Seite 23 von 23 ErsteErste ... 1314151617181920212223
Ergebnis 551 bis 559 von 559
  1. #551
    Mitglied Avatar von Huckybear
    Registriert seit
    02.2001
    Ort
    Braunschweig
    Beiträge
    4.428
    @Kulturkerbe

    Vielleicht kannst Du ja mal irgendwann über nicht so viel beachtete, unbekanntere Erstlingswerke, unbekannte One Shots, Kurzgeschichten, Gemeinsame Arbeiten mit anderen Künstlern, älteres Material oder ganz andere Werke auch hierzulande bekannter Seinen Mangaka berichten, die wahrscheinlich eh nie den Weg einer Lizensierung hier in Deutschland erfahren werden weil alle sich nur auf die aktuelle(n) Serien von denen stürzen und nur von denen alles berichtet wird.

  2. #552
    Mitglied Avatar von Yellowbird13
    Registriert seit
    11.2012
    Ort
    Rheinland-Pfalz
    Beiträge
    764
    Es hat tatsächlich länger gedauert als erwartet, aber nachdem ich nun alle 5 Bände von Initiation durch habe möchte ich wie versprochen ein paar Worte darüber verlieren.

    Aiura, unser 15-jähriger Hauptprotagonist, landet auf der Suche nach einem alten Erbstück in einem sehr abgeschiedenen (fiktiven) Dorf namens Kebigasawa und kommt dort wider Willen mit den alten Riten und Gebräuchen zum Erwachsenwerden der Dorfgemeinschaft in Kontakt, mehrheitlich sexueller Natur. Was sich, auch durch den Umstand das Sex eine wichtige Rolle spielt, zuerst eher nach einer Grundlage für eine Hentaistory anhört entwickelt sich nach und nach zu einem waschechten Thriller von dem man zunehmend gepackt wird, wenn auch das Unheilvolle lange nur unterschwellig durchscheint.
    Die Mangaka Haruko Kashiwagi hat sich dabei als eigene Figur in Form einer Freundin Aiuras ebenfalls mit in die Geschichte eingebracht und erzählt die Ereignisse in Form eines persönlichen Rückblicks.

    Ich muss gestehen, dass mir Aiura als Figur bis zum Schluss nicht wirklich sympathisch wurde, da sein Verhalten zu oft durch sein eigenes Unvermögen sich klar zu äußern zu den oft auch gefährlichen Ereignissen führte – aber dies ist etwas was mir schon bei anderen Geschichten dieser Art noch nie gefallen hat. Natürlich lebt aber gerade die Spannung davon, dass man auch als Leser sich nie wirklich wohl fühlt in diesem Dorf.
    Letzten Endes schaffen es aber Aiura und Haruko doch aus dem Dorf zu entkommen, nicht zuletzt mit Hilfe von Sumiko, dem Mädchen in das Aiura sich verliebt, mit deren zum Teil widersprüchlichen Verhalten aber sowohl er als auch der Leser immer wieder zu kämpfen haben.

    Gelungen fand ich das abschließende Kapitel in welchem Haruko und Aiura nach 10 Jahren nochmals nach Kebigasawa zurückkehren nur um festzustellen, dass sich das beschauliche Dorf durch den nun bestehenden Anschluss an eine Schnellstrasse in ein Ski- und Freizeitressort verwandelt hat. Auf der Suche nach Sumiko landen beide schließlich in einem Restaurant vor Ort wo sie erfahren, dass Sumiko inzwischen geheiratet und Kinder bekommen hat. Eine kleine Überraschung hält die Story noch für Aiura zum Schluss bereit, diese möchte ich aber anderen potentiellen Lesern nicht vorweg nehmen.

