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  1. #101
    Mit "Das Wunder von Brügge" erleben wir das dreizehnte Heft der Hanse-Serie. Erleben wir dabei auch unser blaues Wunder? Nun ganz so schlimm ist es nicht, auch wenn Wegel und Agerer diesmal sogar aufs Titelbild gelangt sind. Wer trotzdem das Heft geöffnet hat und sich von den beiden wohl erfolglosesten Kleinkriminellen des Mittelalters nicht abschrecken lässt, bekommt auf 52 Seiten auch einen Einleger mitgeliefert, dessen Druckfehler klar macht, dass selbst Buchstaben knapp gewesen sein könnten, zu Zeiten der Hanse und sich das bis heute vermutlich nicht geändert hat - wobei es schon durchaus einer gewissen Komik und Ironie nicht entbehrt, dass ausgerechnet das Wort Abenteuer - unvollständig ist - ein Schelm wer Böses dabei denkt, kann man doch gemeinhin feststellen, dass es eben nicht wirklich abenteuerlich zugeht in der Serie, momentan.


    Wir sind in Brügge und irgendwas stinkt da zum Himmel, zumindest findet das der Fischhändler, der entfernt an Verleihnix aus den Asterix - Comics erinnert. Grundsätzlich hat die Szene sogar einen gewissen Charme - trotz der Banalität und das man diesen Gag schon über zwei Hefte hinweg entwickelt und sozusagen passend sich zurechtgelegt hat. Nur ist es hier kein Deus ex machina sondern eher ein Geld aus dem Fisch - aber wenn man wenig Spannung hat, muss man mit dem Wenigen eben haushalten und es sich sparsam einteilen, auch wenn es bedeutet, dass eben sehr viele, sehr vorhersehbare Dinge geschehen. Oder hatte da irgendjemand beim Lesen ernsthaft ein Aha-Erlebnis?


    Das sich dann alle Marktbesucher sozusagen eine Scheibe abschneiden, erinnert an die Mysterien des Mittelalters und auch ein kleines Bißchen an die Schlußszene von "Das Parfüm". Wobei auch das recht witzig ist, wenn man bedenkt, wie heftig der Fisch mittlerweile stinkt.


    Natürlich wird der Handlungsstrang nicht in einem Stück erzählt, sondern immer wieder von anderen Szenen unterbrochen, man hat so das Gefühl, da mag jemand der Verantwortlichen eine Art "Konferenzschaltung". Beim Mosaik ein wenig gewöhnungsbedürftig, sozusagen einen Reporter vor dem geistigen Ohr zu haben, der dann dauernd sagt: "Und jetzt werte Leser schalten wir hinüber zu unserem Reporter in Nowgorod, wie steht es dort, gibt es schon entscheidende Fortschritte bei der Suche nach dem vierten Erben? Hören Sie dazu einen Live-Bericht..."


    Brabax überzeugt zumindest dadurch, dass er am Ball bleibt, irgendwie muss ja die Handlung vorangetrieben werden, sonst hat man noch das Gefühl, dass die drei Abrafaxe irgendwie in einer Zeitschleife festhängen und bis zum Ende aller Tage Handel treiben müssen.


    Die Eindrücke aus dem tiefverschneiten Nowgorod sind dann immerhin ganz stimmig, nur Clarus/Clara ist irgendwie sehr weiblich gewandet, was doch irgendwem auffallen müsste? Ich meine, es mag Schneeblindheit geben, aber so mit Blindheit können doch nicht durchgängig alle in Nowgorod geschlagen sein? Zumal ich mich frage, warum sie auf diese merkwürdig laszive Weise in bester Marilyn Monroe Pose auf Seite 40 links oben die Reste ihres Apfels am Stiel verspeist.


    Das der Rosmarin-Extrakt auftaucht, ist einfach ein sehr schöner Einfall gewesen - irgendwie denkt man da immer an die seligen Zeiten des Regiments Kraxelberg-Jodelfingen.


