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Thema: Comicfestival 2013 - positives und negatives

  1. #1
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    Comicfestival 2013 - positives und negatives

    Erst einmal Danke an das ganze Team des Comicfestivals für die Energie und Mühe, die ihr in das diesjährige Festival investiert habt!

    Mich interessiert wie die Meinungen zum diesjährigen Comicfestival sind. Was war in den Augen der Beucher positiv und was negativ?

    negativ:
    - Edition Alfons: Bertolucci und Zuccheri waren ein bisschen zu viel für die Verantwortlichen. Die Nummernverteilung (wenigstens bei Bertolucci) war ähnlich mysteriös wie damals bei Gimenez in Erlangen am Splitter-Stand. Wahrscheinlich haben auch fast die selben Leute eine Zeichnung erhalten. Dann waren auch noch zu wenig Bücher für Bertolucci da. Das Standpersonal war vollkommen überfordert. Da es anscheinend das erste Mal war, dass die Edition Alfons Künstler dabei hatte (Ulli Lust war auch noch da), will ich das jetzt nicht überbewerten. Allerdings solltet ihr euch merken: Gebt NIE WIEDER Signiernummern raus bevor die Türen aufgehen! Damit habt ihr nicht nur mich schwer verärgert. Und wenn Bertolucci und Zuccheri nicht freiwillig Überstunden gemacht hätten (siehe positiv), dann wäre die Situation wahrscheinlich - trotz eures Versuches die Sache noch irgendwie hinzukriegen - komplett eskaliert.

    - Spezlwirtschaft: Wie immer gibt es einige Leute, die zwar ein Armband für Standpersonal, Künstler oder Presse haben, aber keine dieser Tätigkeiten ausüben. Aber wenn denjenigen einer abgeht, weil sie als erste in der Panini-Schlange würfeln dürfen... (Die Leute die wirklich an einem Stand mitarbeiten sind ausdrücklich ausgenommen)

    - Händler bei Shelton: Bei Shelton war wirklich eine große Schlange. Wie manche dann so dreist sein können und über 20 Comics auf den Tisch zu klatschen und unterschreiben zu lassen ist mir ein Rätsel.

    - Weite Wege bei schlechtem Wetter: Die Wege in München sind zwar recht weit, aber ich bin sicher, wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätten mehr Leute auch die Veranstaltungen außerhalb des Künstlerhauses besucht.

    - Robert Crumb: Keine Signierstunden und es kam mir so vor, als ob er sich nur bei den Abendveranstaltungen blicken ließ. Schade!

    positiv:
    + Künstler: Nicht nur dass die Auswahl der Künstler ganz große Klasse war, sie waren auch noch nett und motiviert. Mezzomo zum Beispiel steigerte sich am Samstag mit jeder Zeichnung und so konnten am Ende manche mit kompletten Figuren in ihren Comics und Sketchbüchern nach Hause gehen. Federico Bertolucci und Laura Zuccheri erklärten sich freiwillig dazu bereit beim zeichnen Überstunden zu machen, weil durch das Chaos bei der Edition Alfons viele Fans noch auf ihre Zeichnungen warteten. Das war echt super von den Beiden! Ein Highlight für jede Comic-Veranstaltung ist Christopher. Der hat anscheinend jeden Tag 24 Stunden lang gute Laune. Auch Künstler wie Baru, Manara oder Fior standen bereitwillig zur Verfügung. Gilbert Shelton ließ sich auch von einer 20 Meter langen Signierschlange abschrecken und zeichnete unverdrossen für jeden seine Freak Brothers. Tolle Einstellung! Auch Yoann versuchte wirklich jedem Wunsch nach einer Zeichnung zu entsprechen. Er ist ein ganz netter Mensch der sich sogar ein bisschen auf Deutsch unterhalten konnte.

    + Salleck Publications: Ein tolles Zeichner-Aufgebot, nette Mitarbeiter und super Comics. Respekt an Eckart Schott und seine Crew. Es hat wieder viel Spaß gemacht mit euch!

    + Nette Gespräche: Ob in der Signierschlange, beim Warten vor der verschlossenen Tür oder einfach so auf dem Festival: es gab Dutzende von netten Leuten zum unterhalten.

    + Ausstellungen im Künstlerhaus: Wegen des schlechten Wetters habe ich mir nur die Ausstellungen im Künstlerhaus direkt angesehen. Die waren allesamt sehr schön gemacht. Besonders Spirou und Italien haben mir sehr gut gefallen.

    + Helmut Nickel: Der hat sich ein eigenes Plus verdient. Der sitzt da so mit seinen 90 Jahren in München und zeichnet Winnetou. Nachdem ihm das Aufstehen nach seiner Signierstunde etwas schwer fiel, meinte er lapidar: "Ich bin halt keine 75 mehr." Der Kerl ist echt der Hammer!

    Fazit: Auch wenn sich die Punkte bei mir die Wage halten, habe ich doch deutlich mehr positive Eindrücke von München als negative. Für das Wetter kann keiner was und die Deppen, die durch Beziehungen schon immer vor dem Einlaß an den Ständen stehen, die werden wir wahrscheinlich eh nicht los. Die Künstler waren aber allesamt oft mehr als nur freundlich und wenn man dann zu Hause seine teilweise gigantischen Originalzeichnungen ansieht, dann leuchten die Augen und man würde sich am liebsten heute schon für das nächste Comicfestival Karten kaufen.

  2. #2
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    Zitat Zitat von Pulverer Beitrag anzeigen
    negativ:
    - Edition Alfons: Bertolucci und Zuccheri waren ein bisschen zu viel für die Verantwortlichen. Die Nummernverteilung (wenigstens bei Bertolucci) war ähnlich mysteriös wie damals bei Gimenez in Erlangen am Splitter-Stand.
    @Pulverer:
    Zu der Kritik bei der Nummernvergabe am Stand der Edition Alfons.

    Erst einmal möchte ich mir bei Dir entschuldigen, dass Du keine Zeichnung bekommen hast. Du bist wahrscheinlich der gewesen, der sich am Sonntagmorgen am lautstark darüber aufgeregt hat und dem ich angeboten hatte am Nachmittag nochmal unverbindlich vorbeizuschauen, um Dein Glück zu versuchen. Hättest Du das wahrgenommen, dann hättest Du übrigens auch eine Zeichnung bekommen, denn Federico Bertolucci hat auch am Sonntag Überstunden gemacht und auch einen Zahn zugelegt, so dass nach der offiziell letzten Nummer alle anwesenden Wünsche auf „First come, first served“ abgearbeitet werden konnten (auch für die, die keiner Comic mehr kaufen konnten!).

    Prinzipiell hat Du jedoch Recht.

    Aber: Bertolucci war vor dem Festival vollkommen unbekannt. Durch Berichterstattung bei ALFONZ und Comic Report Online und der Italien-Ausstellung des Festivals ist er erstmals den meisten Leuten aufgefallen. Wir hatten von beiden Bänden seiner Serie LOVE immerhin je 50 Stück da. Also 100 Exemplare. Das ist viel für einen unbekannten Zeichner, dessen Verlag nicht einmal vor Ort ist. Am Samstag war bereits Band 1 vergriffen. Am Sonntagmorgen auch gleich Band 2. Das ist viel mehr als man erwarten könnte. Dieses enorme Interesse war nicht absehbar, auch von seinem Verlag Tokyopop nicht, sonst hätten sie uns mehr geschickt.

    Was die Organisation betrifft, so kann man es hier nie jedem Recht machen. Was ich an diesen Tagen für Stories hören musste, warum einer jetzt speziell an diesem Tag eine Zeichnung braucht, geht auf keine Kuhhaut. Der erste Tag (Freitag) verging ohne Nummern, aber als klar wurde, dass der Andrang so riesig war, mussten wir umstellen auf Nummern, was auch den Künstlern (Laura und Federico) Recht war. Danach mussten wir aber aufpassen, dass wir nicht zu viele Nummern ausgeben, weil die beiden Zeichner nicht die allerschnellsten sind. Deshalb konnten wir am Sonntagmorgen für Federico auch nur fünf neue Nummern vergeben, weil noch „Altlasten“ vom Vortag da waren, die erst abgearbeitet werden mussten.

