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  1. #1
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Rollenbilder - Aus: Mosaik-Forum

    Zitat Zitat von Chelidoni Beitrag anzeigen
    Aber genauso unfassbar ist es eigentlich, dass es heutzutage beispielsweise im Schach, einem Denk-Sport, immer noch Geschlechter-Trennung bei Wettbewerben und Meisterschaften gibt... Rollenbilder ändern sich eben erst nach und nach.
    Erkennt mein geschultes Auge hier einen Zusammenhang zwischen deinem Nickname und einer bekannten Zeitschrift für Problemschach?
    "Wir pfeifen immer noch darauf, wenn es der Story dienlich ist!"
    Bhur am 12.9.2016

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    Nietzsche am 3.1.1889

  2. #2
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Bin mir gar nicht sicher, ob Chelidonis Aussage bzgl. der Geschlechtertrennung im Schach so stimmt. Sicher, es gibt die Trennung bei einigen Meisterschaften, aber gilt die FIDE-Rangliste nicht geschlechterübergreifend? Und bzgl. des bedeutendsten Turniers, der Weltmeisterschaft, bin ich mir auch recht sicher, dass sich da auch Frauen für das Kandidatenturnier qualifizieren dürfen. Ist bloß meines Wissens noch keiner gelungen.
    Und am 365. Tag erhob er sein Glas und sagte in seinem feierlichsten Ton: "Darauf wollen wir trinken - dass es nicht noch besser wird!"

  3. #3
    Zitat Zitat von CHOUETTE Beitrag anzeigen
    Bin mir gar nicht sicher, ob Chelidonis Aussage bzgl. der Geschlechtertrennung im Schach so stimmt. Sicher, es gibt die Trennung bei einigen Meisterschaften, aber gilt die FIDE-Rangliste nicht geschlechterübergreifend? Und bzgl. des bedeutendsten Turniers, der Weltmeisterschaft, bin ich mir auch recht sicher, dass sich da auch Frauen für das Kandidatenturnier qualifizieren dürfen. Ist bloß meines Wissens noch keiner gelungen.
    Die haben da schon etwas merkwürdige Regeln. Frauen dürfen bei den Männerturnieren spielen, bekommen aber dafür keine Elo-Punkte und damit auch keine Preisgelder.
    Die Männer dagegen dürfen bei den Frauenturnieren nicht spielen. Betrachtet man beides zusammen ist klar, warum es bei den aktuell gültigen Regeln keine gemischten WM-Turniere gibt.
    Geändert von Uhrviech (15.02.2018 um 16:06 Uhr) Grund: Männer- und Frauenturniere
    Es grüsst
    Uhrviech aus Passow, wo die Digedags ein Zuhause haben

  4. #4
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Ah, okay. Aber klar ist mir das jetzt nicht.
    Und am 365. Tag erhob er sein Glas und sagte in seinem feierlichsten Ton: "Darauf wollen wir trinken - dass es nicht noch besser wird!"

  5. #5
    Zitat Zitat von CHOUETTE Beitrag anzeigen
    Ah, okay. Aber klar ist mir das jetzt nicht.
    OK... Frauen sollten wirklich nicht in Männern spielen - sowas macht man nicht !
    Es grüsst
    Uhrviech aus Passow, wo die Digedags ein Zuhause haben

  6. #6
    Mitglied Avatar von Chelidoni
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    @ Tilberg: Da muss ich dich enttäuschen, denn ich bin selbst kein Schachspieler (der Nickname stammt von Chelidonium majus, dem Schöllkaut. Dass es auf griechisch Schwalbe heißt, hab ich erst später herausgefunden). Mein Mann spielt aber Schach ganz gerne und beschäftigt sich gerade damit. Er hat mir das neulich mit der seltsamen Geschlechter-Trennung erzählt, deshalb kam mir das Beispiel bei meiner Heftkritik gleich in den Sinn.
    Spielst du selber Schach oder hast du nur Chelidoni und Schach gegoogelt ?