    Mehr ist aus Nowgorod gar nicht zu vermelden, außer dem nicht klingelnden Glöckchen und dem wirklich schändlichen Umgang mit Archivmaterial. Da bekommt der Begriff Aktenvernichter eine nochmal ganz andere Bedeutung. Aber wenn das Feuer halt nicht brennt ... etwas überzogen war der Teddybär im Bett - für einen kurzen Moment dachte man, da wird gleich Mister Bean auftauchen, aber der Kelch ging am Leser vorbei.


    Die kurze Szene in Lübeck mit Genta und Ulrike ist eigentlich nur das übliche Klischeebild und man könnte natürlich Seiten füllen über die gerade lächerlich anmutende Abwesenheit von Mitarbeitern im Kontor, die sich um die Geschäfte kümmern müssten, die merkwürdige Vorstellung von Luneborg, das seine Tochter in der Lage sein könnte Geschäfte abzuwickeln usw., doch diese Punkte kamen ja schon in den vorherigen Heften oft genug zur Sprache.


    Und irgendwie fragt man sich immer, wenn man so die Genta sieht, was wird passieren, wenn sie die enganliegende Haube mal abwirft, die Haare schüttelt und dann einfach ganz die - vermutlich noch recht junge - Frau sein darf, die sie wohl ist. Aber zumindest geht ihr Ulrike immer mehr auf den Zeiger und so etwas kann durchaus eine Reaktion provozieren, seitens der Genta.


    Wieder in Brügge muss Luneborg sich einsam durch die Stadt kämpfen - der Ärmste, ein reicher Großkaufmann, der ganz alleine, ohne Diener reist und auf einen Typen an der Treppe stößt, den man optisch irgendwo bei den kleinen Strolchen einordnet und der mit dem viel größeren und breiter gebauten Strolch dann eine Sänfte schleppt.


    Wodurch wir beim sehr informativen und wie immer hervorragend gestalteten Mittelteil des Heftes sind - es ist eine Freude, dass da jedesmal ein Faß aufgemacht wird. Weiter so, kann man da nur sagen.


    Weiter geht es auch in Brügge mit der etwas hölzernen und leider auch ziemlich konstruierten Diebstahlgeschichte der kleinen Truhe, in der am Ende ein Stein zu finden ist, statt der erwarteten Münzen und Wegel und Agerer die prophetischen Worte ".ich habe das so satt..." von sich geben, womit sie sicher treffend auf den Punkt bringen, was viele Leser denken - Wegel und Agerer hat man irgendwie sowas von satt - und das schon seit ihrem ersten Auftritt.


    Der große Showdown mit Durkop ist dann eher, na ja, heiße Luft. Der Leser ist genauso erstaunt wie Luneborg, dass die Gudrun der Grund für diesen Handlungsstrang war und der Satz von ihm ... "Leg dich nicht mit mir und meinen Leuten an!" ... ist dann tatsächlich Comedy pur, wenn man bedenkt, dass Abrax nur aushilfsweise dabei ist - und seine "Leute" somit eigentlich nur aus Simon bestehen, was die Handelsgeschäfte angeht.


    Das Schlußbild, mit einer auf "Das Krähennest" zugehenden Genta, hat dann wieder eine gewisse unterschwellige Bedrohlichkeit und erinnert optisch irgendwie an die Mafia, Genta mit zwei Schlägertypen im Schlepptau, okay das wird es sicher nicht sein, aber zumindest macht das letzte Bild Lust auf das nächste Heft, welches dann am 27. März 2019 erscheinen wird.


    Insgesamt also viel Lärm um bislang noch nichts im Heft, aber grundsätzlich ganz okay, wobei man nicht dauernd sagen will, dass ein Heft ganz okay war - es darf gerne auch mal richtig gut sein. Und darauf können wir dann ja im nächsten Heft hoffen.
    Geändert von SilverBlade (28.03.2019 um 02:59 Uhr)

  2. #102
    Moderator Mosaik und Leipziger Comicgarten Forum Avatar von thowiLEIPZIG
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    Vielen Dank für eine ganz wunderbar in Worte gesetzte Rezension. Hat Spaß gemacht, das zu lesen!

  3. #103
    Danke werter SilverBlade, so kann man sich die "Nachtschicht" auch versüßen.
    Danke für die Aufmerksamkeit!