    Ich kann Dir aber versichern, dass Deine Kritik angekommen ist. 100%ig perfekt wird man es nicht machen können. Wir werden das garantiert das nächste Mal strikter handhaben und klare Regeln ausgeben. Ich weiß aber jetzt schon, dass es Federico so gut gefallen hat, dass er gerne wieder kommen würde. Vielleicht sogar schon nächstes Jahr nach Erlangen …
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  3. #3
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    @ Comic-Report-Süd:
    Ich wollte zum Glück keine Zeichnung von Bertolucci sondern von Zuccheri; die habe ich auch noch bekommen. Dass Bertolucci dann noch für Leute ohne Nummern gezeichnet hat ist toll. Er hat sowieso einen wahnsinnig sympathischen Eindruck gemacht und wollte alle zufriedenstellen. Er hat ja - so habe ich das jedenfalls mitbekommen - von kurz vor 12 Uhr an gezeichnet bis ihn das Taxi zum Flughafen irgendwann am Nachmittag abholte. Das war wirklich toll von ihm wenn man bedenkt dass er nur eine Stunde zeichnen sollte! Das macht nicht jeder.

    Wie ich ja schon oben geschrieben habe, rechne ich es euch eher als "Anfängerfehler" an, da ihr ähnlich wie Splitter einfach ein bisschen überfahren wurdet. Ich bin mir sicher, dass wenn Bertolucci nochmals nach Deutschland kommen sollte, ihr das Ganze besser hinbekommen werdet. Von daher: Nix für ungut!
    Geändert von Pulverer (03.06.2013 um 12:52 Uhr) Grund: Rechtschreibung

  4. #4
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    Zitat Zitat von Pulverer Beitrag anzeigen
    negativ:
    - Edition Alfons: Bertolucci und Zuccheri waren ein bisschen zu viel für die Verantwortlichen. Die Nummernverteilung (wenigstens bei Bertolucci) war ähnlich mysteriös wie damals bei Gimenez in Erlangen am Splitter-Stand. Wahrscheinlich haben auch fast die selben Leute eine Zeichnung erhalten. Dann waren auch noch zu wenig Bücher für Bertolucci da. Das Standpersonal war vollkommen überfordert. Da es anscheinend das erste Mal war, dass die Edition Alfons Künstler dabei hatte (Ulli Lust war auch noch da), will ich das jetzt nicht überbewerten. Allerdings solltet ihr euch merken: Gebt NIE WIEDER Signiernummern raus bevor die Türen aufgehen! Damit habt ihr nicht nur mich schwer verärgert. Und wenn Bertolucci und Zuccheri nicht freiwillig Überstunden gemacht hätten (siehe positiv), dann wäre die Situation wahrscheinlich - trotz eures Versuches die Sache noch irgendwie hinzukriegen - komplett eskaliert.
    Als derjenige, der für die grundlegende Organisation der Signieraktionen bei der Edition Alfons verantwortlich war, möchte ich dazu noch ein paar Worte verlieren.

    Ich halte nichts von den seit einigen Jahren durchorganisierten Signieraktionen, bei denen es um nix anderes geht, als dass der Leser/Käufer/Fan am Ende mit einer möglichst aufwändigen Zeichnung des Künstlers den Saal verlässt. Ich halte dagegen sehr viel von der persönlichen Begegnung mit einem Künstler, dessen Werk man schätzt und dem man mit dem Kauf eines Albums und dem Anstehen in einer Signierschlange seinen Respekt erweist - egal, wie groß oder toll die gezeichnete Erinnerung ausfällt.

    Dem entgegen steht für mich die Vergabe von Nummern, die den Leser/Käufer/Fan in der Regel davon abhält, sich ausreichend Zeit für den Künstler zu nehmen und stattdessen schnell zur nächsten Nummernvergabe zu eilen (kein Wunder, es wollen ja möglichst viele Zeichnungen ergattert werden).

    Aufgrund der begrenzten räumlichen Möglichkeiten und dem Interesse, dass den beiden Künstlern Laura Zuccheri und Federico Bertolucci entgegengebracht wurde, habe ich mich am zweiten Tag zur Vergabe von Nummern überreden lassen - und siehe da, auch damit gab es Probleme.

    Für mich steht damit - nach mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Organisation von Signierveranstaltungen - fest, dass es niemals möglich sein wird, es allen Recht zu machen.

    Sehr bedauerlich finde ich allerdings, dass die Veranstaltung bei uns am Stand der Edition Alfons durch diese einzelne Äußerung als »negativ« dargestellt wird, ungeachtet der weit über 100 zufriedenen Leser der Comics von Laura und Federico, die mit einem signierten Buch das Festival verlassen konnten (vielleicht mag sich einer der Glücklichen ja mal mit seiner Sicht auf die Dinge hier zu Wort melden), der tollen Leistung des Teams vom Festival und unserer eigenen Leute sowie den Anstrengungen von Tokyopop, mit »Love« einen traumhaft schönen Comic produziert zu haben, und Ultra-Comix für die professionelle Unterstützung bei den Splitter-Titeln.

  5. #5
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    Hier ist einer der Glücklichen der eine Zeichnung von Bertolucci erhalten hat, jedoch nicht jeweils eine Zeichnung von Bertolucci und Laura Zuccheri benötigte. Ich bin in erster Linie froh, angesichts der hierzulande finanzschwachen und doch so hoch motivierten und angagierten Verlags-Enthusiasten die Veranstaltungen dieser Art erst möglich machen. (Es gehört hier zwar nicht her, aber ALFONS ist eine wohltuende und erfrischende Bereicherung in der deutschen Comiclandschaft. Danke Jungs und Mädels.)

    Mein 2-Tages Resumée:

    -> Negativ:
    Das Wetter: Papier ist empfindlich und der Abtransport am Ende des Tages war äußerst riskant.

    Wenn ein Künstler wie Bertolucci zu stark frequentiert wurde, wurde ein Mann wie Luke Pearson von der Mehrheit vernachlässigt. Immerhin durfte er in seinen jungen Jahren bereits das Cover für den NEW YORKER (April 2013) gestalten. Darüber hinaus wurde sein aktuelles Album (Reprodukt) dieses Jahr mit dem Peng!-Preis für das beste europäische Album ausgezeichnet!

    Regiondo Ticket-Reservierung: Den angepriesenen vorteilhaften und gesonderten Einlaß konnte ich nicht erkennen. Dazu konnte man Freitag morgen erst nach offizielem Einlaß Punkt 10:00 Uhr seinen Ticketausdruck gegen ein Bändchen eintauschen und mußte alle anderen Sketch-Jäger an einem vorbeiziehen lassen. Jeder Fan benötigt vor dem offiziellen Einlass seine bereits bezahlte Zugangsberechtigung. Darüberhinaus konnte der versprochene Bierdeckel noch nicht einmal bis Samstag Abend ausgehändigt werden. Daumen runter Das war eine Mogelpackung.


    -> Positiv:
    Die Auswahl der nationalen wie internationalen Künstler war hervorragend. Als Sammler, Fan und Comic-Nerd freut man sich besonders neue Gesichter unter den eingeladenen Künstlern zu finden. Wer möchte schon Jahr für Jahr die gleichen Zeichner antreffen.

    Die Stimmung war stets relaxt. Na ja, sieht man einmal von dem morgendlichen Würfel-chaos für Lee Bermejo und Milo Manara einmal ab. Dies ist meiner Meinung aber nur schwer anders zu regulieren.

    Um 2 Namen aus den tollen Kreativen hervorzuheben, mir sind insbesondere Philippe Jarbinet und Mezzomo aufgefallen, die sich bis zur Erschöpfung die Griffel wund zeichneten. Chapeau!

    Nette Menschen in der Organisation und bei den Verlagen.

    -> Eigenartig:
    Eine Ticketkontrolle beim Einlaß im Künstlerhaus morgens fand nicht statt.

    -> Fazit:
    Hauptsächlich Positives, wenig Negatives, Geiles Festival, München rockt, das Ambiente ist kultig. Bis bald!!!

    Genörgelt wird immer. Das läßt sich nicht aus.

