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  1. #176
    Mitglied Avatar von Shane_Gooseman
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    Raidos hatte recht es wurde Zeit das Sie weiter gingen immerhin wollten Sie heute noch auf Mykos und Eutychia treffen.
    „Gut Last uns weiter ziehen Wir wollen heute noch eine ordentliche Strecke hinter uns bringen und wer weiß wie lange unsere Freunde noch an dem Ort sind der uns genannt wurde. Aegis achte auf unsere neue Freundin.“ Telemachos deutete auf Eysa.
    Dann griff er kräftig an Aiolos Schulter. „Du wirst in meiner Nähe bleiben, vielleicht überlege ich mir noch einmal was wir mit euch machen werden.“
    Telemachossorgte dafür dass sich die Gruppe wieder in Bewegung setzte dieser Fischer, bei dem sich Mykos und Eutychia angeblich aufhalten, sollte nicht mehr allzu weit entfernt sein.
    Geändert von Shane_Gooseman (22.05.2013 um 20:08 Uhr)

  2. #177
    Mitglied Avatar von Felina Noctis
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    Bei der Hütte


    Der Schiffarzt hatte Chrys ruhig zu gehört, aber nichts weiter erwidert. Stattdessen hatte er sich abseits von ihr und Cherek in den Schatten eines Baumes gesetzt. Die Zeit verging schleppend, doch die Sonne hatte sich kaum merkbar nach Westen bewegt, als Eutychia aus der Hütte trat. Sie lächelte Chrys aufmunternd zu und wiederholte nochmal ihre Warnung an den jungen Ägypter, bevor das Paar mit Proviant ausgestattet den Heimweg antrat. Mykos hatte bis zuletzt geschwiegen, auch zum Abschied nickte er nur stumm.

    Noch immer sah Cherek die Veränderung in seiner Freundin nicht, erinnerte sich nicht daran, dass sie einst ein Mädchen gewesen war. Doch zugleich erinnerte er sich an den Streit mit den Freunden, seine eigenen Worte verwirrten ihn. Als nun die Dämmerung nahte, geschah es immer häufiger, dass in seinem Augenwinkel das Licht flirrte und er glaubte, ein Paar Augen zu sehen, blaue, grüne, schwarz, bekannte und unbekannte, traurig, wütend, lauernd... Doch jedes Mal, wenn er hinsah, verschwanden sie wie Illusionen.

    Die Gruppe


    „Gut, lasst uns weiterziehen. Wir wollen heute noch eine ordentliche Strecke hinter uns bringen und wer weiß wie lange unsere Freunde noch an dem Ort sind, der uns genannt wurde. Aegis, achte auf unsere neue Freundin.“ Telemachos deutete auf Eysa.

    Darion hatte Aiolos Hände so gebunden, dass sie nicht schmerzten und es zugleich unmöglich war, die Fesseln zu lösen. Zudem hatte der Hüne Telemachos ihn direkt an seine Seite beordert. So zog die Gruppe weiter. Ihnen begegnete niemand weiter, doch bei Einbruch der Dämmerung erreichten sie den kleinen Fischerort, den man ihnen beschrieben hatte. Während Raidos wirkte als wolle er sogleich den nächstbesten Bewohner aus seiner Hütte zerren, hatte Maristos die größte Hütte als eine Art Wirtshaus identifiziert. Auch Erasmos schien dies bemerkt zu haben. Zielstrebig steuerte er auf das Gebäude zu, ohne auf die Gefährten zu warten. Trakis schaute den Schiffsbauer mit düsterem Blick nach, schwieg aber und unternahm nichts, um ihn aufzuhalten.

