (22.02.2019 um 09:58 Uhr)

  11. #11
    Mitglied Avatar von pits
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    Zitat Zitat von Ste Schum Beitrag anzeigen
    Gut, Unstimmigkeit verstehe ich. Nochmal klargestellt und ohne hintenrum und verklausulo: Ich würde beim Layout keine großen Experimente machen, bei den Storys muss sich dringend was tun. Irgendwas mit Aha-Effekt, um die gefühlte jahrelange Langeweile (Übersetzung inzwischen vielfacher Aussagen unterschiedlicher Meinungsäußerer) zu durchbrechen. Erster großer Tipp: Weg vom Mittelalter, schnellstens.
    Naja, ganz so dogmatisch würde ich an die inhaltliche Ausrichtung gar nicht ran gehen. Man muss sich sicherlich nicht direkt vom Mittelalter verabschieden, wenn man denn spannende Geschichten erzählt. Ich habe ja tendenziell eher nicht so den Fokus auf Erzählkniffe u.ä. Aber mich haben die Geschichten schon sehr lang nicht mehr gefesselt (und sie ähneln sich im Aufbau alle sehr). Auch den Ausflug ins Diesseits möchte ich gar nicht ausschließen (vielleicht aber nicht unbedingt mit den Genannten, die gehen mir auch so schon genug auf den Sack ).

    Was das Ästhetische angeht: Hier sehe ich durchaus Handlungsbedarf. Schaut man sich die einzelnen Künstler an, so haben die alle so dermaßen viel auf dem Kasten ... Es ist schade, dass dort schon seit Jahren im Grundaufbau der Seiten keine Entwicklung stattfindet. Warum nicht mal eine Panelaufteilung außerhalb des Seitenspiegels? Warum keine cineastischen Szenen, um Dynamik zu erzeugen? Mal auch ohne Text. Warum keine Randlos-Gestaltung? Warum keine vollflächigen Seiten? Es gibt da so viel, was man machen kann - Die Heftreihe "Die Abrafaxe" dient dabei ja nur als Beispiel und muss nicht das Muster für Veränderungen sein.

    Ob man nun wieder auf Zeitsprünge geht oder sie lässt - mir fehlt inhaltlich ein verbindendes Element. Und natürlich ein spannendes Ziel, ein ultimativer Gegner. Das war in den letzten Jahren immer in den Grundzügen okay, wurde dann aber immer so unaufgeregt aufgelöst, dass es mir bei all den vertanen Chancen richtig schmerzt in meiner Mosaik-Seele.

  12. #12
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    Zitat Zitat von Ste Schum Beitrag anzeigen
    Kommt drauf an, wie offen man für Ideen ist, oder?
    Es gibt halt auch das, was im BWL-Sprech "Markenkern" heißt. Und fürs Mosaik heißt das: Semifunny-Historiencomic. Mit Betonung auf Historie. Ich weiß nicht genau, wo man die Grenze zwischen Geschichte und Zeitgeschichte setzen sollte (ich persönlich würde sagen: bis kurz vorm Ersten Weltkrieg, weil der nach Meinung vieler Historiker das Zeitalter der Moderne eingeläutet hat), aber Trump & May sind halt einfach mal keine historischen Figuren. Genauso will ich auch keine Scifi-Comics außerhalb der Nebenreihen sehen. Drittes NoGo sind für mich Geschichten über die Wurzeln von Kommunismus und Klassenkampf - ganz einfach, weil es davon schon genug in Trommel und Atze gab und auch, weil man es dem Titel Mosaik schuldig ist, der immerhin jahrzehntelang von solchen Anflügen verschont wurde.

    @pits: Ich stimme dir in fast allem von dir Geschriebenen zu. Ja, das Mosaik war im Vergleich zu anderen Comics schon immer unmodern und altmodisch, ein bisschen bräsig und behäbig - irgendwie gehört das dazu. Aber stimmt, die Neuerungen der Orienserie habe ich damals auch sehr begrüßt - sei es Lettering, Erzählstil oder die Modernisierung der Abrafaxe. Allerdings hat man damals zu viel auf einmal gewollt und auch ein bisschen übertrieben: Sascha hat irgendwann den Bogen überspannt, das Lettering war mit Versalien und Kursivschrift schwer lesbar, einige Gags waren eher plump und die Geschichte verlor irgendwann an Fahrt... Schade, dass der Verlag dann, statt die Neuerungen zu justieren, wieder alles zurückgedreht hat. Hätte man weniger/langsamer modernisiert, wären die Leser nicht so überfordert gewesen, glaube ich.