  6. #6
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    Positiv:

    1) Das tolle, tolle Engagement der Künstler. Hier ein paar Leute, die mir besonders aufgefallen sind, ohne dadurch die Leistung der anderen schmälern zu wollen:
    • Giovanni Rigiano zeichnete mit schwarzen Fineliner ungemein detailliert und gekonnt ohne Vorzeichnung. Bei Monster Allergie schenkte er mir neben der gewünschten haarlosen Katze noch zusätzlich ein Monster, bei Daffodil setzte er die gewünschte Achilles auf einen "Totenkopffelsen" und verzierte das ganze noch zusätzlich.
    • Auch Ralf König schenkte mir eine weitere Figur, zeichnete neben dem Wunschcharakter noch die heilige Ursula und setzte die Widmung an mich in einen witzigen Kontext, sodass ich fast sowas wie einen Cartoon von ihm bekommen habe.
    • Christophe Quet setzte die Figuren in einen ausladenden Hintergrund. Als er aus Versehen statt meinen Namen einen anderen vom vorgelegten Zettel über die Zeichnung setzte, erweiterte er den Hintergrund noch etwas mehr und schaffte es so diese Panne derart zu kaschieren, dass sie einem praktisch nur auffällt, wenn man davon weiß.
    • Gilles Mezzomo colorierte mit speziellen Wasserfarbenstiften, Valérie Vernay verrieb Graphit mit den Fingerspitzen um den Zeichnungen zusätzliche Textur zu verleihen, Laura Zuccheri schwang beim Tuschen den Pinsel, als wäre er von Geburt an mit ihr verwachsen. Mit einer Pinselstärke brachte sie feinste Linien aufs Papier, füllte wo nötig in zwei, drei Strichen große Flächen aus und signierte und widmete zuletzt noch das Werk.
    • Bertolucci (von dem ich mir nichts mehr holen konnte, den ich aber ebenfalls länger über die Schulter gesehen habe) und Erik setzten ebenfalls unermüdlich viel Zeit in besonders detailreich ausgearbeitete Zeichnungen.

    Auch für einen Nicht-Zeichner wie mich war es immer auch ein besonderes Erlebnis, die Zeichnungen im Entstehungsprozess zu erleben. Deshalb habe auch ich soviel Zeit dafür aufgewendet, sie zu sammeln, nicht nur für das Endprodukt. Und die Kraft und der Eifer, mit der manche unermüdlich den ganzen Tag durchgezeichnet haben zollt zusätzlich tiefsten Respekt ab.

    2) Die sehr interessanten "Beiprogramme". Dennis Kitchen am letzten Tag war da ein besonderer Höhepunkt (Interview im Oktoberfestmuseum wie Vortrag im jüdischen Museum), auch das Künstlergespräch mit R.M. Guéra war trotz Panne am Anfang mit der geplanten Simultanübersetzung über Kopfhörer (das Gespräch wurde dann auf Englisch statt auf Deutsch-Spanisch geführt, was freilich problemlos ging) sehr interessant.

    Negativ:

    1) Die doch sehr unterschiedlichen Öffnungszeiten der Ausstellungen hätten besser (bzw. überhaupt) im Internet und auf den Flyern kommuniziert werden können. Auch vor Ort, etwa im Künstlerhaus, hätte wer Kundiger Dienst tun können. Am Sonntag Vormittag pilgerte ich bei strömenden Regen zur Münchner Freiheit wegen der König-Retrospektive um vor verschlossener Tür zu stehen. Leider sah ich auch nicht, dass wenn auch auf der Tür nur die Info "Geschlossen, Post bitte ums Eck in der Ursulastraße (sic!) einwerfen" zu lesen war, im Kleingedruckten am Programmflyer der Galerie, die in der Auslage hang, die genauen Öffnungszeiten standen: So Nachmittag offen, Mo ganztägig geschlossen, so kam ich am folgenden Tag (wenigstens bei trockenerem Wetter) erneut ohne eintreten zu können. Bei der St. Markuskirche habe ich dreimal vorbei geschaut, immer stand ein Plakatständer vor der Tür, der aufs Comicfestival und die Ausstellung verwies, wann und ob überhaupt man sie besichtigen konnte, lies sich für mich aber nicht eruieren.

    2) Sorry @ Burkhard Imhe, aber die ICOM-Preisverleihung war (bis auf Fil & Sharkey!) sehr amateurhaft und holprig dargeboten.

    3) Das Sauwetter

    4) Bayern München

    Obwohl die negativen Punkte rein quantitativ überwiegen mögen, war es insgesamt doch ein wirklich sehr gelungenes Festival.

  7. #7
    Mitglied Avatar von Red Kite
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    Zitat Zitat von Pulverer Beitrag anzeigen
    - Händler bei Shelton: Bei Shelton war wirklich eine große Schlange. Wie manche dann so dreist sein können und über 20 Comics auf den Tisch zu klatschen und unterschreiben zu lassen ist mir ein Rätsel.
    Den hab ich auch gesehen und zurechtgewesen. Warum da sonst immer niemand was sagt, ist mir echt ein Rätsel. Resultat: Er wollte ja dann nicht der Arsch sein und hat sich "nur" die Hälfte (ca. 15 Bücher) signieren lassen, sich dann anschließend aber noch mal angestellt, um auch den Rest signiert zu bekommen - und das an Sheldon's 73. Geburtstag, der wirklich geduldig da saß, bis alles abgearbeitet war. Am besten war dann noch der Spruch: "Die sind ja nicht alle für mich, ich bin ja Händler." Weiß jemand, in welchem Laden der sitzt, damit ich da nicht aus Versehen mal was kaufe? Hab ihn zwischendurch auch mal den Stand von Edition 52 hüten sehen.

    Ansonsten - einiges wurde ja schon gesagt.

    Positiv:

    - Die zahlreichen internationalen, überwiegend gut gelaunten Gäste.

    - Gerade im Independent-Bereich viele tolle, kleine, liebevolle Comics zu entdecken. Schön, dass auch ein paar Kunsthochschulen dabei waren.

    - Zumindest im Alten Rathaus genug Platz für die Aussteller und kein Gedränge.

    - Sehr gutes und breites Angebot an Künstlergesprächen und Vorträgen.

    - Viele bekannte Gesichter da, wenn man in der Szene zu Hause ist.

    - Die Online-Berichterstattung durch unabhängige Comic-Medien wie Splashpages, den Tagesspiegel, den Comic-Report oder die zahlreichen Blogger und Twitterer vor und nach dem CFM, die auch die mangelhaften Programmankündigungen der Festivalleitung hier und da ausgleichen konnten.

    - FiL im Vorprogramm der ICOM-Preisverleihung.


    Negativ:

    - Keinerlei Einbindung ins Stadtbild - keine Plakate, Hinweisschilder, Banner, Wegweiser etc. Am Künstlerhaus stand nicht mal dran, was dort eigentlich stattfand. Ebensowenig war der Eingang ausgeschildert. Lediglich ein einsames Reprodukt-Fähnchen flatterte traurig im Regen. Am Alten Rathaus gab's nur ein Plakat an der Tür, aber auch erst, nachdem sich Aussteller beschwert hatten. Wenn man so ein Festival schon mitten im Stadtzentrum veranstaltet, dann aber nichts davon mitzubekommen ist, wenn man nicht weiß, wonach man suchen muss, ist das schon ein organisatorisches Armutszeugnis.

    - Die Ausstellungen: Klar, es gab viele tolle Originale zu sehen. Ich weiß nicht, wer die Kuratoren der jeweiligen Ausstellungen waren oder ob es überhaupt welche gab. Aber fast alle Ausstellungen wirkten, als hätte man einfach alles, was man zum Thema in die Finger kriegen konnte, beliebig und wahllos an die Wand geworfen. Es gab in allen Ausstellungen nur allgemeine und oberflächliche Texttafeln, aber zu den ausgestellten Originalen fehlten rudimentärste Angaben wie Werk, Datierung und Zeichenmedien (einzige Ausnahme: Comicaze/Komikaze-Ausstellung in der Glockenbachwerkstatt), ganz zu Schweigen von deren Einordnung in das und Bezug zum ausgestellten Thema. Zudem gab es wohl mehrere unangekündige Umhängungen. Als ich am Sonntag in der Underground-Comix-Ausstellung war, war das Spiegelman-Original zum Beispiel nirgends mehr zu finden. Zudem war es in den Museen oft äußerst schwierig, die Comic-Ausstellungen überhaupt zu finden, da die in irgendwelchen Ecken versteckt und natürlich nirgends ausgeschildert waren. Eine absolute Frechheit war die mickrige und völlig erkenntnislose Wertham-"Ausstellung" im jüdischen Museum. Nächstes mal bitte lieber weniger Ausstellungen, diese aber dafür ausführlicher und ordentlich kuratiert.