    Trotz seines leicht benebelten Zustandes, fielen Crinis, der am Eingang des Wirtshauses lehnte, die Neuankömmlinge sofort auf. Im Gegensatz zu den Bewohnern des Fischerdorfes, die er in den wenigen Tagen seit seiner Ankunft inzwischen alle persönlich kennengelernt hatte, waren diese Männer bewaffnet und wirkten, als könnten sie diese Waffen auch nutzen. Zudem wirkten sie, als seien sie auf Abenteuerjagd… oder jagten sie etwas anderes?
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  3. #178
    Mod Batman-Forum Avatar von Felicat
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    Doch Mykos entgegnete nichts und auch Cherek wirkte nicht sehr gesprächig und so setzte Chrysanthe sich unter das vorstehende Dach der Hütte und beschäftigte sich damit, die Netze auf weitere Schäden zu überprüfen. Die Zeit schien ihr endlos lang, bis Eutychia die ruhige Stimmung zerbrach. Froh, daß sie wieder wach und offenbar gesund war, wünschte Chrys den beiden eine gute Heimreise. Doch auch jetzt ließ sich Mykos zu keinem Wort hinreißen. Eutychias Lächeln hingegen schien Chrys ehrlich, dennoch blieb ein unangenehmes Gefühl in ihrem Leib zurück, während sie zusah, wie ihre Freunde sich zurück Richtung Dorf wandten, und das lag nicht allein an der Warnung, die noch immer über ihren Köpfen schwebte wie ein Unwetter, das darauf wartete, loszubrechen. Chrys drehte sich erst wieder Cherek zu, als sie das Paar nicht mehr erkennen konnte.
    "Cherek? Geht es dir gut? Mir nämlich nicht. Heute ist wirklich alles daneben gegangen."

  4. #179
    Alumnus (ehemaliges Teammitglied) Avatar von Foxx
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    Als Mykos nach Fisch und Brot fragte, beeilte Cherek sich, beides zu holen, so dass er Chrys' weitere Worte nicht mehr mitbekam. Als er zurückkam, hatte der Arzt sich bereits unter den Baum gesetzt. Eine unangenehme Beklemmung ergriff den Ägypter ... die ganze Situation war bizarr und traurig - ein völlig unnötiger Streit war es gewesen und er war nur heilfroh, dass Eutychia nicht tatsächlich etwas passiert war.

    Cherek verzichtete dennoch darauf Mykos zu einer Aussöhnung zu drängen. Der Schock war frisch und man glättete keine stürmische See indem man Steine hinein warf. Stattdessen richtete er Fisch und Brot in einem kleinen Weidekorb zusammen - Chrys und er hatten vor einiger Zeit gleich zwei Dutzend solcher gewoben, eben um ihre Waren darin verstauen zu können - und tat noch ein paar Kräuter dazu.

    Als später Eutychia aus der Hütte kam, war er erleichtert, dass wenigstens sie keinen Groll zu hegen schien. Er bestand darauf, dass die beiden Fisch und Brot als Geschenk annahmen - das war das mindeste, was er nach der Aufregung tun konnte. Und auch wenn Mykos nach wie vor schwieg, so erfüllte ihn Eutychias ungebrochene Freundlichkeit mit wenigstens etwas Trost. Doch lange währte dieser nicht. Zum Abschied bedachte Eutychia Cherek noch einmal mit einem langen, sorgenerfüllten Blick. Sie legte die Hand an seine Wange und sagte sehr leise, so dass nur der junge Mann sie verstehen konnte "Auf dir liegt eine Dunkelheit, mein Freund. Pass gut auf dich auf!" Dann wandte sie sich ab, um zu gehen. Verwirrt wollte Cherek sie aufhalten, doch er zögerte. Erst jetzt wurde er wirklich Gewahr, dass sie bereits zuvor solche Bemerkungen gemacht hatte. <<Abgesehen davon hat dein Freund gerade viel größere Probleme>> hallte es in seinem Kopf wider. Er brauchte einen Moment, um sich zu sammeln, hörte sich selbst formelhafte Dankes- und Abschiedsworte murmeln und ehe er die Verwirrung sortiert hatte, waren die beiden bereits ein Stück den Weg hinab gegangen. Nach all den Wirrungen des Tages kam Cherek sich bei dem Gedanken, ihnen nach zu eilen, naiv und dumm vor.