    Einschränkend muss ich sagen, dass die erzählerischen Neuerungen der Orientserie nicht die letzten waren. Positiv im Gedächtnis geblieben sind mir u.a. die Weltreise-Serie mit ihren schnellen Schauplatzwechseln und dem genialen Stilmittel, die Innencover als Zeitungsseite zu gestalten. Und natürlich die Templerserie, die teilweise zwar albernen Humor aufbot (das Mondkraut, die Gräfin von Trabant, "Pfläumchen"), aber tolle Charaktere mit einem lange Zeit unklaren Reiseziel kombinierte. mMn ging es erzählerisch erst ab der Johanna-Serie bergab, das aber dann zumindest konstant. Die letzte Innovation waren die Cover der Australienserie (leider nur die Cover, wo erstmalig (auch letztmalig?) Niels Bülow federführend sein durfte.

    Was mich derzeit neben der erzählerischen Bräsigkeit am meisten stört, ist die inkohärente Grafik - man merkt gar nicht, dass es einen "künstlerischen Leiter" gibt, der eigentlich dafür sorgen soll, dass das Heft eine gewisse optische Gemeinsamkeit aufweist. Klar, seit Beginn des Abrafaxe-Mosaik gab es immer erkennbare Unterschiede bei den Zeichnungen, aber das waren allesamt nur individuelle Variationen des alten Hegen-Stils. Mittlerweile habe ich hingegen das Gefühl, jeder zeichnet frei Schnauze, der eine rund und knuddelig, der andere fast schon realistisch, andere nach frankobelgischem Vorbild... Mir fehlt die Konstante, bei der alle Zeichner auf einen Stil hinarbeiten, auch wenn dieser dann individuell interpretiert wird. Und, um mal auf das Thema "Modernisierung" zurückzukommen: Nur wenn es eine stilistische Grundrichtung gibt, kann man diesen auch gemeinsam weiterentwickeln und modernisieren. Hilft ja nix, wenn ein Zeichner moderner wird und der andere an historischen Vorbildern festhält. Genauso, wenn ein Zeichner sich eher an modernen frankobelgischen Zeichnungen orientiert und der andere eher einen modernen Mangastil einfließen lässt.

    Was das altmodische Seitenlayout, Perspektiven, Panelaufteilungen angeht: Dafür sind ja maßgeblich Jens U. Schubert und Jörg Reuter verantwortlich, und das eben schon seit Jahren. Die machen halt, was immer funktioniert hat - sind aber zu eingefahren, um Neues auszuprobieren. Da müsste, wenn schon kein Co-Autor, dann zumindest einer der jüngeren Zeichner ran, um mal etwas moderner zu erzählen. Vielleicht sogar mehrere Zeichner im Wechsel, mit jeder neuen Serie ein anderer? Dann hätten die Zeichner auch mal neue Herausforderungen und könnten sich künstlerisch weiterentwickeln, und Jörg hätte mehr Zeit, Einfluß auf die Zeichnugnen zu nehmen und so einen einheitlichen Strich zu entwickeln.
    Bitte beachtet meinen Verkaufsthread.

  13. #13
    Mitglied Avatar von Bastos
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    Zitat Zitat von FilthyAssistant Beitrag anzeigen
    … und Jörg hätte mehr Zeit, Einfluß auf die Zeichnugnen zu nehmen ….
    Das möchtest du doch nicht wirklich, lieber Filthy?! Ein noch größerer Einfluss seinerseits würde aktive Sterbehilfe für`s Mosaik bedeuten. Ich betrachte ihn jetzt schon als "Totengräber" …

  14. #14
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    Zitat Zitat von Bastos Beitrag anzeigen
    Das möchtest du doch nicht wirklich, lieber Filthy?! Ein noch größerer Einfluss seinerseits würde aktive Sterbehilfe für`s Mosaik bedeuten. Ich betrachte ihn jetzt schon als "Totengräber" …
    Dazu müsste ich erst mal sehen, wie die einheitlichen Zeichnungn aussehen. So in den blauen Dunst hinein kann ich das nicht beurteilen.

