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  1. #76
    Mitglied Avatar von Pegasau
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    Für den Fall, dass ich mal wieder einen immanent gut versteckten, verschwurbelten ironischen Hintersinn nicht mitgekriegt habe, bitte ich im Voraus um Verzeihung.
    Aber als "Easter Egg" wird heutzutage ein verstecktes Extra bezeichnet.
    Kommt aus der Computerbranche, daher auch die englische Terminierung.
    Mit "Ostereiern" im Sinne des Osterfests haben "Easter Eggs" in diesem Kontext also nicht wirklich etwas gemein, weshalb es tatsächlich Sinn ergibt, Ester Eggs und Ostereier optisch erkennbar durch einen linguistischen Trick semantisch zu unterscheiden.

    Hier noch schnell ein Link:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Easter_Egg
    Geändert von Pegasau (03.01.2018 um 20:35 Uhr) Grund: Ergänzung
    Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

  2. #77
    Mitglied Avatar von Brabrax
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    Zitat Zitat von Pegasau Beitrag anzeigen
    als "Easter Egg" wird heutzutage ein verstecktes Extra bezeichnet.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Easter_Egg
    So ist es!

  3. #78
    Mitglied Avatar von gbg
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    Habe ich trotzdem noch nie gehört und mag ja auch so neudeutsch sein, ich versuche eigentlich diesen Neusprech nicht mitzumachen, fällt aber leider immer schwerer. Sehr viele können z.B schon nicht mal mehr die Frakturschrift lesen, aber Easter-Egg schnabeln

  4. #79
    Ich erfreue mich auch gern am Netzschalter anstatt des Powerbuttons, wenn ich meine alte RFT-Anlage ausschalte. Aber, Sprachen entwickelten sich schon immer (und nicht unbegründet) unter dem Einfluss anderer Sprachen, so war es und so wird es immer sein. Ein reines Deutsch gab und gibt es nicht - falls jemand danach sucht ...
    Geändert von Max schwalbe (05.01.2018 um 10:20 Uhr)

  5. #80
    Mitglied Avatar von gbg
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    So ist es, das „deutsch“ der Kaiserzeit (wenn man die technischen Beschreibungen der Patente liest, kommt doch sehr einfach, das begrüße ich, aber eben auch gestelzt daher) oder wie im Heft, aktuell die Lutherzeit, würden wir heute auch kaum noch verstehen.
    So hat jede Zeit seine Sprache, die aus Mundarten gefärbt oder angelehnt oder aus anderen Sprachen übernommen wurden.

  6. #81
    Mitglied Avatar von Chelidoni
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    Funfact! (Yay, schon wieder Neusprech! ) : Anstatt des im Mittelteil erwähnten Totenkopf-Marienkäfers gibt es tatsächlich eine Totenkopf-Schabe (Blaberus craniifer): http://arachnoboards.com/gallery/bla...ate=1450542642
    Und die ist echt niedlich

    Besonders erwähnenswert finde ich diesmal die Fan-Zeichnungen bei den Leserbriefen. D. Maaß und Paul Bräutigam haben echt Talent und der Igel von Klara Bräutigam ist einfach entzückend: "Jetzt brauche ich nur noch ein Mosaik für meinen Winterschlaf."

    @ Tilberg: Ich bin neugierig. Warum sind die blutenden Hostien denn deine Lieblings-Reliquie?
    Geändert von Chelidoni (07.02.2018 um 18:11 Uhr) Grund: "Minterschlaf"?!? --> Winterschlaf ^^;

  7. #82
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Das ist schön, daß du fragst! Die wichtigsten Fakten stehen ja schon im Mosaik, aber ich kann das auch noch etwas ausschmücken. Die Geschichte der Wilsnacker Bluthostien ist eine wunderbare Parabel auf die menschliche Komödie, auf unsere Dummheit und Klugheit, unsere hochfliegenden Pläne und die tönernen Füße der Realität. Ein Beispiel für den Unterschied zwischen Recht haben und das Richtige tun. Es ist eine Geschichte des Turmbaus zu Babel in der Prignitz und würdig einer Neufassung von Percy Shelleys "Ozymandias".