  4. #104
    Manchmal braucht es eben "Nachtschichten", wenn man seine Gedanken sammeln und in Worte fassen möchte. Immerhin sollen ja dadurch Unterhaltungen und Diskussionen angeregt werden, die sich um die einzelnen Aspekte des jeweiligen Heftes drehen und im besten Fall auch dazu dienen, dass man neue Erkenntnisse erhält, Zusammenhänge besser versteht und vielleicht auch das Hintergrundwissen vertiefen kann. Und Spaß machen darf es natürlich auch.

  5. #105
    Zitat Zitat von SilverBlade Beitrag anzeigen
    Natürlich wird der Handlungsstrang nicht in einem Stück erzählt, sondern immer wieder von anderen Szenen unterbrochen, man hat so das Gefühl, da mag jemand der Verantwortlichen eine Art "Konferenzschaltung". Beim Mosaik ein wenig gewöhnungsbedürftig, sozusagen einen Reporter vor dem geistigen Ohr zu haben, der dann dauernd sagt: "Und jetzt werte Leser schalten wir hinüber zu unserem Reporter in Nowgorod, wie steht es dort, gibt es schon entscheidende Fortschritte bei der Suche nach dem vierten Erben? Hören Sie dazu einen Live-Bericht..."
    Das Problem ergibt sich meinesachtens aus dem Konzept des anonymen Erzählers, das ich grundsätzlich für überdenkenswürdig halte.

    Zitat Zitat von SilverBlade Beitrag anzeigen
    Brabax überzeugt zumindest dadurch, dass er am Ball bleibt, irgendwie muss ja die Handlung vorangetrieben werden, sonst hat man noch das Gefühl, dass die drei Abrafaxe irgendwie in einer Zeitschleife festhängen und bis zum Ende aller Tage Handel treiben müssen.
    Ja, und Brabax steht dabei da wie ein Fußballspieler vor dem Spiel mit dem Satz "Wir müssen jetzt raus gehen, und gut spielen." Nur, wann beginnt endlich das Spiel? (zum Glück in Heft 520 dann endlich, wie man inzwischen weiß).

    Zitat Zitat von SilverBlade Beitrag anzeigen
    Zumal ich mich frage, warum sie auf diese merkwürdig laszive Weise in bester Marilyn Monroe Pose auf Seite 40 links oben die Reste ihres Apfels am Stiel verspeist.
    Das ist in Hinblick auf Clarus' Aussage, Pirat werden zu wollen, geradezu absurd, ja.

    Zitat Zitat von SilverBlade Beitrag anzeigen
    [...] und Wegel und Agerer die prophetischen Worte ".ich habe das so satt..." von sich geben, womit sie sicher treffend auf den Punkt bringen, was viele Leser denken - Wegel und Agerer hat man irgendwie sowas von satt - und das schon seit ihrem ersten Auftritt.
    Den Gedanken hatte ich auch sofort, als ich das las. Was für eine Form von Ironie ist das eigentlich? Selbstironie seitens Wegel & Agerer ist es ja nicht wirklich. Viell. abstrakte Selbstironie oder sowas ^^

    Zitat Zitat von SilverBlade Beitrag anzeigen
    Der große Showdown mit Durkop ist dann eher, na ja, heiße Luft.
    Mir egal, wenns keine heißen Brötchen oder gar Eisen gibt, dann solls heiße Luft sein ehe ich wegfrierernd noch zum Aktenvernichter werde, wie der Priester in Nowgorod.

  6. #106
    Sehr pointiert zusammengefasst Schwalbe. Vermutlich war es der Stoßseufzer desjenigen, der Wegel und Agerer mit einem Intelligenzvermeidungsmodus ausgestattet hat. Dabei ist es noch nicht mal schwierig, die Bösewichter auch mal ein bißchen gefährlich sein zu lassen und klug. Das schließt sich nicht aus und funktioniert. Gefährlich, klug und spannend, drei Dinge auf einmal - das geht wirklich.