    - Das Programmheft. Der Lageplan war eine Katastrophe, da oft nicht zu erkennen war, zu welcher Straße ein Ausstellungspunkt überhaupt gehörte. Nach dem Bier- und Oktoberfestmuseum hab ich locker 20 Minuten (im Dauerregen) suchen müssen. Auch fehlten Öffnungszeiten zu den einzelnen Veranstaltungsorten, sodass ich oft vor geschlossener Tür stand. Ganz übel: Das Instituto Cervantes, das weder am Donnerstag (wegen Feiertag) noch am Sonntag geöffnet hatte und zu dem ich zweimal umsonst rannte, und das Jagd- und Fischereimuseum, das immer schon gegen 16 Uhr dicht machte und deswegen sogar die Führung am Freitag absagte. Auch der Vermerk von Eintrittspreisen fehlte. Zur Ralf-König-Lesung hätte ich gar nicht erst fahren brauchen, wäre mal irgendwo erwähnt gewesen, dass man zusätzlich zu seinem Festival-Ticket noch mal 14 Euro dafür draufzahlen sollte.

    - Die Trennung zwischen Groß- und Kleinverlagen. Eine absolute Unsitte. Egal, für welchen Veranstaltungsort man sich entscheidet - die Verlagsmesse muss zusammen am selben Platz sein. Alles andere ist einfach anmaßend. Die Indies hatten im alten Rathaus nichts zu lachen. Auf Twitter haben bereits einige Verleger deutliche Umsatzeinbrüche gegenüber dem CFM'11 beklagt, als zumindest noch alle Verlage unter demselben Dach waren (wenn auch mit ähnlichem Klassensystem). Dieses Jahr gab's kaum Besucher im Alten Rathaus, weil niemand den weiten Weg vom Künstlerhaus durch den Dauerregen machen wollte, am Sonntag sogar Totalausfall wegen der FCB-Party, die die Stadt dem Festival einfach mal überstülpte - hier zeigt sich auch die Prioritätenverteilung der Stadt im Hinblick auf das Comicfestival. Die Festivalleitung hat es offensichtlich nicht einmal im Ansatz geschafft, die Stadt München von der Bedeutung des Comicfestivals zu überzeugen.

    - Zu wenig Veranstaltungen und Gespräche der Indies. Ein paar wurden noch kurzfristig im Alten Rathaus organisiert. Ursprünglich sollte dort ja gar nichts stattfinden. Erst auf Eigeninitiative der Indie-Verlage konnte dort wenigstens noch ein Minimalprogramm stattfinden.

    - Fast vollständige Ausgrenzung des Manga-Bereichs aus dem Festival. Nicht ein Mangazeichner war zu Gast, auch wenn wir davon mittlerweile auch hierzulande genug haben. Kein Veranstsaltungspunkt, keine Ausstellung widmete sich dem Thema. Animexx war als einziger Aussteller mit Manga-Schwerpunkt vor Ort, aber auch nur am Samstag, da der Stand viel zu kurzfristig zugesagt wurde. Hier hat sich das Festival ganz offensichtlich einfach nicht zuständig gefühlt, wie das kurzfristige Outsourcen der Manga-Kategorien des Peng!-Preises an Animexx zeigten. So war das CFM wohl auch die einzige Comic-Veranstaltung Deutschlands, wo es fast keine Cosplayer zu bestaunen gab, trotz eines kleinen Cosplay-Wettbewerbs am Sonntag.

    - Teils recht merkwürdige Brandschutzansagen. Eine Zeitlang hieß es, aus Brandschutzgründen dürfe im Alten Rathaus kein offenes Papier (!) ausliegen.

    - Gerhardt Seyfried, der bei seiner Aufgabe, das Künstlergespräch zwischen Crumb und Shelton zu moderieren, völlig versagte, weswegen es dem Publikum überlassen war, selbst für die Moderation zu sorgen - mit, man kann es sich denken, ebenso absurden wie peinlichen Ergebnissen.

    - Der Peng!-Preis. Wieder gab es ein paar Freundschaftspreise. Das Jury-, Bewertungs- und Nominierungssystem war alles andere als selbsterklärend. Den Manga-Bereich gab man an Animexx ab, wie schon erwähnt, und weil das viel zu spät geschah, konnten die dortigen Nominierungen erst eine Woche später verkündet werden, wo sich schon niemand mehr dafür interessierte. Zwar hat Heiner Lünstedt bei der Peng!-Verleihung schon großspurig verkündet, dass der Animexx das auch beim nächsten Mal wieder machen wird (dem kommenden Jury-Präsidenten Gerhard Seyfried kann man so was natürlich nicht zumuten). Aber wenn das wieder so läuft wie dieses Jahr, wird es dazu wohl eher nicht kommen.

    Es gab auch durchaus hoffnungsvolle Stimmen, dass sich beim nächsten Mal einiges bessern wird. Im Festival-Umfeld sucht die Presseabteilung, die einigen Ärger immerhin beschwichtigen konnte, ja auch nach kostruktiven Vorschlägen. Aber wenn da nicht zeitnah sehr deutliche Zeichen zu einer Verbesserung der Missstände durch die Festivalleitung erkennbar werden, wird wohl ein Teil der Aussteller, besonders aus dem Indie-Bereich, nächstes Jahr lieber zum neuen Comicbereich der etwa zeitgleich stattfindenden Role Play Convention nach Köln abwandern. Tokyopop hat's ja dieses Jahr schon vorgemacht.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Red Kite Beitrag anzeigen
    - Das Programmheft. Der Lageplan war eine Katastrophe, da oft nicht zu erkennen war, zu welcher Straße ein Ausstellungspunkt überhaupt gehörte.
    Jau, das hatte ich vergessen: ich bin (zum Glück noch an einem recht trockenen Tag) gut eine Halbe Stunde die Ludwigsstraße auf und abgegangen auf der Suche nach der Gabelsbergstraße, dabei mündet diese in den Oskar-von-Miller-Ring und dieser dann eben in die Ludwigsstraße. Dannach hatte ich eben gelernt, dass dieser "Lageplan" einem höchstens eine Idee bieten kann, in welcher Ecke man auf einem richtigen Stadtplan suchen muss, für sich allein genommen war der wirklich nutzlos.

    Dieses Jahr gab's kaum Besucher im Alten Rathaus, weil niemand den weiten Weg vom Künstlerhaus durch den Dauerregen machen wollte
    Naja, das würde ich jetzt nicht grade sagen. Zumindest wenn ich dort vorbei geschaut habe (nur Do-Sa, da ich von dem BM-Problem auch informiert gewesen bin) war da immer schon recht ordentlich was los. Mit Isar-Card konnte man zudem recht preiswert und relativ trocken zwischen den beiden Locations wechseln. (Auch wenn das Distanzen waren, die ich bei halbwegs gutem Wetter immer zufuß erledigt hätte.)

    am Sonntag sogar Totalausfall wegen der FCB-Party, die die Stadt dem Festival einfach mal überstülpte - hier zeigt sich auch die Prioritätenverteilung der Stadt im Hinblick auf das Comicfestival. Die Festivalleitung hat es offensichtlich nicht einmal im Ansatz geschafft, die Stadt München von der Bedeutung des Comicfestivals zu überzeugen.
    Das war allerdings eine Frechheit, die ich aber eher der Stadt als dem Veranstalter anlasten würde. MMn sollte man daraus auch Konsequenzen ziehen und überlegen, ob man in 2 Jahren nicht wo anders das Festival steigen lassen will, es eventuell mal als Wanderfestival versuchen will. Immerhin hat die Stadt auch was touristisch davon, bei diesem Dreckswetter wohl in erster Linie bei den Nächtigungszahlen, ein Festivalbesucher storniert nicht den Münchenurlaub, bei anderen bin ich mir unter diesen Bedingungen nicht so sicher. Dieses "Drüberfahren" mit der Genemigung für das BM-Fest gehört eigentlich "bestraft".

