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  1. #126
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    Zitat Zitat von Huxley Beitrag anzeigen
    Warum hat es sich denn verändert? Die Bastei-Westernserien Lasso, Silberpfeil, Bessy, Bonanza und Buffalo Bill habe ich als Kind und Jugendlicher gelesen, nicht gesammelt und wieder eingetauscht.
    Muss ja einen Grund haben, dass die Drehständer "verschwunden" sind und sich die Roman- und Heftkultur verändert hat.
    Weil sich die Welt dreht. Mit Aufkommen der zuhause leistbaren Computerspielkonsolen (Atari und Nintendo waren da die Vorreiter), behaupte ich, gingen auch die Verkaufszahlen der Comics zurück. Mit Aufkommen der Videogeräte und Mietfilme dürfte das Home Entertainment endgültig alte Zöpfe abgeschnitten haben. Damit fing übrigens auch die Krise der Kneipen an. Videospiele sind die neuen Comics, zumindest in vielen Ländern. In Frankreich und Belgien scheint sich der Comic noch gut zu halten. Immerhin ist die Lage heute besser als je zuvor, wenn man das Geld für die HC Comics hat. Wöchentlich mal so 15 Euro für nen Comic kann sich nicht jeder leisten, oder will es nicht mehr leisten. Das letzte mal, dass ich mir damals ein SC Heft gekauft habe, hat eins 2,50 DM gekostet. Ein Asterix mit 3,50 DM etwas teurer. Dafür bekommen wir endlich die Comics in der richtigen Reihenfolge und komplett und einer besseren Qualität. Die Zielgruppe ist heute nicht mehr der Jugendliche.

  2. #127
    Mitglied Avatar von Huxley
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    Zitat Zitat von ELDORADO Beitrag anzeigen
    Das Genre "Western" gilt aber allgemein als das bei dem man eigentlich gar nicht so viel falsch machen kann, wenn man gewisse Grundbestandteile beachtet und verwendet. Gerade im Bereich Film habe ich da schon öfter die Aussage "es gibt nur wenig völlig mißlungene Western" gehört. Das meiste ist doch überwiegend solide bis gut (als Beispiel für "viel falsch machen" fällt mir dazu aber als Erstes ausgerechnet der Blueberry-Film ein.
    Einspruch! In den letzten Wochen habe ich "In a Valley of Violence", "Das Duell" und "Jane Got a Gun" gesehen. All denen fehlt auch einiges auf die Qualitätsmarke solide bis gut. Wenn man ein netter Kritiker ist, kann man ein "befriedigend" und "Durchschnitt" für diese Massenware ausstellen. Nur weil jeder Hollywood-Star momentan denkt, dass er auch einen Western in seiner Biographie braucht, muss das Genre momentan so oft ran. Bei "Revenant" lasse ich nur die Kameraführung gelten, die dem Film das Prädikat "monumentales Opus" einbringt. Drehbuch und darstellerische Leistungen sind für mich maximal durchschnittlich.

    Und genau so verhält es sich in diesem Genre mit den Comics. Bastei hat jahrzehntelang Popcorn- und Kaugummiunterhaltung in die 20-Seiten-Westernhefterl gepackt. Fastfood und Kaufleisch für zwischendurch. Darum auch dieser nette Taschengeldpreis annodazumal.

    Im ersten Beitrag dieses Threads mögen sich bei den 20 genannten Vertretern ja durchaus einige Kaliber befinden. Es wäre jetzt schön, wenn nicht nur Schulnoten verteilt werden würden, sondern ein bisschen Begründung gebracht wird, warum gerade Blueberry, Comanche und Durango bei den eingefleischten Westernfans immer vorne stehen.

    Warum es z.B. "Bouncer" nicht ganz nach oben schafft, weiß ich mittlerweile selbst.
    Geändert von Huxley (15.03.2018 um 05:56 Uhr)

  3. #128
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    "Jane got a Gun" war in der Tat (trotz namhafter Besetzung) furchtbar.Die anderen von Dir genannten sind aus gutem Grund bei uns gar nicht erst im Kino gelaufen. Bei denjenigen, die dahin kommen, stimmt die Qualitäts-Quote aber eigentlich.

    Ich denke da mit Blick auf die letzten 2-3 Jahre an "The Salvation" mit Mads Mikkelsen & Eva Green, "Slow West" mit Michael Fassbender, "Brimstone" mit Guy Pearce. Dazu natürlich noch Tarantino & "Revenant". Und das "Glorreiche Sieben"-Remake rangiert bei mir zumindest auch unter solide. Etwas früher gab es dann noch "Die Ermordung des Jesse James", "Todeszug nach Yuma" und "True Grit" - alles ziemlich brauchbares Zeug, meiner Meinung nach.