    Plötzlich glaubte er etwas aus dem Augenwinkel zu sehen, doch als er den Kopf wandt, musste er feststellen, dass ihm sein Verstand wohl Streiche spielte. Wie durch Watte drangen Chrys' Worte zu ihm und langsam wandte er sich an den Freund. "Nein", erwiderte er tonlos, "nein, mir geht es auch nicht gut. Was ... was war das heute?" Er rief sich die Ereignisse in Erinnerung, doch sie ergaben keinen Sinn. Weshalb hatte Chrys ursprünglich gar nicht aus der Hütte kommen wollen? Weshalb hatten sie das Gespräch auf Meg gelenkt, auf ... das Amulett! Cherek spürte, wie er schwitzte und ihm zugleich die Farbe aus dem Gesicht glitt. Über all den unnötigen Streit hatte er vergessen, dass dieses Teufelsstück, das er in der Nacht zuvor noch versenkt hatte, wie durch schwarze Magie seinen Weg zurück zu ihnen gefunden hatte. "Chrys", fragte er und seine Stimme zitterte, "was ist mit dem Amulett? Ist es noch in der Hütte?"
    Geändert von Foxx (16.03.2014 um 20:23 Uhr)

  5. #180
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    Der Marsch in das Fischerdorf hatte wirklich nicht lange gedauert. Kaum hatte die Gruppe die kleine Ortschaft betreten so machte sich der fette Schiffsbauer Erasmos auf die offensichtliche Taverne des Ortes zu erkunden. Telemachos verdrehte die Augen und sah dass sich auch Trakis Blick verfinsterte.
    Trakis lass Ihn laufen wenn er sich zu säuft lassen wir ihn hier, solange wir uns in Küstennähe befinden sollten sich andere Schiffsbauer auftreiben lassen. Jetzt sollten wir erst einmal nach unseren Freunden suchen. Maristos, Aegis hört euch einmal um ob Eutychia und Mykos hier sind so wie uns gesagt wurde.
    Ich und die anderen bleiben hier am Marktplatz und passen auf unsere neuen Freunde auf. Vielleicht gibt es ja jemanden der die beiden kennt.“

    Er führte Aiolos und Eysa zu dem größeren Platz den es in fast jeder Ortschaft gab. Er ließ Raidos und die anderen ebenfalls hier warten.
    „Nun meine Lieben,“ begann Telemachos freundlich lächelnd. „Kennt Ihr beiden hier irgendjemanden der eure Geschichte bestätigen kann?“

  6. #181
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    Crinis schaute sich die Reisenden an. Bewaffnet. Reisende. Crinis konnte ein bisschen Weiterreise gut gebrauchen.

    Erst kürzlich hatte ihn die Wanderlust aus der nächstgrößeren Stadt getrieben. Nun streunerte er ein paar Tage durch die Landschaft, bevor er dieses Dorf erreichte, gerade genug Geld bei sich, um ein karges Mahl und einen Platz zu schlafen erstehen zu können. Also suchte er diese Hütte auf, beinahe schon eine Taverne, und kaufte Wein. Er trank den Wein. Nun wollte er mehr. Sein Magen schmerzte. Hunger. Er nahm dies kaum noch wahr, und doch störte ihn das Gefühl. Er löste sich von der Wand, an der er seit ein paar Minuten lehnte. Sein Gang war noch sicher, denn er hatte keine großen Mengen getrunken, und vertrug selbst diese mittlerweile. Problemlos. So wie er es sah.

    Die Reisenden versammelten sich auf dem Platz. Platz war schon fast zuviel gesagt. Einer von ihnen war auf dem Weg zum Gasthaus. Er war fett. Klein. Offensichtlich scharf darauf, seine Kehle mit Wein zu benetzen. Crinis mochte ihn nicht. Er blickte zum Rest der Truppe. Sein Blick war kaum getrübt, und wenn er sich nicht täuschte, waren auch diese nicht zu froh mit diesem versoffenen Vollidioten.

    "Zeit, mich vorzustellen." Crinis war sich nicht sicher, ob er dies nur dachte, oder auch gemurmelt hat. Bevor er richtig darüber nachdenken konnte, stand er auch schon vor den Abenteurern.

    "Tag. Ihr braucht doch sicher ein zusätzliches Schwert, mit einer Hand, die es zu führen vermag. Ich habe das Schwert, und die Hand."

    Erst jetzt, nach dem er sprach, fand Crinis die Zeit, sich zu fragen, wie er die Gruppe wohl ansprechen sollte. Hatte er schon. Musste reichen.

    "Für ein bisschen Münze, und ein paar Bissen zu Essen, gehört beides euch."

    Sein Blick wanderte über die Gruppe. Zwei Gefangene. Blieb schließlich bei Telemachos hängen. Groß. Kräftig. Krieger. Perfekt.