  7. #7
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Zitat Zitat von Chelidoni Beitrag anzeigen
    Spielst du selber Schach oder hast du nur Chelidoni und Schach gegoogelt ?
    Hab mich mal ein bißchen mit Problemschach befaßt, daher ist mir die "Schwalbe" bekannt (mein Großvater hatte in den 50ern den deutschen 3-Züger revolutioniert). Deinen ungewöhnlichen Nick hatte ich schon vor längerem entschlüsselt, und als du jetzt vom Schach sprachst, hab ich 1 und 1 zusammengezählt ... und 3 rausgekriegt.
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    Bhur am 12.9.2016

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  8. #8
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    PS: "Chelidonium majus" klingt natürlich besser als Grindwurz oder Warzenkraut ... stell dir vor, dein Nick wäre sonst "Grind" oder "Warze" ...
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  9. #9
    Rough mix... Haha...

  10. #10
    Mitglied Avatar von Chelidoni
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    Zitat Zitat von Tilberg Beitrag anzeigen
    PS: "Chelidonium majus" klingt natürlich besser als Grindwurz oder Warzenkraut ... stell dir vor, dein Nick wäre sonst "Grind" oder "Warze" ...
    XD
    Ja ein bisschen ästhetisch sollte mein Nickname schon klingen

  11. #11
    Mitglied Avatar von phönix
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    Zitat Zitat von CHOUETTE Beitrag anzeigen
    Wer oder was ist Putzi?
    Kommt ein Eichhörnchen zum Zahnarzt und fragt: "Herr Dr., wer oder was ist Putzi?"

  12. #12
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Zitat Zitat von Max schwalbe Beitrag anzeigen
    Das ist alles sinnloser verkrusteter Rollenbildmist.
    Jungs davon abzuhalten, im Nagelstudio oder als Kindergärtner zu arbeiten, und Mädchen zu entmutigen, Ingenieurin oder Rennfahrerin zu werden, ist natürlich blödsinniger Unfug.

    Kein blödsinniger Unfug ist es, die Jungs und die Mädchen auswählen zu lassen, was sie werden wollen.

    Blödsinniger Unfug ist es jedoch wieder, sich darüber zu ereifern, daß bei freier Berufswahl Jungs lieber Ingenieur werden und Mädchen lieber Kindergärtnerinnen.

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  13. #13
    Hm, da überhöhst du aber die Unabhängigkeit des freien Willens im Angesicht dessen Umfelds, würde ich erwidern wollen. Ob einem etwas erstrebenswert erscheint oder nicht, hängt von dermaßen vielen Faktoren ab die man selbst nicht direkt beeinflussen kann. Eine Hausfrau wird selten schief angeguckt, wer sich aber als Mann dazu entscheidet, dauerhaft kein eigenes Einkommen zu erzielen und sich in den Haushalt zurückzieht, wird enorme Schwierigkeiten haben, von seinem Umfeld respektiert zu werden, ihm wird vielleicht gar die Männlichkeit abgesprochen, ebenso wie sich eine arbeitssame Informatikerin anhören muss, keine echte Frau, eine Rabenmutter oder was weiß ich zu sein. Sowas alles beeinflusst massiv die individuellen Präferenzen, und so gelangt der weibliche Mathe-Profi in die Küche und der männl. Profi auf den Lehrstuhl. Es könnte bei entsprechender Kultur, 100% andersherum sein. Der angeblich freie Wille ist doch nur ein MOSAIK aus Wahrnehmungen äußerer Einflüsse. Man will es doch gar nicht wahrhaben was einem so alles auf der Nase herumtanzt. Rennfahrer, Barbiefiguren, Abrafaxe, Caramellen ... denke jetzt mal bitte NICHT an ein rosa Nilpferd. Na???

    Naja, wenn die im Teilchenbeschleuniger dann endlich irgendwann die fehlenden Elementarteilchen gefunden haben, um anhand der resultierenden Weltformel sämtliche Prozesse vorhersagen zu können, ist ohnehin der Beweis für die Unfreiheit des Willens erbracht. Zum Glück wird das aber so abstrakt hergeleitet sein, dass es keiner begreift. Und wer seine Unfreiheit nicht erfassen kann, fühlt sich möglicherweise frei
    Geändert von Max schwalbe (07.04.2018 um 01:05 Uhr)

  14. #14
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Zitat Zitat von Max schwalbe Beitrag anzeigen
    Hm, da überhöhst du aber die Unabhängigkeit des freien Willens im Angesicht dessen Umfelds, würde ich erwidern wollen.
    Ich würde sagen, ich betone die Bedeutung des freien Willens und der persönlichen Vorlieben gegenüber dem Drang, alles einander anzugleichen.