    Was ich will: Dass jeder den Job macht, den er machen soll (und idealerweise auch machen kann). Und in meinem Verständnis gehören beim Künstlerischen Leiter die Seitenaufrisse nicht dazu. Das hat sich beim Mosaik irgendwann so ergeben, und deswegen wird's halt so weitergeführt. Und wenn die Seitenlayouts hier als Problem thematisiert werden, muss man da ansetzen.
    Bitte beachtet meinen Verkaufsthread.

  15. #15
    Zitat Zitat von FilthyAssistant Beitrag anzeigen
    Es gibt halt auch das, was im BWL-Sprech "Markenkern" heißt. Und fürs Mosaik heißt das: Semifunny-Historiencomic. Mit Betonung auf Historie. Ich weiß nicht genau, wo man die Grenze zwischen Geschichte und Zeitgeschichte setzen sollte (ich persönlich würde sagen: bis kurz vorm Ersten Weltkrieg, weil der nach Meinung vieler Historiker das Zeitalter der Moderne eingeläutet hat), aber Trump & May sind halt einfach mal keine historischen Figuren. Genauso will ich auch keine Scifi-Comics außerhalb der Nebenreihen sehen. Drittes NoGo sind für mich Geschichten über die Wurzeln von Kommunismus und Klassenkampf - ganz einfach, weil es davon schon genug in Trommel und Atze gab und auch, weil man es dem Titel Mosaik schuldig ist, der immerhin jahrzehntelang von solchen Anflügen verschont wurde...
    Ich finde das Mosaik vergibt sich etwas, wenn es die Zeitspanne des 20.Jh. bis in die Gegenwart komplett ausblendet. Natürlich würde ich die NS + Kriegszeiten weglassen und ebenso den kalten Krieg der Systeme. Als historische Persönlichkeiten müssen auch nicht unbedingt die Staatsführer auftreten. Aber mit Einstein (z.B.) lassen sich verflucht gut Zeitreisen verbinden und die Geschichte der Computertechnik von ihren Anfängen bis hin zum Smartphone wäre auch interessant. Oder Edison, Tesla .... Vielleicht waren die Abrafaxe blinde Passagiere auf der Titanic oder an Bord von Apollo 11. Ein paar Nobelpreisträger treffen oder Abenteuer im Engagement für den Schutz von Flora und Fauna. Unsere Zeit ist doch so spannend und das Mosaik könnte in 60 Jahren zeigen, dass es diese Zeit nicht verpennt hat.
    Wenn man sich nun nicht weiter als bis vor WW1 wagt, dann gibt es immer noch genug Themen ... Die Entwicklung der Luftfahrt hatten wir ja schon auf dem Neos. Aber Persönlichkeiten der Literaturgeschichte (gerne auch Jules Verne), berühmte Künstler aus den Anfängen der Filmgeschichte oder Komponisten der Klassik... könnten Themen werden. Oder einfach nur "verrückte" historische Geschichten - sagen wir mal wie "der Hauptmann von Köpenick"...
    Etwas SciFi fände ich zwar auch gut, aber nur mit handfesten Zukunftsvisionen - und das wäre dann vermutlich doch etwas mehr als man mal so nebenbei als Story entwickeln könnte.
    Es grüsst
    Uhrviech aus Passow, wo die Digedags ein Zuhause haben