  4. #129
    Mitglied Avatar von franque
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    "Bone Tomahawk", der australische "The Proposition" (Buch: Nick Cave) und "The Appaloosa" z.B. auch noch, sowie auch "Meek's Cutoff" von Kelly Reichardt und "Gold" (Thomas Arslan).

  5. #130
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
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    Ich als Westernfan habe mir "Das Duell" und "Jane got a gun" erst gar nicht angesehen. "Valley of Violence" war ein Riesenmist.

    Appaloosa, True Grit und Todeszug nach Yuma dagegen gehören zu den Spitzenvertreter des neuen Western.
    Allerdings wenn Huxley sogar die schauspielerische Leistung von Leo und Hardy in "Revenant" in Frage stellt... dann weiß ich auch nicht... Er und der Western werden wohl nicht mehr beste Freunde.

    Bin auch nicht der Meinung von Eldorado, dass man beim Western kaum was falsch machen kann. MmN ist gerade der Western eine schwieriges Genre, eben weil stereotypische Elemente verwendet werden müssen, aber gleichzeitig innovativ sein sollte, um nicht immer durch Wiederholung in die Klischeefalle zu tappen und letztendlich zu langweilen. Sozusagen die Quadratur des Kreises.
    Muss aber auch zugeben das ich beim Western nicht wirklich objektiv bin. Will ich eigentlich auch gar nicht sein.

  6. #131
    Nicht zu vergessen "das finstere Tal" von Andreas Prochaska undThe Homesman von Tommy Lee Jones als positive Bsp zu nennen

  7. #132
    Mitglied Avatar von Huxley
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    Sagt mir dann bitte irgendwann, was Comanche und Durango besonders macht. Außer, dass Comanche im ZACK war.

    Und ja, "Das finstere Tal" ist Pflichtprogramm. Ist ein österreichischer Western. Die westlichen Alpen Österreichs nämlich stehen der "Huntsville Subgroup" ("Blue Fugates aus Troublesome Creek") aus Kentucky (beides einfach googeln und kichern) manchmal in nichts nach. Das wissen wir spätestens seit "Schlafes Bruder".

  8. #133
    Mitglied Avatar von Huckybear
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    Was ich mich immer gefragt hatte, gerade nach der gescheiterten Blueberry Verfilmung
    Das Gespenst mit den Goldenen Kugeln z. B hätte doch bei einer stimmigen relativen 1:1 Verfilmung (den ganzen Blueberry Background Ballast und evtl. auch den Vorgängerband Goldmine hätte man evtl. kürzen oder weglassen können) ein schöner etwas anderer moderner Western mit angedeuteten spannungsvollen Thriller, Horror und Mysteryelementen in bester Leone Manier sein können.
    Der auch jüngere Zuschauer für ein Genre wie den immer gleichen Westernschema interessieren und begeistern könnte ?
    Wenn, ja , wenn man nur den Focus darauf legen würde, sich im Film auch ohne viel Worte (dafür mit super Kameraeinstellungen und Musik) sich auf die beiden Gruppen (Wally/Luckner / Blueberry / McClure, plus dem "Gespenst" ) in den Bergen (gern auch ein wenig Nebel) zwischen den ganzen Fallen sowie den Apachen als weiteren Gefahrenherd (am Ein- bzw. Ausgang) als maßgebliche Filmhandlung zu konzentrieren.


    Zitat Zitat von Huxley Beitrag anzeigen
    ... sondern ein bisschen Begründung gebracht wird, warum gerade Blueberry, Comanche und Durango bei den eingefleischten Westernfans immer vorne stehen.

    @Huxley
    Besorg dir mal diesen abgeschlossenen (zu lesenden) Sonderband Superstition Mountains gebraucht von Blueberry falls Du die beiden Alben noch nicht kennst
    Ist so etwas wie eine für sich zu lesende US Miniserie und ist Blueberry auf dem Höhepunkt in einer sehr guten Ausstattung
    Danach wirst Du eine Ahnung haben wie gut Giraud und Charlier damals schon waren
    https://www.comicguide.de/index.php/...=short&id=5518
    Geändert von Huckybear (15.03.2018 um 17:43 Uhr)

  9. #134
    Mitglied Avatar von Huxley
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    Der Schamane Jan Kounen hat doch einen an der Waffel. Der macht ja auch nichts mehr. Blueberry hat er halt komplett versaut. Bei dem Film war ich nach 30 Minuten aus dem Kino raus, weil meine Zeit kostbar ist. Ich kann mich noch gut erinnern.