  7. #107
    Es gibt sogar eine Situation, in der Wegel&Agerer eine lustige Szene ablieferten: Heft 507, S. 46/47. Die Mönche scheinen die Einzigen zu sein, die auf den ersten Blick sehen, dass diese "Räuber" nicht der Rede wert sind ^^

  8. #108
    Und das es in vierzehn Heften nur eine Situation gab, die halbwegs lustig erschien, ist ja an sich schon bezeichnend genug. Es wäre tatsächlich spannend zu wissen, wie sehr man einem Serienentwurf verhaftet bleibt oder ob sich da wirklich was beeinflussen oder ändern lässt, seitens der Reaktionen und Rückmeldungen der Leser. Und ob es da auch einen Plan B gibt - sozusagen wenn Wegel und Agerer nicht funktionieren kommen eben andere Personen mehr in den Focus. Was zu der Frage führt, wie oft wir generell noch Wegel und Agerer ertragen müssen, bzw. ob die überhaupt jemals wirklich in der Grundüberlegung wichtig für die Handlung gewesen waren oder eher aus einer Laune heraus mit eingebaut worden sind. Denn die vermutlich erfolglosesten Kleinkriminellen des Mittelalters machen ja eigentlich nur auf negative Weise von sich reden. Mit wie vielen sinnvollen und interessanten Seiten man die Serie noch anreichern könnte, wenn man aus Wegel und Agerer Ex und Hopp machen würde. Und auch die Begleiter in dieser Serie sind irgendwie tatsächlich nur "Mitläufer". Kein überzeugender eigener Antrieb, keine eigenen Vorstellungen, irgendwie immer nur tatsächlich begleitend, aber nie richtig aktiv oder auch mal konträr zu den Abrafaxen. Alles wird am Ende rund und glatt und weichgespült. Dabei wären doch wirkliche Schicksalsgemeinschaften sehr viel spannender. Man muss sich nicht mögen, aber man muß irgendwie miteinander auskommen. Das gäbe Zündstoff für die Handlung.

  9. #109
    Zitat Zitat von SilverBlade Beitrag anzeigen
    Es wäre tatsächlich spannend zu wissen, wie sehr man einem Serienentwurf verhaftet bleibt oder ob sich da wirklich was beeinflussen oder ändern lässt, seitens der Reaktionen und Rückmeldungen der Leser.
    Das wird dir so genau sicherlich niemand mitteilen Das sind denke ich interne Angelegenheiten. Ich vermute aber, dass man sich in der laufenden Serie eher nicht von aktuellen Lesermeinungen beeinflussen lässt, eher so allgemein in Hinblick auf darauffolgende Serien vielleicht, jedenfalls hoffe ich das, oder auf irgendwelche anderen Überraschungen, die die träge Statik etwas aufbrechen, die die Abenteuer in letzter Zeit oft haben. Aber das war ja schon Thema in einem anderen Thread.
    Geändert von Max schwalbe (11.04.2019 um 14:03 Uhr)

  10. #110
    Ich hoffe auf ein Mosaik-Sonderheft "Mittelalterliche Halsgerichtsbarkeit", in dem Wegel und Agerer einmal das komplette Repertoire von Wahrheitsfindung und Sühne in ihrer erfindungsreichen Vielfalt kennenlernen dürfen. Horizontale Bandscheibenentlastung, Flechtkurse auf dem Mainzer Stadtwappen, Akupunktur mit 12 Zoll-Nägeln - all das belegt die lange unbeachteten Anatomiekenntnisse und technischen Innovationen der mittelalterlichen Justiz- und Vollstreckungsbeamten. Es ist an der Zeit, diese braven Leute zu würdigen, die über Jahrhunderte unter arbeitsschutzrechtlich bedenklichen Bedingungen (u.a. heiße Öfen in kalten Verliesen {Was für ein Hefttitel!}, Rutschgefahr durch organische Abfallprodukte, laute Kunden meist ohne Schalldämpfer) die Kriminalität unter Kontrolle halten mußten.

  11. #111
    Vermutlich ergänzt durch den Bastelbogen - die Keule für Umme, aus der Abteilung, völlig nutzlose Hilfsmittel für Kleinkriminelle und die Rubriken, Jonglieren mit Schlagwerkzeugen für totale Anfänger, Hände unten lassen und mit dem Gesicht nach oben schauen.