  7. #182
    Mitglied Avatar von Schiller
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    Beim letzten Halt der Gruppe hatte diese die beiden (nunmehr) Gefangenen aufgetan. Die damit einhergehenden Gegebenheiten hatten dafür gesorgt, dass Maristos seine Lebensgeister wiederentdeckt hatte. Dieser Umstand war allerdings nur anfänglich ein erfreulicher. Denn der Kater seinerseits hatte sich mitnichten aus dem von Alkohol vergifteten Körper des Diebes verflüchtigt. So schlossen also ein wacher, lebendiger Geist mit einem schmerzenden, schweren Körper ein verheerendes Bündnis. Die Gruppe sah sich somit einem plappernden und griesgrämigen - durchaus boshaften - Maristos ausgesetzt. Den kompletten Marsch über jammerte und zeterte der Grieche über seine Gebrechen, kritisierte und beleidigte Gruppenmitglieder und trieb rechten Schabernack mit Aiolos und Eysa. Für Maristos selbst hatte dieser lamorjante Streckenlauf - einhergehend mit der Tortur seiner Wegbegleiter - einen eher heilsamen Effekt: er nücherte aus.

    Als die Gruppe das kleine Fischerdorf betrat, waren nur noch die pelzige Zunge und der schwer auf den Schultern ruhende Kopf zu spüren. Im Gegensatz zu seinen Kameraden, stach Maristos nun auch durch beste Laune hervor. Um diese umgehend gebührend zu feiern, folgte er sicheren Schrittes Erasmos in Richtung Wirtshaus. Was für den Schiffsbauer gut war, sollte ihm selbst nicht schaden. Der Verlauf dieses Tages genügte ihm als Beweis dafür.
    Allein die dröhnende Stimme Delegrachos hielt ihn zurück. Wie Säure ätzte sich der gebellte Befehl des Hünen in Maristos‘ Hirn. Doch der Dieb stimmte sich selbst versöhnlich. Irgendwie wollte er Wiedergutmachung leisten für die angestrengten Ohren seiner Kampfgenossen. Also holte er tief Luft, blies seine Wangen auf, zuckte mit den Schultern und flüsterte ein „Also gut.“ vor sich hin. Mehr schlendernd als gehend schlurfte der Dieb also um den Platz herum und suchte Menschen, denen er Fragen über Eutychia und Mykos stellen konnte.
    Ausgerechnet am Eingang des Wirtshauses bemerkte er den hageren Burschen, welcher als Einziger im gesamten Umkreis noch nüchtern genug schien, irgendwelche brauchbaren Auskünfte zu geben. Maristos bewegte sich also wieder in Richtung Schänke (es sollte eben so sein!), als der Trunkenbold sich seinerseits auch auf ihn zu bewegte. Näher betrachtet, gefiel Maristos der Mann nicht. Er schien außergewöhnlich heiter, trotz dass dessen Äußeres förmlich „heruntergekommener Abenteurer“ schrie. Schon das riet zur Vorsicht. Außerdem murmelte der Krieger von der traurigen Gestalt Seltsames vor sich hin, was Maristos gleich vermuten ließ, dieser Streuner sei nicht ganz richtig im Kopf.
    Als er auch noch seinen Mund öffnete und seine Worte - geradezu bettelnd - an die Gruppe richtete, griff Maristos diese gleich auf:
    „Wie wäre es denn, wenn wir dir sowohl die Hand als auch dein Schwert nehmen!?! Hernach ließe sich auch noch feststellen, ob nicht vielleicht DU ein paar Münzen und etwas zu Essen bei dir trägst. Obwohl ...“, Maristos bedachte den Fremden mit abschätzigem Blick, „... dein Zustand nicht sonderlich hoffen lässt.“
    Ein breites, kampflustiges Lächeln zeichnete nun Maristos‘ Gesicht.
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  8. #183
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    Zu Chrysanthes großer Sorge wurde Cherek plötzlich blaß wie eine Wand. Er zitterte und der Schweiß lief ihm über die Stirn. Was für eine dumme Frage!
    Sie half ihrem Freund auf die Bank vor dem Haus, während der nach dem Amulett fragte. Chrys blickte an ihrem leidlich gerade hängenden Oberteil herunter und wortlos zog sie das runde Schmuckstück darunter hervor. Danach strich sie sanft über Chereks Stirn, wischte den Schweiß fort. "Du solltest erst mal was trinken. Das war ein langer und sehr seltsamer Tag... Aber zum Glück ist der Fluch gebrochen, ich bin wieder ich..."
    Chrys ging schnell hinein und holte zwei Becher, Wasser und Wein. Die Ausbeute stellte sie draußen auf den Tisch und mischte Wasser und Wein, dann gab sie Cherek einen der gefüllten Becher. "Hier. Denk immer daran, Cherek, ich bin deine Freundin, ich stehe dir bei. Gegen Meg, meinen Vater... Was auch immer sonst dort draußen lauert." Sie blickte erneut auf das Amulett und erinnerte sich daran, daß sie in der Kugel letzte Nacht schemenhafte Schattenkreaturen gesehen hatte, die sich wie hungrige Raubtiere um Cherek gesammelt hatten. Einer Eingebung folgenden hob sie die Kugel und sah hindurch.