    Es beginnt damit, daß in den 1380ern ein Raubritter der Umgebung das Dörfchen Wilsnack niederbrennt und damit auch die Dorfkirche zerstört. Beim Begehen der Ruinen am nächsten Tag findet der Pfarrer Calbutz (der lustigerweise auch noch so heißt wie der berühmte Ritter Kalebutz vom nahen Kampehl, dessen Leiche nicht verwest), von einem Traum geleitet, in den Trümmern der Kirche drei unverbrannte Hostien vom letzten Abendmahl, tiefrot verfärbt vom Blut unseres HErrn JEsus CHristus. Sie haben den Brand überstanden! Hosianna! Doch unser HErre JEsus CHrist weint blutige Tränen ob unserer Missetaten! So lasset uns denn preisen den HErrn in der Höhe, Kyrie eleison!

    Die Nachricht von den Bluthostien verbreitet sich in Windeseile und bald strömen die Pilger von nah & fern nach Wilsnack, um sie zu sehen. Der Ort prosperiert. Man beginnt einen Neubau der Kirche, doch diesmal wird es eine Kathedrale. Sie wird über den alten Kirchturm (der noch immer steht) hinweg gebaut! Die neue Kirche wird etwa so groß geplant wie der Rest des Ortes. Und warum auch nicht? Der Pilgerzug reißt das ganze 15. Jhd. über nicht ab und das Geld fließt in den Ort wie nix Gutes. Wilsnack ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas und mißt sich mit Santiago de Compostela. Es ist tatsächlich das Santiago des Nordens. Die Bluthostien werden natürlich immer fleißig ersetzt und neu eingefärbt, denn ewig hält sich das Backzeug ja nicht, sondern zerbröselt regelmäßig. Aber da die Heiligkeit einer Reliquie sich bekanntlich aus drei Quellen speisen kann - altehrwürdige Herkunft oder Wundertätigkeit oder fester Glaube wahrer Christenmenschen - und Punkt 3 definitiv erfüllt ist, manchmal auch Punkt 2, denn es sind ja nicht umsonst WUNDERbluthostien, ist das nicht weiter schlimm.

    So vergeht das 15. Jahrhundert und es kommt das 16. Jahrhundert und die Kathedrale wächst und wächst. Das Querschiff ist fertig, der Wunderhostienschrein ist fertig, das Langschiff und die Seitenschiffe sind halb fertig und erheben sich schon majestätisch über den alten Kirchturm. Da kommt die Reformation und mit ihr ein neuer Pfarrer nach Wilsnack. Ellefeld heißt der Mann. Er hat eigentlich mit der Wunderblutkathedrale nix zu schaffen, er hat seine eigene Kirche im Ort. Aber als aufrichtigen Reformator entrüstet ihn der Bilderglaube, die Wunderverehrung, der Aberglaube seiner Mitbürger. Ein neues Zeitalter ist angebrochen! Vernunft und reine Lehre sollen regieren! Hinweg mit dem alten Plunder! Doch die verstockten Wilsnacker wollen nicht hören. Und sind sie nicht willig, so brauch ich Gewalt, denkt sich Ellefeld und steigt eines Nachts in die Wunderblutkirche ein, erbricht den Wunderhostienschrein und verbrennt die Wunderbluthostien. Von wegen unbrennbar! Ha!

    So hat Ellefeld bewiesen, daß er Recht hatte. Die Wunderbluthostien waren nichts als frommer Betrug. Direkte Folge ist natürlich, daß der Pilgerstrom abbricht. Keiner will mehr kommen, um einen leeren Schrein anzustarren, nur weil da mal ein paar falsche Kekse lagen. Einzig die halbe Kathedrale erinnert noch an die einstige Größe. Die Kathedrale, die sich über den alten Kirchturm erhebt. Notdürftig wird eine Wand als Abschluß hochgemauert. Wilsnack selbst verschwindet wieder in der Bedeutungslosigkeit. Keiner mehr kennt seinen Namen, niemand findet es mehr auf der Landkarte, es versinkt allmählich im märkischen Sand.
    Geändert von Tilberg (07.02.2018 um 03:48 Uhr)
    "Wir pfeifen immer noch darauf, wenn es der Story dienlich ist!"
    Bhur am 12.9.2016

