1. #4751
    Es mag sein, dass ich sehr pessimistisch in die Zukunft schaue, dass mag ich gar nicht abstreiten. Aber wenn ich mir die heutige Zeit anschaue, wo schon in Europa Zeter und Mordio geschrien wird, wenn Flüchtlinge vor unseren Toren stehen, europäische Länder sich unter anderem deswegen abschotten wollen und fragwürdige Deals geschlossen werden, eine europäische Lösung nicht gefunden werden kann, obwohl wir die Kapazitäten dazu hätten, frage ich mich, wie es wohl wäre, wenn sich die Lage weiter zuspitzt, es immer mehr Wirtschafts- und Kriegsflüchtlinge gibt. Ich projeziere einfach die derzeitige Lage, in die nächsten Jahrzehnte. Sicher werden sich rückständige Länder weiter entwickeln, bessere Standards erreicht, nur habe ich die Befürchtung, dass die Bevölkerungszunahme dieses mehr als kompensiert und viele Länder einfach überfordert sind, daraus folgende Probleme aus eigener Kraft zu bewältigen.

    Vor meinem geistigen Auge sehe ich sehr viel Konfliktpotential, allein aus der Ungerechtigkeit dieser Welt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Ungerechtigkeit zunehmen wird, je mehr Menschen es gibt. Sicherlich wird es Menschen geben, denen es besser gehen wird, einen großen Teil sehe ich aber auf der Verliererseite. Viele abgehängte Länder würde ich als nicht sonderlich stabil bezeichnen, die bei Zunahme der Bevölkerung durchaus kippen könnten. Ich könnte sogar zynisch behaupten, wir brauchen Despoten auf dieser Welt, um Menschen in Schach zu halten. Hätten wir heute den IS, wenn die westlichen Länder nicht im nahen Osten interveniert hätten? Dem IS werden andere Organisationen folgen, in immer mehr Ländern der Welt, es müssen sich nur genug abgehängte Menschen finden, die sich unter einer Flagge, welcher Art auch immer, formieren. Ungerechtigkeit lässt sich nicht durch technischen Fortschritt aus der Welt schaffen.

    Technischer Fortschritt heißt auch nicht gleich, dass diese Technik auch angewandt wird. Unsere polnischen Nachbarn könnten ohne Probleme saubere Energie erzeugen, trotzdem wurde dort intensiv in Kohlekraftwerke investiert. Kohle ist vorhanden, Kohle ist günstig, mit Kohle begeben sie sich nicht in Abhängigkeit. Ökonomie schlägt Ökologie, daran wird sich so schnell nichts ändern. Amerika schlägt gerade ähnlich Wege ein. Fracking ist auf einmal lukrativ, an fossilen Brennstoffen wird festgehalten, unter Trump werden Umweltauflagen sicher bald passé sein. Unter diesen Vorraussetzungen wird diese Welt sicher keine 50 Milliarden Menschen fassen können, bevor das Ökosystem kippt, wenn schon fortschrittliche westliche Staaten sich dem Fortschritt verweigern. Der Point of no return rückt näher, mit fatalen Folgen.

  2. #4752
    Jeder Mensch macht sich Gedanken über die Zukunft. Der Mensch will Gewissheit haben, sehnt sich nach Sicherheit, Ordnung und Stabilität. Solche Fragen sind ganz natürlich.

    Wüsste man genauer, was die Zukunft bringt, könnte man sich entsprechend vorbereiten und sich emotional darauf einstellen.

    In einer Welt, in der es immer turbulenter zugeht, befassen sich Finanzexperten, Politikwissenschaftler und Soziologen intensiv mit historischen Entwicklungen und modernen Trends, um daraus verlässliche Zukunftsprognosen abzuleiten.

    Ja, und andere wollen unbedingt wissen, was die Zukunft ihnen persönlich bringt, und beschäftigen sich mit Astrologie und Wahrsagerei und Pseudo-Hokus Pokus.

    Die Fähigkeit des Menschen, in die Zukunft zu schauen, ist praktisch gleich null.

  3. #4753
    Moderator Splitter Forum
    Registriert seit
    04.2000
    Beiträge
    11.194
    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Es mag sein, dass ich sehr pessimistisch in die Zukunft schaue, dass mag ich gar nicht abstreiten. Aber wenn ich mir die heutige Zeit anschaue, wo schon in Europa Zeter und Mordio geschrien wird, wenn Flüchtlinge vor unseren Toren stehen, europäische Länder sich unter anderem deswegen abschotten wollen und fragwürdige Deals geschlossen werden, eine europäische Lösung nicht gefunden werden kann, obwohl wir die Kapazitäten dazu hätten, frage ich mich, wie es wohl wäre, wenn sich die Lage weiter zuspitzt, es immer mehr Wirtschafts- und Kriegsflüchtlinge gibt. Ich projeziere einfach die derzeitige Lage, in die nächsten Jahrzehnte. Sicher werden sich rückständige Länder weiter entwickeln, bessere Standards erreicht, nur habe ich die Befürchtung, dass die Bevölkerungszunahme dieses mehr als kompensiert und viele Länder einfach überfordert sind, daraus folgende Probleme aus eigener Kraft zu bewältigen.
    Noch einmal ... diese Probleme sind nicht auf ein Ende
    der Rohstoffe oder eine Überbevölkerung zurückzuführen.

    Im Gegenteil ... der Preisverfall (also das weltweite Überangebot)
    beim Öl trifft gerade die armen Länder, wie Kongo, Angola,
    Ägypten und Nigeria .. und diejenigen in Südamerika, wie
    Venezuela, Brasilien ... sie alle haben massive Probleme.

    Den meisten genannten Ländern fehlt eine rohstoffunabhängige
    Wirtschaft ... und die im Welthandel angeboten werden kann.

    Deren aktuelle Krise ist eine Krise des Überangebotes und der billigen
    Ressourcen, welches wahrscheinlich noch 100 bis 200 Jahre
    anhält.