    Allen alles zu ermöglichen, ist erstrebenswert. Zu erwarten, daß in diesem Falle sich alle Menschen, Männer wie Frauen, genauso verhalten müßten, ist närrisch. Diese Nivellierung durch Zwang herbeiführen zu wollen, ist verwerflich.

    Um zum Rosaik zurückzukommen: Wenn man als Verlag feststellt, daß das eigene Produkt von deutlich weniger Mädchen als Jungs geschätzt wird, ist es völlig legitim, ein zusätzliches Heft herauszubringen, das sich bei ähnlicher Intention mehr an Mädchen richtet. Wenn es genug Interesse findet, existiert es zurecht.

    Wobei du in meinen Augen allemal recht hast, ist zu kritisieren, daß Steinchen die Leser des Mosaik durch Verschränkung der Handlungslinien dazu drängen will, auch das Rosaik zu kaufen. Oder anders ausgedrückt: Das Mosaik als Werbevehikel für das Rosaik einsetzt. Das ist nicht wirklich schön. Man merkt die Absicht und ist verstimmt, würde Goethe sagen.
    Geändert von Tilberg (07.04.2018 um 08:58 Uhr)
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    Bhur am 12.9.2016

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  15. #15
    Zitat Zitat von Tilberg Beitrag anzeigen
    Allen alles zu ermöglichen, ist erstrebenswert. Zu erwarten, daß in diesem Falle sich alle Menschen, Männer wie Frauen, genauso verhalten müßten, ist närrisch. Diese Nivellierung durch Zwang herbeiführen zu wollen, ist verwerflich.
    Da unser Umfeld willkürlich durch Menschen und Interessengruppen definiert ist, ist es auch legitim, es willkürlich zu verändern. Abgesehen davon gibt es freilich auch eine rein biologische Komponente, die prinzipielle Unterschiede zw. den Geschlechtern determiniert und vom Menschen unabhängig durch Evolution geformt sind.

    Zitat Zitat von Tilberg Beitrag anzeigen
    Um zum Rosaik zurückzukommen: Wenn man als Verlag feststellt, daß das eigene Produkt von deutlich weniger Mädchen als Jungs geschätzt wird, ist es völlig legitim, ein zusätzliches Heft herauszubringen, das sich bei ähnlicher Intention mehr an Mädchen richtet. Wenn es genug Interesse findet, existiert es zurecht.
    Legitim ja, aber es ist nicht progressiv. Denn es zementiert die Geschlechtertrennung anstatt sie zu entschärfen. Und das finde ich halt schade. Wären Die Abrafaxe ein reines Technik-Magazin, hätte ich ja noch Verständnis dafür, aber das sind sie doch gar nicht. Sie haben Potential, auch im Hier und Jetzt gleichermaßen anschlussfähig für Mädchen zu sein. Und seit wann haut das Mosaik alles raus was auf "Interesse" stoßen könnte. Dann mal her mit den Angst/hass/******-Geschichten!
    Geändert von Max schwalbe (07.04.2018 um 11:26 Uhr)

  16. #16
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Zitat Zitat von Max schwalbe Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon gibt es freilich auch eine rein biologische Komponente, die prinzipielle Unterschiede zw. den Geschlechtern determiniert und vom Menschen unabhängig durch Evolution geformt sind.
    Volle Zustimmung. Unter anderem deswegen halte ich es für falsch, Verhalten aufzwingen zu wollen.
    Ermöglichen, ermutigen, erleichtern . Erzwingen .

    Legitim ja, aber es ist nicht progressiv. Denn es zementiert die Geschlechtertrennung anstatt sie zu entschärfen.
    Geht's auch eine Nummer kleiner?

    Ernsthaft: Warum sollte man ein Produkt anbieten wollen, das allen gefällt? Warum sollen alle alles genauso gut finden? Da darf ich diesmal einen weiteren großen Schriftsteller zitieren, nämlich Pegasau: "Allen Menschen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann."

    Außerdem sitzt du einem Zirkelschluß auf. Mit deinem Wunsch, das Mosaik möge attraktiver für Mädchen werden, unterstreichst du ja gerade, daß Mädchen einfach andere Interessen als Jungs haben. Warum dann also erwarten, daß sie dasselbe toll finden müssen wie Jungs? Das hat doch mit "Progressivität" nichts zu tun (ganz egal, was das überhaupt bedeutet).
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    Bhur am 12.9.2016

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  17. #17
    Junior Mitglied Avatar von brabaxa
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    Also mir gefällt dieses Heft auch total gut. Besonders Caramella hat es mir angetan
    Der Zeichenstil ist auch richtig ansprechend und es hat sich so kurzweilig gelesen, ich war viel zu schnell durch. Bin gespannt, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.