    Als Fazit kann ich sagen, dass die Geschichte durchaus zu unterhalten wusste, und der doch recht düstere Zeichenstil sehr gut dazu gepasst hat. Das Verhalten einiger Figuren war nicht immer rational nachvollziehbar, aber dies sollte man bei so einer Geschichte wohl auch nicht erwarten. Interessant fand ich noch die Ausführungen und Erläuterungen im letzten Band wo sich die Mangaka detailliert zur Geschichte und den Hintergründen äußert, die Vorstellung das es solche Rituale zumindest in früheren Zeiten gab ist durchaus denkbar. Den französische Titel finde ich vor dem Hintergrund der „Einführung“ (frz. l’intitiation, auch cérémonie d’initiation civique = Jugendweihe) in das Erwachsenenleben fasst noch aussagekräftiger als den Originaltitel. Damit haben die Franzosen auch einmal mehr gezeigt wie vielfältig die Welt der Manga sein kann wenn man sich etwas abseits der übliche Pfade bewegt.

    Damit auch ein dickes Dankeschön an Kulturkerbe für das Vorstellen dieses doch sehr außergwöhnlichen Titels.
    To quote the poets... we're fucked - Master Ren, Monstress

  3. #553
    Hallo Huckybear,

    Vielleicht kannst Du ja mal irgendwann über nicht so viel beachtete, unbekanntere Erstlingswerke, unbekannte One Shots, Kurzgeschichten, Gemeinsame Arbeiten mit anderen Künstlern, älteres Material oder ganz andere Werke auch hierzulande bekannter Seinen Mangaka berichten, die wahrscheinlich eh nie den Weg einer Lizensierung hier in Deutschland erfahren werden weil alle sich nur auf die aktuelle(n) Serien von denen stürzen und nur von denen alles berichtet wird.
    Ich finde das ist eine sehr gute Idee. Aber an welche Künstler hast du denn so gedacht? Die meisten One-Shots bzw. Erstlingswerke sind häufig nur sehr schwer aufzutreiben. Ein Beispiel wäre Ishikawa Yūgo, der in Deutschland vorrangig durch Sprite bekannt ist, eine relativ düstere Sci-Fi-Mysterserie. Ich habe in diesem Thread unter anderem seine zweibändige Kurzserie über traurige Hundeepisoden vorgestellt, Inunaki. Es gibt in Japan auch eine fünfzehnbändige Serie über einen Mann und sein Haustier, einen Kappa. Das wäre wohl so ein Beispiel, wo das in Deutschland gängige Bild über das Schaffen des Autors mit anderen bisher nicht lizenzierten Werken stark divergiert.

    Ein weiteres Beispiel ist ganz aktuell Yoneda Kō, die bisher BL-Manga gezeichnet hat und jetzt erstmalig in einem Seinen-Magazin von Kōdansha publiziert wird. Diese Serie über einen trübseligen Versicherungsdetektiv der vermeintliche Unfälle als Morde entlarvt, wird ihren Weg wohl eher weniger auch auf den deutschen Markt finden, möchte ich einfach mal so vermuten. So ginge eine "weitere Ebene" im Schaffensnimbus der Künstlerin hierzulande höchstwahrscheinlich verloren, die zeigt, dass sie weit mehr sein kann als "nur" BL-Künstlerin. Ich denke, so etwas würde auch gut in den Rahmen deines Vorschlags fallen.

    Ich werde mir einmal Gedanken machen, ob mir noch etwas dazu einfällt. Vielen Dank für deine Anregung.

    Hallo Yellowbird13,

    vielen Dank für dein Feedback, auf das ich tatsächlich gewartet habe, da ich sehr neugierig bin, liegt die mir bekannte Leserzahl dieses Titels mit dir eingerechnet doch leider nur bei drei. Einige obskure Internetrezensionen mal ausgenommen. Ich freue mich daher, dass er dich unterhalten konnte, auch wenn ich eine gewisse Ambivalenz in deinem Fazit herauslesen möchte. Der Titel hat erzähltechnisch bestimmt seine Ecken und Kanten, der Zeichenstil ist auch eher simpel, aber vor allem bei dem Abschnitt des Dorffestes fand ich, war das alles sehr atmosphärisch und bedrohlich inszeniert. Überhaupt mochte ich die skurril-verstörende Atmosphäre, die der Titel mir vermittelte, sehr gerne. Ich mag generell das Thema "Oh je, gänzlich abgeschnitten von der Außenwelt, was tun inmitten all dieser Lokalkuriositäten?".