    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Vor meinem geistigen Auge sehe ich sehr viel Konfliktpotential, allein aus der Ungerechtigkeit dieser Welt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Ungerechtigkeit zunehmen wird, je mehr Menschen es gibt. Sicherlich wird es Menschen geben, denen es besser gehen wird, einen großen Teil sehe ich aber auf der Verliererseite. Viele abgehängte Länder würde ich als nicht sonderlich stabil bezeichnen, die bei Zunahme der Bevölkerung durchaus kippen könnten. Ich könnte sogar zynisch behaupten, wir brauchen Despoten auf dieser Welt, um Menschen in Schach zu halten. Hätten wir heute den IS, wenn die westlichen Länder nicht im nahen Osten interveniert hätten? Dem IS werden andere Organisationen folgen, in immer mehr Ländern der Welt, es müssen sich nur genug abgehängte Menschen finden, die sich unter einer Flagge, welcher Art auch immer, formieren. Ungerechtigkeit lässt sich nicht durch technischen Fortschritt aus der Welt schaffen.
    Ja, vielleicht haben wir recht bald einen ganz großen Konflikt
    - bis hin zum 3. Weltkrieg.


    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Technischer Fortschritt heißt auch nicht gleich, dass diese Technik auch angewandt wird. Unsere polnischen Nachbarn könnten ohne Probleme saubere Energie erzeugen, trotzdem wurde dort intensiv in Kohlekraftwerke investiert.
    Ja, aber warum? Weil Kohle massig vorhanden und billig ist! Das widerspricht
    der Annahme, dass die Erderwärmung oder Resosurcenknappheit aktuell
    eine Rolle spielen.


    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Fracking ist auf einmal lukrativ, an fossilen Brennstoffen wird festgehalten, unter Trump werden Umweltauflagen sicher bald passé sein.
    Das sind doch meine Worte. Dicke SUVs werden solange gefahren, solange
    der Sprit verfügbar und billig bleibt. Nicht jeder macht das so (ich z. B. ),
    aber wenn dann irgendwann mal die Preise spürbar anziehen dann werden
    auch die amerikanischen Autos wieder kleiner.

    In Deutschland überwiegt halt das "Gefühl der Knappheit", weil bei uns
    die Politik und die Medien schon seit Jahrzehnten die Umweltsünde betonen
    und den Verkaufspreis künstlich hoch halten. In den USA z. B. haben sich in
    den letzten Jahren Benzin, Öl, Gas und Strom im Preis (im Schnitt) ungefähr
    halbiert (auf zuvor schon niedrigerem Niveau).


    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Unter diesen Vorraussetzungen wird diese Welt sicher keine 50 Milliarden Menschen fassen können, bevor das Ökosystem kippt, wenn schon fortschrittliche westliche Staaten sich dem Fortschritt verweigern.
    Weil die Ressourcen endlich sind, wird das Recyling irgendwann
    das sein, was Heute die Bodenausbeute ist. Der Kreislauf schliesst
    sich dann!

    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Der Point of no return rückt näher, mit fatalen Folgen.
    Welcher "return" of? ... aber was soll das sein?
    Die Welt ist schon immer im "no-return-Wandel"!
    Geändert von horst (11.02.2017 um 02:59 Uhr) Grund: gramma.

  4. #4754
    Dauerhaft gesperrt
    Registriert seit
    05.2016
    Beiträge
    144
    Blog-Einträge
    2
    Habt ihr es bald?

  5. #4755
    Mitglied Avatar von Mayaca
    Registriert seit
    09.2013
    Ort
    Bochum
    Beiträge
    902
    Surpris surpris. Ein Mann, drei Worte:Frank Walter Steinmeier

  6. #4756
    Und wieder wird ein völlig unnötiges Amt besetzt. Für den Steuerzahler schweineteuer, und sowas von entbehrlich. Ausserdem wird einer dahin befördert, der mit Schröder die Agenda 2010 "verbrochen" hat. Es ist nur noch zum k......

  7. #4757
    Zitat Zitat von horst Beitrag anzeigen
    Welcher "return" of? ... aber was soll das sein?
    Die Welt ist schon immer im "no-return-Wandel"!
    Wir leben jetzt doch schon über unsere Verhältnisse, beanspruchen die Natur über Maß. Z.B. ist in Deutschland der Verbrauch an natürlichen Ressourcen um einiges höher, als uns überhaupt an Nutzfläche zur Verfügung steht. So können wir nur deshalb solche Unmengen an Fleisch produzieren, weil wir wie blöd Sojabohnen für die Futtermittelproduktion aus Südamerika importieren. Unseren Biokraftstoffen setzen wir Palmöl bei, welches vorwiegend aus Indonesien stammt. Brasilien und Indonesien haben indes gemein, dass für den Anbau von Sojabohnen und Palmöl riesige Monokulturen geschaffen werden, wiederum zu Lasten der Natur. Um die benötigte Nutzfläche zu erhalten, werden dort Regenwälder gerodet, oft illegal und ansäßige Menschen in kleinen Dörfern aus ihren Hütten geprügelt. Aber nicht nur die Wälder werden zerstört, auch die Nutzflächen an sich, da für den besten Ertrag die schlimmsten Chemikalien eingesetzt werden. In Indonesien gab es vor nicht allzu langer Zeit durch Brandrodung die schlimmsten Waldbrände, die so dermaßen eskaliert sind, dass durch Dunstschleier das öffentliche Leben zum erliegen kam und Menschen gesundheitliche Folgen davontrugen. Selbst die Nasa sprach von einem Verbrechen an der Menschlichkeit und veröffentlichte beeindruckende Bilder aus dem All. Und das alles nur, damit Papa täglich seine 2 Schnitzel futtern kann und ein gutes Gewissen hat, weil er E10 in seinen Fiat Panda tankt. Und die Fleischindustrie frohlockt, weil sie billig Fleisch nach China verramschen kann.

    Wenn sich jetzt das Konsumverhalten in den Schwellenländer dem unseren nach und nach angleicht und immer mehr natürliche Ressourcen benötigt werden, auch durch Zunahme der Population, welche Konsequenzen wird das nach sich ziehen? Wenn es immer mehr Länder gibt, die über ihre Verhältnisse Leben? Ich gebe keinen Deut in die Vernunft der Menschen, ihr Konsumverhalten anzupassen und solange sich Profit machen läßt, wird Profit gemacht, die Zerstörung natürlicher Lebensräume weiter vorangetrieben. Irgendwann soweit, dass wir die entstandenen Schäden nicht mehr korrigieren können. Das verstehe ich unter Point of no return.
    Geändert von moriturus (13.02.2017 um 19:05 Uhr)

  8. #4758
    Sag ich doch. Aber auf mich hört ja keiner. Blödeste Spezies auf dem Planeten ?? Der Mensch!!