  9. #184
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    Crinis bedachte den Jungen mit einem Blick. Er kannte die Art. Viel Gerede, wenig zu Sagen. Es ärgerte ihn, dass er das Wort ergriffen hatte. Ein Geplänkel mit ihm würde ihn nicht sonderlich vorangbringen. Weder mit Worten, noch mit dem Schwert.

    "An der Hand hänge ich. Wobei sie wohl das einzig essbare wäre, was ihr an mir finden würdet."

    Er hustete, und legte eine Hand auf seinen Schwertgriff. Er fand ihn auf Anhieb. Wie immer. Egal wieviel Alkohol sein inneres schändete.

    "Du würdest dir eh die Zähne ausbeißen."

    Keine Lust mehr, sich mit der Göre auseinander zu setzen. Er hoffte, dass jemand anderes das Wort ergreifen würde. Jemand, der ihm Essen, Trank, Geld, und Blut versprechen würde. Er wollte einen Weg, aus dem Verdruss, hin zu mehr Met und Wein.
    If all fails, do not despair. Just turn, turn around, take another door. There will be another way. Another choice. Another chance. Just press on. And if that fails, you know, just go kill yourself.

  10. #185
    Mitglied Avatar von Sac
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    Als sie den 'großen' Platz des Fischerdorfes erreicht hatten, streckte Aegis seine lange, schlanke Gestalt. Ein wohltuendes Knacken lief durch seine Wirbelsäule. Mit einem feinen Lächeln registrierte er, dass ihn sein Freund nun vom Gefangenentreiber zum Kundschafter umfunktioniert hatte. Vermutlich erhoffte er sich bessere Auskünfte durch ihn und Maristos als von jemandem mit fehlenden Zähnen, filzigen Haaren oder öligen Muskelbergen und düsterem Blick. Ihm sollte es Recht sein. Ob Telemachos das Mädchen gefiel? Noch ein Schmunzeln lief über Aegis' Gesicht.

    Mit funkelnden Augen registrierte er das beginnende Gespräch zwischen Maristos und dem Fremden. Der sonst so charmante Kamerad war heute massiv auf Krawall gebürstet. Auch ein Faustkampf würde eine Unterhaltung - das Spezialprogramm des Gauklers - bringen und momentan sah es danach aus, als könnte er es heute noch dazu bringen. So blieb es wohl vorerst an Aegis, Informationen einzuholen. Mit leicht geschultertem Stab und einem leisen Pfeifen auf den Lippen machte er sich zur erst besten Hütte auf. Das Wirtshaus überließ er fürs erste Erasmos. Beschwingt klopfte er gegen die Hüttentür.
    Totgesagte leben länger.

  11. #186
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    Dankbar ließ Cherek sich von Chrys helfen. Eigentlich sah er sich in ihrer Freundschaft meist als den "Macher", den Schützenden, der die Probleme löste - nicht zuletzt, weil er sich verantwortlich dafür fühlte, dass sie in ihrer jetzigen Situation waren. Doch jetzt gerade ließ er den Rollentausch nur zu gerne zu. "Danke", sagte er und nahm die Weinschorle entgegen. Er nahm einen großen Schluck, während Chrys weitersprach und fast hätte er sich bei ihren folgenden Worten verschluckt, so dass es ihm gerade noch gelang, das Getränk nicht vor Husten auszuspucken. Er brauchte einen Moment, um sich zu fassen. "Oh je ... entschuldige", bat er und warf Chrys einen bedröppelten Blick zu, ehe er dann doch noch einen Schluck nahm, diesmal ohne Hustenanfall.