  18. #18
    Hallo brabaxa, danke für die Erinnerung dass ich inzwischen ziemlich offtopic bin. Also ein nur ganz kurzes reply zu Tilberg: traditionelles Frauenbild: So wie früher. progressives Frauenbild: So, wie es sich seit gut 100 Jahren allmählich entwickelt. Und in der Auftrennung des Mosaiks in eine Ausgabe für Mädchen und eine für Jungs wird Ersteres Bild gefördert, was ich schade finde. Ich empfinde eben genau das als einen subtilen "Zwang", der Menschen unterbewusst in Rollenklischees drängt.
    Geändert von Max schwalbe (08.04.2018 um 10:22 Uhr)

  19. #19
    Junior Mitglied Avatar von brabaxa
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    das " normale" Mosaik ist übrigens auch mehr meins. Über die Caramellen bin ich mehr oder weniger gestolpert, als das Mosaik-Abo abgeschlossen habe. Da gabs vier Hefte vom Mädchenmosaik dazu...ja, und das hole ich mir nun vierteljährlich dazu.
    Abrax, Babrax und Califax bleiben meine Helden
    Insgesamt finde ich deine Anmerkung richtig, wobei man ja bedenken muss, dass das gerade das Frauenbild innerhalb dieses Mosaiks auf Korn genommen wird.
    ...und mit veralteten Frauenbildern hab ich hier (Emsland/Ostfriesland) auf ganz anderen Ebenen zu kämpfen- als Vollzeit berufstätige Mutter mit vier Kindern. Lach
    lieber Gruß

  20. #20
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Ach, wir sind gar nicht off-topic. Wir haben den Bogen von allgemeingesellschaftlichen Fragen wieder hin zum Rosaik gespannt und damit ist das ja in Ordnung.

    Zitat Zitat von Max schwalbe Beitrag anzeigen
    Und in der Auftrennung des Mosaiks in eine Ausgabe für Mädchen und eine für Jungs wird Ersteres Bild gefördert, was ich schade finde. Ich empfinde eben genau das als einen subtilen "Zwang", der Menschen unterbewusst in Rollenklischees drängt.
    Daß durch die reine Existenz eines Hefts, das sich mehr an Jungen, und eines, das sich mehr an Mädchen richtet, irgendein veraltetes Frauenbild gefördert wird, kann ich nicht erkennen. Im Gegenteil, in beiden Mosaikvarianten wird ein modernes Frauenbild gezeigt. Im Rosaik noch deutlicher als im Mosaik selbst. In der aktuellen Ausgabe hier wird das ja hinlänglich deutlich.

    Und nochmal, denn du bist darauf gar nicht eingegangen, obwohl das mMn der Kern der Diskussion ist: Dein Wunsch nach einer Veränderung des Mosaik dahingehend, daß es auch für Mädchen interessant wird, impliziert, daß es unterschiedliche Interessen von Jungs und Mädchen gibt, worin ich dir eindeutig zustimme. Warum man diese unterschiedlichen Interessen dann aber unbedingt in einer Heftreihe bedienen muß und sich nicht sagen darf, dann macht man das halt besser in zweien, ist kaum begründbar (weshalb du diesen Punkt auch meidest wie der Teufel das Weihwasser ).

    Und bzgl. deines zweiten oben zitierten Satzes: Das klingt so, als ob die Erkenntnis, es gebe Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen, bereits ein "Zwang zu veralteten Rollenklischees" wäre. Warum du das da sagst, verstehe ich nicht, denn du hast ja bereits betont, daß es diese Unterschiede gibt und sie sogar biologisch bedingt sind, also durch Erziehung oder Resozialisierung nicht geändert werden können.
    Geändert von Tilberg (08.04.2018 um 11:47 Uhr)
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  21. #21
    Mitglied Avatar von Pegasau
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    Ich bin ein absoluter Gegner dieser unsäglichen Genderisierung.
    Erstens ist sie kontraproduktiv und niemals umfassend realisierbar.
    Oder hat schon mal jemand von einem Bürgerinnen- und Bürgersteig gehört?
    Oder von einem Eibinnen- und Eibenwäldchen?
    Eiben sind nämlich zweihäusig, das heißt, es gibt männliche und weibliche Bäume.
    Oder DER Mensch, DIE Menschin?
    Käse.