  9. #4759
    Zitat Zitat von falkbingo Beitrag anzeigen
    Und wieder wird ein völlig unnötiges Amt besetzt. Für den Steuerzahler schweineteuer, und sowas von entbehrlich. Ausserdem wird einer dahin befördert, der mit Schröder die Agenda 2010 "verbrochen" hat. Es ist nur noch zum k......
    Ich wollte hier gar nicht posten,im Grunde macht es keinen Sinn über Politik in einem Comicforum zu Diskutieren....
    Dieses Posting von dir möchte ich aber nicht unkommentiert stehen lassen:
    So einige Vergessen hier das bei der Agenda 2010 (von der ich einiges auch für falsch halte) die GRÜNEN mit an der Regierung waren und diese auch zu Verantworten haben! Außerdem,in welcher Lage befand sich Deutschland seinerzeit,wie viele Arbeitslose hatten wir? Unter einer CDU/FDP-Regierung wäre diese Agenda meiner Meinung nach wesentlich krasser für Arbeitnehmer ausgefallen. Die Sozis haben diese Agenda allerdings zu einseitig durchgeführt,es ging letztlich nur noch darum Löhne zu drücken und die Neo-Liberale Politik nahm hier ihren Anfang (auch die SPD hörte auf die immer gleichen Forderungen der Arbeitgeber). Mittlerweile,nach langer Zeit,hat die SPD erkannt dass so einiges an dieser Reform falsch ist und ändert einiges wieder.
    Ich werde meine Stimme doch wieder der SPD geben um ihnen eine Chance zu geben (unter der Merkel-Regierung ist in den letzten Jahren nicht wirklich viel passiert, außer das die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden).
    Das Amt des Bundespräsidenten ist meiner Meinung nach kein unwichtiges Amt,Merkel hatte mit Wulf lediglich jemanden dorthin Wählen lassen der nach ihrer Pfeife tanzte,zum Glück ist dies vor längerer Zeit gescheitert. Steinmeier halte ich im übrigen für dieses Amt als sehr geeignet!
    Geändert von Manfred G (13.02.2017 um 20:38 Uhr)

  10. #4760
    Moderator Splitter Forum
    Registriert seit
    04.2000
    Beiträge
    11.194
    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Wir leben jetzt doch schon über unsere Verhältnisse, beanspruchen die Natur über Maß. Z.B. ist in Deutschland der Verbrauch an natürlichen Ressourcen um einiges höher, als uns überhaupt an Nutzfläche zur Verfügung steht.
    Ich bin doch vollkommen bei dir, dass es totaler Unsinn
    ist, die Umwelt so zu verschmutzen. Verschmutzung und
    Ressourcen sind jedoch - nach wie vor - zwei
    ziemlich unabhängige Themen.

    Du hast den Point of no return so definiert, dass wir ab
    einem gewissen Peak einfach nur noch untergehen können.
    Ich würde das nur dann auch so sehen wenn wir mit
    all unseren heutigen Techniken am Limit fahren würden und
    es - um die Menschheit zu wärmen und zu ernähren -
    einem fast unendlichen Aufwand bedürfte um das zu
    bewerkstelligen.

    Es ist aber genau anders herum. Wie schon gesagt: wir
    leisten uns - deutlich steigend - den Luxus der Verschwendung,
    weil immer weniger Menschen für die Grundbedürfnisse
    gebraucht werden und der hohe Ressourcen-Abbau darauf
    fußt, dass wir immer mehr Freizeit und Luxus organisieren.

    Und genau das ist (technisch gesehen) „problemlos“ wieder
    rückbaubar. Müssen wir irgendwann mal den Energiebedarf
    halbieren oder vierteln, dann geht das schon mit heutiger
    Technik. Es muss „nur getan werden“! Der Motor dafür
    wäre dann die stattfindende Preiserhöhung.

    Ein Beispiel zum verdeutlichen: der traditionell freieste und
    gleichzeitig größte Markt der Welt ist der US-amerkanische.
    Dort wuchs nach dem zweiten Weltkrieg der moderne Automarkt
    heran und mit ihm über die 50er und 60iger Jahre die PKWs, die
    zu V8 Boliden mit 5 Liter Hubraum und bis über 300PS mutierten.


    „Aber“ es brauchte nur die kleine kurze Ölkrise von 1973
    (die einem realen Ölförder-Rückgang von nur ca. 5% entsprach), um
    für zwei Jahrzehnte den Durchschitts-PKW in den USA auf V6
    mit 3 Liter Hubraum und ca. 150 PS schrumpfen zu lassen.

    Und Heute? Da sind wir wieder bei den dicken V8 und 300 PS
    im Schnitt! Warum? Weil Öl und Gas wieder billiger und
    verfügbarer sind, denn je zuvor. Das ist der einzige Grund.

    Das heißt aber auch … man kann sehen wie schnell ganze
    Volkswirtschaften reagieren. Es muss nur wirtschaftlich
    angesagt sein. Die Menschheit „kann“ den Energiebedarf
    sicher schneller halbieren oder vierteln, als sich in der
    Gesamtzahl der Spezies zu verdoppeln oder vervierfachen.