    Die zehn größten Fehlschläge von Wegel und Agerer, noch schlimmer als die bereits im Mosaik gezeigten. Vom Straßenräuber zum Piraten - erfolglos zu Lande und auf dem Wasser. Dazu erfolgloses Anschleichen mit klappernden Ohrringen, Nasenpflege im Mittelalter. Lieber den Strick um den Bauch als den Kopf in der Schlinge. Ungewöhnliche Rezepte für erfolglose Kriminelle - kochen mit Nichts und die Klassiker: Wie handele ich meinen Hehler herunter, damit nicht nur er mich übers Ohr haut, sondern ich mich selber?

    Großer Bildteil: die schönsten Folterkeller des Heiligen Römischen Reiches, ein Tatsachen- und Erlebnisbericht: u.a. Schlafen auf feuchtem Stroh, Beauty-Tipps mit Wegel und Agerer.

    Definitiv ein Sonderheft mit Kultcharakter. Mit drei bislang unveröffentlichten Einbrüchen, wie immer leider erfolglos. Dazu die Dossiers: "Warum es keine moderne Polizei im Mittelalter brauchte - Wegel und Agerer senken die Kriminalstatistik." und eigentlich streng geheim: "Depressive Kleinkriminelle - Wegel und Agerers Therapeuten packen aus."

    Die ersten 500 Bestellungen erhalten einen Starschnitt von Wegel und Agerer gratis dazu! Die nächsten 500 Bestellungen leider auch!

  12. #112
    Werter SilverBlade, es wäre nicht das erste Mal, daß "Nebendarsteller" später die "Haupthelden" werden,
    so z.B. Minions, Scrat ua. Der Verlag muß es nur rechtzeitig erkennen und umsetzen, dann bräuchten wir die Abrafaxe als Statisten nicht mehr. Hegenbarth hätte seine späte Genugtuung
    Klingt übrigens sehr spannend, die mögliche "Entwicklung" der Nebenhelden.
    Geändert von prothowi (11.04.2019 um 22:02 Uhr)
    Danke für die Aufmerksamkeit!

  13. #113
    Die Minions und Scrat sind sowohl kultig als auch lustig. Wegel und Agerer spielen ganz sicher nicht in dieser Liga. Wenn überhaupt sind die wohl erfolglosesten Kleinkriminellen des Mittelalters eine Randnotiz der Geschichte, eine schreckliche Legende an den Lagerfeuern der Wegelagerer und Diebe, eine Erziehungshilfe für deren Nachwuchs - "Wenn du dich nicht bald anstrengst und richtig klaust, dann wirst du noch so enden wie Wegel und Agerer." Und auch Nebendarsteller sind sie nicht, dafür braucht es auch im Mosaik ein Mindestmaß an Talent. Sie sind irgendwie hineingeraten in ein Heft, welches weit über ihren Fähigkeiten liegt und in dem sie verzweifelt nach dem Erfolg suchen, der ihnen niemals beschieden sein wird. Wegel und Agerer, die Anti-Nebendarsteller, denn sie wissen nicht was sie tun und warum man sie immer wieder fürs nächste Heft bucht. Selbst Statisten und Laiendarsteller sind mit mehr Können gesegnet. Wünschen wir ihnen, dass sie bald in der Versenkung verschwinden dürfen, in die sie hingehören.

  14. #114
    Die indirekt proportionale Mosaik-Reduktion.
    Je weniger Gehalt im Mosaik, umso wertvoller die Ausführungen!
    Danke für die Aufmerksamkeit!

  15. #115
    Das Mosaik kann Gehalt und die Kritik an der Serie und an Wegel und Agerer wird ganz sicher dazu führen, dass sich spätestens zur nächsten, neuen Serie der Inhalt mit noch mehr Gehalt füllt, was die Ausführungen dazu nicht schlechter machen wird, denn auch Lob ist wertvoll und wird sehr gerne verteilt, wenn es genügend Dinge zum Loben gibt.