    Man sollte noch einmal einen anderen Regisseur ranlassen. Denn ich will Blueberry als schöne und einheitliche Comic-Ausgabe. Mit einem Kinofilm ist das leichter.

  10. #135
    Mitglied Avatar von Huckybear
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    Ja, die Zutaten waren alle perfekt komplett da , doch Kounen und Giraud bzw. hier wohl doch eher Moebius benutzten den Namen Blueberry nur als Aufhänger (vermutlich zur besseren Finanzierung) um Psychedelische Erfahrungen und Esoterik als Selbsterfahrungstrip zu verfilmen Statt eines knallharten , spannenden monumentalen Epos in unwirklicher enger Naturlandschaft und diesen entweder als Thriller bzw. als Italowestern zu konzipieren.
    Aber an solch einer herkömmlichen Genreverfilmung hatten beide ja extra kein Interesse bekundet.
    Geändert von Huckybear (15.03.2018 um 13:43 Uhr)

  11. #136
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
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    Zitat Zitat von Huxley Beitrag anzeigen
    Sagt mir dann bitte irgendwann, was Comanche und Durango besonders macht.
    MMn gehören Blueberry und Comanche zu den am besten gezeichneten Comics aller Zeiten (Dynamik, Perspektive, Seitenaufbau, detaillierte Zeichnungen, etc.). Darüber hinaus ist der Erzählrhythmus und der Spannungsaufbau perfekt.
    Inhaltlich sind es natürlich "typische" Western, mit der eigenen Thematik; "last frontier", die aus der Zeit gefallenen "Helden", ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss, usw.

    Aber wahrscheinlich können die anderen hier das besser erklären...

  12. #137
    Zitat Zitat von Huxley Beitrag anzeigen

    Und ja, "Das finstere Tal" ist Pflichtprogramm. Ist ein österreichischer Western. Die westlichen Alpen Österreichs nämlich stehen der "Huntsville Subgroup" ("Blue Fugates aus Troublesome Creek") aus Kentucky (beides einfach googeln und kichern) manchmal in nichts nach. Das wissen wir spätestens seit "Schlafes Bruder".
    schlumpftastisch!

  13. #138
    Mitglied Avatar von amicus
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    Zitat Zitat von Huxley Beitrag anzeigen
    Im ersten Beitrag dieses Threads mögen sich bei den 20 genannten Vertretern ja durchaus einige Kaliber befinden. Es wäre jetzt schön, wenn nicht nur Schulnoten verteilt werden würden, sondern ein bisschen Begründung gebracht wird, warum gerade Blueberry, Comanche und Durango bei den eingefleischten Westernfans immer vorne stehen.

    Beispielsweise bei Blueberry hervorragende Zeichnungen und eben auch ganz einfach tolle Storys.

  14. #139
    Mitglied Avatar von Huxley
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    Danke. Ich bin jetzt auch selbst auf die Idee gekommen und habe die Threads zu Durango und Comanche mal durchforstet. Manchmal bin ich gar nicht so blöd...
    Wenn man die ganzen Beiträge zum Druck und Format und zur Bildbearbeitung überliest, findet man ein bisserl was zum Inhalt auch.

  15. #140
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von Huxley Beitrag anzeigen
    (...) Im ersten Beitrag dieses Threads mögen sich bei den 20 genannten Vertretern ja durchaus einige Kaliber befinden. Es wäre jetzt schön, wenn nicht nur Schulnoten verteilt werden würden, sondern ein bisschen Begründung gebracht wird, warum gerade Blueberry, Comanche und Durango bei den eingefleischten Westernfans immer vorne stehen. (...)
    Tja. Der Ansatz war halt ein anderer: Jeder kennt ein paar Western. Der eine die, der andere andere. Es gibt aber meist Überschneidungen. Wenn man also eine Liste von jemandem sieht, der ein paar Serien, die man selbst kennt, postet, kann man anhand der Reihung vergleichen, in wie weit die Reihung der eigenen bekannten Serien dem eigenen Geschmack entspricht. Und wenn dann dazwischen Serien sind, die man noch nicht kennt, kann man eben abschätzen, dass es vielleicht lohnend wäre, diese anzutesten. Oder eben grade nicht.

    Also so in etwa das Prinzip: Wer dies und das mag, dem gefällt wahrscheinlich auch jenes. Oder auch: Wenn dem, der meine Favoriten eher auf hinteren Plätzen sortiert, auch die Serie XY nicht so gefällt, dann gefällt sie wahrscheinlich mir.