    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    So können wir nur deshalb solche Unmengen an Fleisch produzieren, weil wir wie blöd Sojabohnen für die Futtermittelproduktion aus Südamerika importieren. Unseren Biokraftstoffen setzen wir Palmöl bei, welches vorwiegend aus Indonesien stammt. Brasilien und Indonesien haben indes gemein, dass für den Anbau von Sojabohnen und Palmöl riesige Monokulturen geschaffen werden, wiederum zu Lasten der Natur. Um die benötigte Nutzfläche zu erhalten, werden dort Regenwälder gerodet, oft illegal und ansäßige Menschen in kleinen Dörfern aus ihren Hütten geprügelt. Aber nicht nur die Wälder werden zerstört, auch die Nutzflächen an sich, da für den besten Ertrag die schlimmsten Chemikalien eingesetzt werden. In Indonesien gab es vor nicht allzu langer Zeit durch Brandrodung die schlimmsten Waldbrände, die so dermaßen eskaliert sind, dass durch Dunstschleier das öffentliche Leben zum erliegen kam und Menschen gesundheitliche Folgen davontrugen. Selbst die Nasa sprach von einem Verbrechen an der Menschlichkeit und veröffentlichte beeindruckende Bilder aus dem All. Und das alles nur, damit Papa täglich seine 2 Schnitzel futtern kann und ein gutes Gewissen hat, weil er E10 in seinen Fiat Panda tankt. Und die Fleischindustrie frohlockt, weil sie billig Fleisch nach China verramschen kann.

    Ja, all das findet statt. Aber es findet statt, weil wir so viel
    und so billige Ressourcen
    haben. Weil sparen und hausthalten
    (kapitalistisch gesehen) sich nicht lohnt.


    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Wenn sich jetzt das Konsumverhalten in den Schwellenländer dem unseren nach und nach angleicht und immer mehr natürliche Ressourcen benötigt werden, auch durch Zunahme der Population, welche Konsequenzen wird das nach sich ziehen? Wenn es immer mehr Länder gibt, die über ihre Verhältnisse Leben?
    Sie würden bei Ressourcenknappheit - gemeinsam mit uns -
    weniger verbrauchen und sie würden aber auch - solange es
    Ressourcen in Hülle und Fülle gibt - genau unseren heutigen
    Lebensstil leben.

    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Ich gebe keinen Deut in die Vernunft der Menschen, ihr Konsumverhalten anzupassen und solange sich Profit machen läßt, wird Profit gemacht, die Zerstörung natürlicher Lebensräume weiter vorangetrieben.
    Am Ende des billigen "Abbaus" stehen Preiserhöhungen und der
    Profit ist dann auch mit geringeren Mengen gegeben
    . Deswegen
    werden - ab einem bestimmten Punkt – mehr Menschen nicht
    mehr Ressourcen verbrauchen. Es werden Kreisläufe aktiviert,
    die sich aktuell einfach nicht lohnen.

    Nimm als Beispiel die Solarenergie-Wasserstoff-Technik. Ein komplett
    geschlossener sehr umweltverträglicher Kreislauf. Ich kann Heute
    natürlich noch nicht sagen, ob sich "genau diese" Technik durchsetzen
    wird, aber sie ist heute schon (technisch gesehen) im Stande die
    gesamte aktuelle Menschheit mit sauberer Energie flächendeckend
    zu versorgen.

    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Irgendwann soweit, dass wir die entstandenen Schäden nicht mehr korrigieren können. Das verstehe ich unter Point of no return.
    Mit Schäden meinst du die "Verschmutzung" oder einen "Verlust
    an Biomasse"? Ersteres kann man "säubern" und letzteres gibt es
    eigentlich nicht.
    Geändert von horst (14.02.2017 um 12:17 Uhr) Grund: gramma.

  11. #4761
    Zitat Zitat von Manfred G Beitrag anzeigen
    Ich wollte hier gar nicht posten,im Grunde macht es keinen Sinn über Politik in einem Comicforum zu Diskutieren....
    Dieses Posting von dir möchte ich aber nicht unkommentiert stehen lassen:
    So einige Vergessen hier das bei der Agenda 2010 (von der ich einiges auch für falsch halte) die GRÜNEN mit an der Regierung waren und diese auch zu Verantworten haben! Außerdem,in welcher Lage befand sich Deutschland seinerzeit,wie viele Arbeitslose hatten wir? Unter einer CDU/FDP-Regierung wäre diese Agenda meiner Meinung nach wesentlich krasser für Arbeitnehmer ausgefallen. Die Sozis haben diese Agenda allerdings zu einseitig durchgeführt,es ging letztlich nur noch darum Löhne zu drücken und die Neo-Liberale Politik nahm hier ihren Anfang (auch die SPD hörte auf die immer gleichen Forderungen der Arbeitgeber). Mittlerweile,nach langer Zeit,hat die SPD erkannt dass so einiges an dieser Reform falsch ist und ändert einiges wieder.
    Ich werde meine Stimme doch wieder der SPD geben um ihnen eine Chance zu geben (unter der Merkel-Regierung ist in den letzten Jahren nicht wirklich viel passiert, außer das die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden).
    Das Amt des Bundespräsidenten ist meiner Meinung nach kein unwichtiges Amt,Merkel hatte mit Wulf lediglich jemanden dorthin Wählen lassen der nach ihrer Pfeife tanzte,zum Glück ist dies vor längerer Zeit gescheitert. Steinmeier halte ich im übrigen für dieses Amt als sehr geeignet!
    Das ist Deine Sicht der Dinge, die ich Dir auch nicht ausreden will. Wir haben schließlich Meinungsfreiheit in Deutschland. Ich sehe es aber anders. Fangen wir mal mit dem Bundespräsidenten an. Der von mir sehr geschätzte Urban Priol bezeichnete das Amt mal als "Grüßaugust" Treffender geht es nicht. Meiner Meinung nach muss der Amtsinhaber als Qualifikation nur "Kasperle" können. Er muss z.B. für zigtausende Euros wichtige Staatsgäste aus z.B. Uranda Burundi auf dem Flughafen mit allen militärischen Ehren begrüßen. Danach wird ein schweineteures Gala Dinner veranstaltet und Worthülsen ohne Ende abgesondert. Das geht in die hundert tausende, spielt aber keine Rolle, ist wichtig. Oder der Präsi ernennt z.B. den Bundeskanzler. Den haben aber schon andere gewählt, aber er muss die Ernennungsurkunde unterschreiben. Sehr wichtig! Ich habe allerdings einen Nachbarn, der könnte das auch.
    Kommen wir jetzt zu Steinmeier. Schröder, Hartz und Steinmeier (als Kanzleramtsminister) u.a. haben damals die Agenda 2010 auf den Weg gebracht. Dieser Agenda verdanken wir unter anderem Hartz4. Dieses Hartz4 ist heute noch dafür verantwortlich, daß Du auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance hast, wenn du einmal Bezieher desselben bist. Als Nebeneffekt treibt es viele in die Altersarmut. Man muss sich das einmal vorstellen. Da sitzen Typen zusammen, die zehntausende Euros im Monat verdienen und beraten wie hoch der Satz von Hartz4 sein darf, um damit gerade so überleben zu können. Das ist Zynismus in Reinkultur. Dann zu Peter Hartz. Der Jahressatz von Hartz4 ist in etwa so hoch, wie Peter Hartz ihn an einem gelungenen Abend in einem Südamerikanischen Puff verjubelt. Ja, Millionäre wissen wie man gerecht Geld verteilt! Abschließend ein Hoch auf den Präsi. Tri Tra Trullala.