    Bei Wegel und Agerer muss man allerdings sparsamer sein, mit dem Lob, dass ist momentan genauso wenig vorhanden, wie die beiden erfolglosesten Kleinkriminellen des Mittelalters irgendetwas auf die Reihe bekommen. Es bleibt aber zu hoffen, dass den beiden Ganoven niemals und unter gar keinen Umständen das "Schlaue Buch" vom Fähnlein Fieselschweif in die Hände fällt. Dann müsste die Geschichte der Kriminalität im Mittelalter ganz neu geschrieben werden. Der externe Input von Intelligenz könnte bei Wegel und Agerer ungeahnte Folgen haben.
    Geändert von SilverBlade (12.04.2019 um 05:46 Uhr)

  16. #116
    So ein Sonderheft könnte goldene Zeiten bringen. Limitierte Signierte HC Ausgabe. Zum TdoT -Schwarz/weiß. Leipziger Buchmesse die Pop Up Ausgabe zum selber Foltern,und zu Erlangen alles in 3D mit Wackelbild-Cover- Wegel und Agerer werden lebendig.

  17. #117
    Und das es unbedingt Schwarz/Weiß sein muss, versteht sich von selbst. Denn das Wegel und Agerer komplett farblos sind, hat sich ja mittlerweile herausgestellt. Da Farbe reinzubringen wäre ein fataler Fehler.

    In der laufenden Serie stehen die wohl größten Deppen der Kriminalgeschichte auch nur als lebende Klischees und Abziehbilder zur Verfügung - weshalb ein paar Extra-Aufkleber, entgegen der Tradition, bei diesem Sonderheft mehr als angebracht wären.

    "Mach den Wegel - frei" oder "Agerer geht es nimmer" und "Wo ein Agerer ist, da ist auch ein Wegel", genauso wie "Sich seinem Agerer Luft machen", um nur einige Beispiele einer sicher sehr erfolgreichen Sticker-Kollektion zu benennen.

    Und als Do it Yourself - Beilage: Die Keule zum selbst schnitzen. Nur echt, wenn man sie sich danach auf den Kopf hauen kann.

    Mit herausnehmbarem Booklet: "Unsere schönsten Jahre in den schlimmsten Gefängnissen Europas".

    So geht erfolgreiches Merchandising heute.

  18. #118
    Und wenn man das Schmink -Set für das blaue Auge anbietet rundet das die Sache wunderbar zur Keule ab.

  19. #119
    Dann aber nur echt mit falschen Ohrringen und den entsprechenden Flicken für die Hosen. Und noch besser wäre es, man würde die Versenkung erfinden, in welche die beiden Gestalten verschwinden würden. Auf der Liste - Figuren, die das Mosaik nicht braucht - stehen Wegel und Agerer vermutlich weit oben.

  20. #120
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    346
    Figuren, die das Mosaik nicht braucht, sind für mich die gruseligen Hintergrundgestalten von anscheinend Andreas Schulze. Die Wegelagerer find ich gar nicht so schlimm.

  21. #121
    Eigentlich ging es hier auch eher um Figuren, welche aktiv die Handlung mitgestalten. Dein Problem, kiro, ist ja eher eine zeichnerische Frage. Aber eine, die dich offensichtlich sehr stark beschäftigt. Wie äußert sich das? Albträume? Schweißausbrüche? Zittern? Beim Lesen deiner Beiträge fällt auf, dass du ständig die Formulierung "gruselige Hintergrundgestalten" verwendest. Das muss sehr belastend sein, wenn man Angst davor hat, die Hintergründe der einzelnen Bilder anzuschauen, aus Angst vor dem "Slender Man" oder ähnlich gruseligen Gestalten. Nur sagen deine Hintergrundfiguren nicht wirklich etwas - wenn die so gruselig sind, vielleicht glücklicherweise - während Wegel und Agerer ja Gestalter der Handlung sein sollen und sogar als wichtige Figuren auf dem Einleger im ersten Heft auftauchten. Und dann seit dem ersten Heft bewiesen haben, wie überflüssig sie eigentlich sind. Die Hintergrundfiguren sind aber nicht überflüssig, sondern nur, deiner Meinung nach, schlecht gezeichnet. Insofern ist der Fokus da jeweils ein anderer.

