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Thema: Mosaikhefte restaurieren - Papierfrage

  1. #1
    Junior Mitglied
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    Mosaikhefte restaurieren - Papierfrage

    Hallo zusammen, da ich vor kurzem eine fast komplette Sammlung gekauft habe und naturgemäß die ganz alten Nummern ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wurden, möchte ich diese Hefte gerne vorsichtig restaurieren. Ich habe dies vor geraumer Zeit unter Zuhilfenahme eines dünnen, noch aus DDR-Restbeständen stammenden Papieres realisiert. Ich meinte, man hätte es damals als Zwischenlage benutzt, bin mir aber nicht sicher. Leider besitze ich nur noch einen kleinen Rest davon und bin im einschlägigen Fachhandel auch nicht fündig geworden.

    Das Papier ist sehr dünn, sodaß man es mittels Klebstift fast unsichtbar an den unbedruckten Bereichen einsetzen kann. Auch die leichte Gelbfärbung entspricht in etwa den Originalheften mit dem "besseren" DDR-Papier.

    Vielleicht kennt ja trotz meiner vagen Beschreibung jemand das Papier oder kann mir aufgrund eigener Erfahrungen mit einem Hinweis oder einer Bezugsquelle für bezahlbares "Restaurierpapier" dienen.

    Vielen Dank

  2. #2
    Mitglied Avatar von gbg
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    Die heutigen Buchbinder benutzen NESCHEN Filmoplast P Papier (in verschiedenen Farbtönen) oder auch Chinapapier genannt. Es lässt sich sogar wieder ablösen, leider nicht ganz rückstandsfrei.
    Man kann für unbedruckte Stellen auch alte Hefte "opfern" und damit zumindes den Rückenbereich gut restaurieren. Gelochte Hefte lassen sich mit eine Art "Maische" (Tapetenleim mit altem Mosaikpapier mischen und in die Lochung einfüllen) aufhübschen...
    Geändert von gbg (19.06.2017 um 23:05 Uhr)

  3. #3
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    Gelochte Hefte lassen sich mit eine Art "Maische" (Tapetenleim mit altem Mosaikpapier mischen und in die Lochung einfüllen) aufhübschen...
    Das probiere ich mal aus, danke für den Tipp!
    Und am 365. Tag erhob er sein Glas und sagte in seinem feierlichsten Ton: "Darauf wollen wir trinken - dass es nicht noch besser wird!"

  4. #4
    Moderator Mosaik und Leipziger Comicgarten Forum Avatar von ali@thowi
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    Maische...

    Das Wort habe ich tatsächlich vor gefühlten 100 Jahren damals in Apolda von Ingo zum ersten Mal gehört.
    Danke für die Erinnerung, gbg...!

  5. #5
    Moderator Mosaik und Leipziger Comicgarten Forum Avatar von ali@thowi
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    Chouette kann uns dann ja über die neuesten Maischeerkenntnisse informieren. Wenn nicht er, dann eben Sandra Maischberger.

  6. #6
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    Hallo und Danke für die Antworten. Mit dem ganzen neumodischen und kostenintensiven Zeugs habe ich es nicht so und Tesa kommt natürlich auch nicht in Frage. Papier von alten Heften ist m.M. nach um einiges zu dick. Es gab da mal so ein schönes dünnes Pergamentpapier (kein Butterbrotpapier)....

    sowas hier... (ich hoffe ich darf das verlinken, ist nicht mein Angebot sondern gerade bei der Suche gefunden, ggf. bitte Link löschen )

    http://www.ebay.de/itm/60-Blatt-Papi...53.m1438.l2649

    Im Notfalle bestell ich das einfach mal und dann sehen wir weiter.

  7. #7
    Mitglied Avatar von gbg
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    Ja den Film gab es doch im ZGF, wo Ingo so ein Zeug anrührt
    Ich kann mich aber noch an den "Themennachmittag", sagt man wohl heute, in Apolda erinnern, wo es um restaurierte Hefte ging, mal in den alten Mosaiker nachschlagen, war so 88/89??