  12. #4762
    Zitat Zitat von horst Beitrag anzeigen
    Ich bin doch vollkommen bei dir, dass es totaler Unsinn
    ist, die Umwelt so zu verschmutzen. Verschmutzung und
    Ressourcen sind jedoch - nach wie vor - zwei
    ziemlich unabhängige Themen.
    Theoretisch könnte ein Trennstrich zwischen Ressourcengewinnung und Umweltverschmutzung gezogen werden. Realistisch gesehen läuft das leider oft Hand in Hand, da es um Geld geht. Es ist z.B. nicht zu vernachlässigen, dass auch illegal Ressourcen gewonnen werden. Bei den seltenen Erden z.B. geht man schätzungsweise von einen illegal abgebauten weltweiten Marktanteil um die 30% aus. Da dieser Rohstoff fast zu 100% aus China kommt, in denen Umweltauflagen eine absolut untergeordnete Rolle spielen, geht es beim illegalen Abbau nur noch um Profit. Die Rückstände des Abbaus übertreffen in der Quantität die gewonnene Ressource bei weitem, sind hochgiftig und zum Teil radioaktiv. Wie es um die offiziellen Umweltauflagen in China steht, konnte man vor ein paar Jahren sehen, als Foxconn bei der IPhone Produktion mit Genehmigung der Behörden giftige Schwermetalle einfach in die Flüsse gepumpt hat. Die negative Presse hat hierzulande die Verkäufe der IPhones nicht einbrechen lassen (oder die von Samsung, Sony, Toshiba, HP... fast jede namhafte Firma lässt dort fertigen).

    Sobald es ums Geld geht, spielen Ethik und Moral einfach keine Rolle mehr, die Umwelt erst recht nicht. Auf Kakaoplantagen werden vorsichtig geschätzt 200.000 Kindersklaven eingesetzt, wahrscheinlich darf diese Zahl um einiges nach oben korrigiert werden. Ab und an kommt blitzt diese Info in unserer Medienlandschaft auf, die Empörung bleibt aus, die Verkäufe brechen nicht ein. Diese Welt ist schon ein trauriger Ort und ich sehe keine treibende Kraft, die dieses ändern könnte.

    Zitat Zitat von horst Beitrag anzeigen
    Mit Schäden meinst du die "Verschmutzung" oder einen "Verlust
    an Biomasse"? Ersteres kann man "säubern" und letzteres gibt es
    eigentlich nicht.
    Mit Schäden meine ich keinen Untergang in irgendeiner Form, aber sehr wohl Verlust und Veränderung zum Schlechteren. Zum einen das überpropotionale Artensterben unserer Zeit und zum anderen die nicht abzusehenden Folgen globaler Erwärmung. Zwei Bereiche die nicht durch menschliches Eingreifen korrigiert werden können. Was weg ist, ist weg und was umgekippt ist, ist umgekippt.

  13. #4763
    Zitat Zitat von falkbingo Beitrag anzeigen
    Kommen wir jetzt zu Steinmeier. Schröder, Hartz und Steinmeier (als Kanzleramtsminister) u.a. haben damals die Agenda 2010 auf den Weg gebracht. Dieser Agenda verdanken wir unter anderem Hartz4. Dieses Hartz4 ist heute noch dafür verantwortlich, daß Du auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance hast, wenn du einmal Bezieher desselben bist. Als Nebeneffekt treibt es viele in die Altersarmut. Man muss sich das einmal vorstellen. Da sitzen Typen zusammen, die zehntausende Euros im Monat verdienen und beraten wie hoch der Satz von Hartz4 sein darf, um damit gerade so überleben zu können. Das ist Zynismus in Reinkultur. Dann zu Peter Hartz. Der Jahressatz von Hartz4 ist in etwa so hoch, wie Peter Hartz ihn an einem gelungenen Abend in einem Südamerikanischen Puff verjubelt. Ja, Millionäre wissen wie man gerecht Geld verteilt! Abschließend ein Hoch auf den Präsi. Tri Tra Trullala.
    Richtig! Und die verantwortliche Partei trägt auch noch den Begriff "Sozial" in ihrem Namen. Für mich war das damals der Grund der SPD ("Wer hat uns verraten ....") für alle Zeiten Bye-Bye zu sagen ..... (und die Grünen gleich mit auf die Boykottliste zu setzen).

  14. #4764
    Moderator Splitter Forum
    Registriert seit
    04.2000
    Beiträge
    11.194
    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Theoretisch könnte ein Trennstrich zwischen Ressourcengewinnung und Umweltverschmutzung gezogen werden. Realistisch gesehen läuft das leider oft Hand in Hand, da es um Geld geht. Es ist z.B. nicht zu vernachlässigen, dass auch illegal Ressourcen gewonnen werden. Bei den seltenen Erden z.B. geht man schätzungsweise von einen illegal abgebauten weltweiten Marktanteil um die 30% aus. Da dieser Rohstoff fast zu 100% aus China kommt, in denen Umweltauflagen eine absolut untergeordnete Rolle spielen, geht es beim illegalen Abbau nur noch um Profit. Die Rückstände des Abbaus übertreffen in der Quantität die gewonnene Ressource bei weitem, sind hochgiftig und zum Teil radioaktiv. Wie es um die offiziellen Umweltauflagen in China steht, konnte man vor ein paar Jahren sehen, als Foxconn bei der IPhone Produktion mit Genehmigung der Behörden giftige Schwermetalle einfach in die Flüsse gepumpt hat. Die negative Presse hat hierzulande die Verkäufe der IPhones nicht einbrechen lassen (oder die von Samsung, Sony, Toshiba, HP... fast jede namhafte Firma lässt dort fertigen).