    Zweitens zeigt sie das geistige Unvermögen ihrer Befürworter, eine klare Trennung zwischen dem biologischen Geschlecht (Sexus) und dem grammatischen Geschlecht (Genus) einer Sache/Person vorzunehmen.
    Beispiel: Natürlich heißt es DAS Mädchen (Genus: Neutrum), nichtsdestotrotz ist eindeutig klar, dass es weiblichen Geschlechts ist (Sexus: Femininum).
    Es gibt auch keine maskuline Entsprechung zu dem Wort Hebamme, nur Umschreibungen (z. B. Geburtshelfer).
    Aber es käme trotzdem niemand ernsthaft auf die Idee, von einem Hebammer zu sprechen.

    Dass wir im Deutschen zwischen drei Genera unterscheiden und zum Teil damit hin- und herspringen (z. B. die Großmutter - das Großmütterchen), ist eine Eigenheit unserer Sprache und etymologisch nicht mehr zu ändern.
    Da jetzt quasi nachträglich einen Geschlechterkampf draus zu machen, ist schlichtweg idiotisch.

    So weit die Einleitung.
    Nun zu den Schnallabellen:
    Mir hätte es ehrlich gereicht, wenn die Faxe auf Dauer eine weibliche Begleitung gehabt hätten.
    Wie Max in "Die Abrafaxe".
    Aber das Projekt wurde ja leider verworfen.
    Und nach mir geht's ja auch nicht.

    Mit den Faxabellen kann ich mich nur schwer anfreunden.
    Erstens liegt das am seltsam umgesetzten künstlerischen Einstieg durch diesen Italiener. Dieses Manko wird nun zum Glück scheinbar behoben.
    Zweitens liegt das daran, dass die Fabellas permanent wie ein Springteufelchen in der Hauptserie auftauchen und nerven.
    Drittens liegt das daran, dass die Faxe nur eins zu eins genderisiert worden sind - da ist nichts Neues, Verlockendes dabei (außer vielleicht, dass sich die Damen selber "reproduzieren" könnten, wenn sie nur wollten).
    Insofern hat's für mich der Faxabellen also nicht bedurft.

    ABER:
    Just letzte Woche kam ich in einer Zeitungsredaktion ins Gespräch mit zwei Damen beginnenden mittleren Alters, die sich überraschenderweise auch mit gewissen Comics auskannten.
    Und diese Damen haben jüngere Töchter, die nach eigener Aussage das Mädchen-MOSAIK absolut super finden und bedauern, dass es nur viermal im Jahr erscheint.
    Da habe ich nicht schlecht gestaunt, kann ich euch sagen!
    Einen Zugang zu den Abrafaxen hätten die Mädels nicht so recht gefunden, aber zu den Faxabellen schon.
    Nun habe ich mir so gedacht:
    Wenn das in der Provinz so ist, wie mag das erst überall sonst auf der Welt sein?
    Das ROSAIK scheint also in der Tat seine Leserschaft und damit seine Berechtigung zu haben, auch wenn es so alte Säcke wie ich und Traditionsleser von meinem Kaliber nicht erkennen/wahrhaben/glauben wollen.

    Meine Probleme mit den Schnabellas (siehe erstens bis drittens) werde ich wohl nicht so einfach verlieren.
    Aber bemerkenswert finde ich diese Beobachtung/Erfahrung dennoch.

    So, das musste ich mal loswerden.

    PS:
    Wenn in dem obigen Text das eine oder andere "w" oder "c" fehlt, so bitte ich das zu entschuldigen.
    Die entsprechenden Tasten fehlen seit geraumer Zeit auf meiner Tastatur, und beim Schnellschreiben bleiben die Buchstaben manchmal leider aus ...
    Geändert von Pegasau (08.04.2018 um 14:03 Uhr)
    Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

  22. #22
    Junior Mitglied Avatar von brabaxa
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    so 28-29 Jahre Abrafaxe hab ich hier ja nun auch schon im Regal zu stehen...meine Mädels greifen aber auch eher zu den Caramellen. hm...ich hoffe ja, dass das der Einstieg zu den Abrafaxen ist.