    Ich bedanke mich, dass du dir die Zeit genommen hast, nach dem Lesen sogar noch etwas zu dem Titel zu schreiben. Und ich hoffe du hast es nicht bereut, dich hier von mir verleiten zu lassen. Falls ich noch irgendwie helfen kann, bitte gerne melden.





    Außerdem sind die letzten Tage in Japan einige für mich sehr interessante Serien gestartet, von denen ich euch hier einmal kurz zwei davon vorstellen möchte. Ich hoffe der eine oder andere findet die Titel vielleicht ein wenig ansprechend. Es sind beides Seinen-Serien von Kōdansha, die, wie gesagt, noch sehr jung sind, aber durch ihre außergewöhnliche Prämisse und den souveränen Zeichenstil sofort ins Auge stechen.

    Erst ganz frisch letzte Woche erschienen ist ein fesselndes Familienkrimidrama:

    My Home Hero von Yamakawa Naoki (Originalvorlage) & Asaki Masahi (Mangaumsetzung)
    erscheint im Magazin Young Magazine beim Verlag Kōdansha
    bisher 1 Band, fortlaufend
    Erscheinungsjahr: 2017



    Inhaltsangabe:
    Tosu Tetsuo ist ein ganz gewöhnlicher 47-jähriger Angestellter bei einem Spielzeughersteller. In seiner Freizeit liest er gerne und schreibt auch mal Kriminalgeschichten im Internet, er ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter namens Reika. Diese ist vor kurzem jedoch aus der elterlichen Bleibe ausgezogen. Wie es sich für einen guten Vater gehört, sorgt er sich um das Wohlergehen seiner über alles geliebten, einzigen Tochter, die ihn in jugendlicher Rebellion lieber aus ihrem Leben halten möchte. Als er sie jedoch in einem Restaurant trifft und die Spuren von Schlägen in ihrem Gesicht entdecken muss, beginnt seine Sorge zu wachsen. Doch Reika weicht seinen Fragen nach dem Verantwortlichen aus. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, schleicht sich der besorgte Tetsuo in die Wohnung seiner Tochter. Es endet damit, dass er dort einen Mann niederschlägt, ihn tötet, noch schlimmer, der Tote ist ein Mitglied einer Yakuzagruppierung. Von dieser Minute an beginnt eine höllische Spirale in den Abgrund für Tetsuo, der alles daran setzt, sein Leben, seine Familie, seine Tochter zu beschützen.

    Kurze Anmerkung: Ein schön gezeichnetes Untergrund-Familiendrama über einen Vater, der eigentlich nur seine Tochter beschützen will, doch dabei geht schief was schiefgehen muss und plötzlich sieht er sich mit der aufreibenden Sorge konfrontiert, dass sich die Yakuza bei seiner Familie für das tote Bandenmitglied rächen könnten. Zusammen mit seiner Frau versucht er mithilfe des Wissens aus seinen Kriminalromanen, das Verbrechen zu vertuschen. Doch kann das gelingen?

    Leseprobe My Home Hero beim Verlag Kōdansha


    Sehr interessant finde ich außerdem diese spannende Serie über eine sehr außergewöhnliche Schachtel:

    Ihotose Box
    von Miyao Ikumi
    erscheint im Magazin Evening beim Verlag Kōdansha
    bisher 1 Band, fortlaufend
    Erscheinungsjahr: 2017



    Inhaltsangabe:
    Kanata hilft der Familie seiner Kindheitsfreundin Mana beim Ausräumen eines lange vergessenen Lagerhauses. Dabei findet er eine merkwürdige Schachtel. Als er einen Blick hinein wagt, entdeckt er darin winzige Menschen, die in einer Welt, die an das japanische Mittelalter erinnert, ihrem Alltag nachgehen. Er verfolgt diesen faszinierenden Anblick, bis er mit ansehen muss, wie ein Räuber im Begriff ist, ein Mädchen anzugreifen. Gedankenlos greift Kanata ein und tötet dabei den Räuber. Er will Mana über seinen außergewöhnlichen Fund berichten und rennt zum Haupthaus. Doch dort öffnet ihm der Vater von Mana die Tür und sagt schier Unvorstellbares: "In unserem Haus gibt es niemanden der Mana heisst."