    Sobald es ums Geld geht, spielen Ethik und Moral einfach keine Rolle mehr, die Umwelt erst recht nicht. Auf Kakaoplantagen werden vorsichtig geschätzt 200.000 Kindersklaven eingesetzt, wahrscheinlich darf diese Zahl um einiges nach oben korrigiert werden. Ab und an kommt blitzt diese Info in unserer Medienlandschaft auf, die Empörung bleibt aus, die Verkäufe brechen nicht ein. Diese Welt ist schon ein trauriger Ort und ich sehe keine treibende Kraft, die dieses ändern könnte.
    Du hast einer der Hauptgründe genannt,
    warum ich gegen Globalisierung bin, denn
    sie bedeutet hohe Ausbeutung und hohe
    Umweltverschmutzung.

    Die positiven Aspekte dagegen sind gering ...
    ... und bezogen auf dein Beispiel: bei "uns"
    z. B. würde eben weniger Kinderarbeit existieren
    und weniger hochgiftige Chemie in die Flüsse
    gekippt.

    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    Mit Schäden meine ich keinen Untergang in irgendeiner Form, aber sehr wohl Verlust und Veränderung zum Schlechteren. Zum einen das überpropotionale Artensterben unserer Zeit und zum anderen die nicht abzusehenden Folgen globaler Erwärmung. Zwei Bereiche die nicht durch menschliches Eingreifen korrigiert werden können. Was weg ist, ist weg und was umgekippt ist, ist umgekippt.
    Global gesehen ist es für die Evolution
    sowieso garantiert, das Arten sterben. Oder
    anders herum formuliert: selbst wenn der Mensch
    nur Fahrrad fahren ... oder gar ganz von
    der Erde verschwinden würde ... es würden
    trotzdem weiterhin jedes Jahr viele Arten
    aussterben.

    Das ist das Existenzprinzip unseres Planeten!

    "Aber klar", bestimmte Arten wegen kurzsichtiger
    Ideen auszurotten ist ganz und gar nicht gut!

    Wobei zum Beispiel die Wale zu einer Zeit
    weltweit massiv geschlachtet wurden, als
    vielleicht 1 Milliarde Menschen auf der Erde lebten.
    Heute - mit 7 Milliarden Menschen - wird der
    Wal weniger verfolgt. Die Menge der Menschen
    ist halt nicht die Ursache.
    Geändert von horst (15.02.2017 um 02:43 Uhr) Grund: gramma.

  15. #4765
    Zitat Zitat von Zauberland Beitrag anzeigen
    Richtig! Und die verantwortliche Partei trägt auch noch den Begriff "Sozial" in ihrem Namen. Für mich war das damals der Grund der SPD ("Wer hat uns verraten ....") für alle Zeiten Bye-Bye zu sagen ..... (und die Grünen gleich mit auf die Boykottliste zu setzen).
    Hallo!
    An Zauberland und falkbingo: Ich bin mit der Kritik was Harz 4 betrifft ganz bei Euch! Auch ich bin/war stinkesauer auf die SPD die ich sehr lange gewählt hatte. Aber, was war damals die Alternative möchte ich mal Fragen? Meiner Meinung nach wurde die Politik von den Groß-Unternehmern regelrecht erpresst weil diese es wurmte dass selbst die Arbeitlosenhilfe (in ihren Augen!) relativ hoch war. Hätte die damalige SPD-Grüne-Regierung nichts machen sollen? (Etwas mit dem sich Merkels CDU/CSU sehr gut auskennt) Die Arbeitlosenzahlen stiegen immer höher,die Groß-Unternehmer verlagerten Arbeit ins Ausland. Es blieb der Politik gar nichts anderes übrig als eine Reform zu machen...Heute geben sie wenigstens zu dass man gleichzeitig hätte z.B. den Mindestlohn Einführen müssen.
    Ich bin jemand der auch überlegt was aus heutiger Sicht die Alternative gewesen wäre...
    Geändert von Manfred G (16.02.2017 um 19:47 Uhr)

  16. #4766
    @Manfred:
    Davon abgesehen, dass ziemlich umstritten ist, ob diese "Reformen" überhaupt Ihren (zumindest offiziellen) Zweck erfüllt haben und nicht nur dazu beigetragen haben die wirttschaflich schwächeren europäischen Nachbarn ebenso zu ruinieren wie die eigentlichen Opfer der Agenda, ist für mich auch einer der Hauptgründe die Agenda abzulehen (neben seiner Asozialität), die völlg indiskubale Umsetzung:
    Wer einmal mit dem System zu tun hatte weiss wie absurd das Alles ist. Die meisten Bescheide sind rechtswidrig, die Zuweisungen haarsträubend, die Langzeitarbeitslosen werden bestenfalls irgnoriert, schlimmstenfalls gemobbt. Der Regelsatz ist das Existenzminimum. Trotzdem sieht das System vor dieses (bei Fehlverhalten) zu kürzen. Da entscheiden also Leute die weder die Ausbildung, noch den Einblick haben, über die Existenz von Menschen. Da werden ein Leben lang aufgebaute Existenzen zerstört und die Leute dann in unvermeidliche und unabänderliche Altersarmut geschickt. Da werden Millionen ausgegeben für fragwürdige bis unsinnige Fortbildungen (siehe unten) und Menschen, deren einzige "Schuld" darin besteht arbeitslos zu sein, werden am politischen und medialen Pranger an den Rand der Gesellschaft gedrängt und diffamiert. Die die angeblich soziale SPD steht mit verkniffenem Gesicht daneben und kann sich eben das Lachen kaum verkneifen.