  23. #23
    @Tilberg: Auf das Weihwasser gehe ich durchaus zu, ich bediene mich hierzu einer Parabel: In einer Straße in Berlin gibt es eine Bar mit dem Titel "Bar für Alle". Dann ersetzt der Betreiber der Bar, die alte Bar durch zwei neue Bars. Sie tragen die Bezeichnungen "Bar für Weißhäutige" und "Bar für Dunkelhäutige". Auf kritische Nachfrage erklärt der Barbetrieber, er hatte den Eindruck, in seiner alten Bar würden etwas weniger Dunkelhäutige als Hellhäutige Menschen zu Gast sein obwohl in dem Kiez beide Hautfarben etwas gleichhäufig anzutreffen sind. Er wollte ganz gutgemeint den Dunkelhäutigen ein nettes Angebot machen, sich für das zu entscheiden was ihrem (auch genetischen!) Wesen entspricht. Niemand sei diskriminiert, weil doch jeder die freie Entscheidung hätte, ich welche der beiden Bars er gehen möchte.
    Geändert von Max schwalbe (08.04.2018 um 21:47 Uhr)

  24. #24
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Ui, nun sind wir von Geschlechterfragen zum Rassismus gekommen. Da mache ich lieber nicht mit, sondern transferiere deine Parabel in eine über Ahörnchen und Behörnchen. Du kannst das dann interpretieren wie du magst.

    Also. In Hörnchenhausen gibt es eine "Bar für Hörnchen". Dort gehen aber fast nur Ahörnchen hin, kaum Behörnchen. Die Betreiber sind betrübt, denn sie erreichen praktisch nur die Hälfte aller Hörnchen und sie würden doch so gerne allen Hörnchen was zum Trinken verkaufen. Nach langer Marktforschung kommen sie zu dem Ergebnis, daß es daran liegt, daß in der "Bar für Hörnchen" ausschließlich Ahörnchen-Brause ausgeschenkt wird, welche sehr vielen Behörnchen nun mal nicht schmeckt. Das läßt sich auch nicht ändern, denn die Betreiber sind für ihre Bar an den Vertrag mit einer Brauserei gebunden und die liefert nun mal nur Ahörnchen-Brause. Die Betreiber versuchen alles mögliche. Sie füllen die Ahörnchen-Brause in Behörnchen-Gläser. Sie färben die Ahörnchen-Brause wie Behörnchen-Brause. Sie veranstalten freien Ausschank für Behörnchen, damit diese Ahörnchen-Brause kosten und vielleicht doch liebgewinnen.

    Doch alles für die Katz. Die Behörnchen lassen sich partout nicht locken. Warum? Weil die meisten von ihnen einfach keine Ahörnchen-Brause mögen. Und das auch ganz ok so finden. Schließlich sind sie Behörnchen.

    Die Betreiber sind hin- und hergerissen. Sollen sie vielleicht ihre Bar schließen und eine neue aufmachen, in der sowohl Ahörnchen-Brause als auch Behörnchen-Brause ausgeschenkt wird? Aber wird das auch funktionieren? Besteht nicht die Gefahr, die Kundschaft ihrer alten Bar zu verprellen, die ja bekanntlich treu immer wieder kommt und fleißig Ahörnchen-Brause trinkt?

    Schließlich haben die Barbetreiber eine coolere Idee. Sie eröffnen nebenan eine neue Bar, für die sie einen Vertrag mit einer anderen Brauserei schließen, die ihnen Behörnchen-Brause liefert. Sie nennen sie nun ausdrücklich "Behörnchen-Bar", damit alle Behörnchen erkennen, daß man sich auch um sie sorgt. Ansonsten machen sie alles genauso - die Einrichtung, die Bekleidung der Bedienung, die Musik, alles ist wie in der ersten Bar. Und siehe da: langsam zwar, aber doch allmählich und stetig kommen Behörnchen in die neue Bar. Sie probieren erstmal mißtrauisch die Brause, und als sie feststellen, daß es tatsächlich Behörnchen-Brause ist und nicht alte Ahörnchen-Brause in neuen Schläuchen, bleiben sie. Es kommen sogar einige Ahörnchen gerne vorbei, sei es weil ihnen Behörnchen-Brause auch schmeckt, sei es weil sie der Meinung sind, sie müßten jegliche Sorte Hörnchen-Brause trinken. Und, parplü, einige Behörnchen besuchen auch weiterhin die alte Bar, sei es weil ihnen Ahörnchen-Brause tatsächlich besser schmeckt, sei es weil es ihnen egal ist, welche Brause ausgeschenkt wird, solange nur das Ambiente stimmt, sei es weil sie schon immer in diese Bar kamen und deshalb auch hier bleiben wollen.