    "Ja, es war ein seltsamer Tag. Und ich hege keinen Zweifel, dass dieses Teufelsstück", er nickte in Richtung des Amuletts, welches Chrys erhoben hatte, um in den halbtransparenten Stein zu blicken, "etwas damit zu tun hat." Er seufzte. Was Chrys soeben gesagt hatte, war leider alles andere als beruhigend. Abermals versuchte er sich an den Hergang der Ereignisse heute zu erinnern, doch die Dialoge, die in seinem Gedächtnis widerhallten, schienen keinen Sinn zu ergeben - ebenso wenig wie Chrys' letzte Worte es taten.

    "Chrys", brachte er schließlich hervor, "ich fürchte ... ich fürchte, der Fluch ist noch nicht gebrochen. Und ich bin mir nicht sicher, auf wem von uns er lastet ..."
    Geändert von Foxx (08.04.2014 um 21:18 Uhr)

  12. #187
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    "Hahahahahahaha". Maristos musste lachen; über 2 Dinge. Zum ersten hatte ihm dieser krank aussehende Bursche den Wind aus den Segeln genommen - das würde er ihm aber nicht sagen. Das zweite, worüber Maristos lachen musste, meldete er dem Fremden sofort zurück. "Hast du gerade ernsthaft und gaaaanz unauffällig deine Hand auf den Knauf deines Schwertes gelegt?!"

    Der Dieb lächelte schief und legte lässig seine Hände an beide Schultern. "Du wagst es also, besoffen, wie du bist, auf meine Mannen und mich zuzuwanken; besitzt die Frechheit, dich nichteinmal vorzustellen, uns einfach anzubetteln, uns deinen fauligen, lepraverseuchten Atem entgegenzuhusten und mir dann noch vor all meinen Gefährten zu drohen?!" Maristos ließ sich Zeit für eine Kunstpause. Erst jetzt wurde er gewahr, dass er sich soeben in Rage geredet hatte. Wenn der Hungerleider genau hinsah, bemerkte er ein gefährliches, feindseliges Blitzen in Maristos' Augen. "Wenn du nicht augenblicklich das Weite suchst, verlierst du heute weit mehr als eine Hand."

    Die gute Stimmung und die lockere Haltung waren aus Maristos Körper gewichen und hatten der Kampfeslust Platz gemacht.
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  13. #188
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    Wunderbar. Der Junge wollte sein Maul nicht halten. Keiner der Anderen meldete sich. Eins nach dem Anderen.

    "Unauffällig? An meiner Geste war nichts unauffälliges."

    Ausspucken? Nein.

    "Es war eine Antwort. DU drohst mir. Ich zeige dir, dass ich weiß, wo mein Schwert ist, welches du mir nehmen willst."

    Crinis spuckte jetzt doch auf den trockenen Boden.

    "Vielleicht sollte ich dir auch zeigen, wie man es benutzt. Aber dann würde ich noch mehr Zeit mit einem Kind verschwenden, dass erst große Töne spuckt und dann die Beherrschung verliert. Stampf und kreisch doch, wie du willst. Mir egal. Ich will mit dem Reden, der hier das Sagen hat, und das bist du nicht."

    Hoffentlich wars das. Eher nicht. Bescheuert. Aber er würde sich der Göre nicht beugen.
    Geändert von Waterman (08.05.2014 um 22:55 Uhr)

  14. #189
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    Besorgt klopfte Chrysanthe auf Chereks Rücken, bis ihr Freund sich wieder beruhigt hatte. "Entschuldige dich doch nicht!" Nachdem er sich beruhigt hatte, setzte sie sich ihm gegenüber mit ihrem eigenen Becher. "Das war mehr als seltsam. Aber ich weiß nicht... Ich weiß nicht, ob und was die Kette damit zu tun hat. Gestern hatte ich eine Vision davon, wie mein Vater dich gefangennehmen ließ und in der Nacht hatte ich diesen Alptraum, in dem Meg... Sie hat uns beiden furchtbare Dinge angetan. Als ich aufwachte, war ich ein Junge, jetzt bin ich wieder ein Mädchen und es scheint keiner zu bem..." Sie hob den Kopf von ihrem Getränk, als Cherek sie krächzend unterbrach. "Was meinst du? Ich bin doch wieder ein Mädchen. Oder nicht?" Stirnrunzelnd blickte sie an sich herunter. Ihr Herz hüpfte unangenehm in ihrer Brust, während ihr Magen sich zusammenzog.