    Und was die angeblich so tollen Arbeitslosenzahlen angeht:
    Die sind geschönt. Nicht berücksichtigt werden

    - Arbeitslose die in Massnahmen geparkt werden (seien es Häkel-Gruppen, Sporttherapie, Bewerbungstraining etc.) Eine Stunde Massnahme pro Woche reicht um nicht mehr in der Statistik aufzutauchen.
    - Arbeitslose die in Beschäftigungsmassnahmen (vulgo: 1 Euro Job) gesteckt (oder eher gezwungen?) wurden.
    - Arbeitslose die noch nicht in Rente, aber nach Ansicht des Amtes nicht mehr vermittelbar sind. Nötig dafür ist: Mindestens 58 Jahre alt, kein Jobangebot durch das Jobcenter seit einem Jahr.
    - krankgeschriebene Arbeitslose. Auch hier: Ein Tag im Monat krankgeschrieben und schon ist der Arbeitslose nicht mehr in der Statistik
    - Arbeitslose die durch einen privaten Arbeitsvermittler betreut werden. Den bezahlt das Amt - in der Statistik taucht der Arbeitslose nicht mehr auf.
    - sanktionierte Arbeitslose
    - Arbeitslose die sich nicht arbeitslos gemeldet haben, da z.b. der Ehepartner soviel verdient, dass kein Anspruch auf ALG 2 besteht.

    Die tatsächliche Arbeitslosenzahl liegt zur Zeit bei 3812862 (auch da fehlen noch die aus dem letzten Punkt meiner Aufzählung). Nachzulesen ist diese Zahl, schön versteckt auf Seite 73, hier: Bundesagentur für Arbeit: Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht Februar 2017.

    Und sollte das alles nicht überzeugen. Schaut euch mal dieses Formular an (verschickt durch das Jobcenter Stade).

    Ach ja: Und einer meiner Bekannten wurde mal durch das JC aufgefordert Kopien der Vorder- und Rückseite seiner EC und Kreditkarten zu machen, jeden Monat eine Kopie seines kompletten, ungeschwärzten Kontoauszuges einzureichen und darzulegen warum er für seine (gehbehinderte) Mutter einkaufen geht und ihr dabei das Geld erstmal auslegt. Dieses Schreiben habe ich selbst gelesen.
    Geändert von Zauberland (16.02.2017 um 20:53 Uhr)

  17. #4767
    Zitat Zitat von Manfred G Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach wurde die Politik von den Groß-Unternehmern regelrecht erpresst weil diese es wurmte dass selbst die Arbeitlosenhilfe (in ihren Augen!) relativ hoch war. Hätte die damalige SPD-Grüne-Regierung nichts machen sollen?
    Wenn ich mich noch recht entsinne, war der Jagoda-Skandal der Auslöser für die Reformen und nicht die Annahme, dass die Arbeitslosenhilfe zu hoch angesetzt war. Das Arbeitsamt hat nämlich im großen Stil Statistiken gefälscht, mit dem Wissen Jagodas in seiner Funktion als Chef des Ladens. Jagoda wurde gegangen und eine Kommission ins Leben gerufen, die die Bundesanstalt reformieren sollte. Dieser Kommission trat im Laufe der Zeit Peter Hartz bei, nach persönlicher Einladung des Kanzlers. Der Hartz hatte kurze Zeit zuvor eine insolvente Firma sozialverträglich abgewickelt (weiß gerade nicht mehr welche) und galt als kompetent auf dem Gebiet. Hartz hat innerhalb der Kommission die Zügel in die Hand genommen und es entwickelte sich eine Eigendynamik, die weit über eine Reform der Bundesanstalt hinausging.

    Herausgekommen ist ein Bürokratiemonster, bei dem Kosten und Aufwand zu keinem Verhältnis des Nutzens stehen, Kürzung sozialer Leistungen, Lohndumping durch Zwang in Kombination mit Leiharbeit und ähnlich gearteten Werkzeugen, die aufs übelste mißbraucht werden und der Folge, dass Löhne staatlich subventioniert werden müssen. Man könnte es auch Marktverzerrung nennen, da es ja nicht über Nacht mehr Arbeit gab, sie wurde nur auf mehr Köpfe verteilt. Besser 3 400€-Jobber als einen Festangestellten. Hartz4 wird sich noch sichtbar auf die Renten niederschlagen, da kann keiner gegen riestern. Das wird eine Katastrophe.
    Geändert von moriturus (16.02.2017 um 21:58 Uhr)

  18. #4768
    Moderator Splitter Forum
    Registriert seit
    04.2000
    Beiträge
    11.194
    Zitat Zitat von Zauberland Beitrag anzeigen

    - Arbeitslose die in Massnahmen geparkt werden (seien es Häkel-Gruppen, Sporttherapie, Bewerbungstraining etc.) Eine Stunde Massnahme pro Woche reicht um nicht mehr in der Statistik aufzutauchen.
    - Arbeitslose die in Beschäftigungsmassnahmen (vulgo: 1 Euro Job) gesteckt (oder eher gezwungen?) wurden.
    - Arbeitslose die noch nicht in Rente, aber nach Ansicht des Amtes nicht mehr vermittelbar sind. Nötig dafür ist: Mindestens 58 Jahre alt, kein Jobangebot durch das Jobcenter seit einem Jahr.
    - krankgeschriebene Arbeitslose. Auch hier: Ein Tag im Monat krankgeschrieben und schon ist der Arbeitslose nicht mehr in der Statistik
    - Arbeitslose die durch einen privaten Arbeitsvermittler betreut werden. Den bezahlt das Amt - in der Statistik taucht der Arbeitslose nicht mehr auf.
    - sanktionierte Arbeitslose
    - Arbeitslose die sich nicht arbeitslos gemeldet haben, da z.b. der Ehepartner soviel verdient, dass kein Anspruch auf ALG 2 besteht.

    Die tatsächliche Arbeitslosenzahl liegt zur Zeit bei 3812862 (auch da fehlen noch die aus dem letzten Punkt meiner Aufzählung).
    Nicht zu vergessen: die, irgendwo zwischen 1 bis 2 Millionen,
    "Zugereisten" der letzten 3 Jahre. Die tauchen auch nicht auf!

  19. #4769
    Mitglied Avatar von Mayaca
    Registriert seit
    09.2013
    Ort
    Bochum
    Beiträge
    902
    Was die SPD für mich unwählbar machte war der mit der Reform einhergehende Ton. Die rhetorische Umkehrung im freien Fall: aus"die Regierung kann keine Arbeitsplätze schaffen" wurde "Arbeitslose sind faules Pack" usw.. Gerade der damalige Supidupiminister Clement und F. Müntefering nahmen kein Blatt vor den Mund und scheuten nicht vor den kühnsten Behauptungen. Die Medien sprangen auf den Propagandazug, zeigten Videos von Leuten die Jobs ablehnten und arbeiteten fleißig mit an dem neuen Bild des nun gar nicht mehr so armen Arbeitslosen. Tatsächlich haben wir uns in ein Billiglohnland verwandelt.