    Kurze Anmerkung: Im Grunde ist die Prämisse schon oft da gewesen, aber dennoch finde ich es immer wieder interessant. Was passiert mit der Gegenwart, wenn man die Vergangenheit ändert? Diese Frage muss sich Kanata stellen, der die Existenz seiner Sandkastenliebe durch einen Unfall ausradiert. Wie kann er diesen Fehler rückgängig machen? Was wird er noch mit der merkwürdigen alten Box anstellen?

    Ebenfalls sehr ansprechend und detailreich gezeichnet und überaus spannend erzählt. Ich liebe solche Gedankenspiele, es gibt dem Ganzen eine besondere Note, dadurch dass dieses vergangene Land in der Schachtel mehr an ein Spielzeug, an eine Art Urzeitkrebse für Erwachsene erinnert, doch nach kurzem Grübeln erkennt man, die Tragweite ist enorm, was könnte bereits ein falscher Fingergriff mit den vermeintlichen Miniaturvorfahren anstellen?

    Leseprobe zu Ihotose Box beim Verlag Kōdansha


    PS. Die obigen Inhaltsangaben orientieren sich stark an denen des Verlags Kōdansha und sind von mir an einigen Stellen ergänzt worden.
    Geändert von Kulturkerbe (12.09.2017 um 02:57 Uhr)

  4. #554
    Hallo zusammen,

    da ich den Titel hier vor ein paar Monaten bereits vorgestellt und es Desty zudem versprochen habe, Info über die Lizenzierung zu geben, wird es ihn und den einen oder anderen möglicherweise auch freuen, dass Watashi to sensei no genjū shinryōroku von Kajiya 2018 in den USA veröffentlicht wird.

    Hallo Kulturerbe

    Ich denke mal du wirst sofort meldung machen falls dieser Titel in den US oder FR Lizenziert wird oder ?

    Watashi to sensei no genjū shinryōroku (dt. etwa "Meine und meines Lehrers Krankenakten der Fabelwesen") von Kajiya
    erscheint beim Verlag Mag Garden
    bisher 1 Band, fortlaufend
    Erscheinungsjahr: 2017



    Inhaltsangabe:

    Es ist eine Zeit, in der die Menschen die Magie vergessen, in der die Wissenschaft beginnt, die Welt zu erobern. Eine Welt, in der magische Wesen drohen zu verschwinden. In diesem Umfeld verfolgt die junge Ziska, aus einer Familie von Zauberern stammend, unter der Aufsicht des Tierarztes Niko, das Ziel, die schwächelnde Kunst der Magie zu studieren. Sie ist fest davon überzeugt, durch ihre eigene Kraft Leben retten zu können.

    Kurze Anmerkung:
    Die Geschichte wird in schönen, in sich abgeschlossenen Episoden erzählt. Dabei erinnert, wie gesagt, viel an den Stil obengenannter Vorreiter, was die Gestaltung und Mythologie angeht, aber auch der Zeichenstil kann sich da nahtlos detailliert und einfallsreich einfügen. Alles ist mit viel Fantasie, durchzogen von europäischer Folklore geschaffen, Alraunen, Wolpertinger, Lindwürmer oder Seeungeheuer, all diese Tiere sind Patienten auf dem Behandlungstisch der ungewöhnlichen Tierarztpraxis. Die kleine Ziska hat einen unbändigen Willen, das Leiden der von Wunden und Krankheiten geplagten Tiere zu lindern, unter allen Umständen deren Leben zu retten.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Titel in einigen Monaten auch in den Westen schwappt, da er in eine sehr ähnliche Kerbe wie das erfolgreiche Werk von Yamazaki Kore schlägt. Er ist unterhaltsam und es macht mir einfach Spaß, diese etwas melancholische, beruhigende Atmosphäre und die unermüdlich positive Energie des Magiermädchens, umringt von all diesen faszinierenden Wesen, beim Lesen in mich aufzusaugen. Es ist schön und verleitet zum Träumen, wenn ein Lindwurm zur Sternschnuppe wird, ein todkranker Hase zum Wolpertinger oder ein Salamander Feuer schluckt, um zu genesen. Ich denke hier steckt viel internationales Potential.