    Und meine 'Zwischenbilanz' belegt ein Stück weit diese 'Verhältnismässigkeit der Serien zueinander': Blueberry ist über weite Strecken der 'klassische, amerikanische Western'. Durango ein (fast) 'typischer' Italo-Western. Comanche hat von beidem ein bisschen und wird deshalb mit wenigen Ausnahmen meist dazwischen sortiert. Wer nun diese drei Serien kennt, selbst Durango vorn sieht und Blueberry weiter hinten, kann dann auch anhand einer Reihung, die Blueberry an der Spitze sieht, abschätzen, ob ihm zB der noch unbekannte Undertaker gefallen würde, je nachdem, wie weit dieser in der geposteten Liste von Blueberry/Durango entfernt ist.

    Oder wenn ich mich gar nicht entscheiden kann, ob Blueberry oder Comanche auf Platz 1 gehört, dann wäre wahrscheinlich jede Serie für mich ein 'Mal-Reingucken' wert, die von anderen zwischen diese beiden sortiert wurde.

    --
    Dies soll nur den Ansatz des Threads verdeutlichen. Wer möchte, darf natürlich trotzdem detailliert erläutern, warum ihm ausgerechnet diese oder jene Serie besonders gut gefällt oder ihn im Gegenteil enttäuscht hat. Ich persönlich finde aber oft hilfreicher, wenn ich meinen Geschmack mit dem von anderen in Relation stellen kann, um dann danach dessen Urteil über mir Unbekanntes entsprechend einordnen zu können. - Im bremer Stadtmagazin gab es früher vor allem zwei 'namhafte' Kino-Rezensenten. Da hatte ich nach ner Weile raus: Was dem einen gefällt, gefällt mir meist auch, während ich bei dem anderen ziemlich sicher gehen konnte: Was dem nicht gefällt, ist wahrscheinlich genau mein Film. Letzteres sogar oft sicherer als bei dem, der eher gut fand, was ich auch gut fand.
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  16. #141
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
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    Weiß nicht warum Blueberry immer als klassischer amerikanische Western genannt wird. Die ersten Bände ja, aber spätestens ab den Südstaatengold Zyklus ist es damit vorbei.
    Auch hier ist der Einfluss des Italo- und des Postwesterns zu erkennen.

    Auch im Film sind die "klassischen amerikanischen Western" nicht ganz so "klassisch", siehe Die gloreichen Sieben.

  17. #142
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Je, nun. 'Klassischer, amerikanischer Western' ist halt schon n bissl mehr, und vor allem nicht identisch mit 'Kavallerie-Western'...

    Und bei Blueberry ist natürlich beim 'Gespenst' und bei der 'Sargballade', alles etwas 'dreckiger' und der Einfluss vom Italo-Western spürbar. Aber spätestens nach 'Angel Face' geht's wieder zurück.
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  18. #143
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    Den klassischen amerikanischen Western sehe ich immer so, dass mir jemand mit erhobenem Zeigefinger gegenüber steht. Der erscheint mir immer etwas erzieherisch. Ein Genre der mir erklären will was gut und was böse ist und wie man sich zu benehmen hat und, dass das Gute immer siegt. Kurz: Bibeltreu.

    Der Italo-Western ist dagegen gemein, hinterhältig. Gut und Böse sind oft nicht auseinander zu halten. Zwar kämpft der Held immer für das Gute, oder zumindest was er für das Gute hält, aber oft nicht mit sauberen Mitteln und ist selbst nicht ganz sauber (damit ist nicht die Hygiene gemeint).

  19. #144
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
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    Zitat Zitat von Alice vom See Beitrag anzeigen
    Den klassischen amerikanischen Western sehe ich immer so, dass mir jemand mit erhobenem Zeigefinger gegenüber steht. Der erscheint mir immer etwas erzieherisch. Ein Genre der mir erklären will was gut und was böse ist und wie man sich zu benehmen hat und, dass das Gute immer siegt. Kurz: Bibeltreu.
    Eben nicht. Siehe Red River (1946) , The Serchers (1956), Der Man der Liberty Valance erschoß (1962), Wild Bunch (1969).
    Der (gute) klassische amerikanischen Western war nie sauber. Vielleicht in den 20er, in den Tom Mix Filmen.