  15. #190
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    Im Dorf

    Sowohl Eysa als auch Aiolos schwiegen auf Telemachos Frage. Die Dirne, eine derartige Wanderung nicht mehr gewohnt, ließ sich erschöpft auf den Boden sinken und blickte stumm vor sich hin. Erst als der Tumult losbrach, hob sie den Kopf und folgte dem Geschehen interessiert.

    Ein kleines, verschmutztes Mädchen von etwa vier Jahren öffnete Ägis die Tür und starrte ihn mit großen Augen und dem Daumen im Mund an. Durch den Spalt konnte er einen Blick in die Hütte erhaschen. Das Feuer war kurz davor zu erlöschen. Davor spielte ein kleinerer Junge mit ein paar Knochen, während auf dem Lager in den Schatten am Rande der Hütte eine Frau zu liegen schien. Diese versuchte sich aufzurichten und krächzte schwach „Ria, nicht… Warte auf deinen Vater…“, bevor ein Husten ihre Worte unterbrach.

    Währenddessen verfolgte die übrige Mannschaft das Schauspiel auf dem Dorfplatz. Trakis hatte seinen Dolch gezogen, als der Fremde zur Waffe griff. Doch scheinbar hielt er sich nur bereit, im Notfall einzugreifen. Die verschränkten Arme der übrigen Männer zeigten deutlich, dass sie nicht gedachten mitzumischen, sei es, weil sie sich nicht um das Wohl des Gefährten sorgten, sei es, dass ihnen sein Schicksal egal war. Lediglich Darion, welcher Aiolos und Eysa bewachte, warf einen kurzen, unsicheren Blick zu Telemachos.

    Bei der Hütte

    Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne hatten sich in der kristallenen Kugel des Amulettes verfangen und Chrys für einen Moment geblendet. Als sie nun, nach Chereks Worten, erneut durch das Amulett blickte, konnte sie einen feinen Streifen schwarzen Nebels sehen, der sich gleich einer Binde um die Augen des jungen Mannes gelegt hatte. Zudem glaubte sie im Hintergrund drei schemenhafte Gestalten zu erkennen. Einer der Schatten, die Umrisse kamen Chrys unheimlich vertraut vor, hatte klauenbewährte Hände nach Cherek ausgestreckt. Doch bevor sie genauer hinsehen konnte, verdichtete sich der schwarze Nebel wie Rauch, der die Gestalten verschluckte und den Freund zu ersticken schien.

    “…in der Nacht hatte ich einen Alptraum, in dem Meg… Sie hat uns furchtbare Dinge angetan.“ Kaum hatte Chrys diesen Satz beendet, sank Cherek in eine Trance, zwischen Traum und Wirklichkeit, während vor ihm der Freund weitersprach. Er sah die Bewegung der Lippen, die Gesten. Doch er hörte nur das Geräusch von Klauen, die Kleidung zerrissen und dann spürte er erneut die Schmerzen, die er bereits in seinem Traum ertragen hatte. Während direkt vor ihm Chrys besorgt durch das Auge des Polyphem blickte, saß er erstarrt, unfähig sich zu rühren. Obwohl seine Schreie in seinen eigenen Ohren wiederhallten, blieben seine Lippen geschlossen und drang kein Laut nach außen.
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  16. #191
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    Maristos traute seinen Ohren nicht. Wer war dieser Junge?

    "Was wagst du dir eigentlich, du ungehobelter Strauchdieb? Am helllichten Tag belästigst du ehrbare Frauen und Männer und zwar ohne ein Gefühl dafür, wann wir deiner übelriechenden Gestalt überdrüssig sind."
    Maristos Züge verfestigten sich und er krallte sich förmlich an seinem Schulterschutz fest. Der Grieche war es sichtlich leid, sich mit diesem Gossenmann weiter auseinanderzusetzen. "Du fragtest nach Brot und Arbeit. Die Antwort darauf hast du erhalten. Was willst du nun mehr? Sieh dich um! Der ein oder andere von uns trägt Waffen und zahlenmäßig sind wir dir sowieso überlegen. Hat dir der Fusel dieser Schänke derart den Geist vernebelt, dass dir diese kleine Mutprobe wichtiger ist, als dein Leben?!"

    Maristos meinte es nunmehr ernst, das war ganz deutlich. Trotzdem stand er ziemlich ruhig - wenn auch voller Spannung - vor seinem Gegenüber. Maristos führte etwas im Schilde, das konnte der Andere sehen, aber worum es sich genau handelte, verstand der Dieb gut zu verbergen.
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  17. #192
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    "Ich hoffe für dich und deine Gruppe, dass dein Wort nicht soviel Gewicht hat, wie du gerade vorgibst. Ich habe keine Lust mit dir, oder irgendeinem von euch zu kämpfen. Ich mache selten Gebrauch von meiner Klinge, ohne dafür bezahlt zu werden. Du kannst also aufzuhören, so zu tun, als würde ich dich bedrohen, oder bei der ersten Gelegenheit versuchen, euch alle abzumetzeln wie ein Barbar. Wenn ich euch umbringe, was hätte ich davon? Ich sags also nochmal. Ich habe mehr Jahre mit meiner Klinge gekämpft,, als du gelebt hast. Ich habe Leute getötet, die sich unbesiegbar nannten. Ich verlange nicht viel, nur genug Geld und Brot zum Überleben, und Blut, um mein Schwert darin zu tränken. Nehmt mich auf, und es soll euer Schaden nicht sein. Greif mich an, und du wirst es bereuen. Ares war bisher immer auf meiner Seite."

    Ruhig. Bereit. Augenkontakt.

  18. #193
    Mitglied Avatar von Sac
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    Zunächst ließ Aegis wortlos seine Augen über die Szene gleiten, die sich ihm bot. Von dem Mädchen über den Jungen und die Frau zurück zu dem Mädchen. Schließlich lächelte er zu der Kleinen hinab, bevor er in die Hocke ging, um auf Augenhöhe mit ihr zu sprechen: "Hallo. Du heißt Ria? Das ist aber ein hübscher Name. Sag mir, Ria, wohnen seit kurzem neue Leute in eurem Dorf? Oder kannst du deine Mami holen, damit ich mit ihr reden kann?"
    Totgesagte leben länger.

  19. #194
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    Maristos wurde dieses Spiels überdrüssig. Leidlich gelang es ihm, die Arroganz dieses Bettlers in Wahnsinn umzudeuten. Der Fremde schien dem Alkohol allzu oft zugeneigt gewesen zu sein, weshalb er nun die eindeutigsten Zeichen anderer Pesonen wohl nicht zu deuten vermochte. Maristos sollte es recht sein. Seine Kampfeslust und die Freude an einem Wortgefecht hatten ihn schon längst verlassen. Das einzige, was er jetzt noch empfand, waren Mitleid und eine aufkeimende Langeweile. Behutsam ließ er die Hände von seinen Schulterpolstern gleiten.

    "Du verstehst es wirklich nicht, nicht wahr?!" fragte Maristos, ohne eine Antwort abzuwarten. Der Dieb deutete in Richtung Dhelemanos und der Gruppe. "Hier, richte dein Begehr an die anderen! Du machst mich müde und bist den Rotz nicht wert, den ich auf deine Leiche spuckte."

    Betont lässig gab Maristos seine Stellung auf und schlurfte an dem Fremdling vorbei. Als er auf dessen Höhe war, ließ er seinen Augen Spiel und versuchte dem stinkenden Bastard ins Gesicht zu sehen; hoffend, dass er den Schwachsinn in dessen Augen finden und damit seine eigene Handlung rechtfertigen konnte.

    Das Ziel des Griechen war nun ... die Taverne. Reden machte Maristos immer durstig.
    Das Neue dringt herein mit Macht, das Alte,
    Das Würdge scheidet, andre Zeiten kommen,
    Es lebt ein andersdenkendes Geschlecht!

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