    - Fast vollständige Ausgrenzung des Manga-Bereichs aus dem Festival. Nicht ein Mangazeichner war zu Gast, auch wenn wir davon mittlerweile auch hierzulande genug haben.
    Tokyopop war ja gar nicht am Festival, von Carlsen hätte man sich da schon war erwarten können. Etwas überrascht war ich da auch, dass deren Stand ein kleines Manga-Programm, aber nur Mainstreamtitel aus dem Shonen- und Shojo-Segment präsentierte. Mag daran gelegen haben, dass man an Ultracomix ausgelagert hatte und die den Ausstellungsplatz nicht mit "Low-sellern" belegen wollten, aber gerade bei dem anwesenden Publikum wären andere Titel wohl besser angekommen. War aber letztlich die Entscheidung von Carlsen und Ultracomix, nicht die der Festivalleitung. Die hätte freilich auch ein, zwei Ausstellungen oder "Germangaka" aus Eigeninitiative einbringen können. Eine vergebene Auflage war freilich da auch das Fehlen von Vinland Saga in der Wikingerausstellung.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Susumu Beitrag anzeigen

    Das war allerdings eine Frechheit, die ich aber eher der Stadt als dem Veranstalter anlasten würde. MMn sollte man daraus auch Konsequenzen ziehen und überlegen, ob man in 2 Jahren nicht wo anders das Festival steigen lassen will, es eventuell mal als Wanderfestival versuchen will.
    Interessante Idee die ich voll unterstütze !!!!!
    Sanchez

  10. #10
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    Zitat Zitat von Susumu Beitrag anzeigen
    2) Sorry @ Burkhard Imhe, aber die ICOM-Preisverleihung war (bis auf Fil & Sharkey!) sehr amateurhaft und holprig dargeboten.
    Tja, Pannen kommen vor.
    Das ICOM-Heft zum Gratis Comic Tag 2012 jetzt herunterladen (7,3 MB)!

  11. #11
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    Zitat Zitat von fred Beitrag anzeigen
    Regiondo Ticket-Reservierung: Den angepriesenen vorteilhaften und gesonderten Einlaß konnte ich nicht erkennen. Dazu konnte man Freitag morgen erst nach offizielem Einlaß Punkt 10:00 Uhr seinen Ticketausdruck gegen ein Bändchen eintauschen und mußte alle anderen Sketch-Jäger an einem vorbeiziehen lassen. Jeder Fan benötigt vor dem offiziellen Einlass seine bereits bezahlte Zugangsberechtigung. Darüberhinaus konnte der versprochene Bierdeckel noch nicht einmal bis Samstag Abend ausgehändigt werden. Daumen runter Das war eine Mogelpackung.
    Huch, das hatte ich schon wieder total vergessen.
    Aber auch für mich ergab sich keinerlei Vorteil aus dem Vorverkaufsticket. Mogelpackung trifft es schon ganz gut.

    Was ich persönlich noch besonders Schade fand war, dass es die beim Künstlergespräch angekündigten Crumb-Drucke am Donnerstag wohl nicht bis ins Künstlerhaus geschafft haben und auch niemand genau wusste, wie das Ganze so ablaufen sollte. Weder Veranstalter noch Edition 52 hatten da einen Überblick. An den folgenden Tagen hatte man wohl besser Chancen aber für mich als Eintagesgast war damit die Chance auf einen signierten Crumb-Druck vertan.

  12. #12
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von Susumu Beitrag anzeigen
    MMn sollte man daraus auch Konsequenzen ziehen und überlegen, ob man in 2 Jahren nicht wo anders das Festival steigen lassen will, es eventuell mal als Wanderfestival versuchen will.
    Statt in München in Regensburg? Das Festival wird von der Stadt finanziert, wenn natürlich auch in wesentlich kleinerem Umfang als der Comicsalon Erlangen. Und auch dieses schmale Budget kriegt man in keiner anderen Stadt.

    Rein vom Eindruck her waren die Besucherzahlen im Alten Rathaus besser als vor zwei Jahren im dritten Stock des Künstlerhauses (das wesentlich weniger Raum bot).

    Die Verkäufe waren sicher bei jedem Verlag anders, auch im jeweiligen Vergleich zu anderen Veranstaltungen.

    Vielleicht lag es ja am PENG!-Preis, aber der ICOM hat mehr Jahrbücher verkauft als die letzten Jahre in Erlangen (COMIC!-Jahrbuch 2013 war schon am Samstag "aus").

    Die Triple-Feier des FC Bayern München war natürlich Anfang des Jahres nicht einzuplanen.
    Geändert von Mick Baxter (05.06.2013 um 02:26 Uhr)
    Das ICOM-Heft zum Gratis Comic Tag 2012 jetzt herunterladen (7,3 MB)!

  13. #13
    Mitglied Avatar von Bembelo
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    Da sollte man vielleicht mal den Ball etwas flacher halten:

    1. Glaubt jemand ernsthaft, dass für die Stadt München das Comicfestival auch nur halbwegs soviel Bedeutung hat wie die Feier des FC Bayern ? Nur der allergrößte Nerd kann das wirklich ernst meinen. Da können sich Michael , Heiner und ihr Team noch so sehr ins Zeug legen, der FCB ist wohl die absolut größte und z.Zt. wichtigste "Marke" für München. Wir armseligen Comicliebhaber können da wahrlich nie mithalten, wir sind ja nicht in Frankreich oder Belgien.

    2. Wenn mit einem anderen Ort eine andere Lokalität in München gemeint ist, scheitert das daran, dass ein Festival eben einer langfristigen Planung bedarf und die Gegebenheiten in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal da nicht berücksichtigt werden können. Sollte man einen anderen Ort innerhalb Bayerns meinen, scheint mir der Realitätssinn mancher Comicfreunde vollkommen unrealistisch. München läuft Erlangen inzwischen den Rang auch deshalb ab, weil die Zeichner München als attraktiver assoziieren denn andere Städte in Bayern. Es ist also kaum zu erwarten, dass Regensburg, Passau, Augsburg oder Aschaffenburg (wer hier jetzt nicht genannt ist, möge mir verzeihen - ich kenne mich als Pfälzer nicht genau mit den Städten und Gemeinden unserer ehemaligen Besatzer aus) dieselbe Attraktivität ausstrahlen wie die Capitale Bavariae.

    Insofern kann man die diesjährige Konstellation "Comicmesse" & "Triple" zwar bejammern, aber wer ernsthaft erwartet, dass die Stadt den Marienplatz für die Fußballfreaks sperren würde, damit die Comicfreaks ins Alte Rathaus strömen können, der sollte demnächst mal einen Facharzt für Psychiatrie aufsuchen und seinen Geisteszustand untersuchen lassen.

    Mir jedenfalls hat München (vom Wetter abgesehen) sehr gut gefallen und ich kann den Organisatoren, die das Ganze ja neben ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit ausüben, nur ein Lob aussprechen und ich freu mich jetzt schon auf München 2015.
    Geändert von Bembelo (05.06.2013 um 09:33 Uhr)

  14. #14
    Mitglied Avatar von idur14
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    Hm, also fürs Sch... wetter und den FCB kann ja wohl nun wirklich keiner was (mich hat auch vor allem ersteres genervt).
    Hauptthema bei den Kritikpunkten waren wohl die Wege zwischen den Veranstaltungen (Peter Puck meinte zB dass man so ein Festival nur in einer kleinen Stadt oder auf begrenztem Raum stattfinden lassen sollte). Dafür sprechen ja beinahe alle anderen Beispiele. Auch dass das Festival vielleicht zu viel will (Mainstream, Indie, Comicbörse, Museen usw,,,). Oft ist weniger mehr.