  16. #16
    Mitglied Avatar von pits
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    Zitat Zitat von Fllthy Assistent Beitrag anzeigen
    @pits: Ich stimme dir in fast allem von dir Geschriebenen zu. Ja, das Mosaik war im Vergleich zu anderen Comics schon immer unmodern und altmodisch, ein bisschen bräsig und behäbig - irgendwie gehört das dazu. Aber stimmt, die Neuerungen der Orienserie habe ich damals auch sehr begrüßt - sei es Lettering, Erzählstil oder die Modernisierung der Abrafaxe. Allerdings hat man damals zu viel auf einmal gewollt und auch ein bisschen übertrieben: Sascha hat irgendwann den Bogen überspannt, das Lettering war mit Versalien und Kursivschrift schwer lesbar, einige Gags waren eher plump und die Geschichte verlor irgendwann an Fahrt... Schade, dass der Verlag dann, statt die Neuerungen zu justieren, wieder alles zurückgedreht hat. Hätte man weniger/langsamer modernisiert, wären die Leser nicht so überfordert gewesen, glaube ich.
    Ich stimme dir in Teilen zu. Das Mosaik war zu seiner Zeit, zu DDR-Zeiten in seinem Segment m.E. bahnbrechend und hypermodern. Anschließend hat es sich über ca. 15 Jahre einen sehr angenehmen, heute bekannt als Retro-Charme erworben. Ich habe meine Einleitung bewusst in subjektiv und objektiv aufgeteilt, weil zumindest bei mir der Retro-Charme einfach aufgebraucht ist. Dafür macht das Mosaik viele Sachen mittlerweile einfach viel zu modern. Die Marketing-Ideen sind sehr, sehr gut, die Zeichner sehr fähig und alles andere als altbacken. Was fehlt ist einfach moderner Esprit, eine neue Komponente. Vielleicht - und ich will mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, liegt das auch an einem Team, das in dieser Konstellation schon das eine oder andere Jahr zu lange miteinander zusammenarbeitet. Alles abreißen und neu ist sicher keine Lösung, das geht in vielen Kunstrichtungen nach hinten los. Aber es muss doch möglich sein, den einmal eingeschlagenen Orientexpress-Weg als zu extrem zu bewerten und anschließend, wie du richtig sagst, Änderungen moderat und Stück für Stück einzuführen. Es kann doch nicht sein, dass das als gescheitert eingestufte Experiment zurückgesetzt wird und anschließend 20 Jahre der selbe Stiefel gefahren wird! Man! Das sind doch Künstler mit einem Anspruch an ihre Arbeit! Die können damit doch nicht zufrieden sein!


    Zitat Zitat von Uhrviech Beitrag anzeigen
    Ich finde das Mosaik vergibt sich etwas, wenn es die Zeitspanne des 20.Jh. bis in die Gegenwart komplett ausblendet. Natürlich würde ich die NS + Kriegszeiten weglassen und ebenso den kalten Krieg der Systeme. Als historische Persönlichkeiten müssen auch nicht unbedingt die Staatsführer auftreten. Aber mit Einstein (z.B.) lassen sich verflucht gut Zeitreisen verbinden und die Geschichte der Computertechnik von ihren Anfängen bis hin zum Smartphone wäre auch interessant. Oder Edison, Tesla .... Vielleicht waren die Abrafaxe blinde Passagiere auf der Titanic oder an Bord von Apollo 11. Ein paar Nobelpreisträger treffen oder Abenteuer im Engagement für den Schutz von Flora und Fauna. Unsere Zeit ist doch so spannend und das Mosaik könnte in 60 Jahren zeigen, dass es diese Zeit nicht verpennt hat.
    Wenn man sich nun nicht weiter als bis vor WW1 wagt, dann gibt es immer noch genug Themen ... Die Entwicklung der Luftfahrt hatten wir ja schon auf dem Neos. Aber Persönlichkeiten der Literaturgeschichte (gerne auch Jules Verne), berühmte Künstler aus den Anfängen der Filmgeschichte oder Komponisten der Klassik... könnten Themen werden. Oder einfach nur "verrückte" historische Geschichten - sagen wir mal wie "der Hauptmann von Köpenick"...
    Etwas SciFi fände ich zwar auch gut, aber nur mit handfesten Zukunftsvisionen - und das wäre dann vermutlich doch etwas mehr als man mal so nebenbei als Story entwickeln könnte.
    Ganz ehrlich: Alles nett, ist mir aber eher zu "kleinteilig", um es mal so zu formulieren. Nimm's mir nicht krumm. Der Schauplatz ist mir gelinde gesagt erst einmal schnurzpiepe, wenn die Geschichten nach wie vor grafisch als auch erzählerisch so - Zitat Filthy - bräsig erzählt werden. Da muss ein ganz anderer Verve in Richtung Storytelling sowohl in der Erzählstruktur als auch in der grafischen Umsetzung rein. Alles andere geht in die Richtung des Threads "Wohin soll die nächste Reise gehen". Am Ende sind es für mich nie die Schauplätze, die mich stören. Letztlich fehlt mir - Gott sei Dank - so viel geschichtliches Wissen im Gegensatz zu euch, dass ich mich letztlich mit allem anfreunden kann, wenn es eine spannende, innovative und ansprechend moderne Geschichte erzählt. Letztlich ist das sicherlich eine Herkules-Aufgabe, weil man so vielen Zielgruppen gerecht werden will. Aber am Ende ist die Zielgruppe mit dem Geld in der Tasche entscheidend. Und das sind nun mal eben nicht die Kinder, sondern Erwachsene mit Kindern, die sich beim Betrachten des Hefts im Supermarkt an ihre Kindheit erinnert fühlen. Nun gilt es den - ebenfalls von Filthy sehr korrekt angemerkten - Markenkern zu treffen und dabei die Erinnerungen des Erwachsenen an seine Kindheit und den bis dahin angelernten Sehgewohnheiten zu vereinen. Wahrscheinlich schwierig, eine Verbindung aus Mosaik und Game of Thrones (Beispiel) zu treffen. Aber genau da liegt die Herausforderung.