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    Nietzsche am 3.1.1889

  8. #83
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Feine Geschichte. Fetzt. Ganz herzlichen Dank fürs Aufschreiben. Ich weiß, Google ist mein Freund, aber ich bin in Eile und heute Mittag hab ich‘s wieder vergessen: Steht die Kathedrale noch?
    Und am 365. Tag erhob er sein Glas und sagte in seinem feierlichsten Ton: "Darauf wollen wir trinken - dass es nicht noch besser wird!"

  9. #84
    Mitglied Avatar von Tilberg
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  10. #85
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Besten Dank! Die gucke ich mir mal an, wenn es mich in die Nähe verschlägt. Jetzt muss ich nur noch rausfinden, wo Wilsnack liegt.
    Und am 365. Tag erhob er sein Glas und sagte in seinem feierlichsten Ton: "Darauf wollen wir trinken - dass es nicht noch besser wird!"

  11. #86
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Hab ich doch geschrieben: bei Kampehl.
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  12. #87
    Mitglied Avatar von gbg
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    Oder Legde/ Quitzöbel...

  13. #88
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Hinter Kampehl links. Merke ich mir.
    Und am 365. Tag erhob er sein Glas und sagte in seinem feierlichsten Ton: "Darauf wollen wir trinken - dass es nicht noch besser wird!"

  14. #89
    Mitglied Avatar von Chelidoni
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    Schön ausgeschmückt, danke dir .
    Tjaja, alles ist vergänglich, sogar der Trick mit den Hostien kann nicht ewig als geldeinspülender Pilgermagnet funktionieren. Zum Glück - für den vernünftig denkenden Menschen zumindest.


    Nur der olle Kahlbutz, der bleibt wohl ewig ein vertrocknetes Schreckgespenst – man, hat der Typ mir Alpträume als Kind beschert. Und das nur, weil ich ein Bild von ihm gesehen habe und mir die Geschichte dazu erzählt wurde.

  15. #90
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Zitat Zitat von Chelidoni Beitrag anzeigen
    Schön ausgeschmückt, danke dir .
    Tjaja, alles ist vergänglich, sogar der Trick mit den Hostien kann nicht ewig als geldeinspülender Pilgermagnet funktionieren. Zum Glück - für den vernünftig denkenden Menschen zumindest.
    Ja - und zum Pech für die Prignitz, könnte man hinzufügen.


    Nur der olle Kahlbutz, der bleibt wohl ewig ein vertrocknetes Schreckgespenst – man, hat der Typ mir Alpträume als Kind beschert. Und das nur, weil ich ein Bild von ihm gesehen habe und mir die Geschichte dazu erzählt wurde.
    Na, das wäre ja auch noch grusliger, wenn du von ihm Alpträume gehabt hättest, OHNE daß man dir ein Bild von ihm gezeigt und eine Geschichte über ihn erzählt hätte. Das hätte dann ja schon was von "Nightmare on Elmstreet".
    "Wir pfeifen immer noch darauf, wenn es der Story dienlich ist!"
    Bhur am 12.9.2016

    "Die MosaPedia - das dufte Mosaik-Lexikon im Internet!"
    Nietzsche am 3.1.1889

  16. #91
    Na es reicht vielleicht auch schon, wenn man die Nachwende-Spukserien gesehen hat.

  17. #92
    Mitglied Avatar von Chelidoni
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    Zitat Zitat von Tilberg Beitrag anzeigen
    Na, das wäre ja auch noch grusliger, wenn du von ihm Alpträume gehabt hättest, OHNE daß man dir ein Bild von ihm gezeigt und eine Geschichte über ihn erzählt hätte. Das hätte dann ja schon was von "Nightmare on Elmstreet".

    Oh ja, das wäre echt übel!

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