    Was die Signieraktionen betrifft habe ich nicht diese Megaaktion bei der Edition Alfonz mitbekommen. Negativ ist mir aber der Kuddelmuddel auf der Bühne bei Panini aufgefallen, während das zB auf der Leiste Salleck, Piredda, Bunte Dimensionen super funktioniert hat.

    Sehr gut(wenn auch etwas versteckt) fand ich die Räumlichkeiten der Comicbörse. Vielleicht könnte man diese auch anderweitig ins Festival einbringen. Dafür war es dort etwas zu eng zwischen den Reihen (das wiederum war dieses mal im Künstlerhaus deutlich besser).

    Was den Zuschauerzuspruch betrifft, so fand ich das im Alten Rathaus eher positiv. Ganz im Gegenteil, ich fand dass es im Künstlerhaus enttäuschend war (das hat sich wohl verteilt). Das habe ich auch vermehrt von Verlagen vernommen. Im Künstlerhaus war halt die Stammcomicklientel und nicht viel andere.

    Was die Ablehnung der Nummernvergabe betrifft kann ich dem nur zustimmen. Zumdenstens sollte man das erweitern. Ich habe mehrfach Besucher gehört, die eben nichtals Anstellprofis in der Früh da waren und gesagt haben, dass nun der Eintritt umsonst war. Wenn man schon in einer Großstadt Massen anzieht, muss man das etwas variieren.

    Darum auch gleich ein paar Vorschläge von mir:

    1)Evtl. Einbindung des Kolpinghauses in die Messe.
    2)Umsiedelung bzw. besser Kennzeichnung der Comicbörse (kein Nichtinformierter kommt da vorbei)
    3)Wenn man schon trennen will und muss, dann sollte man auch im Alten Rathaus Mainstream bieten. Evtl. könnte man ja US, Manga und Indies auf der einen und FB und GN auf der anderen Seite bringen (also va Panini mit dem Hauptstand ins Rathaus)
    4)Wenn nicht: Von den Großverlagen erwarte ich schon auch am zweiten Veranstaltungsort eine Präsenz (siehe Reprodukt)
    Wenn 3)durchgeführt wird, ändert sich auch das problem bei der Sketchvergabe. da sich alles besser aufteilt. Jedenfalls sollte es auch Anstellmöglichkeiten geben (siehe Nathan Kane)
    5)Jedenfalls ein Gewinnspiel. Panini hätte zB insgesamt 10 Sketches ihrer Zeichner auf den 0 Superhelden Heften verlosen können (mal vom Zusatznutzen des gesammelten Adressenmaterial ganz abgesehen). Dito hätten alle Verlage je nach Vermögen 1 bis mehrere Ausgaben springen lassen können.
    6)Wenn man schon im Rathaus bleibt, dann gehört auf jeden Fall darauf Im Tal oder am Marienplatz oder am Viktualienmarkt hingewiesen (und nicht in der dunklen Durchgangshöhle des Alten Rathauses).

  15. #15
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    Hi Bembelo, die Städte Regensburg und Passau scheiden wohl schon aufgrund der aktuellen Geschehnisse, des Pfingsthochwassers, aus. Erschaudern macht sich allein mit dem Gedanken daran breit ..... und plötzlich kommt mir der Regen in München gar nicht mehr so schlimm vor.

    Zur Diskussion, München hat eindeutig zuviele Vorteile als Nachteile.
    Geändert von fred (05.06.2013 um 14:10 Uhr)

  16. #16
    Schräger Admin Avatar von Bernd Glasstetter
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    Man sollte denke ich bei den meisten Kritikpunkten die Kirche im Dorf lassen. Wetter und das Bayernfest waren eindeutig nicht durch das Festival beherrsch- oder kontrollierbar. Und ansonsten würde ich vorschlagen eine Liste der Punkte zu machen, die wirklich geändert werden können. Vielleicht gibt es auch den Einen oder Anderen, der sich einbringen möchte, helfen möchte, um vermeintliche Missstände abzubauen.

    Ich schreibe später am Abend noch etwas ausführlicher dazu.

  17. #17
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
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    Negativ:
    - Das saudepperte Sauwetter, mistigs, miserabligs!
    - Nur Opas! Die reinste Seniorenveranstalltung! X-D

    Positiv:
    - Ich hatte ein Regenschirm dabei.
    - Die Opas waren alle nett.
    - Die tollen Skizzen und die Originalseite die ich ergattern konnte!
    - Alles andere.

  18. #18
    Mitglied Avatar von TheDuck
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    Zitat Zitat von Comic Report Süd Beitrag anzeigen
    @Pulverer:
    Zu der Kritik bei der Nummernvergabe am Stand der Edition Alfons.

    Erst einmal möchte ich mir bei Dir entschuldigen, dass Du keine Zeichnung bekommen hast. Du bist wahrscheinlich der gewesen, der sich am Sonntagmorgen am lautstark darüber aufgeregt hat und dem ich angeboten hatte am Nachmittag nochmal unverbindlich vorbeizuschauen, um Dein Glück zu versuchen. Hättest Du das wahrgenommen, dann hättest Du übrigens auch eine Zeichnung bekommen, denn Federico Bertolucci hat auch am Sonntag Überstunden gemacht und auch einen Zahn zugelegt, so dass nach der offiziell letzten Nummer alle anwesenden Wünsche auf „First come, first served“ abgearbeitet werden konnten (auch für die, die keiner Comic mehr kaufen konnten!).
    Zitat Zitat von Comic Report Nord Beitrag anzeigen

    Sehr bedauerlich finde ich allerdings, dass die Veranstaltung bei uns am Stand der Edition Alfons durch diese einzelne Äußerung als »negativ« dargestellt wird, ungeachtet der weit über 100 zufriedenen Leser der Comics von Laura und Federico, die mit einem signierten Buch das Festival verlassen konnten (vielleicht mag sich einer der Glücklichen ja mal mit seiner Sicht auf die Dinge hier zu Wort melden), der tollen Leistung des Teams vom Festival und unserer eigenen Leute sowie den Anstrengungen von Tokyopop, mit »Love« einen traumhaft schönen Comic produziert zu haben, und Ultra-Comix für die professionelle Unterstützung bei den Splitter-Titeln.

    Also da muss ich mich jetzt an dieser Stelle outen - das war ich, der sich so aufgeregt hat!
    Eigentlich wollte ich zu dieser Situation hier nix schreiben aber da muss ich "Pulverer" in Schutz nehmen, das war wie gesagt ich und ich möchte mich auch an dieser Stelle entschuldigen das die Gäule kurz bei mir durchgegangen sind.

    Ich möchte aber an dieser Stelle kurz den Grund dafür schildern:
    Als Abonnent von Alfonz wurde ich schon recht früh aufmerksam auf Bertolucci und "Love" und hab daher auch bei euch direkt im Forum nachgefragt wann er zusammen mit Zuccheri signieren würde.
    Als ich am Samstag Nachmittag (2 h vor der Zeichenstunde) bei euch am Stand vorbeigeschaut habe und nachgefragt habe, habe ich von euch die Aussage erhalten das für heute die Nummern leider schon rausgegeben wurden.
    Aber, wenn ich am Sonntag gleich um 10 Uhr da wäre würde ich eine Nummer erhalten, euer Tipp hierbei: Am besten 1 h vor Eröffnung schon vor der Türe warten.
    Genau dies hab ich gemacht, sogar knapp 1,5 h vorher war ich da und hab um 8:30 auf die Eröffnung des Festivals gewartet (da wie gesagt Bertolucci bei mir ganz weit oben stand dank eures hervorragenden Beitrags im letzten Alfonz).
    Nun während ich dort zusammen mit anderen Comicfans vor der Tür wartete konnten wir beobachten das ihr so ab 9:45 Uhr aufeinmal weitere Love Bücher rausgegeben habt (incl. Tickets). (das werden wahrscheinlich die 5 gewesen sein von dem hier die Rede gewesen ist).
    Nun als dann Punkt 10 Uhr die Türen aufgingen war SOFORT von eurem Stand zu hören: Es gibt keine Bertolucci Tickets mehr.
    Daraufhin hab ich erstmal nachgefragt wie das sein kann das jetzt schon alle Ticktes raus sind (wir hatten ja durch die Glastüre ganz gut beobachten können das dies ja schon vor 10 Uhr passiert ist).
    Eure Aussage: Nein (!) es wären jetzt keine Tickets rausgegeben worden, Bertolucci müsse noch von gestern die Sachen abarbeiten!!!
    Und da ging (und das tut mir auch leid) bei mir die Emotionen durch weil das offensichtlich ja so nicht stimmte.
    Daraufhin hab ich geäußert: "Ich hab gesehen das ihr das vor der Eröffnung rausgegeben habt." Und darauf kam wieder ein - "Nein, das haben wir nicht, das sind noch Sachen von gestern gewesen."
    Erst (!) als auch die anderen Comicfans die vor der Türe gewartet haben selbiges bestätigt haben (was man ja wie gesagt gut durch die Glastüre sehen konnte, da ihr ja auch eurer Stand dort hattet), hat dann einer von euren Standmitarbeitern zugegeben: "Ich muss mich jetzt hier Entschuldigen, ich dachte das Festival wäre schon eröffnet und deswegen habe ich die Tickets schon rausgegeben!".
    Was natürlich etwas kurios erscheint weil ihr ja direkt neben der wartenden Menge vor der Glastüre euren Stand hattet, aber gut ich hab dann an dieser Stelle gesagt - ist ok, damit kann ich leben und bin gegangen. Vorallem da mir bewusst ist welchen Aufwand, Mühe und Fleiß ihr in das Ganze gesteckt habt und damit auch viele viele Leute glücklich gemacht habt.