  22. #122
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    346
    Sieht so aus. Jeder hat halt andere Prioritäten und Vorlieben. Wenn ich die unschönen - um mal ein anderes Wort zu verwenden - Gestalten in einem Mosaik sehe, fallen sie mir sofort als absoluter Störfaktor auf, die die zeichnerische Ästhetik einer ganzen Seite entzaubern.

    W&A stören mich dagegen kaum. Ein bischen Slapstick find ich ganz ok.

  23. #123
    Da wäre ich ganz bei dir, aber Slapstick ist eine hohe Kunst, die sich körperbezogener, wortloser und virtueller Formen bedient und ihren Ursprung von der Commedia dell' arte ableitet. Und Wegel und Agerer in dieser Tradition zu sehen, erschließt sich mir leider nicht. Da gab es ganz andere Beispiele in den frühen Serien des Mosaik. Man denke nur an die Pyrenäen-Kapitel. Und es ist nun einmal nicht wirklich komisch, wenn man eine Keule in die Luft fliegen sieht und sie jemandem dann auf den Kopf fällt. Das ist Brachialhumor, tatsächlich mit der Keule erzwungen, weit davon entfernt, lustig zu sein.

    Beim Slapstick ist die Idee dahinter, viel Lärm zu erzeugen, aber dem Geschlagenen keine ernsthaften Schmerzen zuzufügen. Auch das ist bei Wegel und Agerer nicht wirklich gegeben. Also nein, da ist kein Slapstick vorhanden, noch nicht mal ein bisschen. Aber vielleicht bin ich auch zu handlungsorientiert, als das ich mir sage, Hauptsache jede Hintergrundfigur ist toll gezeichnet und stört nicht die zeichnerische Ästhetik der Seite - wer braucht schon Handlung und eine gute Geschichte? Ach ja richtig, die Leser, weil das ja kein Bilderbuch ist, sondern ein Comic, der Handlung vermittelt und Geschichten erzählt, zwar über Bilder, die sicher absolut wichtig sind, aber wenn ein Heft "in Schönheit stirbt", will man es eben nicht lesen oder sich damit trösten, hey aber wenigstens die Hintergrundfiguren waren kein Störfaktor und diesmal nicht gruselig. Das wäre eindeutig nicht genug.

  24. #124
    Gegen das aussehen der zwei tumben Typen habe ich nichts. Schade nur das die starke zeichnerische Umsetzung mit dem ganzen drumherum der beiden nicht harmoniert. Wären sie echte Schurken dann sind sie Wunderbar in Szene gesetzt aber so wie sie in der Serie laufen sind sie ein grauen. Slapstick im Mosaik gefällt mir nicht ,einmal ok aber Seitenweise, ist Kindergartenniveau. Der gute Spaß ist fast abhanden gekommen, manchmal blitzt er noch auf, leider nur manchmal. Über die Häßlichen Hintergrundfiguren ärgere ich jedes mal, das sollte man lassen.

  25. #125
    Bin ich ganz deiner Meinung Diplomat. Vom Zeichnerischen her haben wir hier zwei absolut großartig gestaltete Schurken, die, wenn sie verschlagen und hinterhältig genug gewesen wären, eine Bereicherung für das Heft sein könnten. Doch diese Einfältigkeit, gepaart mit absolutem Kindergartenniveau, ziehen diesen Erzählstrang ins Bodenlose runter. Selbst für echten Slapstick reicht es nicht, der wäre ja noch durchaus nachvollziehbar, aber dieses sich auf "Menno" und "Aua" und Ähnlichem bewegende Niveau ist für den Leser leider sehr nachteilig. Selbst wenn man das für kleinere Kinder eingebaut hätte - die sind aufgrund der Medienwelt schon deutlich Besseres gewöhnt - wenn die Schafe bei Shaun das Schaf klüger sind als Wegel und Agerer sagt das eine Menge aus. Deshalb sind die schlecht gezeichneten Hintergrundfiguren auch nur ein Symptom für generelle Verbesserungen, die man braucht, damit die Handlung wieder interessant wird. Denn alleine mit guten Hintergrundfiguren und stark gezeichneten Figuren wie Wegel und Agerer würde man noch keine zufriedenen Leser haben. Wegel und Agerer müssten sich auch noch richtig verhalten, damit die Geschichte stimmig ist.

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