    Kurz gesagt: Mann sieht am Kiosk das Mosaik = positive Erinnerung an seine Kindheit. Kind ist wenig begeistert vom Heft, weil a) altbacken und b) kein Schina-Schrott enthalten, Erwachsener hört auf zu kaufen, weil er merkt, dass das alles so kindlich ist und gibt auf. So ungefähr ist mein Szenario im Kopf, wenn ich das Mosaik am Kiosk sehe. Da muss was anderes her. Noch funktioniert's, weil wir die Hefte - seien wir ehrlich - aus nostalgischen Gründen noch kaufen. Aber Hand auf's Herz: Wenn ihr das Mosaik zum ersten Mal jetzt kaufen und lesen würdet, würdet ihr weiter kaufen und mit fiebern? Ich nicht. Und das hängt mal definitiv nicht an der Auswahl der Schauplätze. Denn sonst würde das Ganze schon seit Jahren nicht mehr funktionieren.

    Um eins zu betonen: Mein Schicksal liegt in einem Mosaik-Abo auf Lebenszeit. Egal wessen. Dieses Heft hat mir so viel gegeben, ich gebe es niemals auf, allein wegen der sympathischen Macher. Und wenn ich hören sollte, dass sich die Auflage halbiert, fange ich an, das Heft zweimal zu kaufen. Es ist mir egal, dafür hat sich das Mosaik einfach zu sehr, zu viel, zu lang in meinem Leben abgespielt und es bestimmt. Ich verdanke dem Konzept meine Liebe zum Comic, die Liebe zur Geschichte, dass ich überhaupt angefangen habe zu zeichnen und mein Sozialverständnis. Mehr Liebe kann man einem Heft nicht geben.

  17. #17
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    Die Cover der ersten Australienhefte können wieder zurück, denn die waren gut.
    Ich finde den Ort auch wichtig, weil Deutschland wenig Exotik versprüht, das gleiche gilt für Frankreich und GB, darum kann der Handlungsort schon etwas verändern. Dann sehen die Covers auch wieder interessanter aus.

    Mit jedem neuen künstlerischen Leiter wird sich wahrscheinlich das Heft natürlicherweise verändern.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  18. #18
    Mitglied Avatar von pits
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    Schon mal „Die 4 von der Bakerstreet“ gelesen? Das versprüht mehr als genug Exotik für 10 Mosaik-Reihen. Und, jetzt kommt‘s, spielt in GB. Der Schauplatz ist egal. Die Erzählung und die Stimmung macht‘s.

  19. #19
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Ich mach‘s im Gegensatz zu euch kurz: Was mir fehlt, sind Überraschungen. Man hat stets das Gefühl, schon zu Beginn des Abenteuers das Ende zu kennen. Es gibt kaum Twists in der Handlung, niemals(!) handeln Figuren entgegen unserer Erwartungen, und all dies passiert in seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, immer gleichen Stereotypen.

    Wenn mich eine Story endlich mal wieder zu überraschen weiß, dann bin ich wieder glücklich. Bemerkenswerterweise hoffe ich stets bis zuletzt. Nur bei Luther hab ich vorzeitig die Segel gestrichen.
    Mal eine Heldin, die am Ende nicht den Helden kriegt, ein Schurke, der geläutert wird, ein Sympath, der seine böse Seite entdeckt ... das wär‘s doch mal. Da wäre mir, da hat pits völlig recht, der historische Hintergrund schnuppe. Auch wenn mir das Mittelalter dermaßen auf den Sack geht, dass ich mittlerweile sogar unser Burgfest schwänze.