    Ich war nur so erbost weil ihr eben nicht nur vor der Eröffnung die Tickets rausgegeben wurden, sondern dann erst behauptet habt das dies gar ned passiert wäre und erst als mehrere Leute euch darauf festgenagelt habt ihr da dann mal zugegeben habt was wirklich gelaufen ist. Hättet ihr das von vorneherein gesagt, hätte ich da gar ned zu diskutieren angefangen weil, sein wir doch mal ehrlich, das ja leider nicht das erste Mal das sowas auf einem Festival passiert (ich rede da jetzt nicht von euch sondern von anderen Geschichten, Gimenez wurde ja schon hier angesprochen etc...). Und ach gott viele Zeichner kommen ja wieder auf ein Festival und daher was solls. Das ist halt dann einfach dumm gelaufen egal!

    Leider konnte ich dann nicht auf den Nachmittag warten da mein Zug fuhr, ansonsten hätte ich euer Angebot gerne wahrgenommen.

    Ansonsten war das Festival super, und kann mich da nur dem Nr. 1 Posting von Pulverer anschließen!

    Besonders schön fand ich die kollegiale Stimmung unter den Comicwartenden und die vielen schönen Gespräche die man führen konnte!
    Freue mich daher schon sehr auf den Comicsaloon in Erlangen.

    lg
    TheDuck
    Geändert von TheDuck (05.06.2013 um 18:49 Uhr)

  19. #19
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    Zitat Zitat von Mick Baxter Beitrag anzeigen
    Statt in München in Regensburg? Das Festival wird von der Stadt finanziert, wenn natürlich auch in wesentlich kleinerem Umfang als der Comicsalon Erlangen. Und auch dieses schmale Budget kriegt man in keiner anderen Stadt.
    Ist es so? Wurde das einmal angefragt bzw. verglichen? Und warum ist dann der Umfang "natürlich" kleiner als in Erlangen? Ich denke schon, dass so ein Festival für die Stadt über den Tourismusimpuls / die Nächtigungszahlen lukrativ ist. Freilich spielt das bei einer Location wie München, die wohl ganzjährig Saison bei den Touristen hat weniger eine Rolle, als etwa in Erlangen, das zwar sehr hübsch ist, aber außerhalb solcher Events wohl zur Hauptreisezeit die meisten Besucher abkriegt.

    Zitat Zitat von Bembelo Beitrag anzeigen
    Glaubt jemand ernsthaft, dass für die Stadt München das Comicfestival auch nur halbwegs soviel Bedeutung hat wie die Feier des FC Bayern ? Nur der allergrößte Nerd kann das wirklich ernst meinen. Da können sich Michael , Heiner und ihr Team noch so sehr ins Zeug legen, der FCB ist wohl die absolut größte und z.Zt. wichtigste "Marke" für München. Wir armseligen Comicliebhaber können da wahrlich nie mithalten, wir sind ja nicht in Frankreich oder Belgien.
    Das ist nicht der Punkt. Fakt ist doch, die Messe wurde wohl gut ein Jahr vorher fixiert und auf diese Lokalität gelegt und die Stadt war da maßgeblich daran beteiligt. Zumindest was die Bewilligung betrifft, womöglich hat man das alte Rathaus sogar vermietet dafür? Und wenn in der Woche eine Messe der Korbflechter angesetzt worden wäre, hätte die Stadt die Verpflichtung gehabt, dieses Event reibungs- und störungslos über die Bühne zu bringen. Das Wetter ist höhere Gewalt, FC Bayern ist das nicht, auch nicht nach dem Triple. Man hätte beim Ansuchen der Bewilligung für die FCB-Feier sagen können, ja müssen: tut uns leid, die Location Altes Rathaus ist bereits belegt. Entweder nehmt ihr mit dem Bereich des Marienplatz vorm neuen Rathaus vorlieb oder weicht, wenn das zu klein ist, gleich wo anders hin aus (Theresienwiese?) oder verschiebt eure Feier um eine Woche.

    Zitat Zitat von Bernd Glasstetter Beitrag anzeigen
    Man sollte denke ich bei den meisten Kritikpunkten die Kirche im Dorf lassen. Wetter und das Bayernfest waren eindeutig nicht durch das Festival beherrsch- oder kontrollierbar.
    Hat auch niemand behauptet. Dennoch denke ich, dass es dem Festival (und auch den betroffenen Verlagen und Standplatzbetreibern) gut zu Gesicht stehen würden, das Bayernfest einfach so ohne Murren hinzunehmen. Nach Alternativen zu suchen wäre schon mal eine Option für die Festivalleitung. Die Standbetreiber könnten versuchen zumindest eine Entschädigung für den Entfall (von der Stadt, nicht dem Festival) einzufordern. Immerhin hatten sie wohl für den Stand nicht wenig bezahlt und mussten in Kauf nehmen, dass der am Papier wohl attraktivste der vier Tage (erstens Sonntag, zweitens letzter Tag, drittens im Vergleich zu Samstag ohne dem Konkurrenzdruck der Börse) ihnen pulverisiert wurde.

    Zitat Zitat von fred Beitrag anzeigen
    Zur Diskussion, München hat eindeutig zuviele Vorteile als Nachteile.
    Der Hauptvorteil dürfte sein, dass es eine attraktive Stadt ist, was Besucher (auch Künstler) anlockt, die das Festival mit einem netten Städteurlaub verknüpfen wollen. Ich reise auch wesentlich lieber nach München als etwa nach Frankfurt am Main. (Sorry, Leute aus dieser Stadt, aber ist nunmal so, auch wenn man dort für so ein Festival wohl Top-Infrastruktur hätte.) Aber es gibt auch andere Städte, die hübsche Reiseziele sind. Weiß auch nicht, warum das auf Bayern begrenzt sein muss. Wenn Hamburg oder Berlin interessiert an so einem Festival wären, hätte München eine wirklich große Standortkonkurrenz. Aber es ginge wohl auch eine Nummer kleiner. Köln oder Mainz vielleicht? Und natürlich könnte man sich auch in Österreich oder der Deutschschweiz umsehen. Ich würde nicht auf-Teufel-komm-raus aus München ausziehen, ohne Rücksicht darauf, ob es sich nicht vielleicht doch als die beste Option erweist. Aber man kann mehr Wertschätzung, womöglich gar schlussendlich noch mehr Förderung für sich einfordern, wenn man zeigt, dass man sich nicht alles gefallen lässt.
    Geändert von Susumu (05.06.2013 um 19:06 Uhr)

  20. #20
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von Susumu Beitrag anzeigen
    Ist es so? Wurde das einmal angefragt bzw. verglichen? Und warum ist dann der Umfang "natürlich" kleiner als in Erlangen?
    "Natürlich" steht für "dem Comickenner bekannt". Das Münchner Comicfestival bekommt 62.150 Euro (hier noch mal aufgedröselt). Das ist wohl nur ein Drittel des Erlanger Etats (vielleicht findet ja jemand genaue Zahlen). Aber das ist mehr, als man in jeder anderen bayrischen Stadt bekommen könnte.
    Das ICOM-Heft zum Gratis Comic Tag 2012 jetzt herunterladen (7,3 MB)!