    Und das Märchenhafte ist (worin sich meine Parabel von der Wirklichkeit unterscheidet): Niemand nimmt es irgendeinem Hörnchen übel, in welche Bar es geht. Be in A, A in Be, Be in Be, A in A, Be in A und Be, A in Be und A, Be manchmal in A und meist in Be, Be manchmal in Be und meist in A, A manchmal in Be und meist in A, A manchmal in A und meist in Be ... Jedes Hörnchen wie es mag und lustig ist. Ist das nicht toll?
    Geändert von Tilberg (09.04.2018 um 08:27 Uhr)
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  25. #25
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    So, und hier nun die Fortsetzung.

    Eine Weile lang standen also beide Bars nebeneinander, die "Bar für Hörnchen", in der weiterhin Ahörnchen-Brause ausgeschenkt wurde, und die "Behörnchen-Bar", in der Behörnchen-Brause ausgeschenkt wurde. Alle Hörnchen waren glücklich. Da kam eines Tages eine Schwalbe vorbei, sah sich das Ganze an und befand es nicht für gut. Denn die Schwalbe meinte, es solle nur eine einzige Bar geben, weil sich sonst die Hörnchen auseinanderleben und dann untereinander nicht mehr vertragen würden. Hier Ahörnchen, da Behörnchen, nein das durfte nicht sein. Daß sich die Ahörnchen und die Behörnchen aber außerhalb der beiden Bars ständig trafen und miteinander spielten und lustig Nüsse suchten, das sah die Schwalbe nicht. Sie sah einzig und alleine die beiden Bars.

    Also startete die Schwalbe eine Petition und forderte, daß die "Behörnchen-Bar" geschlossen werden müsse und alle Behörnchen künftig in die "Bar für Hörnchen" gehen sollten. Egal ob sie wollten oder nicht! Sie mußten! Daß es den Barbetreibern gerade erst mit Mühe gelungen war, die Behörnchen überhaupt als Kunden zu gewinnen, und daß man seinen Kunden nicht einfach wegnehmen sollte, was sie liebgewonnen haben, das war der Schwalbe piepegal.

    Als eine Tilbergstelze die Schwalbe verdattert fragte, wie sie die Behörnchen denn in die "Bar für Hörnchen" zwingen wolle, forderte die Schwalbe verschmitzt, daß künftig in der "Bar für Hörnchen" ein Gemisch aus beiden Brausesorten ausgeschenkt werden sollte. Denn dieses Gemisch würde, wie die Schwalbe messerscharf folgerte, ja beiden Hörnchensorten schmecken. Daß sie gar nicht wußte, ob das stimmte - geschenkt. Daß sie dieses Brausengemisch noch überhaupt nie gekostet hatte - geschenkt. Daß sie sich überhaupt berechtigt fühlte, den Ahörnchen und Behörnchen vorzuschreiben, welche Brausesorte ihnen zu schmecken habe - geschenkt. Daß sie darüberhinaus glaubte, die Ahörnchen und Behörnchen würden einfach machen, was sie von ihnen verlangte - geschenkt.

    Als die Tilbergstelze weiterhin zweifelte, erklärte die Schwalbe sie kurzerhand zur Rassistin. Wie könne sie es wagen, sich ihrer guten Sache in den Weg zu stellen? Wo die Schwalbe doch nur das Beste für alle Hörnchen wollte! Buuuh! sagte die Schwalbe. Buuuh! Traurig ging die Tilbergstelze von dannen und nahm ein letztes Mal ein Glas Ahörnchen-Brause in der "Bar für Hörnchen" und einen Schoppen Behörnchen-Brause in der "Bar für Behörnchen", bevor beide Bars geschlossen werden mußten.
    "Wir pfeifen immer noch darauf, wenn es der Story dienlich ist!"
    Bhur am 12.9.2016

    "Die MosaPedia - das dufte Mosaik-Lexikon im Internet!"
    Nietzsche am 3.1.1889

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