  20. #20
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    Zitat Zitat von pits Beitrag anzeigen
    Schon mal „Die 4 von der Bakerstreet“ gelesen? Das versprüht mehr als genug Exotik für 10 Mosaik-Reihen. Und, jetzt kommt‘s, spielt in GB. Der Schauplatz ist egal. Die Erzählung und die Stimmung macht‘s.
    Nein, aber in letzter Zeit fahren die Abrafaxe so oft in Frankreich und Großbritannien unterwegs, dass es nicht mehr exotisch ist.
    Wahrscheinlich braucht es einen neuen Autor oder eine neue Autorin, dann wird es auch mal wieder Überraschungen in der Handlung geben.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  21. #21
    Mitglied Avatar von Remory
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    Ja, es ist schon eine Crux - das MOSAIK hat so einen großen Namen und macht nichts daraus. Mein Abo habe ich schon vor Jahren gekündigt, aber ab und zu schaue ich mal in eine neue Serie hinein. Dabei geht es mir wie vielen anderen auch, das ich nach ein paar Heften wieder die Segel streiche. So auch bei der aktuellen Hanse-Serie. Vielleicht sind wir Alten auch einfach Mosaik gesättigt und haben nach gefühlten 1000 Heften keine rechte Lust mehr drauf.
    Ich lese aktuell lieber das Mädchen Heft. Das ist zwar auch oldschool, hat aber wenigstens knackige Dialoge und erinnert so schön an die Digedags.
    Was das Hauptheft betrifft, finde ich es zwar schade, dass das durchaus bestehende Potiential immer im selben Konzept versauert, aber vermutlich ist man da im Verlag nicht besonders erpicht darauf Experimente einzugehen. Man hat alles in dieser Richtung eingestellt, keine Alben, keine neben dem Heft anderen überraschenden Sachen, denn man ist ein Verlag, der vor allem ein Comicheft herausbringt. Für mich ist da der Zug abgefahren, auch weil sich meine Interessen verschoben haben und es außer dem Mosaik so viele andere aufregende und interessante Comics gibt.
    Geändert von Remory (23.02.2019 um 06:12 Uhr)

  22. #22
    Hallo, ich bin neu und möchte mich hier zu Wort melden. Da die Kreativen Köpfe der 90er definitiv weg sind ist reine Routine eingekehrt. Man sühlt sich in angeblich schönen Zeichnungen und Wissensvermittlung mit der Brechstange. Spannende und runde Geschichten- Fehlanzeige, Zeichnungen sind nicht aufeinander abgestimmt. Gerade die Hintergrundfiguren sind grauenvoll. Warum aber kommt Kritik nicht in der Redaktion an? Die Leser und ihre Meinung ist sehr wichtig. Leserbriefe kommen anscheinend nur noch von 4-9 Jährigen, das ist doch nicht der neue Anspruch vom Mosaik ???

  23. #23
    Zitat Zitat von pits Beitrag anzeigen
    ...Ganz ehrlich: Alles nett, ist mir aber eher zu "kleinteilig", um es mal so zu formulieren. Nimm's mir nicht krumm. Der Schauplatz ist mir gelinde gesagt erst einmal schnurzpiepe, wenn die Geschichten nach wie vor grafisch als auch erzählerisch so - Zitat Filthy - bräsig erzählt werden. ..... Letztlich fehlt mir - Gott sei Dank - so viel geschichtliches Wissen im Gegensatz zu euch, dass ich mich letztlich mit allem anfreunden kann, wenn es eine spannende, innovative und ansprechend moderne Geschichte erzählt. ...
    Ich bin ja mit meiner Meinung in diesem Forum ein Außenseiter und werde mir darüber, wie die Storys heute im Mosaik rübergebracht werden, erst in vielen Jahren (wenn überhaupt) ein eigenes Bild machen - die Sammelbände stehen bei mir wie Blei im Shop-Regal… vielleicht lese ich sie eines Tages tatsächlich noch selbst. Natürlich kann man auch das schönste und spannendste Thema durch Schwerfälligkeit in der Erzählweise zerstören. Der Schauplatz ist mir insofern nicht schnurzpiepe, als dass ich das Mosaik immer dann am besten fand, wenn es nicht nur um Action, Spannung und Klamauk, sondern auch um geschichtliche oder technische Wissensvermittlung ging. Und da bieten „neuere“ Schauplätze auch neue, spannungsgeladenen Möglichkeiten der erzählten Geschichten. Vielleicht auch gerade, um angesichts der heutigen Medienkultur einen gewissen Beitrag dafür zu leisten, dass der Mosaikleser sich eben nicht "letztlich mit allem anfreunden muss", was (wie ich hier immer öfter lese) doch irgendwie der Fall ist. Die Forderung nach spannenden, innovativen und ansprechend modernen Geschichten steht neuen Schauplätzen mit Potential in meinen Augen nicht im Wege.