    PS. Die obige Inhaltsangabe entspricht der offiziellen Beschreibung von Mag Garden und wurde von mir übersetzt. Die Eigennamen können daher in einer offiziellen Übersetzung abweichen.


    PS. Außerdem habe ich das in westlichen Medien noch nirgendwo gelesen und da der Titel ja auch noch in Deutschland veröffentlicht wird,die kurze Info dass Dolly Kill Kill laut dem Twitter-Account des Mangaka im übernächsten Kapitel enden wird. Vermutlich endet der Titel damit auch in 11 Bänden.
    Geändert von Kulturkerbe (13.09.2017 um 12:51 Uhr)

  5. #555
    Schade das Dolly Kill Kill doch so bald endet :0
    Mangawünsche:
    Tableau Gate,
    Hinekure Chaser, Sennen Meikyuu no Nana Ouji, Ogeha, Hidoku Shinaide, Alles von Rei Toma, Sougiya Riddle, Somali to Mori no Kami-sama, Made in Abyss, Mori no Takuma-san, Kudamimi no Neko, Dead Tube, Hana yori mo Yaiba no Gotoku, Baby Baby(Kotoko Ichi), Kuroa Chimera, Kunisaki Izumo no Jijou,Shoujo Gensou Necrophilia, Alles von Miwako Sugiyama, Alles von Tomu Ohmi, Mother Keeper, Jinbaku Shounen Hanako-kun, Niehime to Kemono no Ou, Otona Keikenchi, Hibi Chouchou, Im - Great Priest Imhotep, Lotte no Omocha!, Happy Sugar Life, Kirihara Mika no Yuuutsu, Stravaganza - Isai no Hime, Alles von Owaru, Alles von Pedoro Toriumi , Alles von Kanda Neko, Koi to Uso, Simple Hot Chocolate, Seifuku de Vanilla Kiss,Sarusuberi Danshi Koutou Gakkou!!,Alles von Eri Sakondo, Hatsukoi Monster, It's my Life, Alles von Rin Miasa, Alles von Naki Ringo/Aoki Spica, Sex Friends von Ari Uehara, Shiri Fechi Nanka ni Sukarete Tamaru ka, Himitsu no Akuma-chan, Alles von Matoba, Graineliers,Kyou no Cerberus, Uratarou, Akazukin-chan wa Ookami-san o Nakasetai!, Soul Liquid Chambers, Kujira no Kora wa Sajou ni Utau, Fast alles von Hachi Itou, Versailles of the Dead, Killing Stalking...



  6. #556
    Mitglied Avatar von Annerose
    Registriert seit
    01.2010
    Beiträge
    5.565
    My Home Hero hört sich sehr interessant an *o*



    Manga Wünsche:
    Ginga Eiyuu Densetsu, Toward the Terra, Aphorism, Golden Kamuy, Aku no Kyouten, Zetman, Ginrou Bloodborne, Devil's Line, Shion no Ou, Gakkou Gurashi!, Sekai Oni, Rainbow






  7. #557
    Mitglied Avatar von Huckybear
    Registriert seit
    02.2001
    Ort
    Braunschweig
    Beiträge
    4.428
    Zitat Zitat von Kulturkerbe Beitrag anzeigen
    Hallo Huckybear,
    Ich finde das ist eine sehr gute Idee. Aber an welche Künstler hast du denn so gedacht? Die meisten One-Shots bzw. Erstlingswerke sind häufig nur sehr schwer aufzutreiben. Ein Beispiel wäre Ishikawa Yūgo, der in Deutschland vorrangig durch Sprite bekannt ist, eine relativ düstere Sci-Fi-Mysterserie. Ich habe in diesem Thread unter anderem seine zweibändige Kurzserie über traurige Hundeepisoden vorgestellt, Inunaki. Es gibt in Japan auch eine fünfzehnbändige Serie über einen Mann und sein Haustier, einen Kappa. Das wäre wohl so ein Beispiel, wo das in Deutschland gängige Bild über das Schaffen des Autors mit anderen bisher nicht lizenzierten Werken stark divergiert.