  20. #145
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    Wobei der klassische amerikanische Western in den vielen Serien fast immer "sauber" war. Sogar die Bardame Miss Kitty in Gunsmoke war mehr Heilige als leichtes Mädchen.
    Und diese Serien haben das Westernbild eher mehr geprägt als die Spielfilme.

  21. #146
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von Comanche Beitrag anzeigen
    (...) Sogar die Bardame Miss Kitty in Gunsmoke war mehr Heilige als leichtes Mädchen.
    Und diese Serien haben das Westernbild eher mehr geprägt als die Spielfilme.
    ...und in den Filmen war es umgekehrt: Shirley an der Seite von Clint ("Ein Fressen für die Geier"), da war die Heilige ein leichtes Mädchen ...
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  22. #147
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
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    Zitat Zitat von Comanche Beitrag anzeigen
    Und diese Serien haben das Westernbild eher mehr geprägt als die Spielfilme.
    Wie kommst darauf? Vielleicht dein Westernbild...

  23. #148
    Mitglied Avatar von franque
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    Ich würde das eher unterscheiden zwischen kindertümlichen (mit simplem Gut/Böse-Schema; Tom Mix/Hopalong Cassidy, die ganzen singenden Cowboys, z.T. nachher nahtlos übergegangen in die frühen TV-Serien) und den eher erwachsenen Western, die nicht die üblichen Klischeemuster beachteten und psychologisch differenziertere Charaktere (Antihelden etc.) aufwiesen.

    Dazu zählen zunächst außer Ford und Hawks und gewissen Einzelfällen wie "High Noon" auch die Anthony-Mann-Western mit James Stewart, die sich teils an der griechischen Tragödie orientierten; so ähnlich sind auch die Randolph Scott/Budd Boetticher-Kollaborationen.
    In den Sechzigern natürlich Peckinpah und die meist sehr zynischen Italo-Western; Meisterwerk des Western-Antihelden-Zynismus ist aber z.B. auch "Die gefürchteten Vier" ("The Professionals") von Richard Brooks.

    In den Siebzigern folgen dann einige Werke, die die völlige Demontage/Dekonstruktion vollführen, wie "Little Big Man" und Altmans "McCabe & Mrs. Miller". Sein "Buffalo Bill And The Indians" ist sozusagen das Endstadium: eine Politsatire, die als Kommentar zur 200-Jahr-Feier der USA im selben Jahr fungierte.
    Geändert von franque (17.03.2018 um 11:41 Uhr) Grund: hopalong

  24. #149
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
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    Zitat Zitat von franque Beitrag anzeigen
    Dazu zählen zunächst außer Ford und Hawks und gewissen Einzelfällen wie "High Noon" auch die Anthony-Mann-Western mit James Stewart, die sich teils an der griechischen Tragödie orientierten; so ähnlich sind auch die Randolph Scott/Budd Boetticher-Kollaborationen.
    Da fallen mir noch die Filme von Aldrich, Daves und Sturges ein.
    Daneben gibt es auch Regisseure die jeweils nur ein oder zwei Beträge zum Genre geleistet haben; aber dafür herausragende. Wie z.B. Blake Edwards, der nur einen Western gedreht hat.

  25. #150
    Mitglied
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    Zitat Zitat von Schreibfaul Beitrag anzeigen
    Eben nicht. Siehe Red River (1946) , The Serchers (1956), Der Man der Liberty Valance erschoß (1962), Wild Bunch (1969).
    Der (gute) klassische amerikanischen Western war nie sauber. Vielleicht in den 20er, in den Tom Mix Filmen.
    Dochdoch. Der war immer sauberer als die Italo-Western. Es ging immer um das Gute, das gegen das Böse gewinnt. Oder dass Beharrlichkeit gewinnt oder, dass Kameradschaft besser zum Ziel führt usw... Das zieht sich quer durch alle Western. Im Prinzip erzieherische Themen, um brave Bürger und Soldaten heran zu ziehen. Das ging bis Mitte/Ende der 60er, bis der Italo-Western das Genre aufgemischt hat. Die amerikanischen Western mit Clint Eastwood gehören schon gar nicht mehr zum klassischen Western. Die sind schon deutlich vom Italo-Western beeinflusst, bzw gehören der postklassischen Zeit an.

    High Noon, der genannt wurde, ist auch so ein erzieherischer Film. Da geht es im Prinzip darum, dass wenn man beharrlich genug ist, das Gesetz auch durchsetzt. Es geht auch darum sich selbst und seinen Prinzipien treu zu bleiben. Den Film hat man uns damals in der Schule vorgeführt und hatte das Prädikat erzieherisch wertvoll (sind schon Jahrzehnte her).

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