  20. #4770
    'Es gibt kein Recht auf Faulheit.' - Gerhard Schröder
    'Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.' - Franz Müntefering
    'Wenn bei Hartz-IV-Empfängern das Geld für Lebensmittel nicht reiche, liege es oft daran, dass es für Zigaretten oder elektronische Geräte zweckentfremdet werde.' - Thilo Sarrazin
    'Biologen verwenden für 'Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen - ihren Wirten - leben', übereinstimmend die Bezeichnung 'Parasiten'' - Wolfgang Clement
    ...

    Die anderen Parteien waren aber auch nicht ohne:
    'Hartz-IV-Empfänger sollen Ratten jagen.' - Henner Schmidt [FDP]
    'Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit und Hartz IV-Empfänger sind eine Gruppe, die anstrengungslosen Wohlstand genießt.' - Guido Westerwelle [FDP]
    'Die Empfängerinnen würden das Geld eher in den nächsten Schnapsladen tragen, als es in Vorsorge und selbstbestimmte Familienplanung zu investieren.' - Dr. Oliver Möllenstädt [FDP]
    'Arbeitspflicht für alle Arbeitslosen muss eingeführt werden.' - Michael Glos [CDU]
    'Kinder von ALG II BezieherInnen solle es keine Anhebung des Regelsatzes geben, denn diese Maßnahme würde ja nur zu einer Absatzsteigerung führen bei Alkohol- und Tabakindustrie.' - Phillipp Mißfelder [CDU]
    'Hartz IV ist eine "angenehme Variante” des Lebens.' - Roland Koch [CDU]
    'Hartz IV-Familien" die Bildungsgutscheine aus dem Bildungspaket nicht wollen, weil diese sich nicht "zu Bargeld machen lassen" "Die Bildungsgutscheine sind ausschließlich für das Wohl der Kinder, man kann sie nicht für Nikotin und Alkohol benutzen. Sie lassen sich eben nicht verrauchen und versaufen.' - Frank Steffe [CDU]

    Bei solch einer Stigmatisierung wünsche ich einigen arroganten Volksvertretern (im wahrsten Sinne des Wortes ^^) einen gekürzten Hartz4 Regelsatz an den Hals.

    Es gab noch so einen tollen Spruch von einem Politiker, ich weiß leider nicht mehr von wem oder aus welcher Partei, der hat doch tatsächlich behauptet, von dem Hartz4 Regelsatz von 345€* in der Woche könne man gut leben.

    *ist schon länger her

  21. #4771
    Mitglied Avatar von Mayaca
    Registriert seit
    09.2013
    Ort
    Bochum
    Beiträge
    902
    @MORITURUS
    Dank Dir für die ergänzenden Zitate.
    Meiner Meinung liegt hier ein Grundstein für die Ablehnung der heutigen Politiker bzw. der Parteien.

  22. #4772
    Das sehe ich auch so, die heutige Politikverdrossenheit haben die großen Parteien wohl selbst zu verantworten. Den Parteien fehlt Profil, in der politischen Ausrichtung haben sie sich zu sehr genähert. Mit Schröder ging es rechts in die Mitte, mit Merkel links in die Mitte und jetzt haben wir nur noch Mitte und zig Jahre gefühlten Stillstand, obwohl eine große Koalition schon die Macht hätte, vieles umzusetzen. Die heutige SPD finde ich desolat, den Schulz-Boom kann ich nicht nachvollziehen. Da fehlen einfach Inhalte und Konzepte. Eine SPD, wie ich sie mir wünschen würde und wie es sie auch schon einmal gab, würde z.B. bei der sich zuspitzenden Altersarmut steil gehen, sie nicht klein reden, sondern zum Wahlkampfthema machen. Jeder der nach 2030 in Rente geht und einen Taschenrechner hat, weiß was uns erwartet. Wäre ich Politiker, würde ich erst einmal alle Menschen warnen die Riestern und keine 2000€ Brutto verdienen, sofern sie keine Altruisten sind und den Staat entlasten wollen. ^^
    Geändert von moriturus (17.02.2017 um 23:12 Uhr)

  23. #4773
    Man sollte auch nicht vergessen, daß diese politischen Mistkerle zig Tausende Euros im Monat absahnen.

  24. #4774
    Zitat Zitat von falkbingo Beitrag anzeigen
    Man sollte auch nicht vergessen, daß diese politischen Mistkerle zig Tausende Euros im Monat absahnen.
    Ja, die Gier kennt keine Grenzen.
    Ein gutes Beispiel liefert Baden-Württemberg. Da wurde in einem Hau-Ruck Verfahren die Rückkehr zur staatlichen Pension beschlossen ohne Kürzung der Bezüge.
    Zur Erinnerung: 2008 wurden die Bezüge erhöht, damit sich die Abgeordneten eine private Altersvorsorge leisten können.
    So wie es damals die SPD geschafft hat, die Grünen mit ihrer Agenda 2010 und Hartz IV mit herunterzuziehen, so schafft es gerade die CDU in BW die Grünen in einem schlechten Licht dastehen zu lassen.
    Ich weiß nicht woran es liegt, aber irgendwas scheint die Menschen an der Macht zu verändern und sie verlieren die Bindung zur Realität.

  25. #4775
    Irgendein Despot sagte mal :"Die geilsten Gefühle die es gibt, sind Macht und Willkür" Und genau so sieht die Welt aus.

Seite 191 von 204 ErsteErste ... 91141181182183184185186187188189190191192193194195196197198199200201 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Das Comicforum gehört zu den 6.000 wichtigsten Internetadressen 2013
comicforum.de ist Partner von Entertain Web und unterliegt als Bestandteil des Gesamtangebots der Prüfung durch die IVW.
comicforum.de ist Partner von Entertain Web
und unterliegt als Bestandteil des
Gesamtangebots der Prüfung durch die IVW.