    Ein weiteres Beispiel ist ganz aktuell Yoneda Kō, die bisher BL-Manga gezeichnet hat und jetzt erstmalig in einem Seinen-Magazin von Kōdansha publiziert wird. Diese Serie über einen trübseligen Versicherungsdetektiv der vermeintliche Unfälle als Morde entlarvt, wird ihren Weg wohl eher weniger auch auf den deutschen Markt finden, möchte ich einfach mal so vermuten. So ginge eine "weitere Ebene" im Schaffensnimbus der Künstlerin hierzulande höchstwahrscheinlich verloren, die zeigt, dass sie weit mehr sein kann als "nur" BL-Künstlerin. Ich denke, so etwas würde auch gut in den Rahmen deines Vorschlags fallen.

    Ich werde mir einmal Gedanken machen, ob mir noch etwas dazu einfällt. Vielen Dank für deine Anregung....

    Ganz spontan dachte ich da an Erstlingswerke solche auch in Deutschland sehr bekannten Seinen Mangaka wie bsw, Naoki Urasawa, Hideo Yamamoto, Minetarō Mochizuki, Masasumi Kakizaki,Motorô Mase, Hiroya Oku, Kentarō Miura, Mohiro Kitoh, Hitoshi Iwaaki, Takehiko Inoue usw.

    Das Beispiel mit Yoneda Kō finde ich auch sehr spannend und ungewöhnlich zu erfahren, ja gerne mehr davon
    Gamon Sakurai wäre vielleicht ein ähnliches Beispiel
    Geändert von Huckybear (13.09.2017 um 20:56 Uhr)

  8. #558
    Geil das der Titel in den USA Lizenziert wurde

    Bei dem erfolg von Magus Bride und Totsukuni no Shoujo war das auch kein wunder ^^

  9. #559
    Hallo zusammen,

    bei meiner letzten Vorstellung beschäftigte sich "My Home Hero" mit einem Mann, der lernen musste, mit einer schrecklichen Tat umzugehen, die seinen Alltag vollständig umkrempelte. Der andere Titel, "Ihotose Box" dagegen zeigte Möglichkeiten, durch das Ändern der Vergangenheit die Gegenwart zu manipulieren. Ich habe vor wenigen Stunden den ersten Band einer Serie zu Ende gelesen, die beide Elemente gekonnt miteinander vereint und möchte sie hier deshalb ebenfalls vorstellen. Die Serie ist noch ganz frisch, in Japan erschien der erste Band heute:

    Theseus no fune (dt. "Das Schiff des Theseus") von Higashimoto Toshiya
    erscheint im Magazin "Morning" des Verlags Kōdansha
    bisher 1 Band, fortlaufend
    Erscheinungsjahr: 2017



    Inhaltsangabe:
    Am 24. Juni 1989 starben in der Grundschule in Otousu in Hokkaido 21 Menschen, darunter 6 Kinder. Die Todesursache war eine Zyankalivergiftung. Einer der Dorfpolizisten, Sano Bungo, wurde im Zuge der Ermittlungen dieses Massenmords verhaftet.

    28 Jahre später. Sano wurde zum Tod verurteilt, obwohl er seine Unschuld stets beteuerte. Sein Sohn, Murata Shin, hält es plötzlich für möglich, dass seinem Vater das Verbrechen fälschlicherweise angehängt wird und beginnt eigens in dem Fall zu forschen. Als er den Tatort besucht, umringt ihn ein dicker Nebelschleier und er findet sich plötzlich im Jahre 1989 wieder.

    Kurze Anmerkung:
    Das Schiff des Theseus ist, wie der Titel auch anfänglich erklärt, ein Paradoxon der Philosophie und beschäftigt sich kurz gesagt mit der Frage, ob eine Sache, bspw. das besagte Schiff von Theseus, auch selbiges bleibt, wenn Teile ausgetauscht werden oder gar alles davon ersetzt wird. Diesen Gedankengang führt der Titel weiter, was ist, wenn alle Zellen eines Körpers sterben und neu entstehen, was macht den Menschen dann überhaupt aus, wieso ist man noch man selbst und kein anderer? Sind es die Erinnerungen, Erfahrungen und die Vergangenheit eines Menschen, die ihn auszeichnen?