    Zitat Zitat von pits Beitrag anzeigen
    ... Mann sieht am Kiosk das Mosaik = positive Erinnerung an seine Kindheit. Kind ist wenig begeistert vom Heft, weil a) altbacken und b) kein Schina-Schrott enthalten, Erwachsener hört auf zu kaufen, weil er merkt, dass das alles so kindlich ist und gibt auf.
    Das mag ein Ausschnitt der Realität sein. Aber bei einer Auflagenhöhe von ca. 100.000 auf diesem hart umkämpften (dt.) Comicmarkt wird nicht nur aus Tradition und Nostalgie zum Mosaik gegriffen. Was oftmals als „oldschool“ oder „altbacken“ tituliert wird, bezeichnen andere als einen klassischen Stil. Ich tue das zumindest, bin heilfroh und offensichtlich mit meiner Ansicht auch nicht allein, dass sich dieses Angebot hinter anderen Stilrichtungen nicht verstecken muss. Letztlich sind aber auch wir es selbst, die neben anderen Einflüssen die Erwartungshaltungen unserer Kinder und Enkel mit prägen. Dass ein guter Teil der Erwachsenen sich irgendwann vom Comic entfernen liegt auch ein wenig in der Natur der Sache und im eigenen Lebenslauf. Zu einem typischen Bruch mit dem Mosaik kam es bekannter Weise 1976, als viele aus Enttäuschung und Verlust ihrer geliebten Protagonisten die Gefolgschaft und das Abo kündigten. Aber auch in den Jahren zuvor gab es beim Eintritt in neue Lebensabschnitte viele, die sich dem Mosaik entwachsen fühlten und Platz für neue Abonnenten machten. Ging mir selbst so. Bin zum Ende der Amerika-Serie ausgestiegen – die Interessen und Verpflichtungen hatten sich geändert. Gut… hätte ich damals gewusst, das nur noch 12 MvHH erscheinen, hätte ich womöglich noch bis zum bitteren Ende durchgehalten. Allerdings ist für mich noch heute die unfreiwillige Abschluss-Serie auch der Tiefpunkt des MvHH.
    Es grüsst
    Uhrviech aus Passow, wo die Digedags ein Zuhause haben

  24. #24
    Moderator Comicwerk Forum
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    Die Abozahlen sind ein Traum, über 40 000 bei 100 000-Auflage. Die Verkäufe am Kiosk sind leicht gesunken. Dem Heft könnte dezent frischer Wind gut tun. Es wird wohl keine Revolution sein. Auf die guten Abozahlen sollte man sich nicht ausruhen, da sollte man die Hinweise Ernst nehmen. Mit den Gimmickmagazinen wird nicht mithalten können.

    Wahrscheinlich sollte man sich um eine TV-Serie kümmern. Ich halte die Caramellen-Serie wegen der reduzierten Personenanzahl für eine Verfilmung geeigneter.
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  25. #25
    danke, pits, dass du hier eine längst überfällige diskussion angeschoben hast. jetzt hoffe ich nur, dass dieser "weckruf" auch konsequenzen haben wird und nicht wieder im sande verläuft, nach dem motto "schön, dass wir mal darüber gesprochen haben"... ja, das heft ist in monatlicher routine erstarrt und die freude und begeisterung fürs geschichtenerzählen scheint völlig abhanden gekommen zu sein. zum neuen heft heißt es bestenfalls "kurzweilig" oder "bin zufrieden". so genügsam ist man mittlerweile schon geworden ... dabei wissen wir doch alle, dass "kurzweilig" und "zufrieden" nur die kleinen schwestern von "langweilig" und "dröge" sind. wie die meisten hier, denke ich, dass eine wende zum besseren ohne personalwechsel nicht zu erwarten ist. hoffen wir, dass dieser thread hier endlich etwas bewirkt.

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