  21. #21
    Mitglied Avatar von McSilent
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    Laut diesem Interview ist der Zuschuss der Stadt Erlangen fast das fünffache.

    Allerdings ist der Stellenwert, welchen der Comic-Salon für die Hugenottenstadt hat, deutlich größer, als das Comicfestival für München. Ohne die Leistung schmälern zu wollen, denn auch der Münchner Zuschuss ist eine ordentliche Summe.

  22. #22
    Mitglied Avatar von McSilent
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    Meine Einschätzung zum cfm13

    Negativ:

    - Das Wetter (dafür können die Organisatoren nix )
    - die Aufteilung der Verlagsmesse auf zwei Veranstaltungsorte. Ja, ich weiß die Verbindung mit der S-Bahn zwischen den beiden ist luxuriös gut. Und wirklich weit zu laufen ist es auch nicht. Aber es fehlt irgendwie das gewohnte Messefeeling, wenn alles so auseinander gezogen ist.
    - die Ausstellung im Jüdischen Museum. Schon 2011 war die Ausstellung ja schon klein - ich denke, solche Winzausstellungen kann man sich sparen. Natürlich verstehe ich, warum die Organisatoren gerne das Jüdische Museum dabei haben - eine Ausstellung dort bringt Presse und öffnet die Möglichkeit, dort dann auch Veranstaltungen zu machen, welche wiederum für Aufmerksamkeit sorgen. So toll ich architektonisch das Jüdische Museum finde und so sehr mir die Dauerausstellung gefällt; mit einer solchen Ausstellung tut man sich keinen gefallen.
    - die Öffnungszeiten des Jagd- und Fischereimuseums. Jedes Mal wenn ich dort war, war zu. Trauriger Höhepunkt am Freitag, als bereits um 14 Uhr geschlossen wurde - obwohl für 17 Uhr eine Führung mit Mike Perkins gemäß Programm angesetzt war.
    - zuviele Ausstellungsorte. In Erlangen liebe ich es, durch die Stadt von Ausstellungsort zu Ausstellungsort zu schlendern - in München habe ich es gehasst; und das lag nicht nur am Wetter.

    Positiv:

    - Robert Crumb
    - Gilbert Shelton
    - der Auftritt von Fil vor der ICOM-Preisverleihung
    - die Ausstellung im Valentin-Karlstädt-Musäum
    - der große Saal im Amerikahaus
    - die Künstlergespräche und Vorträge im Bier- und Oktoberfestmuseum
    - Augustiner


    Der Vorteil von Erlangen ist, dass man eine mittelgroße Stadt (ich weiß, rechtlich ist Erlangen eine Großstadt) ist, welche gut Gewerbesteuer kassiert (dank eines dort ansässigen Großkonzerns) und bereit ist, den Kulturetat in eine Comicveranstaltung zu stecken. Und ein Kulturamt, welches das Budget gut investiert. Die überschaubare Stadtgröße sorgt dafür, dass man als Besucher trotz vieler Veranstaltungsorte nie den Überblick verliert. Auch sieht man ständig andere Festivalbesucher, wenn man in der Stadt unterwegs ist.

    In München hingegen trifft man sich eher selten zufällig. Dafür hat man andere Vorteile. Man hat eine gute Infrastruktur, welche nutzbar ist. Institut Cervantes mit der Simultanübersetzung? Haus Amerika, mit entsprechenden Räumen? Ist da. Hinzu kommt, dass man auf Stargäste natürlich eine ganz andere Anziehungskraft hat. München, muss man niemanden erzählen, wo das ist, und dass das auch touristisch interessant ist. Erlangen? Wie komme ich da hin?

    Mein Vorschlag: Verlagsmesse im Künstlerhaus konzentrieren, das Alte Rathaus samt Kunstarkaden für die Hauptausstellung nutzen. Satelliten im Valentin-Karlstädt-Musäum und im Bier-und-Oktoberfestmuseum (dort auch wieder Künstlergespräche und Vorträge). Evtl. zusätzliche Satelliten in weiteren Museen, aber dann eher Klasse statt Masse. In Erlangen funktionieren zwanzig Veranstaltungsorte - in München verläuft es sich.

    Abendveranstaltung, bzw. ausgewählte Künstlergespräche dann auch gerne in Amerikahaus, Jüdisches Museum und Institut Cervantes. Aber ausgewählte, ähnlich wie dieses Jahr mit den Stargästen.

    Der Hauptansatz von München sollte sein, Klasse statt Masse. Lieber nur drei, vier Ausstellungen, aber dafür echte Kracher.

  23. #23
    Moderator COMIX ⋅ Internationaler Comic-Salon Erlangen Avatar von Martin Jurgeit
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    Zitat Zitat von Mick Baxter Beitrag anzeigen
    (...) Das ist wohl nur ein Drittel des Erlanger Etats (vielleicht findet ja jemand genaue Zahlen)
    Diese Zahlen - es geht schließlich um öffentliche Haushaltsmittel - finden sich im Netz hier: http://ratsinfo.erlangen.de/bi/vo005...select=2112842
    Unter "Zahlen und Fakten" ist dort ersichtlich, dass sich die Einnahmen durch den Comic-Salon selbst (Eintritt, Messegebühren etc.) und die städtischen Zuschüsse in etwa die Waage halten und bei jeweils ca. einer Viertelmillion liegen.

  24. #24
    Moderator Zwerchfell Forum
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    Zitat Zitat von Bembelo Beitrag anzeigen
    München läuft Erlangen inzwischen den Rang auch deshalb ab, weil die Zeichner München als attraktiver assoziieren denn andere Städte in Bayern.
    Keine Ahnung, welche Zeichner du meinst. 90% der Zeichner, mit denen ich gesprochen habe, sehen das anders. Aber komplett.

  25. #25
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    Zitat Zitat von McSilent Beitrag anzeigen
    Mein Vorschlag: Verlagsmesse im Künstlerhaus konzentrieren,
    Das war schon mal 2011 und dann hagelte es Beschwerden wegen der drangvollen Enge.

    Zitat Zitat von McSilent Beitrag anzeigen
    (...) das Alte Rathaus samt Kunstarkaden für die Hauptausstellung nutzen.
    Das geht aus versicherungstechnischen Gründen nicht. Originalzeichnungen sind wertvoll, d. h. es muss gegen Diebstahl usw. gesichert werden. Das ist im alten Rathaus nicht zu machen. Was erschwerend hinzu kommt, sind die feuerpolizeilichen Bestimmungen. Im Alten Rathaus darf sich z. B. nur eine bestimmte Besucherzahl aufhalten. Deshalb stand am Eingang immer ein Angestellter d. A. Rathauses der mitzählte.

    Zitat Zitat von McSilent Beitrag anzeigen
    (...)aber dann eher Klasse statt Masse.
    Was ist Klasse und was ist Masse? Was der Eine ganz toll findet, mag ein Anderer vielleicht überhaupt nicht. Ich hab schon Kritik gehört die z. B. Crumb komplett bescheuert fanden und Andere für die dass das absolute Highlight war.

    Zitat Zitat von McSilent Beitrag anzeigen
    (...)Lieber nur drei, vier Ausstellungen, aber dafür echte Kracher.
    Wenn man ein Festvival veranstaltet, versucht man eben das Beste zu machen. Ob das dann vom Publikum angenommen wird, ist reine Geschmackssache.

    Und ich denke es geht generell überhaupt nicht darum Erlangen irgend einen Rang ablaufen zu wollen. Beide Veranstaltungen sollen sich ergänzen, was ja Zeit versetzt optimal möglich ist. Meine Meinung.

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