    Die Vergangenheit ist ein großes Problem für den Hauptcharakter Shin. Er leidet seit jeher unter der Bürde, der Sohn eines Mörders zu sein. In der Schule verachtet, zum Teil einer Verbrecherfamilie degradiert, sind es schmerzhafte Kindheitserinnerungen für den heute Erwachsenen. Damals hatte ihm seine Mutter gesagt, es stehe der Familie eines Mörders nicht zu, jemals in der Öffentlichkeit zu lachen, niemals auch dürften sie weinen. Stattdessen entschuldigte sich seine Mutter mit zahllosen "Es tut mir unendlich Leid" für die Taten eines anderen, während sie unermüdlich alleine für das Überleben ihre Kinder arbeitete.

    Zwar prägt ihn diese Vergangenheit sehr, doch hat Shin inzwischen ein neues Leben, ein neues Ziel. Er ist verheiratet mit der gutherzigen und hochschwangeren Yuki, die ihn nicht nur auf die vermeintlichen Verbrechen seines Vaters reduziert.

    Doch das Glück hält nicht lange an, denn Yuki stirbt bei der Geburt des Kindes. Der Vater von Yuki droht Shin damit, das Neugeborene wegzunehmen, er als Mördersohn könne dem Kind niemals eine glückliche Zukunft bescheren. Diese prekäre Situation, der Wunsch sein Kind nicht zu verlieren und auch die Erkenntnis, dass vor den Giftmorden, die sein Vater begangen haben soll, bereits mysteriöse Todesfälle in dem Dorf geschehen sein sollen, treiben den frisch gebackenen Vater dazu, in die alte Heimat zurückzureisen und dort zu prüfen, ob die Anschuldigungen gegen seinen Vater so zutreffend sind.

    Soviel zur Vorgeschichte, dann passiert das, was inzwischen - zugegeben - nicht mehr allzu originell ist. Ein Zeitsprung in die Vergangenheit. Und obwohl das bereits "Boku dake ga inai machi" ganz hervorragend vorgemacht hat (und auch einge andere, weniger bekannte Genrevertreter), bleibt der Titel spannend.

    Der Zeichenstil ist an einigen Stellen etwas schroff, nicht ganz so ausgefeilt, vor allem wenn man ihn bspw. mit dem nachfolgenden Titel direkt vergleicht. Aber er erfüllt seinen Zweck, er erzeugt Stimmung, ist dabei bodenständig, was der Geschichte gut zu Gesicht steht. Eine Szene direkt am Anfang, als die Frau von Shin stirbt, das Ganze wortlos in nur einigen Panels widergegeben wird, das hat schon etwas eindringliches, das ist sehr emotional und hat mir gut gefallen. Überhaupt, ich finde, der Titel schafft es glaubhaft und nachdenklich zu zeigen, wie sehr auch die Familie eines vermeintlichen Täters unter dessen abscheulichen Taten leiden kann.

    Ich freue mich darauf, wohin der Titel den Leser noch führt. Er bietet sehr viel Potential für eine tolle, spannende Geschichte. Der Hauptcharakter ist motiviert, ich kann seinen Antrieb sehr gut nachvollziehen, seinem Sohn ein ähnliches Schicksal wie das seine mit aller Macht ersparen zu wollen. Da fiebere ich gerne mit und bin gespannt, was und viel wichtiger, wer hinter den grausigen Kindermorden vor fast 30 Jahren steckt. Wer nicht genug von gut gemachten Zeitreisegeschichten in Krimidrama-Verpackung kriegen kann, der sollte hier ruhig einmal genauer hinsehen. Der Titel hat es, finde ich, verdient, auch wenn er in seiner Aufmachung sicherlich weniger "schrill" ist als so mancher anderer in seiner Sparte.