    Das Papier würde auch gehen, ist dann aber auch nicht rückstandsfrei zu entfernen.
    Übrigens, alten Tesafilm bekommt man mit Heptan N? ab, an unverdächtiger Stelle probieren, dann einpinseln und nach und nach das alte Tesa-Zeugs ablösen, aber schööön vorsichtig. Da meist kleine Teile des Papiers daran festkleben.
    Danach noch die Verfärbung (Radiergummi, Schaber etc entfernen, wir nie alles runtergehen)
    Aber ein Heft 1 kann man schön sauber bekommen und lesbar machen. Also man kann es wieder in die Hand nehmen und es hat sogar eine Wertsteigerung! Mal sehen ob ich noch alte Fotos von so einer Restauration finde.
    Also, wie der Restaurator sagt: Gut Wulst !

    Nachtrag: mit einem runden glatten schweren Gegenstand, das aufgeraute Papier wieder glätten (manchmal hilft etwas "anhauchen" - Feuchte) dann kann man darauf sogar mit Buntstift die alten Konturen/Farben sehr gut nachzeichnen. Es darf keine Wasserfarbe verwendet werden, läuft in die Faser... ebenso sollte man Faserschreiber sorgsam und sparsam verwenden. Buntstifte sind das Maß der Wal, damit kann man sogar alle Farbschattierungen hinbekommen.

    Nachtrag 2: eine sehr kostenintensive, aber sehr gute Sache ist die Restauration des "Anfaserns"! Machen Museen mit alten Büchern, Zeitschriften. Dort wird über ein chemisches Papierverfahren, der fehlende Teil des Hefts, Seite angefasert! Ist kein Quatsch, habe ich bei einem Sammler sogar gesehen, er hat die Umschlagseite des Hefts 10 so behandeln lassen. Die fehlenden Bildinhalte muss man natürlich selbst darauf zeichnen.
    Also das geht dann schon ins künstlerische...
    Geändert von gbg (20.06.2017 um 18:03 Uhr)

  8. #8
    Mitglied Avatar von Bruno
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    Zitat Zitat von dette Beitrag anzeigen
    Das Papier ist sehr dünn, sodaß man es mittels Klebstift fast unsichtbar an den unbedruckten Bereichen einsetzen kann. Auch die leichte Gelbfärbung entspricht in etwa den Originalheften mit dem "besseren" DDR-Papier.
    Vielleicht kennt ja trotz meiner vagen Beschreibung jemand das Papier oder kann mir aufgrund eigener Erfahrungen mit einem Hinweis oder einer Bezugsquelle für bezahlbares "Restaurierpapier" dienen.
    Ich weiß, was für ein Papier Du meinst.
    Zitat Zitat von gbg
    NESCHEN Filmoplast P
    Dieses Papier ist aber definitiv die bessere Wahl, da wesentlich dünner und transparenter. Man muss es nur nach dem Auftragen mit einem Spatel ordentlich ausstreichen, dann ist es auch vor einem farbigen Hintergrund kaum wahrzunehmen.
    Alternativ dazu gibt es auch Filmoplast R. Dieses Papier wird aufgebügelt und ist auch thermisch jederzeit wieder entfernbar. Leider ist es aber etwas langfasriger und daher nicht ganz so transparent.
    Zitat Zitat von gbg
    Nachtrag 2: eine sehr kostenintensive, aber sehr gute Sache ist die Restauration des "Anfaserns"! Machen Museen mit alten Büchern, Zeitschriften. Dort wird über ein chemisches Papierverfahren, der fehlende Teil des Hefts, Seite angefasert! Ist kein Quatsch, habe ich bei einem Sammler sogar gesehen, er hat die Umschlagseite des Hefts 10 so behandeln lassen. Die fehlenden Bildinhalte muss man natürlich selbst darauf zeichnen.
    Ist wohl eher ein physikalisches Verfahren, das auf getrennten elektrischen Ladungen beruht, ähnlich dem Galvanisieren.
    Geändert von Bruno (20.06.2017 um 21:45 Uhr)

  9. #9
    Mitglied Avatar von gbg
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    Kann sein, musst Du mal Harry fragen...

  10. #10
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    So, habe jetzt einfach mal beides geordert und werde dann weiter sehen.

  11. #11
    Mitglied Avatar von gbg
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    Du kannst ja mal Deine Restaurations-Ergebnisse hier zeigen, man lernt immer was dazu? Danke

  12. #12
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    So, das westdeutsche Wunderklebeband ist gestern eingetroffen und ich muss sagen, dass es schon recht genial ist. Man sieht es wirklich kaum und es trägt auch nur minimal auf. Leider ist es bei jedem einzelnen Schritt extrem nervig, das Trägerpapier abzulösen. Wenn ich mich demnächst also nach langer Zeit wieder an ein paar (neue) ganz alte Hefte wage, werde ich wohl eine Kombination aus Filmoplast und "DDR-Durchschlagpapier" anwenden, wobei letzteres hauptsächlich auf den unbedruckten Mittelfalzen bzw. Rändern zum Einsatz kommen wird.

  13. #13
    Mitglied Avatar von gbg
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    Ja dieses Trägerpapier abfummeln ist wirklich nervig, aber auch da gibt es einen Trick.
    1. Man muss es nur einmal abfummeln und schiebt eine kleine Folie am Abschnittsende drunter und beim nächsten mal geht es schon fast wie von selbst. 2. Folie halt nur nicht vergessen, sonst siehe 1.

  14. #14
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    Hallo und danke nochmal. Mal etwas grundsätzlich anderes: hat jemand schon mal erfolgreich eine bestehende Buchbindung bzw. Verklebung wieder gelöst ? Wenn ja, womit ? Ich lese hin und wieder von n-Heptan, taugt das was und woher beziehe ich das Zeug ?

  15. #15
    Mitglied Avatar von gbg
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    Kann man empfehlen, aber an unsichbarer Stelle vorher mal probieren, könnte manchmal Rückstände auf dem Papier hinterlassen.

  16. #16
    Mitglied Avatar von Bruno
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    Bestehende Buchbindungen sollte man nicht wieder auflösen. Die Hefte wurden in aller Regel beschnitten und der Heftrücken ist auch beschädigt, wozu also dann herauslösen. n-Heptan ist in der Tat ein gutes Mittel, um Tesastreifen zu entfernen. Der ins Papier eingedrungene Klebstoff hinterlässt seine Spuren allerdings leider dauerhaft.

  17. #17
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    Woher kann ich denn n-Heptan beziehen und hat wirklich niemand andere Erfahrungen bezüglich des "Auflösens" machen können?

  18. #18
    Moderator Mosaik und Leipziger Comicgarten Forum Avatar von ali@thowi
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    Zitat Zitat von dette Beitrag anzeigen
    Woher kann ich denn n-Heptan beziehen?
    Google hilft bei ALLEM, gibt es sogar bei Amazon.

  19. #19
    Mitglied Avatar von gbg
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    Zitat Zitat von dette Beitrag anzeigen
    Woher kann ich denn n-Heptan beziehen und hat wirklich niemand andere Erfahrungen bezüglich des "Auflösens" machen können?
    Ich habe noch einen Rest da, kann ich Dir schicken, mal mail an [email protected]

    Frage wäre an einen Chemiker gerichtet, wie man Klebereste von Papier abbekommt. Dennoch die Verfärbungen bleiben, die kann man nur behutsam mit weichen Radiergummi etwas bessern.

  20. #20
    Mitglied Avatar von Bruno
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    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    Dennoch die Verfärbungen bleiben, die kann man nur behutsam mit weichen Radiergummi etwas bessern.
    Sorry aber das klappt 100%ig überhaupt nicht.

  21. #21
    Mitglied Avatar von gbg
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    Hm, bei mir hat es geklappt aber natürlich ist die Verfärbung nicht weg. Das Papier muss dann auch noch geglättet werden, da Faserrauh.

  22. #22
    Mitglied Avatar von Bruno
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    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    Hm, bei mir hat es geklappt aber natürlich ist die Verfärbung nicht weg.
    Eben, das meinte ich ja.

  23. #23
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    ... und bei amazon oder ebay gibts n-Heptan definitiv nicht. :-)

  24. #24
    Moderator Mosaik und Leipziger Comicgarten Forum Avatar von ali@thowi
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    Zitat Zitat von dette Beitrag anzeigen
    ... und bei amazon oder ebay gibts n-Heptan definitiv nicht. :-)
    Nö. https://www.amazon.de/Heptan/s?ie=UT...s%2Ck%3AHeptan

  25. #25
    Mitglied Avatar von Sinus_Cosinus
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    Zitat Zitat von dette Beitrag anzeigen
    ... und bei amazon oder ebay gibts n-Heptan definitiv nicht. :-)
    Die nächstgelegene Apotheke sollte sowas ebenfalls haben. Das spart Portokosten und schont evtl. sogar die Umwelt (wenn du hinläufst ). Böses A bleibt aussen vor....

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