    Leseprobe zu Theseus no fune

    Shigahime von Satō Hirohisa
    erscheint im Magazin "Comic Zenon" beim Verlag Tokuma Shoten
    bisher 1 Band, fortlaufend
    Erscheinungsjahr: 2017



    Inhaltsangabe:
    Den Worten ihrer Königin müssen sie bedingungslos Folge leisten.
    Dies ist das traurige Schicksal der "Diener" dieses Ungeheuers.


    Präfektur Tōkyō, in der Stadt Kunitachi.
    Wieder ein Tag an dem Tachibana Sōichi von seinen Mitschülern gemobbt wird. Wieder ein Tag an dem die Mutter des Jungen in der zugemüllten Wohnung lethargisch dahinvegetiert. Ein Junge, der sonst nirgendwo seinen Platz hat, streift Nacht für Nacht umher, um Schüler in das Haus eines geheimnisvollen Mädchens zu locken.

    Kurze Anmerkung:
    Vorneweg: Ja, die Geschichte wirkt auf mich etwas trashig. Sie nimmt sich zwar durchaus ernst, aber trotzdem kann ich sie nur mit ein wenig Augenzwinkern lesen. Das nackte verführerische Vampirwesen, willenlose Oberschüler, denen das Herz aus der Brust gerissen wird (und ausgepresst an die Vampirin verfüttert wird), Blut, Blut, Blut. Und unter dieser Prämisse gefällt mir der Titel bisher wirklich gut. Man sollte kein epochales Meisterwerk erwarten, aber ein überraschend stimmungsvolles und wahnsinnig überzeugend gezeichnetes Splatterwerk. Ich denke ein Blick in die Leseprobe wirkt hinsichtlich des Zeichenstils überzeugender als das, was ich über die gekonnte Strichführung und die tollen, realistischen Bilder des Künstlers in vielen Absätzen zu sagen vermag. Der Mangaka Satō hat sich bisher durch ein dreibändiges, kurzes aber stimmungsvolles Werk über ein Auftragskillermädchen und einen Waisenjungen auf der Flucht ("Suzuki-san wa tada shizuka ni kurashitai", habe ich hier auch bereits hier vor einem Jahr etwa knapp vorgestellt) ein wenig Prestige erarbeitet.

    Eine gewisse Originalität der Geschichte ist zwar grundsätzlich für mich schon irgendwie gegeben, aber trotzdem kennt bzw. erinnert es einen an Handlungsstränge aus diversen Filmen. Die monströse Femme Fatale. Warum frisst das Ungeheuer in verführerischer Mädchengestalt so gerne menschliche Herzen? Warum sehnt sie sich nach den Dingen, die den Jungen so wichtig sind? Freunde, Familie, Mädchen? Was um alles in der Welt ist diese Kreatur überhaupt?
    Den einen oder anderen Story-Kniff hat die neue Serie dann doch zu bieten, um sich etwas aus dem Splattereinerlei abzuheben. Bspw. dann, wenn man denkt, der Junge Sōichi ist der Hauptcharakter dieser Serie und schlagartig etwas stutzt, wenn es auch ihm plötzlich an den Kragen geht. Aber ich will nicht zu viel verraten.

    Die Serie lebt für mich in erster Linie durch die überzogene blutige Präsentation, verpackt in einen durch und durch gekonnten Zeichenstil. Der eindrucksvolle Splatter-Anteil, gemischt mit Anzüglichkeit und Mystik und man erhält eine überzeugende, nicht allzu anspruchsvolle aber kurzweilige Horrorgeschichte für erwachsene Leser. Wer so etwas mag, der sollte mal hineinblicken. Mir gefällt es bisher ganz gut.

    Leseprobe zu Shigahime (nur für erwachsene Leser)


    PS. Die obigen Inhaltsangaben entsprechen denen der Verlage Kōdansha bei "Theseus no fune" bzw. Tokuma Shoten bei "Shigahime" und sind von mir nur an einigen wenigen Stellen angepasst worden.
    Geändert von Kulturkerbe (Heute um 00:53 Uhr)

Seite 23 von 23 ErsteErste ... 1314151617181920212223

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •